1. September 2020

Wer war schuld am „Reichstagssturm“?

Martin Sellner / 74 Kommentare

Am 29. August wurde der Reichtstag „gestürmt“,  so die mediale Einordnung des Spektakels, das sich auf den Stufen des Regierungsgebäudes abspielte.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

In der Realität stiegen knapp hundert Demonstranten aus der Reichsbürgerszene, unter anderem mit Türkei- und Q-Fahnen bewehrt, über eine Polizeiabsperrung und besetzen für eine kurze Zeit die Stufen des Bundestags. Auch wenn diese Aktion weitgehend friedlich ablief, hat die Presse nun ihre „Horrorbilder“ die „als Zeichen der Schande um die Welt gehen“. Innensenator Geisel und Co. haben ihre nachträgliche Rechtfertigung für das Verbot der Coronademo und der juristische Hürdenlauf für Michael Ballwegs "Querdenken"-Team wird nun noch herausfordernder und schwieriger.

Die beachtliche Zahl der Demonstranten, die sich von der Siegessäule bis zum Brandenburger Tor gesammelt hat, verschwindet hinter den Schlagzeilen vom „Reichstagssturm“, der in den grellsten Farben gezeichnet und zum „Angriff auf die Republik“ hochstilisiert wird. Tatsächlich nutzte also eine kleinere radikalere Gruppe, die zum Regelbruch bereit war, den Schutz einer gemäßigten Großdemo zur Planung und Durchführung einer disruptiven Aktion.

Dieses Vorgehen, das auch der Taktik des schwarzen Blocks entspricht, nimmt die gesamte Demo in Geiselhaft. Dies mag aus Sicht der Akteure aufmerksamkeitsökonomisch sinnvoll gewesen sein. Strategisch gesehen ist es jedoch schädlich. Es ist genau das, was ich durch mein Fernbleiben am 1.8. und meine niederschwellige Teilnahme am 29. 8. (ohne IB-Fahnen und Megaphone) vermeiden wollte. Man darf gespannt sein, ob die Coronaproteste diesen Schnitzer überstehen oder ob ihr Zenit überschritten ist. Denn sie sind für rechte Metapolitiker ein hochinteressantes neues Phänomen.

Sie zeigen, das ist meine These, ein mögliches Mobilisierungspotential für rechte Massenbewegungen. Um es klarzustellen: die Mehrheit der Teilnehmer an den "Querdenker"-Demos ist weder explizit rechts noch migrationskritisch. Sie ist aber eindeutig „rechtsoffen“ und das bedeutet in der heutigen „Friedensvolksgemeinschaft gegen rechts“ (Justus Werthmüller) bereits die Welt.

Fakt ist, daß es seit Bestehen der BRD im Berliner Regierungsviertel wohl keine derart große, professionell organisierte und gut besuchte Veranstaltung gab, auf der Patrioten und rechte Akteuere sich frei bewegen konnten, oder sogar positiv aufgenommen wurden. Demgegenüber sah man kein einziges „Refugees-welcome“-Banner, und hörte keine antideutschen oder antinationalen Parolen. Ballweg weigert sich weiter standhaft, die üblichen Distanzierungsfloskeln „gegen Rechts“ abzuspulen und heißt „sowohl Rechte als auch Linke“ willkommen, sofern sie keine Extremisten sind. Bereits das stellt in der real existierenden BRD einen Affront sonder gleichen dar.

Als „nicht antideutsche Massenveranstaltung“, stellen die Querdenker den antideutschen Grundkonsens des Systems auf eine für die Elite unerträgliche, weil unübersehbare Art und Weise in Frage. In ihrem Kalkül darf es einfach keine politische Massenveranstaltung geben, die sich dem antideutschen Grundkonsens entzieht, weil sie weiß, daß dieser dadurch empfindlich geschwächt wird. Instinktiv werden die Coronaproteste daher mit der Nazikeule bearbeitet und Abweichler wie ein Polizist, der auf einer "Querdenker"-Demo sprach, mit Razzien und Repression gequält.

Mein Eindruck nach dem Besuch der Demo ist: den Querdenkern ist es gelungen, das PEGIDA-Protestpotential abzurufen und um zahlreiche neue, frisch anpolitisierte Demonstranten zu erweitern. Wie viele von ihnen für eine „Politisierung“ nach rechts bereit sind und unter gegebenen Umständen auch zu einer patriotischen Demo kommen werden, ist unklar. Das rechtsoffene Protestpotential ist für metapolitische Aktivisten jedoch geht in eine Größenordnung, die man in Strategien einbeziehen muß.

Warum diese Masse gerade gegen die Coronamaßnahmen auf die Straße geht, ist nicht verwunderlich, wenn man sich mit der Theorie des gewaltlosen Widerstands befaßt. Sehr häufig waren es Rand- und Nebenthemen, die in totalitären Regimen große Protestbewegungen ermöglichten.

Gerade „materialistische“ Nebenschauplätze, bei denen Ideologen jeglicher Couleur oft die Nase rümpfen, sind es, die relevante Massen auf die Straße treiben. Diese wurden natürlich nur dann wirksam, wenn sie von politischen Kadern organisiert und fokussiert wurden, was eine handlungsfähige politische Bewegung voraussetzt. Tatsächlich ist es, gerade in einer totalitären Struktur, die Regel, daß ein eigentlich politisches Protestpotential eine nichtpolitische Form annimmt. Diese „Proxythemen“, die ich in meinem letzten Beitrag erwähnt habe, beschreibt Gene Sharp folgendermaßen:

In Situationen, in denen sich die Bevölkerung ohnmächtig und verängstigt fühlt, ist es wichtig, daß die Menschen zunächst nur wenig riskante, vertrauensbildende Aktionen durchzuführen haben. Diese Aktionsarten – wie etwa seine Kleidung entgegen der üblichen Art zu tragen – können öffentlich eine abweichende Meinung zum Ausdruck bringen und den Menschen die Gelegenheit bieten, sich in signifikantem Maße an Akten des Widerspruchs zu beteiligen. In anderen Fällen kann eine relativ unwichtige, (oberflächlich betrachtet) unpolitische Frage (etwa die Sicherstellung der Wasserversorgung) zum Aktionsfeld einer Gruppe gemacht werden. (…) Ein Erfolg solch begrenzter Kampagnen könnte nicht nur spezifische Mißstände beheben, sondern auch die Bevölkerung davon überzeugen, daß sie tatsächlich über Machtpotential verfügt.

Auch bei den Coronprotesten geht es um ein „Kleidungsstück“, das diesmal allerdings nicht getragen, sondern abgelegt werden soll. Dieser diffuse, rechtsoffene, aber teilweise apolitische Protest der Querdenker ist also keine Ausnahme, sondern die Regel in totalitären Systemen. Alles andere wird rasch erkannt, punziert, und ausradiert, sodaß es gar keine große Masse erreichen kann.
Solange jedoch keine handlungsfähige Organisation geschulter Kader mit einer klaren, langfristigen und gewaltfreien Strategie dieses Potential nutzt, sind diese Proteste nur Blasen, die rasch platzen und sogar eine gefährliche Wirkung als Druckventil einnehmen.

Dieser Organisationsarbeit steht jedoch immer ein „ideologischer Reinheitsdünkel" der politischen Kader im Wege. Der elitäre Ekel, der ideologisch geschulte Kader überkommt, wenn er spontane und originäre Proteste erblickt, ist ein weit verbreitetes Syndrom unter Aktivisten. Er kommt aus der eigenen Triebfeder für den Aktivismus und ist unweigerlicher Teil des „Political Identity Paradoxon“.

Gerade im rechten Lager verstärkt jedoch eine Moderne- und Konsumkritik den Ekel der Avantgarde vor der „desinteressierten" und "konsumgeilen“ Masse, die sich kaum für Ideale, jedoch sehr für Diesel, SUV und Steak interessiert. Man begreift einfach nicht, warum der Bürger nicht gegen den Bevölkerungsaustausch, aber gegen Mundschutz auf die Straße geht. Srda Popovic, Gene Sharps gelehrigster Schüler und serbischer Aktivist, hält fest, was sich jeder politische Akteur hinter die Ohren schreiben sollte.

Das liegt nicht daran, dass sie böse sind. Die meisten Menschen sind anständig, freundlich und bescheiden. Sie glauben nach den unsterblichen Worten von Liz Lemon aus der Fernsehsendung „30 Rock", dass alles, was jemand in diesem Leben wirklich will ist, in Ruhe gelassen zu werden und ein Sandwich zu essen. Aber sie haben auch viel im Kopf. Dinge wie Jobs und Kinder, große Träume und kleine Missstände, ihre Lieblingsfernsehshows, mit denen sie Schritt halten müssen, die Kisten, die mit Dingen gefüllt sind, die sie an Amazon zurückschicken müssen. Du kannst der Meinung sein, dass diese Dinge albern sind. Du kannst Leute beschuldigen, die sich nur von einen Tag auf den anderen leben und ihren eigenen Garten pflegen wollen, egoistisch, blind oder sogar unmoralisch zu sein. Die schlimmsten Aktivisten, die ich je gesehen habe, haben genau das getan. Sie erreichten nichts, weil es unrealistisch ist, von den Menschen zu erwarten, dass sie sich mehr als das interessieren, was ihnen bereits wichtig ist, und jeder Versuch, sie dazu zu bringen, muss scheitern.

Kurz: das Verzweifeln an der Schlechtigkeit, Banalität und dem „Volkssensualismus“ (Nietzsche) der Masse ist eine elitäre Pose des Aktivisten, mit der er sein politisches Scheitern oder seine Apathie rechtfertigen möchte. Selbstverständlich kann man sich ein anderes Volk zurück oder einen anderen Kampf herbeiwünschen. Es ändert jedoch nichts an der derzeitigen Lage und der Aufgabe, die man hat: Ansatzpunkte und Schnittpunkte mit den Menschen zu finden, und sie von dort zu einem sinnvollen Einsatz gegen den status quo zu organisieren.

Die Geschichte gibt uns zahlreiche Beispiele für unpolitische Rand- und Nebenthemen, die explodierten und totalitäre System in die Luft jagten. Gandhis großer Durchbruch und damit der Beginn der indischen Dekolonisierung war die Politisierung eines basalen Konsumguts. Srda Popovic schreibt dazu:

Er  [Gandhi] hatte bereits die Unabhängigkeit Indiens gefordert und von Selbstbestimmung für das indische Volk gesprochen, aber das war zu abstrakt. Abstrakte Ideale können einige gleichgesinnte revolutionäre Seelen mobilisieren, aber Gandhi brauchte ein ganzes Land. Dafür musste er etwas Konkretes finden. Er musste sich für eine Sache einsetzen, die so einfach und unumstritten war, dass jeder Inder, unabhängig von Politik oder Kaste, nicht anders konnte, als sich an seine Seite zu scharen. Und 1930 fand Gandhi seine Antwort: Salz.

