26. November 2020

Soll die AfD eine multiethnische Partei werden? (1)

Martin Lichtmesz / 83 Kommentare

Michael Klonovsky will den Sprung in die Politik wagen und wurde von der Chemnitzer AfD zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl gewählt.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Dieser Schritt löste auf Teilen von Rechtstwitter "friendly fire" aus, dem Klonovsky hier geantwortet hat.

Vorgeworfen wurde ihm insbesondere ein Satz, den er in einer Dreierrunde mit Joachim Paul und Marc Jongen äußerte: "Die AfD muß multiethnischer werden. Da gibt's einiges zu holen." Auf seinem Blog Acta Diurna führte er entlang eines Gottfried-Benn-Zitats aus, was er damit gemeint hat.

Da wäre zunächst die Lage:

Ein Blick auf die deutsche Bevölkerungspyramide, die keine mehr ist und sich zusehends auf den Kopf stellt, bei farblicher Markierung des Migrantenanteils genügt zur Illustration. Heute liegt der Anteil der Menschen mit dem berühmten Hintergrund bei 20 bis 25 Prozent, in der Kohorte unter zehn Jahren noch deutlich höher. Das sind alles (künftige) Wähler. Meines Wissens macht das AfD-Parteiprogramm keine ethnischen Unterschiede.

Ich empfand diese Argumentation etwas befremdlich. Es ist gerade das wachsende Bewußtsein über Problematik des Bevölkerungsaustausches, das viele Wähler aufgerüttelt, nach rechts getrieben und eine Partei wie die AfD notwendig gemacht hat, nachdem das herrschende Parteienkartell die Deutschen als Volk und Deutschland als Nation aufgegeben zu haben scheint. Und nun klopft Klonovsky diese zerfallende Bevölkerungspyramide danach ab, was künftig für die Partei herauszuholen sei?

Das verblüfft mich umso mehr, als ihm, seinen Einträgen in den Acta zufolge, die Ernsthaftigkeit des "großen Austauschs" und seiner Folgen deutlich bewußt zu sein scheint. Ich habe in der Suchfunktion auf seiner Seite den Begriff "Umvolkung" eingeben, fand dabei etwa folgendes:

Bekanntlich verbreiten schlimme Rechte im Netz und anderswo die Verschwörungstheorie, die Massenmigration sei der intendierte Weg, die europäischen Nationen durch Umvolkung (Grand Replacement) in Mischvölker zu verwandeln und sukzessive auszutauschen. Selbstverständlich glauben wir kein Wort davon. Jetzt, wo Putin ein Ende des Bürgerkriegs in Syrien angekündigt hat und weite Teile des Landes bereits befriedet sind, werden allein aus Deutschland weit über eine halbe Million Syrer Kaltland erlöst den Rücken kehren und in ihre Heimat zurückstreben, sie wieder aufzubauen (....). (23. November 2017)

Der Begriff "Umvolkung" beschreibt den derzeit laufenden Prozess der Verwandlung von "monoethnischen, monokulturellen und monoreligiösen Nationen" in "multiethnische", multikulturelle und multireligiöse (das Letztere aber nur für eine kurze Übergangszeit, dann gehen wir zurück auf Monoreligiosität), wie ihn der Harvard-Schelm Yascha Mounk unlängst in den Tagesthemen, aber bereits anno 2015 im Spiegel verkündet hat, der Begriff "Umvolkung", sage ich, beschreibt diesen Prozess auf das Plastischste und Allerexakteste. Er ist tadellos grimmwürdig; gerade Jean Paul würde ihn zu schätzen wissen. (6. März 2018)

Unsere Multikulturalisten in ihren besseren Wohngegenden halten es bekanntlich für eine Wiedergutmachungsschuld der westlichen Gesellschaften, ganze Völkerschaften aus Afrika und dem Orient willkommen zu heißen und zu alimentieren. Gewalt darf in ihrem rassistischen Kalkül nur in eine Richtung stattfinden, das sind dann eben die Kollateralschäden der nicht stattfindenden Umvolkung*. Wie jeder zartfühlende Mensch werde ich es genießen, wenn die multikulturelle Revolution, wie jede ihrer Vorgängerinnen, die eigenen Kinder zu fressen beginnt. (6. August 2019)

Zerknirscht gebe ich zu, dass Begriffe wie "Umvolkung" oder "Großer Austausch" den Sachverhalt womöglich missverständlich beschreiben (jeder anständig gebliebene Grüne kennt ja Karl Krausens Bonmot: "Es ist nicht wahr, dass ich ihn an die Wand drücken wollte, es ist mir bloß gelungen"). Einigen wir uns also auf: Personalwechsel. Und zwar mit verkleinertem Angebot und eingeschränktem Service. (9. Oktober 2019)

Klonovsky ist außerdem, wie wir alle, ein eifriger Sieferle-Leser ist und zitiert diesen häufig. Wer Sieferles letzte, postum veröffentlichte Bücher Das Migrationsproblem und Finis Germania kennt, weiß, daß der durch Suizid aus dem Leben geschiedene bedeutende Vordenker nicht nur Deutschland, sondern der westlichen Welt überhaupt so gut wie keine Überlebenschancen mehr gab: die Wohlstandsinseln, auf denen nur mehr müde, letzte Menschen und vom ethnokulturellen Selbstzweifel zermürbte Völker im Pensionsalter leben, werden dem demographischen Druck aus der südlichen Hemisphäre nicht standhalten und früher oder später vollständig von den Barbaren gestürmt werden.

Nicht anders sah es der im Juni dieses Jahres verstorbene Jean Raspail schon seit den frühen siebziger Jahren. Die europäischen Völker werden allenfalls in Restbeständen, in ethnischen Enklaven und Rückzugsgebieten überleben, wenn überhaupt. Eine zweite Möglichkeit wäre eine "Reconquista". Was das in letzter Konsequenz bedeutet, kann sich niemand herbeiwünschen, nämlich daß der "molekulare Bürgerkrieg" eine Kernspaltung erfährt. Manche, wie etwa der letztes Jahr verstorbene Guillaume Faye, hielten und halten diese Eskalation jedoch für unvermeidlich.

Andere haben Westeuropa schon längst aufgegeben. Michael Ley setzt auf die "letzten Europäer", die sich im Osten noch halten könnten, und manche träumen bereits von einer Art von "weißem Zionismus", um zu retten, was möglicherweise noch zu retten ist.  Große Teile der weißen Völker haben ihren Selbstbehauptungswillen verloren, sind passiv und resigniert oder beteiligen sich enthusiastisch am "Umvolkungs"-Programm, das ihnen als Einlösung universalistischer Versprechen erscheint. Sie steuern auf einen "genetischen Flaschenhals" zu und werden die demographische Krise wohl nicht überleben. Der kanadische Soziologe Eric Kaufmann bezeichnet diese Entwicklung als "Whiteshift".

Klonovsky verbucht dieses Phänomen der massenhaften Selbstaufgabe unter Defizite:

Der wohlstandsverwahrloste, ideologisierte und von Schuldneurosen heimgesuchte Teil der Deutschen bekommt weniger oder keine Kinder mehr. Diese Letzten Menschen denken nicht mehr über den Horizont der eigenen Lebenszeit hinaus. Es sind inzwischen Millionen, und sie sind nahezu ausnahmslos deutsch (oder westlich). Merkel, Göring-Eckardt, Roth, Hofreiter – neudeutsche Lebensholzwege. Zugleich wählen die Deutschen in ihrer Mehrheit beharrlich Merkel, der gut verdienende, akademisch gebildete  Teil von ihnen wahrscheinlich mehrheitlich die Grünen (akademisch gebildet ist nach 40 Jahren linker Gehirnwäsche etwas anderes als gebildet).

Das bedeutet aber auch, daß die Demographie das Schicksal der europäisch-westlichen Kultur oder Zivilisation (oder wie immer man es nennen mag) über kurz oder lang besiegeln wird. "Can Europe be the same with different people in it?", steht auf dem Cover meiner Ausgabe von Christopher Caldwells Reflections on the Revolution in Europe. Die Antwort lautet natürlich "nein", und Klonovsky hat diesen Bevölkerungsaustausch per Ersatzmigration als genau das beschrieben, was er de facto ist: Umvolkung (nichts anderes als Ethnozid), Landnahme, "Personalwechsel", auch mittels latenter und offener Gewalt.

Nun also zu dem, was Klonovsky als Bestände rechnet. Er schreibt:

Ich habe extra den Begriff "multiethnisch" verwendet, weil ich an Multikultur nicht glaube, nirgendwo gibt es eine funktionierende Multikultur, wie Frau Merkel vor zehn Jahren weise erkannte, ist Multikulti "gescheitert" und scheitert überall. Multiethnische Gesellschaften sind dagegen Tatsache, und wenn sie sich auf verbindliche Grundlagen des Zusammenlebens einigen – sie also gerade nicht täglich neu aushandeln –, dann können sie auch funktionieren.

Der wesentliche Irrtum ist hier, "multiethnisch" von "multikulturell" abzutrennen und diese Begriffe einander gegenüberzustellen. Sie sind in Wahrheit vollkommen synonym. Eine Ethnie existiert durch ihre Kultur und wird durch diese definiert. Man kann "Kultur" nicht wie ein Etikett ablösen, sodaß eine Ethnie ohne Kultur übrigbleibt. Und wenn die Kultur einer Ehnie verlorengeht oder verändert wird, geht auch ihr ethnischer Charakter verloren oder wird verändert. Wer ethnische Gruppen importiert, importiert auch gleichzeitig deren Kultur. Robert Hepp bemerkte:

Die Ethnologen identifizieren die Ethnien mit ihren Kulturen. Da hat jedes Volk seine Kultur, und jede Kultur ist auf ein Volk bezogen. Es wäre daher schon rein terminologisch unsinnig, von einer multikulturellen Ethnie zu sprechen. Multikulturell könnte allenfalls ein Land sein, das von mehreren Völkern bewohnt wird, also etwa ein Vielvölkerstaat. Da die meisten Ethnologen die Kultur eines Volkes als eine funktionale oder symbolische Einheit betrachten, neigen sie dazu, selbst relativ geringfügigen Störungen des institutionellen Arrangements einer Ethnie weitreichende Folgen zuzuschreiben. Fremde Kultureinflüsse, die weder abgewiesen noch durch Assimilation in das System eingebaut werden können, werden daher keinesfalls als Bereicherung der Kultur eines Volkes, sondern als potentielle Ursachen einer Anomie betrachtet. Wenn sie eine gewisse Toleranzschwelle überschreiten, entsteht keine MKG (multikulturelle Gesellschaft), sondern ein Kulturchaos, in dem ein Volk mit seiner Kultur zugrunde geht. Allenfalls auf lange Sicht könnte daraus wieder ein neues Volk mit einer neuen Kultur entstehen.

Eine Monokultur für verschiedene Ethnien wäre also ein Widerspruch in sich, es sei denn, diese ethnischen Gruppen sind einander so ähnlich, daß sie einen tragbaren gemeinsamen Nenner bilden können.

Wie Hepp aufgezeigt hat, ist der Begriff "multikulturell" von Anfang an nie etwas anderes als ein Euphemismus für "multiethnisch" gewesen, in seinen amerikanischen Ursprüngen gar für "multirassisch". Das ist ein weiterer Aspekt, den man nicht übersehen sollte: Da eine Ethnie eine Abstammungs- und Fortpflanzungsgemeinschaft ist, hat sie stets eine biologisch-genetische Komponente, und Rassenzugehörigkeit ist für den Einzelnen wie für Gruppen ein bedeutender sozialer und kultureller Faktor, den man in Rechnung stellen muß. Im Gegensatz zu anderen konservativen Publizisten schreckt Klonovsky vor einer aufrichtigen Betrachtung des heiklen Themas nicht zurück. Er hat hier konsequent eine "rassenrealistische" Position eingenommen, und mehrfach auf die Bücher von Andreas Vonderach verwiesen, z.B. hier.

