Wiedervorlage (12): Queen Elisabeth II.

Am Dienstag, dem 6. September, ernannte Queen Elizabeth II. Liz Truss zur Premierministerin.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Das war ihr letz­ter Amts­akt für das Vater­land, ehe sie zwei Tage spä­ter im Alter von 96 Jah­ren ver­starb. Die Ernen­nung birgt eine eher unheil­vol­le Sym­bo­lik in sich.

Truss ist Mit­glied der soge­nann­ten “Kon­ser­va­ti­ven” Par­tei (Tories) und hat das Ver­dienst, erst­ma­lig in der bri­ti­schen Geschich­te kei­nen der vier wich­tigs­ten Minis­ter­pos­ten mit einem “wei­ßen Mann” besetzt zu haben. Deut­li­cher läßt sich der Grad des Bevöl­ke­rungs­aus­tau­sches in Groß­bri­tan­ni­en und der damit ein­her­ge­hen­den Macht­ver­schie­bun­gen wohl kaum aufzeigen.

Nach Aus­kunft der Pres­se­agen­tur AP hat sie ein “Top-Team” auf­ge­stellt, das zwar “divers” ist in Bezug auf “Gen­der und eth­ni­sche Her­kunft”, aber getreu gegen­über ihrer “Poli­tik des frei­en Mark­tes” (“named a top team diver­se in gen­der and eth­ni­ci­ty, but loy­al to her and her free-mar­ket poli­tics”). Der­glei­chen gilt heu­te als “Rechts­ruck”.

Truss selbst ist eine Art bri­ti­sche Baer­bock und eine der zahl­lo­sen Gestal­ten, mit denen das Welt­wirt­schafts­fo­rum die Kabi­net­te der Welt “pene­triert”, um es in den Wor­ten von Klaus Schwab zu sagen. Ein mit­tel­mä­ßi­ge Figur, der Ver­schla­gen­heit und Unter­be­licht­etheit ins Gesicht geschrie­ben ste­hen, eine hoh­le Sys­tem­skla­vin vol­ler Selbst­über­schät­zung, ohne eine Spur von weib­li­che Anmut.

Als Eliza­beth 1952 den Thron bestieg, war Win­s­ton Chur­chill Pre­mier­mi­nis­ter. Unab­hän­gig davon, wie man des­sen his­to­ri­sche Rol­le ein­schätzt, soll­te der dras­ti­sche Ver­fall an Niveau ange­sichts der Gegen­über­stel­lung die­ser bei­den Klam­mer­fi­gu­ren deut­lich sein: Der klas­si­sche “Staats­mann” hat längst aus­ge­dient und ist von einem Mana­ger­ty­pus abge­löst wor­den, der nicht nur in Groß­bri­tan­ni­en die Poli­tik beherrscht.

Das ist frei­lich kei­nes­wegs ein rein bri­ti­sches, son­dern ein gesamt­west­li­ches Phä­no­men. Die Qua­li­tät und Qua­li­fi­ka­ti­on der Füh­rungs­eli­ten hat trotz ihrer auf­ge­bla­se­nen Opti­mie­rungs­rhe­to­rik ste­tig abge­nom­men, par­al­lel zur kul­ti­schen Ver­eh­rung der “Exper­ten” und “der Wis­sen­schaft”. Das Ergeb­nis ist ein Blind­flug ins Cha­os, der offen­bar gera­de auf einen Sturz­flug zusteuert.

Ich ken­ne vie­le Kon­ser­va­ti­ve, die eine gro­ße Zunei­gung zur eng­li­schen Köni­gin hat­ten, und ihren Tod nun sehr bekla­gen. Allein die Tat­sa­che, daß sie so lan­ge gelebt hat, hat­te für vie­le eine emo­tio­na­le und sym­bo­li­sche Bedeu­tung. Sie erschien wie eines der letz­ten Bin­de­glie­der zum Euro­pa von Ges­tern und Vorgestern.

Jean Ras­pail gehör­te zu ihren Ver­eh­rern, wie er Kon­rad Weiß und mir 2016 in einem Inter­view mitteilte:

Die Hal­tung steht über allem. Was tut Ihrer Mei­nung nach die eng­li­sche Köni­gin. Schau­en Sie sich die eng­li­sche Köni­gin an! Schau­en Sie! Ich fin­de das groß­ar­tig! Die Hal­tung. Punkt. Das ist die Ant­wort auf alle Fragen!

Ähn­lich erging es Domi­ni­que Ven­ner, als er den Film The Queen (2006) mit Helen Mir­ren als Eliza­beth II. sah: Die Köni­gin erschien ihm dar­in ange­sichts ihres Ver­hal­tens gegen­über der Mas­sen­hys­te­rie um den Tod der Fürs­tin von Wales als vor­bild­li­che Ver­kör­pe­rung der “stoi­schen Wer­te der Selbst­dis­zi­plin, der Pflicht und der Tra­di­ti­on” (Ein Samu­rai aus Euro­pa, S. 264–267).

Mit Eli­sa­beth ist nun aber kei­nes­wegs eine Art “letz­tes Licht” Euro­pas aus­ge­gan­gen, bevor uns allen auch noch die elek­tri­schen Lich­ter aus­ge­hen. Sie war kein Kai­ser Franz Joseph, des­sen Tod in Joseph Roths Roman Radetz­ky­marsch ein böses Mene­te­kel an die Wand malt. Sie war auch kei­ne Köni­gin Vic­to­ria (ihre Urur­groß­mutter): Als die­se starb, stand das Bri­ti­sche Impe­ri­um am Zenit sei­ner Macht. Eli­sa­beth II. hat­te jedoch die zwei­fel­haf­te Ehre der Regent­schaft einer Epo­che des rapi­den poli­ti­schen, kul­tu­rel­len und demo­gra­phi­schen Nie­der­gangs ihrer Nati­on, nicht nur des Kolo­ni­al­rei­ches, son­dern auch der bri­ti­schen Inseln selbst.

Die Köni­gin hat fast ein Drei­vier­tel­jahr­hun­dert lang nichts getan, um sich die­sem Ver­we­sungs- und Kor­rum­pie­rungs­pro­zess in irgend­ei­ner Wei­se ent­ge­gen­zu­stel­len. Beson­ders deut­lich wird der Wan­del ange­sichts des hohen Gra­des, den der Bevöl­ke­rungs­aus­tausch durch jahr­zehn­te­lan­gen Kolo­ni­al­im­port inzwi­schen erreicht hat, was sich nun auch in der Zusam­men­set­zung von Truss’ Kabi­nett macht­po­li­tisch widerspiegelt.

Die BBC, einst ein Garant für Qua­li­tät und Serio­si­tät, ist heu­te eine lin­ke Pro­pa­gan­da- und Indok­tri­na­ti­ons­an­stalt, die zusam­men mit ande­ren Sen­dern am lau­fen­den Band poli­tisch kor­rek­te Geschichts­fäl­schun­gen mit “mul­ti­kul­tu­rel­len” Beset­zun­gen pro­du­ziert. Im bri­ti­schen Main­stream­fern­se­hen ist es heu­te völ­lig nor­mal, wenn zwei brau­ne Män­ner gemüt­lich und ver­hei­ßungs­voll über das kom­men­de gene­ti­sche Aus­ster­ben der wei­ßen Män­ner (und damit wei­ßen Men­schen über­haupt) plaudern.

Noch weit­aus schlim­mer als dies ist die Tat­sa­che, daß “Rother­ham” gesche­hen konn­te – pars pro toto genannt. Man stel­le sich vor, man hät­te einem Durch­schnitts­bri­ten 1952 erzählt, daß in einem hal­ben Jahr­hun­dert in sei­nem eige­nen Land paki­sta­ni­sche Gangs tau­sen­de vor­wie­gend wei­ße, bri­ti­sche Kin­der ver­ge­wal­ti­gen und zur Pro­sti­tu­ti­on zwin­gen wür­den, jah­re­lang, ohne von der Poli­zei behel­ligt zu wer­den, weil die­se sich davor fürch­tet, des “Ras­sis­mus” bezich­tigt zu werden.

Ange­sichts der­ar­ti­ger Augi­as­stäl­le wir­ken die pom­pö­sen Zere­mo­ni­el­le der Wind­sors tat­säch­lich nur mehr die wei­ße Tün­che auf den Grä­bern, wie es im Neu­en Tes­ta­ment heißt. Mit König Charles III. wird das alles nur mehr schlim­mer wer­den, mag er so vie­le Pound­bu­rys bau­en, wie er will (wem nützt die­se “tra­di­tio­nel­le” Archi­tek­tur, wenn gleich­zei­tig das Volk abge­schafft wird, des­sen Geist sie ent­sprun­gen ist?). Wie Truss ist auch Charles ein Ten­ta­kel von Davos, und eines der ent­schlos­sens­ten und engagiertesten.

Charles redet ganz offen der Alter­na­tiv­lo­sig­keit des “Gre­at Reset” das Wort, ein Pro­jekt, das im End­ef­fekt auf eine “glo­bal gover­nan­ce” abzielt, und Natio­nen, Repu­bli­ken, Demo­kra­tien, Mon­ar­chien obso­let machen soll. Man soll­te sich aber nicht dar­über hin­weg­täu­schen, daß die bri­ti­sche Mon­ar­chie schon unter der Regent­schaft Eliza­beths ein Vehi­kel die­ser poli­ti­schen Bestre­bun­gen war. His­to­risch ist das eine fol­ge­rich­ti­ge Ent­wick­lung, denn das Bri­ti­sche Welt­reich war als See­macht einer der wich­tigs­ten Weg­be­rei­ter und Vor­an­trei­ber des west­li­chen Glo­ba­lis­mus, der im wesent­li­chen anglo-ame­ri­ka­ni­schen Ursprungs ist.

Auch mich ließ die Nach­richt vom Tod die­ser Köni­gin nicht unbe­rührt. Auch ich kann die Anzie­hungs­kraft der bri­ti­schen Mon­ar­chie wohl ver­ste­hen, obgleich ihr Per­so­nal schon lan­ge nur mehr dem Cele­bri­ty-Enter­tain­ment Fut­ter lie­fert, und dabei jede belie­bi­ge ange­sag­te Agen­da unter­stützt: Mas­sen­ein­wan­de­rung, “Diver­si­ty”, Anti­rass­sis­mus, Covid­po­li­tik, Kli­ma­wan­del usw. Objek­tiv gese­hen war Eliza­beth nur das Aus­hän­ge­schild einer glit­zern­den Fas­sa­de, die vie­len patrio­ti­schen Bri­ten eine Tra­di­ti­on und Kon­ti­nui­tät vor­täusch­te, mit der schon längst gebro­chen wur­de. Eine Fas­sa­den­mon­ar­chie, um eine Fas­sa­den­de­mo­kra­tie zu verdecken. 

Sieht man durch den Glit­ter hin­durch, muß man John­ny Rot­ten recht­ge­ben, als er 1977 sang:

Cau­se tou­rists are money
And our figurehead
Is not what she seems

In die­sem Sin­ne sei hier ein alter Text von mir  (6. Juni 2012) wie­der vor­ge­legt, aus dem Jahr des dia­man­te­nen Thron­ju­bi­lä­ums der Queen.

– – –

No Future?

1977 fei­er­te Groß­bri­tan­ni­en das 25. Thron­ju­bi­lä­um von Queen Eliza­beth II. Es war auch das gro­ße Blü­te­jahr der Punk­rock­be­we­gung. Die zu die­sem Zeit­punkt ton­an­ge­ben­den Sex Pis­tols brach­ten als kal­ku­lier­te Pro­vo­ka­ti­on die Sin­gle “God Save The Queen” her­aus, die trotz Boy­kott der BBC rasch die Hit­lis­ten anführ­te: “Gott schüt­ze die Köni­gin und das Faschis­ten­re­gime, das dich zum Voll­trot­tel gemacht hat…”

Der Song wur­de zur Hym­ne einer gan­zen Genera­ti­on, beson­ders wegen des berühm­ten pes­si­mis­ti­schen Slo­gans, der ihn beschloß:

The­re is no future
In England’s dreaming -

No future, no future,
No future for you!

No future, no future,
No future for me!

Zumin­dest was die Queen und das bri­ti­sche Königs­haus betrifft, die in ers­ter Linie mit dem “You” gemeint waren, haben sich die Sex Pis­tols offen­sicht­lich geirrt. Eliza­beth, die die Lang­le­big­keit der legen­dä­ren Queen Mum geerbt hat, geht inzwi­schen auf die Neun­zig zu und fei­er­te kürz­lich ihr dia­man­te­nes Thron­ju­bi­lä­um. Dies­mal rotz­ten kei­ne Punk­ro­cker und Avant­gar­de­fil­mer in die Sup­pe, statt­des­sen fand sich der Rock- und Popa­del Groß­bri­tan­ni­ens bei­nah geschlos­sen zur unkon­tro­ver­sen Hul­di­gung ein, vor­zugs­wei­se frei­lich die “Oldies”, von Paul McCart­ney bis zum unver­meid­li­chen Elton John. Ohne Zwei­fel: die Bri­ten lie­ben mehr­heit­lich ihre Mon­ar­chie, wie auch die rege Anteil­nah­me an Prinz Wil­liams Hoch­zeit im letz­ten Jahr zeigte.

Die Bedürf­nis­se, die die mon­ar­chi­schen Fei­er­lich­kei­ten befrie­di­gen, haben aller­dings wohl eher mit Nost­al­gie und Rea­li­täts­flucht als mit Zukunfts­zu­ge­wandt­heit zu tun. Denn letz­te­re sieht für die Bri­ten momen­tan eben­so­we­nig rosig aus wie die Gegen­wart. Die Sex Pis­tols ver­höhn­ten das Königs­haus zwar schon 1977 tref­fend als Tou­ris­ten­at­trak­ti­on, den­noch erfüllt es wei­ter­hin eine gewis­se Rol­le als Reprä­sen­tant für die über­zeit­li­che Kon­ti­nui­tät und die über­ge­ord­ne­te Idee der Nati­on. Die meis­ten Bri­ten wür­den die­se Din­ge frei­lich nicht so abs­trakt for­mu­lie­ren. Sie sehen wohl in ers­ter Linie den blen­den­den Gla­mour und das Spek­ta­kel der Par­al­lel- und Gegen­welt der Rei­chen und Schö­nen, die zugleich auch für Tugend­haf­tig­keit, Vor­bild­wir­kung, Sicher­heit und Dau­er ein­ste­hen sol­len. Umso gie­ri­ger und scha­den­fro­her lau­ert man aller­dings auf ihre Las­ter, Fehl­trit­te und Allzumenschlichkeiten.

