28. Mai 2021

Ehre und Vaterland: Der Aufruf der Generäle

Martin Lichtmesz / 36 Kommentare

Im April warnten zwanzig Generäle im Ruhestand die französische Regierung in einem offenen Brief vor einem kommenden Bürgerkrieg.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Sie forderten Präsident Macron auf, dieser drohenden Eskalation, verursacht durch multikulturalistische Politik und "Laschheit", endlich durch hartes Durchgreifen vorzubeugen. Andernfalls würden im Falle eines Staatskollapses Teile der Armee auf eigene Faust eingreifen müssen, um die Ordnung wiederherzustellen.

Letzterer Punkt wurde den Verfassern als "Androhung eines Putsches" angekreidet, ein Verdacht, der auch durch das Datum der Veröffentlichung genährt wurde: Der Appell, der bislang von über 10,000 aktiven und ehemaligen Soldaten unterzeichnet wurde, erschien am 21. April 2021, dem sechzigsten Jahrestag des Putschversuches von vier Generälen in Algier gegen Staatspräsident Charles de Gaulle, weil dieser Algerien in die Unabhängigkeit entlassen wollte.

Wenig überraschend reagierte das politische Establishment Frankreichs empört und gereizt. Verteidigungsministerin Florence Parly verurteilte den Appell (veröffentlicht in der konservativen Wochenzeitung Valeurs actuelles) und drohte umgehend mit juristischen Sanktionen. Die deutschsprachige Presse berichtete darüber etwa hier und hier, die Junge Freiheit hat einen der Initiatoren interviewt (hier). 

Ohne Zweifel kann man davon ausgehen, daß diese Warnung erhebliches Gewicht hat und nicht leichtfertig ausgesprochen wurde. Wer in den letzten Jahren die Stimmen von Renaud Camus, Richard Millet, Laurent Obertone, Jean Raspail, Guillaume Faye, Eric Zemmour, Alain Finkielkraut, Michel Houellbecq und anderen zur fatalen, gewaltträchtigen Lage in Frankreich gehört hat, wird das Bild, das der Aufruf zeichnet, kaum für übertrieben halten.

Während "Corona" im letzten Jahr alle anderen Probleme zu überschatten schien, erleben wir nun, wie alte ethnische Konflikte wieder mit voller Wucht aufflammen. Die erneuten Ausbrüche islamistischer Gewalt im Oktober letzten Jahres erinnerten daran, daß das französische Pulverfaß noch lange nicht entschärft ist.  Zwei Wochen vor der Enthauptung des Lehrers Samuel Paty verkündete Macron  in einer Rede, Frankreich müsse mit einem "republikanischen Erwachen" und einem "republikanischen Patriotismus" den "islamischen Separatismus" bekämpfen, ebenso wie alle anderen Separatismen, die die Einheit der Nation gefährden.

Dem Aufruf der Generäle, den manche als separatistisches Donnergrollen interpretierten, ging die Ermordung einer Polizistin voran, die im April von einem illegalen Einwanderer aus Tunesien erstochen wurde. Als es im Mai zu einer erneuten kriegerischen Eskalation im Gazastreifen kam, protestierten tausende Araber auf Frankreichs Straßen gegen die israelische Politik. Der Staat erachtete dies als eine derart ernste Gefährdung der öffentlichen Ordnung, daß er sämtliche pro-palästinensischen Demonstrationen verbot. Dazu hatte er gewiß guten Grund, denn ähnliche Proteste dieser Art haben im letzten Jahrzehnt immer wieder zu Gewaltausbrüchen und antijüdischen Übergriffen geführt.

Und so kann ich sagen, daß auch mein im Herbst letzten Jahres erschienenes Buch Ethnopluralismus trotz "Corona" aktuell bleibt. Es enthält einen längeren Abschnitt über den "Universalismus der französischen Nation", der helfen könnte, Licht auf die gegenwärtigen Vorgänge zu werfen.

Der Zerfall Frankreichs findet parallel zum Zerfall der USA statt, den ich auf diesem Blog laufend kommentiert habe. Beide Nationen (Frankreich verstanden als die Nation von 1789) sind etwa zeitgleich, als miteinander verflochtene politische Früchte der Aufklärung entstanden. Beide scheitern heute (trotz aller historischen Unterschiede) an demselben Anspruch, nämlich eine universalistische Staatskonzeption auf Bevölkerungsteile auszudehnen, denen dafür die ethnokulturellen Grundlagen und Voraussetzungen fehlen. Ein Zuviel an "Diversität" sprengt das Gefüge.

In beiden Fällen zerbröselt die nationale Einheit entlang einer Rassen- und Kulturfrage: In den USA scheitert, 150 Jahre nach dem Sezessionskrieg, die Integration vor allem der Afroamerikaner, in Frankreich vor allem die Integration der arabischen Muslime. In den USA sind Sklaverei und Rassensegregation die historischen Negativa, mit denen die überlieferte nationale Identität madig gemacht und zersetzt wird, in Frankreich ist es der Kolonialismus. Auch dies sprechen die Generäle in ihrem Aufruf an.

Die Crux an der Sache zeigt sich, wenn sie jene Menschen als Vorbilder anpreisen, "die über Jahrhunderte hinweg unabhängig von ihrer Hautfarbe oder ihrem Glauben Frankreich gedient" haben. Die große Mehrzahl dieser Menschen, die in der Vergangenheit die "gloire" des französischen Vaterlandes gemehrt haben, war allerdings von weißer Hautfarbe und entweder christlich oder aufgeklärt-säkular orientiert. Zu diesem "Ruhm" gehören im Guten wie im Schlechten auch die Taten der Kolonisation, die unter universalistischen Vorzeichen als zivilisatorische Mission der französischen Nation betrieben wurde.

