30. Januar 2020

Notizen über Israel und seine Parteigänger

Martin Lichtmesz / 70 Kommentare

In den letzten Tagen wurde die Frage an mich herangetragen, ob es eine sinnvolle Strategie sei, wenn die AfD einen forciert pro-israelischen Kurs einschlüge.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Das betrifft auch Fragen nach außen- und geopolitischer Positionierung, wie sie Kubitschek anläßlich aktueller Stellungnahmen von Petr Bystron und Jörg Meuthen zum schwelenden Konflikt USA-Iran aufwarf. Ich stimme seiner Einschätzung im wesentlichen zu und möchte ein paar Worte zum Israel-Komplex im deutschsprachigen rechten Spektrum verlieren.

Inititalzünder für viele, die im im weitesten Sinne rechten Lager gelandet sind, ist das Problem der wachsenden Präsenz islamischer Völker in Deutschland und Europa, angefangen bei mißlichen Alltagserfahrungen über Kulturkampfkonflikte um Kopftücher und Speiseordnungen und massenhaften Übergriffen auf Frauen à la Köln bis hin zu terroristischen Attentaten.

Ob es nun mit "mit dem Islam zu tun hat" oder nicht, Tatsache ist, daß sich besonders Einwanderer aus dem muslimischen Kulturkreis als besonders problematisch, besonders sichtbar, mindestens hartnäckig "identitär" in ihrer Lebensart erweisen. Ohne Zweifel fördern Einwanderung und demographische Verschiebungen die Ausbreitung des Islams in Europa, mit verheerenden Folgen.

Nun nehmen viele diesen Konflikt durch eine veraltet gewordene Brille wahr, die ihren Ursprung vor allem in der vom "Neokonservatismus" geprägten Ära George W. Bush hat. "Islam" vs. "westliche Welt" ist demnach ein "Zusammenprall der Zivilisationen", nach einem simplifzierten Verständnis des berühmten Modells von Samuel Huntington. Dieser war allerdings der Ansicht, daß der Glaube an die Universalität der westlichen Kultur im Zeitalter heraufkommender ethnischer und zivilsatorischer Konflikte "falsch, unmoralisch und gefährlich" sei.

Innerhalb dieses Framings ist Israel ein Vorposten des "Westens" inmitten der muslimischen Welt und "die einzige Demokratie im Nahen Osten". Etwas anders akzentuiert bezeichnete Ernst Nolte den Staat Israel in seinem grundlegenden Werk Der Islam als dritte Widerstandsbewegung als "Einsprengsel von Modernität" im islamisch-arabisch-persischen Raum.

Eine andere Variation dieses Themas wäre die Vorstellung von Israel als Leuchtturm für "Demokratie und Menschenrechte", quasi die universalistische Rechtfertigung, warum gerade dieses Land besonderer Unterstützung bedürfe.

Die "partikularistische" Rechtfertigung leitet sich von einer postulierten Sonderstellung des Holocaust und damit auch des jüdischen Volkes in der menschlichen Geschichte ab. Israel sei "die Zuflucht der Überlebenden des Holocaust" und "existenziell in seinem nackten Überleben bedroht", antwortete mir neulich ein Zeitgenosse auf die Frage, warum Israel so massive finanzielle und militärische Unterstützung aus den USA beziehe.

Aber die Geschichte Israels beginnt lange vor dem Holocaust, Staaten finanzieren einander nicht aus bloßer moralischer Barmherzigkeit, und ein Land, das über Nuklearwaffen verfügt und die größte Militärmacht der Welt im Rücken hat, kämpft kaum um sein "nacktes Überleben".

Die Betonung der "Menschenrechte" stellt die Tatsachen geradezu auf den Kopf, zumindest was die Politik in den besetzen Gebieten betrifft (und ein Land mit westlichen Ansprüchen muß sich auch gefallen lassen, mit westlichen Maßstäben gemessen zu werden.) Gerade die besonders aggressiven Israelverteidiger, die mir immer wieder etwa via Twitter begegnen, und die überall "Antisemitismus" wittern, haben häufig ein sehr naives, idealisiertes, faktenbefreites Bild von diesem Staat, der in ihrem inneren spirituellen Haushalt eine große symbolische Rolle zu spielen scheint.

Die Vorstellung Israels als Vorposten der westlichen Zivilisation hat eine lange Geschichte. Israel ist ein verspäteter Siedler- und Kolonialstaat, der auf der stupenden Idee beruht, ein vertriebenes Volk habe nach zwei Jahrtausenden ein Recht auf Rückkehr (das den 1948ff vertriebenen Palästinensern kategorisch verweigert wird). Wer vom Blut der biblischen Urväter sei, habe demnach auch Anrecht auf den Boden, auf dem sie (und ihr Gott) gewirkt hätten. Dies sind Ideen, die im Rest der westlichen Welt nach 1945 zunehmend als diskreditiert, reaktionär und antiquiert galten.

Der jüdische Nationalismus hatte trotz seines säkularen Charakters stets einen religiösen, messianischen Untergrund, was für den Nationalcharakter dieses Volkes typisch ist. Es leuchtet ein, warum die Wahl schließlich auf Palästina fiel (das wohlgemerkt nicht die einzige Option war), denn dort befindet sich Jerusalem, einer der Achsenpunkte der Weltgeschichte, Brennpunkt des Judentums und Christentums und tausendjährige Heimstatt ihres verspäteten Abkömmlings Islam. Der Zionismus mußte wohl auf einen wirklich großen Wurf setzen, um seine immense mobilisierende Wirkung auf das Diasporajudentum zu entfalten.

Daß es ihm gelungen ist, in der nahöstlichen Wüste ein quasi Erste-Welt-Land aus diesem mythisch aufgeladenen Boden zu stampfen, ist zweifellos eine heroische Leistung. Daher betonen die Zionisten bis heute ihre "zivilisatorische" Mission, die ihnen, neben dem historisch-biblischen Anspruch, das moralische Recht auf den Besitz des vormals arabischen, rückständigen Landes sichere: Wer den Boden urbar machen und kultivieren kann, dem gehört er auch. Das ist ein klassischer "Kolonialdiskurs", der ein Vorrecht der "zivilisierten" gegenüber den "unzivilisierten" Völkern postuliert. Nicht anders hätte ein pied noir in Französisch-Algerien oder ein Pionier des "wilden Westens" argumentiert.

Ich würde diesem Argument sogar einige Berechtigung einräumen, allerdings hat es in der Geschichte des Kolonialismus immer wieder den Vorwand zu massiven Schurkereien geliefert, von denen auch Israel nicht freigesprochen werden kann, wobei die schärfsten Kritiker häufig selbst israelischer und jüdischer Herkunft sind (dessen sind sich Israelfanatiker kaum bewußt, scheint mir).

Die Unterstützung Israels erscheint jedenfalls manchem Deutschen, der um Einwanderung und Islamisierung besorgt ist, als logische Notwendigkeit, aufgrund dessen vermeintlicher Generalgegnerschaft zum "Islam" - was näher betrachtet ein "Counterjihad"- Mythos ist, der allein schon durch das anti-iranische Bündnis Israels mit Saudi-Arabien widerlegt wird.

Ebenso gibt der weitverbreitete arabische und muslimische Antisemitismus Gelegenheit, sich (auch aus "Wiedergutmachung") mit "den Juden" (die quasi mit "Israel" gleichgesetzt werden) solidarisch zu zeigen, was vielen Deutschen auch ein ehrliches Anliegen ist.

Zusätzlich kann man an dieser Stelle trefflich die Heuchelei der Herrschenden bloßstellen, die zwar ständig das Anwachsen von Antisemitismus in Deutschland beklagen, während sie gleichzeitig verschweigen oder vertuschen, daß dies hauptsächlich Folge der von ihnen geförderten muslimischen Einwanderung ist (Philipp Amthor, der einmal mutig sein wollte, hat neulich für diese Feststellung gehörig eins auf die Finger bekommen.)

Nicht selten tobt sich hier ein kompensierender "Ersatzpatriotismus" aus, der im "antideutschen" Lager auch seine linke (und ans Pathologische grenzende) Spielart hat. Israel scheint die einzige Nation zu sein, der man schier unbegrenzte "patriotische" Begeisterung entgegenbringen kann, auch, wenn man selbst weder Jude noch Israeli ist, gar dem "Tätervolk" entstammt.

Gewiß gibt es auch viele Rechte, die sich mit dem philosemitischen, pro-israelischen Schild aus vorrangig strategischen Gründen wappnen, um sich gegen Kritik zu schützen und die Einsortierung ins "rechtsextreme" Eck zu vermeiden. Das ist eine Mimikry, die manchmal vielleicht nur halbbewußt ist, die aber auf der Gegnerseite kaum abgekauft wird: auch ein Stürzenberger ist und bleibt in den Augen der Linken ein "Nazi".

Hinzu kommt wohl bei manchen politisch korrekt Geprügelten die Genugtuung: Endlich einmal auch selbst eine der unangreifbaren Keulen schwingen dürfen!

Etliche der deutschen Israelfans verhalten sich unangenehm missionarisch, was ihr Leib- und Magenthema angeht: Wer ihnen nicht zustimmt, wird nach bewährtem Muster als "Antisemit" plattgemacht und geächtet, was umso erbärmlicher ist, als es sich hier, wie gesagt, um eine nur ausgeliehene Keule handelt. Diese Leute handeln in der Regel nach dem Motto: "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns", und sie wollen auch keine, ich nenne es mal, "Israelagnostik", Distanz oder Stimmenthaltung dulden.

Die Lust an der Inquisitorenrolle wird somit nicht nur auf der Linken zum Feind jeglichen nuancierten Denkens. Hier nähert sich das sogenannte "liberal-konservative" Spektrum immer mehr dem linken Diffamierungsstil an, und daß die neokonservative Achse des Guten inzwischen etliche Autoren aus dem "antideutschen" Spektrum à la Jungle World rekrutiert hat, ist eine sehr bezeichnende Entwicklung. Grund dafür ist wohl der Israel-Fetisch dieser Leute (à la Nico Hoppe), die übrigens selten selber Juden sind.

Als markantes Beispiel für diesen Stil diene dieser aktuelle und erheiternd wirre Artikel von Marcus Ermler auf Achgut.com. Was "projüdisch" ist, wird hier anhand einiger dogmatischer, vorwiegend rechtszionistischer und schuldkultgläubiger Richtlinien festgenagelt, während Ermler wie selbstverständlich davon ausgeht, die Abweichler von dieser reinen Lehre durch bloßes Zitieren erledigen zu können (natürlich möglichst aus dem Kontext gerissen und auf Signalwörter abgescannt).

Politisch gesehen ist der Ertrag der betont philosemitischen, pro-israelischen Linie gering: die Liebe der "Rechtspopulisten" zu Israel ist notorisch einseitig, es sei denn es handelt sich um einen "Rechtspopulisten" an der Macht, wie etwa Trump oder Orban. Die Versuche etwa der FPÖ unter Strache, sich dem rechten Zionismus anzubiedern, glichen Selbsterniedrigungen, die niemanden beeindruckten, schon gar nicht die maßgeblichen jüdischen Organisationen in Österreich. Kaum war türkis-blau an der Macht, gab es diplomatischen Boykott aus Israel, der etliche Appeasement-Manöver seitens der ÖVP nötig machte.

Ähnlich erfolglos ist bislang die AfD geblieben. Daran ändern auch gelegentliche Highlights wie ein Knuddeln mit Henryk Broder oder Streicheleinheiten eines 90jährigen Mossad-Agenten nichts. Es ist unwürdig, hier ständig um Sympathiebekundungen, Absolutionen oder Koscher-Zertifikate zu betteln, und mehr ist es am Ende nicht. Man träumt von einem Deal: "Wir unterstützen euren Nationalismus, bitte unterstützt im Gegenzug unseren auch! Wir beweisen euch unseren Philosemitismus, also erklärt uns bitte für nazifrei, legitim und salonfähig, ihr seid ja für die Persilscheinausstellung zuständig!"

Darum scheint mir ziemlich realitätsfern, was Arthur Abramovych ("Juden in der AfD") hier postuliert:

Petr Bystron, der wohl am besten vernetzte Bundestagsabgeordnete unserer Fraktion, unternimmt genau das Gegenteil von dem, was Kubitschek ihm unterstellt: Es verfolgt eben keinen deutschen Sonderweg, sondern den Anschluss an die international erstarkende Opposition gegen die Zerstörung der Familie, der Nation als Prinzip (statt einer bestimmten einzelnen Nation) sowie des abendländischen Erbes. Diese Opposition – deren ausländische Hauptakteure Bystron, im Gegensatz zu Kubitschek, persönlich kennt – hat in Israel einen zuverlässigen Partner im Kampf gegen die dekonstruktivistische Erschlaffung erkannt...

Der Beweis, daß es sich hier um einen "Partner" handelt, noch dazu einen "zuverlässigen", oder daß diese "international erstarkende Opposition" gegen (um es in anderen Worten zu sagen) Globalismus und Kulturmarxismus von der Parteinahme für Israel abhängt oder dadurch nennenswerten Auftrieb bekommt, muß noch erbracht werden. Momentan ist nur wenig davon zu bemerken.

Man sollte sich außerdem bewußt sein, daß sich die pro-israelische Fraktion der deutschen Rechten vor allem die Ideologie der Likud-Partei zu eigen macht, wie sie von Benjamin Netanjahu vertreten wird, die mithin nur einen Teil der israelischen Gesellschaft und des dortigen politischen Spektrums abbildet. Die Gleichsetzung von etwa Hamas und IS, wie sie Netanjahu betrieben hat, dient dann keinem anderen Zweck, als die konkreten Ursachen des israelisch-palästinensischen Konflikts "counterdjihadistisch" zu vernebeln.

Hier ein Beispiel einer exemplarischen Kritik dieser Auffassung von Joshua Fattal (2014):

Nach Netanjahus Darstellung sei Israel eine Art "Robin für den Batman USA"

... in vorderster Front in einem globalen Kampf gegen den Terrorismus, eine einsame Demokratie im Kampf gegen die Mächte des Islamismus, des Dschihad und 9/11. Es stimmt zwar, daß Israel den USA im 'Kampf gegen den Terror' näher steht als den Feinden Amerikas. Aber der Konflikt Israels ist fundamental anders: Israel bekämpft den militantesten Flügel des palästinensischen Volkes, das es weiterhin okkupiert, und nicht die islamistischen Feinde der westlichen Demokratie. Nationalistischer Islam ist nicht dasselbe wie global-expansionistischer Islam.

Mir scheint, daß dieser Unterschied im Auge behalten werden muß, auch wenn es fließende Übergänge gibt.

Nun sehen viele Rechte in Israel eine Art Vorbild: Es handelt sich praktisch um den einzigen "westlichen" Staat, der dezidiert nationalistisch ausgerichtet ist, einen recht stabilen innenpolitischen "identitären" Konsens hat, von rechts regiert wird und sich als Heimstätte eines spezifischen Volkes sieht (das in sich recht komplex zusammengesetzt ist, aber aus zionistischer Sicht eine Einheit bildet). Vergleichbares gibt es heute nur in Osteuropa, etwa in Ungarn und Polen, Staaten, die von den "liberalen Demokraten" mit einigen Bauschmerzen betrachtet und als Problembären gehandelt werden.

Der dezidiert jüdische Nationalcharakter des Staates ist de facto Grundlage Israels seit Anbeginn seiner Existenz, wurde allerdings erst 2018 "offiziell" in den Kanon der israelischen Grundgesetze aufgenommen. Dieses ähnelt etwa der "Präambel" im Grundgesetz Ungarns. Damit ist ein Vorrang der jüdischen Interessen in Israel in den Verfassungsrang erhoben worden, auch wenn es sich bei etwa 20% der Staatsbürger um muslimische und christliche Palästinenser handelt. Für diese gelten (fast) diesselben Rechte, wobei es hier etliche Sonderregelungen gibt. Verblüfft nimmt man zur Kenntnis, daß für israelische Muslime die Scharia gilt.

In einer Zeit, in der die Identität der europäischen Nationalstaaten und Völker durch Masseneinwanderung und Multikulturalisierung bedroht ist, wäre ein Nationalstaatsgesetz oder ein "nationales Bekenntnis" nach israelischem oder ungarischen Modell mehr als wünschenswert, ja Zeichen einer grundsätzlichen Neuorientierung und Abwendung von globalistischen Marschrichtungen. Etwa eine Präambel des Grundgesetzes, in der es hieße: "Deutschland ist das Heimatland des deutschen Volkes."

Ein solches "Nationalstaatsgesetz" würde auch, nicht anders als in Israel oder Ungarn, die Rechte ethnischer Minderheiten sicherstellen, allerdings ebenso das kulturelle Primat (und damit die Bevorzugung) des Mehrheits- und Staatsvolkes. Hier würde von liberal-demokratischer Seite der Einwand kommen, daß dies insofern problematisch sei, als diese Modelle nicht die vollständige Gleichheit aller Bürger gewähren, auf der Basis ihrer jeweiligen ethnischen Herkunft. Der israelische Historiker Ilan Pappe geht so weit, daß er Israel den Charakter als demokratischer Staat schlechthin abspricht, weil die nicht-jüdischen Staatsbürger eben doch bis zu einem gewissen Grad Bürger zweiter Klasse bleiben.

Aus rechter Sicht ist dieser Einwand nicht sehr gewichtig. Man kann sich gut ein Deutschland vorstellen, das eine gewisse Anzahl von Einwanderern und Minderheiten aushalten kann (anders wird es auch kaum gehen), aber eine national-identitäre "Leitkultur" zum Konsens hat, was sich auch in Integrations-, Assimilisations- und Einwanderungspolitik niederschlagen würde.

Demokratie setzt aus rechter Sicht eine relative Homogenität des Staatsvolkes, des Demos, voraus, und eine ethnisch fragmentierte Nation wird rasch zum Raub von Partikularinteressen, verkommt zum "Bevölkerungsmanagement", während identitär-demokratische und direktdemokratisch-populistische Bestrebungen geächtet und der "Spaltung" bezichtigt werden.

So weit, so gut. In Bezug auf Israel besteht allerdings das Problem, daß diese "Bürger zweiter Klasse" zu einem großen Teil Autochthone sind. Dieser "identitäre" Staat wurde in einem Raum gegründet, der allen Hasbara-Mythen zum Trotz, die sich in den Köpfen vieler hiesiger Israelfans festgesetzt haben, blöderweise bereits besiedelt war. Er konnte sich nur durch Gewalt, Terrorismus, Krieg und ethnische Säuberung konstituieren. Es ist das Verdienst gerade israelischer und jüdischer Historiker wie Tom Segev, Ilan Pappe, Benny Morris oder Norman Finkelstein, diese unbequeme Tatsache aufgezeigt zu haben.