Der Salzmarsch rief erstmals eine kritische Masse auf die Straße und machte Gandhi vom verträumten Sonderling zum Führer einer Revolution. Von der Boston Tea Party bis zu den „Westbananen“ ließe sich diese Liste lange fortführen. Zu jedem Fall finden sich auch Idealisten, welche diese „materialistischen“ Nebenschauplätze ablehnten.

Doch eine Beschimpfung des Volkes und des „Menschenmaterials“ als unbrauchbar und dumm ist immer Ausdruck des eigenen strategischen Bankrotts. Die Sehnsucht nach einer „reinen Revolution“, in der die Masse die eigenen Grundsätze erkennt, die eigenen Bücher und Traktate liest und die eigenen Begriffe übernimmt, ist meist ein unrealistischer Wunschtraum. Die geschichtliche Wirklichkeit ist stets verworren, unplanbar und ein Zusammenwirken von Zufällen, wirtschaftlichen Faktoren, Mythen, Momenten und unvorhersehbaren Dynamiken.

Die Gründe für den Erfolg unpolitischer, konkreter Proxythemen in totalitären Systemen liegen auf der Hand. Die Eintrittsschwelle für die Masse ist geringer, und die Repression für das System wird schwieriger zu rechtfertigen. (Ich nannte dies in meinem letzten Artikel den „Lucke-Effekt“). Am Ende kommt es primär darauf an, daß sich eine kritische Masse von Menschen versammelt und politisiert, die für widerständige und für regimekritische Themen offen ist. Dann jedoch müssen geschulte Kader ihren elitären Dünkel überwinden und sich als sichtbare Akteure in die Proteste einbringen. Vom Maidan bis zum Tahrirplatz haben das organisierte Gruppen geschafft, indem sie die der Masse, ohne sie als Bühne für aktivistische Abenteuer zu nutzen, eine Struktur, eine Strategie und ein Ziel gaben.

Wenn das fehlt, dann schlägt die Stunde der Populisten und „Inflationsheiligen“. Die Masse sucht notwendig nach Führungsfiguren, Vertretern und Vorbildern. Sind diese nicht Mitglieder einer weltanschaulichen Schule und einer organisatorischen Struktur, so bilden sich unweigerlich Gurus, singuläre Wortführer und Charismatiker heraus, die meist Ich-AGs und Zentralgestirne in ihrem eigenen Polit-Universum sind. Diese wirtschaften die Protestblase ab, bis sie platzt, um sich dann zur nächsten „Stimmungswelle“ zu paddeln, um sie zu reiten. Das ist weder der Masse noch diesen Akteuren allein vorzuwerfen, sondern Ergebnis einer unausweichlichen Dynamik. Unter den Blinden wird der Einäugige immer zum König.

Das Absurde an der Kritik, die von einigen Neurechten an den Teilnehmern und Führungsfiguren der rechtsoffenen Coronaproteste geäußert wird, ist, daß es bis jetzt gar nicht versucht wurde, das Thema selbst zu besetzen und eigene Massenveranstaltungen zu organisieren. Wohin soll sich das Protestpotential denn wenden, wenn es keine Alternative zum Bestehenden gibt? Von wem sollen sich die Massen, die realistischerweise nie in ihrem Leben ein Buch von Benoist oder vom Jungeuropa-Verlag in die Hand nehmen werden, die Weltlage erklären lassen, wenn kaum ein Neurechter sich dazu herabläßt, zB. ein massentaugliches Nachrichtenformat auf YouTube zu erstellen?

Ein Kult der Anonymität, eine bewegungsfeindliche Kritik des „Gesichtzeigens“, und die Einrichtung im „Grand Hotel Abgrund“, die für manche rechte Intellektuelle vielleicht die eigene Lebensgestaltung in einer intellektualistischen splendid isolation rechtfertigen soll, erzeugt ein organisatorisches und ideologisches Vakuum. Dieses ist ein wichtiger Grund für die Dominanz anderer, weniger reflektierter Akteuere.

Es ist zuletzt auch durchaus kein Wunschdenken, in der Coronabewegung ein revolutionäres Potenzial zu sehen. Es wäre oberflächlich, sie nur anhand ihrer sichtbaren Oberfläche zu beurteilen. Im Gegenteil: anders als bei den Anti-Greta-Klimaprotesten ist die Stoßrichtung der Coronabewegung, selbst wenn es oberflächlich um persönliche Freiheitsrechte geht, eine gemeinschaftlich-nationale. Das machte der Organisator Ballweg deutlich, als er gleich zu Beginn der Versammlung vor einer frenetisch jubelnden Menge eine "verfassungsgebende Versammlung" ausrief und damit die Souveränitätsfrage stellte. Unweigerlich verschiebt sich das Thema von individuellen Freiheitsrecht zur Freiheit des Volkes und der nationalen Frage. Die Querdenker mögen keine Antwort darauf haben, doch sie stellen sie aus einer explizit nicht antideutschen Haltung  jenseits des BRD-Grundkonsenses des universalistischen Schuldkults.

Auch der esoterische Grundton der Versammlung, den man als kitschig empfinden mag, zeigt, daß es nicht primär um liberale Konsumwünsche, sondern um eine wie auch immer gefaßte „Tiefe“ geht. Jürgen Elsässer hat diese Protestbewegung in der letzten COMPACT zu recht (nach den Inhalten und nicht nach dem Altersschnitt) mit der deutschen Romantik und der Wandervogelbewegung verglichen. Die Veranstaltung hatte in der Tat etwas von Muck Lambertys „neuer Schar“. Jonas Schick sah dort primär jenen Typus, den Sieferle als das „dionysische Individuum“ bezeichnet.

https://www.bitchute.com/video/Y36hGMeQCT3a/

Dem würde ich widersprechen. Das „dionysische Individuum“ findet man heute nicht in der rechtsalternativen Esoterikszene, in der eine, zwar diffuse, aber ehrlich gemeinte Grundkritik an Konsum und Materialismus vorherrscht. Der Eso-Universalismus ist im Grunde nichts anderes als eine Neufassung der Ideen von Blavatsky und Steiner, also eine Wiederbelebung des modernen Spiritismus. Ebenso wie damals dominieren die Verschwörungstheorie, postchristlich-chiliastische Momente und eine ortlose Sehnsucht nach einer inexistenten blauen Blume.

Die völkischen Rauschebärte von einst sind die Corona-Esoteriker von heute. Von Fahrenkrog über Fidus, Gräser, Marby bis hin zu Guido von List wären sie heute wohl alle bei den Querdenkern dabei und würden im Tiergarten campieren. Die traditionalistische Kritik an diesem pseudoreligiösen Phänomen, welche insbesondere von Julius Evola und René Guénon perfektioniert wurde, soll hier nicht thematisiert werden.

Ungeachtet dessen sind diese Strömungen sicher nicht nicht mit dem "letzten Menschen", der heute den Mainstream ausmacht, gleichzusetzen. Diesen findet man beim unpolitischen Goa-Festival, bei der Premiere des neuen Marvel-Streifens, beim instagramdokumentierten „Travel“, beim Trainieren und "Fooden", auf HipHop-Konzerten und beim drogensedierten „Chillen“ im urbanen Raum. Man findet ihn beim Sexurlaub im Dritte-Welt-Land, beim Shoppen im Eine-Welt-Laden, bei der Aufrißparty in der Dorfdisko und beim Computerspielen in seiner „Mancave“. Die Menschen die seit Wochen ihre Freizeit opfern, gegen linke Verwaltungsbehörden ankämpfen und ihren Reputation aufs Spiel setzen, indem sie sich beharrlich weigern beim "Kampf gegen Rechts" mitzumachen, sind keine guten Beispiele für Sieferles „dionysische Individuum“.

Die rechtsalternativen Esoteriker auf Sinnsuche sind zwar ebenso wie von der Globalisierung betroffenen Arbeiter und Selbständigen, ideologisch noch ein Bestandteil des linksliberalen Systems. Doch sie gehören mit zu seinen widerwilligsten Insassen und damit zu einem Potential für neurechte Aufklärung und Mobilisierung. Den rechtsoffenen Hippies, die nebenbei bemerkt auch nicht das Gros der Demonstranten ausmachten, fehlt eine politische Theorie und eine ideengeschichtliche Analyse.

Das bedeutet aber eher einen Auftrag an die rechte Intelligenz, diese zu auszuarbeiten, statt sich vom intellektuellen Elfenbeinturm über die dumme Masse lustig zu machen. Daß sich diese, trotz dieser Ablehnung und Indifferenz der rechten Intelligenz, instinktiv und beharrlich gegen jede Vereinnahmung von links verweigert, und sogar äußerst radikale und teilweise bizarre rechte Strömungen unter sich duldet, zeigt wie offen sie auch für klare und anschlußfähige neurechte Aufklärung und Organisation wäre.

Wird die Querdenkerbewegung eine Wende herbeiführen? Ich denke nicht. Auch ein Erfolg, eine Neuwahl und eine Änderung der Coronapolitik würden am status quo und der Migrationspolitik vorerst wenig ändern. Doch bereits jetzt zeigt sich, daß sowohl Organisatoren als auch Anhänger mehr wollen. Zum ersten Mal hat eine kritische und rechtsoffene Masse im Zentrum der Republik, auf der Straße des 17. Juni, einen Systemwechsel gefordert, ja sogar die Idee eines „deutschen Maidan“ ins Spiel gebracht. Das ist eine neue Quantität der Mobilisierung.

Entscheidend ist, ob diejenigen, die es könnten, für die inhaltliche, ästhetische und strategische Qualität sorgen. Denn die Aufgabe rechter Metapolitik ist es nicht, sich im Dünkel eigener geistiger Überlegenheit und Stilsicherheit zu isolieren und zu mokieren, sondern, wie der „realistische Träumer“, den Lenin beschreibt, in jedem Phänomen sein Potential für eine rechte Wende zu sehen und alles zu tun, um es zur Entfaltung zu bringen.


Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.


Kommentare (74)

tearjerker

1. September 2020 13:53

„ (...) eine Änderung der Coronapolitik würden am status quo wenig ändern.“

Da gehe ich nicht mit. Mit der Märchengrippe hat der Apparat die Leute schlichtweg ohne Rücksicht auf Verluste verar***t und er lügt jetzt für alle sichtbar rund um die Uhr um sein Scheitern zu vertuschen. Es würde etwas bewirken gezielt dieses Versagen zu personalisieren und Druck auf die verantwortlichen Personen auszuüben. Hier hat von Frank-Walter bis zum Landrat in Hintertupfingen das ganze politische Spektrum die Deckung fallen lassen. Das ist eine grosse Chance.