Es liegt auf der Hand, daß die aus Schwarz- und Nordafrika stammenden heutigen citoyens des Landes diese Geschichte erheblich anders sehen und bewerten. Hinzu kommt die Wühlarbeit der Linken, die aus dem Kolonialismus einen "Schuldkult" geformt hat, analog zur ideologischen Rolle des "Holocaust" in Deutschland und der Sklaverei und der Indianerkriege in den USA. Und genauso wie in den USA werden dadurch unablässig die Ressentiments der "Farbigen" gegenüber den "Weißen" gefüttert, was einen steigenden Rassenhaß auf der einen und einen Rassenselbsthaß auf der anderen Seite zur Folge hat.

Neben dem islamischen Separatismus und der ideologischen Zersetzung durch die politische Linke nennen die Verfasser des Manifests noch einen dritten wichtigen Punkt, der den Zerfall der Nation beschleunigt hat: Den Verrat der herrschenden Eliten an jenen petits blancs ("die kleinen Weißen"), die als "Gelbe Westen" einen vehementen und hartnäckigen "populistischen" Protest auf die Straßen gebracht haben, der vom französischen Staat auch entsprechend hart bekämpft wurde.

Den Flutwellen der linken Identitätspolitik und des Islamismus wollen die rebellischen Generäle ein Bollwerk klassisch-republikanischer Standards entgegenstellen, wie es auch Macron zumindest seinen Lippenbekenntnissen nach zu tun beabsichtigt. Was aber wäre die Lösung für die Probleme, die sich aus der demographischen Auflösung der französischen Nation ergeben? Erzwungene Völkervermischung, erhöhter kultureller Assimilationsdruck, strengere Unterwerfung unter das republikanisch-laizistische Gesetz? Das hat man versucht, das ist gescheitert, dazu ist es zu spät. In dieser Lage wäre die Remigration großer Bevölkerungsgruppen wünschenswert, ist aber so gut wie undurchführbar. Die Tragödie scheint vorprogrammiert.

Eine von dem TV-Sender LCI in Auftrag gegebene Umfrage vom 28. 4. 2021 brachte folgendes Ergebnis:

  • 58% der Befragten, also mehr als die Hälfte (sechs von zehn Franzosen), sympathisieren mit der Petition der Generäle, wobei nicht jeder Sympathisant allen Punkten zustimmt.
  • 86% sind der Meinung, daß es in Frankreich No-Go-Zonen gibt, in denen die Gesetze der Republik nicht gelten.
  • 84% sehen eine Zunahme der Gewalt.
  • 74% sind der Meinung, daß der Antirassismus das Gegenteil des Angestrebten bewirkt, also ein Ansteigen des Rassismus.
  • 73% sind der Meinung, daß das Land innerlich zerfällt.
  • 49% würden ein eigenmächtiges Eingreifen der Armee begrüßen, falls die innere Sicherheit nicht mehr anders hergestellt werden kann.

Das beauftragte Institut resümmierte:

Im Großen und Ganzen teilen die Franzosen die Einschätzung der Lage durch die Generäle. Auch wenn die Intensität der Reaktionen variiert und sich politische Zwischentöne bemerkbar machen, sind die Meinungsabweichungen insgesamt nur gering (abgesehen von der Frage nach einer "autonomen" Intervention der Armee). Wie zu erwarten, stimmen die Sympathisanten des Rassemblement National und der Republikaner den Aussagen der Militärs besonders vehement zu.

Im folgenden also der gesamte Text des offenen Briefes in deutscher Übersetzung.

-- -- --

Aufruf zur Wiederherstellung der Ehre unserer Regierenden

Sehr geehrter Herr Präsident,
Sehr geehrte Damen und Herren von der Regierung,
Sehr geehrte Damen und Herren Parlamentarier,

Eine schwere Schicksalsstunde hat geschlagen. Frankreich steht auf dem Spiel, bedroht von mehreren tödlichen Gefahren. Angesichts der gegenwärtigen Umstände können wir, die wir auch im Ruhestand Soldaten Frankreichs geblieben sind, nicht länger gleichgültig gegenüber dem Schicksal unseres schönen Landes bleiben.

Unsere Trikolore ist mehr als nur ein Stück Stoff. Sie symbolisiert die Tradition derer, die über Jahrhunderte hinweg unabhängig von ihrer Hautfarbe oder ihrem Glauben Frankreich gedient und ihr Leben geopfert haben. Auf diesen Flaggen stehen in goldenen Lettern die Worte "Honneur et Patrie" – „Ehre und Vaterland“. Unsere Ehre besteht heute darin, den Zerfall unseres Landes anzuprangern.

- Einen Zerfall, verursacht durch eine bestimmte Art des Antirassismus, der dem alleinigen Zweck dient, auf unserem Boden Mißtrauen, ja sogar Haß zwischen den Bevölkerungsgruppen zu säen. Mithilfe von Rassentheorien und Begriffen wie Indigenismus und Dekolonisation streben seine haßerfüllten und fanatischen Unterstützer einen Rassenkrieg an. Sie verachten unser Land, seine Traditionen und seine Kultur, und sie wollen es auflösen, indem sie es seiner Vergangenheit und seiner Geschichte berauben. In der Gestalt von Denkmälern greifen sie den militärischen und zivilen Ruhm vergangener Zeiten an, während sie altehrwürdige Worte auseinandernehmen.

- Einen Zerfall, verursacht durch den Mob der Vorstädte und den Islamismus, durch den weite Teile der Nation abgespalten wurden, um sie in Gebiete zu verwandeln, deren herrschende Dogmen im Widerspruch zu unserer Verfassung stehen. Da jedoch ein jeglicher Franzose, sei er gläubig oder nicht, überall in Frankreich zu Hause ist, kann und darf es keinen Ort und keinen Bezirk geben, in dem die Gesetze der Republik nicht gelten.