Denn auch wenn man zugesteht, daß die Grundrechte der nicht-jüdischen israelischen Staatsbürger weitgehend gesichert sind, so besteht immer noch das Problem der rund vier Millionen Menschen, die in den besetzten (bzw. militärisch blockierten) Gebieten leben. Ohne diese militärische Kontrolle über den Gazastreifen und das Westjordanland könnte Israel nicht existieren.  Die dort lebenden Palästinenser besitzen "keine Bürgerrechte und kein demokratisches Mitbestimmungsrecht über ihre Zukunft" (Pappe)  - von der Gewalt, der Unterdrückung, den Schikanen und Massakern, denen sie seit Jahrzehnten ausgesetzt sind, ganz zu schweigen. Das relativiert das Bild der "einzigen Demokratie im Nahen Osten" doch erheblich.

Man kann nun dazu stehen wie man will, die eine Seite sympathischer finden als die andere, die barbarischen Taten der einen Seite höher werten als der anderen, im Propaganda- und Informationskrieg, der um diesen Komplex tobt, sich hier wie dort vertiefen. Die nüchterne Tatsache besteht, daß Israel als Nationalstaat auf einer schiefen Ebene errichtet wurde, und die Folgen nicht so schnell aus der Welt verschwinden werden.

Hinzu kommt das enge Bündnis Israels mit der Großmacht USA. Wer den amerikanischen Interventionismus im Nahen Osten kritisch sieht, wird nicht darum herumkommen, auch Israels Rolle kritisch beäugen zu müssen.

Und schließlich muß angemerkt werden, daß die deutschen Nachahmer des amerikanischen Neokonservatismus ein stark vereinfachtes und idealisiertes Bild von den Beziehungen Israel-USA pflegen. Unkritisch übernehmen sie das Schlagwort vom "größten Verbündeten" ("greatest ally") und die Vorstellung, Israel wäre ein ausgelagerter quasi 51. Bundestaat.

Sie sehen nicht, daß ein nationalpopulistisches "America First!", wie es Donald Trump versprochen (aber kaum gehalten) hat, im Widerspruch zu der schier bedingungslosen Unterstützung einer anderen Nation steht, die inzwischen mehr Einfluß auf die amerikanische Innen- wie Außenpolitik hat, als in einem souveränen Staat zulässig sein sollte. Dazu demnächst mehr.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (70)

brueckenbauer

30. Januar 2020 10:46

Ich stimme mit Lichtmesz durchaus überein: Von den tonangebenden jüdischen "Repräsentanten" haben wir nichts zu erwarten. Die pflegen ein Feindbild, weil es zu ihrer Vorstellung von "Interessenvertretung" einfach dazugehört.

Nichtsdestoweniger: Es gibt in der offiziellen jüdischen Gedächtnispflege enorme Lücken, und wir sollten uns gerade gegen den Zentralrat, gegen die "Jüdische Allgemeinen" usw. derjenigen jüdischen Menschen annehmen, die dort verschwiegen werden.
Dazu gehören ganz natürlicherweise die "nationaldeutschen" Juden oder die Mitglieder des "Vortrupp" - wenn die AfD sich auf diese Personengruppe (und ihre Verfolgung durch die Nazis) konzentrieren würde, hätte sie ein unbestrittenes Feld.
Dazu gehören aber auch die "liberalen Nationalisten" in Israel - eine Gruppe, die es heute eigentlich nicht mehr gibt, die aber ernsthaft und auf eine noch immer interessante Weise versuchten, die alte Symbiose von Liberalismus und Nationalismus aufrechtzuerhalten. Zu nennen sind da der Philosoph Agassi oder der Ideenhstoriker Jacob Talmon. Auch da könnte sich die AfD sinnvoll profilieren, ohne sich dadurch in Gefahr zu bringen, dass man ihr von rechts (und links) bloße Anbiederei unterstellt.

Ein gebuertiger Hesse

30. Januar 2020 10:48

Exzellent. Der Aufsatz legt die - bewußte oder unbewußte - Motivierung hinter dem Handeln der verschiedenen Seiten in gebotener Klarheit dar. Sollte als Rundbrief an alle AfD-Abgeordneten gehen, auch an Gesellen wie Bystron und von Storch, Vermerk: eilt!

Der_Juergen

30. Januar 2020 11:27

Vorzüglicher Beitrag. Das hier Dargelegte ist allerdings so evident, dass man sich irritiert fragt, warum sich auf diesem Forum immer wieder Leute zu Wort melden, die das Offenkundige einfach nicht sehen wollen.

Dass Trump - für Netanyahu der beste Freund, den Israel je im Weissen Haus hatte - eine dermassen proisraelische Politik betreibt, dürfte folgenden Grund haben: Die meisten US-Juden verabscheuen ihn. Um den jüdischen Zorn auf sich zu mildern und wenigstens einen Teil seiner jüdischen Kritiker für sich zu gewinnen, betreibt Trump eine extrem proisraelische Politik. Sein kläglicher "Friedensplan" für den Nahen Osten, bei dem die Palästinenser praktisch leer ausgehen, ist laut Presseberichten vom jüdischen US-Botschafter in Jerusalem sowie von Trumps mosaischem Schwiegersohn Jared Kushner ausgearbeitet worden.

Maiordomus

30. Januar 2020 11:44

Es wäre noch interessant, jenseits dieser Auslegeordnung, aus meiner Sicht sachdienlich für eine politische Einschätzung, sich mal mit dem christlich-palästinensischen Rechtshistoriker Sami Aldeeb auseinanderzusetzen, dessen politisch eindrücklichste Idee die Erinnerung an die etwa 200 palästinensische, zum Teil in den archäologischen Untergrund verdrängte Dörfer war und ist, darunter Emaus, dessen Wiederaufbau einer für dieses Ziel gegründeten Vereinigung war. Es war nie möglich, Aldeeb in die Arafat- und Hamas-Ecke zu stellen.

RMH

30. Januar 2020 12:11

In der Sache gibt es einiges in aller Gelassenheit zu diskutieren. Die Geschichte Israels bis zum Punkt heute spielt dabei aus meiner Sicht nur eine sehr untergeordnete Rolle - es ist letztlich so, wie es aktuell ist - und jede Partei hat ihre eigene, spezifische Sicht. Wer an einem "Audiatur et altera pars" im Hinblick auf die geschichtlichen Ausführungen von M.L. Interesse hat, der kann ja auch einmal hier etwas stöbern - natürlich ist das eine "parteiische" Seite, aber gibt es ernsthaft unparteiische Ansichten dazu? Ist eine propalästinisische oder die Politik Israels kritisierende Ansicht nur deshalb automatisch "neutral" oder gar "wahr", weil sie von einem Israeli bzw. einem "Juden" geäußert wird, wie es im Artikel von M.L. einem irgendwie vermittelt werden soll?

ML: Der Punkt war vielmehr, daß die Antisemitismuskeule nicht zieht, wenn man ein rechtszionistische Sicht durchboxen will.

Es spricht doch wohl eher für den dort (in Israel, unter den Juden) noch vorkommenden Pluralismus, wenn es eben keine geschlossene und staatlich verordnete Weltsicht gibt.

Hier der link:

https://www.jewishvirtuallibrary.org/myths-and-facts-deutsch-16

Wie auch immer, nur weil man als deutscher Patriot und AfDler, überspitzt formuliert, fürs Fähnchen-Winken mit dem Israel-Wimpel bestimmt keinen Applaus ausgerechnet seitens des deutschen "Zentralrats" bekommt (der ja auch nicht unbedingt unumstritten bei den jüdischen Mitbürgern ist) , heißt das noch lange nicht, dass man den verschmähten Liebhaber geben muss oder das ein Einstehen/ Solidarität/ wie auch immer für das Land Israel gleich automatisch falsch ist. Das ein Einschwenken auf einen israelkritischen Kurs, wie er bspw. auch links-grün traditionell gepflegt wird, für die AfD strategisch besser wäre, wage ich zu bezweifeln. Das es Bürger jüdischer Religion in der AfD gibt, sollte nicht als Feigenblatt bewertet werden sondern als Ausdruck von Normalität, es langt, dass es der politische Gegner als Feigenblatt verkauft.

Und jetzt meine ganz eigene, komplett unsachliche Polemik zum Thema Israel:
Israel hat das geschafft, was die Kreuzritter nicht geschafft haben und wir haben freien Zugang zu den heiligen Stätten des Christentums und einen guten Geschäftspartner in Nahost. Europa, was willst Du mehr?

RMH

30. Januar 2020 12:42

"Der Punkt ist, daß die Antisemitismuskeule nicht zieht, wenn man ein rechtszionistische Sicht durchboxen will."

@Martin Lichtmesz;

Wer will hier wo so etwas "durchboxen"? Wissen Sie etwas, was die meisten hier, als nur Mitlesende, sicherlich nicht wissen oder wissen können?

ML: Leben Sie auf dem Mond?

Ich frage daher nochmals und verkürzter als in meinem ersten Beitrag: Was ist der tiefere Grund für diesen doch recht scharf geführten Ton ("Parteigänger", "peinliche Musterschüler", "Charakterwäsche" etc.)?

Wer von der AfD bezeichnet wen aus dem mehr oder weniger gleichen oder nahen Lager als Antisemiten (Gedeon, Höcke und andere bekannte "Verdächtigte" mal schön außen vor gelassen ...)?

PS:
Das mit dem Strohmann können auch nur Sie selber erklären, mir erschließt sich das nicht. Ich gehöre keiner Partei an - auch nicht der AfD.

ML: Du liebe Güte, sind Sie nervös geworden.

Maiordomus

30. Januar 2020 13:39

Zu Emaus: der Wiederaufbau des zum Verschwinden gebrachten palästinensischen Dorfes zwischen Jerusalem und Jericho war das Ziel einer zu diesem Zweck u.a. von Sami Aldeeb gegründeten überkonfessionellen Vereinigung; wobei jedoch Emaus nur der bekannteste biblische Name war. Eine dreistellige Zahl weiterer verschwundener Dörfer verfügte meistenteils über keinen Namen, mit dem man politische Propaganda hätte machen können, und zwar, wie im Fall Emaus, in dem gleichen Sinne, wie historische Namen dieser Art für die Israelis mit dem historisch-biblischen Legitimationshintergrund für ihren Staat propagiert werden.

Es ist und bleibt aber klar, dass die reale Legitimation für den Staat Israel die bedingungslose Bereitschaft einer Mehrheit des jüdischen Volkes (ausserhalb und innerhalb Israels) bleibt, diesen zurückeroberten oder einfach nur eroberten und aufgekauften Heimatstaat auf keinen Fall mehr preiszugeben, was bedeutet: Mit der (konventionellen) Waffe in der Vorderhand und der Atomwaffe in der Hinterhand. Dabei sind gerade wegen der "Holocaust"-Erinnerung (ein Wort, das erst eine US-Fernsehserie gängig gemacht hat), zivilreligiös "Shoa" genannt, die höchsten Opfer einschliesslich des Lebens eines jeden Kämpfers legitimiert. Ein schlechtes Gewissen kommt absolut nicht in Frage, zumal ja das "Holocaust"-Modell die Guten und die Bösen in der Weltgeschichte klarer und zumal evidenter trennt als es je ausserirdische theologische Modelle von Himmel und Hölle, Gott und Satan, je geschafft hätten. Immerhin wurde das jüdische Volk, unbeschadet nicht gerade kleiner Differenzen bei der Nettozahl der Opfer, schon mehrmals und einmal ganz besonders auf die historische Schlachtbank geführt als anschauliches Beispiel dafür, was man nicht mehr erleben möchte. Das ist, jenseits der eigentlich neokolonialen älteren Visionen der Zionisten, die realpolitische Legitimation einer in der heutigen Zeit noch ernst zu nehmenden und vor allem ernst genommenen Staatsgründung. Im Fall Israel schloss dies eine modern-rechtstaatliche Begleitung dieses Prozesses auf der Basis einer eigenen Verfassung und jenseits fremder Richter nicht aus. Fremde Richter, vgl. im Gegensatz dazu (nebst Israel) China, Russland und die USA, sind nur für Länder zulässig, die bereit wären, ihren eigenen Volkstod zur politischen oder juristischen Verhandlungsmasse verkommen zu lassen. Es ist anzunehmen, dass als Folge des Brexit auch Grossbritannien wieder in den Kreis der ernstfallfähigen Staaten zurückkehrt.

Israel bleibt ein historisch erklärbares Modell, wie auf diesem Planeten Völker zu ihrem Staat kommen. Dieses Modell ist jedoch schon rein völkerrechtlich sowie politpsychologisch für Deutschland nicht nachahmbar. Dies darf man sich realistisch vergegenwärtigen, mit einer Einstellung zur weltpolitischen Problemlage, wie diese schon mal zu Beginn der Fünfzigerjahre von Konrad Adenauer jenseits von Antisemitismus und Philosemitismus reflektiert wurde.

In Anbetracht der realen Machtverhältnisse scheint mir indessen der Trump-Plan nicht so schlecht, wie er oben von einem Foristen dargestellt wird. Mindestens so gut wie die Bundesrepublik könnten auch eines Tages die Palästinenser, zum Beispiel in 50 Jahren, vielleicht schon vorher, den Status des Vasallenstaates lockern, zum Beispiel auf demografischem Wege mit mehr Geburten usw. Es sind dies Entwicklungen, die analog auch in Deutschland im Gange sind. Falls im übrigen Israel gegenüber den Palästinensern allzu stark "Apartheid"-Politik betreibt, wird es sich damit langfristig nicht stärken, sondern schwächen. Bei den Palästinensern ist, ähnlich wie bei den Juden, ein nicht zu unterschätzender Widerstandswille gegen den eigenen "Volkstod" vorhanden. Über das alles müsste differenziert nachgedacht werden. In der Politik gewinnen diejenigen, die auf Dauer den längeren Atem behalten.

Eisenach

30. Januar 2020 13:42

Was die Antideutschen angeht, so ist die Diagnose von Ersatz-"bürgerlichem Nationalismus" vollständig ausreichend, vor allem wenn man sich die Teleologie dieser Bewegung seit den 90ern ansieht (Nabert ist seit neuestem auch bei der Welt).

Was Israel angeht: Es handelt sich bei der Haltung von Israel ggü z.B. der FPÖ wohl um eine Kombination von zwei Sachen:
Erstens Rücksichtnahme auf innere Befindlichkeiten in Israel, zweitens (und hauptsächlich) ist das deutsch(österreichisch)-israelische Verhältnis ja auf einer ganz anderen Basis als das von Polen oder Ungarn zu Israel. Dort hat Israel von "europäisch-identitären" Regierungen viel zu gewinnen, aber in Deutschland ist die derzeitige Bündnissituation für Israel ja weitgehend bequem, auch wenn Netanjahu selbst vielleicht mittlerweile mehr Sympathie für die AfD hat als für Merkel, und man von der pro-palästinensischen Symbolpolitik in Westeuropa zusehends gereizt ist.

MARCEL

30. Januar 2020 14:02

Zu der spirituellen "Bewässerung" des Zionismus gehört z.B. Rabbi Abraham Isaak Kooks Ansicht, die Staatsgründung Israels als Vorboten für das Erscheinen des Messias zu betrachten und damit dem jüdischen Staat eine "Heilsrolle" in der Weltgeschichte anzuhängen. Die Siedlerbewegung Gush Emunim radikalisierte das ab den 60iger und 70iger Jahren, in dem sie Land gleichsam "für den Messias" besetzte...
Der profane Teil der Sache:
Zum einen lebten immer auch Juden in Palästina. Zum anderen verkauften manche Araber den Zionisten ihr Land. Der UN-Teilungsplan wurde von den arabischen Staaten 1948 abgelehnt, was folgte war ein Angriffskrieg und suzessive Landverlust durch militärische Niederlagen (ebenso verhielt es sich ja mit den deutschen Ostgebieten)
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hege durchaus (irgendwo irrationale) Sympathien für Israel (v.a. seinen Überlebenswillen) doch glorifiziere ich da nichts, auch nicht den Zionismus!
Die Problematik besteht generell in der Genese neuer Völker, wie etwa der Buren in Südafrika. Wer hat da welche Rechte? Kann es so etwas wie einen ethnischen "Distributismus" geben? Oder soll der Stärkere eben Recht setzen?
Wenn wir hier nicht aufpassen, entstehen in den nächsten Generationen auch auf unserem Boden staatsähnliche Gebilde durch Eingewanderte, so etwas wie Emirate (z.T. ganz legal durch Grundstückskauf etc.).
Daher ermüdet die Diskussion um Israel innerhalb der NR etwas und lenkt von Naheliegendem ab bzw. macht innerhalb der Bewegung unnötig "Sollbruchstellen" auf.

deutscheridentitaerer

30. Januar 2020 14:18

Die Sache könnte für die europöische Rechte so einfach sein.

Eine deutsche (französische, italienische usw.) Rechtspartei sich weder auf die Seite Israels stellen, noch auf die Seite Palästinas. Das ist ein Konflikt, der von seinen Ursachen her regionaler nicht sein könnte.

Was nun den Einfluss der israelischen Lobby in den USA angeht, so ist das primär für US-Amerikaner ein Problem, wobei das Problem die gesamte jüdische Diaspora dort darstellt - aber auch das muss uns nur sekundär interessieren.

In diesen Zusammenhang gehört auch die These Kaisers über die entscheidende Wirkung der Reeducation, die ich nicht teile, denn sie kann nicht erklären, warum bei den westlichen Siegernationen der gleiche Ethnomasochismus in nur leicht abgewandelter Form Einzug erhalten hat.

Daher halte ich den Einfluss der USA über transatlantische Netzwerke zwar für vorhanden und schädlich, aber gleich der muslimischen Masseneinwanderung ebenso nur für ein Symptom der eigentlichen Krise, nicht für das ursächliche Problem.

Gleichwohl gibt es diesen Einfluss und er ist aus rechts-souveränistischer Sicht natürlich zu bekämpfen.

Daher ist eine pragmatisch pro-russische Haltung auch der einzig logische Weg für die deutsche Rechte, denn Russland ist stark genug dem Hegemonialbestreben der USA Grenzen zu setzen, aber zu schwach, selber hegemoniale Ambitionen zu verwirklichen. Das heißt ein erstarkendes Russland (+China, Iran usw.) und ein schwächelndes Amerika kann uns die Gelegenheit bieten, uns wieder auf eigene Füße zu stellen.

Grundsätzlich ist dieses nervige Israelthema aber ein sinnloser Nebenkriegsschauplatz, der zu vielen unnötigen (aber auch einigen nötigen) Spaltungen in der Rechten führt. Jedem, dem es um unsere Sache (und nicht um die Israels oder Palästinas oder wessen auch ummer) geht, ist daher gehalten bei dem Thema einen Gang zurückschalten.