Nun stellt sich freilich das semantische Problem, daß "Kultur" ein ziemlich schwammiger Begriff ist, und alle möglichen Formen von sozialer Identität oder Lebensart bezeichnen kann. "Verbindliche Grundlagen des Zusammenlebens" sind nur ein Teil der Gesamtkultur eines Volkes. Sie sind eine Frage der überlieferten Sitten ebenso wie der Gesetze, und Gesetze entspringen üblicherweise dem "nomos" eines Volkes, um es schmittisch zu sagen. "Das Volk muß für sein Gesetz (nomos) kämpfen wie für seine Stadtmauer", sagte Heraklit. Mit diesem "nomos" sind tiefer liegende Dinge als etwa ein Grundgesetz oder Kataloge von Geboten und Verboten gemeint. Viel davon ist bei den heutigen Deutschen nicht mehr vorhanden, und sie haben Gesetze und Gesetzesauslegungen beschlossen, die ihre eigene Substanz negieren und aufzehren.

Wie sollen sich nun die verschiedenen Ethnien innerhalb einer Gesellschaft (oder konkreter: eines Nationalstaats) auf diese "Grundlagen des Zusammenlebens" "einigen", wie bekommen sie das Kunststück hin, daß diese "verbindlich" bleiben? Schließen sie einen Gesellschaftsvertrag ab, an den sie sich daraufhin ein für allemal halten?

Das wäre im Grunde nichts anderes, als was Egon Flaig in Die Niederlage der politischen Vernunft als "schwachen Multikulturalismus" bezeichnet, sozusagen dessen Habermas'sche Variante, wie sie von der Bundesrepublik offiziell betrieben wird, wenn auch auf inkonsequente und halbherzige Weise. Hier ist die rechtsstaatliche Verfassung der Rahmen, der den ethnokulturellen Binnenpluralismus daran hindern soll, das Gefüge zu sprengen. Das hat sich allerdings als ziemlich dünnes und wenig belastbares Eis erwiesen.

Eng verwandt damit ist die von Bassam Tibi ins Spiel gebrachte "Leitkultur" als potentieller Gesellschaftskitt, die nichts anderes ist als ein Katalog liberaler, aufklärerischer und säkular-universalistischer "Werte"; es war Tibi selbst, der schließlich erkannt hat, daß sich diese gewissen ethnischen Gruppen islamischer Prägung nur schwer bis überhaupt nicht vermitteln lassen.

Die "Leitkulturen" historischer multiethnischer Gebilde (meistens weder Demokratien noch Republiken) waren indes religiöser und ethnokultureller Natur: In der Regel gab es immer ein Reichsvolk, dessen Sprache, Gesetze, Religion und Kulturstil dominant waren, seien es Römer, Griechen, Russen, Deutsche, (Deutsch-)Österreicher oder Osmanen, und immer gab es Völker unter ihrer Herrschaft, die sich beleidigt, unterdrückt oder mißachtet fühlten.

Die Völker der alten, prä-demokratischen Vielvölkerstaaten lebten zudem in Siedlungsgebieten, in räumlicher Aufteilung und Abgrenzung voneinander, mit Ausnahme der großen Städte und Handelszentren, die schon in der Antike als kosmopolitische Schmelztiegel und Zentren internationaler Begegnung fungierten.

Das ethnokulturelle Leitkulturprinzip findet sich auch im kleinen nationalstaatlichen Maßstab wieder: der französische Nationalstaat etwa wurde zentralistisch aus durchaus heterogenen Regionen und Volksgruppen geschmiedet (Bretonen, Okzitanier, Basken, Korsen, Elsässer etc.), ähnlich geschah es in Italien oder Spanien. Heute hat Macron alle Mühe, Millionen von nord- und schwarzafrikanischen Muslimen zu "republikanischen Werten" zu bekehren.

Ungarn beherbergt innerhalb seiner Staatsgrenzen etliche ethnische Minderheiten, die alle Bürgerrechte genießen, und doch betont die unter Orban geänderte Verfassung den national-magyarischen Charakter des Landes und untersagt es, diesen verändern zu wollen (etwa durch Ersatzmigration). Ähnlich funktioniert das israelische Nationalstaatsgesetz, das zwar erst 2018 in Kraft trat, dessen Hauptartikel allerdings de facto die ideelle Grundlage des Staates Israel seit seiner Gründung bilden.

Der deutsche Nationalstaat, der auf Bismarck zurückgeht und heute als zweckentfremdetes und zweckverkehrtes Gebilde weiterbesteht, war niemals als "multiethnischer Staat" konzipiert, sondern als Heimatland der Deutschen und des deutschen Volkes, entsprechend der demokratisch-nationalstaatlichen Ideen des 19. Jahrhunderts, die wie das "Selbstbestimmungsrecht der Völker" auf ethnokultureller Homogenität beruhen. Nationalstaaten, die eine extreme ethnische Homogenität aufweisen wie Japan oder Korea sind allerdings eher selten, erst recht in Europa. Aber im Gegensatz zu den USA, die Klonovsky ins Feld führt, hat Deutschland doch ein ziemlich eindeutiges Stammvolk, das jedoch unter dem Problem leidet, nicht mehr es selbst sein zu wollen.

Ethnie ist nun nicht gleich Ethnie, denn wie gesagt, werden Ethnien ähnlicher Kultur und Rasse in der Regel eher zum Zusammenleben innerhalb eines Staates oder einer "Gesellschaft" fähig sein, als stärker heterogene Gruppen. Das mag eine Binsenweisheit sein, aber wir leben heute in einer Zeit, in der es für einen westlichen Staat völlig unmöglich geworden ist, seine Einwanderungspolitik offen nach diesen Gesichtspunkten zu gestalten, will er nicht die internationale Ächtung riskieren.

 

Fortsetzung folgt...

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Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (83)

Dieter Rose

26. November 2020 12:55

" . . . für einen westlichen Staat unmöglich geworden . . . " -

 also doch:

"Den Sozialismus (Globalismus) in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf."

Die Geschichte wiederholt sich halt:

"Das haben wir nicht gewusst/gewollt!"

Lotta Vorbeck

26. November 2020 13:26

Wer je selbst erlebte wie blasiert-arrogant sich dieser Herr bei Veranstaltungen gibt, auf denen er selbst nur Gast ist und welche Figuren er bei solchen Anlässen als seine Entourage anschleppt, für den dürfte sich das Thema Klonovsky ohnehin längst vollständig erledigt haben.

quarz

26. November 2020 13:51

"Die AfD muß multiethnischer werden. Da gibt's einiges zu holen."

Hier ist wohl die Partei als Selbstzweck gedacht. Motto: "Jetzt ist Multikulti nun mal da, also nutzen wir es!". Wo aber die Partei, die ja ein Instrument zur Umsetzung des Volkswillens sein soll, keine Rücksicht mehr auf den Souverän nimmt und sich als Instrument sozusagen selbstständig macht auf dem Markt der "Bevölkerung", da hat sie ihren Auftrag verraten und ihr Existenzrecht verwirkt.

Auch die Rechtfertigung in Hinblick auf das Überalterungsproblem ist - gelinde gesagt - kurzsichtig. Zwei, drei Jahrzehnte die Ärmel hochgekrempelt und die Ansprüche reduziert, dann kommen die geburtenschwachen Jahrgänge ins Rentenalter und das Problem ist vom Tisch. Und nebenbei wäre das übervölkerte Land gesundgeschrumpft. Massenimmigration hingegen ist erstens ein Pyramidenspiel, in dem zweitens schon der zweite Durchgang am Umstand scheitert, dass nicht "händeringend gesuchte Fachkräfte", sondern Passiv-Dauergäste im Sozialsystem kommen. Vor allem aber schädigt ethnische Fragmentierung - in zahllosen Studien belegt - ein Gemeinwesen in vielfacher Weise massiv.

Christian

26. November 2020 14:20

Was soll die AFD erreichen? Wenn die herrschenden Machtverhältnisse das "Replacement" der Volkseuropäer als entscheidendes Ziel ansehen, dann kann sich, wer nicht revolutionieren, sondern sich etablieren und zum Establishment gehören will, dem natürlich nicht prinzipiell entgegenstellen - dafür wird ihm dann erlaubt, andere Punkte der herrschenden Agenda verhalten zu kritisieren. Soll man sich damit zufriedengeben?

Apropos USA -- auch wenn es jetzt noch praktisch undenkbar scheint, könnte sehr wohl der Tag kommen, wo in den USA eine Aufspaltung des Landes in einen weißen, einen multirassischen und einen nichtweißen Teil realisiert wird. Es gab bereits früher in den USA rassisch spezifizierte Einwanderungsvorgaben  -- das könnte jeder Landesteil nach eigenem Gutdünken so handhaben. Ob man dann auf "Wakanda" schaut oder eher Detroit XXL - sei's drum.

Notabene: Es gibt zwar Leute die ernsthaft behaupten, man könne nicht einmal zwischen den Rassen unterscheiden -- für die sei darauf hingewiesen, daß die bestehende antirassistische affirmative action Politik darauf angewiesen ist, zu unterscheiden, ob jemand weiß oder nichtweiß ist - und das auch praktiziert. Wer in den Genuß von affirmative action kommen will, muß zu einer z.B. rassischen Minderheit gehören, darf also kein Weißer sein. In dem Falle können die Antirassisten das also feststellen.

Im Falle einer Aufspaltung könnte sich jeder aussuchen, ob er im multirassischen Landesteil leben will, oder unter seinesgleichen.

Maiordomus

26. November 2020 14:37

Verfolgte neuestes Gespräch im Kanal Schnellroda über Boomer, Klonovsky und Mishima, mit Befunden, die gewiss ernst genommen werden müssen, so die 1,1, Milliarden, die der deutsche Staat investieren will, um Geistesinsel wie Schnellroda auf Null zu bringen, was, wenn es so zuträfe, ein staunenswertes Zeugnis der Beachtung wäre. Andererseits zeigen die  Tisch-Debatten um Parlamentarismus, dass einem politisches Denken in einer repressiven Demokratie Mühe macht, auch betr. die Frage, ob ein Intellektueller wie Klonovsky sich aufstellen lassen soll, ev. in Wahlkreis, wo auch ein Besenstiel gewählt würde usw. und ob dieser Klonovsky (für mich nicht annähernd einer der gewichtigsten 1000 deutschen Intellektuellen der letzten 100 Jahre), in der Liga unter Marc Jongen MdB, sich im Parlament verschwenden soll oder nicht. Und dann diskutierte man über Mishima, bei Skepsis Kositza, wo doch gesagt werden muss, die Übereinstimmung des Kultes um Mishima mit dem Muttergottesbild mit Kind im Schnellroda- Hintergrund ist gleich null. Das Bild relativierte auch die ganze Debatte eindrücklich. Gruss an @Monika.  

starhemberg

26. November 2020 14:58

Ich verstehe den Text nicht ganz, so fürchte ich. Beziehungsweise seine Schlussfolgerungen. Sieht es ML nun als erstrebenswert an, dass MK Abgeordneter werden möchte? Oder nicht? Und alle richtigen Feststellungen von ML ändern doch nichts an der Tatsache, dass es immer mehr zukünftige Wähler mit Wurzeln aus aller Herren Länder geben wird. Und dies bedeutet realpolitisch doch, auch jenen zukünftigen Wählern eine passende rechte Heimat anbieten zu wollen und zu können. Schließlich konnte Trump zur allgemeinen Überraschung seinen Anteil bei Latinos und Schwarzen gegen 2016 sogar ausbauen. Was also, geschätzter Martin Lichtmesz, wäre nun Ihre konkrete Handlungsempfehlung?

starhemberg

26. November 2020 14:59

Oh, ich übersah die (1) in der Überschrift. Damit ist mein Kommentar von soeben überflüssig, sorry. 

Hartwig aus LG8

26. November 2020 15:12

Ich nehme an, dass Klonovsky fern von den Problemgruppen wohnt und lebt. Seine israelische Frau, gewisse Bekanntschaften in Russland und seine Zuneigung zu  J.S.Bach-besessenen Ostasiaten sind letztlich keine Ausweise direkter Betroffenheit.