- Einen Zerfall, verursacht durch Autoritäten, die angesichts der verzweifelten Demonstrationen der gelben Westen den Haß über die Brüderlichkeit stellten und die hierfür die Ordnungskräfte als Handlanger und Sündenböcke mißbrauchten, während gleichzeitig Provokateure und Vermummte Geschäfte plünderten und eben diese Ordnungskräfte bedrohten. Dabei haben die Letzteren lediglich die - zuweilen widersprüchlichen - Anweisungen befolgt, die Sie, die Regierenden, ihnen erteilt haben.

Die Gefahren werden immer größer, die Gewalt nimmt von Tag zu Tag zu. Wer hätte vor zehn Jahren zu prophezeien gewagt, daß in unserem Land eines Tages ein Lehrer vor seiner Schule enthauptet werden würde? Wir, die Diener der Nation, die gemäß unserem militärischen Stand immer schon bereit waren, unseren Kopf zu riskieren, können nicht länger passive Zuschauer dieser Vorgänge bleiben.

Diejenigen, die unser Land regieren, haben deshalb die unbedingte Pflicht, den Mut aufzubringen, der erforderlich ist, um diese Gefahren zu beseitigen. Dabei würde es häufig schon ausreichen, die bereits bestehenden Gesetze ohne Schwächeln durchzusetzen. Vergessen Sie nicht, daß eine große Mehrheit unserer Mitbürger ebenso wie wir keine Geduld mehr mit Ihrem Zaudern und ihrem schuldbewussten Schweigen hat.

Wie Kardinal Mercier, der Primas von Belgien, sagte: "Wer immer vorsichtig ist, ist niemals mutig. " Nun denn, unsere Damen und Herren: Genug des Zauderns, die Lage ist ernst, die Arbeit, die vor Ihnen liegt, ist gewaltig; verschwenden Sie keine Zeit mehr und seien Sie versichert, daß wir bereit sind, politische Maßnahmen zu unterstützen, die den Schutz der Nation ins Auge fassen.

Wenn jedoch weiterhin nichts unternommen wird, wird die Laschheit der Gesellschaft, die sich unaufhaltsam ausbreitet, letzten Endes zu einer Explosion und zu einer Intervention unserer aktiven Kameraden führen, die eine gefährliche Mission zum Schutz unserer zivilisatorischen Werte und unserer Landsleute auf dem nationalen Boden antreten werden.

Man sieht, daß wir keine Zeit mehr für Zaudereien haben, denn sonst wird morgen der Bürgerkrieg diesem wachsenden Chaos ein Ende setzen, und die Opferzahlen der Toten, für die Sie die Verantwortung tragen werden, werden in die Tausende gehen.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (36)

Dietrichs Bern

28. Mai 2021 08:21

Naja, wer die "Partyszene" der "erlebnisorientierten" mal Leibhaftig gesehen hat, weiß was auch hier blüht. Mutmaßlich wird es keine langen Ankündigungen geben, es reicht, wenn bei solchen Gelegenheiten mal eine Schusswaffe im Handgemenge abhanden kommt und jemand getroffen wird und der Menge ihre zahlenmäßige Überlegenheit bewusst wird.

Die Zustände in Frankreich sind sicher noch deutlich schlimmer, aber wir arbeiten ja daran, Rückstände aufzuholen.

 

Schwarzseher

28. Mai 2021 09:26

Wer hat gesagt das die Früchte der Aufklärung zum Wohle der weissen Europäer, oder erst recht der ethnischen Gemeinschaften reifen sollten? Die Nation als Freimaurerprojekt war von Beginn an eine Lüge für die Massen. Die Nation wurde erfunden um das Christentum die europäischen Werte, Gemeinschaften, gewachsene Völker und Reiche zu zerstören. Vor allem jetzt im Jahre 2021 zu jammern die Nation würde zerfallen und aufgelöst werden ist einfach lächerlich. Wie dumm sind diese Helden? Oder wird eher das Volk wieder für dumm verkauft. Davon wird seit Jahrzehnten gesprochen und aktiv daran gearbeitet. Wenn sich Malocher wundern dann mag das aufrichtig sein. Aber was dachten diese Sytemtypen, dass in ihren Logen nur Späßchen gemacht werden? Die "Nationsgemeinschaft" war eine künstliche Krücke, auf denen die Völker solange stehen sollten bis alle natürlich gewachsenen Wurzeln gnadenlos herausgerissen werden konnten. Und jetzt wird auch diese Krücke als solche offenbart und entfernt, damit ganz im Sinne der Aufklärung das Individuum ohne jedwede Gemeinschaft frei dastehen kann. Soll das Gejammer der Weissen über Gewalt und Kriminalität unsere Elite und die Herren des Geldes interessieren? Und das ganze Aufklärungsprojekt wird wieder zurückgedreht?

Franz Bettinger

28. Mai 2021 10:57

Einen Putsch droht man nicht an, man führt ihn durch. Ich fürchte, mit dieser Androhung hat man ihn bereits verloren. Hat es in der Geschichte jemals eine ähnliche Androhung gegeben, und hat es funktioniert? Kann mich nicht entsinnen. 

Laurenz

28. Mai 2021 11:30

@ML

Die Analyse ist trefflich, nicht zu lang, finde es gut. Allerdings sind die Schlußfolgerungen aus meiner Sicht in einem Punkt falsch. Ein Putschist putscht & schreibt keine Briefe an die Regierung, die er wegputschen will. Ich sehe ich pure Verzweiflung auf einem bereits verlorenen Posten. Nur der politische Exzess bringt im Westen Veränderung.