 

 

paernu

1. September 2020 14:59

Ich war auch anwesend. Beschreibung von Ihnen bringt es auf den Punkt. Das Problem ist doch das Personen wie Anselm Lenz und ähnliche versuchen, in der Diskussion linke Akzente zu setzen. Auch die Rede des Grünen hat nach meinem Eindruck die Leute nicht wirklich überzeugt. Es wäre doch sehr spannend gewesen, wie die Menge reagiert hätte, wenn Sie Herrn Sellner gesprochen hätten. Mein Gefühl sagt mir, dass Sie ganz sicher nicht gellend ausgepfiffen worden wären.
Die Leute haben auf einmal die Bereitschaft mal zu zuhören. Und das ist schon einmal ein Riesenfortschritt.
Das gestrige Gespräch zwischen Jürgen Elsässer, Oliver Janich und Samuel Eckert bedeutet doch einiges. Eckert hätte sich niemals darauf eingelassen, wenn für Querdenken Compact ein No-Go wäre.

Weniger Elfenbeinturmdenken und Standesdünkel einiger Autoren und Teilnehmer in diesem Forum ist hier angebracht. Das Volk kann man sich nicht schnitzen, die haben 70 Jahre Gehirnwäsche hinter sich. Ich denke die haben angefangen sich  wieder als Volk zu begreifen, das ist schon mal ein Schritt.

Geduld, sich einbringen, insbesondere Sie Herr Sellner und dann mal schauen.

Marc_Aurel

1. September 2020 15:09

Der Artikel ist hochinteressant und (mindestens für mich) ein Augenöffner, nicht zuletzt auch durch Popovic's Gedanken zur Masse. In die Falle, Zeit damit zu vergeuden über die politische Blindheit, Ignoranz und Naivität bestimmter Teile des Volkes zu grübeln und darüber auch ein Stück weit zu verbittern, wie ich mir eingestehen muss, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, tappe ich bis heute regelmäßig. Merke: Bücher von Sharp und Popovic besorgen ;-)

Laurenz

1. September 2020 15:39

@MS

Bin inhaltlich ganz bei Ihnen. Aber muß Ihr Artikel in dieser komplexen Form erfolgen, damit Sie bei der intellektuellen SiN-Schickeria Akzeptanz finden? 

(IIs.) Reichsflaggen vor dem vom Kaiser ungeliebten Reichstag, fürwahr ein Paradoxon? Ob nun die Nummer von Neo-Stasi-Leuten provoziert oder tatsächlich intuitiv erfolgte, selbst der letzte Trottel mag die Fokussierung der Bundes-Kaschberls & ihrer Seppl-Hofnarren auf ein paar hundert Demo-Teilnehmer erkennen. & die Nummer bringt trotzdem unerwünschte Aufmerksamkeit, denn die meisten Konsumenten werden so gut wie nichts über unsere historischen Flaggen wissen, und wie Sie zurecht bemerkten, auch noch so ganz ohne das "ewige Hakenkreuz". Es handelt sich daher um eine unerwünschte Aufmerksamkeit für unsere Geschichte und damit unserer Identität.

Betrachten wir den "Reichstags-Sturm" symbolisch, brachen die Aktivisten nicht in den Reichstag ein, um ihn zB "anzuzünden", sondern sie brachten sich selbst auf "eine Augenhöhe" mit den Mandats-Trägern, was vielleicht Frau Weidel nicht gefiel, aber trotzdem legitim ist. Denn wir, und nicht Frau Weidel, sind das Volk, der Souverän, der seine Diener wieder mal in unserer Geschichte dahin verfrachten muß, wo sie hingehören, in die Demut.

Gracchus

1. September 2020 16:18

Positiv ist tatsächlich zu verbuchen, dass die Querdenker-Leute rechts nicht per se ausschließen - trotz unterschiedlicher Standpunkte. Es geht genau darum, was @Laurenz sagt: 

"Denn wir, und nicht Frau Weidel, sind das Volk, der Souverän, der seine Diener wieder mal in unserer Geschichte dahin verfrachten muß, wo sie hingehören, in die Demut."

Für dieses Ziel spielt links/rechts eine untergeordnete Rolle.

Sandstein

1. September 2020 17:00

Einer der besten Texte von Sellner (und ich bin nun wirklich kein Fan von ihm), stimme aber zu: so viele Absätze hätte es nicht gebraucht. 

Andere Gedanken finde ich brandgefährlich: nein, Herr Sellner wäre bestimmt nicht ausgepfiffen worden oder Ähnliches. Dennoch sollte er auf diesen Demos nicht sprechen.

Ich las an andere Stelle hier (und fand den Gedanken klug): die Corona-Proteste ermöglichen fundamentale Regierungskritik (eine Regierung die lügt, hat ihre Legitimation verloren - Punkt!), ohne dabei die heiklen Themen Migration/Umvolkung und wirtschaftliche Ausblutung auch nur thematisieren zu müssen.

Jeder Versuch, dieses Protestpotenzial jetzt auch nur irgendwie zu "kapern", hinüberzuziehen oder Ähnliches wären verantwortungslos. Gedankenspiele ob und wie viele dieser Demonstranten auch bei einer Deutschland-Demo aufkreuzten, verbieten sich. Für den, der es nicht sieht: es ist bereits eine Deutschland-Demo und alle Ego's gehören hinten an gestellt. 

Lerne von den Linken: die sind auch nicht die letzten 30 Jahre rum gerannt und haben was von Sozialismus gefaselt, sondern: "Bildung für Alle", "Fairer Lohn für faire Arbeit" usw.. Und Freiheit von einer Regierung, die uns anlügt bezüglich eines Virus, bedeutet eben auch: Freiheit von einer Regierung, die uns anlügt bezüglich unseres Bedarfes nach Einwanderern. Das muss man aber nicht noch ansprechen. 

limes

1. September 2020 17:12

Dem Kommentar von @ paernu stimme ich zu, bis auf einen Punkt: die Forderung, dass Martin Sellner sich persönlich in die Querdenken-Proteste einbringen sollte.

Es war weise, dass MS sich nicht auf eine Stufe mit Personen wie dieser abstoßend kreischenden Tamara begeben hat, dass er nicht um Aufmerksamkeit buhlen musste auf Podien wie jenem, auf denen ich tatsächlich auf einem Video einen Typen im Superman-Kostüm gesehen habe. Von Veranstaltungen mit Klamauk- und Kreischbeiträgen muss sich ein Mann wie Sellner fernhalten. Das ist kein Widerspruch dazu, dass ich Sellners Kritik am elitären Gehabe einiger Rechter teile.

Martin Sellner und eine Reihe anderer Männer müssen unnahbare Respektspersonen bleiben – wie in früheren Zeiten der Kaiser. Für besonders wichtige Repräsentanten verbietet es sich, in vorderster Linie Präsenz zu zeigen, wenn ein Scharmützel am Rande in eine Schlammschlacht umfunktioniert werden kann, wie vor dem Reichstag geschehen.

Für »inhaltliche, ästhetische und strategische Qualität« kann man am besten vom Feldherrnhügel aus sorgen, wo man Abstand und Überblick hat.

Kaffeesatzleser

1. September 2020 17:27

Eine der besten Analysen aus Martin Sellners Feder - herzlichen Dank!

RMH

1. September 2020 17:44

Ich weiß ja nicht, ob es so klug ist, sich derzeitig als als "rechtsextremer" Gemarkter aus dem Fenster zu lehnen und den Analytiker in der Halbzeitpause zu geben.

Die  MSM verschweigen die wenigen Inhalte der vergangenen Großdemo und stürzen sich auf die Randereignisse. MS jetzt ja irgendwie auch. Man muss nur ein bisschen Presseschau durch die MSM der letzten 2 Tage machen und man stellt fest, dass die Analyse, wie sie G.K. VOR der Demo am 26.08.2020 machte, sich im Großen und Ganzen als richtig erweist. Der notorische Gefälligkeitsgutachter namens VS attestiert prompt, dass es Rechtsextremen und der notorischen Allzweckwaffe "Reichsbürger" gelungen sei, die Demo zu instrumentalisieren.

Genau die Spaltung, von der G.K. sprach, wird vorangetrieben. Man sollte daher entweder nur zu den Inhalten der Reden auf der Demo Stellung nehmen (5G und die neue rechte?) oder aber erst einmal weiter schweigen, beobachten, als Privatperson an der Demo teilnehmen, ggf. dort mit Leuten ins Gespräch kommen, statt Wasser auf diese Mühle der Etablierten zu lenken. Mein Rat: lasst die Leute von Q711 machen. Und im übrigen einfach an den eig. Projekten weiterarbeiten. Die Zeit wird es weisen. Wenn mehr in Bewegung kommt, als akt. absehbar ist, öffnet das autom. auch wieder Freiräume für die eigenen Inhalte.

Loxismus

1. September 2020 18:44

Da gab es Bundesverdienstkreuze für die heldenhaften Polizisten, und das auch noch in Überschallgeschwindigkeit.
Wie macht der Herr Bundespräsident das nur?
Wenn ich richtig informiert bin, wurde Herrn Martin Augustyniak diese Ehre nicht zuteil. Sein Tod in Afgahnistan war vermutlich nicht heldenhaft genug. SPD und SED...ich meine die LINKE sind sich ja auch einig das man keinen Platz nach ihm benennen sollte, wegen der Heldenverehrung und so... .

Der_Juergen

1. September 2020 18:46

Ich finde Sellners Analyse ausgezeichnet, bin aber – wie @tearjerker – mit dem Satz „ eine Änderung der Coronapolitik würden am status quo wenig ändern“ nicht einverstanden.

Die früheren vom System verbreiteten gigantischen Lügen wurden von der Bevölkerungsmehrheit akzeptiert. Doch die Corona-Lüge war, wie ein altrechtes Portal unlängst schrieb, eine Lüge zu viel. Man wird Ende Jahr nicht darum herumkommen, die Sterbestatistiken für 2020 zu veröffentlichen, und es wird sich herausstellen, dass die Sterblichkeit nicht oder nur geringfügig höher war als in den Jahren zuvor (wobei ein allfälliger Sterbeexzess eher auf die Coronamassnahmen als auf die «Pandemie» selbst zurückgehen wird). Zugleich werden viele Millionen Menschen die Folgen des wirtschaftlichen Niedergangs am eigenen Leib zu spüren bekommen. Mit welchen neuen Lügen will sich das System da reinwaschen? Die ganze Meute wird dann in einer Falle sitzen, aus der es keinen Ausweg gibt.  Da die Linke ausnahmslos alle Systemlügen einschliesslich Corona fanatisch unterstützt hat, kann eine Alternative nur von rechts kommen. Bis dahin heisst es Geduld zeigen, das Thema Umvolkung zeitweilig in den Hintergrund stellen und Diskussionen über Zeitgeschichte meiden. Über all das wird man offen reden können, wenn der Corona-Schwindel seine Wirkung getan hat. Und die offene Diskussion ist der Tod dieses Systems, so wie der Lichtstrahl der Tod Draculas ist.