DrSticken

30. Januar 2020 14:22

Martin Lichtmesz hat in einem bemerkenswerten Aufsatz viele unterbewußte Motivationen offen gelegt. Einige hiervon treffen möglicherweise, zumindest teilweise, auch auf mich selbst zu - dies ist für mich Anlaß, meine Position zu reflektieren.
Dennoch glaube ich, das zumindest in meinem Fall auch andere Motive für eine positive "Haltung" (blödes und doppeldeutiges Wort, ich weiß) gegenüber Israel ausschlaggebend sind, es ist aber nicht einfach, diese zutreffend zu formulieren - auch Martin Lichtmesz hat sicherlich einige Zeit an diesem Artikel gesessen.
ERgänzend möchte ich an dieser Stelle noch einen kleinen Hinweis geben: Israel und Deutschland haben etwas gemeinsam! In beiden Staaten gilt die Scharia für Muslime,
vgl.:https://www.spiegel.de/politik/deutschland/familien-und-erbrechtsfaelle-deutsche-gerichte-wenden-scharia-an-a-722220.html, nicht jedoch im Strafrecht!
Umgekehrt gilt für viele nicht deutsche Nichtmuslime nach dem Gegenseitigkeitsprinzip bei Scheidungen in muslimischen Ländern auch das deutsche Recht, es sollte dort zumindest gelten - ich würde jedoch einer Deutschen nicht raten, sich darauf zu verlassen!

Maiordomus

30. Januar 2020 14:59

@Deutscher Identitärer. Was Sie schreiben über die "unnötigen, aber auch einigen nötigen Spaltungen in der Rechten" trifft nebenher einen Hasen im Pfeffer oder wenn Sie wollen, den Elefanten im Raum. Das Verhältnis zu Amerika sowie der reale, nicht nur polemisch unterstellte Antisemitismus erhalten bei einer gründlichen Debatte hierbei eine Art Röntgenbild. Der Trend ist jedoch, bei Linken wie bei Rechten der, jeweils dem anderen, Unerwünschten, mit der Antisemitismus-Keule zu kommen. Dies ändert aber nichts daran, dass es durchaus um realexistierende Probleme geht. Diese sollten nicht mit Bekenntnissen, wie es zum Beispiel der Bundespräsident tut, mit schwacher Glaubwürdigkeit (vgl. die Kritik an ihm von Broder), angegangen werden, sondern mit nüchternen Analysen.

Monika

30. Januar 2020 15:27

@ RMH
„Israel hat geschafft, was die Kreuzritter nicht geschafft haben...“
Der Schutz der Christlichen Stätten lässt mitunter zu wünschen übrig. Man denke an den Brandanschlag 2014 auf die Dormitio Abtei in Jerusalem. Die dortigen Benediktinermönche fühlten sich vom israelischen Staat im Stich gelassen. Die jüdischen Täter wurden nicht bestraft.https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/Weder-Schutz-noch-Gerechtigkeit;art312,196670

deutscheridentitaerer

30. Januar 2020 15:43

Außerdem hat das Königreich Jerusalem länger existiert, als der Staat Israel bisher.