No-Go-Areas sind der falsche politische Begriff. Es sind autonome Gebiete, die sich immer bei Einwanderung bilden. Das war aber historisch schon immer so & ist überall in Europa zu erwarten. Auch, was die antisemitischen Übergriffe in Frankreich angeht, immerhin leben da um die 800k Juden, so tragen die in der französischen Linken organisierten Juden (berühmtestes Beispiel Strauss-Kahn) ihren Anteil an der Misere. Manche mögen auch behaupten, das sei Teil der Einwanderungspolitik Israels.

Was die neo-liberalistischen oder linken Kräfte des Westens, zu denen auch Macron oder die Staatsratsvorsitzende zählen, anscheinend nicht wahrnehmen, ist die geo-strategische Entwicklung. Die weitere Schwächung des Westens, die im Artikel beschrieben ist, beschleunigt auch die eigene Entmachtung im globalen Maßstab im Verhältnis zu Asien ohne Rußland.

Laurenz

28. Mai 2021 11:36

@Schwarzseher

Was ist daran falsch, das Christentum "zerstören" zu wollen? Auf einer geistigen Ebene stehe ich auch dazu, meinen kleinen Teil dazu beizutragen, einfach schon deswegen, weil ich etwas gegen morgenländische Kultur im Abendland habe. Worauf ich Sie aufmerksam machen möchte, ist der innere (ideologische) Widerspruch bei vielen intellektuellen Konservativen, wie zB ML, dem Autoren.

(Im katholischen Frankreich ist der Prozeß der Desintegration der Kirche zum Glück bereits weiter fortgeschritten, weil es in Frankreich, außer Elsaß-Lothringen, keine Kirchensteuer gibt.)

Um sich gegen das Einwandern orientalischer Werte politisch auszudrücken, will man quasi den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Das ist, zumindest aus philosophischer Sicht, völlig sinnentleert.

Es ist auch immer wieder interessant, daß dieser innere "ideologische" Konflikt, bei den ansonst guten ML-Artikeln offenbar wird.

Der_Juergen

28. Mai 2021 12:13

Ich hatte gestern nacht einen wunderschönen Traum. Ein General Martin Westbruch hat, gestützt auf eine kleine, aber zuverlässige Schar patriotischer Offiziere, in Deutschland die Macht ergriffen, die führenden Exponenten der Elite verhaftet, alle Fernseh- und Rundfunkstationen sowie Zeitungsredaktionen besetzt und eine "Regierung der nationalen Rettung" ausgerufen. Washington teilte sogleich mit, aufgrund der schwierigen innenpolitischen Lage in den USA werde man sich nicht in innerdeutsche Angelegenheiten einmischen; Moskau reagierte zurückhaltend wohlwollend; aus Paris traf ein Glückwunschtelegramm seitens des Rats der Nationalen Einheit ein, der kürzlich die Macht ergriffen hatte; unwilliges Protestgemurmel ertönte nur in Jerusalem und Warschau. 

Doch dann riss mich der Wecker unsanft aus dem Schlaf, und ich kapierte bestützt, dass ich wieder in der realen Welt gelandet war.

RMH

28. Mai 2021 12:13

Wenn man die Dialektik oder den Schwarz-Hegelianismus, den die Mächtigen betreiben, einmal durch spekuliert, dann wird es in der französischen Armee mindestens zu den Säuberungen kommen, die wir hier bei der Bundeswehr schon seit einiger Zeit ganz ohne solche Erklärungen erleben.

Gracchus

28. Mai 2021 13:07

Schwarzseher hat, was die unselige Rolle der Nation betrifft, einen richtigen Punkt benannt, den ich bereits mehrfach angesprochen habe.

Die Entgegnung von @Laurenz zeigt wiederum, dass das rechte Projekt - falls man davon sprechen kann - nicht in die Gänge kommt, weil man metaphysisch gespalten ist. Da ich Metaphysisches für wirkliches halte, geht es nicht nur um subjektive Präferenzen, die sich durch guten Willen überbrücken ließen. Warum mit Leuten kooperieren, der anscheinend von demselben Zerstörungsgedanken motiviert sind wie die Globalisten? Beide haben keine Achtung vor dem Einen Gott. Leute wie @Laurenz sagen: Wir lehnen die Sonne ab, wir wollen unsere eigene abendländische Sonne! Es ist nicht wahr, dass dieselbe Sonne über Ost und West scheint. Die einen wollen ihn durch einen lokalen Götzen ersetzen, die anderen durch einen universellen Götzen. Beides ist zum Scheitern verurteilt. Und zu beiden sage ich: nein danke!

RMH

28. Mai 2021 13:22

Worauf ich hinaus wollte:

Am Ende wird eine Schwächung der französischen Armee stattfinden. Ganz im Sinne des Globalismus.

Schwarzseher

28. Mai 2021 14:07

@Laurenz

Das Christentum war keine morgenländische Kultur. Es war europäische Philosophie, Platon. Es war die Grundlage für alles was man europäische Kultur und Identität nennt.

Das Problem sind nicht der Islam oder die fremden Werte die jetzt einwandern. Das ist die Folge, die Auswirkungen der Krankheit. Die neuen Werte der Aufklärung, die Gottlosigkeit der Materialismus, die Freiheit u.ä., dieses gesamte neue philosophische Paradigma der Moderne ist die Ursache für die Krankheit. Die Krankheit ist der Kapitalismus, Herrschaft und Freiheit des Geldes, Auflösung der Gemeinschaften und Völker. Ausbeutung als billige Arbeitsnomaden. Migration ist nur ein Teil davon. Und damit die schöne neue Welt errichtet werden konnte musste als ersten das Christentum beseitigt werden. Es ist nur eine Beschreibung der Vergangenheit. Keine Heilmittel gegen die „Islamisierung“. Jedenfalls nicht im Westen.