Bei Klonovsky hat man immer wieder eine gewisse Sympathie für den Konservatismus des Islams herauslesen können. (Ich erinnere mich z.B. an eine von ihm stammende Kurzgeschichte über einen alten Mann in einem Zugabteil.) Noch viel mehr aber erkennt man Klonovskys Verachtung für weite Teile des deutschen Volkes; Verachtung für die Selbsthasser, Selbstverleugner, für die Feiglinge vor dem Feind, die Bücklinge und Drückeberger ... auch eine Verachtung für bestimmte Konstanten des deutschen Volkscharakters, wie ich es jetzt auf die Schnelle nennen würde.

"Die AfD muss multiethnischer werden" läuft bei Klonovsky auf eine Rosinenpickerei hinaus. Er sucht die "Verwandten im Geiste". Ich will das nicht verurteilen, denn selbstverständlich gibt es sie. Die Frage ist, wie man das Houellebecqsche Szenario (Unterwerfung) abwendet. So wohl nicht.

 

Der_Juergen

26. November 2020 15:16

Ich anerkenne gerne, dass Klonovsky hochgebildet und ein hervorragender Stilist ist und dass er sehr häufig, eigentlich meistens, die Wahrheit schreibt. Dennoch habe ich ihm von Anfang nie auch nur eine Sekunde über den Weg getraut, ... Dass er nun, also zu einer Zeit, wo jedem Einsichtigen die Absurdität des ganzen Parteienwesens endgültig klar sein sollte, noch für die AFD in ein Parlament einziehen und die Partei dabei "multiethnischer" machen will, beseitigt letzte Zweifel an  der Rolle, die er spielt. Von mir aus soll er fleissig dabei mitwirken, die Stühle auf der Titanic zurechtzurücken und die Pensionsansprüche der Fiedler zu erhöhen, aber irgendetwas Positives kommt für Deutschland dabei bestimmt nicht heraus. 

RMH

26. November 2020 15:23

Wo kandidiert Herr Klonovsky noch einmal?

Ich denke, dort braucht er noch keine multiethnische Mehrheit ...

Rein pragmatisch betrachtet, sollte man ob des Satzes von Herrn K. jetzt nicht "er hat Jehova gesagt" schreien sondern durchaus sich überlegen, wo es Gegenden gibt, wo es Migranten gibt, die dankbar sind, ihr shithole country hinter sich gelassen zu haben und die kein Interesse daran haben, dass shithole jetzt seit einigen Jahren wieder zu ihnen kommt. Diese Leute braucht man den Grünen, der SPD und der Union ja nicht geradezu aufzudrängen. Ich sehe daher durchaus Platz für sie in der AfD, nur würde ich das nicht mit einem bunt-deutschen Gelaber von wegen multiethnisch oder gar multiethnischer als Steigerungsform verpacken. Klonovsky, dass war halt Mal der Griff in die ...

Gotlandfahrer

26. November 2020 15:23

(1 von 2)

Ist diese Diskussion notwendig?  Zur Erinnerung: Es läuft gerade die großflächigste NWO-Offensive aller Zeiten.  Der Treibstoff des Great Resets, sehen wir von den – mal wieder – notorisch überproportional vertretenen Beimischungsherkünften ab – wird aus strammgermanischkeltischen Hirnen ausgeschwitzt.  Überfremdung, ob nun ethnisch oder kulturell, ist das symptomhafte Folgeproblem einer Ursache, die nicht bestünde, wäre die westliche Kultur, spätestens zum heutigen Stand ihrer Entwicklung, nicht aus eigener Veranlagung anfällig für das Umsichgreifenkönnen von Seinsvergessenheit.  Ggf. provokanter, als es je meine Absicht wäre, dazu folgendes Interview mit Ayaan Hirsi Aliin der NZZ:

https://www.nzz.ch/feuilleton/ayaan-hirsi-ali-ueber-freiheit-religion-und-identitaetspolitik-ld.1587611

Gotlandfahrer

26. November 2020 15:23

(2 von 2)

Von solchen Personen wäre nicht nur zu erwarten, dass sie die Angreifbarkeit der AfD reduzierten, sie wären gleichermaßen die Prinzen, die von außen die Dornenhecke durchschreiten könnten, um die Bewusstseinslosen wachzuküssen.  Gerade dieses Wachküssen wäre sodann aber das Heilmittel, das auch die Überfremdung gewaltfrei zurückzudrehen im Stande wäre, denn eine Binnenkultur, die – wachgeküsst – wieder Selbstbewusstsein hat, ist für einen größeren Anteil Fremder integrativer.  Denn in was soll sich denn heute ein Fremder überhaupt integrieren können und warum sollte er es wollen? Setzt man auf den parlamentarischen Betrieb als Lösung, und das tut man vermutlich, wenn man sich als Direktkandidat bewirbt, kann man durchaus die Linie vertreten, dass das Deutschland, das man meint, nur durch das Herz betreten werden kann.  Und dies ist bei ethnisch Fremden – evidenzbasiert – heutzutage selten aber möglich.

Die Argumentation von ML steht dazu nicht im Widerspruch.  ML adressiert nur eine andere Sphäre als MK und zwar die des ganz Grundsätzlichen, das sich in existenziellen Endspielsituationen auftut. Man kann es so sehen: MK will die Titanic noch mit Bordmitteln retten, ML stellt schon die Frage, nach welchem Prinzip die zu knappen Plätze in den Rettungsbooten (neu) ausgehandelt werden.  Beides hat seine Berechtigung, nur vielleicht nicht gerade im vierten Quartal 2020.

Lotta Vorbeck

26. November 2020 15:32

@Der_Juergen - 26. November 2020 - 03:16 PM

"... Von mir aus soll er fleissig dabei mitwirken, die Stühle auf der Titanic zurechtzurücken und die Pensionsansprüche der Fiedler zu erhöhen, aber irgendetwas Positives kommt für Deutschland dabei bestimmt nicht heraus."

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Für das weitere Schicksal der bereits deutlich Schlagseite zeigenden 'Titanic' ist es völlig unerheblich, welche neuen Clowns jetzt noch auf die Bühne des Bordtheaters gestellt werden.

Im Schwabschen Drehbuch des "Great Reset" ist es just nicht vorgesehen, dieses Schiff ein "Blaues Band" gewinnen zu lassen.

Franz Bettinger

26. November 2020 15:41

Mein erster Gedanke: Gut, dass Klonovsky in den Bundestag will. Tolle Reden wären von ihm, MK, zu erwarten, und wäre es nur für's Protokoll („for the record“) des letzten Mohikaners. @Lotta: Ich mag MK (ohne ihn je persönlich kennengelernt zu haben) Blasiertheit hin oder her. Wer begnadet wie Oscar Wilde reden und schreiben kann, darf gerne ein Dandy sein. 

Hartwig aus LG8

26. November 2020 15:42

Und mal ganz praktisch angemerkt: Klonovsky ist ein Mann des geschriebenen Wortes. Seine Texte sind ausgefeilt, teils brilliant, und laufen meist auf eine wohlgesetzte Pointe zu. Wer aber schon mal auf yt seinen Reden gefolgt ist, wird merken, dass er mit seiner blasierten Art überhaupt nicht durchdringt, rhetorisch schwach ist und allenfalls höflichen Applaus unter Gleichgesinnten erntet. Nun muss ein Volksvertreter (Direktkandidat eines Wahlkreises) zwar zu allererst die Interessen des Wahlkreises vertreten anstatt Reden zu schwingen; aber ob das Klonovsky vorschwebt?

Franz Bettinger

26. November 2020 15:57

Ich weiß, es klingt sehr merkwürdig (und vielleicht ist es auch unausgegoren), was ich jetzt sage, und vielleicht treibt mich auch nur ein immer stärker werdender Fatalismus zu dieser Hintertür, aber: Stellen wir uns mal vor, die jungen Deutschen hätten den Charakter und die Eier junger Türken, Merkel und ihre GeStaPo würden doch sofort den Schwanz einziehen. Was für eine rasende Gewalt sich dem Elitioten-Pack (in diesem Traumbild)  dann entgegenstellen würde! Vielleicht ist MK so zu verstehen. Und vielleicht kapieren jene in D mit dem berühmten Ausländer-Hintergrund ja irgendwann, dass auch ihre Lebensgrundlage gerade dabei ist, von den Globalisten den Schweinen zum Fraß vorgeworfen zu werden, und tun was dagegen Seite an Seite mit uns.  Querfront! (Nun die Säbel raus gegen mich!)   

RMH

26. November 2020 15:59

Klonovsky ist ein Kandidat für die Liste, wenn ihn die Partei will, aber keiner fürs Direktmandat.

Ein gebuertiger Hesse

26. November 2020 16:03

Ob einer, der aktuell ein solches Buch vorlegt: https://www.manuscriptum.de/sortiment/neuerscheinungen/im-ernstfall-gibt-es-keine-konstrukte.html mit "multiethnisch" an dieser Stelle etwas anderes im Sinn hat, als der Partei schlicht mehr Zulauf zu bescheren, halte ich für fraglich.

Maiordomus

26. November 2020 16:08

@Oscar Wilde. Könnten Sie. Bettinger,  nicht gleich Mirabeau, Cicero oder Demosthenes sagen?

Lotta Vorbeck

26. November 2020 16:09

@Hartwig aus LG8 - 26. November 2020 - 03:42 PM

"... dass er mit seiner blasierten Art überhaupt nicht durchdringt, rhetorisch schwach ist und allenfalls höflichen Applaus unter Gleichgesinnten erntet. Nun muss ein Volksvertreter (Direktkandidat eines Wahlkreises) zwar zu allererst die Interessen des Wahlkreises vertreten anstatt Reden zu schwingen; aber ob das Klonovsky vorschwebt?"

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Könnte es sein, daß sich das, was Klonovsky - der sich bisher seine Herkunft aus dem Sächsischen betreffend ähnlich ambivalent wie der aktuelle POTUS* zu seiner Herkunft verhielt - vorschwebt, "sicherer Listenplatz" nennt?

Maiordomus

26. November 2020 16:12

@Buones Aires 26.11., grösste Massentrauer seit dem Tod von Evita Peron. Die sich an den Sarkophag des "Fussballgottes" drängenden Menschenmassen aller dortigen Schichten sind weniger bunt als sie es in Europa wären, das ist für Argentinien bemerkenswert. 

Lotta Vorbeck

26. November 2020 16:30

@Maiordomus - 26. November 2020 - 04:12 PM

"... Die sich an den Sarkophag des "Fussballgottes" drängenden Menschenmassen aller dortigen Schichten sind weniger bunt als sie es in Europa wären, das ist für Argentinien bemerkenswert."

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Argentina ist noch vor Uruguay und Chile das "weißeste" Land Südamerikas.

Dasselbe Argentinien hob mit Señor i Señora Kirchner gleich zwei Mal erzlinke Präsidenten auf den Schild, die dem katholischen Land die Schwulen-Ehe bescherten.

Andere Frage: Aus welchem Land kam gleich noch mal der Señor Jorge Mario Bergoglio?

heinrichbrueck

26. November 2020 17:01

Die AfD ist eine multiethnische Partei, siehe JAfD und andere Copiloten (Islam und Afrika nicht verboten).

Maiordomus spricht zwar ständig dieselbe Hotzenplotzdemokratieleier in Heidiland, ohne die globalen Abrechnungsbanken eine Art bairische Krim, aber die Realität kennt keine Volksherrschaften. Dieser Widerspruch macht aus Westeuropa Kalifate, bevor Osteuropa an der Reihe ist. Westeuropa ist falsch programmiert, was nicht bedeutet, daß die Osteuropäer richtig programmiert wären.

In den USA wird sich William Luther Pierce' Denkweg, im Falle einer Sezession, oder Südamerika durchsetzen. Die Medien werden immer jemandem gehören, eine Stadt wie New York hat mit Demokratie nur noch in der Phantasie etwas zu tun.