Lotta Vorbeck

30. Januar 2020 16:24

@Monika - 30. Januar 2020 - 03:27 PM

"Der Schutz der Christlichen Stätten lässt mitunter zu wünschen übrig. Man denke an den Brandanschlag 2014 auf die Dormitio Abtei in Jerusalem. Die dortigen Benediktinermönche fühlten sich vom israelischen Staat im Stich gelassen. Die jüdischen Täter wurden nicht bestraft."

~~~ ~~~ ~~~

Passend dazu:

WORLD NEWS - www.reuters.com

JANUARY 26, 2020 / 7:19 PM / 4 DAYS AGO

Rabbis call for removal of church at Auschwitz

OSWIECIM, Poland (Reuters) - Four U.S. rabbis led by New York’s Avi Weiss gathered on Sunday in front of a church next to the Nazi German death camp at Birkenau in Poland arguing for its removal from a site where more than a million Jews were murdered.

“This protest for us is very much part of the commemoration. For there to be a commemoration ceremony without an expression of deep, deep outrage that the church is still here would send a message that we’re ok with this,” Weiss said.

The rabbis argue the church should not be on the site of one of the largest Jewish cemeteries in the world and it violates a 1987 agreement between European cardinals and Jewish leaders that there will not be any permanent Catholic place of worship on the site of the Auschwitz or Birkenau camps.

“This (the church) in my mind is the greatest desecration of the history of the Holocaust,” Weiss said.

“Beneath this ground is a cemetery ... their bloods are crying out from the ground demanding justice.”

The rabbis want the church to be moved elsewhere in Oswiecim.

Weiterlesen: https://www.reuters.com/article/us-holocaust-memorial-auschwitz-rabbi-pr/rabbis-call-for-removal-of-church-at-auschwitz-idUSKBN1ZP0OY

+++ Das in den Fließtext eingebettete Photo: https://s3.reutersmedia.net/resources/r/?m=02&d=20200126&t=2&i=1481666682&r=LYNXMPEG0P0T5&w=1280

heinrichbrueck

30. Januar 2020 16:48

Sinn eines Kommentariats, einer gemeinschaftsorientierten Zusammenkunft, kann doch nur sein, verstehen zu wollen, sich darum bemühen, was in der Welt vor sich geht und warum. Solche Dinge scheinen aber nicht zu interessieren. Es spielt für die Erkenntnisgewinnung nämlich keine so große Rolle, in welchem Informationsumfeld sich das Denken bewegt, solange das Informationsumfeld der Macht ein anderes ist. So zu denken, wie die Mächtigen, ist dann nicht möglich. Es ist aber möglich, so zu denken, wie die Mächtigen es wollen und zulassen. Die Reaktionen sind immer interessant, natürlich im Kontext des gewährten Informationsumfeldes. Hier nutzt auch angemahnter Zeitmangel nichts, es geht doch nicht schneller. Und wo das Vertrauen in das Eigene so richtig hin ist, könnte übertriebene Eile sich auch kontraproduktiv auswirken. Die oberen Beiträge werden, davon gehe ich stark aus, mit einer akkuraten Gewissenhaftigkeit in dem Sinne formuliert, mit der gedachten Rücksichtnahme, der Lagebeurteilung ihren Tribut zu zollen. Im Prinzip soll die Gegenseite davon überzeugt werden, jetzt verkürzt gesagt, nicht mehr in Verblendung für den Feind zu arbeiten. Ob diese Dinge möglich sind, oder die eigene Seite auch für den Feind arbeitet, wäre zu klären. Schon in der Klärung lauert die Falle, die Gegenseite zu verprellen, weil dem Eigenen entwöhnt, und der eigenen Seite keinen Gefallen zu tun, weil sie in der Kritik nicht mehr die eigene Seite darstellen kann.
Inzwischen befolge ich den Ratschlag einer anständigen Bekannten, die Reaktionen ansehen und versuchen ein Muster zu erkennen, mit welchem Argumentationsstil welches Meinungswissen vertreten wird. Was wirkliche Macht ist, wird erst dann bekannt werden können, wenn das Verständnis vorhanden ist, was trügerische Macht tagtäglich verhindern kann. Politische Machtlosigkeit der erste Erkenntnisschritt, mit der Verhöhnung des Eigenen nicht mehr einverstanden sein zu können, einen Verständnisbereich für eigene Machtentfaltung zu entwickeln. Davor, im Kinderland, ist nichts mehr zu retten. Der Teufel kennt seine hochmütigen Schüler ganz genau. Der eigene Selbstbehauptungswille spielt hier eine Rolle, aber nur dann, wenn er sich nicht falschen Vorwürfen unterwirft. Sind die Vorwürfe deutschenfeindlich, dürfen sie nicht angenommen werden. Juden schreien immer Antisemitismus, wenn das Volk seinen Selbstbehauptungswillen artikuliert bekommt. Rassismus und andere Werkzeuge stehen auch im Programm. Die Minderbemittelten haben ihre Diskriminierungswaffe, werden auch an der langen Leine geführt, sind aber den Mächtigen schon deshalb in keinster Weise gewachsen. Sie erfüllen ihren Werkzeugzweck, werden nicht von alleine aufhören, zu tun, was sie bewirken.
Zu PI und Stürzenberger müßte noch einiges gesagt werden. Ob Stürzenberger von den richtigen Motivationen geleitet wird, oder von deutschfreundlichen Kräften bezahlt wird, weiß ich nicht so hundertprozentig im zweiten Fall. Aber im Kommentariat dort, einem Versammlungsort der Stimmung Depressivabteilung BRD, findet keine politische Heilung statt. Die Kombattanten werden in Stimmung gehalten, wofür, erschließt sich positiv nicht, jedenfalls nicht aus deutsch wohlgesonnener Perspektive. Stimmung und Zustimmung gründen ihre Voraussetzungen in den vorangegangenen Erziehungsabläufen; wie der Klimaholocaust nicht ohne globale Holocausterziehung - in der gewünschten Umsetzung - in Erscheinung treten könnte.

RMH

30. Januar 2020 17:16

@Lotta Vorbeck,

dazu passt gar nichts. Sie werden immer irgendwo irgendeinen jüdischen Rabbi für irgendetwas oder irgendeine Meinung finden - und die Polen werden bestimmt aufgrund dieser Beschwerde sofort und umgehend die Abrissbirne schwingen ... (noch ist Polen nicht Deutschland;) ).

Im Übrigen schrieb ich deutlich zu meiner kleinen Polemik "unsachlich" - also nicht bierernst zu nehmen.

Und jetzt etwas ernster gemeint: Was das Judentum (Achtung, zu pauschaler Begriff) oder eben manche Juden zu den anderen abrahamitischen Religionen wie Islam oder Christentum für eine Haltung haben könnte, kann man evtl. aus den "noachidischen Geboten" entnehmen oder herleiten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Noachidische_Gebote

Und jetzt mache sich jeder seinen eigenen Reim darauf, wir geschätzt Christen oder alternativ Moslems für gläubige Juden sein können oder nicht. Ungläubigen Israelis und säkulare Juden oder Juden der xyzten- Richtung werden da sicher ihre jeweils ganz eigenen Vorstellungen haben. Also bitte keine pauschalen Urteile daraus ableiten, sondern eher ein Art von Tendenz (ich bin kein Religionswissenschaftler und von daher schreibe ich meine subjektive Einschätzung daraus nicht nieder).

tearjerker

30. Januar 2020 17:35

Beim Thema Israel gibt es nix zu holen. Selbst zur Schau gestellte Pro-Israel-Haltung hindert den politischen Gegner nicht daran, die Alternative mit dem genauen Gegenteil davon zu verbinden und zu diffamieren. Zusätzlich kann ein Grossteil der Sympathisanten der Alternative selbst ins linke Spektrum geordnet werden, so dass die Identifikation mit Israel nichts mobilisieren wird. Eine Anti-Palästina-Strategie ist hier zielführender, könnte diese doch die den Filz aus EU/UN, Parteien, NGOs, Journaille, Entwicklungshilfe und linken Extremisten ins Ziel nehmen, dessen internationales Engagement nach den Offshore-Prinzip vor Allem der Umleitung von Mitteln in die eigene Tasche dient. Dies könnte das gesamte politische Spektrum noch stärker polarisieren, was eigene Positionen zu anderen Themen klarer hervorheben wird.

Apostat

30. Januar 2020 18:39

"In den letzten Tagen wurde die Frage an mich herangetragen, ob es eine sinnvolle Strategie sei, wenn die AfD einen forciert pro-israelischen Kurs einschlüge. Das betrifft auch Fragen nach außen- und geopolitischer Positionierung, wie sie Kubitschek anläßlich aktueller Stellungnahmen von Petr Bystron und Jörg Meuthen zum schwelenden Konflikt USA-Iran aufwarf."

Wie diese Fragen beantwortet werden, sollte Angelegenheit der Mitglieder der AfD sein.
Als Nichtparteimitglied entscheide ich nur, ob ich dieser Partei meine Stimme geben kann.
Und würden die Antworten- Heute, im Sinne von Kubitschek, Kaiser und Lichtmesz ausfallen, wäre die Beobachtung durch den Verfassungsschutz gewiss.

Andreas Walter

30. Januar 2020 18:39

Ein Volk, dass zu 80% seine Wurzeln verleugnet kann uns nicht als Vorbild dienen:

“Jiddisch ist eine annähernd tausend Jahre alte Sprache, die von aschkenasischen Juden in weiten Teilen Europas gesprochen und geschrieben wurde und von einem Teil ihrer Nachfahren bis heute gesprochen und geschrieben wird.“ Wikipedia

https://youtu.be/sX2rm-jLLFY

Sie tragen deutsche Nachnamen, sie sprechen einen deutschen Dialekt, sie leben hauptsächlich in zwei der patriotischsten beziehungsweise nationalistischsten Ländern der Welt, und trotzdem hassen oder verstehen sie angeblich auch nicht die deutschen Patrioten. Was für ein Schmonzes. Diese Leute werden darum auch in den VSA und selbst in Israel auf Dauer nicht glücklich werden. Von mir aus können sie darum machen was sie wollen. Und nein, man kann ihnen nicht helfen, niemand kann ihnen helfen, denn sie sind bereits die Besten, das Ende der Fahnenstange, höher kommt nur AlphaGo Z.

trakels

30. Januar 2020 18:40

Unsere islamkritischen "Patrioten" lassen sich für Israels Anti-Iran-Politik einspannen, obwohl die Shia deutlich weniger expansiv ist, als Konfessionen der mit Israel/USA kooperierenden Saudis (sunnitischer Salafismus, Wahhabismus).

Fuchs

30. Januar 2020 18:45

Drei Anmerkung ansteigender Wichtigkeit:
1. Dass Vertreter der hiesigen "Rechten" meinen sich anbiedern zu müssen spricht Bände über die "soft power" des Anbiederungsziels.
2. "partikularistische" Rechtfertigung findet sich bereits im alten Testament - es wird ja nicht nur eine Auserwähltheit (die ggf neben anderen Auserwählheiten stehen könnte) postuliert, sondern eine höchst exklusive Auserwähltheit - "das einzig auserwählte Volk des einzig wahren Gottes".
3. Die Welt ist riesig, jenes Gebiet im Nahen Osten sehr klein. Die Weltbevölkerung ist riesig, die Bevölkerung jenes Gebietes im Nahen Osten sehr klein. Wo bleibt da die Verhältnismäßigkeit, wenn so viel mediale Aufmerksamkeit einem so winzigen Teil der Welt gewidmet wird (womit weit größeren Teilen der ihr "zustehende" Anteil genommen wird)?
So gesehen ist das ganze Thema eine große Zeitverschwendung, ein Aufmerksamkeits-Staubsauger der einen von der Beschäftigung mit wichtigen und das Eigene betreffenden Themenkomplexen abhält!

Der_Juergen

30. Januar 2020 20:11

Ich hoffe, die Hausherren gestatten mir, hier einige Bemerkungen zum Nahostkonflikt anzubringen.

Bis vor einigen Jahren war ich überzeugter "Antizionist". Dies bedeutete, dass ich die Palästinenser in ihrem Kampf gegen die israelische Okkupation nachdrücklich unterstützte. Inzwischen habe ich eine Korrektur meines Standpunkts in Richtung Äquidistanz vollzogen. Als "deutscher" (wiewohl nicht deutscher Staatsbürgerschaft) Nationalist will ich mein Schicksal nicht mit dem Israels, aber auch nicht mit dem der Palästinenser verketten. Wie @Deutscherindentitärer (mit dem ich in einigen Punkten nicht übereinstimme) bin ich der Ansicht, dass es nicht Aufgabe der Deutschen ist, sich in den Nahostkonflikt einzumischen.

Dass die Atommacht Israel deutscher Unterstützung nicht bedarf, hat Lichtmesz in seinem Leitarktel hervorgehoben. Doch ebenso wenig können oder müssen wir den Palästinensern helfen. Hat je ein Palästinenser etwas für Deutschland getan? Die Klagen der Palästinenser über ihre Unterdrückung durch Israel sind berechtigt, doch wenn Israel deswegen an Pranger steht, schwingt ein erhebliches Mass an Heuchelei mit. Auf einen von Juden getöteten Muslim entfallen nämlich gut und gern 100 von anderen Muslimen getötete Muslime. Ich sässe lieber als Israelgegner in einem israelischen Gefängnis denn als Regimekritiker in einem sudanesischem, ägyptischen oder saudiarabischen Gefängnis. Hier mit zweierlei Mass zu messen, ist unserer unwürdig.

Weder sympathisiere ich mit Israel, noch wünsche ich diesem Staat den Untergang.

Solution

30. Januar 2020 20:26

Dem Artikel von ML stimme ich voll und ganz zu.

Allerdings ist die Passage mit dem "relativ homogenen Staatsvolk" in der BRD unrealistisch. Die sich bei uns befindlichen Minderheiten werden mit mathematischer Sicherheit bald die Mehrheit stellen. Selbst aus 1% würde in absehbarer Zeit die Mehrheit werden, wenn die Kinderzahl größer und/oder der Reproduktionszyklus kürzer und/oder das Kinderzeugen in jüngeren Jahren erfolgen. Genau das ist bei uns seit vielen Jahrzehnten der Fall. Was sollte sich daran ändern? Von zusätzlicher Einwanderung und Abwanderung der Deutschen gar nicht zu reden. Aber dies nur nebenbei.

limes

30. Januar 2020 21:34

»Die Diskussion um Israel innerhalb der NR … lenkt von Naheliegendem ab bzw. macht innerhalb der Bewegung unnötig "Sollbruchstellen" auf«, schrieb @MARCEL.

Dass diese Diskussion von Naheliegendem ablenkt, unterschreibe ich. Die Sollbruchstellen deutlich zu machen, ist hingegen notwendig.

Das Naheliegende sind die überwiegend mohammedanische Masseneinwanderung in Deutschland sowie der Putsch von oben gegen Volk und Recht und Freiheit. Naheliegend ist darüber hinaus für mich, dass ich mich keineswegs vor Juden, Israelis oder US-Amerikanern im eigenen Land (oder irgendwo anders auf der Welt) fürchten muss. Deshalb ist die einengende Agitation gegen Juden, Israelis und die USA eine politische Sollbruchstelle, die mir zeigt, wohin ich gehöre und wohin nicht.

Folge ich der jüngsten Argumentation der SiN-Autoren nicht, so gehöre ich – SiN zufolge – zu den »politisch korrekt Geprügelten« und bin »Parade-Opfer der Umerziehung und ihrer immanenten ideologischen Denkblockaden«. Lichtmesz‘ arrogante Art ist eine Weile faszinierend, auf Dauer aber wird jede Publikumsbeschimpfung fade. Dazu gehört auch, sich von »2015 Gefallenen« abzugrenzen.

Worum es für Deutschland und andere Nationen geht: Nicht um eine (wie auch immer begründete) Abrechnung mit »den Juden« und »den USA«. Sondern um den Kampf vieler Völker gegen Ausbeutung, totalitäre globale Machtansprüche und mohammedanische Expansion.

In Zeiten illegaler Migration und undemokratischer Forcierung von Massenmigration seitens der eigenen Regierung und supranationaler Institutionen geht es um unsere Heimat, unsere Traditionen und Kultur und um den Frieden, den ich unter den gegebenen Umständen für äußerst bedroht halte. Deshalb bleibe ich dabei: Angesichts der hohen Gefährdung der inneren Sicherheit in Deutschland ist die Anwesenheit der US Army für mich derzeit eine Beruhigung. Dass in den USA die globalistischen Feinde der Nationalstaaten Trump die Macht wieder abjagen könnten, kann nicht bestritten werden. Patrioten aller Nationen sollten auch deshalb zusammenhalten, anstatt in kleinlichen Revanchismus zu verfallen. Und wenn grausame IS-Anhänger versuchen sollten, in Deutschland Reviere zu erobern, dann würde ich mich in jedem Falle lieber von US-Truppen retten lassen, als in teutonischer theoretischer Hygiene unterzugehen.

Besser aber wäre es, wenn wir in Deutschland unsere politischen Hausaufgaben machen, anstatt die einzig echte Alternative zum antideutschen, antinationalen globalistischen Establishment zu spalten.

Waldgaenger aus Schwaben

30. Januar 2020 21:54

Es ist eine geniale Doppelstrategie wenn die AfD einen forciert pro-israelischen Kurs einschlägt.

Die Altparteien stecken in einem Dilemma. Auf der einen Seite haben sie den Holocaust seit Jahrzehnten instrumentalisiert zur Abwehr jeder Opposition von rechts. Auf der anderen Seite buhlen alle um die nun neu hinzugekommen moslemische Wähler, die israelkritisch bis offen antisemitisch sind.
Henryk Broder hat es auf den Punkt gebracht: "Nur tote Juden sind gute Juden".
Um die ermordeten Juden trauern sie, aber die lebenden Juden in Israel sollen sich mal nicht so anstellen, wenn einige Nachbarn sie vernichten möchten.
In die Kerbe dieses Widerspruches muss die AfD rein hauen - wieder und wieder.
Ein ähnliches Dilemma hatte Labour in GB mit James Corbyn und die Wahl verloren.
Die Demokraten in den USA stecken in derselben Falle.

Der zweite Teil der Doppelstrategie ist nach innen gerichtet. Das Bekenntnis zur Unterstützung Israels ist die perfekte Brandmauer gegen echte Rechtsradikale. Ein Patriot, der Deutschland liebt, hat kein Problem die Juden zu achten und ihnen Unterstützung beim Kampf um das Überleben zuzusagen.
Ein Nationalist, der die Juden hasst schon.

Eine geniale Doppelstrategie, wie gesagt.
Meuthen, Bystron! Weitermachen!

Soviel zur Innenpolitik der AfD. Zu Israel, dem Iran und den USA schreibe morgen. Momentan keine Zeit.

Konrad Georg

30. Januar 2020 22:07

Meine Position zum Hl. Land

Die Israelis betrachten die Bibel als Grundbuch.
Die Araber würden, wenn sie könnten, die Juden in Meer treiben.
Die ganze Welt würde höchst (!) indigniert dabei zuschauen.

Vorsicht, ich bin katholisch. Leider fehlen in der ganzen Region die Rosenkranzbeter.
et.
Vor da jemand seine Stirn malträtiert: Die Österreicher haben mit dem Rosenkranz die Russen aus dem Land gebetet.

Der Abzug aus Afghanistan sah doch deutlich anders aus.

AlexSedlmayr

30. Januar 2020 22:09

Ich will mal einen unkritischen israel-Hurra-Philosemitismus beiseite lassen, bei der Betrachtung, die ich hier anstellen will:

Sich gegen Antisemitismus einzusetzen einerseits, andererseits zu den Juden (wie auch zu anderen minoritären Gruppen) ein gutes Verhältnis zu unterhalten, ist ja nun nicht allein Teil einer reiner Taktik (auch wenn diese sehr augenfällig dort wird, wo sich Leute allzu offen um deren öffentlichkeitswirksame Verbreitung bemühe) sondern einfach Teil guten Willens.

Es ist ja egal, ob wir den Holocaust hatten oder nicht, die Vorstellung eines um sich greifenden Antisemitismus (wie von Ausländer- und Minoritätenfeindlichkeiten aller Art) behagt mir charakterlich nicht und ich sehe es daher durchaus im Rahmen meiner beschiedenen Möglichkeiten als geboten an, dagegen etwas zu tun, sofern so ein Problem ruchbar wird. Da ist mir ehrlich auch egal, ob das Vereine wie der Zentralrat goutiert oder nicht.

Allerdings im Gegensatz zu gewissen Gestalten gehe ich damit nicht offensiv in jedem Artikel auf meinem Blog hausieren und reagiere dann erstaunlich ertappt-aggressiv, wenn ich dann darauf hingewiesen werde. Pharisäer werden halt nicht gerne auf ihr Pharisäertum hingewiesen.

Im Grunde tun wir das Ganze also nicht für irgendwelchen Applaus und am Ende und da sehe ich eher den Wert, ist es besser in der AfD herrscht eine unaufgeregte - nennen wir es mal so - pragmatische Einstellung gegenüber den Problem von Juden in Deutschland. Man mag uns die Rolle nicht abkaufen, gleichzeitig schlägt uns das von der Notwendigkeit los wie andere Parteien, die sich eben darüber insbesondere profilieren wollen, allzu sehr an Reaktionen, Wünschen und Äußerungen von organisationen wie dem Zentralrat der Juden zu hängen. Wir tun das, was wir in dem Bereich für eine gute Politik halten und können damit dann unsere jüdischen Mitbürger entscheiden lassen, ob das ihren Interessen entgegen kommt oder eher eine Fortsetzung der Einwanderung militanter Antisemiten.