Dietrichs Bern

28. Mai 2021 15:22

@Laurenz: Als der Sozialismus seine letzten, umfassenden Niederlagen erlitt wurde seinen Protagonisten und Fans auf allen Ebenen eines klar. Sie durften zwei Dinge nicht mehr erhalten: Die Familie und das Christentum.

Seit her wird beides mit Macht zerstört und der Sozialismus ist wieder auf dem Vormarsch.

Niekisch

28. Mai 2021 15:43

 "Die Tragödie scheint vorprogrammiert"

Ja, denn völkergemischter Sprengstoff explodiert in einer etatistischen Kiste besonders gut...

tearjerker

28. Mai 2021 16:58

Wenn die Herren Generäle Gewaltpotential für einen Aufstand mustern könnten, würden sie einfach machen und nicht Briefe schreiben um eine Feuilletondebatte anzustossen. Wer sich auf die Trikolore beruft, dem klebt im Übrigen auch genau die Ideologie am Schuh, die Frankreich die ganze Misere überhaupt erst eingebrockt hat. Viel Glück damit.

In den USA vertritt die demokratische Partei zum erstenmal seit Generationen auf breiter Front eine offen rassistische Weltanschauung, die den wissenschaftlichen Rassismus des 19 Jahrhunderts wiederaufleben lässt, der diesmal durch Historiker und nicht die Biologen und ihnen verwandte Disziplinen vertreten werden soll und die Segregation erneuern. Ganz im Sinne der Partei der Vorbürgerkriegszeit, nur mit vertauschten Rollen für die Menschen. Hier liegt enormes Konfliktpotential für die gesamte erste Welt, da diese Politik wieder die ganze Welt beglücken soll. Für Deutschland eine gute Nachricht.

Andreas Walter

28. Mai 2021 17:21

Oh je.

Auch aus Afrika weiß man ja was passiert, wenn irgendwo ein Bürgerkrieg ausbricht.

Millionen von Flüchtlinge, die in die Nachbarländer fliehen.

Ich glaub', ich brauch' jetzt auch mal Urlaub, von der Sezession. Dagegen waren meine Hiobsbotschaften ja noch harmlos.

Bis später.

Auf Sehrohrtiefe

28. Mai 2021 19:19

Der Aufruf der Generäle, den ich begrüße, beläßt es bei Worten, sollte aber ernstgenommen werden. Aus meiner Sicht wäre eine kleine Gruppe entschlossener Soldaten mit der nötigen Führung und Vorbereitung in der Lage, die formulierten Ziele zu erreichen. Das politische System und das Establishment hätten dem nichts entgegenzusetzen (was natürlich nicht heißt, daß die Lage dann geklärt wäre, denn der eigentliche Widerstand kommt daher, von wo er auch zu erwarten ist: vom Zielobjekt der Aktion).

Flaneur

28. Mai 2021 19:40

@Schwarzseher

wofür stand das Christentum vor der Aufklärung? Es war definiert durch seinen Absolutheits- und Universalitätsanspruch, durch seinen mit einer eschatologischen Heilserwartung verbundenen Historizismus. Alles Grundelemente, die tendenziell totalitär, in jedem Fall aber für eine Weltanschauungsdiktatur im Fritzeschen Sinne konstitutiv sind. 

Aus meiner Sicht ist der Rekurs auf ein voraufklärerisches Christentum nicht mit einem ethnopluralistischen Weltbild zu vereinbaren. Benoist hat dazu vor vielen Jahren eigentlich schon alles in einer in deutscher Übersetzung als "Heide sein" vorliegenden Schrift gesagt. 

Heinrich Loewe

28. Mai 2021 20:47

(1)

Nur auf den ersten Blick kann man die Vorgänge in Frankreich und den USA gleichermaßen abhandeln.

Betreffs letzteren betreibt die Ventilierung ethnischer Kategorien nur Spaltung und damit das Geschäft der Kulturmarxisten. Sie verstellt den Blick auf einigermaßen hoffnungsvolle Lösungen.

Der Konflikt besteht vielmehr aus den woken, verdrehten linken Kulturmarxisten, Big Media und dem Corporate America der Globalisten einerseits sowie den einfachen Leuten des America First andererseits.

Die Black Community und die Latinos sind weithin praktizierende Christen; letztere überproportional „entrepreneurs“, also Kleingewerbetreibende - die die Verheerungen des Sozialismus in Lateinamerika kennen. Die halten an traditionellen Werten und dem alten amerikanischen Traum fest. Da ergibt sich, zusammen mit dem ländlichen Raum, ein mächtiges „Realignment“ über alle Ethnien hinweg. Lassen wir mal die lärmenden Großstädte einen Moment beiseite.

Hinzu kommt, das grundsätzlich andere (Selbst-)Verständnis, von den Gründervätern her, im Verhältnis von Bürger und Staat. Zentral- und Obrigkeitsstaatlichkeit wie weithin in europäischer Tradition gibt es dort kaum. Die Leute übernehmen viel häufiger Verantwortung von unten her. Das repräsentative System ist viel durchlässiger: Primaries, Recall, kurze Legislaturperioden, viel mehr Funktionäre werden direkt gewählt.

Heinrich Loewe

28. Mai 2021 20:50

(2)

Die Tea Party als Graswurzelbewegung hat in den Midterms von 2010 einen Erdrutschsieg von 62 Sitzen im House für die GOP erbracht, was es zuletzt in den 30ern gab.

Was derzeit dort subkutan in Reaktion auf die gestohlene Wahl 2020 stattfindet ist 10x die Tea Party!