Ein Rechtsstaat braucht keine Demokratie, eine Umvolkungsgehirnwäsche schon. Es herrscht ein Geist, der imstande ist, den eigenen Geist zu überschreiben, zu teilen und das Steuer in die gewünschte Richtung zu lenken. Geschichte kann gesteuert werden. Die Weißen wurden geteilt und getrennt aufgerieben; kommt ein Zusammenhalt nicht zustande, ist das Ergebnis bekannt. Die Demokratie muß so beschrieben werden, wie sie in der Realität funktioniert, und nicht mit Freiheitsträumen aufgeladen, um die Umvolkung bewerkstelligen zu können.

Niekisch

26. November 2020 17:38

"dies bedeutet realpolitisch doch, auch jenen zukünftigen Wählern eine passende rechte Heimat anbieten zu wollen und zu können."

@ starhemberg 14:58: Ja ,genau, sozusagen nach der alten die neue und dann die allerneueste Heimat.

Heimat, Heimat über alles, über alles in der Welt, wenn es der "Rechten" und  aller Welt denn so gefällt. 

Nemo Obligatur

26. November 2020 17:50

@Hartwig aus LG8, 26. November 2020 15:42

Ich versuch es mal kürzer: Klonovsky amüsiert, reißt aber nicht mit. Freilich braucht die AfD auch gute Fachpolitiker und Leute, die sich zu benehmen wissen. Abschreckende Beispiele gab es schon genug.

Was die Multiethnizität angeht: Mir ist die Haut- und Haarfarbe eines Menschen egal, solange er meine Werte teilt. Wenn ich durch die Stadt gehe, fühle ich mich wohler, wenn ich überwiegend Leute sehe, die ungefähr so aussehen wie ich, und sei es nur die Kleidung und meine Sprache sprechen. Denn wenn meine Mitmenschen drastisch anders aussehen als ich und anders sprechen, ist die Hürde recht hoch, Gemeinsamkeiten feststellen zu wollen und zu können. Ich gestehe zu, dass die Hürde immer beidseitig ist. Aber da Deutschland kein "Siedlungsgebiet" ist, sondern das Land meiner Vorfahren, bilde ich mir ein, hier gewisse Heimatrechte zu haben. Das ist wohl in jedem Land der Erde völlig normal, nur in Deutschland wird es zum Skandal hochgejazzt.

Der Gehenkte

26. November 2020 17:54

Der hier aufgezeigte Widerspruch ist ein "metaphysischer" - Klonovskys Äußerung ist aber eine rein politische Aussage. Der Widerspruch löst sich in der Tatsache auf, daß auch eine multiethnische Partei gegen eine multikulturelle Gesellschaft ankämpfen kann. Sein Ansatz ist utilitaristisch: Rechne mit deinen Beständen.

Prinzipiell ist der AfD ein Intelligenzzuwachs zu wünschen - die neuerlichen partei- und damit sachschädigenden Eskapaden einiger Abgeordneter haben das zur Genüge gezeigt. Einer Partei, der es nicht einmal gelingt durchweg halbwegs intelligente Parlamentarier aufzustellen und die in die Tiefe schwer unter Fähigkeitsdefiziten leidet, ist ein Klonovsky zuvörderst ein Geschenk. Sein schwerstes Gepäck ist seine habituelle Arroganz in Wort und Schrift, die zwar ihre Berechtigung hat und als intellektuelles Ornament einen gewissen ästhetischen Wert, die in der Realpolitik aber verheerend sein kann.

Ihm unlautere Gründe zu unterstellen, entbehrt bisher jeglicher Empirie – man sollte von der Ernsthaftigkeit seines Entschlusses ausgehen: dem Dienst an der Sache. Es dürfte sich aus seiner Perspektive eher um ein Opfer denn einen Gewinn handeln. Im Übrigen ist eine derartige tapfere Entscheidung individuell nur zu akzeptieren, auch wenn man über ihren „höheren“ Gehalt streiten kann.

Solution

26. November 2020 18:30

Klonovsky ist grundsätzlich ein Anhänger der multikulturellen Gesellschaft und der Einwanderung. Das kann man in seinen Büchern problemlos nachlesen.

Er will nur den Prozeß der Umvolkung verlangsamen und ein wenig steuern. Damit ist er ein Musterbeispiel für einen Cuckservativen.

Wie könnte er auch gegen Einwanderung sein, hat er doch eine israelische Frau mit eigenem Nachwuchs sowie aus einer vorherigen Beziehung mit einer japanischen Frau ebenfalls ein deutsch-japanisches Kind. Vor diesem privaten Hintergrund wird sein prinzipiell multikulturelles Engagement verständlich.

Wenn das die Linie der AfD ist, unterscheidet sie sich nur im Tempo und bei den Modalitäten der Umvolkung von den Systemparteien. Ist es nicht die Linie der AfD, gehört Klonovsky nicht in die Partei.

Niekisch

26. November 2020 18:35

"Deutschland kein "Siedlungsgebiet""

@ Nemo Obligatur 17:50: Was sonst, wenn z.B. hier im Ruhrgebiet 160 verschiedene Nationalitäten, also nahezu die ganze Welt, warum auch immer, siedeln?

Niekisch

26. November 2020 18:37

"auch eine multiethnische Partei gegen eine multikulturelle Gesellschaft ankämpfen kann"

@ Der Gehenkte 17:54: Sie  können wenigstens noch gegen ihren Strick ankämpfen, die "multiethnische" Partei hängt mit dem Kopf nach unten..

Clearthink

26. November 2020 18:46

@stahernberg

"Schließlich konnte Trump zur allgemeinen Überraschung seinen Anteil bei Latinos und Schwarzen gegen 2016 sogar ausbauen. Was also, geschätzter Martin Lichtmesz, wäre nun Ihre konkrete Handlungsempfehlung? "

Ja, allerdings nur minimal. Auch bei dieser Wahl haben über 90% der Afroamerikaner und rund 2/3 der Latinos die Demokraten gewäht. Selbst in Florida votierte nur eine Minderheit der Latinos für Trump - und das obwohl die Latino-Bevölkerung in diesem Bundestaat einen hohen Anteil Kubanern hat, die traditionell eher zu den Republikanern tendieren.

Tatsächlich hat auch diese Wahl denTrend bestätigt, dass Bundestaaten wie Nevada oder Ariziona, die einst zum Hochburgen der Republikanern zählten, aufgrund der sich verändernden Demografie (des wachsenden nichtweißen, vor allem lateinamerikanischen Bevölkerungsanteils) zu den Demokraten gewechselt sind.

Der gesamte amerikanische Südwesten droht zu einem Bollwerk der Demokraten zu werden, in dem die Republikaner chancenlos sind.

 

quarz

26. November 2020 19:01

@heinrichbrueck

"Die AfD ist eine multiethnische Partei, siehe JAfD und andere Copiloten"

Wenn eine kulturelle Assimilation stattgefunden hat, ist keine Multikulturalität gegeben. Multikulti ist: Beibehalten der Herkunftskultur im Zielland und Aufbau einer einschlägig geprägten Parallelgesellschaft daselbst.

anatol broder

26. November 2020 19:20

@ hartwig 15:12

Noch viel mehr aber erkennt man Klonovskys Verachtung für weite Teile des deutschen Volkes; Verachtung für die Selbsthasser, Selbstverleugner, für die Feiglinge vor dem Feind, die Bücklinge und Drückeberger ... auch eine Verachtung für bestimmte Konstanten des deutschen Volkscharakters, wie ich es jetzt auf die Schnelle nennen würde.

listet klonovsky diese eigenschaften auf oder ist das deine persönliche einschätzung des deutschen volkscharakters?

Ordo

26. November 2020 19:33

Klonovsky ist einfach naiv. Viel zu holen ist in der anvisierten Zielgruppe nämlich nicht. Man denke nur an das Phänomen der ethnischen Wahl. Darüber hinaus werden diese Leute ja genauso massenmedial berieselt und auf Linie gebracht, wie der Rest der Bevölkerung. Es ist ohnehin müßig jetzt noch über irgendwelche Parteistrategien zu debattieren. Der Großteil des Volkes ist für die Rechte verloren und damit auch das Land. Daran wird auch Corona nichts mehr ändern. Vielleicht kann man ja im osteuropäischen Hinterland noch ein Stück deutsche Kultur bewahren. Mehr ist aber nicht mehr drin. Tut mir leid. 

Waldgaenger aus Schwaben

26. November 2020 19:38

Was Klonovsky in seinen Ausführungen wohl sagen möchte:

Die Globalisten unterscheiden nur zwischen Migranten und Alteingesessenen. Das ist grundfalsch. Der Österreicher der 10 km über die Grenze zieht gilt ihnen genauso als Migrant wie der Somalier, der über Lampedusa einwandert.

So wurden zur Hochzeit der 2015-er Welle wurden im GEZ-finanzierten Staatsfunk Sendungen gezeigt, wie sehr den Flüchtlingen ab 1945 und später die ersten italienschen Gastarbeiter in der BRD auf Ablehnung stießen.

Die AfD sollte sich diese Betrachtungsweise nicht zu eigen machen, sondern diskriminieren, also unterscheiden. Manche der Migranten sind durchaus für unsere Sache zu gewinnen. Wobei aber gerade bei den Österreichern eine gewisse Vorsicht nicht unangebracht wäre, bevor die in Führungspositionen berufen werden.

In welchem Maße sie für unsere Sache tauglich sind, hängt vom naturgegebenen kulturellen Abstand der Migranten und deren Bemühungen diesen zu verringern ab.

Matt816

26. November 2020 20:21

Es läuft letztlich auf das Prinzip hinaus, welches die IB in Punkto Migration vertritt: Migration aus fremden Völkern nach Deutschland darf nur über den Weg der Assimilation erfolgen und das auch nur in sehr geringem Maße. Naheliegender Weise handverlesen und dem Volke nutzbringend. Alles andere ist völkisch-kultureller Selbstmord. Inklusive aller "Verwerfungen", wie Y. Mounk Mord, Totschlag und Vergewaltigung so zynisch nannte.

Hartwig aus LG8

26. November 2020 20:34

@ broder

Er listet die Eigenschaften nicht dezidiert auf. Liest man lange genug seinen Blog, so taucht das eine hier und das andere dort auf. Und ich gehe zum Teil mit ihm mit!!

Meine Standardantwort bei Debatten über Putin, Erdogan, Orban, Berlusconi, Johnson etc. ist zunächst immer die gleiche: Ich habe Merkel. Was soll ich mich also über anderer Leute Glück oder Unglück kümmern.   Und die Deutschen wählen diese große Merkel-Koalition. Es gibt also genug Gründe, mit den Deutschen zu hadern.

 

@ Lotta

Direktkandidat heisst nicht sicherer Listenplatz. Es ist alles andere als das!

 

Dietrichs Bern

26. November 2020 20:45

Wenn man einen Vortrag von Klonovsky gesehen hat und eine Seite der Acta Diurna, gibt es eigentlich wenig Neues zu entdecken. 

Ich meine mich erinnern zu können, das er mal für Frau Petry und deren Gatten tätig war und wie das ganze endete - wohl wenig zum Vorteil der Partei deren Wohl allen ja so am Herzen lag. Ich nehme auch die Rolle als Referenten des Herrn Gauland nicht besonders wahr - das mögen Parteimitglieder anders bewerten können.

Was das Zitat zur Ethnie angeht, gehe ich davon aus, dass auch hier allen die Hautfarbe der Mitbürger und deren ursprüngliche Herkiunft weniger wichtig ist, als das Bekenntnis zu diesem Land und seinen Werten und Traditionen. Von daher eigentlich ein Allgemeinplatz.

Ansonsten sehe ich Herrn Klonovsky im Diskurs jenseits des Schreibtischs gnadenlos unterliegen.

Ich habe das Gefühl, hier sieht sich jemand für Unannehmlichkeiten der AFD-Zugehörigkeit noch nicht angemessen entlohnt und möchte diesem Umstand abhelfen, solange das noch möglich erscheint.

Gracchus

26. November 2020 21:14

@Lotta Vorbeck

Bitte mehr davon, gerne auch giftig: Wie zeigt sich Klonovskys Blasiertheit? Was für eine Entourage?

Ansonsten: 

Lichtmesz hat recht: Multiethnisch und multikulturell lässt sich sinnvoll nicht unterscheiden. 