Indes­sen dient die bri­ti­sche Mon­ar­chie heu­te über wei­te Stre­cken als blo­ßes Opi­um fürs Volk, und das nicht nur auf dem Unter­hal­tungs­sek­tor der Klatsch­pres­se. Auch die natio­na­le Kon­ti­nui­tät, die sie sug­ge­riert, ist nicht viel mehr als eine opti­sche Täu­schung und Beru­hi­gungs­pil­le für die Mas­sen. Denn seit Eliza­beths Krö­nung hat sich das Land auf eine radi­ka­le Wei­se geän­dert, wie es sich in den Fünf­zi­ger Jah­ren kaum jemand vor­stel­len konn­te. Kann man ernst­haft sagen, daß dies über­wie­gend zu sei­nem Guten gesche­hen sei? Es scheint zum Bei­spiel, daß gera­de das, was die “Bri­tish­ness” des Lan­des aus­ge­macht hat, heu­te immer mehr zum fer­nen Traum von Vor­ges­tern wird.

Vie­le Eng­län­der, die unter dem Cha­os, der Unsi­cher­heit und der Zer­split­te­rung der gegen­wär­ti­gen Gesell­schaft lei­den, den­ken an die Ver­gan­gen­heit mit einem zuneh­men­den Gefühl weh­mü­ti­ger Ver­klä­rung zurück. Der ehe­ma­li­ge Smit­hs-Sän­ger Mor­ris­sey, selbst ein Kind der Punk­rock­ge­nera­ti­on, hat die­sen Ver­lust des Bri­tisch-Eige­nen des öfte­ren öffent­lich beklagt. In sei­nem Hit “Irish Blood, Eng­lish Heart” (2004) plä­dier­te er gar dafür, nicht nur die Tory- und Labour-Par­tei, son­dern gleich die gan­ze kor­rup­te “Roy­al Line” abzu­set­zen, und zwar gera­de aus Lie­be zu Eng­land. Sogar Sex Pis­tols-Kopf John­ny Rot­ten (ali­as Lydon) gab sei­ner “No Future”-Hymne spä­ter eine durch­aus patrio­ti­sche Deutung:

 Man schreibt einen Song wie ‚God Save the Queen‘ nicht, weil man die eng­li­sche Ras­se (sic!) haßt, son­dern weil man sie liebt. Und weil man die Nase voll davon hat, wie sie miß­han­delt wird…

Über den Wan­del der “Bri­tish­ness” seit Eli­sa­beths Thron­be­stei­gung schrieb FAZ-Kor­re­spon­den­tin Gina Thomas:

Eng­land sei ein Land, das sich mit wenig zufrie­den gebe, berich­te­te der 1933 aus Göt­tin­gen geflo­he­ne Kunst­his­to­ri­ker Niko­laus Pevs­ner sei­ner Frau und fluch­te über die unge­heiz­ten Häu­ser. Aus­län­der besä­ßen eine See­le, die Eng­län­der statt­des­sen Under­state­ment, wit­zel­te der unga­ri­sche Humo­rist Geor­ge Mikes. Der deutsch-jüdi­sche Bei­rat riet Emi­gran­ten aus Hit­ler-Deutsch­land zur Dis­kre­ti­on: „Der Eng­län­der legt sehr viel Wert auf Beschei­den­heit, Under­state­ment und Unauf­fäl­lig­keit in Klei­dung und Beneh­men. Er schätzt gute Manie­ren weit mehr als sicht­ba­re Bewei­se des Wohlstandes.“

Ein klas­si­sches Bei­spiel dafür lie­fert das Jah­res­heft eines der füh­ren­den Jun­gen­in­ter­na­te, das Anfang der vier­zi­ger Jah­re in der Rubrik über ehe­ma­li­ge Schü­ler zu Archi­bald Wavell, damals Ober­be­fehls­ha­ber der bri­ti­schen Armee im Nahen Osten, schrieb, er habe „sei­ne Sache in Nord­afri­ka gut gemacht“. An die­ser Grund­hal­tung hat­te sich im Krö­nungs­jahr nichts geän­dert. Sie ging mit einer heu­te kaum vor­stell­ba­ren mate­ri­el­len Beschei­den­heit ein­her: Bis 1961 lag der Höchst­lohn für Fuß­ball­spie­ler bei zwan­zig Pfund in der Woche; Geor­ge Cohen, der rech­te Außen­ver­tei­di­ger der sieg­rei­chen Natio­nal­mann­schaft bei der Welt­meis­ter­schaft von 1966, erin­ner­te sich spä­ter, wie pein­lich es ihm mit sieb­zehn gewe­sen sei, fünf­zig Pfund net­to im Monat nach Hau­se gebracht zu haben, wo der Vater für eine Vier­zig­stun­den­wo­che bloß zehn bis zwölf Pfund brut­to verdiente.

Der durch­schnitt­li­che Haus­preis betrug im Krö­nungs­jahr 2000 Pfund. Inzwi­schen ist er lan­des­weit auf mehr als 160 000 Pfund eska­liert und liegt in Lon­don mit 360 721 Pfund außer­halb aller Mög­lich­kei­ten nor­mal ver­die­nen­der Erstkäufer.

(…)

Als Eli­sa­beth II. den Thron bestieg, gab es noch die Todes­stra­fe, Homo­se­xua­li­tät war ver­bo­ten, Thea­ter wur­de zen­siert, und die Luft war der­art ver­pes­tet, dass die Smog­ka­ta­stro­phe vom Dezem­ber 1952 12 000 Lon­do­ner das Leben kos­te­te. Damals kamen 4,8 Pro­zent der Kin­der unehe­lich auf die Welt, heu­te beträgt die Zahl 46,8 Pro­zent. 1952 wur­den 33 922 Ehen geschie­den, 2010 hat­te sich die­se Zahl mehr als ver­drei­facht. Frau­en­tail­len waren damals wegen der anstren­gen­de­ren Haus­ar­beit fünf­zehn Zen­ti­me­ter schma­ler, und das Pfund von 1952 wäre jetzt 24,34 Pfund wert.

Über die Todes­stra­fe läßt sich strei­ten, der Zen­sur, dem sinn­lo­sen Ver­bot der Homo­se­xua­li­tät, und der Umwelt­ver­pes­tung muß man nicht nach­trau­ern – der erschre­cken­de Zer­fall der Fami­lie und der wirt­schaft­li­chen Kauf­kraft läßt aller­dings auch für die Zukunft nichts Gutes erwarten.
Test

Beson­ders auf­hor­chen läßt aber dies:

Mit der immer grö­ßer wer­den­den Kluft zwi­schen Arm und Reich, mit Macht und Ungleich­heit im heu­ti­gen Bri­tan­ni­en befasst sich auch Fer­di­nand Mounts Betrach­tung „The New Few or A Very Bri­tish Olig­ar­chy“, die umso mehr auf­fällt, als der Autor ein ehe­ma­li­ger Mit­ar­bei­ter Mar­ga­ret That­chers und Kon­ser­va­ti­ver ist. Er bezeich­net Bri­tan­ni­en am Anfang des ein­und­zwan­zigs­ten Jahr­hun­derts als „eine schwab­be­li­ge, kor­ro­dier­te Art von libe­ra­ler Demo­kra­tie, in der die Olig­ar­chen frei­en Lauf genießen“.

Er führt die unse­li­ge Kon­zen­trie­rung von Macht und Reich­tum in den Hän­den einer klei­nen Eli­te auf die Ent­männ­li­chung von Wäh­lern und Aktio­nä­ren zurück, auf die schwin­den­de Bedeu­tung des Par­la­ments und die Degra­die­rung der kom­mu­na­len Poli­tik, mit der Fol­ge, dass Regie­rung und Vor­stands­eta­gen in eine Art par­al­le­le Welt abge­drif­tet sei­en, wo finan­zi­el­le und poli­ti­sche Macht eins wer­den und Fir­men­chefs sich das Viel­hun­dert­fa­che des Durch­schnitts­ge­halts ihrer Ange­stell­ten gön­nen, selbst dann, wenn die Unter­neh­mens­leis­tung es nicht recht­fer­tigt. Mount zählt zwei von der All­ge­mein­heit los­ge­lös­te Grup­pen – oben die Olig­ar­chen, unten die macht­lo­se Unter­klas­se -, wodurch die Gesell­schaft gebro­chen sei wie nie zuvor.

Die­se Macht­kon­zen­trie­run­gen sind ein euro­pa­wei­ter Trend: die Par­la­men­te und demo­kra­ti­schen Kon­troll­in­stan­zen wer­den zuneh­mend ent­mach­tet, zuguns­ten olig­ar­chi­scher Eli­ten, die nur mehr sich selbst ver­pflich­tet sind. Das bri­ti­sche Königs­haus lie­fert dazu nicht mehr als eine hüb­sche, trü­ge­ri­sche Fas­sa­de. Was Tho­mas nicht erwähnt, ist der Zusam­men­hang die­ser Ent­wick­lun­gen mit der zum Teil erheb­lich fort­ge­schrit­te­nen Mul­ti­kul­tu­ra­li­sie­rung und demo­gra­phi­schen Umwand­lung des Lan­des, die unter ande­rem schwe­re Kri­mi­na­li­tät, pro­gres­si­ve Isla­mi­sie­rung und bür­ger­kriegs­schwan­ge­re Brand­her­de mit sich gebracht haben.

Die Labour­par­tei hat sich in die­sem Spiel zu einem der ärgs­ten Fein­de ihrer tra­di­tio­nel­len Wäh­ler­schicht gewan­delt, der wei­ßen eng­li­schen Arbei­ter­klas­se, deren Miß­hand­lung einst John­ny Rot­ten so empör­te und in deren Namen er gegen das Sys­tem pro­tes­tier­te. So wur­de etwa 2009 bekannt, daß Labour unter Tony Blair absicht­lich die Ein­wan­de­rung nach Eng­land for­cier­te, um den geg­ne­ri­schen Par­tei­en das Was­ser abzugraben.

Im Dezem­ber letz­ten Jah­res habe ich über den Fall einer offen­bar men­tal nicht ganz sta­bi­len Frau aus der Unter­schicht berich­tet, die auf­grund mit­ge­film­ter “ras­sis­ti­scher” Aus­fäl­le zunächst per Twit­ter öffent­lich gemobbt (unter akti­ver Betei­li­gung von Labour-Chef Mili­band) und schließ­lich ver­haf­tet und vor Gericht gestellt wur­de. Dabei hat­te auch sie nur in Punk­rock­ma­nier ihren per­sön­li­chen “No Future”-Frust arti­ku­liert:  “My Bri­tain is fuck-all now.”

Inzwi­schen wur­de eine wei­te­re Frau wegen eines ähn­li­chen Vor­falls zu 21 Wochen (!) Haft ver­ur­teilt. Schon klei­ne Kin­der wer­den auf der Insel von oben her unter Druck gesetzt und ein­ge­schüch­tert, wenn sie Ras­sen­un­ter­schie­de auch nur bemer­ken. Die Lis­te die­ser orwel­lia­ni­schen Maß­nah­men ist lang. Je “diver­ser” Groß­bri­tan­ni­en wird, umso mas­si­ver wer­den sie ein­ge­setzt, und umso mehr beherrscht das Phan­tom des “Ras­sis­mus” den öffent­li­chen Dis­kurs (ähn­lich wie in Oba­mas Ver­ei­nig­ten Staa­ten, die sich eher “hyper­ra­cial” als “post­ra­cial” entwickeln.)

Es gilt hier zu erken­nen, daß die “poli­ti­cal cor­rect­ness” genau dort gedeiht, wo nach Fer­di­nand Mount eine „schwab­be­li­ge, kor­ro­dier­te Art von libe­ra­ler Demo­kra­tie” herrscht, “in der die Olig­ar­chen frei­en Lauf genie­ßen“, und daß sie eben die­sem Sys­tem zum Macht­er­halt dient und dar­um von ihm geför­dert wird.

Letz­ten August schrieb Karl­heinz Weiß­mann auf die­sem Blog über die Dis­kus­sio­nen, die den Kra­wal­len in Lon­don-Tot­ten­ham und ande­ren Städ­ten folgten:

… über­ra­schen­der­wei­se geht es end­lich ein­mal nicht um Dis­kri­mi­nie­rung und Ungleich­heit, um die armen Opfer ohne Schul­ab­schluß und Plas­ma­bild­schirm, um die Not­wen­dig­keit, noch mehr Ver­ständ­nis zu haben, mehr Päd­ago­gen zu schi­cken und mehr Geld in Stadt­vier­tel zu pum­pen, die längst zu no go are­as gewor­den sind, son­dern um den Skan­dal jenes unge­heu­ren Zer­stö­rungs­pro­zes­ses, den das Estab­lish­ment zu ver­ant­wor­ten hat, das sich auf sei­ne poli­ti­sche Kor­rekt­heit so viel zu gute hält, wo letzt­lich kein Unter­schied mehr ist zwi­schen Labour und Libe­ral und Tory, und das es fer­tig gebracht hat – ganz ohne Krieg und Pesti­lenz – eine Gesell­schafts­ord­nung an den Rand der Kata­stro­phe zu führen.

Herr Dr. Weiß­mann, der im Gegen­satz zu mir ver­mut­lich kein Sex Pis­tols-Fan ist, wird mir hof­fent­lich ver­zei­hen, wenn ich ihn zum Abschluß mit John­ny Rotten/Lydon kurzschließe:

Die­se Text­zei­le ‚no future‘ ist pro­phe­tisch gemeint: Wenn du dei­ne Zukunft nicht selbst in die Hand nimmst, dann wirst du auch kei­ne haben – so ein­fach ist das.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (93)

Maiordomus

9. September 2022 18:18

Der letzte Satz des älteren Aufsatzes, der sonst nicht sehr interessiert, scheint zutiefst treffend; der Hauptbeitrag oben  gibt zu denken. Die Königin war aber längst keine Macht mehr, die sich einem konkreten Trend politisch hätte entgegensetzen können, ausser vielleicht mit ihrem blossen Dasein, das sogar für einige Familienmitglieder, auch zugeheiratete, eine Provokation darstellte.. Zu den von ihr verlesenen Botschaften im Parlament konnte sich bestenfalls  auf sanfte Art räuspern, sicher nicht für 24 Stunden zurücktreten, wie es Belgiens Baudouin beim Abtreibungsgesetz machte.n. Sie war nun mal eine Art Element, in der sich Versatzstücke einer tausendjährigen Zivilisation dann und wann und nicht unästhetisch zu spiegeln vermochten; noch spannend, und doch zu denken gebend, mit welchem höchst primitivem Hass sich eine dem Antirassismus verpflichtete amerikanische Professorin, die im Gegensatz zur Königin die Macht des ganz grossen Trends verkörpert, über die Tote äussern konnte; im Gegensatz zu Denkern an den Hochschulen, die es nur andeutungsweise riskieren, sich diesem brutalen Trend des westlichen Selbstmordes, von James Burnham vor bald 60 Jahren vorausgesagt, entgegenzusetzen.