Monika

1. September 2020 19:19

Es ehrt Herrn Sellner, dass er aus strategischen Gründen durch „seine niederschwellige Teilnahme“ vermeiden wollte, dass eine gemäßigte Großdemo in „Geiselhaft“  genommen wird, zeigt aber zugleich politische Naivität und Selbstüberschätzung. Durch eine gezielt eingesetzte kleine radikale Gruppe kann eine gemäßigte Großdemo jederzeit diskreditiert werden und das Ziel einer nachträglichen Rechtfertigung für ein Demoverbot und andere Verbote ist ein leichtes Spiel. Wenn der Innensenator Geisel davon faselt, „ dass unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit  u n s e r  SYSTEM verächtlich gemacht werden soll“, dann ist es in der Diktion nicht weit zum Paragraphen 106 „Staatsfeindliche Hetze“ des  StGB der DDR. Dann wird klar, dass deren  System nicht unser System sein kann. Vorschnell in den Demoteilnehmern „Mobilisierungspotential für rechte Massenbewegungen“ zu sehen, denen nette Anführer ohne „elitären Ekel“ Richtung und Ziel verleihen ? Klingt komisch. So läuft das nicht. Noch nicht. Vielleicht, wenn der Sturm aufzieht. Dann gibt es vielleicht kein rechts und kein links mehr. Abwarten.

Bisher ist aus einem Wind erstmal nur ein Stürmchen geworden.

 

Lotta Vorbeck

1. September 2020 19:58

@Der_Juergen - 1. September 2020 - 06:46 PM

Die früheren vom System verbreiteten gigantischen Lügen wurden von der Bevölkerungsmehrheit akzeptiert. Doch die Corona-Lüge war, wie ein altrechtes Portal unlängst schrieb, eine Lüge zu viel. Man wird Ende Jahr nicht darum herumkommen, die Sterbestatistiken für 2020 zu veröffentlichen, und es wird sich herausstellen, dass die Sterblichkeit nicht oder nur geringfügig höher war als in den Jahren zuvor (wobei ein allfälliger Sterbeexzess eher auf die Coronamassnahmen als auf die «Pandemie» selbst zurückgehen wird).

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Allerdings bleiben bis dahin auf noch etwa dreieinhalb Monate Zeit, um eben jene Sterbestatistik so zu frisieren, daß sie zum C1984-Schwindel paßt.

Andreas Walter

1. September 2020 20:26

Ich glaube nicht, dass von 1871 bis 1918 alle Deutschen Monarchisten waren, doch der Reichstag wurde erst 1916 dem deutschen Volk übergeben, überlassen, gewidmet.

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw51-kalenderblatt-inschrift-reichstag-484614

Die Flaggen der angeblich auch “rechtsextremen“ Gruppe Ares in Berlin waren übrigens ganz gewöhnliche Deutschlandfahnen, Schwarz Rot Gold. Ohne Ausnahme.

Reichsbürger wollen aber auch nicht an 1871 anknüpfen, also an die Monarchie, sondern lediglich an die deutsche Verfassung und Fassung Deutschlands vor dem Knebelvertrag von Versailles, der bereits auf einer Lüge und Erpressung aufbaut.

Die meisten deutschen Patrioten und selbst Nationalisten sind aber auch nicht für ein Wiederaufleben des Dritten Reiches, also der Zeit des Nationalsozialismus, sondern wünschen sich lediglich ein freies, unabhängiges, souveränes Deutschland, das nicht durch Überfremdung nach und nach de-germanisiert, ent-deutscht wird.

Dieser Wunsch steht aber sowohl marxistischen wie auch wirtschaftsinternationalen Ideen einschliesslich der EU im Weg.

Die Frage ist daher nicht links, rechts oder grün, sondern ob noch deutsche Nation (der Deutschen) oder bereits NWO (EU) des Kapitalismus und Multikulturalismus.

https://youtu.be/Rr8ljRgcJNM

Mboko Lumumbe

1. September 2020 20:54

Man sollte die Querdenker weder über- noch unterschätzen, sondern kritisch beobachten. Das ist ein inhomogener wirrer Haufen unzufriedener besorgter Bürger aller polit. Lager. Wahrscheinlich sind viele wirtschaftlich stark betroffen von Coronamassnahmen, was die Menschen auf die Strasse treibt. Corona geht vorbei, wenn auch erst nach der BTW2021. Doch die größeren Probleme bleiben und werden eskalieren, z.B. Masseneinwanderung, Sozialsysteme, Islamisierung, Finanzsystem, Demographie, Innere Sicherheit, etc.

INSA Wahlumfrage vom 01.09. zeigt für Schwarz-Grün 54%. Da ist von „Sturm“ oder „Systemsturz“ herzlich wenig zu sehen, „das Volk“ will weiterträumen, ja noch guter träumen.

In einer Rede auf dem Sternplatz wurden Verstaatlichungen in der Industrie gefordert. Ein riesiges Transparent wurde getragen mit „Rechtsstaatlichkeit ist die Verneinung der Selbstbestimmung“.

Die Querdenker sind mMn nicht „rechtsoffen“, sondern schweigen nur dazu. Lassen wir die mal ihre alberne „verfassungsgebende Versammlung“ abhalten und dann schauen wir mal auf das Ergebnis - Fiat Lux.

Man sollte auch aufpassen, dass man von den Regenbogenquerdenkern nicht vor deren Karren gespannt wird, ohne es merken. Lasst sie doch machen, ohne offen mitzumischen. Kommt Zeit, kommt Rat. Läuft doch.

Lumi

1. September 2020 21:00

Sehr schöner Artikel! Das Volk ist nun mal nicht intellektuell.

Laßt doch den sogenannten Verfassungsschutz seine debilen Expertisen abgeben. Der Name Staatssicherheitsdienst wäre für diese Spitzelbehörde wohl angebrachter. Denn um nichts anderes sorgt sie sich. Mit irgendeiner inexistenten Verfassung oder ihrem Ersatz namens GG hat sie nichts am Hut. Siehe NSU und die toten Zeugen. Diese Behörde ist einfach Teil des Lügenstaates, ansonsten würde sie doch rebellieren. Punkt.

Klamauk und Gekreisch finde ich nicht so schlimm. Kann doch auch lustig sein. Und mehrheitsfähig.

nachdenken

1. September 2020 21:49

Bei “Querdenken” muß man vorsichtig sein. Bei der Demo am 29.08. war kein einziger Redner der rechten Szene, ob Patriot, Konservativer, Liberaler oder Libertärer von den Organisatoren explizit zugelassen. Die Organisatoren haben plötzlich die Forderungen nach einem Friedensvertrag und einer verfassungsgebenden Versammlung aus dem Hut gezaubert. Viele sprechen daher von einer kontrollierten Opposition. Was hat das mit der Coronalüge zu tun. Und Herr Sellner, es geht nicht nur um ein Kleidungsstück, da liegen Sie, wie bei dem ganzen Coronathema, von Anfang an FALSCH. Es ist allerdings gut, zu versuchen, seine Ideen unter den Demonstranten zu verteilen, außerdem ist es völlig unverständlich, warum in der Migrationsfrage, die diese Gesellschaft wahrscheinlich noch mehr bedroht, nicht mindestens soviele Menschen auf die Straße gegangen sind und gehen.

Waldgaenger aus Schwaben

1. September 2020 22:04

Erinnert sich noch jemand an die Gelbwesten?

Die Maische muss noch gären, bevor der Geist abdestilliert werden kann. Lassen wir sie in Ruhe gären.

Lotta Vorbeck

1. September 2020 22:04

@nachdenken - 1. September 2020 - 09:49 PM

"Bei der Demo am 29.08. war kein einziger Redner der rechten Szene, ob Patriot, Konservativer, Liberaler oder Libertärer von den Organisatoren explizit zugelassen. Die Organisatoren haben plötzlich die Forderungen nach einem Friedensvertrag und einer verfassungsgebenden Versammlung aus dem Hut gezaubert."

--- 

Zuvor notierte @Mboko Lumumbe: "[Die] INSA Wahlumfrage vom 01.09. zeigt für Schwarz-Grün 54%." 

Es braucht wenig Phantasie, um sich vorzustellen, von welcher Art und welchem Geist eine in der Situation des Jahres 2020 zusammencompilierte Verfassung durchtränkt sein würde.

MartinHimstedt

1. September 2020 22:05

Diejenigen, die ganz starke Nerven haben, mögen sich die rbb-Sendung "Wir müssen Reden" mit Michael Ballweg von gerade eben ansehen. Ein hier bekannter "Rechtsextremismus-Experte" war ebenfalls zu Gast …

chaukeedaar

1. September 2020 22:31

Als klassischer Verschwörungstheoretiker, rechtsoffen wie linksoffen, fand die deine Ausführungen hier sehr interessant und ich begrüsse insbesondere die realistische Einschätzung eines Grossteils der Querdenken-Bewegung. 

Ergänzen möchte ich Folgendes: Sehr viele Exponenten bei Querdenken sind seit vielen Jahren in der neuen Friedensbewegung aktiv, anti-imperialistisch und anti-globalistisch eingestellt, einige kommen von den Montagsmahnwachen. Dieser Teil von Querdenken, mich eingeschlossen, lehnen den Bevölkerungsaustausch aus anti-NWO-ideologischen Gründen ab, wünschen sich einen stärkeren Nationalstaat auf Kosten der EU und der NWO zurück. Nicht weil wir generell Nationalisten sind, sondern weil wir die grosse Agenda kennen und uns nicht versklaven lassen wollen von Mystery Babylon. Zurück zum Kleinen, um den Weltstaat auszuhebeln. Spirituelle Bewusstheit usw. natürlich inklusive ;-)

Oder anders gesagt: Wir sind fürs Lokale aus naturrechtlichen Gründen, nicht weil wir uns aus selber durch ein nationales Gemeinschaftsgefühl anheben wollen.

Vielleicht hilft das ein bisschen zum Verständnis, insbesondere auch bezüglich einer doch vorhandenen "ideologischen" Tiefe.

Herzlichst, Chaukeedaar Aaazadi (Hindi für Wächter der Freiheit)

Search4M

1. September 2020 22:40

Ich bewundere die Belesenheit und Formulierungskunst von Herrn Sellner. In der Sache ist er aber nicht aus seiner Filterblase herausgekommen.

Es ist etwas Neues, dessen Kutschbock noch leer ist und das für in ihrer Filterblase flackernde Protagonisten der heutigen "Neuen Rechten" nicht erreichbar ist (für die AfD als Partei schon garnicht), das aus einer indifferenten und inhomogenen Massierung der Unzufriedenen entstehen wird.