Never-Trumper im Kongress werden zensiert und bekommen durchgehend Gegenkandidaten. Die Mütter gehen in den schoolboards gegen die CRT auf die Barrikaden. Es läuft die Übernahme der GOP  durch MAGA über die precincts. Die offene Grenze zu Mexico treibt die Latinos scharenweise zur GOP, ebenso die Juden der Antisemitismus der Demokraten. In den Swing-States, ausgehend von Arizona, finden forensische Audits der 2020 Wahl statt, die das politische Kapital der Biden-Administration regelrecht ausbluten werden.

Mehr als 120 Flag Officer Veteranen haben übrigens auch einen offenen Brief verfaß:

https://img1.wsimg.com/blobby/go/fb7c7bd8-097d-4e2f-8f12-3442d151b57d/downloads/2021%20Open%20Letter%20from%20Retired%20Generals%20and%20Adm.pdf?ver=1620643005025

Valjean72

28. Mai 2021 23:02

Nun, ich finde den Hinweis von Schwarzseher vollkommen richtig, wenn er von den "Früchten der Aufklärung" schreibt.

Auszug aus dem Brief der franz. Generäle:

Unsere Trikolore ist mehr als nur ein Stück Stoff. Sie symbolisiert die Tradition derer, die über Jahrhunderte hinweg unabhängig von ihrer Hautfarbe oder ihrem Glauben Frankreich gedient und ihr Leben geopfert haben.

Tja, was soll man davon halten? Jeder kann Teil der franz. Nation werden, ein west-afrikanischer Christ, ein nordafrikanischer Muslim und auch der oder andere asiatische Buddhist und natürlich viele europäische Atheisten und Materialisten, so lange sie die Werte der Republik verkörpern. Welche Werte sind das denn letzten Endes? "Gleichheit" und "Weltoffenheit" ...

Im Staate Frankreich ist etwas grundsätzlich faul und das seit 1789.

Niklaus

29. Mai 2021 06:34

Ich teile die Meinungen von Schwarzseher, Gracchus und Dietrich Berns in ihren Entgegnungen zu Laurenz. 

Vertiefendes dazu wäre bei Theodor Haecker (1879 – 1945) zu lesen (der Spiritus Rector der Geschwister Scholl), der sinngemäss geschrieben hat, dass ein Volk, dem das Evangelium gepredigt worden ist und dieses verworfen hat, unweigerlich in einen Zustand der Verwesung übergehen würde.

Die hier anwesenden Verächter des Christentums würden vielleicht ins Grübeln kommen, wenn sie, als Einstieg ins Denken von Haecker, die biografischen Notizen zu demselben  von Gerd-Klaus Kaltenbrunner: «Wir sind Hierarchisten», lesen würden http://gloria.tv/media/X26xtrDgfvr

oder den Essay von Haecker selbst: Das Reich und die Reformation, der Deutschen Bestimmung und Verhängnis, 5. Kapitel aus «Betrachtungen über Vergil, Vater des Abendlandes» (ca. 1930).
https://gloria.tv/post/4HqteXXKYMHV2RGJr7XgCaEWf

 

Gracchus

29. Mai 2021 13:16

@Flaneur

Ist Gott totalitär?

Totalitäre politische Herrschaft bedarf einer totalitären Machtausübung, d.h. Kontrolle und Konzentration. M. E. standen mit dem modernen Nationalstaat erst die Mittel zur Verfügung, um totalitäre Kontrolle auszuüben. Für einen Christ gibt es auch keine totalitäre weltliche Herrschaft, weil Gott über jeder weltlichen Herrschaft steht, ob diese Herrschaft das weiss oder nicht. 

Es will hier auch niemand zurück, was nicht geht: ein voraufklärerisches Christentum. Warum auch? Christus selber ist die Aufklärung. 

Uwe Lay hat es in einem vorherigen Thread gesagt, die Moderne hat das Christentum durch irgendwelche rein immanenten Erlösungslehren ersetzt. Bei diesem Götzendienst steige ich aus.

Nach Herder ist jedes Volk ein Gedanke Gottes. Mit dem einen Gott ist daher Ethnopluralismus vereinbar. Alle Menschen und Völker sind Geschöpfe Gottes, deshalb verdienen sie Achtung.

 

 

 

Sekundant

29. Mai 2021 13:29

So langsam bekomme ich den Eindruck, es beginnt auch hier, närrisch zu werden. Wohin möchten denn die, die den Nationalstaat ablehnen? Doch hoffentlich nicht zum "Gottesstaat"?!

Gustav

30. Mai 2021 10:01

1.) Ohne spezifisches, auf das politische Funktionieren des Gemeinwesens gerichtetes Ethos läßt sich ein Staat nur unter den Bedingungen einer Diktatur aufrecht erhalten. Inhalt des republikanischen Ethos ist es, das Volk als politisches Gemeinwesen zu konstituieren. Es ist der einzige Wert, den wir bewußt setzen, notfalls geradezu erfinden müssen. Der Eigenwille und der Trieb zur Gemeinschaft sind phylogenetisch vorfindbare und nicht disponierbare Größen. Der als grenzenlos gedachte Eigenwille und ein ebenso grenzenlos gedachtes Eigenrecht der Gemeinschaft können nicht unversöhnt nebeneinander bestehen. Nach einem genetisch ererbten, politischen Verantwortungsbewußtsein, für ein Ethos des Staates, haben Verhaltensforscher bisher aber vergeblich gesucht. Diese Tugend entspringt offenbar rein kultureller Überlieferung und ist darum besonders störungsanfällig.