RMH

9. September 2022 18:20

"Die Königin hat fast ein Dreivierteljahrhundert lang nichts getan, um sich diesem Verwesungs- und Korrumpierungsprozess in irgendeiner Weise entgegenzustellen."

Ihr Vater, King George VI, soll gesagt haben: "British royals are 'not a family, we're a firm."

"The Firm" war auch die Bezeichnung für die Royals, die Meghan Markle in dem mittlerweile berühmten Interview verwendet hat und damit ein Schlaglicht auf  diesen intern verwendeten Begriff warf. Gut, die Royals sind also eine Firma, aber die Gesellschafter oder zumindest die Auftraggeber sind dann wohl andere. Auch wenn es für uns unwahrscheinlich erscheint: Sobald ein "Royal" in UK meint, ernsthaft politisch mitmischen zu wollen, wäre es bald kein Kingdom mehr, sondern eine Republik.

Im Übrigen haben Adelige noch nie ein Problem damit gehabt, wenn sie über ihnen eigentlich fremde Völker herrschten und damit ist es ihnen auch egal, ob das jetzt ein diverses Substrat ist, dem sie vorstehen oder nicht. Das diverse Kabinett von Truss - die man meiner Meinung nach nicht unterschätzen darf und die wohl auch deutsch versteht - wird vermutlich für den "eisernen Besen" auch gegen Britten mit Empire- Herkunft gebraucht, so wie man die Pazifisten von den Grünen braucht, wenn man in Deutschland Krieg führen will.

Rheinlaender

9. September 2022 18:40

Dass sie nichts getan hätte, um dem Niedergang zu begegnen, ist zu hart geurteilt. In den von ihr selbst verfassten jährlichen Ansprachen hat sie den Niedergang durchaus angesprochen und jene "unreflektierten Menschen" dafür verantwortlich gemacht, "die althergebrachte Ideale achtlos wegwerfen". Sie wünschte sich die "abenteuerlustigen Helden",  "Pioniere" und ritterlichen Männer zurück, die das Empire einst groß gemacht hatten, und träumte von dessen Erneuerung. Als den besten Weg dazu betrachtete sie selbstlosen Dienst zunächst des Adels und, diesem nachfolgend, der ganzen Nation. und des Reiches Als ihre Aufgabe betrachtete sie es offenbar, dieses Dienstideal vorzuleben. Das stieß zwar nur auf wenig Resonanz, aber man kann nicht behaupten, dass sie es nicht versucht hätte.

Mitleser2

9. September 2022 20:21

Maiordomus: "und doch zu denken gebend, mit welchem höchst primitivem Hass sich eine dem Antirassismus verpflichtete amerikanische Professorin, ... über die Tote äussern konnte;"

Es muss zu denken geben, dass diese Person nicht sofort von ihrer Universität entfernt wurde. Es gibt hier viele, die auf die amerikanische "Reconquista" hoffen. Das scheint mir fraglich. Ihre Aussage in Gänze ist absolut extrem.

„Ich habe gehört, dass die oberste Monarchin eines diebischen, vergewaltigenden Völkermordimperiums endlich stirbt. Möge ihr Schmerz entsetzlich sein. Diese elende Frau und ihr blutrünstiger Thron haben Generationen meiner Vorfahren auf beiden Seiten der Familie gefickt, und sie hat eine Regierung beaufsichtigt, die den Völkermord unterstützt hat, den meine Eltern und Geschwister überlebt haben. Möge sie qualvoll sterben.“

Laurenz

9. September 2022 20:32

@ML (1)

Natürlich kann jeder, der die Nachricht liest, die Traurigkeit mitempfinden, die jeder mit einem normalen Schicksal empfindet, wenn er Vater oder Mutter, Großmutter oder Großvater verliert. Aber das geht wohl Milliarden so. 

Ansonsten bin ich Ihnen zutiefst dankbar. Ihr Artikel ist der erste, den ich erblicken durfte, der nicht diesem infantilen Gehabe & Geldverprassen eines deutschen Adelsgeschlechts auf dem britischen Thron huldigt.

Auf Tichys bekam ich 11 Dislikes für das Äußern dieser Meinung. Die Zeit dieses Pomps war im Grunde 1918 viel zu spät vorbei. Wie blöd die Briten erst sind, zeigt sich daran, daß Lisbet II erst ab 1992 Steuern zahlen mußte.

Laurenz

9. September 2022 20:47

@ML (2)

Sonst muß man einerseits sicher RMH zustimmen, bei Widerstand des Königshauses, wäre wohl zwischenzeitlich wieder ein Lord Protector installiert worden. Andererseits ist es wohl bei diesen Anywheres der Sachsen-Coburg & Gotha-Familie völlig egal, über wen sie in welchem Erdteil formal herrschen. Diese ganze Mischpoke besteht mehrheitlich aus PR-Profis, die alles für ein positives Bild bei den Massen tun. Käuflicher kann man nicht sein. Allerdings hatte die Wokeness bei der verstorbenen Prinzessin von Wales ihre Grenzen. Niemand wollte wohl, daß sie mit einem aus Ägypten stammenden Araber oder Kopten ein Kind zeugt. Wenn man Tony Robinson (Blackadder) & seiner Historien-Doku glauben mag, sind bezüglich der Erbfolge die falschen Royalen auf dem Thron. Der rechtmäßige Thronfolger auf den britischen Thron scheint heute in Australien zu leben. https://youtu.be/DsVzDf-KhXU

Gotlandfahrer

9. September 2022 20:49

@ Rheinlaender:

Vom Ergebnis erscheint ihre Entlastung ungerechtfertigt. Ich selbst muss mir stets meine wissenschaftliche Grundausbildung in Erinnerung rufen, um mich nicht in meiner tiefen Verachtung für ein Regime, dass auf perversteste Art  die Grundlagen des Menschseins verkehrt, den abstrusesten kursierenden  Phantasien  hinzugeben, die weitaus mehr als schwächliche Passivität diesem... Menschen unterstellten. So, es lebe der Beweis, aber auch der gesunde Instinkt. In der Erde liegt sie richtig.

Laurenz

9. September 2022 21:32

@Mitleser2

Ich habe vollstes Verständnis für Ihre amerikanische Professorin. Besser hätte es auch ich nicht formulieren können.

nom de guerre

9. September 2022 21:47

„Charles redet ganz offen der Alternativlosigkeit des “Great Reset” das Wort, ein Projekt, das im Endeffekt auf eine “global governance” abzielt, und Nationen, Republiken, Demokratien, Monarchien obsolet machen soll.“

Andererseits hält er aber Vorträge wie diesen ("Charles on modernism and traditionalism" https://www.youtube.com/watch?v=hnnXKmGQ4nI), in dem er René Guénon zitiert und in dem von Spiritualität und metaphysischer Realität die Rede ist. Eine größere inhaltliche Entfernung von der Great-Reset-Agenda, die auf immer noch mehr Technisierung (freilich ohne das bisherige Versprechen des „Wohlstands für alle“) und, bezieht man die Idee des Transhumanismus ein, auf das Kappen der spirituellen Wurzeln hinausläuft, scheint doch kaum denkbar zu sein. Beides zusammen finde ich jedenfalls um zu viele Ecken gedacht. Andererseits kenne ich die sonstigen Publikationen, die er in dem Vortrag nennt, nicht, vielleicht würde dann klarer, was er tatsächlich meint.

Kositza: Ich wundere mich auch. Seine Äußerungen (über die Jahre) zu Architektur und Landwirtschaft gefielen mir immer gut.

Nordlicht

9. September 2022 22:16

Tausendmal lieber diese Königin als die deutschen Bundespräsidenten, zumindest als die letzten fünf.

Zu erwägen wäre, den deutschen Bundespräisdenten weitestgehend den Mund zu verbieten. 

Ordoliberal

9. September 2022 23:28

Ich muss mich über die kalt-analytischen Kommentare zum Tod der englischen Königin hier schon wundern. Es spielt doch gar keine Rolle, was für Charaktereigenschaften die royal family hat oder ob sie sich "the firm" nennt. Mich interessieren ja auch nicht die Charaktereigenschaften eines Schauspielers, wenn ich die Rolle, die er spielt wie kein Zweiter, liebe.

Die Queen hat die Rolle der Hüterin des alten England perfekt gespielt. Wenn "rechts" überhaupt irgendetwas anderes bedeuten soll als "links, aber national" oder "liberal, aber national", dann muss es doch die Einstellung zur Vergangenheit sein! Monarchien haben den Vorteil, dass die königliche Familie wie in einer Daily Soap (aber mit weit größerer Autorität und Reichweite) die Tradition, die Konflikte und die Wunschvorstellungen eines Volkes vorleben, spiegeln und verstärken können. (s. Thomas Manns "Königliche Hoheit") Dazu müssen Monarchen in erster Linie Schauspieler sein. Sie müssen die "richtigen", weil traditionellen Werte des Volkes in der Öffentlichkeit vorleben. Wie sie privat sind, ist völlig egal, solange es nicht ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt wird. Die Queen hat ihre Pflicht auf beeindruckende Weise getan. Ich verneige mich respektvoll vor ihrem altenglischen Stoizismus und trauere.

FraAimerich

9. September 2022 23:30

@nom de guerre

Das von His Royal Highness erwähnte Journal of Tradition and Modernity "Sacred Web" findet man hier, mit teils sehr beachtlichen Leseproben:

http://www.sacredweb.com/online_articles/

Ordoliberal

10. September 2022 00:29

Ich könnte es als deutscher Nationalliberaler auch nicht besser ausdrücken:

https://spectatorworld.com/topic/republican-tribute-queen-elizabeth-ii/

Ausguck

10. September 2022 03:39

@ Laurenz, 9. September 2022 21:32

"Si tacuisses!" (Auch ohne daß Sie die Hoffnung hätten, jemals als Philosoph zu gelten).

Wie kann man nur derart haßerfüllte Worte mit: "Ich habe vollstes Verständnis für Ihre amerikanische Professorin. Besser hätte es auch ich nicht formulieren können," unterstützen?

Ja, der Tod Elizabeth' II kann durchaus verschieden beurteilt werden. Ja, sie war keine Königin Luise und auch keine Maria Theresia, aber sie half wenigstens, den allgemeinen Niedergang unserer abendländischen Werte in einem offenbar unaufhaltbaren Streben nach Dekadenz zu verschleiern, in etwa so, wie ein dezentes Make Up den Alterungsprozess kaschiert.

Mehr war ihr nicht vergönnt, aber sie hat diese Aufgabe durchaus erfüllt. Merke: Manchmal ist "wenig mehr".

Und "de mortuis nihil nisi bene." Es gibt einen Punkt, ab dem Abneigung, Gehässigkeit, und Mißgunst  deplaziert sind. Wenn auch Leute wie Sie einfach mal die Luft anhalten sollten.

Asenpriester

10. September 2022 05:29

Bemerkenswert sei hierzu vielleicht, daß alle männlichen Nachkommen der Winsors beschnitten werden. Dazu wird eigens ein Mohel aus Israel eingereist.

Bei den britischen Royals Tradition seit dem 17. Jahrhundert

Waldgaenger aus Schwaben

10. September 2022 08:29

Hat die Queen sich jemals für Kolonialismus und Rassismus entschuldigt? Ist sie gar niedergekniet. um sich zu entschuldigen? Ich denke nicht. Allein die Aufforderung an sie erschien undenkbar, jedenfalls solchen, die noch ein Restgefühl von Würde und Tradition  bewahrt haben. Wozu der Spiegel nicht gehört und woke Fanatiker sowieso nicht: Mögen ihre Schmerzen unerträglich sein

Ihren Nachfolger wird man wahrscheinlich auch nie auf Knien sehen – aber nur altersbedingt.

Gustav Grambauer

10. September 2022 08:33

nom de guerre, 9. September 2022 21:47

"'Charles redet ganz offen der Alternativlosigkeit des 'Great Reset' das Wort ...' - Andererseits hält er aber Vorträge wie diesen ('Charles on modernism and traditionalism' ...), in dem er René Guénon zitiert und in dem von Spiritualität und metaphysischer Realität die Rede ist. Eine größere inhaltliche Entfernung von der Great-Reset-Agenda, die auf immer noch mehr Technisierung (freilich ohne das bisherige Versprechen des 'Wohlstands für alle') und, bezieht man die Idee des Transhumanismus ein, auf das Kappen der spirituellen Wurzeln hinausläuft, scheint doch kaum denkbar zu sein. ..."

Kositza: "Wundere mich auch ..."

Was gibt es da zu wundern. Spiritualität und metaphysische Realität für die Oligarchie (300), Transhumanismus für das projektierte digitale Proletatriat ("restliche" 6.000.000.000.700 minus Eugeniktote). Denken Sie etwa, Sie würden in den Augen von Charles nicht zum projektierten digitalen Proletariat bzw. zu den geplanten Eugeniktoten gehören, nur weil Sie auch mal Guénon gelesen haben?

- G. G.

Nemo Obligatur

10. September 2022 08:45

Nordlicht

Tausendmal lieber diese Königin als die deutschen Bundespräsidenten,...

Das ist zwar richtig. Aber jetzt stellen Sie sich bitte einmal vor, dass FWS 70 Jahre auf dem Thron sitzen würde. Das Gute auch an schlechten BPs ist, dass man sie spätestens nach 10 Jahren wieder los ist.

Zu erwägen wäre, den deutschen Bundespräsidenten weitestgehend den Mund zu verbieten.

Es wurde ja schon mehrmals öffentlich ventiliert, ob man das Amt nicht ganz abschaffen sollte. Ich fürchte, irgendwen braucht man aber, um ausländische Staatsoberhäupter am Flughafen abzuholen. Der wird dann auch eine Rede halten wollen. Und wenn es nur der Präsident des Bundesrates wäre. In dem Fall dürften Sie sich auf staatstragende Reden von Leuten wie Bodo Ramelow, Malu Dreyer oder bald vielleicht Nancy Faeser freuen.