Idise

1. September 2020 23:52

Mit Nichten waren die Bezieher der Treppe des Reichstages nur sogenannte Reichsbürger, welche von der Rede einer Tamara K. inspiriert zur Tat schritten. Aber leider scheint es dieses Feindbild zu brauchen und mit Finger darauf zu zeigen wird leider überall benutzt anstatt sich klar vor Augen zu führen, dass auch hier ein Teil des Volkes auf seine ihm eigene Art seinen Protest zum Ausdruck brachte. Und seien wir doch einmal ehrlich: das ausgesendete Signal, dass das Volk sich von der Regierung vertreten sehen will, war hier das stärkste. 
Leider klingt mit jeder Distanzierung auch das Abschneiden eines jeden Meinungsaustauschs an. Und genau hierin liegt doch der Grund allen Übels, der erste Schritt zum Totalitarismus. 
So ist es die Aufgabe nicht nur die erwachenden tanzenden Blumenkinder behutsam an die Hand zu nehmen und Orientierung zu vermitteln...

heinrichbrueck

2. September 2020 00:02

Die Demoteilnehmer müssen verstehen, womit sie einverstanden sein sollen, damit sie und ihre Nachkommen überleben können. Gesprächstaktiken sind gefragt. Ab hier wird es kompliziert, zuweilen kraftraubend, also keine Hektik; daß keiner durchdrehen mag, bevor die Nummer heiß wird.

Warum von den Reichsbürgern größere Gefahr ausgeht, wie von Seehofer unterstellt, als von einer durchschnittlichen BRD-Sozialisation, dürfte klar sein, schließlich sind die Reichsbürger für das System verloren. Für meine Person stellen Reichsbürger und Kaiserflagge keine Gefahr dar, aber Seehofer sah eine Gefahr (2019).

Mythos „gewaltloser Widerstand“: Hätte Gandhi Dschingis Khan vor sich gehabt, wäre die Theorie praxisnäher ausgefallen (dem „Quit India!“ wurde geholfen). Abgesehen davon, ist gewaltloser Widerstand richtig (die Gründe sind bekannt).

„Über all das wird man offen reden können, wenn der Corona-Schwindel seine Wirkung getan hat.“ Der_Juergen

Dann wäre der Schwindel eingesetzt worden, aber die Wirkung verfehlt aufgegangen?

DerRechteAnwalt

2. September 2020 00:13

Ein fulminanter Text von Martin Sellner und die die erste wirklich tiefgreifende, alle Aspekte erfassende Analyse des Phänomens der Querdenker-Demonstrationen!

Ich stimme - von Details einmal abgesehen - in allem vollständig mit ihm überein: angefangen bei der Gewichtung und Beurteilung der Vorgänge am Reichstag - Dank für das vollständige Ignorieren des Versuchs, die Verantwortung für dieses Desaster auf irgendwelche "V-Leute" abzuschieben! - über die sehr feinfühlige und differenzierte Wahrnehmung der Befindlichkeit der Demonstranten und deren sorgfältige Einordnung in das politische Gesamtbild bis zur Ausarbeitung der Aufgabe, die der intellektuellen Rechten jetzt gestellt ist.

Sehr klug war es vom Autor, gerade für diesen Aufruf an die Intellektuellen zum Zugehen auf das Volk ein geistig hohes Niveau zu wählen, auf daß jenen das Verdikt des Populismus versperrt werde. Sie werden sich diesem Appell nicht wohl entziehen können.

Martin Sellner hat hier den Grundlagentext vorgelegt, den die politische Rechte bis jetzt vermißte. Darauf müssen und können wir aufbauen.

Gracchus

2. September 2020 00:47

Mein Gedanken: 

1. Ich muss präzisieren: Ballweg zieht die Grenze da, wo der VS die Grenze zieht. 

2. Wer das rbb-Gespräch sieht, muss - wie @Martin Himstedt sagt - starke Nerven haben. Das Gespräch führt mustergültig das Medienversagen vor Augen. Kurz: Ballweg soll die Verantwortung dafür übernehmen, dass der Reichstag "gestürmt" wurde und sich die Medien auf diese Bilder stürzen. 

3. Wollen Demo-Leute und Politik nicht dasselbe, nur die einen mit, die anderen ohne Impfstoff: nämlich die Rückkehr zur "Normalität"?

4. Wer soziale Veränderungen will, sollte den Virus vielleicht ernst nehmen. Denn der Virus ist dem archaischen Torso Rilkes und Sloterdijks entsprungen und sagt: Du musst dein Leben ändern. Weniger Konsum, weniger Zucker, weniger Fernreisen, weniger Medien, weniger Ballermann, weniger Masse. Den Virus ernst zu nehmen, heißt im Grunde nicht, alle Regierungsmassnahmen billigen zu müssen. 

5. Am Anfang der Pandemie ging die rechte Strategie auch eher dahin, Corona als "antiglobalistisches Fanal" zu deuten. Seht her: Das Krisenmanagement funktioniert nur auf nationaler Ebene, und für die Zukunft gelte es, den Nationalstaat zu stärken, um sich gegen die Schattenseiten der Globalisierung zu immunisieren. Jetzt ist man anscheinend ungeschwenkt. Anscheinend will man auf jeden Zug aufspringen, der sich bietet, um doch ans erhoffte Ziel zu gelangen. 

 

  

eike

2. September 2020 05:26

Man wird den Eindruck nicht los, sobald "Reichsbürger" auftauchen, laufen alle selbsternannten "redlichen" Rechten schreiend davon, wie vor dem Leibhaftigen mit Corona-Infektion, und verkriechen sich unter der Bettdecke.

Die Reichsbürger bringen sachliche, juristische Argumente - sicher unzeitgemäß und politisch nicht opportun - aber SiN hält sich immer zugute, auch unzeitgemäß zu argumentieren.

Hat Herr Sellner (oder Kommentatoren) den Reichsbürgern argumentativ etwas entgegenzusetzen - außer 'mit Schmuddelkindern spielt man nicht' ?

 

Franz Bettinger

2. September 2020 08:53

Wenn zukünftige Corona-Proteste an diesem inszenierten Fliegenschiss scheitern, diesem Witz von der „Reichstags-Erstürmung“ (wieso nicht gleich Reichstagsbrand?), dann taugen sie ohnehin nichts. 

Der_Juergen

2. September 2020 09:32

@elke

Ich habe keine Berührungsängste gegenüber Reichsbürgern - ebensowenig wie gegenüber Vertretern der äussersten Rechten -, halte es aber ebenso falsch, die Existenz der BRD zu bestreiten, wie ich es für töricht halte, mit Hakenkreuzfahnen herumzulaufen. (Privat darf jeder denken, was er will.)

Wir Rechte halten uns doch zugute, dass wir Realisten sind. Die ganzen juristischen Argumente der Reichsbürger ("Das Reich besteht weiter") mögen ja schön und gut sein. Aber wir haben von den Realitäten auszugehen, und die BRD ist nun einmal eine Realität. Ein schlecht regierter Staat ist immer noch ein Staat, ebenso wie ein schlechter Automechaniker immer noch ein Automechaniker ist. Dass dieser Staat nicht auf Dauer Bestand haben wird, wissen wir alle, aber gegenwärtig ist er da, und wir haben der Wirklichkeit ins Auge zu schauen, auch wenn sie uns nicht passt. Sich mit nirgends anerkennten Ausweisen und Pässen zu schmücken, ist meines Erachtens kindisch und ein Zeichen politischer Unreife.

 

Monika

2. September 2020 09:35

Wer hat schuld ? Wie @ Bettinger richtig sagt, genügt ein inszenierter Fliegenschiss, um einen Dominoeffekt auszulösen. Dann wird das übliche Kontaktschuldrepertoire abgespult. Dramatische Überschrift:

„Mit diesen Rechtsradikalen sind Tausende marschiert.“ 

Die Presse ist auf Linie. Und auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz zeigte sich erschüttert ( mein Unwort des Jahres!) angesichts der „Machtergreifung“. 

https://www.welt.de/politik/deutschland/article214816630/Corona-Demo-Mit-diesen-Rechtsradikalen-sind-Tausende-marschiert.html

Die Spaltung des Landes schreitet voran. Die Demarkationslinie verläuft nicht an staatlichen Grenzen, sondern durch romantische Dörfer und heile Familien.

Was tun ?

Mboko Lumumbe

2. September 2020 09:41

@ eike:

Mit den Argumenten der selbsternannten Reichsbürger habe ich mich nicht groß beschäftigt und sie interessieren mich auch nicht. Wer in seinem Garten sein eigenes Reich und Staatsgebiet ausrufen möchte, kann dies gerne tun, solange er friedlich dabei bleibt. Doch er sollte nicht erwarten, dass er von mir mehr ernst genommen wird wie Chemtrailer, Mondlander, 9/11-er, Flacherdler, Area51-er, usw.

All diese Menschen geben mit ihren wirren Thesen viel mehr über sich selbst preis, wie sie merken. Ich halte das nicht nur für fragwürdig, sondern für engstirnig und bescheuert und Zeichen der Dekadenz einer kippenden übersatten Wohlstandsgesellschaft. Doch wie gesagt, jedem sein Himmelreich, solange friedlich. Und Verfolgungswahn ist heilbar mit professioneller Unterstützung.

Wir haben seit 75 Jahren Frieden in diesem Land, so lange wie noch nie in seiner (Reichs-) Geschichte und das soll so bleiben. Und wir haben mehr als genug wirklich drängende Probleme wie Masseneinwanderung, Sozialsysteme, Islamisierung, Finanzsystem, Demographie, Innere Sicherheit, etc. Corona zähle ich nicht mehr dazu, das geht vorbei. Nichts davon lösen die Reichsbürger.

Corinna Miazga (AfD) hat ganz aktuell Stellung bezogen zu Reichsbürgern und folgenden Themen: Souveränität, Friedensvertrag, Verfassung, UN-Feindstaat.

https://www.youtube.com/watch?v=vSU7n7Xkwl4&feature=emb_logo

Franz Bettinger

2. September 2020 09:48

Großartige Analyse, Herr Sellner! Ich merke gerade, da wo ich bin, wieviele Menschen längst innerlich auf unserer Seite sind. Eine kleine Bemerkung, und sie sprudeln los. Hoffnung! Erstmalig: Hoffnung! 

Ralph

2. September 2020 09:52

"Denn die Aufgabe rechter Metapolitik ist es nicht, sich im Dünkel eigener geistiger Überlegenheit und Stilsicherheit zu isolieren und zu mokieren, sondern, wie der „realistische Träumer“, den Lenin beschreibt, in jedem Phänomen sein Potential für eine rechte Wende zu sehen und alles zu tun, um es zur Entfaltung zu bringen."

.

Ist das eine Kritik an Schnellroda?

Herold

2. September 2020 10:35

Die Spaltung des Landes schreitet voran. Die Demarkationslinie verläuft nicht an staatlichen Grenzen, sondern durch romantische Dörfer und heile Familien.

Inwiefern ist eine Familie heil, wenn sie sich von oben spalten lässt? Realismus, bitte.

Was tun ?

Erkennen, dass nicht alle gerettet werden können und müssen und den Kampf aufnehmen. 

Der_Juergen

2. September 2020 10:47

@Mboko Lumumbe

Wenn es Ihr Ziel war, auf knappem Raum das ganze Ausmass Ihrer Uninformiertheit kundzutun, dann ist dies Ihnen geglückt, und man darf Ihnen gratulieren.