Klonovsky hat recht: Es ist eine Tatsache, dass hier viele Ethnien leben und leben werden, und dies muss man akzeptieren, alles andere ist illusorisch. 

Benno

26. November 2020 21:14

Nun, ad hominem möchte man ja lieber nicht argumentieren, aber wer mit fremdrassigen Kinder zeugt, beteiligt sich ganz aktiv an der Umvolkung. In Zeiten relativer Homogenität, stabiler Geburtenraten und nicht erwähnenswerter Einwanderungszahlen ist so etwas kein Problem und einem jeden sei sein privates Glück gegönnt. In Zeiten, in denen die Auflösung ganzer Völker vorangetrieben wird, erledigt man damit aber das Werk der Globalisten und Völkervernichter. Die AFD und so viele auf der rechten Seiten müssten einmal definieren was sie wollen. Viele scheinen kein Problem damit zu haben, mit dem multirassischen gesichts- und geschichtslosen Land. Hauptsache der Zeitgeist ist irgendwie rechts, was auch immer das sein soll. Wahrscheinlich ist mit "rechts" gemeint, dass man eine protestantische Arbeitsethik hat, das Gesamtwerk Jüngers auswendig kennt und auf die Unterschicht herabschaut.

Wer argumentiert, Trump beweise doch in den USA, dass man als Rechter unter Schwarzen und Latinos Stimmen holen kann, ist in meinen Augen eh schon verloren. Erstens: Das Gros stimmt immer noch für die Demokraten und wird das auch in Zukunft tun. Zählte man nur die Stimmen der Minderheiten, so wäre die republikanische Partei tot. Zweitens: Was wollt ihr eigentlich? Stimmen holen für eine Partei oder eine Heimat?

Lotta Vorbeck

26. November 2020 21:14

@Hartwig aus LG8 - 26. November 2020 - 08:34 PM

Direktkandidat heisst nicht sicherer Listenplatz. Es ist alles andere als das!

---

Ja, richtig, Direktkandidaten werden per Erststimme gewählt, per Zweitstimme werden die Listenplätze verteilt.

Bin selbst viele Jahre lang Leser von MKs Acta diurna gewesen, mag von diesem Herrn Publiziertes, seit geraumer Zeit nun schon, nicht mal mehr mit der Kohlenzange anfassen.

Benno

26. November 2020 21:22

Wie sagte Jared Taylor einmal sinngemäss: Afghanistan ist das perfekte Land für einen Konservativen. Ein liberales Waffenrecht, starke Traditionen, die Religion wird noch ernst genommen, ein hohes Mass an Selbstverantwortung, keine staatliche Krankenkasse und am Ende würden sie sich im linken Nannystaat Schweden doch wohler fühlen...

Clearthink

26. November 2020 21:30

ML schrieb:

"Da eine Ethnie eine Abstammungs- und Fortpflanzungsgemeinschaft ist, hat sie stets eine biologisch-genetische Komponente, und Rassenzugehörigkeit ist für den Einzelnen wie für Gruppen ein bedeutender sozialer und kultureller Faktor, den man in Rechnung stellen muß. Im Gegensatz zu anderen konservativen Publizisten schreckt Klonovsky vor einer aufrichtigen Betrachtung des heiklen Themas nicht zurück. Er hat hier konsequent eine "rassenrealistische" Position eingenommen, und mehrfach auf die Bücher von Andreas Vonderach verwiesen, z.B. hier."

Klonovsky hat auch in seinem Vortrag "Wie konstruiert ist das Volk" die genetischen Unterschiede zwischen Völkern angesprochen (ab Minute 39): https://www.youtube.com/watch?time_continue=2351&v=fZpUU-2ZQjs&feature=emb_title

Aber selbst wenn wir dieses "heikle Thema" komplett ignorieren, und von der genetischen Unterschiedlosigkeit der Menschen und Völker ausgehen, erweist sich Klonovskys Idee einer monokulturellen aber zugleich multiethnischen Gesellschaft dennoch als eine unrealistische Illusion.

brueckenbauer

26. November 2020 21:39

Zu den "Beständen" der Republikaner gehören auch die Tejanos, die republikanisch gewählt haben. Zu den "Beständen" der AfD gehört Achille Demagbo, gehören auch die allerlei türkischen Mitbürger, die keine Massenzuwanderung wollen. Das realpolitische Ziel der AfD besteht darin, die Masseneinwanderung zu stoppen, nicht einen monoethnischen Traumstaat zu schaffen. De-facto-Anhänger der AfD auszugrenzen, weil sie nicht dem Traum entsprechen (und statt dessen auf "traumdeutsche" Neuwähler zu hoffen), ist keine so tolle Idee. (Ich dachte eigentlich, das sei selbstverständlich - und MK machte da einen Mücke zum Elefanten -, aber es muss anscheinend wirklich mal gesagt und ausdiskutiert werden.)

Man kann selbstverständlich auch eine monoethnisch-deutsche Organisation gründen, aber dann bitte nicht als Partei mit Ambitionen auf die Beteiligung an der Staatsgewalt, sondern als Vereinigung ohne politische Ambitionen. Da gibt es dann auch gar keine Überschneidungen mit der AfD und keinen Streit.

Clearthink

26. November 2020 21:40

Aber selbst wenn wir dieses "heikle Thema" komplett ignorieren, und von der genetischen Unterschiedlosigkeit der Menschen und Völker ausgehen, ist Klonovskys Idee einer monokulturellen und multiethnischen Gesellschaft dennoch eine unrealistische Illusion.

Ganz einfach weil es heute eine Übereinstimmung zwischen Kultur und Ethnie gibt -  weil eine vollständige Assimilation im Europa des 21. Jahrhunders eher eine Seltenheit ist.

Der Mensch neigt gewöhlich dazu, seine eigene Kultur beizubehalten, wenn man ihn lässt. Eine Kultur, die ein wesentlicher Teil der Persönlichkeit ist, lässt sich eben nicht so einfach ab und anlagen wie ein Kleidungsstück.

Selbst politisch eher linksliberal verortete Islamkritiker wie Hamed Abdel-Samad bezüglich Muslimen erklären, dass die Integration in Europa gescheitert  sei - und  eine "Integration" umfasst ja viel, viel weniger als eine vollständige Assimilation.

Aber selbst unter kulturnahen, europäischen Migranten ist eine Assimilation heute nicht allzu häufig.Dies fällt nur deutlich weniger auf, weil die Herkunftskultur dieser Migranten sich von der deutschen Kultur von vorneherein viel weniger  unterscheidet.

 

heinrichbrueck

26. November 2020 21:45

@ quarz

„There are no English, French, German or American Jews, but only Jews living in England, France, Germany or America.“ Chaim Weizman

@ Franz Bettinger

Gegen Traumbilder keine Säbel! Siehe auch:

„Es gibt also genug Gründe, mit den Deutschen zu hadern.“

Was diesen „strammgermanischkeltischen Hirnen“ alles einfällt, ob die Gründe richtig oder falsch sind, muß jeder selber aufräumen, in seinem eigenen Dachkämmerlein. Diese Manifestationen eines indoktrinierten Selbsthasses, nach 1945 haben die Sieger ausgiebig Möbelrücken gespielt, scheint ein Gefühl zu sein, wieder richtig einrichten zu wollen. Geht aber nur, wenn der gut verkaufbare Weg (Gutmensch), auf der rechten Seite keinen neuen Weg sucht, irgendetwas Schlechtes über das eigene Volk zu äußern und stattdessen auch mal etwas Gutes, also die Wahrheit, zustandebringt, als Ausweg aus dem Selbsthaß.

Clearthink

26. November 2020 21:46

Auch werden Assimilationsträumereien von der demografischen Entwicklung zunichte gemacht. Die Deutschen werden bekanntlich nämlich in erstaunlicher Geschwindigkeit zu einer Minderheit im eigenen Land. Eine klare Mehrheitsbevölkerung, die eine Vorraussetzung darstellt für jedwede auch nur minimale Form der kulturellen Anpassung, erst recht eine vollständige Assimilation, bedarf aber einer Mehrheitsbevölkerung. Eine Assimilation wird daher zukünftig immer schwieriger werden. Spätestens wenn die Migranten zur Mehrheit herangewachsen sein werden, sind jedwede auf Assimliation beruhende Zukunftspläne für Deutschland nur noch absurde Träumereien.

 FAZIT:

Die überwiegende Mehrheit der Migranten wird die Kultur und Identität ihrer Herkunftsländer beibehalten.

Die "Kultur-Deutschen" werden auch in Zukunft in ihrer überwiegenden Mehrheit ethnische Deutsche bleiben. Und so wie der Anteil der ethnischen Deutschen abnimmt, so wird auch der Anteil der Kultur-Deutschen abnehmen.

 

anfaenger

26. November 2020 21:59

Klonovsky und Konsorten vertreten die Politik von Angela Merkel (Multikulturalismus, LGBTQ etc.) - minus etwaigen marktradikalen Anpassungen (private Rentenversicherung, weniger soziale Absicherung usw.)

Zudem kann man erwarten, dass er sich z.b.: in Israel-Fragen im UN Sicherheitsrat (aktuell Iran Embargo) als treuer Vasall auf Seiten der USA/Israel positionieren wuerde, womit die Daseinsberechtigung von Politikern wie Klonovsky zu 99 Prozent geklaert waere.

Clearthink

26. November 2020 22:06

@Benno

Benno schrieb:

"Die AFD und so viele auf der rechten Seiten müssten einmal definieren was sie wollen. Viele scheinen kein Problem damit zu haben, mit dem multirassischen gesichts- und geschichtslosen Land. Hauptsache der Zeitgeist ist irgendwie rechts, was auch immer das sein soll.. "

"Das wäre im Grunde nichts anderes, als was Egon Flaig in Die Niederlage der politischen Vernunft als "schwachen Multikulturalismus" bezeichnet, sozusagen dessen Habermas'sche Variante, wie sie von der Bundesrepublik offiziell betrieben wird, wenn auch auf inkonsequente und halbherzige Weise. Hier ist die rechtsstaatliche Verfassung der Rahmen, der den ethnokulturellen Binnenpluralismus daran hindern soll, das Gefüge zu sprengen. "

Ich sehe das ähnlich: Ich vermute auch, dass viele im linken, gemäßigten Flügel der AfD ein ganz ähnliches Gesellschaftsbild anhängen wie diesen von Flaig genannten "schwachen Multikulturalismus". Dieser schwache Multikulturalismus ist vielleicht immer noch weniger schwach als jener, der vom Establishment vertreten wird, er stimmt ist aber grundsätzlich mit jenem der globalistischen-linksgrünen Leitideologie überein.

Das ist das größte Problem an diesen Leuten, was weit über eine eventuell vorhandene zu neoliberale Ausrichtung in der Wirtschaftspolitik.

Mit solchen Leuten, die sich weltanschaulich kaum von der globalitisch-linksgrünen Leitideologie unterscheiden, kann man Deutschland und erst nicht das deutsche Volk niemals retten.

 

quarz

26. November 2020 22:36

@Clearthink

"Klonovskys Idee einer monokulturellen aber zugleich multiethnischen Gesellschaft"

So wie ich den Terminus der Ethnizität verwende, wäre das sogar ein begrifflicher Widerspruch. Schon die gemeinsame Wortgeschichte von "Ethnos" und "Ethos" verweist auf das Verhalten, also die kulturellen Bedingungen, als wesentliches Merkmal der Volkszusammengehörigkeit. Und ich empfehle, mit dieser Bedeutung nicht zu brechen und den Aspekt der biologischen Abstammug davon klar zu trennen.

Natürlich gibt es hier eine wichtige Korrelation: kulturelle Identität konnte sich dort entwickeln, wo Menschen im strukturierten Verbund zusammen gelebt haben, und das haben sie naturgemäß hauptsächlich in der biologisch vermittelten Abstammungsgemeinschaft. Diese ist aber nicht Bedingung der Möglichkeit, sondern nur Bedingung der Wahrscheinlichkeit von Ethnizität. Wer sich - von außen kommend - assimiliert, erreicht die Mitgliedschaft im Volksgebilde sozusagen auf dem zweiten Bildungsweg.