Arrow

10. September 2022 09:13

Ein Monarch ist ein Mittel für ein Ziel. Er ist an der Zielerreichung zu messen. Das Ziel lautet Eindämmung des demokratischen Furors bzw. Darstellen einer kontrollierenden Gegenmacht gegen die übermächtige Legitimitätsverschaffungsmaschine Demokratie. Ob die Queen hierin gut abschnitt, lässt sich nicht allein anhand der schwachen Ergebnisse beurteilen. Es kommt auch auf ihre Ausstattung mit Kompetenz an. Diese war allerdings nicht so gering, wie es der Ausdruck konstitutionelle Monarchie vermuten lässt. Je mehr ein Volk seinen Monarchen liebt, umso mehr Macht gibt es ihm. Und beliebt soll die Queen ja gewesen sein. Also hat sie schwach performt. Merry old England ist weiter weg denn je.

Laurenz

10. September 2022 09:30

@Ordoliberal, FraAimerich & Nordlicht

Warum lesen Sie, statt der SiN, nicht Gala oder Bild der Frau? Natürlich sind Buntepräsidenten anrüchig, weil sie nicht direkt vom Volk gewählt werden, ihnen damit Legitimation fehlt. Aber ein Staatsoberhaupt per Erbfolge zu bestimmen.... wie dämlich ist das denn? Dann passiert nämlich folgendes, wie jetzt mit Karl III, einem Hanswurst als König. Es ist ja nicht so, daß ihm das Pflichtbewußtsein seiner Mutter fehlen würde, aber im Grunde ist jetzt ein Karl Dall König, also quasi ein Anti-König König.

Ich habe daher mal 

@EK & Nom de Guerre 

einen Artikel über Karl aus dem Jahre 2017 herausgesucht.

https://www.newyorker.com/magazine/2017/04/10/where-prince-charles-went-wrong

AndreasausE

10. September 2022 10:09

Die Sex Pistols fand und finde ich auch klasse, an die mußte ich auch zuerst denken, als ich vom erwartetem Tod der Queen vernahm. Wobei ich da eher an Malcolm McLaren als an Jonny Rotten dachte, und an Sid Vicious sowieso (das Hakenkreuztshirt in Brasilien war ziemlich geil, wenngleich total bescheuert).

Aber einerlei, der alten Dame gebührt ganz sicher Respekt, aber übertreiben sollte man es außerhalb des Commonwealth damit nicht, nun haben die eben Kalle den Dritten und gut.

Daß ich gern einen Willy den Dritten hätte, das steht auf anderem Blatte.

 

Valjean72

10. September 2022 10:23

Ich finde es richtig und wichtig, dass Lichtmesz thematisiert, dass die 4 wichtigsten Ministerien nicht mit weißen Männern besetzt wurden.

Die JF veröffentlichte gestern einen Artikel mit dem Titel "Der Alptraum des woken Großbritanniens" und dies machte der Autor der JF daran fest, dass die neue Innenministerien Suella Braverman für einen restriktiven Migrationskurs stünde. Als ich das laß, sah ich mir noch einmal den Namen der Ministerin an und sogleich das beigefügte Bild: eine woman of color also.

ML: Cuckservative Idiotie vom Feinsten. Wie kann man das ernsthaft glauben?

Und dies wird nun von vielen liberal-konservativen hierzulande offenbar als positiv aufgefasst, dass die neue britische Innenministerin den Worten nach für eine restriktivere Migrationspolitik steht.

Tja, wenn der Austausch schon so weit fortgeschritten ist wie in UK, da kann man sich auch mal generös geben ...

Was wohl John Cleese davon hält? Er äußerte bereits 2011: "London is no longer an English city!"

 

 

AndreasausE

10. September 2022 10:31

@nom de guerre 9. September 2022 21:47

Charles mag ja gern als Befürworter des "Great Reset" vereinnahmt werden, aber das ist der nicht. Der ist eher so stockkonservativer Baumumarmer und Blumenbesprecher ohne "grüne" Hassdoktrin, der pflegt hingebungsvoll seinen Ökogarten, in welchen er im teuren Luxuswagen anzureisen pflegt, um dort mit handgeschmiedetem Gerät Rosen zu schnibbeln und mit dem Dung der Regenwürmer, deren Namen er kennt, Saft und Kraft zu geben. Finde ich gut, sei ihm gegönnt. So jedenfalls meine Einschätzung.

Laurenz

10. September 2022 10:34

@Ausguck @L.

"Si tacuisses!" (Auch ohne daß Sie die Hoffnung hätten, jemals als Philosoph zu gelten).

Die Philosophie kann zwar in manchen Augenblicken des Lebens trösten, aber Philosophen sind ausnahmslos Schwätzer. Macher sind mir daher lieber. Von daher schießen Sie vorbei.

Wie kann man nur derart haßerfüllte Worte mit: "Ich habe vollstes Verständnis für Ihre amerikanische Professorin. Besser hätte es auch ich nicht formulieren können," unterstützen?

Ist Ihnen das nicht klar, ob der Einfachheit des Gesagten?

Ich habe gehört, dass die oberste Monarchin eines diebischen, vergewaltigenden Völkermordimperiums endlich stirbt. Möge ihr Schmerz entsetzlich sein. Diese elende Frau und ihr blutrünstiger Thron haben Generationen meiner Vorfahren auf beiden Seiten der Familie gefickt, und sie hat eine Regierung beaufsichtigt, die den Völkermord unterstützt hat, den meine Eltern und Geschwister überlebt haben. Möge sie qualvoll sterben.“

Was ist an der Erbsünde des britischen Königshauses & seiner Stiefellecker nicht zu verstehen? Wenn die Professorin klüger gewesen wäre, hätte sie auf beiden Seiten der Familie mit auf allen Seiten der Ozeane ersetzt. Immerhin haben die Briten 80 Mio. Holodomor-Opfer in 300 Jahren zu verantworten. Wenn ein Denkender den Faschismus in Europa sucht, wird er eigentlich nur in Britannien fündig.

Valjean72

10. September 2022 10:37

Die Königin von England war mir als deutschem Patrioten seit jeher egal und interessierte mich nicht.

Wenn ich mich angesichts ihres Ablebens ein wenig mit ihr beschäftige, sehe ich nichts positives für Deutschland an ihr. Hat sie sich jemals entschuldigt für das großflächige Einäschern historisch gewachsener deutscher Innenstädte? Mir ist nichts dergleichen bekannt.

Dass alle Mainstream-Medien die letzten Tage voll waren mit Themen über sie und die Royals, spricht nicht für diese Medien aber auch nicht für Deutsche, die sich mit derlei Schmonzenz berieseln lassen.

Internetfund: die Einschätzung eines offensichtlich national-gesinnten Engländers:

"Als diese ... den Thron bestieg, war das UK noch zu 99.7% weiß. Als sie ging, waren englische Kinder in Schulen überall in der Minderheit. Pakis vergewaltigten jährlich 40.000 englische Kinder und alle 5 der größten Agglomerationen waren mehrheitlich braun"

RMH

10. September 2022 10:37

Festzuhalten ist, dass Deutschland mittlerweile durch und durch republikanisch ist - und ich möchte meinen, dass ist auch gut so. Das Amt des BuPrä, noch dazu noch nicht einmal direkt von den Wählern gewählt, braucht hierzulande ernsthaft keiner - außer den Parteien, da sie dort schon mal jemanden gut "staatstragend" hin entsorgen können (siehe Wulf, siehe Steinmeier). Was hierzulande an denjenigen mit adeligen Vorfahren positiv im Sinne der von Kositza aufgeworfenen Demografie-Frage ist, ist der Umstand, dass sie - selbst wenn sie Bürgerliche heiraten - überwiegend großen Familien zugeneigt sind und sicher über dem Gebärdurchschnitt "liefern".  Das wars dann aber auch schon weitestgehend mit den "Pros". Adel verpflichtet? Auch dort nimmt das degressiv ab.

Der verstorbenen Queen sei positiv angemerkt, dass sie bis zum Schluss die Bürde trug und den Laden (wozu gerade auch der Commonwealth gehört) zusammengehalten hat. Für ein derartiges Dienstverhalten gehört ihr in der Tat Respekt gezollt. Charles III wird jetzt heftigen Fliehkräften ausgesetzt sein. Ob er genug Masse im Zentrum hat, dass die Planeten um ihn als Sonne kreisen? Seine Mutter hatte sie.

kikl

10. September 2022 11:10

Die Britische Monarchie ist nur eine Fassade, genauso wie die Demokratie. In Wirklichkeit herrschen weder der Monarch noch das Britische Volk, denn die Macht im Staate befindet sich in den Händen von Oligarchen. Die Oligarchen sind im Wesentlichen die Herrscher über das Geld und die Medien in Großbritannien.

Daran ist viel wahr. Allerdings haben die Briten es geschafft mittels eines Referendums gegen den Willen eines Großteils der Oligarchen, den Brexit aus der EU zu vollführen. Das Volk ist noch nicht vollständig entmachtet im Vereinigten Königreich.

Ich schaue mit Sympathie nach Großbritannien. Hoffentlich kann Großbritannien eine politische Wende einleiten, die zum Vorbild für Deutschland taugt.

Imagine

10. September 2022 12:42

Für jeden realitätstüchtigen Menschen ist es klar, dass sich das Herrschaftssystem längst im Stadium der Verbrecherherrschaft befindet.

Die Queen war eine medial geschaffene Projektionsfigur, vergleichbar mit den Hollywood-Love-Stories, womit eine Welt vorgegaukelt wurde, die infantilen Wünschen nach einer liebenden Elternfigur entspricht, welche Schutz und Sicherheit gibt und um das Wohl der Schutzbefohlenen besorgt ist.

Dieser Feudal-Kitsch befriedigt in den heutigen infantilisierten Gesellschaften Massenbedürfnisse.

Mit der gesellschaftlichen Realität hat dies nichts gemein. Im Zustand einer gesellschaftlichen Krise wächst die irrationale Sehnsucht nach längst untergegangen Zeiten. Auch Oswald Spengler war ein Adelsanhimmler.

Interessanterweise stößt die Feudal-Hype auch und besonders in der Schweiz große Resonanz, was auf allgemeine politische Infantilisierung und ein Fehlen von republikanisch-bürgerlich-liberalen Bewusstsein hinweist. Wie überall, spielen auch hier die Medien eine entscheidende Rolle.

RMH

10. September 2022 12:49

Wie kann man das ernsthaft glauben?

Ein Motiv habe ich oben schon genannt:

Mit den grünen Pazifisten kann man sehr gut Krieg führen, mit lauter colorierten Ministern besser eine notwendig härte Gangart gegen MihiGrus und PoC fahren (von der dann selbstredend auch weiße betroffen sind ;) ) als mit Weißbroten ... 

Das die Städte in UK wieder britisch-weiß werden, das kann man aber wirklich nicht mehr ernsthaft glauben.

Ich habe UK öfters bereist und erinnere mich gut an ein sehr starkes Stadt-Land Gefälle. So war ich bspw. auch in Blackburn, die Großstadt, die Schlagzeilen machte, weil es dort mit als erstes in UK eine klare moslemische Bevölkerungsmehrheit mit vielen Moscheen etc. gab (90% der Schulkinder waren 2016 Moslems!). Sobald man hier aber nur 5-10 km aufs Land fährt, bekommt man davon nichts mehr mit. Die Weißen haben sich rechtzeitig dorthin verkrümelt. So wird es in Deutschland vermutlich auch kommen (evtl. noch gated communities in den Städten).

Monika

10. September 2022 13:35

Nachdem die Queen verstorben ist ( RIP) , die mit Würde, Disziplin u.Haltung den „Laden“ einigermaßen zusammengehalten hat, ist ein Machtvakuum entstanden, das gefüllt werden will. Es ist, wie es Maiordomus wunderbar formuliert hat, die „Macht des ganz großen Trends Antirassismus“ , die in dieses Vakuum einströmen wird. Ob sich Meghan Markle distanzierend gegenüber der amerikanischen Professorin   positionieren wird ? Vermutlich eher nicht, da sie sich nach eigener Ausage in ihrem „ Podcast Archetypes“ seit ihrer Einheirat in die Firma als schwarze Frau versteht. In Südafrika hatte sie schon zuvor proklamiert: „Ich bin als schwarze Frau hier.“. Die Macht dieses Trends wird auch König Charles ereilen, auch wenn er das mit  konservativ ökologischen Themen abpuffern wird. Das Licht ist , wie es Herr Lichtmesz sagt, schon länger ausgegangen, spätestens nach Rotherham. Haltung ist bewundernswert, aber sie garantiert keinen Halt den Nachkommen. Die müssen tatsächlich die Zukunft selbst in die Hand nehmen.

FraAimerich

10. September 2022 15:19

Werter @Laurenz, ich habe mir kürzlich ebenfalls erlaubt, im Zusammenhang mit einem gewissen Artikel auf die verdienstvolle "Gala" aufmerksam zu machen. Der Kommentar wurde leider nicht freigegeben, vielleicht als respektlos gegenüber dem Autor aufgefaßt.

Sie dagegen genießen hier ja eine Art "Narrenfreiheit"; lassen Sie mich das ganz ohne despektierlichen Unterton feststellen. Ihre regelmäßigen Kommentare gehören vielmehr (neben denen des intellektuell verehrten "Hausmeiers" sowie den zuletzt leider seltener gewordenen Wortmeldungen von @zeitschnur und @Imagine) zu den Hauptgründen, warum ich hier seit langem mitlese. Das sagt wohl so einiges über mich, vielleicht auch über das hiesige Kommentariat.

Royalist, Anhänger der britischen Krone oder gar ein Fan Karls III. bin ich nicht. Ich habe lediglich auf eine teils sehr beachtliche Publikation hingewiesen, die dieser einer Selbstauskunft zufolge gerne liest oder gelesen hat.

Auch gehöre ich nicht zu denen, die sich darüber zu empören vermögen, wenn POCs der verstorbenen Königin Unflätigkeiten nachrufen. Ein Zeichen von Charakter oder auch nur Stil ist dergleichen freilich nicht.

Und ganz gewiß gehöre ich nicht zu jenen, die feuchte Augen bekamen, weil die uralte Dame ein Stück des "Alten Europa" verkörperte, das gerade - aus bekannten Gründen - untergeht und untergehen muß, weil sich der Zyklus des anglo-amerikanischen Materialismus in seinem "globalen" Stadium nun mal unweigerlich seinem Ende zuneigt.

Laurenz

10. September 2022 15:22

@Monika

Erachten Sie doch Karl III nicht blöder als er ist. Er hat bereits eine schwarze Schwiegertochter, die abseits ihrer Familie etwas heller geraten ist.

dojon86

10. September 2022 17:13

@Wenn Meghan Markle eine schwarze Frau ist, dann bin ich ab sofort Fidschi Insulaner. Selbst in hochgelegenen Tiroler Alpentälern, wo die Bajuwaren nicht siedelten und sich romanische Inselbevölkerungen lange hielten, findet man unvermischte Autochthone mit einer ähnlichen Hauttönung.