Wie wäre es, wenn Sie, statt andere Leute zu beschimpfen, sich ein wenig mit deren Argumenten vertraut machen würden? Zu Chemtrail und Area 51 äussere ich micht nicht, da ich mich mit dieser Thematik noch nie befasst habe. Aber wer heute noch an die offizielle Version von 9/11 glaubt, kann nur noch Heiterkeit hervorrufen. Da Sie ja augenscheinlich Zugang zum Internet haben, können Sie wie jeder andere ein Video mit dem Einsturz von Building 7 auf Ihren Bildschirm zaubern, das zeigt, wie dieser Wolkenkratzer innerhalb von siebeneinhalb Sekunden in sich zusammenstürzte - klassischer Fall einer Sprengung. Um, wie offiziell behauptet, zu glauben, dieses Gebäude sei eingestürzt, weil es von brennenden Trümmern der beiden Türme getroffen worden sei, die dann Bürobrände hervorgerufen hätten, muss man schon... (den letzten Satzteil schreibe ich nicht, weil er ohnehin vom Bademeister gestrichen würde). Und Building 7 ist nur eine von vielen Verrücktheiten der offiziellen Version der Geschehnisse.

RMH

2. September 2020 11:04

"Die Reichsbürger bringen sachliche, juristische Argumente - "

Die im praktischen Ergebnis (s. auch die Ausführungen von @Der_Juergen) schlicht falsch sind. So ist das eben bei den juristischen Argumenten. Da kann man im akademischen Bereich herrschende Meinung und Mindermeinungen schön gegenüber stellen und am Ende sich für etwas auf dem Blatt Papier entscheiden. In der Realität sieht es dann aber anders aus.

Wer aber ganz grundsätzlich irgendwelche "juristischen" Erkenntnisse braucht, um die aktuelle Politik und ihre praktischen Auswirkungen teilweise oder ganz abzulehnen, der läuft einem fremd-induzierten Wahn hinterher.

Der Bulle, der konkret den Tonfa vor mir schwingt, ist der "Staat" - da brauchts dann auch keine juristischen Spitzfindigkeiten mehr (obwohl es auch dafür gute juristische Darlegungen gibt bzw. man sie machen könnte, die ich aber der Leserschaft erspare). Sezession tut mehr als richtig daran, sich damit erst gar nicht ÖFFENTLICH zu beschäftigten (ich bin mir sicher, dass die gängigsten Argumentationslinien der RB den meisten Autoren dennoch gut bekannt sind).

Und wenn man sich einige von der RB-Truppe anschaut, welche die RB-Ideen hauptsächlich dafür benötigen, um ihre eigene Insolvenz zu verschleppen, dann hört irgendwann die viel bemühte Toleranz ein gutes Stück weit auch auf.

Ein gebuertiger Hesse

2. September 2020 11:11

@ Monika

"Die Spaltung des Landes schreitet voran. Die Demarkationslinie verläuft nicht an staatlichen Grenzen, sondern durch romantische Dörfer und heile Familien. Was tun?"

Sie stellen DIE Frage schlechthin. Die Antwort muß wohl immer wieder nachjustiert werden, doch im Grunde stets WAS NOTTUT lauten. Leute wie wir, die Hiesigen, haben in den letzten Jahren eine großartige metapolitische Schule besucht, in Schnellroda wie im gesamten neurechten Lager, nicht nur dem publizistischen. Nun geht es darum, das Gelernte anzubringen - und klugem Instinkt, wo was hinpaßt.

Daß dabei immer wieder auch schmerzhafte Erfahrungen herausspringen, ist leider gebongt. Aber auch die wollen ausgehalten sein, nicht weggedrückt - für das Gegenüber ist es entscheidend, daß man in solchen Momenten, wo es inhaltlich hart auf hart kommt, DA ist, auf Augenhöhe, als ganzer Mensch, der sich nicht zu schade, schmutzige Finger zu bekommen.

Ein gebuertiger Hesse

2. September 2020 11:28

@ Herold

"Inwiefern ist eine Familie heil, wenn sie sich von oben spalten lässt? Realismus, bitte."

DASS sie sich spalten läßt, ist sogar sehr realistisch. 70 Jahre Umerziehung betreffen uns Deutsche im Innersten und macht weder vor Familien noch vor Ehen und Freundschaften Halt.

Pit

2. September 2020 11:36

Ich muß mich etwas korrigieren, bez. etwas, was ich in Komm. von 31. August 2020 11:52 beim Sonntagsheld-Artikel schrieb: ich war da davon ausgegangen, daß der Reichstagsvorfall inszeniert wurde und daß dies die gefährliche Intelligenz des Gegners beweise.

Ich möchte das modifizieren; es wird dadurch vielleicht aber nur noch schlimmer:
ich denke jetzt, daß es für den Gegner (und sein Instrument, die Medien) nicht einmal nötig ist, sich die Mühe zu machen, etwas zu inszenieren. Tatsächlich können sie IRGENDETWAS nehmen und es entsprechend aufblasen und verdrehen.

Am Reichstag war kein Sturm, es war ein Happening mit selfies vorm Reichstag. Das reicht, um eine nationalsozialistische Machtübernahme zu haben.

Vgl. auch Trump Russia collusion, 100% erfunden und gelogen, 3 Jahre lang zentrales Thema der Medien.

Zu hoffen ist, daß eben doch eine genügend große Anzahl von Menschen die Lügen durchschaut

(ich habe ehrlich gesagt so langsam das Gefühl, daß der "Gegner" geradezu darum bettelt, daß die Leute endlich aufwachen... so unverhohlen lügt und verhöhnt er. Warum "bettelt"? Wir wissen, daß dieser Gegner stets das Einverständnis des Anderen braucht... seltsame spirituelle Aspekte, s. z.B. Mephisto, er wird freiwillig eingelassen... aber dieser Gegner muß es nicht notwendigerweise schlecht meinen... er ist nur die dialektische Antithese und vermittelt Lernerfahrungen...).

Mboko Lumumbe

2. September 2020 12:01

@ Der_Juergen 2. September 2020 10:47

Danke. Nosce te ipsum.

@ Zum Text von MS

„Die Menschen die seit Wochen ihre Freizeit opfern, gegen linke Verwaltungsbehörden ankämpfen und ihren Reputation aufs Spiel setzen, indem sie sich beharrlich weigern beim "Kampf gegen Rechts" mitzumachen, sind keine guten Beispiele für Sieferles „dionysische Individuum“. „

Ich halte es für einen grundlegenden Irrtum, davon auszugehen, sie würden „sich beharrlich weigern beim "Kampf gegen Rechts" mitzumachen“. Die Sonne bringt es an den Tag.

Zum (von MS mehrfach genannten) dionysischen Individuum von Rolf Peter Sieferle bei Michael Klonovskys Acta diurna:

https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna/item/614-28-juli-2017

https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna/item/615-29-juli-2017

Laurenz

2. September 2020 13:19

Um hier mal mit dem Reichsbürger-Syndrom aufzuräumen, würde ich gerne das Haupt-Amt für Staatssicherheit zitieren.

https://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af-reichsbuerger-und-selbstverwalter/zahlen-und-fakten-reichsbuerger-und-selbstverwalter/reichsbuerger-und-selbstverwalter-personenpotenzial-2019

19.000 Reichsbürger-Aktivisten, quasi eine deutsche Klein(st)-Stadt. Das sind 0,02% der Bevölkerung in Deutschland. Man kann auch sagen, Reichsbürger sind Corona, quasi so gut, wie nicht existent, eine Fata Morgana, eine verfehlte Wahrnehmung. Von diesen 19.000 sind 950 Rechts-Extremisten, also 0,001% der Bevölkerung in Deutschland, das ist nicht mal eine Erwähnung auf Seite 40 des Der Relotius wert.

Die Debatte um Reichsbürger ist also eine Scheindebatte, egal ob im ÖRR, dem Relotius oder auf der SiN.

Und falls hier Reichsbürger mitlesen, die Indigenen der USA bilden noch ca. 1,3% Anteil der Bevölkerung (ca. 320 Mio. insgesamt) dort aus. Die USA-Indigenen schlossen ca. 300 Friedensverträge in 200 Jahren mit der US-Regierung ab, welche allesamt gebrochen wurden.

Aufgrund dieser Fakten-Lage, was soll denn ein Friedensvertrag mit den USA für einen Wert besitzen? Richtig, keinen!

Monika

2. September 2020 13:26

@Herold Ich habe bewusst „heile“ Familie geschrieben und ich bin Realist. Natürlich gibt es keine heile Familie und nicht mal die heilige Familie war heil. Aber die normale Familie wird in diesem Lande nicht mehr geschützt und ist der Zerstörung preisgegeben. Bewusst. Selbst die Kirchen leisten ihren Beitrag.  Und die Zwietracht wird von oben geschürt. Kubitschek schrieb vom Spalten in Dresden und Berlin. Er hat Kandel vergessen. Ich war auf der 2. Pegida Demo im Januar 15 in Dresden auf der Cockerwiese und auf der zweiten Großdemo in Kandel im Januar 2018. Beide Male ein authentisches, kraftvolles Widerstandsgefühl . Man spürte ein Beben, geeignet die Herrschenden und deren Hofberichterstattung zu erschüttern. Pustekuchen. Spaltung ruckzuck gelungen. Über Kandel , einem romantischen Städtchen liegt heute bleierne Schwere. Das muss man erlebt haben. 

https://www.focus.de/politik/deutschland/fuenf-jahre-wir-schaffen-das-mia-v-in-drogeriemarkt-erstochen-die-stadt-kandel-ist-noch-immer-gespalten_id_12382213.html

Hier lässt sich auch studieren, wie Corona und „rechte“ Themen ( Masseneinwanderung, Kriminalität usw.) zusammenhängen. Corona lenkt von den wirklich heißen Themen ab, was Politik und Presse entgegen kommt. Also wird man Corana noch lange zum Hauptthema machen.  

Ein gebuertiger Hesse

2. September 2020 13:47

@ Laurenz

"Aufgrund dieser Fakten-Lage, was soll denn ein Friedensvertrag mit den USA für einen Wert besitzen?"

Diese Frage hängt doch nicht an den Reichsbürgern. Ein Friedensvertrag hätte den sehr großen Wert, daß wir "45" und vieles was dranhängt dann umso mehr hinter uns lassen könnten.

Monika

2. September 2020 13:51

Ich distanziere mich von niemandem mehr !

Nur von diesem System der Gesinnungsdiktatur und seinen Helfern. Man beachte das Umfrageergebnis. 70 Prozent nehmen Michael Ballweg nicht ab, dass er sich von den Rechten distanziert. 

Auf nach Konstanz!

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gruender-der-initiative-querdenken-711-ueber-reichsflaggen-16934259.html

Lotta Vorbeck

2. September 2020 14:06

Zum Vergleich:

18.09.2010, Grüne "stürmen" den Reichstag und beschimpfen Merkel als "Atom-Nutte..."