Ich weis hier wird von Lichtmesz' ein dickes Brett vor einer Vielzahl ideologischer Betonköpfe gebohrt und entsprechend verhält sich der Ton; allerdings muss vielleicht gerade wegen dieser Neigung die Guten von den Bösen hier zu scheiden, dieser Agnostizismus oder ein wohlwollend pragmatischer Umgang als ein dritter Weg klarer herausgestellt werden: Keine übertriebene öffentlichkeits- und moralinwirksame Anbiederung aber auch kein Gegenschießen allein aus Prinzip, sondern nur dort wo es um etwas geht und ansonsten prosaische politische Arbeit: Menschen treffen, diskutieren, ihre Interessen in Erfahrung bringen und daraus Politik zu stricken versuchen, abseits von Dachorganisationen mit eigenen Agenden.

Lumi

30. Januar 2020 22:33

Ich hab nur eine Handvoll Israelis kennengelernt. Persönlich nicht unsympathisch. Mir ist aber aufgefallen, daß sie ganz selbstverständlich die Palästinenser als "animals" oder "like animals" bezeichnen. Nur konsequent - denn so in etwa werden die rechtmäßigen Einwohner Palästinas ja auch behandelt.

Die Juden Osteuropas haben historisch nichts mit Palästina zu tun - sie sind nur vor etwa tausend Jahren konvertiert. Dazu Arthur Koestler, Der dreizehnte Stamm. Danach Ilan Pappe, Die ethnische Säuberung Palästinas. Schließlich den anglozionistischen Verbund verstehen, der Deutschland enorm geschadet und Israel ermöglicht hat.

Bis in die 1980er hinein wurde Israel von der Linken noch als Ausdruck des angloamerikanischen Imperialismus interpretiert. Mädels liefen in der Schule noch mit Pali Tüchern herum. Israel galt natürlich nicht ganz so als rassistischer Apartheidsstaat wie Südafrika, aber der Tendenz nach schon.

Hinter diesen Erkenntnisstand ist man meilenweit zurückgefallen. Ein Zeichen der allgemeinen Verblödung und Vertrottelung in der BRD. Ich sag nur Klimawahn.

Wer sich hündisch anbiedert, wird auch als Hund behandelt. Brav wird das Stöckchen apportiert. Endsieg der Umerziehung. Die bei dieser seelischen Degeneration wirksamen psychologischen Triebfedern finde ich in diesem Aufsatz gut analysiert.

deutscheridentitaerer

30. Januar 2020 22:48

Der scheinbar naheliegende Versuch, sich mit der Israelischen Rechten von Anti-Globalist zu Anti-Globalist zu verbünden, scheitert gegenwärtig daran, dass die Israelis mit ihrer USA-Lobby eine sehr viel stärkere Machtposition innehalten, als die rechtspopulistische Opposition Europas ihnen bieten könnte.

Diese Israellobby st nun zwar der rechte Flügel der jüdischen Diaspora in Amerika, aber sie ist das nicht in unserem, sondern in einem Neo-Con Sinn.

Die Anbiederungsversuche an Israel sind daher keine "geniale Doppelstrategie", sondern die Verkennung klar zu Tage liegender Tatsachen. Im besten Falle bleibt diese Strategie nur erfolglos, andernfalls läuft sie Gefahr die feindlichen Narrative von der deutschen Erbschuld zu bestärken.

Cugel

30. Januar 2020 23:42

@deutscheridentitaerer
"In diesen Zusammenhang gehört auch die These Kaisers über die entscheidende Wirkung der Reeducation, die ich nicht teile, denn sie kann nicht erklären, warum bei den westlichen Siegernationen der gleiche Ethnomasochismus in nur leicht abgewandelter Form Einzug erhalten hat."

Das heißt doch aber nicht, daß er sich bei uns ohne Umerziehung ebenfalls so durchgesetzt hätte. Die Umerzieher gingen jedenfalls nicht davon aus. Anders als bei uns bestand beispielsweise in den USA, Frankreich und England (letzteres Mutterland des Liberalismus) aufgrund liberaler, demokratischer Traditionen und kolonialer Vergangenheit eine Prädisposition für die heutigen Zustände. Die Vorstellungen vom Staat, die Beziehung des Bürgers zu ihm waren bei den Deutschen wesentlich andere, weil diese "sich seit ihrer germanischen Vorgeschichte dem Führerprinzip verpflichtet gefühlt hatten" (H.-D. Sander). Die Deutschen waren immer anders, sind es teilweise heute noch, was die Notwendigkeit der Umerziehung begründete. Nirgendwo werden nationale Regungen deshalb mit solcher Vehemenz bekämpft wie in der BRD. Die durchschlagende Wirkung wurde 2015 sinnfällig; Willkommensteddies wurden 2015 nur in Deutschland geworfen. Man darf aber davon ausgehen, daß die an uns validierten Methoden im gesamten Westen angewandt wurden, eben in abgewandelter, das heißt (erheblich) abgeschwächter Form. Deutschland als härteste Nuß und ideales Feldlabor war auch ein Pilotversuch.

Simplicius Teutsch

30. Januar 2020 23:46

Der Lichtmesz-Artikel zeugt, wie so oft, von umfassender Kenntnis, Analysefähigkeit und sprachlicher Deutlichkeit. Das Thema ist mir aber zu heiß; meine eigenen Kern-Gedanken dazu habe ich lieber vor dem Absenden gelöscht. - Ich will ja meinen sozialen Frieden und meine Weiße Weste (bis auf drei Punkte in Flensburg) nicht aufs Spiel setzen.

Vera

30. Januar 2020 23:51

Hervorragender Beitrag, messerscharf analysiert. Bei der Aufzählung kritischer jüdischer Historiker sollte man Israel Shahak und Shlomo Sand nicht vergessen, die beide, jüngeren und älteren Datums, mutige Kritik an der zionistischen Politik äußerten und sich – als Bürger Israels – für einen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern einsetzten. In Übereinstimmung mit Alfred de Zayas Überlegungen bin ich für das Recht eines jeden Volkes auf Heimat. Also sowohl für Juden wie für Palästinenser. Sands Ansatz, die semitischen Wurzeln beider Völker zu betonen, halte ich für vernünftig. Aber was geht uns das an…

Achterndiek

31. Januar 2020 00:31

@ RMH

"Das es Bürger jüdischer Religion in der AfD gibt, sollte nicht als Feigenblatt bewertet werden sondern als Ausdruck von Normalität, es langt, dass es der politische Gegner als Feigenblatt verkauft."

Gehen Sie etwa davon aus, daß es sich bei den Mitgliedern der JAFD samt und sonders um Gottesgläubige handelt? Gerade unter den Juden ist der Anteil von Atheisten und Agnostikern nicht gerade unbeträchtlich.

Matamoros

31. Januar 2020 02:20

@Waldgänger aus Schwaben
Von einer genialen Doppelstrategie zu sprechen, halte ich hier doch für sehr gewagt um nicht zu sagen ziemlich weit an der Realität vorbei. Dass die Altparteien Heuchelei bezüglich des Holocausts an den Tag legen, sieht ein Blinder mit Krückstock. Daraus abzuleiten, dass eine pro-israelische Haltung gewinnbringend ist, ist aus zweierlei Gründen unsinnig.

1) Diese Anbiederung wird von israelischer Seite keines Dankes gewürdigt, im Gegenteil, meines Wissens nach werden sowohl AfD als auch FPÖ von den Israelis boykottiert, d.h. im Speziellen, dass Politiker dieser Parteien nicht nach Israel eingeladen geschweige denn reingelassen werden. Die oft heraufbeschwörte Anti-Globalistische Allianz sehe ich hier also keineswegs.

2) Innenpolitisch gewinnt man damit auch keinen Blumentopf. Man denke an die Schuldzuweisungen nach dem Attentat von Halle, trotz Aussagen von Gauland, dass man "bereit sein muss für Israel zu sterben". Man wird also, wie auch immer man sich dazu positioniert, nicht vom Vorwurf des Antisemitismus wegkommen. Sicherlich tragen Organisationen wie der Zentralrat auch ihren Teil dazu bei. Dass man sich von Skinheads und anderem neonazistischen Gesocks distanziert und fernhält, wird ja wohl auch ohne dezidierte Pro-Israel-Haltung möglich sein.

Ihr "Meuthen, Bystron! Weitermachen!" kann ich da auch in keinster Weise nachvollziehen, vorallem da sich Kubitscheks Artikel (also die konkrete Kritik an den beiden Abgeordneten) doch vorallem auf die USA oder genauer auf die Entscheidung, gegen einen US-Truppenabzug zu stimmen bezog. Wie von Kubitschek erwähnt, stand und steht genau das Gegenteil in der Parteisatzung und es muss auch die Einstellung patriotischer oder nationalistischer Akteure sein, fremde Truppen im eigenen Land, die zu mal ursprünglich als Besatzer hier waren, abzulehnen.

Selbstverständlich bedeutet das nicht, dass man nun einen harten anti-israelischen Kurs fahren sollte, aber meiner Meinung nach sollten wir diesem Konflikt neutral gegenüber stehen, denn so wirklich viel zu gewinnen gibt es dort für uns nicht, im Gegenteil.

@ Der_Juergen

War die Anspielung des "deutschen Nationalisten ohne deutsche Staatsbürgerschaft" eine Andeutung auf einen deutschnationalen Österreicher oder unterstützen Sie einfach nur den deutschen Nationalismus?

Matamoros

31. Januar 2020 03:00

@ Waldgänger aus Schwaben

Von einer genialen Doppelstrategie zu sprechen halte ich nicht nur für inhaltlich verkehrt, sondern auch meilenweit an der Realität vorbeigedacht. Hauptsächlich aus zweierlei Gründen.

1) Die Hoffnung auf eine anti-globalistische Allianz mit Israel wird fix enttäuscht, wenn man sich die Ablehnung Israels gegenüber AfD und FPÖ anschaut. Konkret: Israel boykottiert diese Parteien so scharf wie möglich, verbietet Parteimitgliedern die Einreise und boykottiert Staaten mit Regierungsbeteilung dieser Parteien diplomatisch, siehe FPÖ. Warum sollten wir also weiterhin kriechen, wenn wir so behandelt werden? Das entzieht sich meiner Meinung nach jeder Logik. Als würde man versuchen eine Frau von sich zu überzeugen, indem man extra unterwürfig ist. Das hat in etwa die selbe Erfolgsrate.

2) Innenpolitisch wird es wohl auch ohne dezidierten Pro-Israel-Kurs möglich sein, aufzuzeigen, wie heuchlerisch die Altparteien doch in Bezug auf den Holocaust sind. Ein Blinder mit Krückstock sieht, dass der Holocaust immer wieder zur Abwehr im "Kampf gegen Rechts" instrumentalisiert wird. Jedoch sehe ich hier keinen expliziten Widerspruch darin, aufzuzeigen wo die Altparteien moralisieren/instrumentalisieren und gleichzeitig nicht selber eindeutig Pro-Israel zu sein, solange man nicht selber antisemitisch agiert, was es selbstverständlich zu vermeiden gilt. Und auch auf einer weiteren Ebene wird man nicht umhin kommen, von den Altparteien gescholten zu werden. Wenn es mal wieder um den Vorwurf des Antisemitismus geht. Ein Gauland könnte sich noch tausendmal hinstellen und sagen, dass man bereit sein muss "für Israel zu sterben", es wird rein gar nichts ändern. Auch hier wieder keinerlei Erfolgsaussichten. Zudem muss und wird es ebenfalls möglich sein, sich von neonazistischem Gesocks zu distanzieren und notfalls auch auszusortieren, auch wenn man eben keinen Pro-Israel-Kurs fährt.

In Bezug auf ihr "Meuthen, Bystron! Weitermachen!" frage ich mich, wie man dazu kommen kann, die Aktionen verganener Woche gutzuheißen? Es steht doch, wie bereits in Kubitscheks Artikel gesagt, explizit in der AfD-Parteisatzung, dass ein Abzug der US-Truppen aus Deutschland gefordert wird. Ich verstehe nicht, wie man als Patriot/Nationalist dafür sein kann, dass die Truppen, die Deutschland bis 1990 besetzten und seitdem von hier aus schäbige Angriffskriege führten, nicht abgezogen werden. Zumal das auch in gewisser Weise ein symbolischer Akt wäre.

Grobmotoriker

31. Januar 2020 03:29

Vlelen Dank Herr Lichtmeß für diese notwendige Richtigstellung - es gibt noch einiges mehr - bezüglich Israel.

"Dieser "identitäre" Staat wurde in einem Raum gegründet, der allen Hasbara-Mythen zum Trotz, die sich in den Köpfen vieler hiesiger Israelfans festgesetzt haben, blöderweise bereits besiedelt war. Er konnte sich nur durch Gewalt, Terrorismus, Krieg und ethnische Säuberung konstituieren."

Dieser Terrorismus ist vergleichbar mit dem des IS: Enthauptungen, Aufspießen, Bauchdecke aufschlitzen und Verbrennen beim lebendigen Leib, etc. Beispielhaft ist das Massaker im Araberdorf Deir Yassin, bei dem hunderte arabische Babies, Frauen und Alte in einer schier unbeschreiblichen, barbarischen Mordorgie in wenigen Stunden zum Opfer fielen.

ML: Sind diese Details gesichert? Das schmeckt ein bissl nach Propagandaübertreibung, wie sie im Krieg nicht unüblich.

Der Gründung der "Heimstätte für die Holocaust-Überlebenden" ging eine Terrortsunami voraus, die heute nur allzu gerne unter den Teppich gekehrt wird, vor allem in Deutschland. Daran sollte man denken, wenn man heute deutsche Soldaten "für Israel kämpfen und sterben" lassen will.

eike

31. Januar 2020 03:54

Habe ich das richtig verstanden?
Hier wird diskutiert, ob diejenigen, deren einflußreiche Organisationen und Medien in ausnahmslos allen westlichen Ländern,
- die Einwanderung befürworten,
- den Nationalstaat abschaffen wollen,
- die Multikultur predigen,
usw...
Verbündete sein können, in unserem Kampf gegen Einwanderung, Multikultur und Erhaltung des Nationalstaats?

Seneca

31. Januar 2020 06:49

Gute Beschreibung dessen, was ist. Es gibt einen Israel-Trap auf liberal-konservativer Seite. Man muss nicht zwingend eine Äquidistanz zu Israel und Palästina halten, aber eine eigenständige Position im Nachdenken und Nachhandeln tut not. Auffällig ist, dass viele „konservative“ Schreiber in der WELT aber auch anderswo eine seltsam aus der Zeit gefallene unreflektierte Primitiv-Position zu Israel einnehmen. Egal was, wenn „Bibi“ es will, dann muss es wohlwollend begleitet werden. Einen Gefallen tun diese Herrschaften (es sind alles Männer) dem Staate Israel in ihrer geradezu roboterhaften Denkweise nicht.

Gerald

31. Januar 2020 07:00

Warum toben die Heiden, und die Völker reden so vergeblich? Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen miteinander wider den HERRN und seinen Gesalbten: „Lasset uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Seile!“ Aber der im Himmel wohnt, lacht ihrer, und der HERR spottet ihrer. (Psalm 2)

Wer das Thema Israel ohne Gott angeht, wird immer im Dunkeln tappen. Es widerspricht jeglicher Relation, dass dieser scheinbar unbedeutende Landstrich weltweit soviel Aufmerksamkeit beansprucht. @Fuchs „Siehe, ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum. Und auch über Juda: Es wird in Bedrängnis geraten zusammen mit Jerusalem. Und es wird geschehen an jenem Tag, da mache ich Jerusalem zu einem Stemmstein für alle Völker: alle, die ihn hochstemmen wollen, werden sich wund reißen. Und alle Nationen der Erde werden sich gegen es versammeln.“ (Sacharja 12)

Bis ins 18. Jahrhundert gab es unter christlichen Denkern kaum jemand bis niemand, welcher Israel bzw. dem jüdischen Volk eine Relevanz im göttlichen Plan zugestand. Es ist kein Zufall, dass aber ab ca. jenem Zeitpunkt biblische Prophetie gerade auch unter jenem Gesichtspunkt gelehrt (John Nelson Darby) wurde, dass Gott wieder mit Seinem irdischen Volk weitermacht, welches Er aufgrund dessen Ungehorsams und dessen Verrates und Mordes an dem Messias verworfen hatte. Und da war zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch nichts vom Zionismus zu sehen. Denn Gott hatte schon in Mose vorhergesagt, als es noch keinen jüdischen Staat gab, geschweige denn eine Diaspora, dass Er Sein Volk wieder zusammenführt, und zwar in ihr Land. „So spricht der HERR HERR: Siehe, ich will die Kinder Israel holen aus den Heiden, dahin sie gezogen sind, und will sie allenthalben sammeln und will sie wieder in ihr Land bringen.“ (Hesekiel 37, vergl. auch 5. Mose 30) Übrigens wäre der Zionismus, welcher in der Anfangszeit eher säkular, wenn gar sozialistisch ausgerichtet gewesen ist, auch mit einem Staat in Afrika, Lateinamerika oder im russischen Reich zufrieden gewesen.

Es ist ein sozio-kulturelles Wunder, dass ein Volk über zig Jahrhunderte über den Planeten verteilt ist und sich wesentlich nicht mit den Völkern assimiliert, bei denen es wohnt. Zumindest einzigartig und letztendlich unerklärlich. Und schlussendlich wieder an den Punkt zurückkehrt, von wo es aus einst verteilt wurde. 1947 war es soweit. Es ist verrückt, aber #Hitler gab den entscheidenden Schubser für die Gründung Israels. Die europäischen Juden hätten in der Mehrzahl keinen Grund gesehen, einen Staat Israel zu wollen. Auch die Resolution 181 ist ein Kuriosum sondergleichen; u.a. USA UND Sowjetunion stimmen dafür!, während Großbritannien sich enthält und Transjordanien militärisch unterstützt!

Worauf ich hinaus will: wenn es einen Gott Israels gibt, dann ist es politisch nicht ratsam, sich wie auch immer gegen Sein Volk zu wenden; es ist immer zum Segen, sich mit ihm gut zu stellen. Bezüglich Palästinenser & Co kann man im Prinzip diesen Konflikt unter folgendem Bonmot betrachten: wenn die Araber ihre Aggressionen gegen Israel beenden, gibt es Frieden, wenn Israel seine Waffen niederlegt, gibt es kein Israel mehr. Dieser Vernichtungswille der Araber wird fast immer ausgeblendet. Und unter diesem Gesichtspunkt relativiert sich in obigem Artikel einiges.

Maiordomus

31. Januar 2020 08:39

@elke. Sie haben zu wenig mit Juden gesprochen, die keinen Lärm machen und sich nur mehr sehr bedingt mit den offiziellen Organisationen identifizieren.

qvc1753

31. Januar 2020 08:42

@Grobmotoriker:
Man darf bei dem "Terrotsunami" nicht vergessen, dass er sich in der Hauptsache gegen die britische Mandatsmacht richtete.
Diese suchte die Einwanderung von Juden mit allen Mitteln zu verhindern.
Auch das genannte Massaker von Deir Yassin ist historisch verbürgt (s. z.B. Wikipedia) und wird seitdem beidseitig für Propaganda genutzt (was mal wieder der Beleg ist, das die Dinge selten eindeutig und im Krieg jede Unschuld endet).
Die Gleichstellung IS = Irgun finde ich allerdings in hohem Masse unnütz. Der IS und die Irgun haben unterschiedliche historische Wurzeln und man macht damit gerade dem IS eine Ehre, die er nicht verdient.

RMH

31. Januar 2020 08:45

"Gehen Sie etwa davon aus, daß es sich bei den Mitgliedern der JAFD samt und sonders um Gottesgläubige handelt? Gerade unter den Juden ist der Anteil von Atheisten und Agnostikern nicht gerade unbeträchtlich."

@Achterndiek,
Da fragen Sie doch bitte einmal am besten direkt bei Mitgliedern der Gruppe "Juden in der AfD" nach. Wie ich geschrieben habe, bin ich kein AfD-Mitglied und habe nur einen Blick von "draußen". Wie ich in meinem weiteren Beitrag zum Ausdruck gebracht habe, ist es bekanntermaßen äußerst schwer von "die Juden" oder "das Judentum" zu sprechen, wobei letzteres noch einfacher wäre, so wie man das zur Diskussionserleichterung über das ebenfalls uneinheitliche "Christentum" bzw. den ebenfalls sehr ausdifferenzierten "Islam" auch machen kann.

Jetzt wieder etwas sehr subjektives:
Ich gewinne den Eindruck, dass viele sich nach einer Neutralität in dieser Frage sehnen (die ja auch dem Maßstab der Vernunft entspricht), aber es kann bekanntermaßen der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem Nachbarn nicht gefällt, hier also dem politischen Gegner. Das Abfragen von Gretchenfragen, die hochnotpeinliche Prozedur von Fragenkatalogen, aufs Glatteis führen etc., nur in der Hoffnung, dass sich der böse rechte politische Feind an irgendeiner Stelle mal verplappert, nicht stringent genug ist etc. und man so Material findet, um ihn so richtig herrlich durch die politischen Agitationsmühlen zu drehen, ist allen bekannt und man kann es als "Entlarvungsspiel" bezeichnen, nur das am Ende keine echte Entlarvung steht, sondern das von Anfang an gewünschte Ergebnis. Ein Beispiel ist das altbekannte linksmediale Mantra, dass Höcke Antisemit sei, weil er doch glatt "Denkmal der Schande" gesagt hat, was noch nicht einmal einer genaueren Überprüfung bedarf, um als bullshit erkannt zu werden. Dennoch gibt es wohl kaum einen Artikel, wo das nicht wieder "aufs Brot geschmiert" wird. Ich persönlich kann daher rein taktisch es gut verstehen, wenn Ausschweigen zu dem Thema keine echte Option ist bzw. "Neutralität" schwer durchhaltbar ist, dass man, obwohl eigentlich eher neutral, dann lieber stringent Pro-Israel ist, denn das ist schlicht einfacher. Dann bleibt als letztes nur noch der "Mimikry"-Vorwurf, den die Gegenseite hat, aber damit kann man politisch leben.