 

 

 

Laurenz

10. September 2022 17:45

@Fidschi Insulaner

Wenn Meghan Markle eine schwarze Frau ist, dann bin ich ab sofort Fidschi Insulaner.

Erst recherchieren, dann denken, dann posten.

Hier die Mutter von Meghan Markle... noch Fragen?

https://en.wikipedia.org/wiki/Doria_Ragland

PS: Ich erwarte, daß Sie zumindest Ihr Pseudonym ändern.

Laurenz

10. September 2022 17:50

@FraAimerich @L. (1)

zu jenen, die feuchte Augen bekamen

Man darf immer zu jenen gehören, die in einem solchen Falle feuchte Augen bekommen. Es dreht sich hierbei um das, was Bert Hellinger als Aufstellung bezeichnet. Man fühlt sich in das Schicksal eines anderen ein, was oft phänomenal gut funktioniert. Aber das betrifft nur ureigen das rein menschliche, hat weder mit dem politischen oder sozialen Aspekt etwas zu tun. Es wäre eine übermenschliche Last um alle Schicksale zu trauern. Deswegen trauern wir nur um jene, die wir wahrnehmen. Die Kapazität unserer Wahrnehmung ist sehr begrenzt. Zumindest weiß ich das rein Menschliche & das Politische meistens sehr genau zu unterscheiden, eben weil ich schon einige Aufstellungen nach Hellinger mitgemacht habe, das schult. Und auch das Politische darf ruhig Emotionen auslösen, ist es doch existenziell & muß ertragen werden.

Laurenz

10. September 2022 18:03

@FraAimerich @L. (2)

Zeitschnur & Imagine

sind oft bereichernd. Mir tut es fast weh, wenn ich, wie in meinem letzten Beitrag, Imagine an die Kandare fahren muß. Aber das hier ist nur selten ein Spaß, sondern vielmehr eine ernsthafte Debatte. Da müssen auch mal die Fetzen fliegen. Auch Ernsthaftigkeit braucht einen Unterhaltungswert.

Aber gerade Zeitschnur & Imagine zeichnen Sich Beide fast durch eine ideologisierte Weltsicht aus, was die dort debattierbare Welt massiv verkleinert. Beiträge gegen @Imagine gehen ab & an durch, weil Imagine Marxist ist & die Redaktion nicht ganz unkritisch dem Marxismus gegenübersteht.

Bei Zeitschnur ist das meist ganz anders. Die Redaktion hat ein persönliches Verhältnis zu Zeitschnur.

Kositza: Stimmt ja gar nicht.

Phil

10. September 2022 18:44

Wie unterschiedlich die Perspektiven sind. Die einen schimpfen, die Queen habe nichts gegen Überfremdung getan, die anderen ("PoC") schicken der Toten ein "Terroristin", "Diebin" (selbst der Diamant auf ihrer Krone sei aus Afrika gestohlen) und andere nette Worte hinterher.

Imagine

10. September 2022 19:37

Grundsätzlich und historisch betrachtet, basiert die gesellschaftliche Stellung des Adels und dessen Vermögen meist auf Gewalt und Raub. Es handelt sich beim Adel um eine parasitäre und reaktionäre Klasse. In feudalen Gesellschaften besteht der Großteil der Arbeitsbevölkerung aus Unfreien, d.h. aus Leibeigenen und Sklaven.

Im Unterschied dazu repräsentiert das Bürgertum freie Menschen, deren gesellschaftliche Stellung auf eigener Leistung basiert. Prototyp sind der freie Bauer und der freie Unternehmer.

Davon zu unterscheiden sind die Kapitalisten. Deren Einkommen resultiert aus Vermietung und Verpachtung, aus Geldverleih (s. Kredite) und profitablen Investitionen. Die Kapitalisten als vermögende Klasse können so ein arbeitsfreies Kapitaleinkommen erzielen.

Die Politik des Adels zielt auf Herrschaftserhalt ihrer Ständegesellschaft. Sie ist gegen bürgerliche Freiheiten, gegen die Republik und gegen eine freiheitlich-demokratische Ordnung gerichtet.

Monarchie und freiheitliche Republik schließen einander aus. Die meisten westeuropäischen Staaten sind Monarchien, also keine freiheitlich-bürgerliche Republiken.

Warum identifizieren sich so viele Menschen aus der lohnarbeitenden Bevölkerung und dem Kleinbürgertum mit dem Adel?

Rationale Motive können es nicht sein.

nom de guerre

10. September 2022 20:06

@ FraAimerich

Danke für den Hinweis. Scheint eine sehr interessante Seite zu sein.

@ AndreasausE & Gustav Grambauer

Ja, das ist beides denkbar, wobei mir die Variante, dass er eine Art vergoldeter Manufactumkunde mit esoterischem Tiefgang ist, natürlich lieber wäre. Bloß – das an GGs Adresse – handelt es sich hierbei: „Spiritualität und metaphysische Realität für die Oligarchie (300), Transhumanismus für das projektierte digitale Proletatriat ("restliche" 6.000.000.000.700 minus Eugeniktote)“ um ein satanisches Projekt bzw. um eine Perversion von Spiritualität, die denjenigen, der so etwas bewirkt oder plant, spirituell nicht erhebt, sondern hinabzieht. Aber das ist nur meine laienhafte Sicht und bedeutet außerdem natürlich nicht, dass es nicht trotzdem jemand beabsichtigt.

@ Laurenz

Man muss die britischen Royals nicht mögen, man kann alles mögliche gegen diese Leute vorbringen, aber dieses Zitat „Möge ihr Schmerz entsetzlich sein. [...] Möge sie qualvoll sterben.“ finde ich geschmacklos. Die alte Dame ist tot und da sollte man sie in Frieden ruhen lassen.

deutscheridentitaerer

10. September 2022 20:49

Wie Lichtmesz  sah ich die verstorbene Königin sehr ambivalent. Nach dem ich aber diesen Nachruf gelesen habe, sehe ich ihre Lebensleistung im Endergebnis als positiv. Sie hat sich in ihrer Rolle bewährt und damit mehr getan, als die meisten von sich behaupten können.

@nom de guerre

Zumal es jenseits von Anstandsfragen hier auch nicht um die Queen selbst geht, sondern um den weißen Menschen an sich - soll keiner hier denken, die gute Frau Professorin würde ihm nicht einen ähnlichen Abgang wünschen.

Laurenz

10. September 2022 21:22

@Imagine

basiert die gesellschaftliche Stellung des Adels und dessen Vermögen meist auf Gewalt und Raub. Es handelt sich beim Adel um eine parasitäre und reaktionäre Klasse.

Das ist durchaus richtig. Die Ausnahmen der Regel, wie zB der Alte Fritz, etablieren sich durch Gott Zufall, wie Jack London geschrieben hätte. Aus sozialdarwinistischer Sicht pflanzen sich im Adel auch die Holzköpfe fort, was am feudalen System der Nachteil ist. Dieses Prinzip eskalierte auch erst mehr oder weniger seit den Kreuzzügen, zumindest in unserem Raum.

die Kapitalisten. Deren Einkommen resultiert aus Vermietung und Verpachtung, aus Geldverleih (s. Kredite) und profitablen Investitionen.

Das ist nur bedingt richtig, unterscheidet sich individuell. Diejenigen Kapitalisten, die ihr Vermögen selbst verwalten, arbeiten. Diejenigen, die gegen Apanage eine Vermögensverwaltung beauftragt haben, arbeiten nicht. Man könnte hier steuerlich die Spreu vom Weizen trennen, wird aber nicht gemacht.

Rationale Motive können es nicht sein.

Richtig, die Sucht nach Glanz & Gloria, Pomp & Circumstance ist infantil. Hier die passende Musik von Elgar dazu.... https://youtu.be/Vvgl_2JRIUs

dojon86

10. September 2022 21:28

@Laurenz 17:45 Nach dem Photo von Frau Ragland zu schließen ist diese Dame sicher zu 50 Prozent weiß. Das war übrigens in Sklavenhaltergesellschaften sehr häufig der Fall.  Ich habe jetzt keine Lust, das rauszusuchen, aber ich habe Mal eine Studie gelesen, wonach der europäische genetische Anteil bei Afroamerikanern gut 25 Prozent ausmacht. Ich empfehle ihnen eine Reise nach Afrika. Reisen bildet. Dort sehen sie echte Schwarzafrikaner.

ML: Das weiß doch jeder, dass sie einen weißen Vater hat.

Laurenz

10. September 2022 22:02

@Fidschi Insulaner @L.

Der harscheste Verfechter der Schwarzen in den USA ist Louis Farrakhan. Hier in 1990 https://youtu.be/co3BVSyshyA

Farrakhan trägt selbst genug weißes Blut in sich, kann die Bibel & den Quran fast auswendig, bezeichnet sich selbst als Schwarzen. Das Video von ihm "white die out" ist nicht mehr im Netz auffindbar. Dort definiert er, daß ein Tropfen schwarzes Blut ausreicht, einen zum Schwarzen zu machen. Farrakhan spricht sich schon sehr lange für Rassentrennung & Sezession aus, ist ein sogenannter Anti-Semit, gilt deswegen als extrem rechts. Die Mitglieder seiner Gemeinde, Nation of Islam, sind vergleichsweise gesellschaftlich erfolgreich. Der tatsächlich frappanteste genetische Unterschied zwischen Menschen afrikanischer Herkunft zu Menschen europäischer Herkunft, sind die Neanderthaler-Gene bei den Europäern.

dojon86

10. September 2022 22:11

@ML darauf will ich nicht hinaus, Wenn Meghan Markle behauptet, sie wäre schwarz, tut sie das, was Menschen gemischter Abstammung in Russisch genlmischten Gesellschaften immer tun, sie biedern sich bei jenen an, die ihrer Meinung nach auf dem aufsteigenden Ast sind. Rechte, die einer Dame abnehmen, sie wäre eine Schwarze, die es höchstens zu 25 Prozent ist, und die in Afrika nie als eine solche durchginge, (denn schon die Mutter von Meghan Markle war keine reinrassige Afrikanerin und würde in Südafrika jedenfalls als Coloured gelten) spielen dieses ausgesprochen dumme Spiel mit.

deutscheridentitaerer

10. September 2022 22:22

@Laurenz

Es ist natürlich Ihr gutes Recht, dem ehemaligen Feind seine Kriegsverbrechen nicht zu verzeihen. Ich fühle ähnlich, wenn ich bspw. "Der Brand" oder ähnliche Schilderungen lese. Deshalb lese ich dergleichen aber auch seit langem nicht mehr, denn etwas gutes kommt dabei nicht raus. 

So oder so ist das ja aber nicht der Grund dafür, dass die verstorbene Königin von dieser Seite angegangen wird. Im Gegenteil wird man dort den Bombenkrieg gegen Deutschland als löbliche Ausnahme vom ansonsten verderbten Charakter Englands betrachten.

 

Herbstwind

10. September 2022 22:36

@Imagine

"Warum identifizieren sich so viele Menschen aus der lohnarbeitenden Bevölkerung und dem Kleinbürgertum mit dem Adel?"

Weil es eben irgendetwas Größeres und Schöneres als die eigene Existenz geben muss, dass den Menschen Identität stiftet? Und ein Königshaus auch immer eine Nation repräsentiert und insofern Nationalstolz hier noch völlig unverfänglich ausgelebt werden kann? In einer Welt ohne Nationalstolz und Patriotismus ist es im Grunde nachvollziehbar, dass man sich wieder mehr Glanz und Gloria in der Repräsentation herbeisehnt. Außerdem ist auch eine große Portion Sensationslust der Grund, den adligen Schicksalen zu folgen.

Vielleicht besteht der Trick der Engländer ja gerade darin, sich mit der unpolitischen Institution der Krone zu identifizieren anstatt mit Parteien oder ihrer Regierung, so wie die obrigkeitshörigen Deutschen? 

Imagine

10. September 2022 22:38

Zu unterscheiden ist zwischen dem Adel als parasitäre und reaktionäre Klasse und den Individuen mit adliger Abstammung. Für ihre Abstammung können sie nichts, sie basiert nicht auf freier Willensentscheidung.

So kann es kommen, dass einige Menschen, die vom Hochadel abstammen, durchaus wertvolle Menschen mit humanistischen, freiheitlichen und gemeinwohlorientierten Zielen sind.

Einen dieser Menschen habe ich als Professor erlebt, und zwar Rudolf Prinz zur Lippe (* 1937 † 2019). Damals in Frankfurt Mitte der 70-er Jahre habe ich überhaupt nicht realisiert, dass er aus dem Hochadel stammt. Er war eine gepflegte und kommunikative Erscheinung, ein Bildungsbürger mit ganz hoher Intelligenz und Wissen.

Seine Gesellschaftskritik war grundlegend, er zeigte auf, durch welche Widersprüche das herrschende System gekennzeichnet ist und warum es – gemessen an seinen Zielen und Idealen - scheitern muss.

Er war kein Marxist, er glaubte nicht an die Lösung dieser Widersprüche durch eine Arbeiterrevolution, sondern der Adressat seiner Ausführungen waren jene Teile der Intelligenz, welche eine freiheitliche und gemeinwohlorientierte Gesellschaft auf Basis eines wissenschaftlich konzipierten rationalen ökonomischen Systems wollen.

Gelddrucker

10. September 2022 22:42

@RMH:

Was erzählen Sie da wieder für einen Unsinn? Blackburn hat niemals 90'% muslimische Kinder.

Laut Zensus 2011 war Blackburn 66% weiß. Sind jetzt sicher ein paar Prozent weniger, aber die 90% muslimischen Kinder sind absoluter Humbug. Wahrscheinlich sind es noch nichtmal 50%. 

Kurativ

10. September 2022 22:42

Wenn sie einfach weg geblieben wäre, hätte ich ich ihre Abwesenheit nicht bemerkt.

Wenn man Jonny Rotten so hört, dann vergisst man, dass auch er selber eine Touristenattraktion ist. Was hat er denn mit seinen Konsumprodukten verändert? Einen gangbaren Weg sehe ich bei ihm nicht. Die Klänge unterscheiden sich nur.

Rotten hat Elisabeth abgelöst. Mit dem Bevölkerungsaustausch hat Rotten das bekommen, was er wollte. Anarchie. Auch wenn er was anderes sagt.