 

 

 

RMH

2. September 2020 14:39

Auch bei den "Reichsbürgern" ist das alte Göringsche Phänomen "Wer J. ist, bestimme immer noch ich" beim Establishment am Werk oder die Verschiebung dahin, wo man mit dieser "Keule" möglichst viele erwischen kann. Wie man bspw. dem von @Monika verlinkten FAZ-Artikel entnehmen kann, ist man schon "Reichsbürger", wenn man behauptet, die BR Deutschland sei nicht vollständig "souverän". Dabei ist es allgemein bekannt, dass Deutschland unabhängig von den "Besatzungsfragen" bereits aufgrund seiner EU Mitgliedschaft und seinen anderweitigen internationalen Verpflichtungen nicht vollständig "souverän" ist.

Insofern dürften selbst die Zahlen, die @Laurenz zitiert, noch vom VS aufgeblasen worden sein. Der VS ist ja bekanntermaßen die Behörde, die sich ihre Arbeit nach Belieben offenbar selber konstruieren kann.

Laurenz

2. September 2020 14:48

@Ein gebuertiger Hesse

Sie haben nicht gelesen, was ich geschrieben habe.

Natürlich kann man unsere Feindstaaten-Klausel aus der UN-Charta herausnehmen, aber verändern tut sich dadurch nicht ein Millimeter an geo-politischen Gegebenheiten, ob nun das nun unsere Tribut-Pflicht, gegenüber unseren Freunden, betrifft oder die Akzeptanz eines Vasallen-Gouverneurs in Berlin.

Politische Wirksamkeit ensteht erst durch eine militärische Option in unserem Rücken. Hat man die, kann man Verträge, Abkommen, Vereinbarungen nach eigenem Gusto verändern oder treffen. Aber auch dann ist das, wie alle politische Juristerei, völlig belanglos.

Mboko Lumumbe

2. September 2020 14:55

Aus einem Artikel vom 03.August 2020 (also vor 1 Monat) über Michael Ballweg (Gründer von Querdenken):

Ob er sich politisch links oder rechts verorte, will er nicht beantworten: „Was ist denn das für eine Frage?“ Er habe sich bereits mehrfach von Rechten und Nazis distanziert.

und weiter:

Ballweg sieht das natürlich ganz anders: „Querdenken heißt für mich Eigenverantwortung, Selbstbestimmung, Liebe, Freiheit, Frieden und Wahrheit“

Awww wie süß! Man kann den Regenbogen fühlen. Lasst uns unsere Namen tanzen, kreisch, quietsch, flööt, träller. Ringelpietz mit Anfassen für ALLE. Spiel, Spaß, Spannung. Endlich mal was wirklich neues! Und im guten Gefühl gegen rechts!

Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/der-oberste-querdenker-michael-ballweg-will-jetzt-ob-werden-li.96717

Lotta Vorbeck

2. September 2020 15:55

"Michael Ballweg am Dienstag. "Wir haben jetzt zwei große Demos gemacht in Berlin, sind aber eigentlich QUERDENKEN 711, also die Organisatoren für Stuttgart, und haben jetzt beschlossen, dass wir keine Demo in Berlin machen, sondern in die Heimat zurückgehen."

Der für Berlin zuständige Ableger QUERDENKEN 30 werde nun Demonstrationen in der Hauptstadt organisieren. Laut dem Sender RBB ist eine für den 3. Oktober in Berlin geplante QUERDENKEN-Demonstration nach Konstanz verlegt worden. Die Verlegung sei eine Reaktion darauf, dass Rechtsextreme für die Corona-Demonstrationen in der Hauptstadt mobilisierten und mitliefen."

Wie war das noch gleich?

???   "Wir sind gekommen um zu bleiben!" - "Wir gehen erst, wenn die Regierung zurückgetreten ist!"   ???

Nun also Stattdessen-Schnaps-in-Sankt-Kathrein-Revolution am Bodensee, 1½ Meter Sicherheitsabstand inclusive!

eike

2. September 2020 15:56

@Laurenz

"Aufgrund dieser Fakten-Lage, was soll denn ein Friedensvertrag mit den USA für einen Wert besitzen? Richtig, keinen!"

So sehr ich Ihre Kommentare i.a. schätze, manchmal ist es schwer, ein Fazit auszumachen.

Interpretiere ich Sie richtig, daß das Gebilde BRD, fußend auf - zwar nicht Friedensverträgen aber - einem Haufen allierter Verordnungen, keinen Wert besitze?

Interessant sind im übrigen die Argumentationen (des_Jürgen)
"wir haben von den Realitäten auszugehen" , "Wir Rechte halten uns doch zugute, dass wir Realisten sind."
und (RMH)
"Die im praktischen Ergebnis ... schlicht falsch sind....In der Realität sieht es dann aber anders aus. "

Ich nehme an die zitierten Herren - offenbar Realisten - akzeptieren logischerweise auch die Messeneinwanderung und erfolgte Umvolkung als "praktisches Ergebnis" der "Realität".

 

Laurenz

2. September 2020 17:02

@Mboko Lumumbe

Zitat - Er habe sich bereits mehrfach von Rechten und Nazis distanziert. - Zitatende

Witzig, nicht?

Machen wir doch auch, quasi täglich. 

Aber das nutzt ja alles nichts, wenn die Linke es tatsächlich mit ihrer eigenen Distanzierung nicht so eng sieht. Wenn wir die von Links akzeptierten Relikte von 12 Jahren Nazi-Deutschland heute noch gegenwärtig überblicken, hat sich nicht viel geändert.

Man hat halt ein paar Flaggen getauscht, Hakenkreuz gegen Buntland & ähnliches. Aber Schwule, Lesben & Diverse gab es auch bei den Nationalsozialisten. Ja, ganze Unterhaltungs-Industrien leben von der Persiflage. Und wenn man Nazis in der Kunst nutzt, ist zum Glück, im Gegensatz zu sonst, noch alles erlaubt. 

Was konsequente Distanzierung vom NS-Regime in einer exakten Definition angeht, überholen wir Rechte die Linke sogar locker im Rollstuhl.

Laurenz

2. September 2020 17:39

@eike

Entschuldigung, wenn das nicht rüber kam, für mich war das Resümee offensichtlich. 

Politische Realitäten sind, wie sie sind. Reichsbürger oder internationales Recht sind es nicht, sind eben nicht real, weil ohne Wirkung mangels Masse. Letzteres agiert, wenn, als Feigenblatt in der Anwendung einer potentiellen militärischen Option. Wenn man Geld hat, bringt es genau deswegen am meisten, in den USA zu klagen, in Buntland oder Somalia bleibt es belanglos. Wir dürfen als Buntländer sogar noch nicht mal Alliierte Kriegsverbrecher verklagen, das änderte sich auch nicht mit einer Änderung der UN-Charta. Dr. Ganser beruft sich gerne auf Internationales Recht, wohl wissend, daß Seine Sicht der Dinge ohne Flugzeugträger im Rücken unerheblich bleibt, das Paradoxon der Friedensbewegten. In Rußland besticht man einfach den Gouverneur einer Region/Provinz, auch ganz ohne die existente Rechtslage.

limes

2. September 2020 17:51

Der »Reichstagserstürmung« scheint Aussagen Ballwegs zufolge doch nachgeholfen worden zu sein: So sei eine Kundgebung vor dem Reichstag – im Gegensatz zu Querdenker-Demonstrationen – ohne weiteres genehmigt worden. Ballweg erklärte im Gespräch mit Martin Lejeune darüber hinaus, dass Querdenken-Ordner verschiedene Kundgebungsteilnehmer auf ihre Reichsflaggen ansprachen und von denen erfuhren, die Flaggen seien »verteilt« worden.

https://www.youtube.com/watch?v=WimkseAmhV4&feature=emb_rel_end

Wird fortgesetzt, weil das Zeichen-Zählwerk von SiN nicht funktioniert.

limes

2. September 2020 17:52

Fortsetzung:

Allerdings bin ich schockiert über das Ergebnis meiner Recherchen zu Lejeune. Zwar misstraue ich grundsätzlich Wikipedia, und so auch Informationen, wonach Lejeune zur mohammedanischen Religion konvertiert und als Redner bei Al-Quds-Tagen aufgetreten sei. Etwas muss aber wohl dran sein, denn im Internet finden sich Belege für Lejeunes Engagement als Kandidat der Mohammedaner-Partei BIG, so ein Schreiben in dem er mit »Alsalamu 'alaikum« grüßt.

https://www.youtube.com/watch?v=d4IbMf2kOLwhttps://www.abgeordnetenwatch.de/profile/martin-lejeune/fragen-antworten/273666

limes

2. September 2020 18:08

@ Lotta Vorbeck (1. September 22.04 Uhr): »Es braucht wenig Phantasie, um sich vorzustellen, von welcher Art und welchem Geist eine in der Situation des Jahres 2020 zusammencompilierte Verfassung durchtränkt sein würde.«

Dazu gibt es einen guten Beitrag bei Epoch Times: »Auch in Deutschland wäre vor dem Hintergrund der Machtverhältnisse und der politischen und weltanschaulichen Präferenzen einer Mehrheit der Bevölkerung, vor allem aber vor dem Hintergrund der Fähigkeit radikaler, aber lautstarker Minderheiten, Öffentlichkeit zu erzwingen, kaum zu erwarten, dass eine neue Verfassung auf der Grundlage des Artikels 146 GG freiere und menschenwürdigere Verhältnisse nach sich ziehen würde.«

https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/corona-krise-als-neuanfang-querdenken-711-chef-ballweg-will-eine-neue-verfassung-a3326736.html

limes

2. September 2020 18:08

Also noch einmal eine Fortsetzung:

Zu den Präferenzen der Mehrheit habe ich zwar eine andere Auffassung als der Epoch-Times-Autor. Mit Blick auf die lautstarken radikalen Minderheiten aber ist mir sehr bang um unser aktuelles, wenngleich von den Altparteien bereits sehr respektlos geändertes GG: »„Anti-Rassismus-Agenda 2025“ fordert: Migrationsministerium, neues Partizipationsgesetz, neues Staatsziel in GG Art. 20b«!

https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/anti-rassismus-agenda-2025-fordert-migrationsministerium-neues-partizipationsgesetz-neues-staatsziel-in-gg-art-20b-a3326659.html

Fritigern

2. September 2020 18:43

Sehr gut geschrieben! 

Ich denke aber eher die Besucherzahl von 50.000 wurde erreicht, weil viele Hedonisten sich halt dachten, dass dies die größte Party weit und breit ist, welche heute für sie möglich ist. 

Lotta Vorbeck

2. September 2020 18:57

@limes - 2. September 2020 - 05:52 PM

Allerdings bin ich schockiert über das Ergebnis meiner Recherchen zu Lejeune

---

Liebe @limes, schauen Sie sich mal dieses Filmchen an:

---> Le journaliste Martin Lejeune se á l'Islam

Um das zu verstehen braucht's keine Französichkenntnisse.
 