Es gibt hingegen von diesen Dingen ganz unabhängige Gründe, auf die biologische Abstammung von Zuwanderern zu achten (z.B. kogitive Fähigkeiten). Aber das ist wieder ein anderes Fass.

Laurenz

26. November 2020 23:28

Also Rentenproblematik oder die Alterspyramide anzuführen ist was für Volltrottel. Denn in 20-30 Jahren sind die vielen Alten tot und die Pyramide stimmt wieder. Man kann den allgemeinen Wähler auch für einen Volltrottel halten. Aber ihm das auch zu sagen, ist ebenso dämlich.

Daß die AfD auch andere ethnische Minderheiten als Deutsche in Ihren Reihen hat, ist ein Fakt. Aber diese Minderheiten sind die wenigen Migranten, die gerne Deutsch wären. Diese wenigen kann man sich leisten.

@Franz Bettinger

Es gibt genügend Jobs in der Politik für Fachleute. Aber, wie die Debatte um das Wahlrecht zeigt, es gibt genügend Langweiler, die auf dem Charisma anderer in den Staatsrat einziehen. Ich persönlich erachte das britische Wahlrecht als besser. Dann muß sich der Bürger einfach entscheiden, ob er weiter den Deppen machen will oder nicht. Dann bleiben eben die Langweiler draußen. Unser jetziges Wahlrecht ist ein sozialistisches.

Clearthink

27. November 2020 00:35

@Brückenbauer

"Zu den "Beständen" der Republikaner gehören auch die Tejanos, die republikanisch gewählt haben. Zu den "Beständen" der AfD gehört Achille Demagbo, gehören auch die allerlei türkischen Mitbürger, die keine Massenzuwanderung wollen."

Es mag durchaus Türken geben, die keine Massenzuwanderung wollen - und vielleicht wählen einige von diesen dann die AfD.

Die Frage ist aber wie groß ist deren Anteil?

Es ist wohl so, dass die AfD unter Russlanddeutschen größeren Zuspruch hat, sogar größeren als unter autochtonen Deutschen. Es gibt auch zumindest einige Hinweise, dass osteuropäische Migranten häufiger die AfD wählen. Aber es gibt keinen Hinweis, dass ein größerer Anteil der Türken die AfD wählt.

Einer Studie von Achim Goerres et al. von den Universität Duisburg-Essen, die das Wahlverhalten von Türkeistämmigen bei der letzten Bundestagswahl erforschten, beträgt der Anteil der AfD-Wähler unter  Türkeistämmigen nur 0%!  Ja, sie haben richtig gelesen. Nicht 5%, nicht 2%, nicht mal 1% sondern nur 0%.

https://rp-online.de/politik/deutschland/migrantenwahlstudie-afd-blieb-weit-hinter-den-erwartungen-zurueck_aid-19032613

Spassboot Aylan Loesche

27. November 2020 01:07

Um die Sache meiner Kinder im Parlamentarischen zu befoerdern, hat sich die Taktiererei und Stoeckchenspringerei der letzten Jahre ja (vorhersehbar) als voellig fruchtlos erwiesen. Fuer das wenige, das sich im Parlament noch erreichen liesse, beduerfte es der unnachgiebeigen, harten und, ja, wirklich jeden Maulkorb verweigernden Fundamentaloppositionellen. Die Faehigkeit zur Ausuebung des Abgeordnetenmandats in Fundamentalopposition hat aber eine Mehrzahl an Vorbedingungen. Eine dieser Vorbedingung ist ein persoenliches Umfeld, das eine solche Fundamentalopposition ueberhaupt moeglich seien laesst. Gerade ein solches persoenliches Umfeld fehlt aber dem K; und ganz im Gegenteil, K ist eingebunden in ein persoenliches Umfeld, das eine fundamentaloppositionelle Arbeit gerade nicht moeglich seien laesst. Auch ein solches persoenliches Umfeld muss fuer sich noch nicht notwendig Misstrauen begruenden.

Notwendig Misstrauen begruenden muss allerdings, dass K kraft seines Geiste die Notwendigkeit der Faehigkeit zur Fundamentalopposition sicherlich erkannt hat, ausserdem sicherlich erkannt hat seine (nicht vorwerfbare) Untauglichkeit zur Fundamentalopposition, und sich dann TROTZDEM auf einem Oppositionsticket um einen Platz im Parlament bewirbt.

Damit verhindert er, fuer ihn selbst erkennbar und sicherlich auch erkannt, die Ausuebung des etwaigen Mandates durch jemanden, der zur Fundamentalopposition in der Lage gewesen waere.

K schwaecht damit die parlamentarische Opposition in wohl nicht entschuldbarer Weise.

Spassboot Aylan Loesche

27. November 2020 01:10

Zu Gunsten Ks und in Ermangelung von Kenntnissen ueber die Stimmung in seinem mir unbekannten Wahlkreis will ich gerne annehmen, dass in diesem Wahlkreis die Erringung eines AFD-Direktmandates als von vornherein ausgeschlossen erscheint, und damit K mit seiner Kandidatur nicht einen der erforderlichen, tauglichen Maenner zu verdraengen sucht.

Lotta Vorbeck

27. November 2020 02:04

@Spassboot Aylan Loesche - 27. November 2020 - 01:10 AM

Zu Gunsten Ks und in Ermangelung von Kenntnissen ueber die Stimmung in seinem mir unbekannten Wahlkreis will ich gerne annehmen, dass in diesem Wahlkreis die Erringung eines AFD-Direktmandates als von vornherein ausgeschlossen erscheint, und damit K mit seiner Kandidatur nicht einen der erforderlichen, tauglichen Maenner zu verdraengen sucht.

---

---> Ergebnis der BTW 2017 im Wahlkreis 162 - Chemnitz in Sachsen

 

 

Spassboot Aylan Loesche

27. November 2020 02:05

@Klonovsky

Aus wirklichem Interesse waere ich Ihnen, so Sie sich die Zeit (vielleicht wieder einmal im Zug?) nehmen koennten, dankbar fuer ein paar Worte zur einen oder anderen (natuerlich auch gerne auch zu allen) der folgenden Fragen:

1.Sie schrieben kuerzlich, wenn ich mich recht erinnere, acta, dass in frueheren Zeiten Sie ein wenig so etwas wie ein sehr kritisches Gefuehl gegen "ein kleines Voelkchen" gehegt haetten (ich glaube es fiel gar das Wort "antisemitisch"). Welche Informationen hatten ein solches Gefuehl in Ihnen entstehen lassen?

2.Sie schrieben im Anschluss, dass Sie dieses Gefuehl spaeter ueberwunden haetten. Welche Informationen liessen Sie dieses Gefuehl ueberwinden?
Koennten Sie einschaetzen wann war das?
Koennten Sie angeben, bloss ungefaehr, wann das war?

Spassboot Aylan Loesche

27. November 2020 02:21

@Klonovsky

Nach der wohlbekannten Rede Akif Pirinçcis auf der Pegidademonstration in Dresden hatten Sie sich die in den Hauptstrommedien verbreiteten Interpretationen zu eigen gemacht und Pirinçci nicht verteidigt, sondern in gleicher Weise wie die Hauptstrommedien attackiert.
Verstehen Sie die Rede Pirinçcis heute noch so, wie Sie sie damals verstanden hatten?
Wenn nicht, was hat die Aenderung Ihres Verstaendnisses bewirkt?
Haben Sie spaeter ein persoenliches Gespraech mit Pirinçci gesucht?
Kam es aus anderem Grund zu einem Gespraech zwischen Pirinçci und Ihnen?
Hielten Sie es fuer angebracht, sich persoenlich bei Pirinçci zu entschuldigen?
Haben Sie sich bei Pirinçci persoenlich entschuldigt?
Haben Sie in vergleichbarer Weise (Medium/Ort, Adressatenkreis, Reichweite, Dauerhaftigkeit), wie Ihre oeffentliche Attacke erfolgte,
oeffentlich eine Entschuldigung erklaert?

Fuer den Fall, dass ich mich falsch erinnert haette und Ihnen etwas faelschlich in den Mund gelegt haette, wuerde ich Sie um Berichtigung bitten und mich aufrichtig entschuldigen!

Ihre Texte lese ich immer wieder gerne und freue mich fuer gewoehnlich, Sie streiten zu sehen.
Bleiben Sie weg von der ersten Reihe, da muessen und koennen nur andere kaempfen!
Bleiben Sie weg von der Strategie!
Und fallen Sie verdammt nochmal keinem Waffenbruder in den Arm!
Wirken Sie mit Ihrer Distanzwaffe, Stift, das kann auch gut und ehrenhaft sein.

Ein jeder an seinem Platz.

ML: Apropos Pirinçci erinnern Sie sich ziemlich falsch:

Je suis Akif!

Bodentruppen gegen Dunkeldeutschland

Arkadier

27. November 2020 05:45

Clearthink  26. November 2020 18:46

@stahernberg

"Schließlich konnte Trump zur allgemeinen Überraschung seinen Anteil bei Latinos und Schwarzen gegen 2016 sogar ausbauen. "

Ja, allerdings nur minimal.

Diese minimalen Gewinne - Stichwort "Platinum Plan" - haben ihn die viel, viel größeren Verluste bei der immer noch größten Wählergruppe, der Weißen, eingebracht. There is nothing like a free meal, Mr. President. Dieser Weg wäre für die AfD ein Holzweg. 

links ist wo der daumen rechts ist

27. November 2020 06:22

Teil 1 - Umumvolkung 

Jetzt also K.
Eigenartig, als Klonovsky noch eifrig als rhetorisch geschliffenes neurechtes Aushängeschild herumgereicht wurde, mäkelte ich an seiner bräsig-besserwisserischen DDR-Sozialisation herum.
Nun gilt er vielen als potentieller Verräter ("blasiert"!) - also muß man ihn verteidigen.
Stechen wir gleich ins Wespennest:
"Replacement Migration" ist ein zynischer ideologischer Kampfbegriff, der Kampf gegen den "Großen Austausch" aber die hilflos-verbissene ideologische Antwort darauf.

ML: "Replacement migration" ist kein "zynischer ideologischer Kampfbegriff", sondern ein konkretes politisches Programm, das genau das Ziel hat, nach dem es benannt wurde.

Denn erstes haben die (Neu-)Rechten nicht den Kampf gegen die Verursacher der großen Weltvereinheitlichung auf ihre Fahnen geschrieben (wäre ihnen zu links), sie bekämpfen die Auswirkungen, indem sie das Süppchen "Umvolkung" aufkochen.
Zweitens, und das ist schwerwiegender, wäre eine (mit welchen Mitteln?) wiederhergestellte ethnisch homogene Bevölkerung eben KEIN Garant, alle sozialen Verwerfungen mit einem Schlag beseitigt zu haben. Das ist reines regressives Wunschdenken, aber: "S' ist inwendig zugeriegelt." (Kleist)
Und das Umvolkungsphantasma feierte schon fröhliche Urständ, als in der deutschen Nationalmannschaft noch Namen wie Müller, Maier oder Breitner gang und gäbe waren... 

                                                     

Arkadier

27. November 2020 06:53

Ich sehe seit längerem in der AfD-Führung die Neigung, die Partei als Selbstzweck und Vehikel für ihre Funktionäre zu verwenden, um schnell an Fleischtöpfe zu gelangen. Als Wähler frage ich mich, wo da noch das Volk, der Souverän ist, für den das ganze doch eigentlich da sein sollte? Bei der AfD, ihrem derzeitigen Führungspersonal zumal, beobachte ich, wie rasant schnell dieser Prozeß abläuft. Dieser Prozeß ist wohl systemimmanent, darin sind keine Ausnahmen möglich. Alles wird zermalmt. Menschlich kann ich allerdings verstehen, die Schmuddelecke verlassen und "dazugehören" zu wollen. Allerdings ist die Politik dann das falsche Betätigungsfeld.