PS:
An die Pali-Versteher (ja, das ist mindestens genau so unsachlich, wie Israel Parteigänger ;)

Ich persönlich kann dem ewigen Gejammere dieser Araber (das sind mehrheitlich Araber!) nichts mehr abgewinnen. Sie haben Deutschland regelmäßig massiv geschadet, in jeder Hinsicht, sei es durch den Anschlag bei der Olympiade in München 1972, als sie Deutschland zum Austragungsort ihres Krieges machten (alleine das werde ich nie vergessen!), oder durch ihre Kooperation mit der RAF, die zu weiteren Terroranschlägen, Flugzeugentführungen etc. führte. Die sich hier niedergelassenen "Palästinenser" waren mit die ersten, die für das Phänomen sorgten, was heute unter der Rubrik "Clan-Kriminalität" durch die Medien geht. Die Araber Clans bringen in ihren Autonomiegebieten trotz Millionen an Unterstützungsgeldern nichts auf die Reihe und lassen sich vom linken Gutmenschen-Narrativ, der armen, vom "bösen, nationalistischen Juden" vertriebenen Opfer bezahlen. Das Geld landet dabei natürlich im wesentlichen bei Clan-Bossen und nicht bei den einfachen Leuten. Die Rechnung lässt sich beliebig erweitern. Die deutschen Vertriebenen nach 45 waren am Anfang auch nicht wirklich in Restdeutschland willkommen, aber relativ schnell hat man sich im verbliebenen Restdeutschland zusammengerauft. Bei den Arabern? Was passiert da? Da hausen die Flüchtlinge z.T. noch heute in ihren Lagern und haben ihre eigene, mafiöse Struktur aufgebaut, statt dass eine Integration in den anderen arabischen Ländern stattgefunden hat - ja es führte im Falle von Jordanien sogar zum Krieg (immerhin: In Jordanien sind die dortigen "Palästinenser" mittlerweile wohl mit am besten integriert. Das begann aber erst, nachdem die PLO aus dem Land gewaltsam vertrieben wurde). Zusammengefasst: Wenn ich irgendwie Ressentiments entwickeln kann, dann gegenüber denjenigen, die sich Palästinenser nennen, aber überwiegend Araber sind und unserem Land massiv schadeten und bis heute schaden. Keiner hat die arabischen Staaten damals gezwungen, auf die durch die UN - die damals noch relativ neu war und der man eine Chance hätte geben können - ermöglichte Gründung eines kleinen israelischen Staates sofort mit Krieg zu reagieren. Wenn man dann so einen Krieg verliert, den man großmäulig begonnen hat, dann hat man damit zu leben. Von daher: Ich persönlich sage offen, das Pali-Ding ist nicht mein Ding. Und was Israel angeht, schadet der Versuch, gute Beziehungen zumindest anzustreben, sicher nicht. Diese guten Beziehungen aber lediglich als Lippenbekenntnisse zu definieren, wie es die aktuelle deutsche Administration allzu oft macht, darf eine Opposition mit gutem Recht kritisieren. Die AfD ist - neben der Partei die Linken - die einzige echte Opposition und sie ist im Gegensatz zur Linken die einzig echte bürgerliche Opposition. Von daher ist es das gute Recht dieser Opposition, hier den Finger in die Wunde zu legen. Auf der anderen Seite ist eine AfD intern - und dies scheint mir ein Kern des Pudels zu sein, warum diese Diskussion jetzt wieder hoch bricht - gut beraten, wenn sie selber bei parteiinternen Kämpfen und Auseinandersetzungen nicht die oben geschilderten Methoden des Fischens nach Verfänglichem anwendet und die Antisemitismus-Keule mal schön für die wenigen, wirklich vorkommenden, relevanten Fälle zurückhält.

Augustinus

31. Januar 2020 10:23

Als "Rechter" hat man doch eigentlich keine Äquidistanz zu allen Menschen. Zunächst stehen einem die Familienangehörigen am nächsten, die eigene Frau und die Kinder, dann die Sippe und das eigene Volk. Darüber hinaus auch Vertreter des eigenen Volkes, die nach Übersee auswanderten.

Mir stehen Deutsch-Amerikaner näher als was weiß ich, Kongolesen oder Chinesen.

Ähnlich könnte man auch die Israelis betrachten, zumindest die Deutsch-Israelis, auch wenn Deutsch und Jiddisch heute in Israel keine Rolle mehr spielen - als entfernte Verwandte.

Die unparteiische, "objektive" Sicht auf Israel/Palestina kann ich nicht nachvollziehen.

Mir kommt es so vor, als gäbe es bei den "Rechten" einen umgekehrten Schuldkult - als Kompensation.

Maiordomus

31. Januar 2020 11:09

Bei meinen Ausführungen oben, gestern ca. 13.40 Uhr, ist das Wort "Volkstod" einmal mit, einmal ohne Anführungszeichen gebraucht. Mit Carl Schmitt, der die Dinge meist richtig analysierte, wiewohl er die Lage nicht immer richtig beurteilte, bleibe ich bei der Auffassung, dass alle politischen Begriffe im Ursprung Kampfbegriffe sind, galt noch im 19. Jahrhundert selbst für Worte wie "Demokratie" und "Republik", genau so wie für "Kulturkampf" oder "Klassenkampf". So weit diese Begriffe Kampfbegriffe sind, kann ein vernünftiger Mensch sie zwar im richtigen Zusammenhang gebrauchen, unter Vorbehalt, dass er das inhaltlich Übertriebene dabei realisiert. Jeder, der das nicht realisiert, ist letztlich ja politisch nicht zurechnungsfähig und zum Beispiel für vernünftige Verhandlungen betr. Frieden und Kompromisse beim Zusammenleben echt Andersdenkender und Andersartiger nicht geeignet. Mir war natürlich auch immer klar, dass etwa der Begriff "Überfremdung", um 1900 von einem Beamten der Stadt Zürich in der heutigen Bedeutung kreiert, nur als Kampfbegriff zu verstehen und zu verwenden ist. Hielt mich nicht davon ab. mindestens einmal eine Volksinitiative mit diesem Titel zu unterstützen. War am Ende nicht wenig erstaunt, dass Kollegen, oft ältere, mit sozialistischer und sogar kommunistischer Biographie mir im privaten Gespräch vertraulich eingestanden, dass auch sie zu einem solchen Projekt "Ja" gestimmt hätten. Noch bei der Schweizer Masseneinwanderungsinitiative, bei deren Propagierung das Wort "Überfremdung" tunlichst vermieden wurde (C. Blocher hatte in den 70er Jahren die Überfremdungsinitiativen ebenso abgelehnt wie noch 2014 "Ecopop"), bekannte sich ein italienischer Altkommunist mit Schweizerpass vor laufender Fernsehkamera zu einem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative, was ihm, da unterdessen Autor zum Migrationsthema, in seinem ideologischen Milieu dann ordentlich schadete. Wie 1969 einem der profiliertesten Schweizer Arbeiterschriftsteller und sozialdemokratischem Lokalpolitiker der Stadt Zürich, als er die Einwanderung aus südlichen Ländern mit der Heuschrecken-Metapher beschrieb. Heutzutage würde so was noch bestenfalls in einem Blog abgesondert, weil die Lektoren anerkannter Verlage bei solchen Formulierungen natürlich einzugreifen pflegen. Selber machte ich in einer historischen Studie die Erfahrung, dass die Lektoratsverantwortliche das Wort "Dorfjude" für eine volkskundliche Studie entsprechender Verhältnisse vor dem 1. Weltkrieg nicht durchgehen lassen wollte. Usw.

zeitschnur

31. Januar 2020 11:29

Das Thema ist extrem komplex und beginnt schon mit der Frage, woher eigentlich der Zionismus kam. Er kam nicht von orthodoxen und sehr frommen Juden, sondern aus säkularen, eher sozialistisch orientierten Kreisen. Seine große Fahrt nahm diese Bewegung Ende des 19. Jh auf, und wir alle wissen, welche Ungereimtheiten sich mit einem bestimmten Zionistenkongress verbinden. Hinzukommt, dass der Zionismus ein ostjüdisches Geblüt ist. Seit Jahrhunderten schon rumorten dort gewisse messianische Bewegungen, und eine davon, die Chabad-Bewegung, die glaubt, dass ihr letzter verstorbener Rabbi der Messias sei und wiederkehre, übt inzwischen einen geradezu elefantösen auf das Judentum und den Staat Israel aus, ebenso auf die USA, dort hat die Bewegung ihren Stammsitz nach dem Weggang aus Osteuropa. Diese ostjüdischen Bewegungen sind an sich schon ein Kapitel für sich. Über die politisch wesentlich ungefährlicheren Satmarer kann man bei Deborah Feldmann lesen, die sich dort herausgelöst hat.
Aber bei den Lubawitschern spielt die Konkretisierung im politischen Wirken eine Rolle, die man ernstnehmen sollte. Sie schicken Ehepaare als Missionare in die normalen jüdischen Gemeinden und versuchen die Leute in ihre Kreise zu ziehen, bauen teilweise Parallelstrukturen auf und überall "Jüdische Bildungszentren". In den USA gehen sie sogar über die Marktplätze und sprechen jeden an "Bist du Jude?", und wenn man ja sagt, wird man sofort vereinnahmt. Sie stellen Filme auf YT, in denen sie ganz ungeniert darstellen, wie junge Leute ihnen abhanden kommen, aber doch Kontakt halten, zelebrieren eine Offenheit, die sie aber eigentlich doch nicht haben, sie geben sich ein Profil der Toleranz, sind es aber nicht und können es auch nicht sein. Sie sind faktisch eine messianische Sekte und erwarten in allernächster Zeit die Wiedergeburt des Rebben, der als Messias die Welt beherrschen wird und bereiten darauf alles vor. Netanjahu soll ihnen sehr verbunden sein (jeder kann das selbst googeln), ebenso Trump, dessen Tochter (über den Schwiegersohn) zu dieser Sekte gehört. Vor der Wahl konnte man in amerikanischen Medien sehen, wie sie im Heiligtum des Rebben, das dem Inneren einer katholischen Kirche überraschend ähnlich ist, für die Wahl ihres Vaters betete...
Wer eigentlich die letzte Verantwortung für die Schoa hatte, warum sie "Holocaust" genannt wird (ein "holocuastum ist ein Brandopfer, bei dem das ganze Tier geschlachtet und restlos verbrannt wird), ist unter Historikern umstritten bzw, sagen wir es doch so klar wie es gesagt werden muss, nicht geklärt. Die entsprechenden Befragungen in Nürnberg und auch Eichmanns in Jerusalem ergaben kein klares Bild. Sicher ist, dass deutsche Behörden den Völkermord durchführten, nicht aber, wer das angewiesen und geplant hat. Über die Wannseekonferenz existieren keine verlässlichen Quellen, auch wurde die Frage nie beantwortet, wieso man mitten in einer katastrophalen Kriegswende im osten nichts anderes zu tun hat, als einen Völkermord zu planen und wie angestochen durchzuführen. Hannah Ahrendt etwa hat in ihrem Gespräch mit Günther Gaus berichtet, dass sie und ihr Mann das damals nicht glauben konnten, weil es kriegstaktisch so ziemlich das Idiotischste war, was die Nazis tun konnten, wenn sie denn wirklich im Interesse Deutschlands gehandelt hätten. Das alles wirft Fragen auf, die systematisch ausgeblendet werden. Wir haben an diesem Punkt einen blinden Fleck. Unglücklicherweise ist das Thema dann von ungereimten rechtsradikalen und vor allem islamistischen Propagandisten besetzt worden, weil die Historikerzunft hier nicht ordentlich forscht bzw nicht forschen darf.
Das ist der Hintergrund aber für die plötzlich zügig durchgezogene Errichtung des säkularen Israel-Staates, den man vorher ums Verplatzen blockiert hatte und selbst noch Flüchtlingsschiffe aber einem bestimmten Zeitpunkt nicht an Land ließ (alles seitens der Engländer, deren üble Rolle auch nicht geklärt ist!). Ob mit diesem Staat wirklich nur jüdische Interessen erfüllt wurden, bezweifle ich angesichts der historischen Abfolgen stark. Merkwürdig ist auch, dass zionistische Organisationen und die Nationalsozialisten bis zum Kriegsbeginn zusammenarbeiteten und gemeinsam dafür sorgten, dass Juden auswanderten nach Palästina. Merkwürdig auch, warum das dann plötzlich abbrach. Fragen über Fragen. Und all dieser Sumpf an Fragen belastet den Blick auf Israel. Die Menschen können natürlich nichts dafür, genauso wenig wie die Deutschen, die in das alles hineingeschliddert sind. Hier geht seit mindestens 150 Jahren irgendetwas ab, das kaum von außen zu durchschauen ist und wir alle sind manipulierte Statisten in diesem Spiel, denn eines steht auch fest: die allermeisten Juden, vor allem die in Deutschland, hatten bis 1933 keine Lust, nach Palästina zu gehen und sahen sich als Deutsche, ja, es wanderten nach dem 1. WK ja noch ganze Scharen aus dem Osten ein, gezielt nach Deutschland, weil sie sich hier ein normales Leben erhofften.
Wenn man als Jude fromm ist, denkt man ohnehin, dass Israel erst dann wieder errichtet wird, wenn der Messias kommt. Gott hat uns zerstreut, weil wir ihm untreu waren, sagt man, und wir sind im Bußstand und warten, bis er uns wieder heimführt. Der säkulare Staat Israel gilt diesen Frommen als nicht von Gott.

Vera

31. Januar 2020 11:39

@Gerald "Worauf ich hinaus will: wenn es einen Gott Israels gibt, dann ist es politisch nicht ratsam, sich wie auch immer gegen Sein Volk zu wenden; es ist immer zum Segen, sich mit ihm gut zu stellen."
Vielen Dank für diese konsequent christliche Rede. Hier hat jemand das „Opfer des Intellekts“ (Max Weber, aufgegriffen von Sommerfeld) mal wirklich ernst genommen. Wunderbar. Da muß man eigentlich gar nichts mehr hinzufügen. Ihr Christen betet zu dem Gott, der seinem Volk befiehlt, euch als Gojim zu versklaven, zu beherrschen, nach Lust und Gutdünken zu betrügen oder zu töten und der in euch nur Vieh sieht. Gebt euch doch einfach die Kugel, dann würde tonnenweise CO2 gespart, Greta dankt es euch, Amen.

Ordo

31. Januar 2020 12:33

Mich stört die Schärfe des Tonfalls, wenn es um dieses Thema geht. Zerbröselt hier das "neurechte Mosaik", schon bevor es wirklich fertig gestellt wurde? Den Vorwurf des Musterschülers gegenüber Bystron halte ich zudem für verfehlt. Bystron hat sich ja mittlerweile klar antiinterventionistisch positioniert. Dass er ein Neoconfalke oder ähnliches wäre, ist eine Kritik, die nicht von der Realität gedeckt ist.

Vielleicht liegt es auch an seiner osteuropäischen Herkunft, dass er den USA grundsätzlich wohlgesonnen ist. Wie ja bereits erwähnt wurde, steht man in den ehemaligen Ostblockländern den Amis eher positiv gegenüber, was sich auch in der dortigen Außenpolitik niederschlägt. Trotzdem ist man weit davon entfernt, gesellschaftspolitisch den destruktiven Weg der Westeuropäer zu gehen. Diese Kombination ist also durchaus möglich. Meiner Meinung nach eine Politik, die umzusetzen auch hier möglich wäre. Gerade gegenüber den Trump-USA, die sich jetzt allmählich wieder dem Isolationismus zuzuwenden scheinen. Allerdings hat da auch der tiefe Staat noch ein Wörtchen mitzureden. Der Ausgang dieses Konflikts ist noch offen und sollte genau beobachtet werden.

Marc_Aurel

31. Januar 2020 14:20

Wie von Lichtmesz gewohnt, ein Artikel der in die Tiefe reicht, der das Problem von allen Seiten beleuchtet und dabei nichts Wesentliches vernachlässigt, ähnlich wie die Analysen von Kaiser, besondere Perlen im Repertoire der Sezession, das sich im Allgemeinen ohnehin schon auf sehr hohem Niveau bewegt.

Vom Autor und dem Kommentariat wurde ja schon fast alles gesagt, dennoch möchte ich einige Aspekte einbringen. Vor einigen Jahren, als mich das Thema besonders interessierte, hatte ich dazu einige Bücher gelesen, meist von jüdischen Intellektuellen verfasst, die Israel durchweg kritisch sahen, weil es die schärfste Form des Kolonialismus, den sogenannten „Siedlerkolonialismus“ praktiziert und im Zuge dessen unter anderem auch bemüht ist die Geschichte des Heiligen Landes in den Lehrbüchern entsprechend nachträglich proisraelisch umzuschreiben. All diese Dinge kann man nicht gutheißen, wenn man es ehrlich meint und um eine möglichst objektive Beurteilung bemüht ist.

Zu dieser Zeit sah ich die autochthonen Araber dementsprechend eher als Opfer und war schon kurz davor im Gazastreifen hergestellte Seife zu kaufen, als Geste der Solidarität. Ehrlicherweise muss ich aber anmerken, dass sich irgendwann, spätestens seit 2015 verstärkt, mein Mitleid begann stark in Grenzen zu halten und Israel mit seine konsequenten Abschiebepolitik und seinem nationalen Selbstverständnis, ähnlich wie Australien, eher als Vorbild erschien. Wenn das eine der intendierte Absichten bei der „Masseneinwanderung“ war (Sinneswandel bei Kritikern hervorrufen), hat es bei mir funktioniert.

Vielleicht hat sich im Laufe der Zeit für mich aber auch einfach die Erkenntnis durchgesetzt, dass man einen Staat, der nun mal im Jetzt besteht, auch wenn die Entstehungsgeschichte unschön ist, nicht so einfach wieder rückabwickeln kann (im Gegensatz zu blutleeren transnationalen Gebilden wie der EU, bevor jemand die falschen Schlüsse zieht ^^), sondern dass man die geschaffene Realität irgendwann akzeptieren muss, wobei diese Worte fast zu bedeutungsvoll gewählt sind, denn die gesamte Debatte hat für einen Mitteleuropäer ohnehin eher akademischen Charakter, dringt also emotional nicht tief ein, denn Israel befindet sich ja nun nicht gerade vor der eigenen Haustür – man hört hier den fernen Widerhall der Schüsse und Explosionen nicht.

Gleichwohl möchte ich darauf hinweisen, dass man gerade bei diesem Thema besondere Vorsicht an den Tag legen sollte und besonders genau hinschauen muss, damit man nicht ungewollt plötzlich das falsche Stück spielt: Der US-amerikanische Einfluss auf die europäischen Nationalstaaten und speziell Deutschland etwa und dessen Entwicklungsgeschichte und der wachsende Einfluss Israel-Lobby in den USA sind zwei verschiedene Dinge. Judentum und Zionismus sind nicht dasselbe, es gibt zahlreiche Juden bzw. jüdische Teilfraktionen, die aus unterschiedlichen Gründen den Zionismus ablehnen. Die US-amerikanischen Elite besteht nicht nur aus Juden, bestand insbesondere zur Zeit des Zweiten Weltkrieges und davor nicht daraus, sondern eher aus den Nachfahren der englischen Siedler, also weißen Protestanten. Die Lobby der Juden in den USA war zur damaligen Zeit vergleichsweise schwach. Die Strategische Allianz zwischen Israel und den USA ist keine Zwangsläufigkeit. Amerikanische jüdische Organisationen sind erst proisraelisch, seid die USA nach den militärischen Erfolgen Israels ihre Strategie geändert und Israel zum Vorzugspartner gemacht haben. Es ist anzunehmen, dass sie sich im Zweifel wieder auf die Seite der USA stellen, sollte der israelischen Einfluss wieder schwinden, auch wenn diese Szenario momentan sehr unwahrscheinlich ist. Auch die Israelis selbst trauen dem Braten nicht ganz und werden sicherlich nicht umsonst den großen Aufwand betreiben importierte US-amerikanische Waffensysteme stets mit eigenen Komponenten und eigener Software auszustatten. Ja, es gibt jüdische Organisationen, die das jüdische Leid der Vergangenheit dazu missbrauchen, um Kapital daraus zuschlagen auf verschiedenen Arten, aber es gibt eben auch Stimmen im jüdischen Lager, die genau das scharf kritisieren. Ja, Juden sind, vermutlich religiös motiviert, im Durchschnitt ehrgeiziger als andere und gelangen somit häufiger als andere gesellschaftliche Gruppen in Schlüsselpositionen, das allein macht sie aber nicht zu einer Gefahr. „Im Auge“ behalten muss man sie höchstens insofern, wie man jede andere Gruppe einer Gesellschaft im Auge behalten muss, von der man nicht möchte, dass sie überrepräsentiert oder schlicht zu mächtig wird. So wie es Juden gab und gibt, die antideutsch sind, gab es solche und gibt es sie hoffentlich auch jetzt noch, die sich sehr für diese Land engagiert haben…

Lange Rede, kurzer Sinn, ich finde man sollte die Dinge auch in dieser Hinsicht einfach nüchtern betrachten und rational behandeln und weder in Philo- noch in Antisemitismus abgleiten.

Was die strategische Frage wie sich die AfD gegenüber Israel positionieren sollte betrifft, so halte ich dieselbe Vorgehensweise für sinnvoll: sich gegen moralische Erpressung und ähnliche Dinge seitens der Israelis bzw. von Fraktionen innerhalb Israels wehren, wenn sie denn auftreten und andererseits Israel auch nicht ständig mit hypermoralischen Diskursen über dessen Innenpolitik traktieren.