 

 

Gustav

30. Mai 2021 10:01

2.)Was geschieht, wenn der Gedanke individueller Autonomie sich durchsetzt und die Gemeinschaft verdrängt, erleben wir in Deutschland heute tagtäglich. Was geschehen konnte, als die Gemeinschaft alles und der einzelne nichts galt, haben wir nicht vergessen. Eine freiheitliche Gemeinschaft ohne einen Wert, der zwischen beiden Extremen vermittelt und sie verbindet, kann nicht auf Dauer aufrecht erhalten werden. Radbruch hatte als dritten Wert die Kultur einführen wollen, und wenn man das politische Gemeinwesen richtigerweise als kulturelle Leistung begreift, hatte er damit recht. Wir sind von Natur aus Kulturwesen, und als Kulturwesen sind wir auch von Natur aus Gemeinschaftswesen - aber: freiheitsliebende! Es ist einfach unbegreiflich, wie der evidente Zusammenhang dieser Werte immer wieder bestritten und mit intellektualistisch halbierter Vernunft immer nur der eine oder der andere Wert verabsolutiert werden konnte.

Gustav

30. Mai 2021 10:06

2.)Ein Staatsethos, das alle Bürger zum Gemeinsinn verpflichtete, war einmal untrennbar mit dem Namen Preußens verbunden. Es wurde in Deutschland schon gelebt, als sich die Vorfahren der Amerikaner noch mit Vorliebe gegenseitig umgebracht haben. Das letzte gilt jedenfalls, wenn wir der Selbstdarstellung ihrer eigenen Geschichte in ihren "Western" Glauben schenken dürfen. Eine geistige Traditionslinie führte dagegen in Deutschland von der Romantik über die konservative Revolution bis in unsere Tage und betont: Zusammengehalten werde die Nation nicht nur durch die staatlichen Institutionen, sondern, mit Worten Moeller van den Brucks, durch "eine lebendige Klammer der Anteilnahme." Diese spezifisch politische Anteilnahme ist die republikanische Tugend, sie ist mehr als Liebe zu Volk und Vaterland, sie ist die tätige Verantwortlichkeit für das politisch konstituierte Gemeinwesen. "Politik," so sieht das auch Jung, "ist das auf die Gestaltung des Gemeinschaftslebens gerichtete Streben des Menschen, eines Volkes. Und dieses Streben gehört zur Gesittung," also in den Bereich der ethischen Tugenden.

Gustav

30. Mai 2021 10:17

"Dem allgewaltigen Staate steht heute eine ungeordnete, im Kampfe aller gegen alle liegende Masse gegenüber. Ihre einzigen Gesetze empfängt sie von ihm, meist mit dem Vorsatze, sie zu umgehen. Diese Summe gleichberechtigter Einzelmenschen bildet die moderne Gesellschaft. Ohne den Geist wahrer Gemeinschaft, ohne innere Verbundenheit leben sie in stummer Gehässigkeit nebeneinander her." Der "Geist wahrer Gemeinschaft", die "innere Verbundenheit" ist das staatsbürgerliche Ethos, die republikanische Tugend. Fehlt diese, werde Demokratie zum "mechanischen Mehrheitssystem" ohne innere Teilnahme ihrer Bürger. ( E.J.Jung, Herrschaft, S.160 )

Der Staat muß institutioneller Bezugspunkt und Schützer des Gemeinschaftsethos sein: der republikanischen Tugend. Jeder Kommunitarist könnte die Klage Sanders unterschreiben: "Es ist eine der wesentlichen Ursachen für den politischen Niedergang, daß man sich angewöhnt hatte, Individuum und Staat als etwas entgegengesetztes zu betrachten."

Der Staat, die Polis, ist nichts ohne Bürgertugenden, die ihn erhalten.

Wer sich auf eine abstrakte Menschheit beruft, verwandelt nur die Politik in Innenpolitik und in letzter Konsequenz den Krieg in einen Bürgerkrieg.

Der_Juergen

30. Mai 2021 11:21

@Sekundant

Ich begreife auch nicht, wie man als Rechter den Nationalstaat ablehnen kann. Mit dem christlichen Glauben ist dieser selbstverständlich vereinbar. Von einer Wiederkehr des Heiligen Römischen Reiches darf man natürlich träumen, das Träumen ist schliesslich keinem verboten, aber realistisch sind solche Vorstellungen nicht.

Laurenz

30. Mai 2021 12:43

@Gustav

Ihr Beitrag ist sicherlich nicht falsch, aber es gibt eben volkscharakterliche Unterschiede. Explizit die Deutschen ticken extrem föderal, das hat sich auch in zig tausend Jahren sich bis zum heutigen Tage nicht verändert. Gerade die durch Wohlstands verwöhnte, vaterlandslose & pseudo-grüne Deutschen ticken viel deutscher als eine Volksgemeinschaft propagandierende Rechte. Das Problem beim deutschen politischen Gegner ist, daß er vergessen hat, wer er ist, was dieselbe Blödheit darstellt, wie die Romanisierung der Franken Mitte des 1. Jahrtausends, die im Prinzips rechts war, aber in keiner Weise deutsch.

Gracchus

30. Mai 2021 20:47

Ein Gottesstaat ist Blasphemie, und ich lehne den Nationalstaat nicht ab, sondern erlaube mir bloß auf dessen Anfälligkeit für bescheuerte moderne Ideologien und seine totalitären Gelüste hinzuweisen, und die Antwort auf die Frage, wie man sich davor schützen kann, kann folglich nicht lauten: durch den Nationalstaat.  

Nun zum Thema: Militär und Polizei sind konservative, auf den Bestand des Staates ausgerichtete Institutionen. Die derzeitige öko-identitäre-globalistische Politik untergräbt diese Institutionen und müsste bei den meisten Polizist*innen und Soldat*innen Widerspruch hervorrufen. Das haben die Generäle ausgesprochen; anscheinend weil sie keine negativen Sanktionen zu befürchten haben.