Zu Klonovsky

Er ist ein amüsanter Plauderer, den ich seit Jahren genüßlich lese, aber als Politiker völlig ungeeignet, es sei denn, man betrachtet den Bundestag als Bühne für geschliffene Reden und narzißtische Selbstdarsteller. Seine Arroganz wird noch den letzten Sympathisanten vertreiben, er is als Politiker nicht vermittelbar.

Seine quasi religiöse Verehrung für Trump, die ohne jede Spur von rationaler, faktischer Analyse auskommt, sowie seine unkritische Sympathie für Israel machen ihn für mich unwählbar. Was ist da noch deutsch dran? Die Feigenblätter JAfD und Afrikaner werden dieser Partei auch keine Glaubwürdigkeit verleihen. Die AfD ist mit diesem Führungspersonal auf dem Holzweg in die Bedeutungslosigkeit.

Hartwig aus LG8

27. November 2020 07:53

An dieser Stelle nochmal: Die AfD ist eine Partei, die in den Parlamenten sitzt, um Wähler buhlt, ein Programm zu entwerfen und abzuarbeiten hat etc etc.  In diesem Kontext stellt sich die Frage "Soll die AfD eine multiethnische Partei werden?" allenfalls den Mitgliedern, Funktionären und Kandidaten.

Als Außenstehender kann man das zwar auch debattieren; und als Wähler kann man seine Konsequenzen ziehen; aber mitzureden hat man nicht.

 

quarz

27. November 2020 09:10

@links ist ...

"Zweitens, und das ist schwerwiegender, wäre eine (mit welchen Mitteln?) wiederhergestellte ethnisch homogene Bevölkerung eben KEIN Garant, alle sozialen Verwerfungen mit einem Schlag beseitigt zu haben."

Bei einem schwer verletzten Unfallopfer ist eine Notoperation auch kein Garant dafür, dass damit zugleich auch sämtliche sonstigen Wehwehchen beseitigt werden, die ihm seit Jahren zu schaffen machen. Das kann aber wohl kaum ein ernsthafter Einwand gegen die lebensrettende Operation sein.

Monika

27. November 2020 09:11

Zu Klonovsky 

Ein bunter Vogel schadet nie. Bitte auch keinen Neid auf Leute, die sich eine gute Flasche Wein leisten ( können) ! Klonovskys Privatleben geht niemanden etwas an.

Zu Kultur und Ethnie: Ein Hamed Abdel-Samad ( „Aus Liebe zu Deutschland“) ist mir lieber als ein Robert Habeck 

(„Ich wusste mit Deutschland nie was anzufangen“)

Arkadier

27. November 2020 09:39

Das hat zwar nichts direkt mit der Person Klonovsky zu tun, aber diese Haltung verbinde ich mit der ganzen Richtung, die auch ein Klonovsky repräsentiert und vorantreibt - es geht um die "Bedrängung" durch die AfD-Gäste im Reichstag. Statt kurz mal mit der Schulter zu zucken und das als ein billiges Ablenkungsmanöver abzutun, "Der Fraktionsvorsitzende der AfD, Dr. Alexander Gauland, nannte das Verhalten der Besucher "unzivilisiert" und entschuldigte sich dafür"... und "Unterdessen hat die AfD-Fraktion (...) beschlossen, den beiden Abgeordneten für drei Monate (...) die Redemöglichkeit zu entziehen. (...) möglicherweise drohen den beiden Abgeordneten fraktionsintern auch weitere Konsequenzen. Zunächst werde der Fraktionsvorstand jedoch bis Ende Februar keine Redevorschläge für Petr Bystron und Udo Hemmelgarn akzeptieren (...). Auch Kurzinterventionen und Anfragen der beiden sollen in dieser Zeit seitens der Fraktion nicht weitergeleitet werden."

Da schüttelt's einen förmlich angesichts soviel Unterwürfigkeit.

https://deutsch.rt.com/inland/109726-im-nachgang-bedrangung-von-abgeordneten/

Laurenz

27. November 2020 10:01

@Debatten-Teilnehmer

Mit Verlaub, Sie haben alle keine Ahnung. Waren Sie schon mal dabei, wie bei der AfD oder anderen Parteien Listen-Plätze verteilt werden? (Der Fall Chebli zB)

Im Vorfeld wird grundsätzlich jeder vordere Listenplatz 3- oder 5fach vergeben, einfach um die Aktivisten, die Macher, bei der Stange zu halten. Die Menge an Enttäuschten ist dann immer um ein vielfaches größer als die geringe Zahl der Glücklichen.

Der frühere Kreis- und Landessprecher (Hessen) Münch zB,, Kollege von Gracchus & Co., hatte sogar mal ganz kurz einen Bundestags-Listen-Platz. Nach der Wahl konnte er aber nicht umhin, die Form nicht mehr gegenüber Mitstreitern zu wahren. Dann mußte die Wahl plötzlich aus formalen Gründen wiederholt werden und Münch verlor seinen Listenplatz. Nur quält und schadet der Mann der AfD im Hochtaunuskreis seit Jahren.

Der Kampf um Listenplätze wird mit allen Bandagen und menschlichen Boshaftigkeiten geführt. Da bleibt kein Auge trocken. 

Hier wird großzügig für einen Klonovsky, den ich überhaupt nicht kenne und nicht kennen brauche, ein Listenplatz vergeben. Das ist total lächerlich. Wissen Sie denn überhaupt, wer denn dafür weichen müßte? Vielleicht kann der/die ja was?

Und wer sind wir, daß wir SiNnisten über Mandate zu bestimmen hätten? Mit Verlaub, den Klonovsky-Propagandisten geht's nicht gut.

Achterndiek

27. November 2020 11:00

@ Monika

27. November 2020 09:11

"Zu Kultur und Ethnie: Ein Hamed Abdel-Samad ( „Aus Liebe zu Deutschland“) ist mir lieber als ein Robert Habeck"

Samed: “Die deutsche Angst ist eine Angst vor Veränderung. Hier ist so lange nichts passiert, dass die Menschen die statische Gesellschaft für das Maß aller Dinge halten." 
Broder: '"Da geh ich mit. Das ist auch meine einzige Kritik an Thilo Sarrazin, dass er auf dieser Panikwelle mitschwimmt. Deutschland schafft sich ab. Na und? Gesellschaften schaffen sich öfter mal ab und nicht zwangsläufig zu ihrem Nachteil.”
http://www.zeit.de/2011/11/Interview-Broder-Abdel-Samad/seite-3

Herrn Samed empföhle ich die Heimreise nach Ägypten, wenn er sich nach einem Land sehnt, in dem spannende Veränderungen geschehen. Wenn ich nur die Wahl zwischen Pest und Cholera habe, ist für mich die Entscheidung klar, ich lege mir dann eben einen leichten Schnupfen zu, wenn es sein muß.

Uwe Lay

27. November 2020 11:27

Kurz und bündig

Wenn Teile der AfD davon träumen, den Vizekanzler unter einer CDU- Regierung zu stellen,dann reicht dazu eben nicht die Liquidierung des rechten Flügels durch Parteiausschlüsse aus, man muß sich auch programmatisch anpassen, indem so Ja gesagt wird zu: Multikulti, auch wenn dies Kind nun noch etwas verschämt : multiethnisch heißen soll.

Monika

27. November 2020 12:18

Ok, dann eben spannende Veränderungen mit Herrn Habeck

Staatsziel Einwanderungsland 😢😢😢

https://www.welt.de/politik/deutschland/plus221070928/Migrationspolitik-Gruene-fuer-Staatsziel-Einwanderungsgesellschaft.html

Hartwig aus LG8

27. November 2020 12:39

@ Laurenz

Mittlerweile konnte ich Ihren Beiträgen etwas abgewinnen; langweilig sind sie jedenfalls selten. Aber mit Verlaub: "... sie haben alle keine Ahnung ...". Ok, wahrscheinlich stimmt das sogar. Aber machen Sie sich doch bitte mit dem Gegenstand der Debatte vertraut, bevor Sie hier einen auf HansDampf machen. Wurde im Übrigen in diesem Strang schon zweimal erwähnt, das Klonovsky Direktkandidat eines Wahlkreises ist. Ihre Vorlesung über Listenplätze steht quasi im luftleerem Raum.

Laurenz

27. November 2020 14:06

@Hartwig aus LG8

Ich nehme Sie dann mal explizit heraus. Ich habe den Artikel gelesen, und weiß also, wer Klonovsky aufgestellt hat. Aber hier im Forum wurden explizit, auch von meinem Freund @Franz Bettinger, Listenplätze debattiert.

Manchmal geht mir hier etwas die Gutsherrn-Art auf den Senkel. Die ist beim aktuellen Zeitgeschehen und unserer Situation völlig unangemessen. Selbst wenn hier die Klügsten der Ex-Republik versammelt sein sollten, spiegelt sich das nicht in politischer Schlagkraft wieder.

Ich empfinde diese/n Zeitung/Blog hier als puren Luxus, der nicht selbstverständlich ist.

Valjean72

27. November 2020 14:16

@Achterndiek @Monika:

Herrn Samed empföhle ich die Heimreise nach Ägypten, wenn er sich nach einem Land sehnt, in dem spannende Veränderungen geschehen.

Vielen Dank für die Verlinkung des ZEIT-Interviews mit den HH. Samed & Broder aus dem Jahr 2011. Beiden Herren traue ich nicht über den Weg und halte sie für Migrations-Wölfe im patriotisch-konservativen Schafspelz.

Allerdings fallen mE viele Konservative auf diese und andere Herren herein, teils aus Mangel an Alternativen von Format, teils aus Unbedarftheit heraus.

Ähnlich wie Broder kann auch Klonovsky geschickt Formuliertes, pointiert zu Papier bringen. Das ist eine Eigenschaft, die zu gefallen vermag und den ein oder anderen genüsslichen Lacher hervorrufen kann ...

Der_Juergen

27. November 2020 14:23

@clearthink

"Der gesamte amerikanische Südwesten droht zu einem Bollwerk der Demokraten zu werden, in dem die Republikaner chancenlos sind."

Ihr Pseudonym scheint mir, mit Verlaub, nicht sehr glücklich gewählt. Wenn die Demokraten mit dem jetzigen gigantischen Betrug durchkommen, können sie auch künftig jede beliebige Wahl fälschen. Abgesehen davon, dass dann X Millionen nichtweisser Immigranten bald das Wahlrecht erhalten werden; dann ist der demographische Zug abgefahren, auch ohne die - natürlich ebenfalls geplante - zusätzliche Masseneinwanderung. Von irgendeinem republikanischen Präsidenten kann dann nicht mehr die Rede sein, es sei denn, er vertrete dasselbe multikulturelle Programm wie die Demokraten - und wozu braucht es solche Republikaner?

Setzt sich Trump, worauf man noch hoffen darf, gegen die Fälscher durch, bedeutet dies das Ende der Demokratischen Partei. Das wissen diese Betrüger; sie kämpfen nicht nur für ihren multikulturellen Irrsinn, sondern jetzt in erster Linie für sich selbst.

 

Valjean72

27. November 2020 14:27

Fortsetzung:

Dies ist aber noch keine hinreichende Qualität, um sich (im Falle Klonovskys) als Vetreter des Volkes politisch glaubhaft zu engaieren.

Für mich ist die thematisierte Wortmeldung/Einlassung Klonovskys entlarvend, belegt sie doch, wie nah am Hauptstrom er etlang surft und dies trotz gefälliger, intellektueller Spitzen und Spötteleien in Richtung etablierter Politik, zu welcher er allen Anschein nach die AFD zu schreiben (mitführen) gedenkt

Zitat von Uwe Lay:

... indem so Ja gesagt wird zu: Multikulti, auch wenn dies Kind nun noch etwas verschämt "multiethnisch" heißen soll.

Zustimmung.

 

 

Achterndiek

27. November 2020 15:07

@ Valjean7227. November 2020 14:16

Teil I:

"Ähnlich wie Broder kann auch Klonovsky geschickt Formuliertes, pointiert zu Papier bringen."