Aggressives israelisches Ausgreifen und Kriegsabsichten gegen Nachbarländer sollte man nicht befürworten, denn dabei kann nicht viel Gutes herauskommen, im Zweifel Chaos und Destabilisierung und nur wieder neue, teure Auslandszenarien für die ohnehin schon überstrapazierte Bundeswehr und zivile Hilfsdienste, ganz abgesehen vom dadurch verursachten menschlichen Leid.

qvc1753

31. Januar 2020 14:54

@RMH:
Deutschland erfreute sich vor 1945 eher einer gewissen Beliebtheit in der arabischen Welt. Der Großmufti von Jerusalem war ein Hitler-Anhänger, nützlich um im britischen Mandatsgebiet Unruhe zu stiften.
(Gerne vergessen wird auch der deutsche Versuch im 1. Weltkrieg die arabische Welt zum Heiligen Krieg gegen die Westmächte auf zu wiegeln)

Gleiches gilt auch für eine Reihe anderer arabischer Intellektueller die sich als ideologische Väter der Moslembrüder sehr genau Schriften der europäischen Rechten angesehen haben.
Da jetzt allerdings der Islam "der Feind" ist, rückt das alles in den Hintergrund. Freund / Feind und ideologische Positionen sind eben oft auch eine Frage der Zeit.

Die Palästinenser hingegen sind das mehrfach "verratene" Volk. Solidarität anderer arabischen Nationen sind eher Worthülsen geblieben. Wobei ggf auf verständlich ist, warum ein Libanese nun nicht begeistert ist für Leute gerade zu stehen, die er weder kennt oder mit Ihnen irgendetwas teilt.
"Araber" ist da vermutlich ähnlich präzise wie "Europäer".

Wenn schon innerhalb von Deutschland die Heimatvertriebenen (und an der Stelle möchte ich einen anderen Akzent setzen) kaum und nur widerwillig akzeptiert wurden, warum sollte das mit palästinensischen Flüchtlingen im Libanon oder Jordanien anders laufen.

Ob und wie sich da die politische Rechte positioniert - es kann mir egal sein.
Ich sehe nur, das es offenbar einiger Bemühungen bedarf eine Position zu finden.

heinrichbrueck

31. Januar 2020 22:25

@ Vera
Der Glaube an die Dreifaltigkeit ist für das Judentum theologisch inakzeptabel. Deutscher Geist und JHWH sind nicht kompatibel. Evangelikale, pseudochristliche oder jüdischchristliche Interpretationen sind nicht das Christentum. Das Judentum ist eine Ideologie (Auserwähltheitsanspruch). Die anderen Völker werden Heiden genannt. Dreifaltigkeit eine Abweichung vom reinen Monotheismus. Das Judentum hat mit dem Islam mehr gemeinsam; was wiederum PI nicht so lustig fände, wäre dort die Motivation nicht vorgegeben. Wir haben im Augenblick keine christliche Hauptpriesterschaft, deren Wahrheit nicht der Ideologie Platz machen mußte. Ein wahrer Christ kann unmöglich Jude werden. Gilt natürlich auch für jeden echten Deutschen, wenn er keine Macke hat.

Simplicius Teutsch

31. Januar 2020 23:20

„Zumindest war dies mein Eindruck, dass in den letzten Monaten eine von Mainstream-Medien und Politelite geschürte Antisemitismus-Hysterie zu beobachten war.“

- Da haben Sie nicht unrecht, @TheBlackCat. Das war auch mein Eindruck.

Es war, laut Presseberichten, der Vizepräsident jenes zentralen Rats, der vor etlichen Tagen eine "Explosion des Antisemitismus in Deutschland und Europa" öffentlich meinte, beklagen zu müssen. Wedelt hier der Schwanz mit dem Hund? Ich bin mir nicht sicher.

„Eine Explosion“ (!?), - die man dann auch noch der AfD oder allgemein „den Rechten“ böse in die Schuhe schieben will. Da fragt man sich schon, haben die noch alle Tassen im Schrank? Was soll das?

RMH

1. Februar 2020 00:00

@heinrichbrück,

was meinen Sie, warum ich in einem vorherigen Beitrag dezent auf die noachidischen Gebote hingewiesen habe?

Wenn man das ein nur kleines bisschen Ernst nimmt, sind die üblichen Christen mit Trinität und Kirchen voller Bilder und Kruzifixen recht schnell aus dieser Sicht "draußen" und dafür etliche Strömungen des Islams eher "drinnen", da stricktes Bilderverbot und strenge 1 Gott Lehre. Letztlich fehlt mir die genaue Kenntnis, um das richtig einzuordnen, es ist lediglich eine subjektive Einschätzung.

@zeitschnur,
Sie stellen durchaus berechtigte Fragen, ich persönlich kann vom offensichtlichen und bekannten Verlauf - ohne Hintergrundhypothesen - nur folgende Schlussfolgerungen ziehen:

Sie übersehen in Ihren Überlegungen die tatsächliche Existenz eines starken, rassischen Antisemitismus, der sich ab dem 19 Jhdt, herausgebildet hat - Ursachen/Quellen für diesen gibt es viele, der zaristisch russische Geheimdienst soll bspw. seinen Anteil an der Entstehung der Schrift der "Protokolle d.W.v.Z." haben. Zusätzlich entwickelte sich auch der Zionismus. Der Begriff "Judenfrage" entstand jedenfalls weit vor 1933 in ganz Europa. Dieser rassische Antisemitismus war bekanntermaßen ein nicht zu leugnender, offenkundiger Wesenskern der NSDAP. Spätestens nach der sog. "Machtergreifung" war mithin der jüdischen Bevölkerung klar, dass es ihr im Minimum an die wirtschaftliche und höchstwahrscheinlich auch an die persönliche Existenz gehen würde (die offen erhältlichen, entsprechenden Schriften der Antisemiten und der NSDAP sprachen hier bereits eine recht klare Sprache). Die ersten begannen auszuwandern. Deutschland begann mit der rechtlichen und später auch tatsächlichen Segregation der Juden (das wurde von manchen Zionisten sogar ein Stück weit im Hinblick auf eine Förderung des Ausreisewillens nach Palästina begrüßt), den Repressalien, den Enteignungen, den "Arisierungen" und förderte die Auswanderung - gegen entsprechende Devisengeschäfte in der Tat auch nach Palästina. Ich verlinke dazu einen älteren Artikel, der in der "Zeit" 1989 erschienen ist (ob solche Artikel heute noch erscheinen würden? Bei der Zeit vermutlich zumindest nicht mehr).

https://www.zeit.de/1989/42/nazis-mit-zionisten

Im Krieg führte das deutsche Reich dann die Segregation der jüdischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten durch, deportierte von überall her in Ghettos und schließlich in die bekannten Lager. Als der Krieg zu Ende war, waren die überlebenden Juden zum großen Teil aus ihrer Heimat herausgelöst, getrennt und weiterhin segregiert - etwas, was es vor dem Krieg so nicht gegeben hatte, Schtetl hin oder her. Für Europa (Deutschland war ab 45 als besetztes Land nicht mehr im Kreis der Handelnden und faktisch erst einmal ausgeschaltet) war die Übersiedelung dieser Juden nach Palästina mithin seine höchst eigene Form der Lösung der "Judenfrage". Und den Zionisten kam das dann auch entgegen. England stemmte sich zwar am Anfang gegen eine Ansiedlung im größeren Stil in seinem Mandatsgebiet Palästina, aber am Ende kam es, wie es kam.

In dem Europa (und früher sogar die USA) jetzt die Palästinenser finanziell unterstützt, begleicht es (früher auch die USA) auf diese Weise ein Stück weit "seine Schulden" gegenüber diesen, denen man die Lösung der jeweiligen eigenen "Judenfrage" aufdrückte. Zur Geschichte der Gründung Israels gehört meiner Meinung nach also auch dazu, dass man sagt, offenbar wollte nach dem Krieg kaum einer so ernsthaft die vertriebenen, enteigneten und zu einem großen Teil, also die, die es nicht rechtzeitig geschafft hatten auszureisen aber überlebten, lagertraumatisierten Juden in seinem eigenen Land. Da war Palästina doch eine praktische Lösung, zumal es mit den Zionisten auch noch unter den Juden selber zugkräftige Organisatoren gab, welche die Neigung, nach Palästina auszuwandern, tatkräftig förderten. Die Judenverfolgung in Deutschland und später in dem von Deutschland besetzten Teilen Europas löste die Juden aus ihrer jeweiligen Heimat heraus, segregierte sie und bildetet die Grundlage für die spätere Auswanderung nach Palästina.

Die Frage, warum man mitten im Krieg die Ressourcen für einen Völkermord aufbrachte, kann damit beantwortet werden, dass in den Ghettos und später dann Lagern eine Selektion in Arbeitsfähige und nicht Arbeitsfähige durchgeführt wurde und die arbeitsfähigen ermöglichten durch ihre Zwangsarbeit die Weiterführung des Krieges, die Ermordung der Nichtarbeitsfähigen sorgte für entsprechende Kostenersparnis und Effizienz. Das "lohnte" sich daher trotz Krieg schon, insbesondere, wenn die eigenen Arbeiter zum großen Teil als Soldaten dienen mussten und nicht mehr arbeiten konnten. Die "Todesmärsche" am Ende des Krieges fanden unter dem selber Gesichtspunkt statt. Man wollte die Zwangsarbeiter weiter arbeiten lassen, eben an anderen Orten.

und damit @qvc,
Sie sehen, ich bin mir durchaus bewusst, dass die Palästinenser hier etwas zu einem großen Teil "ausbaden" mussten, woran sie nur sehr rudimentär beteiligt waren (den Großmufti von Jerusalem, der vermutlich noch nie so populär war wie heute, mal außen vor gelassen). Ändert nichts daran, dass m.M.n. die Palästinenser bereits heute einen eigenen Staat hätten (wenn auch nur einen kleinen und ohne Jerusalem), wenn sie statt in Terror und Waffen die Kohle, die sie erhalten, ernsthaft in die Entwicklung ihrer Gebiete und Leute gesteckt hätten. Über die demografische Entwicklung wären sie auch in Israel selber stärker zum Zug gekommen (ich weiß, die orthodoxen Juden sind noch kinderreicher - lehnen aber vielfach den Staat oder zumindest den Wehrdienst ab).

PS: Vor diesem Hintergrund kann ich die Begeisterung mancher Araber (selber erlebt in einem damals noch kleinen Ort namens Asilah in Marokko anno 1990 - Ah, Ihr kommt aus Deutschland, gutes Land, danke, dass ihr es den Juden gezeigt habt etc.) für A.H. nicht nachvollziehen - ohne diesen wären vermutlich niemals so viele Juden nach Israel ausgewandert, wie dann geschehen.

Simplicius Teutsch

1. Februar 2020 00:20

@zeitschnur:
„Hannah Ahrendt etwa hat in ihrem Gespräch mit Günther Gaus berichtet, dass sie und ihr Mann das damals nicht glauben konnten, weil es kriegstaktisch so ziemlich das Idiotischste war, was die Nazis tun konnten, wenn sie denn wirklich im Interesse Deutschlands gehandelt hätten.“

Das will mir auch heute nicht in den Sinn, dieser deutsch-organisierte, rigoros und mitleidlos durchgeführte, totale Vernichtungshass auf „die“ Juden, von denen ja viele gerne Deutsche waren. Und sie waren keine Schlechten.

„Eins mit euch auf Hieb und Stich,
Unverbrüchlich was uns eine,
Eins das Grosse, eins das Kleine:
Ich war Deutsch und ich war Ich.

Ob im Osten, ob im Westen:
Wo ich bin ist Deutscher Geist.“

Ausschnittsweise entnommen aus „neue Ordnung“ (IV/19): Gedicht an die Deutschen von Karl Wolfskehl, deutsch-nationaler Jude, der zum George-Kreis gehörte, wie ja auch der Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

Woher dann dieser abgrundtiefe Hass auf „die“ Juden, so dass fast ein ganzes Volk bei der Ausrottung mitmachte oder zumindest wegschaute? Manchmal denke ich, diese Veranlagung, dieser Vernichtungshass hat in Deutschland bis heute tatsächlich überlebt, aber nicht zuletzt bei den Linken; nur richtet er sich jetzt gegen das eigene deutsche Volk. Selbsthass.

Solution

1. Februar 2020 00:30

@ alle Christen hier

"Das Judentum ist von einem sehr tiefen Haß gegenüber dem Christentum durchdrungen..." (Prof. Israel Shahak in "Jüdische Geschichte, jüdische Religion", S. 177.)

Andrenio

1. Februar 2020 07:41

Nach dem Wehrdienst gehen junge Soldaten aus Israel gern nach Asien, um dort "die Sau rauszulassen". Pensionsbesitzer verzichten gerne auf das Geschäft, bekommen sie doch zerstörte Zimmer und unbezahlte Rechnungen hinterlassen. Da viele einen zweiten Pass haben, Inder und Thais selten über physionomische Kenntnisse verfügen (so wie bei uns alle Thais ähnlich aussehen), fallen sie immer wieder rein.

Ein guter blondschöpfiger Freund hatte nicht mitbekommen, dass sich die israelischen Mitbewohner in einem Hotel aus dem Staub gemacht hatten und wäre als einzig Verbliebener von der Familie des Besitzers fast totgeschlagen worden.

In Indien kam ich anlässlich eines 10-tägigen Meditationretreat mit einer Gruppe dieser Jungveteranen zusammen. Was ich dort über das wahre Leben in Israel hörte, könnte einen Kaplakenband füllen.

Beispiele:
Frauen sind in der Armee für die Dienstälteren sexuelles Freiwild. Es gibt kaum eine Chance sich zu wehren.
Israel ist eine Mimikrydemokratie, eigentlich eine verkleidete Militärdiktatur. Gibt es eine hohe Position in Regierung oder Parlament, die nicht von hochrangigen Militärs besetzt ist, oft im Generalsrang?

Beim letzten Rückflug aus TelAviv stand neben mir eine israelische Familie mit drei Kindern, deren Endziel Helsinki war, wo sie seit Jahren lebt. Das Baby übergab sich gegen die Wand. Alle Bitten meinerseits bei den Behörden diese Landsleute vorzulassen, wurden wortlos ignoriert. Beim Durchgang durch die Kontrolle standen sie weit hinten. Vorher hatten sie erzählt, dass man sich jedes Mal schwöre nie wieder in dieses "Drecksland" zu kommen. Über das Jahr würde man aber wieder mit sehnsüchtigen Bitten der Verwandten überhäuft und man liesse sich doch wieder weichkochen - wieder mit demselben Ergebnis.

Zum Abschluss noch ein Zitat ei es chilenischen Geschäftsfreundes über ein Schlitzohr "Yo lo soy pero este ya la cagó de ser judío" (frei übersetzt: Auch ich bin einer, aber der ist Überjude).

Laurenz

1. Februar 2020 08:28

Die Sichtweise des Artikels und der meisten Kommentatoren geht an den Realitäten vorbei. Leider trifft das auch für die AfD-Führung zu. Man kann sich hier ausnahmsweise ein Beispiel an Bundeskanzler a.D. Schmidt nehmen, der sich klugerweise einfach zurückhielt.

Es existieren 3 Realitäten zu diesem Thema, die historische, die Realität der medialen Definitionen und geo-politische Realität.

Historisch betrachtet, hätten die Zionisten Israel bereits 1922 haben können, statt 1948, wenn man Deutschland im Krieg unterstützt hätte, eine grandiose politische Fehleinschätzung der Zionisten, das hätte auch den historischen Ärger mit einem III. Reich vermieden. Die sogenannten Palästinenser begingen denselben Fehler gleich 2x und kollaborierten mit den Briten, anstatt die 2malige Chance wahrzunehmen, die Briten und Frogs ins östliche Mittelmeer zu treiben.

Es gibt keine diesbezüglichen internationalen Interessen, den Deutschen ihre Ostgebiete -, die Tibetanern Tibet -, den Beduinen Spanisch-Sahara -, den Iren Nord-Irland, den Mexikanern 4 südwestliche Staaten der USA - oder den Palästinensern ein Palästina zurückzugeben, warum auch? Wenn der Westen wieder mal alle für blöd hält und propagiert, die russische "Repatriierung" der Krim sei völkerrechtswidrig, so wird doch sofort offensichtlich, daß die Übergabe der Krim durch Chruschtschow an die Ukraine ebenso völkerrechtswidrig war. Wie dem auch sei, Völkerrecht gilt eh nur für die militärisch schwachen Staaten des Planeten. Und da die lokale militärische Überlegenheit Israels offensichtlich ist, kann es aus humanen Gründen nur die 1-Staat-Lösung geben. Palästinenser müssen sich, wie 14 Mio. Deutsche auch, eben eine neue Heimat in der Region suchen. Selbst Trump ist zu Palästina-freundlich. Umso länger der Konflikt schwelt, umso unbarmherziger wird sich die 1-Staat-Lösung auswirken und durchsetzen. Würde man es jetzt tun, würde man vielen Menschen viel zukünftiges Leid ersparen.

Die Alt68er sahen Israel falsch. Israel ist nicht der Knüppel der USA, sondern die USA sind der Knüppel Davids, und Britannien der stationäre Flugzeugträger gegen Kontinental-Europa.
Uns kam Opposition dagegen teuer zu stehen. Allerdings wird der Sieg Maos im chinesischen Bürgerkrieg und der Rausschmiß des Westens aus dem Reich der Mitte bis heute ignoriert. Diese Entwicklung Chinas, welche die Weltmacht USA und ihrer Vasallen zu Ende bringen wird, hat in der us amerikanischen und israelischen Politik gegen die Europäer keinen Widerhall gefunden. Die jüdischen Einflußsphären sind abhängig von der weißen Existenz Europas und der USA. Wenn der letzte Weiße den Planeten verläßt, geht der letzte Jude mit ihm. Asiaten sind jüdisch-christliche Befindlichkeiten fremd. In absehbarer, nicht allzu langer Zeit werden wir einfach von den Asiaten weg gemendelt. Und die Chinesen machen, wenn die Zeit gekommen ist, mit den muslimischen Orientalen kurzen Prozeß. Die Chinesen haben im Gegensatz zum Westen, auch die Kapazitäten, große Räume tatsächlich symmetrisch zu besetzen.

In der Frage begrifflicher politischer Definitionen ist die zionistische´Erfindung des "Anti-Semitismus" äußerst unglücklich. Im heutigen Sprach-Gebrauch gilt sich nur für Juden. Nicht-jüdische Semiten fallen hier flach und werden bei Feindlichkeit gegen Juden selbst zu Anti-Semiten, was natürlich ein idiotisches Paradoxon für Blöde darstellt. Die Selektion der Begrifflichkeit ausschließlich für Juden ist quasi schon übelster Rassismus. Hinzu kommt das Paradoxon linker verblödeter Logik. Permanent versucht uns linke Propaganda weiszumachen, es gäbe keine menschlichen Rassen, nur um die eigene Aussage, mit dem Zugeständnis des real existierenden Semitismus zu konterkarieren. Dieser linke latente Rassismus läßt sich hier gut auch auf SiN beobachten, wenn @Imagine grundsätzlich den Kapitalismus für die Flüchtlings-Problematik verantwortlich macht. Imagine erachtet, wie ein imperialistischer Kolonialist, die Flüchtlinge als zu blöd, ihre eigenen Entscheidungen zu verantworten. Selten wird einem Rassismus deutlicher demonstriert. Diese gewohnte linke Haltung überholt selbst die Nationalsozialisten weit rechts außen.
Auch Israel, aber noch mehr die deutsche Politik/Medien, inklusive der jüdischen Gemeinden, machen sich des rassistischen Pro-Semitismus schuldig. Die mediale und moralische Exklusivität jüdischer Opfer über alle anderen Opfer des 2. Weltkriegs läßt sich an einer rassistischen Haltung kaum noch überbieten. Eine neutrale friedliche, vor allem versöhnliche Haltung mit fremden -, wie unseren eigenen Opfern des 2. Weltkriegs stünde uns als Deutsche angemessen gut. Aber statt in Berlin ein Denkmal/Mahnmal für nur jüdische Opfer pro-semitisch und rassistisch zu errichten, hätten wir, wenn, schon eines für alle Opfer des Krieges bauen sollen. Somit haben wir aus unserer Geschichte nichts gelernt, und unser Bundes-Präsident ist nichts anderes als ein reverser Nazi, der im Rassismus verharrt und nur die Protagonisten tauscht.
Der linke Rassimus gilt auch in der Mauer-Architektur. Weiße Mauern, weiße Grenzen sind böse und sinnlos, pro-semitische Mauern, wie die israelische nach Gaza, sind gut.
Was die us amerikanische und deutsche Politik der Unterstützung Israels angeht, so ist diese im allgemeinen als klug zu erachten. 6,5 Mio. israelischen Juden haben neben einem israelischen Paß entweder einen us amerikanischen oder deutschen Paß. Hier liegt der Hund begraben, warum Frau Merkel den Partei-Beschluß der CDU, Doppelstaats-Angehörigkeiten abzuschaffen, einfach ignorierte, und ihrer eigenen Partei bedeutete, daß in der CDU Demokratie und ihr Verständnis keinen Platz hat.
Mehr 3 als Mio. israelische Flüchtlinge würden uns ganz sicher, und selbst die USA vor arge logistische Probleme stellen. Von daher ist hier der einzig gelungene Versuch dokumentiert, wie man Flucht-Ursachen bekämpft.
Was Meuthen und Bytron angeht, so sind sie in Historie und Außenpolitik einfach unterbelichtet. Es gibt keinen Grund für uns, selten dämliche israelische, britische, französische und us amerikanische Außenpolitik zu unterstützen. Diese Staaten haben die aktuelle Situation in der Region provoziert, sollen sie auch schauen, wie sie das wieder gerade biegen.