Laurenz

30. Mai 2021 23:55

@Gracchus

Wenn Sie keinen Gottesstaat & keinen Nationalstaat wünschen, was denn dann bitte?

Volksdeutscher

31. Mai 2021 05:30

@Valjean - Sie haben vollkommen recht, die Franzosen gleich den Engländern begreifen das Allerwesentlichste nicht und das ist: Wenn sie das ethnische Prinzips der Nation aufgeben und es gegen die liberale Chimäre des staatsrechtlich definierten Begriffs der Nation austauschen, bekommen sie fast automatisch die Verhältnisse, in denen sie stecken.

@Der_Jürgen - Träume wie Sie habe ich rund um die Uhr. Das hält mich wach.

@Lichtmesz - "In dieser Lage wäre die Remigration großer Bevölkerungsgruppen wünschenswert, ist aber so gut wie undurchführbar."

Dem kann selbst ich zustimmen - wenn die Betonung auf "in dieser Lage" fällt. Aber wie lange noch kann diese Lage diese Lage bleiben? Denn die Zeit vergeht und die Lage wechselt von einer Minute auf die nächste unmerklich. Irgendwann mal wird man handeln müssen, weil man nichts mehr aufschieben, nichts verdrängen kann. Mit dem Verrat von allem Französischen bekommt man die Rechnung serviert. Um es mit Baudelaire zu sagen: "Meurs, vieux lâche! il est trop tard!"

Volksdeutscher

31. Mai 2021 06:24

@Der_Jürgen - "Von einer Wiederkehr des Heiligen Römischen Reiches darf man natürlich träumen, das Träumen ist schliesslich keinem verboten, aber realistisch sind solche Vorstellungen nicht."

Wenn man dieses Staatsgebilde nicht in 1:1 vorstellt, sondern in seiner zeitgemäßen Form, könnten solche Vorstellungen - begleitet mit politischer Meinungsbildung breiter Massen - sehr wohl Wirklichkeit werden.

Laurenz

31. Mai 2021 10:59

@Volksdeutscher @Der_Jürgen

Erachte diese Debatten als krank. Es ist undeutsch. Die Schweizer wollten auch kein Teil Ihres Unheiligen Reiches sein. Wir haben grundsätzlich einen föderalen Charakter. Das ist, wie wir aus Erfahrung wissen, nachteilig gegen zentralisierte Mächte, daran sind auch viele Kaiser gescheitert. Man braucht sowas, wie eine Föderation. Reich, Republik, immer stehen die Attribute im Vordergrund. Es ist wichtiger, wer wir sind, als was wir sind. Warum reicht Ihnen nicht einfach Deutschland? Auch Sie sind weniger patriotisch als selbst linke Franzmänner, die sind immer erst mal Franzmänner & erst dann Sozialisten.

Volksdeutscher

31. Mai 2021 21:42

@Laurenz - "Es ist wichtiger, wer wir sind, als was wir sind."

Ich mache diese Unterscheidung schon lange nicht mehr. Wozu denn auch? Beides ist gleich wichtig, denn beides hat mit uns und wir haben mit ihnen gleichzeitig zu tun, solange wir sind - und nicht nacheinander und abwechselnd. Die Bevorzugung des einen und die Vernachlässigung des anderen wird immer negative Konsequenzen mit sich ziehen. Um perspektivisch zu sehen, bedürfen wir unserer beider Augen.... Wir kennen die Kontrapoststellung aus der Kunst, wo das Modell/die Figur auf dem einen Beiden steht, während das andere scheinbar ruht, in Wirklichkeit jedoch das Gleichgewicht hält. Keines der beiden Beine ist wichtiger als das andere, sie haben nur verschiedene Funktionen zu erfüllen. Im Falle von Ermüdung kann man die Funktion der Beine gegeneinander austauschen, aber das Wesen des Kontraposts bleibt dabei erhalten: zwei verschiedene Funktionen wirken gleichzeitig zu einem einzigen Zweck.

Laurenz

1. Juni 2021 10:58

@Volksreichsbürger

Das können Sie historisch gar nicht nachweisen, da wir noch nie ohne Attribute in einem gemeinsamen Deutschen Staat lebten. Sie sollten Ihr Pseudonym wechseln. In Anbetracht dessen, daß unsere staatlichen Attribute sowieso immer pervertiert werden, kann man nur feststellen, Sie sind kein Patriot. Gerade heute, wo unsere Herkunft, wie wir selbst vernichtet werden sollen, ist das "Wer" einfach eminenter, als ein Reich, welches nicht nur keine Mehrheiten interessiert, sondern eine Mehrheit, inklusive meine Wenigkeit, froh ist, daß es für immer weg ist. Und wenn wir auf die Historie zurückgreifen, hat der Begriff Reich mehrmals & der Begriff Republik 1x versagt & die Republik versagt gerade ein 2. Mal. Beide Begriffe bedeuten also ein totes Pferd zu reiten & haben jede Daseinsberechtigung vor den Augen unserer Geschichte verloren. Es ist nicht schlimm Fehler zu machen, aber es ist unglaublich dämlich, Fehler zu wiederholen. Strengen Sie Ihren Kopf an, seien Sie kreativ. Wenn Ihnen etwas an Deutschland liegt, werfen Sie entweder unnützen Ballast ab oder lassen Sich was Neues einfallen.

Volksdeutscher

2. Juni 2021 13:09

@ Laurenz

Lassen Sie mein Pseudonym lieber in Ruhe. Was Ihre Theorie betrifft, ist sie in sich schlüssig, ermangelt jedoch der Objektivität. Das sollte Sie weder entmutigen noch enttäuschen. Geben Sie es aber nicht auf, Sie schaffen es.