Ausguck

10. September 2022 23:29

@Laurenz, 10. September 2022 10:34

Wie @FraAimerich u.a. hier schon lange vermuten, genießen Sie, vielleicht als eine Art "deus ex machina", eine gewisse Narrenfreiheit. Sei sie Ihnen, schon wegen Ihrer Funktion als polarisierender Reizlieferant gegönnt. Für mich jedoch versagt diese Rolle. Zu Ihrer Information im Wesentlichen aus zwei Gründen: Wer Philosophen in Bausch und Bogen als "Schwätzer" bezeichnet, hat sich derartig disqualifiziert, daß jede weitere Diskussion mit ihm reine Zeitverschwendung bedeutet. Zum anderen: Das Land, das ich seit über dreissig Jahren meine Heimat nenne, hat seit Beginn seines Staatswesens die britische Monarchie als Staatsform und ist damit außerordentlich gut gefahren. Leuten wie Ihnen, die offenbar immer nur den Splitter im Auge des anderen sehen, aber den Balken im eigenen ignorieren, werden solche wichtigen Umstände nichts bedeuten, das ist klar. Aber nehmen Sie es bitte zur Kenntnis, was schon Heinrich Heine richtig sah, und woran ich mich jedesmal erinnere, wenn ich solch typische deutsche Rechthaber wie Sie höre: "Schau' ich heut' von meinem Berge auf das Deutsche Land hinab, seh' ich nur ein Häuflein Zwerge kriechen auf der Riesen Grab."
Krabbeln Sie schön weiter!

deutscheridentitaerer

10. September 2022 23:56

@Ausguck

Ja, das lief richtig gut für ihr neues Heimatland (haha), das kann man leider nicht abstreiten. Aber nun geht England ja sogar noch viel schneller vor die Hunde geht als Deutschland. Ein schwacher Trost, aber ein Trost! 

Laurenz

11. September 2022 00:22

@Ausguck @L. (1)

Ich genieße hier überhaupt keine Narrenfreiheit. Wie neulich schon erwähnt, ist die manchmal vorhandene Grenzwertigkeit der Beiträge @Franz Bettingers oder meiner einer der Tatsache geschuldet, daß wir wissen, daß jemand korrigiert. Wäre das nicht der Fall, könnten wir nicht ausreizen. Daher ist das angewandte Prinzip in vielen, nicht in allen Fällen eine gute Systematik.

Philosophen

Ich habe natürlich auch einiges an philosophischen Werken gelesen. Der mir sympathischste Philosoph, allerdings als Philosoph mehr oder weniger gescheitert, ist Francis Bacon. Warum Philosophen Schwätzer sind, erfahren wir aktuell doch hautnah. In Rußland lesen politische Kräfte bestimmte Philosophen oder werden zumindest dazu angehalten. In den USA sind zumindest Denker als Berater tätig. Bei uns hingegen sitzen an den Schaltstellen der Macht Leute, die weniger als rein gar nichts wissen, wo auch jedes sogenannte Coaching aus den Ministerien für die Katz bleibt, was natürlich auch daran liegt, daß die Posten in den Ministerien an Parteibuch-Versager verteilt werden. Wenn Sie in der Lage sind, das zur Kenntnis zu nehmen, werden Sie mir zustimmen, daß unsere Philosophen, die zu den größten aller Zeiten gehören, zu Schwätzern degradiert wurden. Wenn Sie Sich die Auflagen von Heidegger, Fichte, Nietzsche & Co. anschauen, dann war Karl May als Taktgeber wesentlich erfolgreicher.

Laurenz

11. September 2022 00:31

@Ausguck @L. (2)

Britannien

Sie haben die aktuelle Welt mit Ihrer Deutungshoheit nicht verstanden. Daß die Briten genauso auf Propaganda reinfallen, wie wir, mag zwar sein, ist aber keine Entschuldigung. Natürlich gibt es Unterschiede. Britische Historien-Dokus sind billiger produziert als deutsche, aber trotzdem besser. Um Ihnen ein Beispiel zu geben, wie die Vergangenheit in das aktuelle Geschehen hineinspielt, so besuchen Sie doch mal den größten Schlachtschiffkanal auf Jutjub. Drachifinel ist das Pseudonym desjenigen, der die Dokus macht. Die Dokus sind einfach & gut, auch wenn es hier & da mal zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Aber es passiert eben auch, daß Drachifinel berichtet, daß sich britische Schlachtschiffe mit Nazi-Batterien an der französischen Atlantikküste duellierten. In diesem Augenblick schreibe ich unseren britischen Freunden, wer denn die wirklichen Nazis sind. Die Argumentation wird dann entweder persönlich oder bricht schnell zusammen, wenn man dann einige historische Fakten in die Debatte bringt. Oder sind auch Sie der Ansicht, daß die Kaiserin von Indien von den Indern gewählt wurde? Ist es nicht eigenartig, daß, als wir befreit wurden, der Planet sich von unseren Befreiern befreite?

Ordoliberal

11. September 2022 00:33

Vielleicht sollte ich einfach aufhören, hier zu kommentieren. Ich verstehe die Rechten nicht. Hayek ist ein globalistisches Schwein. Der Adel ist aber auch scheiße. Christen sind ganz schlimm. Der Engländer? Ein seelenloser Krämer und Kolonialausbeuter. Der Ami? Ein konsumdekadenter Imperialist, der Deutschland unter der Knute hält. Putin? Wichtiger für uns als Trump. China? Von denen können wir noch was lernen. Tut mir Leid, aber das klingt mir einfach zu sehr nach nationalem Sozialismus, bereinigt von Rassismus und Imperialismus.

Ewig wird von Metapolitik schwadroniert. Gemeint ist wohl der moralische und soziale Unterbau einer nationalen Bewegung. Aber wen will man denn einfangen und für die Sache der Freiheit und der Nation begeistern, wenn schon die ganz normale Trauer über den Tod der Queen als GALA-Gefühl bespöttelt wird? Die Engländer singen spontan die Nationalhymne vor dem Buckingham Palast. Gibt es irgendeinen nationalen Anlass, bei dem Deutsche das spontan und unorganisiert tun würden? Wer sich darüber lustig macht, ist kein Patriot. Er darf auch nicht den Anspruch erheben, das deutsche Volk zu lieben. Das deutsche Volk liest BILD, GALA, guckt ARD und ZDF und wählt grüne Parteien. Ein anderes Volk haben wir nicht. Damit ist zu arbeiten.

Das ist doch alles nur Bildungsdünkel hier!

Laurenz

11. September 2022 00:42

@Ausguck @L. (3)

hat seit Beginn seines Staatswesens die britische Monarchie als Staatsform und ist damit außerordentlich gut gefahren.

Auf wessen Kosten? Das lassen ignorant weg. 20 Mio. Chinesen sind zB dafür drauf gegangen. Also ich ab 1983 ab und an billig für eine Woche mit dem Bus nach Lloret de Mar gefahren bin, um Party zu machen, lief es in Lloret auch in Diskotheken meist friedlich ab. 95% der Diskotheken ließen aber keine Engländer rein, weil die weder saufen noch sich benehmen konnten. Die Engländer mußten sich 300 Jahre weltweit nicht benehmen. Das merkt man eben heute noch. 5% der Diskos waren extra für Engländer da. Dort wurde das Mobiliar & die Ausstattung regelmäßig in Prügeleien zertrümmert, was dann im Preis mit einkalkuliert war. Der sachlichste Historienkanal auf Jutjub ist übrigens auch britisch The Great War. Kann man nur empfehlen. & lieber ein Zwerg auf einem Riesengrab als auf einer Affeninsel nordöstlich von Ushant. God shave the Queen.

Laurenz

11. September 2022 04:21

@Ordoliberal

Das ist doch alles nur Bildungsdünkel hier!

Weiß nicht, wie alt Sie sind. Wenn Sie alt genug sind, erinnern Sie Sich an die jüngere Vergangenheit der Rechten in den letzten 25 Jahren. Das, was Sie der Rechten vorwerfen, Ihr sogenannter Bildungsdünkel, wurde quasi vom politischen Gegner erzwungen. GK hat dann die Konsequenzen aus dem Zwang durchgezogen. Vor 25 Jahren waren Rechte im Bild der Öffentlichkeit Hohlköpfe, vom VS bezahlte & mit viel Alkohol versorgte Skins oder Punks. Und auch das, was die JN aufbieten konnte, war zum weglaufen. Die Tradition dieser sogenannten rechten Gruppieren, die 30 Jahre zuvor, war, sich mit den linken Schlägern zu prügeln. Die Etablierung der Neuen Rechten mit installierter intellektueller Denkfabrik über Deutschlands Grenzen hinaus, hat immerhin die Macht erzeugt, auch in der Hofberichterstattung ein neues Bild, ein neues Narrativ über die Rechte implementieren zu müssen. Es wird seitens der Redaktion & des IfS sich sehr angestrengt, in verständlichen Worten zu schreiben oder zu dozieren. Schwer zu lesende Artikel bleiben die Ausnahme. Das mag in der Akademie manchmal anders sein.

kikl

11. September 2022 05:54

@ordoliberl

"Das ist doch alles nur Bildungsdünkel hier!"

Nicht alles, aber sehr viel Bildungsdünkel. Ihrer Klage schließe ich mich an.

eike

11. September 2022 07:01

Im Zentrum der Diskussion steht

a) ob die Queen den Verfall ihres Landes gesehen hat, und wenn,
b) ob sie ihn hätte verhindern oder zumindest beeinflussen/anprangern können

Punkt a) ist völlig unstrittig, außer man attestiert ihr Demenz.
Punkt b) auf der Verfassungsebene zu diskutieren ist unsinnig: natürlich kann sie Premierministern keine Befehle erteilen oder Gesetze verhindern.

Sie hätte aber tun können, was niedrigere Chargen wie Enoch Powell unter weit größerem Risiko getan haben: vor der sich anbahnenden Katastrophe in klaren Worten zu warnen.

Das Risiko für eine alte Frau mit geschätztem Vermögen im Hundert-Millionen Bereich, die weder Youtube/Facebook noch Twitter deplatformen können, wäre vernachlässigbar gegenüber der Chance, in die Geschichte einzugehen.

 

 

Suedburgunder

11. September 2022 08:40

Den für mich treffendsten Kommentar zum Ableben der Queen hat Björn Höcke über seinen Telegram-Kanal abgegeben. Erhabene Gleichgültigkeit - so ließe er sich zusammenfassen. 

Wer wie ich mit weniger moralischer Integrität ausgestattet ist, wird das Spektakel der von Balkonen herab winkenden Royals in ihren Operettenuniformen  zumindest als  tragikomisch empfinden. Dem deutschen Patrioten würde ich sogar noch Schadenfreude durchgehen lassen. Wat dem eenen sin uhl .....

dojon86

11. September 2022 09:11

@Ordoliberal 11.09.22 00:33

Mit ihrem Schlusssatzung "Das ist doch alles nur Bildungsdünkel hier !" haben sie natürlich über weite Strecken völlig recht. Ich gebe aber zu bedenken, dass der Beginn der heutigen linken Dominanz in den 60 ger Jahren genau so begann. Nachdem ich in den 70ger Jahren in entsprechenden Blasen verkehrte, kann ich ihnen versichern, dass die damaligen Diskussionen oft frappant den unseren glichen. Der linke Bildungsdunkel war überwältigend, obwohl sich natürlich jedes Grüppchen einen oder zwei Vorzeigeproleten hielt.  Für Menschen außerhalb dieser Zirkel war die verwendete Sprache wegen ihrer Abgehobenheit oft völlig unverständlich. Die Klagen über die Unbildung und das Desinteresse der Massen waren dieselben. Auch der destruktive Diskussionsstil mancher (ich nenne jetzt keine Namen) kommt mir bekannt vor. Immerhin ist es aber um das linke Narrativ, die Rechte bestünde nur aus biersaufenden Glatzen, still geworden. Das ist, neben anderen, auch das Verdienst von K&K. In jedem Fall gilt, wer sich mit der herrschenden Ideologie anlegt, braucht einen langen Atem. Wie der Poster @quer einmal sagte, niemand hätte 1848 beim Slawenkongress in Warschau geglaubt, dass  ein Jahrhundert später das großslawische Reich in sowjetischer Verkleidung Wirklichkeit wurde. In diesem Sinne wünsche ich der Rechten Geduld.

 

 

 

 

Monika

11. September 2022 09:22

Von 56 Kommentaren stammen 15 von Laurentius. 😱

ML: Das muß wirklich ein Ende haben.

Eines muss man der Queen zugute halten: geschwätzig war sie nicht ! Aber sie hatte wohl auch genug Aufmerksamkeit. Weit über den Tod hinaus.

@ Ordoliberal  Das mit dem Bildungsdünkel trifft oft zu. Und da macht es natürlich keinen Spaß zu kommentieren. Willst Du gelten, mach Dich selten. 🤫

Maiordomus

11. September 2022 09:30

Meine subjektive Feststellung, dass hier im Moment das Niveau der Debatte nicht sehr hoch sei, nicht geschaltet, wozu ich indes die Ausführungen von @imagine über den Prinzen von Lippe als einige der wenigen Ausnahmen "durchgehen lassen" würde, möchte ich hiermit wiederholen; selbst auch die Meinung, der von mir als Analytiker durchaus geschätzte und schon mehrfach gelobt ML sei wie wir alle nicht mit jedem Beitrag gleich gut, könnte vielleicht toleriert werden. Auch scheinen mir gewisse Meinungen hier über den Adel, wiewohl nicht grundsätzlich falsch, immer noch ausreichend "daneben"; die zutreffende "fausse idée claire" bleibt wohl, da sieht Popper richtig, die Theorie der Souveränität, die nicht nur beim Adel und Hochadel falsch liegt, sondern in jedem Fall, bis hin zur Praxis der Souveränität z.B. auch im Schulwesen bis hin zu Hochschulen von quasi pseudoplatonischer Ausrichtung usw:; sage ich als gestandener Hochleistungsakademiker. Im Einzelfall ist es nicht unvernünftig, sich jeweils für jene konkreten Herrschaftskonstellationen zu bemühen, bei denen der angerichtete Schaden eine gewisse Minimierungstendenz hat., das kann je nachdem demokratisch, aristokratisch, im Einzelfall auch mal monarchistisch sein. Hoffe, dass dies schaltbar sein könnte.  

RMH

11. September 2022 09:59

@Gelddrucker,

ich hatte mich wohl etwas unscharf an einen Artikel aus der "Welt" von 2016 erinnert, mittlerweile hinter paywall, aber der Einleitungssatz steht noch dort:

"Die englische Stadt Blackburn hat 52 Moscheen, in Schulklassen sind bis zu 90 Prozent Kinder aus islamischen Familien. Über die Folgen für die Region wird heftig gestritten."