Es wird keinen Krieg gegen den Iran geben und Bibi weiß das. Was ist denn, wenn Russen und Chinesen im Falle eines Angriffs us amerikanische Flugzeugträger im Arabischen Meer versenken, was nicht wirklich schwer ist? Genau, es passiert nichts, außer einem eklatanten Prestige-Verlustes der Nato. Den wird im Westen keiner riskieren.
Also liebe AfD-Parteisprecher, einfach mal die Fresse halten, wenn man keine Ahnung hat.

Maiordomus

1. Februar 2020 09:24

Marc_Aurel. Unter den intelligenten Büchern jüdischer Intellektueller auch zum Thema Israel ist auf die vergleichsweise wenig bekannte Publikation des in Deutschland von den fünfziger bis zu den siebziger Jahren in bürgerlichen Kreisen hochangesehenen und gern gelesenen Publizisten William S. Schlamm zu verweisen: "Wer ist Jude?", erschienen im Seewald-Verlag, wo damals auch Karl Freiherr von und zu Guttenberg, Studnitz und andere Bücher herausgaben. Schlamm sah es nicht gerade als die endgültige Berufung des Judentums, in Israel zu "verbauern". Desgleichen war zum Beispiel Elias Canetti alles andere als ein Zionist.

Nordlicht

1. Februar 2020 09:58

Wie in meinem vorigen - von der Redaktion nicht aufgenommenen - Kommentar beginne ich mit der Feststellung:
Artikel und mehr noch die Beiträge waren sehr erhellend für mich. Nichts inhaltlich Neues, aber es ergab einen ernüchternden Überblick.

Zur Frage Äquidistanz oder nicht, hier ein Link - vielleicht zum Nachdenken, wem man sich näher fühlt:

https://juedischerundschau.de/article.2020-01.drogen-und-vermeintlich-psychische-erkrankungen-als-rechtfertigung-moslemisch-antisemitischer-straftaten.html

Gerald

1. Februar 2020 13:55

@Solution

Es ist nur folgerichtig, dass das orthodoxe Judentum das Christentum als Verräter und abtrünnige Sekte ansehen muss, eben weil Jesus von den Christen als der Messias angesehen wird. Saulus -> Paulus. Umgekehrt gehört für uns Christen den Juden unser solidarisches Mitgefühl. In ihrem Irrtum bzw. Unglauben, einem Drama epischen Ausmasses, haben die Juden als auserwähltes Volk ihren Gott nicht erkannt, als Er als Mensch zu ihnen kam. Israel interessiert sich auch jetzt nicht für Ihn, ist komplett diesseits orientiert und muss erst noch viel erleiden, bevor es zur Erkenntnis kommt und Jesus auch für sie der Messias ist. Dann aber: „Aber über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um das einzige Kind, und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um den Erstgeborenen.“ (Sacharja 12)

Bei dem Thema hier und dem allgemeinen Verkennen der göttlichen Komponente tritt wieder das grosse Dilemma der Rechtskonservativen zutage: quasi alles, was sie verteidigen bzw. wieder neu beleben wollen, hat als gemeinsamen Nenner das Christentum. Sei es Etikette, Tradition, Solidarität als Volk, Baukunst, Malerei, Musik – überall findet man Fundamente allgemeiner bis tiefer Frömmigkeit. Aber dieses Christentum ist unerwünscht, sei es, weil man es als überholt oder gar schädlich ansieht, weil es als Privatsache bleiben soll oder ganz einfach weil man damit nicht mehr punkten kann. Die guten Auswirkungen will man gerne übernehmen aber ohne Religion bitteschön. Dieses Dilemma ist so nicht zu überwinden, weil der Geist im wahren Sinn des Wortes fehlt. (Das ist auch der Grund, weswegen Atheist Putin die russisch orthodoxe Kirche hofiert; er begreift, dass Religion (nicht nur) Opium fürs Volk, sondern eben auch der Kitt ist, der ein Volk zusammenhält)

zeitschnur

1. Februar 2020 15:27

@ Solution

Das ist eine Meinung, die Sie hier zitieren, nicht die volle Wirklichkeit. Ich kann nicht sehen, dass "das" Judentum von einem tiefen Hass gegen das Christentum durchdrungen ist.
Wenn Sie die Studien Peter Schäfers durcharbeiten, v.a. zur Spätantike, werden Sie erkennen müssen, dass es neben dem Hass, den es auch gibt, eine gegenseitige geistige Beeinflussung geschehen ist. Es gibt einige Talmudstellen, die Jesus auf eine lästerliche Weise schmähen, aber sie sind ja nicht verbindlich, sondern nur Lehrstücke bestimmter Rabbis. Andere sagen wieder etwas anderes, gut und gerne auch Gegenteiliges.
Inwieweit kabbalistisches Gedankengut überhaupt aus dem Judentum selbst kommt, wird diskutiert, und vor allem hier findet man einiges Feindseliges, auch all die messianischen Endzeitsekten, aber da sie allesamt auch die Ambition haben und hatten (etwa Jakob Frank), sowohl die Kirche als auch den Islam zu unterwandern (dort: in der Dönme-Sekte), weiß man so leicht nicht mehr, was nun von wem stammt...

"Normales" Judentum aber ist teilweise dem Christlichen sogar sehr zugewandt, man denke nur an die Schriften Friedrich Weinrebs.

Ohne ein differenziertes Forschen wird man wohl nicht auskommen können, wenn man vernünftige Positionen einnehmen will.

Cugel

1. Februar 2020 16:07

@Gerald
Hat sich das Christentum in den Augen der beiden anderen abrahamitischen Religionen schon von Anbeginn schwerster Häresie schuldig gemacht, so hat die Kirche später mit der Trinitätslehre nochmals ordentlich nachgelegt. Diese soll nach einer (von der Islamwissenschaft vehement bestrittenen) These des Linguisten "Christoph Luxenberg" den Ursprung des Islams begründen, der demnach aus einer Abspaltung von Frühchristen hervorgegangen ist, welche die Dreieinigkeitslehre ablehnten.
Nicht alle Rechtskonservativen sind allerdings Christentumsverächter. Es wäre interessant, deren Anteil an der Rechten zu erfahren. Haben Sie dazu Erkenntnisse? Hat jemand aus der Runde Quellen dazu?

"Das ist auch der Grund, weswegen Atheist Putin die russisch orthodoxe Kirche hofiert; er begreift, dass Religion (nicht nur) Opium fürs Volk, sondern eben auch der Kitt ist, der ein Volk zusammenhält"

In der Tat. Beim Saker-Blog gibt es dazu viele Informationen. Was die Sozialfunktion des Glaubens in seiner organisierten Form betrifft, so halte ich sie für dessen wichtigste, dem hartnäckigen Versuch Zeitschnurs zutrotze, mir das auszureden. Noch eine kleine Klugsch...erei meinerseits: Marx sprach vom Opium des Volkes, nicht vom Opium für das Volk. Eine wichtige Unterscheidung, die mir bis vor kurzem nicht bekannt war.

eike

1. Februar 2020 18:00

@Maiordomus
"Sie haben zu wenig mit Juden gesprochen, die keinen Lärm machen ...."

Ja, es gibt sie, die Juden, die für den Nationalsstaat sind ...

Als Schweizer kennen Sie sicher Pierre Desproges und goutieren sein bonmot:

«Ma femme est très portée sur le sexe, malheureusement ce n’est pas le mien.»

Solution

1. Februar 2020 18:30

@ zeitschnur

Wenn etwas möglicherweise auf die meisten Mitglieder einer Gruppe zutrifft, ist es legitim, die Gruppe mit jenem zu kennzeichnen. Natürlich gilt das nicht zwingend für jeden einzelnen der Gruppe.
Immerhin wurde dieses Buch von Israel Shahak von so unterschiedlichen Leuten wie Christopher Hitchens oder Gore Vidal (der schrieb sogar ein Vorwort!) empfohlen. Es wurde auch in einem jüdischen Verlag in der BRD (A. Melzer) nachgedruckt.
Die von ihnen erwähnten Einzelfälle haben natürlich auch Gewicht.
Für Christen empfehle ich das Buch "Blumen aus Galiläa" von Israel Shamir, der sich vom Judentum ab- und dem Christentum und den Palästinensern zugewandt hat. Nach dessen Lektüre wird bestätigt, was hier schon überall kritisch dargestellt wurde.

Cugel

1. Februar 2020 19:03

@zeitschnur
'"Normales" Judentum aber ist teilweise dem Christlichen sogar sehr zugewandt, man denke nur an die Schriften Friedrich Weinrebs.'

Weinreb scheint doch aber eher ein Außenseiter als "normales" Judentum gewesen zu sein, oder täuscht uns Wikipedia, wie so oft, auch hier (und wenn ja, warum...?):
"Weinreb beschäftigte sich vor allem mit der Auslegung des biblischen Wortes. In seinem Hauptwerk Schöpfung im Wort – Die Struktur der Bibel in jüdischer Überlieferung geht es ihm um den überzeitlichen „Sinn“ der hebräischen Bibel als Urkunde des Seins überhaupt, jenseits aller historisch beweisbaren Tatsachen. Wesentlich für jede biblische Lektüre ist für Weinreb die direkte Mittlerschaft des Wortes zwischen Gott und dem Hörer des Textes. Voraussetzung für ein tieferes Verständnis der Bibel ist dabei die Anerkennung der hebräischen biblischen Sprache als wesentlicher Mitteilung grundlegender überzeitlicher Wahrheit. Dabei kommen vor allem kabbalistische Überlieferungen zum Tragen, die einen Zusammenhang zwischen Wort und Zahl aufzeigen.[3]
[...]
Von der Lehre Weinrebs fühlen sich jedoch vor allem Christen angesprochen.
[...]
Auf das religiöse Leben seiner jüdischen Glaubensgenossen hatte Weinreb dagegen wenig Einfluss. Das gilt bis auf wenige Ausnahmen auch für heute populäre Weiterentwicklungen des klassischen Chassidismus, vor allem in den USA und in Israel. Chassidische Juden oder andere Anhänger der Kabbala erfuhren schon wegen der Sprachbarriere zum Deutschen oder Niederländischen nichts von Weinrebs Werk. Zudem war die Unabhängigkeit des kabbalistischen Mystikers wesentlich für Weinrebs Selbstverständnis, was die Kommunikation mit dem organisierten Judentum grundsätzlich erschwerte."
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Weinreb

Ein ziemlich bunter Vogel war er wohl auch im säkularen Leben.

Imagine

2. Februar 2020 01:23

@zeitschnur 31. Januar 2020 11:29
„. Hannah Ahrendt etwa hat in ihrem Gespräch mit Günther Gaus berichtet, dass sie und ihr Mann das damals nicht glauben konnten, weil es kriegstaktisch so ziemlich das Idiotischste war, was die Nazis tun konnten, wenn sie denn wirklich im Interesse Deutschlands gehandelt hätten. Das alles wirft Fragen auf, die systematisch ausgeblendet werden.“

@zeitschnur, Sie zeigen sich wieder einmal als kritischer Geist, der auf Tabuthemen und „blinde Flecken“ hinweist. Chapeau!

Die Vertreibung und Ermordung der Juden hatte ja nicht nur rassistische Motive, sondern es ging auch und insbesondere um die Aneignung von deren Vermögen.

Auch wenn der Massenmord an den Juden nicht kriegstaktisch erklärbar sein mag, ökonomisch ist er es schon. Denn da ging es um riesige Vermögen in einem gigantischen Gesamtvolumen.

Wer hat davon profitiert? Wer hat sich die Vermögen angeeignet, die Unternehmen, die Banken, die Patent-Rechte, die Immobilien, die Kunstschätze etc.?

Man erinnere an den Namen Christoph Meili (https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Meili) und das Verfahren um jüdische Vermögen bei Schweizer Banken (https://de.wikipedia.org/wiki/Verfahren_um_j%C3%BCdische_Verm%C3%B6gen_bei_Schweizer_Banken).

Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs bezogen auf das Volumen der jüdischen Vermögen. Wer waren die wirtschaftlichen Profiteure des Massenmords an den Juden? Wer hat sich die Vermögen aus dem Massenmord angeeignet?

Auf Seiten der Deutschen gab es wenig rationale Motive am Massenmord, denn der Krieg war längst verloren.

Also müsste man bei der Frage nach den Profiteuren den Blick auch auf die Siegermächte richten.

Ist dies jemals ernsthaft recherchiert worden?

eike

2. Februar 2020 03:02

@Maiordomus
Ja, ja, wenn Juden für den Nationalsstaat sind ...

Als Schweizer kennen Sie sicher Pierre Desproges und goutieren sein bonmot:

«Ma femme est très portée sur le sexe, malheureusement ce n’est pas le mien.»

zeitschnur

2. Februar 2020 15:46

@ RMH

"... und die arbeitsfähigen ermöglichten durch ihre Zwangsarbeit die Weiterführung des Krieges..."
____________
Ob das wirklich so stichhaltig ist? Haben Sie sich damit befasst, was die I.G. Farben in Auschwitz produzierte? Es ging schon in den frühen 30ern dabei um eine Versuchsanstalt für künstlichen Kautschuk ("Buna"). War das treiben it diesem irren Aufwand dort wirklich kriegswichtig?! Man musste diese Logistik ja unter enroemn Kosten durchziehen - Leute sich erst mal totschuften lassen, nachdem man sie überzählig herbei gekarrt hatte, ständig neue Arbeiter einarbeiten, die vielen mitproduzierten Toten entsorgen - also pardon: wer in einem ernsten Kriege wäre, hätte wahrlich Besseres zu tun!!!
Ich habe sehr viel mehr den Eindruck, dass dieses Arbeitslager eine Art gesellschaftliches Versuchslabor für künftige Zeiten war, in denen der einzelne gewissermaßen seine Lebensenergie für sein Weiterleben einsetzen muss. es sieht vieles danach aus, als hätten übelste Kräfte genau das damals unbedingt vor Kriegsende noch durchziehen müssen, um damit Schlüsselerfahrungen zu sammeln. Es ging darum und nur darum. Um Zwangsarbeiter einzusetzen, die man einigermaßen bei Laune hält (ständige Tote und neue Arbeiter sind doch nur Hinderungsfaktoren!), die kriegswichtige Produktion bedienen, taugt dieses surreale Szenario dort im Osten wahrlich am allerwenigsten - jedenfalls dann, wenn man einigermaßen mit den Füßen auf dem Boden steht und noch nüchtern ist. Verzeihung, wenn ich das so leidenschaftlich vortrage.
Den Antijudaismus, den die Kirche jahrhundertelang befördert hat, unterschätze übrigens gerade ich überhaupt nicht, lesen Sie meine anderen Kommentare auch beim Sommerfeldartikel.

Ratwolf

2. Februar 2020 19:25

Die Frage ist wichtig, denn sie hat das Zeug die Rechte zu spalten.

Wenn man die Pro-Israel-Rechten und die Anti-Israel-Rechten miteinander vergleicht, dann erscheinen die Pro-Israel-Leute sympathischer. Im yt-Raum wären das zum Beispiel „Malarich“ (also Michael Stürzenberger) und der „Volkslehrer“ (keine Ahnung wie der heißt). Stürzenberger ist eindeutig erfolgreicher. Er findet mehr Anhänger in der Bevölkerung. Die Bürger würden ihn wählen.

Judenhasser sind keine Sympathieträger. Man kann zwar die Stimmen vieler Moslems gewinnen und Geld aus den Staaten des traditionellen muslimischen Judenhass akquirieren. Aber sorry: Es ist einfach idiotisch und langweilig, weil deren Weltbild auf zahlreichen Verschwörungstheorien basieren und die nicht der Wirklichkeit entsprechen.

Sicher gibt es auch moderate Kritiker der politik Israels. Die meine ich nicht damit.

Bezüglich der Verbohrten, ist es ein großer geistiger Schritt, sich von einen verhärteten, dogmatisch versteinerten paranoiden Israel- und Judenhasser zum Gegenteil, also einen einem kritiklosen Befürworter der Politik Israels zu entwickeln. Dies ist eine große Leistung, welche weiteres, freieres Gedanken möglich macht. Es beginnt eine Flexibilisierung des Denkens. Hier ist auch ein Punkt, welcher in dem guten Text zu kritisieren wäre: Die Beschreibung der innerpsychologischen Motivlage der israel- und judenfreundlichen Rechten ist zu statisch. Sie mag ein anfänglicher Impuls gewesen sein. Aber Menschen entwickeln sich weiter. Der Sinn liegt hier im „lösen“ oder „los lassen“.

Dass es solche nervigen Judenhasser bei den Rechten (wie auch bei anderen Gruppierungen) gibt, kann kaum bezweifelt werden. Solche Leute im Gespräch über irgendwas zu überzeugen ist hoffnungslos. Auch Gespräche über andere Themen sind damit schwierig. Die sind komplett blockiert und fixiert. Die Selbigen dürften sich jetzt übrigens massiv angegriffen fühlen, und dies üblicherweise paranoid umdeuten: „Der will doch nur…“

Aber wer sich einmal aus dieser Statik dieses Denkens gelöst hat, kann mit der Flexibilität weiter denken. Es ist ein Anfang. Diese Menschen werden danach auch wieder auf neue, tatsächlich kritische Details der Realität des Staates Israels stoßen, wie sie im Artikel dankenswerter Weise genannt wurde. So entwickelt sich Zug um Zug eine realistischere und flexiblere Sicht der Dinge.

Und eine solche Wandlung setzt auch Energie frei. Wie man bei Martin Sellner oder Michael Stürzenberger sehen kann.

Es gibt aber auch Nachteile dieser Orientierung.
Das übliche: Wenn die Probleme vor der eigenen Haustür toben, dann flüchtet man im Gedanken gerne in alte Geschichte(n) oder in andere Länder. Wer ist frei davon? Es ist eine Flucht im Angesicht entsetzlicher Zustände im eigenen Land. Da hilft Gemeinschaft mit anderen Rechten vis-a-vis und die Fokussierung auf die Probleme in Deutschland und die eigenen Interessen.

Eine dogmatische Fixierung birgt auch die Gefahr, für die außenpolitischen Ziele anderer Nationen oder Kräfte eingespannt zu werden. Josef Fischers „Nie wieder Auschwitz“ und dann „Bomben Marsch auf Serbien“ kann die Folge sein. Die AfD ist nicht Regierungspartei. Das dauert auch noch. Es besteht also keine akute Gefahr. Die AfD steht aktuell unter noch massiveren Druck als sonst. Und in dieser Situation sucht man einfache Lösungen, welche die Bürger verstehen. Eine einfache Zuspitzung ist typisch für eine politische Auseinandersetzung in den modernen Demokratien.

Ein „Nationalstaatsgesetz“ würde ich auch begrüßen. Es müsste in eine reformierte EU, also anderer „Nationalstaatsgesetze“ eingebettet sein. Die Zukunft sieht aber anders aus wenn sich nichts Grundlegendes ändert. Also Ausgeträumt.

Zum Staat Israel:
29. November 1947 wurde mit Zweidrittelmehrheit für den Teilungsplan und die Gründung eines jüdischen und eines arabischen Staates gestimmt. Nach gegenseitigen Vertreibungen lehnten die arabischen Staaten das Existenzrecht Israels bis zum heutigen Tag ab. Nach der Ausrufung des Staates Israels griffen noch in der Gründungsnacht Ägypten, Saudi-Arabien, Transjordanien, der Libanon, der Irak und Syrien dem neuen Staat an. All das schaffte kein Vertrauen und lässt die Posotion der Araber schlecht aussehen. Nach zahlreichen Kriegen, Gebietsverlusten für die Araber und der Aneignung von Nuklearwaffen durch Israel mussten sich die Araber zunächst geschlagen geben. Eine weitere Escalation ergibt sich durch die Unabhängigkeit des Irans und seinen Streben nach einer Atomwaffe. Wenn sich diese Mode ausbreitet, dann stehen die Islamischen (Perser & Araber) und der Staat Israel wieder im Patt gegenüber. Eine arabische nukleare (Koffer)Bombe wäre das Ende des normalen Lebens in Israel. Die Iraner können aber mit einer gewissen Berechtigung nach dieser Bombe streben, solange die USA nicht aufgeben wollen, an die Ölquellen zu wollen. Nuklearabkommen hin oder her. Das spielt keine Rolle. Bei einem Nuklearabkommen werden sich die Iraner die eine höher entwickelte Bombe mit weitreichenderem Labormaterial durch Sanktionslockerungen irgendwann im Augenblick der Schwäche des Westens bauen können. Das entscheidende ist die Anerkennung des Staates Israel durch die Iran, und die Anerkennung des Existenzrechtes des Irans durch die USA incl. Ausbeutung des eigenen Öls durch den Iran.

Zu Israel & USA:
Es ist logisch, dass sich Israel an die USA klammert und genau daran langfristig unterzugehen droht. Im historischen Verlauf betrachtet, hat sich diese Klammerung verstärkt. Aber: Ein anderer Staat oder ein anderes Staatenbündnis als Verbündeter macht keinen Sinn. Oder wie ein „Interner“ mal hinter vorgehaltener Hand sagte: „Das wissen wir alles. Aber was würden Sie denn machen?“

Max

2. Februar 2020 19:32

Ich möchte auf einen Aspekt hinweisen, der gerade für die europäischen Rechten wichtig sein sollte:

Israel ist bei allen Arabern verhasst. Das wissen sie. Und Israel ist daher nicht daran interessiert, dass sich seine arabischen Nachbarn erfolgreich und in Frieden entwickeln.

Gerade im syrischen Bürgerkrieg hat Israel fast öffentlich die verschiedensten islamistischen Terror-Organisationen unterstützt, einschließlich des Islamischen Staates, der im Grenzgebiet zwischen den syrisch kontrollierten Gebieten und den Golan-Höhen auch eine Enklave hatte.

Es ist also die bewusste und gezielte Destabilisierungspolitik Israels, die zumindest eine der Ursachen von Flüchtlingsbewegungen aus diesen Regionen nach Europa ist.

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