Klonovsky ist nun in der Tat ein Meister der Formulierkunst. Broders Humor kann ich hingegen nicht so ganz nachvollziehen. In einer Folge von "Entweder Broder" versenkte er kritische Schriften zur offiziellen Darstellung von 9/11 in einem Brunnen.

Die Pointe dieser Aussagen habe ich bis auf den heutigen Tag noch nicht begriffen:

Broder: Was ich völlig im Ernst gut finde ist, dass diese demografische Struktur Europas nicht mehr zu halten ist. Je eher die Europäer das einsehen, desto besser. Einige Städte sind schon recht farbig und nicht mehr «arisch» weiss, und dagegen kann man überhaupt nichts sagen.
Hagalil: Heisst ein farbiges Europa, dass davon keine Katastrophen mehr ausgehen?
Broder: Das könnte es bedeuten. Es könnte aber auch bedeuten, dass Europa zu existieren aufhört. (…) Ich würde gerne das weisse Europa aufgeben, aber ich würde ungern das demokratische Europa aufgeben.
http://www.hagalil.com/archiv/2006/07/europa.htm

 

Achterndiek

27. November 2020 15:08

@ Valjean

Teil 2/2

Laut Broder sollten wir, da wir unseren Urlaub in der Türkei verbrächten, konsequenterweise dann auch die Ver-BUNT-ung unseres Landes akzeptieren.

19.3.2011 Frühjahrstagung der evangelischen Akademie in Tutzing, Thema „Gehört der Islam zu Deutschland?" 
Teilnehmer: Henryk M. Broder,  Imam Bajrambejamin Idriz, Ratsvorsitzender der evangelischen Kirche, Präses Nikolaus Schneider
"Und dann noch ein Wort, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht. Natürlich gehört er zu Deutschland.  (im Video 12:52) ....  Ja, natürlich gehört der Islam zu Deutschland. (im Video 13:28)"
Henryk M. Broder: Rede über Islam bei Evangelischer Akademie Tutzing
https://www.youtube.com/watch?v=kSGHUxezDvo

Das eigentliche Mysterium ist natürlich nicht Broder, sondern die große Frage, warum nicht gerade wenige Konservative/Islamkritiker von diesem Herrn so angetan sind.

Kubus

27. November 2020 15:52

Eine Beschreibung der Zustände und dessen, was wünschenswert wäre. Aus dem Osten heraus, aus einer kleinen Gemeinde - Schnellroda. Doch wie viel hat es noch mit der Realität zu tun? Ein Spaziergang durch eine beliebige westdeutsche Innenstadt zeigt, wie der aktuelle Stand aussieht. Ein Blick in Wahlprognosen offenbart, welche realistischen politischen Optionen verfügbar sind. Die Grünen werden in der nächsten Regierung vertreten sein, ihr Migrationskonzept wurde bereits beschlossen. Man kann die Fakten verleugnen. Vernünftiger ist es jedoch, sich von Maximalpositionen zu verabschieden. Wir werden jeden Migranten, der sich assimiliert hat oder auf dem Weg dorthin ist, der aufrechtes Interesse an unserer Kultur zeigt, benötigen. Um zu retten, was noch zu retten ist. Um einen Teil unserer Kultur zu bewahren oder zumindest zu transformieren. Es wird sich ja nicht jeder beliebige Mensch mit dem sogenannten „Migrationshintergrund“ für die AFD interessieren. Teilweise verwischen die klaren Linien aber sehr schnell. Es gibt auch die Fälle, wo die Kinder aus einem Migratenhaushalt schon nicht mehr die Sprache der Eltern sprechen, sie auch gar nicht mehr sprechen wollen und auf einmal beginnen, sich mit der Geschichte ihrer deutschen Heimatstadt zu beschäftigen und Klassiker lesen. Ein Idealtypus, zugegeben, aber es gibt ihn. Die AFD sollte natürlich auch um solche Menschen werben und auch um solche, die nicht diesem Ideal entprechen, aber in diese Richtung gehen.

nom de guerre

27. November 2020 16:01

@ Solution

„Klonovsky ist grundsätzlich ein Anhänger der multikulturellen Gesellschaft und der Einwanderung. Das kann man in seinen Büchern problemlos nachlesen.“

Scheint mir auch so. Vor diesem Hintergrund verstehe ich auch die ganze Aufregung um diesen Satz aus der Talkrunde nicht. Was er da sagt, ist doch nichts neues, wenn man die acta diurna regelmäßig liest. Was ich dagegen nicht verstehe, ist, warum ausgerechnet er in die Politik gehen möchte. Hier ist viel von Blasiertheit und Arroganz im persönlichen Umgang die Rede. Nun, ich kenne Herrn Klonovsky nicht, kann mir aber ungefähr vorstellen, wie man darauf kommt. Für jemanden, der eben keinen Listenplatz hat, sondern als Direktkandidat antritt, ist das nicht gerade die beste Voraussetzung.

Inhaltlich sehe ich wie ML auch nicht, wie sich die Begriffe multikulturell und multiethnisch trennen lassen bzw. wie jemand, der eine multiethnische Gesellschaft akzeptiert oder sogar fördert, die multikulturelle verhindern will. Dass Assimilation nur dann möglich ist, wenn die Zahl der Einwanderer überschaubar bleibt, ist eigentlich eine Binse.

anatol broder

27. November 2020 16:51

@ hartwig 20:34

danke für klarstellung. eigene schwächen zuzugeben, zeugt von grösse.

@ bettinger 15:57

die meisten zugezogenen aus armen ländern, zu denen ich auch gehöre, haben das alte elend bewusst hinter sich gelassen. wenn wir untereinander über die merkel-probleme reden, dann sind wir uns einig: das neue elend haben unsere eingesessenen nachbarn ganz allein zu verantworten.

die stotternde kommunistin wird nämlich von euren müttern, schwestern, ehefrauen und töchtern an der macht gehalten. die orientalische entschlossenheit kann nichts daran ändern, denn wir leben nicht in euren haushalten.

ich verdeutliche das an bayern. die klügsten deutschen, die ich je traf, kamen aus diesem bundesland. aber auch sie wählten noch 2013 mit unglaublichen 48 prozent die csu, also wiederum merkel.

euch ist nicht zu helfen.

Laurenz

27. November 2020 17:02

@Kubus

"Vernünftiger ist es jedoch, sich von Maximalpositionen zu verabschieden."

Ja, Ihre Strategie hat zur "Nationalen Einheitsfront 2.0" geführt. Die politischen Positionen lassen überhaupt keinen Handlungsspielraum mehr zu, denn es sind in fast jeder Partei dieselben. Von daher kann man mit Ihrer Sicht der Dinge zuhause bleiben. Denn, wenn man nicht konform geht, spielt keiner mit den "Schmuddelkindern".

Volksdeutscher

27. November 2020 17:10

"... hat Deutschland doch ein ziemlich eindeutiges Stammvolk, das jedoch unter dem Problem leidet, nicht mehr es selbst sein zu wollen."

Will das deutsche Volk wirklich nicht es selbst sein oder sind diese Probleme künstlich erzeugt? Wo sind die Fakten für die Behauptung? Tatsache ist jedoch, daß unser Volk seit 1945 absichtlich (möglicherweise zu einem bestimmten Zweck) krank gemacht, sowohl von äußeren als auch inneren Feinden. Die ständige Beschuldigungen und Anklagen hinterließen Wunden in seinem Geist und seiner Seele. Es ist eine immense intellektuelle Herausforderung, diese Wunden durch geschichtliche Aufklärungsarbeit zu heilen, doch so, daß man vor bestimmten medialen Akteuren nicht in die Knie geht und endlich lernt, Beschimpfungen mit einem Lächeln einzustecken. Die größten Erfolge in der Gesundmachung unseres Volkes werden wir jedoch dann erreichen, wenn wir einerseits die politische Macht haben, Gesetze zu ändern und wenn wir infolge dessen eine noch nie dagewesene geschichtliche Aufklärung betreiben können (die Schulbücher inbegriffen) - auch zum Nichtgefallen bestimmter Ethnien innerhalb und außerhalb der Grenzen Deutschlands. Und dann werden wir sehen, ob das deutsche Volk wirklich nicht es selbst sein will...

Volksdeutscher

27. November 2020 17:56

Es ist purer Defätismus zu behaupten, daß es keine Mittel gegen die Emmigration und die drohende Assimilation gebe. Es ist "nur" eine Frage des politischen Willens, der Phantasie und der Organisationsfähigkeit. Man braucht dazu kein A.H. zu sein wie manche es hier übertreibend behaupten. Es vollkommen naiv, wenn jemand wie Alice Weidel behauptet, die Masseneinwanderung seit 2015 sei unumkehrbar und werde dauerhafte Folgen für Deutschland haben, sprich: zuerst kommen AfD-Politiker durch Stimmungsmache gegen die etablierte Ausländerpolitik zu gut bezahlten Posten, danach soll aber alles bei den Gesetzesbrüchen bleiben.... Müssen wir nun befürchten, daß es die AfD sein wird, die die Gesetzesbrüche der Altparteien am Ende noch legitimiert? Dieses politische Horrorszenario ist bei den intellektuell eher dürftig ausstaffierten AfD-Politikern gut vorstellbar. Björn Höcke soll es unterlassen, mit den linken Wölfen vom "Faschismus" zu heulen - oder die Partei wechseln.

Lotta Vorbeck

27. November 2020 19:43

@anatol broder - 27. November 2020 - 04:51

Schön, Daß Sie @anatol, wie einst der nun nicht mehr in der Autorenliste geführte Akif Pirinçci zur Sezession fanden.

Sie artikulieren sich klar und dezidiert.

Ihre bisher als wertvoll empfundenen Kommentare würden allerdings schon darunter leiden, wenn Sie @anatol jetzt das mit "Wir-und-Ihr" etikettierte Faß aufmachen.

links ist wo der daumen rechts ist

27. November 2020 20:04

Teil 2 - In Ulm und um Ulm herum

 

An der Oberfläche geht's also wieder einmal ums Abweichlertum von der reinen Lehre; alte K-Gruppler dürften ihre rechte Freude dran haben. So kann man sich natürlich auch seine "Ursprünglichkeiten" zusammenschustern. Diese regressive Sehnsucht nach dem Ursprung einer reinen Ethnie (die es nie gab); selbst im NS mußte man eine Volksgemeinschaft erst formieren.

Etwas tiefer lautet die Debatte Ethnopluralismus vs. Multiethnizität.
Gegen ersteren kann man nichts haben, zweiteres ist aber das genaue Gegenteil von Multikulti.
Multiethnische Bevölkerungen gab es schon immer und die waren auch über Jahrhunderte krisenfest alltagstauglich (Konflikte wurden immer von außen hereingetragen), "Multikulti" hingegen war seit Mitte der 80er kein tragfähiges Konzept oder eine Antwort auf Zuwanderungsprobleme (Gastarbeiter, zweite Asylwelle), sondern reines Wunschdenken - und damit das genaue Pendant zum Umumvolkungswillen; klappt übrigens auch nicht mit einer Umumerziehung.
Ich kann nämlich nicht das Subjekt meines Begehrens (das Volk) als Souverän und zugleich als Büttel oder Mündel sehen.
Problematisch wurde die ganze Zuwanderungssache jenseits dieser spiegelbildlichen Ideologien, als in den 90ern weder ein teilsouveräner Staat wie die Bundesrepublik noch ein teilsouveränes Staatengebilde wie die EU zu einer vernünftigen Einwanderungspolitik fanden.

Volksdeutscher

27. November 2020 20:24

Natürlich soll die AfD keine multiethnische Partei werden, denn das sind schon andere. Eine Neuauflage - welche der etablierten Parteien auch immer - ist keine Alternative. Allen voran die Deutschen im östlichen Deutschland würden sie nicht mehr wählen und das würde ihr Ende bedeuten. Die AfD kann ihr Alternativsein nur dann und solange behaupten, solange sie von den Parteien des Einheitsblocks absticht und zu deren politischen Handlungen spiegelverkehrt politisiert und handelt: das bedeutet an allererster Stelle, daß sie das ethnische Prinzip des Staates in Wort und Tat konsequent verteidigt.

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