Wo Muslime den Ton angeben - WELT

Gut, "Bis zu" ist etwas anders als "waren". Aber Unsinn ist das, was ich geschrieben habe, deswegen noch lange nicht. Im Übrigen: Ich war dort wegen Bekannten schon mehrfach. Ich kenne jetzt nicht die statistische zählweise und Abgrenzung in den dortigen Bezirken zwischen Stadtgebiet und Land. Es ist meiner Meinung nach so, wie ich geschrieben habe: Die eigentliche Stadt - komplett gekippt. Sobald man nur ein bisschen raus fährt, klassisches England, landschaftlich reizvoll, Leute auch mit Geld (da war dann ich zu Besuch - man führt Besuch dann auch lieber nicht mehr in die Stadt, sondern zu anderen Ausflugszielen. Musste mich selber auf den Weg in die Stadt machen, um einen Eindruck zu bekommen).

PS: 90% Schulkinder mit MiHiGru in Grundschulen erreichen wir übrigens in Deutschland auch schon. Wenn man die sog. "Russlanddeutschen", Polen etc. auch als MiHiGru zählt, waren selbst meine eigenen Kinder schon vor Jahren in solchen Grundschulklassen. In Bayern.

RMH

11. September 2022 10:12

Nachtrag für @Gelddrucker,

da der Artikel der WELT gerade auch mal ohne paywall zu sehen ist:

"Das fängt bei der Bildung an. Die freie Schulwahl hat zur Folge, dass Schulen, die vielleicht vor 15 Jahren noch zu 95 Prozent weiß waren, jetzt zu 90 Prozent muslimisch sind. Und die weißen Briten wandern ab.“

Und genau diese Abwanderung kann ich aus eigenen Eindrücken bestätigen, Der Artikel weist auch deutlich darauf hin, dass die Zuwanderer geneigt sind, ihre Dinge selber zu regeln, also Staaten im Staat bilden.

Wer ihn ohne paywall lesen kann: Lesetipp.

PS: Das "mal wieder", lasse ich ihnen, @Gelddrucker großzügigerweise nach. Gut, Sie können jetzt den Faktenchecker geben und genauste Korinthen liefern.

Maiordomus

11. September 2022 10:15

@Ordoliberal. Ich habe schon vor 50 Jahren das Buch "Der Weg zur Knechtschaft" Ihres "globalistischen Schweins" gelesen und mich von diesem Buch bis heute nicht getrennt. Profitierte auch sonst von Vorträgen, die ich mir beim einstigen Institut für Auslandforschung und weiteren liberalen Institutionen von H. gehört habe. Ich vermute bei Ihnen stilistisch, intelligenzmässig, wissensmässig und im Hinblick auf Ihre Lebensleistung nicht gerade eine annähernde Augenhöhe mit diesem "globalistischen Schwein", dessen philosophische Grundüberzeugungen ich selber freilich nur partiell  geteilt hätte. Bei Röpke, der Ihnen gewiss ein Begriff ist, waren freilich die ausserökonomischen Gesichtspunkte von höherem Gewicht.  

PS. Wir haben heute Sonntag. Jeremias Gotthelf, der Dichterpfarrer, beschreibt mal eine Bäuerin, die nach ihrem Sonntagsspaziergang jeweils beim Freilandkoben mit ihren lieben Schweinen noch gesprochen hat. Auf diesem Niveau könnte man sich ja auch mal mit einem "Neoliberalen" unterhalten. 

 

nom de guerre

11. September 2022 10:42

@ Laurenz

„Als mein Vater im Alter von 6 Jahren mitansehen mußte, wie hunderte von Frauen & Kindern verbrannt, erschlagen & erstickt aus Kellern gezerrt wurden“

Bin die letzte, die das bestreiten würde. Aber „Haß“ - was soll das bringen? Macht das irgendjemanden wieder lebendig oder ändert es etwas an den heutigen Verhältnissen? So wenig ich bereit bin, mir selbst diesen Schuh anzuziehen von den bösen Deutschen bzw. heutzutage den bösen Weißen allgemein, die gefälligst eine Art säkularisierte Erbschuld mit sich herumzutragen haben, finde ich es für mich angebracht, mich in derart heftigen negativen Gefühlen zu ergehen. Dass man die Geschichte kennen und wissen sollte, dass z.B. die Bombardierung Dresdens schon etwas mehr Menschen das Leben gekostet haben dürfte als offiziell behauptet wird (das jetzt stellvertretend für alles übrige, was man in diesem Kontext anführen könnte), ist eine andere Frage.

@ deutscheridentitärer liegt vielleicht nicht so falsch, wenn er meint, dass die amerikanische Professorin unsereinem mglw. ähnliches wünscht wie der verstorbenen Queen. Warum sich mit solchen Leuten gemein machen?

Wie auch immer, ich wünsche einen schönen Sonntag.

RMH

11. September 2022 11:53

@Ordoliberal,

mit diesem Schlusssatz:

"Das ist doch alles nur Bildungsdünkel hier!"

Nehmen Sie leider völlig das Schlaglicht weg von Ihrer eigenen und unbedingt zu (ggf. an anderer Stelle) diskutierenden These:

"aber das klingt mir einfach zu sehr nach nationalem Sozialismus, bereinigt von Rassismus und Imperialismus."

Wobei ich die "Bereinigungen" bei manchem Debattanten nicht sehe.

"Ein anderes Volk haben wir nicht. Damit ist zu arbeiten."

Zum x-ten mal, ja, ja, ja - die ewige Umerziehung ist den Grünen und den etablierten Parteien zu überlassen! Das Gerede davon, dass man den "Schlafmichel" aufwecken muss, das Deutschland erwachen muss, ist genuin links, schon Rousseau schrieb: "Sors de l'enfance, ami, réveille-toi!"

Und ja: Die AfD muss sich Menschen mit Migrationshintergrund, der auch außerhalb der UdSSR liegt, öffnen. Nur mit einer Werte- und Regeldominanz erhalten wir die notwendigen Räume für Deutsche. Das ist für mich Metapolitik - aus eigenem, nationalem "Dünkel".

Monika

11. September 2022 12:53

@ ML Jean Raspail gehört zu den Verehrern der engl. Königin. Ergänzend zur „Haltung“ ein origineller Gedanke von Raspail, geäußert in Sez 85/August 2018 ( im Gespräch: J. Raspail). Zitat: „Als ich die Kundgebung zum 200. Todestag von Ludwig dem XVI. organisierte - das war ein magischer Moment, das Beste, das ich in meinem Leben gemacht habe, 40000 Menschen auf dem Place de la Concorde, prachtvoll-damals habe ich ein paar Tage danach zu einigen Mitstreitern gesagt: „Letzten Endes haben wir uns gut amüsiert.“ So etwas hätte ich auf keinen Fall sagen sollen. Es ging schließlich um den Tod des Königs. Aber letztlich sind sehr viele Dinge ein Spiel....Ich gehe nicht so weit zu sagen, dass die Liturgie ein Spiel ist, aber fast.“Raspail geht nicht soweit, aber er hätte es  guten Gewissens tun können. Diesen Ausschnitt aus Sez legte ich seinerzeit  in mein Buch VOM GEIST DER LITURGIE ( Romano Guardini) in das Kapitel LITURGIE ALS SPIEL. Dort führt Guardini genau diesen Gedanken aus. Liturgie hat in dem Sinne keinen Zweck, weil sie nicht um des Menschen Willen da ist, der Blick ist auf Gott gerichtet. Die Feierlichkeiten um den Tod der Königin können in diesem Sinne durchaus als amüsant ( gegen jede Versachlichung) verstanden werden. Ein solches Schauspiel werden wir so schnell nicht mehr erleben. Wo können wir sonst noch von unserem „elenden Erdendasein“ Dasein absehen. 

Umlautkombinat

11. September 2022 12:54

@dojon86

"Der linke Bildungsdunkel"

Freudscher Treffer! Denn dahinter stand nicht viel. Bildung ist breiter. Parallele zur thematischen Eingeschraenktheit hier. Ein paar obskure Buecher mehr zu sehr, sehr speziellen Themen zu kennen ist halt keine Bildung. Intellektuell ist auch nicht gleich Intelligenz, von pseudo-intellektuell nicht zu reden. Ich habe es Imagine im Demographiethread zu sagen versucht (wurde nicht veroeffentlicht): Seine Forderungen nach anderen Interpretationen sind zwar knueppelholzartig altmarxistisch, die geforderten oekonomischen Themen als solche aber keineswegs. Und die gibt es wie die gesamte Naturwissenschaft und Technik hier auffallend nicht. Derart sind Themen wie Corona und Energie"wende" aber letztlich nicht adressierbar, man schwimmt und muss zu viel zu grossen Teilen auf geistes"wissenschaftliche", moralische, zeitgeistige und aehnliche Ebenen ausweichen, auf denen man dann letzlich mit dem sprichwoertlichen Nuhrschen gruenen Idioten diskutiert (wenn er sich herablaesst), der dann auf seine Ebene zieht und gewinnt. 

Maiordomus

11. September 2022 13:49

@Monika. Was hat der heilige @Laurentius mit der Monarchie, worüber hier ja zu debattieren versucht wird, zu tun? Richtig: Er ist der Patron des wohl unheimlichsten Königsplastes der Welt "San Lorenzo de El Escorial" oder wie der Name lautet, also des von Reinhold Schneider in "Philipp II. oder Religion und Macht" einzigartig beschriebenen ans Groteske grenzenden gigantischen kastilischen Stein-Denkmals. Habe das Monument im Oktober 1982 besucht, noch in ziemlicher Nähe des Tal zum Gefallenen, wo Francisco Franco und Primo de Rivera damals noch beigesetzt waren. Man zählt den heiligen Laurentius wie St. Stephan zu den Erzmärtyrern, welcher nach der Legenda aurea geröstet wurde, so wie der Rost dann deshalb als architektonisches Modell für den Escorial diente. Laurenz auf dem Rost war als begeisterter Märtyrer unschlagbar: "Dreh mich um und brat mich auf der anderen Seite auch!", sollen gemäss Legende seine letzten Worte gelautet haben. Darum gilt er als Patron der Grillmetzger, was recht gut in diese Spätsommertage zu passen scheint. Der Name Laurenz steht für ein christliches extremistisches Bedürfnis Märtyrer, d. h. Zeuge seines Rechthabens sein und bleiben zu wollen.  

Imagine

11. September 2022 14:22

@Herbstwind   10. September 2022 22:36
„Weil es eben irgendetwas Größeres und Schöneres als die eigene Existenz geben muss, dass den Menschen Identität stiftet? Und ein Königshaus auch immer eine Nation repräsentiert und insofern Nationalstolz hier noch völlig unverfänglich ausgelebt werden kann?“

Sie sprechen den psychologischen Mechanismus an. Die Queen ist die Projektionsfigur, welche das untergegangene Imperium repräsentiert, in dem die Briten die Herrenmenschen der Welt waren.

Jede Projektion ist zugleich Autosuggestion, mittels derer sich Nationalisten und Rassisten in den Wahn versetzen können, sie wären Teil des besten und edelsten Volkes der Welt, das allen anderem Menschen und Völkern überlegen ist. So können sich in eine Phantasie- und Wunschwelt versetzen, welche ihr reales Elend als Nutzmenschen des herrschenden Establishments ignoriert.

Die Queen wusste um die Rolle, die sie zu spielen hat und sie hat diese exzellent ausgeführt. Aber ihr tatsächliches Interesse und ihre wahre Zuneigung gehörten vor allem den Vierbeinern, Hunden und Pferden, und nicht ihrem Volk.

Unter den Königen gefällt mir am besten der thailändische, unter den Bischöfen der Limburger Franz-Peter Tebartz-van Elst, weil sie als Teil der parasitären und sozialdarwinistischen Herrscherklasse erkennbar ihre wahren Interessen ausleben. So wie Prinz Andrew, Duke of York.

KlausD.

11. September 2022 14:53

@nom de guerre  11. September 2022 10:42

„Haß - was soll das bringen?"

Ja, Haß ist verpönt, Haß ist böse, Toleranz ist gut. Teilnehmer einer demokratisch legitimierten Demo von der Antifa halbtot zu prügeln ist zu tolerieren. Aber die Gräueltaten an der deutschen Zivilbevölkerung in den letzten Kriegstagen nicht zu vergessen, ist Haß - hmm, aha. Und wie ist nun die Forderung Polens an Deutschland nach Entschädigungszahlungen in Höhe von 1,3 Billionen Euro zu werten? Als Ausdruck von Haß? Doch wohl nicht, als gut erzogene Bundesbürger halten wir auch die andere Backe hin - und tolerieren, alles und jeden, was sonst, oder? 

https://paz.de/artikel/warschau-spielt-mit-dem-feuer-a7428.html

Gustav

11. September 2022 16:52

Es war ebendiese Queen Elizabeth II. , die in einem der Schlösser in Familienbesitz Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts diejenige Konferenz des „Club of Rome“ ausrichtete, auf der die Weichen für das gestellt wurden, was wir heute als Deindustrialisierungs- und ökonomische Prekarisierungsagenda live und in Farbe erleben dürfen. Auch ein gewisser Zbigniew Brzezinski war dort zugegen und veröffentliche bald darauf sein Buch „Zwischen zwei Zeitaltern. Amerika in der technotronischen Ära“, in dem er die zukünftige, technokratisch-totalitär dauerüberwachte Welt mit verblüffender Genauigkeit vorwegnahm. Insofern ist es also – sarkastisch gesprochen – nur folgerichtig, wenn Sohnemann Charles sich jetzt lautstark für den „Großen Reset“ ausspricht, der ja nichts Anderes darstellt als eine Neuetikettierung dieser jahrzehntealten Agenda. ff

Gustav

11. September 2022 16:52

Der Club of Rome besteht aus den ältesten Mitgliedern der sogenannten Black Nobility, des Schwarzen Europäischen Hochadels, alles Nachkommen von Familien, die im 12. Jahrhundert in Genua und Venedig herrschten. Sie werden Black Nobility genannt, da sie mithilfe schmutziger Tricks, von Mord, Terrorismus, unethischem Verhalten und Satans-Verehrung agieren. Sie zögerten nie, Gewalt gegen jeden anzuwenden, der es wagte, sich ihnen in den Weg zu stellen; heute ebenso wie vom 13. bis zum 18. Jahrhundert.