Mboko Lumumbe

2. September 2020 19:04

[Entschärfte Version]

@ Laurenz 2.9./17:02

Sie haben meine Hervorhebung nicht berücksichtigt: Er habe sich bereits mehrfach von Rechten und Nazis distanziert.“

Hierbei geht es mir um die Aussage von MS: „...indem sie sich beharrlich weigern beim "Kampf gegen Rechts" mitzumachen,...“.

Das ergibt sich im Zusammenhang mit meinen vorherigen Kommentaren in diesem Strang.

Es ist ein großer Unterschied ob man sich undifferenziert und pauschal von Rechts distanziert oder explizit von Rechtsextremen und Nazis. Auch ich distanziere mich von Rechtsextremen und Nazis. Mit denen will ich nichts zu tun haben und lehne deren Gesinnung ab.

Mich selbst sehe ich als konservativ oder eben das, was heute als Rechts bezeichnet wird.

Nazis ist die Abkürzung für NationalSOZIALISTEN. Man betrachte die Methoden der linksextremen „anti“FA, da wird direkte Gewalt gegen Menschen und Sachen angewandt, auch Psychoterror. Methoden der NS-Zeit.

Und SPDLINKEGRÜNE stehen offen zur „anti“FA und bezeichnen sich selbst als Linksextrem.

Sie haben recht, da wird nicht distanziert, im Gegenteil. Daher wird der Kampf gegen Links an Bedeutung gewinnen. Querdenken könnte ein Hoffnungsschimmer sein.

Mboko Lumumbe

2. September 2020 19:09

Der Kampf gegen Links wird an Bedeutung gewinnen. Querdenken könnte ein Hoffnungsschimmer sein.

Das möchte ich näher ausführen.

Die Position oder Nicht-Position von Querdenken ggü. Rechts ist so etwas wie eine semipermeable Membran. Also durchlässig in eine Richtung. Damit meine ich, Querdenken lässt zu, dass Konservative und Rechte mitmachen und sich in der Bewegung bewegen. Jedoch bewegen sich die Querdenker nicht offen auf Rechts zu, es wird hauptsächlich geschwiegen. Gleichzeitig ist die Distanzierung von Querdenken gegen Rechtsextreme und Nazis richtig und wichtig.

Viele Menschen haben erkannt, dass der pauschale und undifferenzierte Kampf gegen Rechts sie selbst zumindest teilweise berührt und betrifft. Doch die N-Keule wirkt wie eine Atombombe oder Stalinorgel der Linken, deswegen schweigen viele, doch mit zunehmendem Unbehagen.

Die Linksextremen aus SPDLINKEGRÜNE und „anti“FA stehen Querdenken hart ablehnend gegenüber, man denke an „Covidioten“ von Esken, Volksverpetzer, usw. Sie sensen damit auch in den eigenen Reihen und bringen die Menschen zum Nachdenken. Auch so entsteht die semipermeable Membran nach Rechts und damit ein Hoffnungsschimmer. Die Linken haben sich selbst eine Grube gegraben.

limes

2. September 2020 21:08

Danke, @ Lotta Vorbeck!

Aus der Konversion kommt Lejeune von Seiten seiner neuen Glaubensbrüder nicht raus.

Ob Ballweg klar ist, was das bedeutet? Für die Freiheit?

Mboko Lumumbe

2. September 2020 21:43

@ limes & Lotta Vorbeck

Vielen Dank für die Informationen über Martin Lejeune.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass das Video seiner Konversion zum Islam am 22.07.2016 hochgeladen wurde.

Und ich gehe davon aus, dass Lejeune daraus kein Geheimnis macht, auch nicht bei den Querdenkern. Und die sind da tolerant und weltoffen.

Tja, die Kraft dieser Bewegung und ihr Potenzial wird von allen möglichen wahrgenommen und will genutzt werden.

Lotta Vorbeck

2. September 2020 22:20

@limes

@Mboko Lumumbe

An dieser Stelle sei ein Photo, hochgeladen am 20. September 2018 für Sie nachgereicht:

---> Erkennen Sie den Herrn in der Bildmitte?

 

Mboko Lumumbe

2. September 2020 22:54

@ Lotta Vorbeck

Nein den erkenne ich nicht, doch gemäß den Bildkommentaren ist es wohl James Turner aus Sheffield, siehe hier seine FB-Profilbilder:

https://www.facebook.com/photo?fbid=3277136272303488&set=a.159371970746616

https://www.facebook.com/photo?fbid=3337482626268852&set=a.159371970746616

Was hat er damit zu tun?

limes

3. September 2020 09:07

@ Lotta Vorbeck

Nein, den erkenne ich leider nicht. Ist aber nicht weiter erstaunlich, da ich um meine Schwäche, Gesichter zu erkennen und mir einzuprägen weiß. Deshalb muss ich um Aufklärung bitten.

RMH

3. September 2020 09:09

@eike,

Ihre Antwort zeigt, dass man mit Leuten, die einmal auf den Reichsbürgerzug abgefahren sind, nicht mehr diskutieren kann. Oftmals auch, weil sie keine Ahnung von rechtlichen Grundlagen haben - echte Rechtswissenschaftler und ausgebildete Juristen findet man auch eher selten in diesen Kreisen, eher Leute, die mit dem Laden nicht zu recht kommen und sich jetzt ihr eigenes Wolkenkuckucksheim erschaffen und meinen, damit dem Gerichtsvollzieher oder Behörden ein Schnippchen schlagen zu können. Um Rechtsfragen beantworten zu können, bedarf es eben mehr, als Angelesenes. Wenn das BVerfG in ständiger Rechtsprechung feststellt, dass die Bundesrepublik Deutschland mit dem Völkerrechtssubjekt Deutsches Reich identisch ist, dann übersteigt das den Verstand des juristisch Ungebildeten offenbar und damit will ich jetzt auch nicht tiefer in diese müßige Diskussion einsteigen. Aber auch schlichte Dinge des Wirtschaftsrechts, wie das Umwandlungsrecht übersteigt das Verständnis vieler (leider auch vieler Juristen).

RMH

3. September 2020 09:43

Nachtrag:

Der oft erwähnte Art 146 GG wird übrigens seitens des Staates und innerhalb der Rechtswissenschaft in aller erster Linie dahingehend diskutiert, ob dadurch die weitere Übertragung von Souveränitätsrechten von Deutschland auf die EU möglich sein kann. So wird u.a. diskutiert, ob der derzeit via Bundesgesetz als unmöglich geltende Weg zu einem Bundesstaat (VSE) EU mit einem Mitgliedsland Deutschland nicht über Art 146 GG zustande gebracht werden kann. Wenn daher das Verfahren nach Art 146 GG gefordert wird, heißt dass also noch lange nicht, dass dann am Ende ein souveränes, freies Deutschland dabei heraus kommt.

Adler und Drache

3. September 2020 11:44

Eigentlich muss man den "Sturm auf den Reichstag" doch als Erfolg werten! Es war ein Akt friedlichen Protests, der die Buntis tief in der Wohlfühlzone getroffen hat. Das war doch genau das Rezept der IB, es gibt keinen Grund, nun dagegen zu sein!

 

starhemberg

3. September 2020 13:37

Die sogenannte "Rechte" ist selber uneins, zwischen "Sozialpatrioten" und "Liberalkonservativen" fliegen die sprichwörtlichen Fetzen. Wie man da auch noch ein paar Hunderttausend "Querdenker", die sich in unzähligen Einzelblasen befinden, für "unsere Sache" nutzen können sollte, erschließt sich mir nicht im Geringsten. Meiner Meinung nach ist es jetzt vor allem wichtig, innerhalb der AfD eine stringente Strategie für das Wahljahr 2021 auszuarbeiten und innere Gräben zuzuschütten.  

Lotta Vorbeck

3. September 2020 13:41

"STURM" auf Reichstag | Eine andere Perspektive

veröffentlicht am 3. September 2020

Laufzeit: 12:05 Minuten

Nitschewo

3. September 2020 17:06

@Adler und Drache

Danke, ganz Ihrer Meinung. Leider muss man Kommentare wie den Ihren selbst bei wohlgesinnten Medien mit der Lupe suchen, die  Distanzeritis grassiert anscheinend überall, „Querdenken“ kann man es dabei noch am wenigsten verdenken.

Ich frage mich ob da nicht auch ein gewisser Neid mitspielt, immerhin ist ein paar „Spinnern und Verrückten“ mit der Aktion genau das gelungen, wonach so manche die letzten Jahre vergebens lechzten: maximale Aufmerksamkeit und ein hochsymbolisches „Gruppenfoto“!

So dumm der „Reichstagssturm“ aus taktischer Sicht auch gewesen sein mag, wer wäre denn nicht enthusiastisch mitgelaufen wenn plötzlich neben ihm die Gitter fallen und das „Volk“ die Inschrift wörtlich nimmt?

eike

3. September 2020 19:03

@RMH

"Wenn das BVerfG in ständiger Rechtsprechung feststellt, dass die Bundesrepublik Deutschland mit dem Völkerrechtssubjekt Deutsches Reich identisch ist, dann übersteigt das den Verstand des juristisch Ungebildeten ..."

'tschuldigung. Sie haben Recht, wenn das BVerfG der BRD das ständig feststellt, muß es wohl stimmen.

Ich bin nur heilfroh, das BVerfG nicht deklariert hat, die BRD sei mit dem Völkerrechtssubjekt "Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation" identisch. Das hätte wohl ziemlichen Zoff gegeben.

RMH

3. September 2020 20:58

@eike,

lassen wir das besser - Sie haben offenbar von Jurisprudenz 0 Ahnung, meinen aber, mitreden zu können. Ist ok, für mich fällt auch 0 Ahnung unter Meinungsfreiheit. Der Kenner von juristischen Grundbegriffen, die u.a. auch als Teil der deutschen Kultur insbesondere im 19. Jhdt. herausgebildet wurden, weiß es jedoch positiv zu würdigen, wenn ausgerechnet ein "Fremdverwaltergericht" (das ist es es doch in Ihren Augen, oder?) zumindest die Identität feststellt und eben nicht die Nachfolge.

Franz Bettinger

4. September 2020 09:51

@RMH: Da haben wir nun das Glück, mit Ihnen so einen Fachmann der Jurisprudenz in unseren Reihen zu wissen, und er weigert sich leider beständig (auch bzgl. des von Dr. Lanka gewonnenen Masernvirus-Prozesses), uns Laien die Kunst der Juristerei näherzubringen. Er beruft sich lediglich immer auf seine behauptete Kompetenz, seine Autorität als Fachmann. Strengen Sie sich doch bitte mal an, und erklären endlich was in verständlicher Sprache! Das wird doch hinzukriegen sein, Zapperlot! 

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