Der Venezianische Schwarzadel ist eng verbunden mit dem sogenannten German Marshall Fund, einer Organisation, deren Bezeichnung ebenso vom wahren Kern der Unternehmung ablenken soll. Der Venezianische Schwarze Hochadel besteht aus den reichsten und ältesten europäischen Familien. Ihr Reichtum übertrifft beispielsweise bei weitem jenen der Rockefellers. […] Eine der ältesten Dynastien des Venezianischen Schwarzen Hochadels sind die Welfen. Königin Elizabeth II. von England z.B. ist eine sog. schwarze Welfin, denn ihre Urgroßmutter Königin Victoria stammte von dieser Familie ab. Der Schwarze Hochadel und die europäischen Königshäuser sind prominente Mitglieder des Club of Rome

dojon86

11. September 2022 17:51

@Umlautkombinat 11.09.22 12:54 Na mein Schreibfehler hat wohl nichts mit einer Freudschen Fehlleistung sondern eher mit der Schwierigkeit, kompliziertere Texte am I Phone zu tippen, zu tun.

dojon86

11. September 2022 18:07

@Imagine 14:22 Sie beschreiben die alten Eliten nicht unrichtig. Allerdings haben die Marxisten dort wo sie die Macht ergriffen, auch keine andere Art von Elite geschaffen. Diesbezüglich bin ich ein Anhänger des liberalen Staatskonzepts. Macht ist in einer modernen komplexen Gesellschaft notwendig, muss aber durch Gegenmacht ständig eingeschränkt sein. Es ist, sieht man sich die menschliche Verfasstheit ohne Illusionen an, doch kein Zufall, dass das Gleichgewicht des Schreckens Europa viele Jahre des Friedens beschert hat. Ja ich wage sogar die Behauptung, dass der Bevölkerungsaustausch bei einem intakten Gegenmodell (der Ostblock war halt ein dysfunktionale Gegenmodell) im Westen so nicht durchführbar gewesen wäre. Damit breche ich keine Lanze für die alte Sowjetunion und ihre Satelliten, das war kein positives Gegenmodell, aber es war eben trotzdem ein Modell, das durch seine schiere Existenz die Macht westlicher Eliten einschränkte.

Niekisch

11. September 2022 18:43

"auch das, was die JN aufbieten konnte, war zum weglaufen. Die Tradition dieser sogenannten rechten Gruppieren, die 30 Jahre zuvor, war, sich mit den linken Schlägern zu prügeln."

@ Laurenz 11.9. 04:21: Da beleidigen Sie Leute wie Ralph Hofmann, Axel Zimmermann, Heinrich Gerlach (+), Max Arnd vom Brocke, Peter Zimmer (+), Rainer Vogel (+), Bernd Dröse (+) und viele andere, zuallerletzt natürlich mich. 

Si tacuisses!

 

 

Imagine

11. September 2022 18:49

1/2

@Gustav   11. September 2022 16:52
„Konferenz des „Club of Rome“ [], auf der die Weichen für das gestellt wurden, was wir heute als Deindustrialisierungs- und ökonomische Prekarisierungsagenda live und in Farbe erleben dürfen“

Man versteht die großen Zusammenhänge erst, wenn man erkennt, dass die Herrschaft des  Establishments durch die Bürgerrechts- und Freiheitsbewegung(en) der 60er Jahre, insbesondere durch die Intelligenzschichten, bedroht war.

Denn diese kritisch-oppositionelle Intelligenz stelle die Legitimität der herrschenden Eigentums- und Wirtschaftsordnung in Frage. Der Spätkapitalismus hatte existenzbedrohende Legitimitätsprobleme, worauf Habermas in einer gleichnamigen Publikation hinwies.

Das reaktionäre Establishment reagierte darauf mit der Zerstörung von traditionellen bürgerlichen Bildungsinstitutionen, namentlich des Gymnasiums und der klassischen Universität, sowie mit Berufsverboten für die systemkritische Intelligenz. Das Massengymnasium und die Massenuniversität wurden zu Produktionsstätten von system- und arbeitsmarktkonformen Arbeitskräften. Die Bildung von Funktionseliten in private Schulen und Hochschulen oder in private Programme (z.B. Young Global Leaders des WEF) verlagert.

Die Bildung von systemkritischer Intelligenz wurde so effektiv blockiert und verhindert.

Imagine

11. September 2022 18:52

2/2

Eine Deindustrialisierung hat nicht generell stattgefunden, sondern es gab Produktionsverlagerungen, insbesondere nach Asien. Nur aus einer eingeengten nationalen Perspektive erscheint es als Deindustrialisierung. In der globalen Perspektive sehen wir eine Produktionsausweitung und eine Veränderung der Produkte, die immer mit einer Entwertung bisheriger Gebrauchsgegenstände einhergingen. So bei elektrischen und elektronischen Geräten, Autos, Heizungen etc. Zudem verbunden mit einer Inflation sowie einer gigantischen Verteuerung von Mieten, Gesundheitsdienstleistungen, Energie, Wasser etc.

Natürlich geht es um gezielte Prekarisierung. Armut bringt die Menschen in einen Überlebenskampf. Verarmung ist ein bewährtes Mittel gegen Revolution. Aus Armut resultiert politische Ohnmacht.

Nur als Hinweis: Auch Massenimmigration von Kulturfremden und Umvolkung sind effektive Mittel der Herrschaftssicherung. Aber soweit können viele nicht denken.

nom de guerre

11. September 2022 19:15

@ KlausD.

„Teilnehmer einer demokratisch legitimierten Demo von der Antifa halbtot zu prügeln ist zu tolerieren. Aber die Gräueltaten an der deutschen Zivilbevölkerung in den letzten Kriegstagen nicht zu vergessen, ist Haß - hmm, aha.“

Wann und wo habe ich das gesagt? Wenn Sie die Diskussion der letzten Tage aufmerksam verfolgt haben, wissen Sie, dass ich Laurenz geantwortet hatte, der wiederum mir Geschmacklosigkeit in meinem Geschichtsbild vorwarf, aber lassen wir das. Wir bewegen uns da leider etwas auf den Kindergarten zu, ich würde aber gerne zumindest noch richtigstellen, was ich meinte. Laurenz schrieb, er hasse Briten (wegen deren Kriegsverbrechen). Leider finde ich diesen Kommentar beim Runterscrollen gerade nicht, aber um diesen Hass als Gefühl, das m.E. niemandem weiterhilft, ging es mir, sicherlich jedoch nicht darum, nicht mehr an diese Dinge zu erinnern. Auch das hatte ich explizit geschrieben. Aber natürlich kann das für sich selbst jeder handhaben, wie er möchte.

nom de guerre

11. September 2022 19:47

Nachtrag zu meinem Kommentar an @ KlausD.

Unabhängig davon, was L. geschrieben oder nicht geschrieben und sich hier mglw. lediglich meine altbekannte Leserechtschreibschwäche bemerkbar gemacht hat: Ich bin nicht der Meinung und habe auch nicht gesagt, dass man Kriegsverbrechen am deutschen Volk vergessen sollte. Von Antifa und dieser bemerkenswerten Forderung aus Polen war ohnehin nicht die Rede. Aber Hass bringt m.E. nichts. Wenn jedoch jemand hassen will, dann geht es mich nichts an.

Maiordomus

11. September 2022 21:08

@Ordoliberal. Zu Ihrer teilweisen Entlastung, nicht mit einer Entschuldigung meinerseits gleichzusetzen. In Ihrem Bemühen, den linken Flügel der deutschen Rechten, auch solche, die sich hier äussern, provokativ auf unterster Schublade zu parodieren, verwendeten Sie betr. Hayek den Ausdruck "globalistisches Schwein". In Ihrer Woetwahl gingen Sie in bemühter ironischerr Absicht auf ein Niveau, bei dem ein Leser wie ich  die Geduld verlieren kann. Ironie kann heissen, nach Karl Valentin: "Unter dem Vorwand, ein Schwein zu sein, war er ein Schwein." Natürlich hätte man der Einleitung Ihrer Wortmeldung entnehmen können, dass Sie Mühe damit haben, sich hier noch verständigen zu können. Und natürlich halten nicht Sie H. für ein "globalistisches Schwein", sondern Sie unterstellen "nur" einigen, sie würden so denken. Ich ärgerte mich zumal  über ein Platz greifendes Niveau, dem Sie sich in der Wortwahl anzugleichen bemühten. Selbst wenn Sie es nicht so meinten: Es war aber für mich eine fragwürdige  Wortmeldung; auf die besser verzichtet werden sollte. Wer parodiert, der diskutiert nicht, er äfft. Immerhin hat niemand hier im Ernst den Verfasser des Buches "Der Weg zur Kmechtschaft" ein "globalistisches Schwein" nennen wollen, zumal auch Sie nicht, nämlich "nur" in missglückt parodistischer Ausdrucksweise.

Ordoliberal

11. September 2022 21:41

@Majordomus

Wie Sie meinem Decknamen "Ordoliberal" entnehmen können, bringe ich Hayek natürlich höchste Sympathie entgegen. Ich habe in meinem Beitrag lediglich einem bestimmten Spektrum von Rechten unterstellt, dass sie Hayek für einen Globalisten und daher für ein "Schwein" halten. Das Wort "Schwein" habe ich gewählt, um meinen Unmut über die Aggressivität einiger Beiträge auszudrücken.

Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass Hayek, lebte er noch, kein Globalist im heutigen Sinne wäre. Welthandel zu befürworten und Globalist zu sein sind verschiedene Dinge. Die Ideen des WEF gehen gegen jede Grundüberzeugung der Österreichischen Schule.

Franz Bettinger

12. September 2022 01:49

Als zweifelhaft erachte ich die Ehre der Regentschaft Elisabeth's, weil es einem nicht zur Ehre gereicht, wenn man den Untergang des Vaterlandes nicht verhindert, ja nicht mal der Versuch eines Dagegen-Steuerns sichtbar wird. Das Britische Weltreich zerbrach nicht nur, es fiel in den Dreck. Hat ein König denn nicht mehr zu tun, als zu repräsentieren? Sollte er, in höchster Not, nicht den Mut haben, so aussichtslos das Unterfangen vielleicht auch ist, das Steuer zu ergreifen und den Kurs zu ändern und koste es ihn das Leben oder auch nur Status und Vermögen?! Nein, die Queen war keine Konstante; sie war eine chose négligeable. Ein impotenter König ist aber nur lächerlich. Da ist es besser abzudanken (wie Wilhelm II). Aber auch Helmut Schmidt fand im deutschen Schicksals-Herbst (Migranten-Flut 2015) nicht den Mut, mit klaren Worte zu warnen. Peter Scholl-Latour hätte es getan. - Ehre? Man erkennt sie nur, wenn's drauf ankommt. 

Ordoliberal

12. September 2022 04:24

@Majordomus

Unsere Beiträge haben sich gekreuzt. Verzeihen Sie mir meine Gereiztheit angesichts peremptorischer Urteile eines Debattanten, der sich gern ad hominem auslässt. Damit meine ich natürlich nicht Sie. Ich finde es auffallend, dass es immer die Linken unter den Rechten sind, die am liebsten Haltungsnoten verteilen und in Gut und Böse scheiden. Das scheint eine linke Konstante zu sein. Meine Theorie: Der Selbstzweifel ist nicht nur ein liberaler, sondern auch ein christlicher Wert. Deswegen ist es möglich, ein katholischer Liberaler zu sein, aber kein demokratischer Sozialist.

Ausguck

12. September 2022 10:43

@Franz Bettinger,12. September 2022 01:49

Mit QE II ist eine große, alte Dame nach 70 Jahren Pflichterfüllung auf dem britischen Königsthron im hohen Alter gestorben. Ja, vielleicht hätte sie versuchen können, in die Speichen des Steuerrades wirkungsvoller einzugreifen, um den Aufprall im Dreck etwas abzumildern, aber einen Kurswechsel vorzunehmen, war ihr in einer konstitutionellen Monarchie eben unmöglich. Wie ich schon schrieb, bewirkte sie nicht mehr als ein gutes Make Up, um den Alterungsprozeß in die Dekadenz zu verschleiern, aber auch nicht weniger. Ihr mißratener Sohn wird selbst dies nicht zuwege bringen. RIP Elizabeth II, mit Dir starb eine Epoche! 

Maiordomus

12. September 2022 12:32

@Ordoliberal. Was Sie über den "katholischen Liberalen" schreiben, es war bei den Röpke-Tagungen in Graubünden vor 52 Jahren plusminus eine Selbstbezeichnung von Erik v. Kuehnelt-Leddihn, der sich sogar, was man schon damals ganz falsch verstehen konnte, einen "rechtsradikalen katholischen Liberalen" nannte. Mit "rechtsradikal" meinte er, ähnlich wie die Radikalliberalen des 19. Jahrhunderts, von den Wurzeln her denkend, was indes heute mit dieser Wortwahl sogar ausserhalb des Verfassungsschutz-Milieus unbrauchbare Wortwahl geworden ist. Für "radikal" sagt man heute, wiewohl es nicht ganz dasselbe ist, eher "metapolitisch".  

Ich betrachte unser Missverständnis als beigelegt, bleibe aber bei der Mahnung, in Sachen parodistisch-ironischer Wortwahl Begriffe wie das noch und noch verleumdete liebe "Schwein" wie ebenfalls Ausdrücke aus der Fäkalsprache zu meiden. Überdies verdienen auch die Linken unter den Rechten, die ihrerseits nicht (nur) als Primitivlinge abgetan werden können, eine faire Auseinandersetzung. Den Besseren unter ihnen wäre durchaus "Liga Wagenknecht" zuzutrauen, freilich bis anhin ohne deren kommunikatives Charisma.   

heinrichbrueck

12. September 2022 13:54

"Im Einzelfall ist es nicht unvernünftig, sich jeweils für jene konkreten Herrschaftskonstellationen zu bemühen, bei denen der angerichtete Schaden eine gewisse Minimierungstendenz hat." (Hochleistungsakademiker)
Das Leben eines Europäers = "angerichtete Schaden". 
"Lieber das Land eine Wüste als ein Land voller Ketzer." (Fürsterzbischof Colloredo, Salzburg)
Zwei Hochleistungsdemokraten unter sich. Was soll das werden, wenn es fertig ist? Souveräne Handlungsfähigkeit sieht anders aus.

Maiordomus

12. September 2022 17:29

@heinrich brueck. "wenigstens nicht schaden" gehört zu den wichtigsten Grundsätzen der Hippokratischen Medizin. Wäre zum Beispiel beim Umgang mit dem Corona-Virus einer der wenigen rationalen Grundsätze gewesen: Auch z.B. eine nichtlinke Beteiligung an einer linken Regierung wie die durch die FDP müsste realistisch Schadenminimierung mit Abwehr von Wahnvorstellungen zum Ziel haben, wovon man aber bis jetzt, wenn ich mich nicht täusche, zu wenig sieht. Für Staatsskeptiker, zu denen Popper gehörte, war Schadenminimierung Argument für Demokratie. Wenn aber eine Monarchie unschädlicher ist als eine Diktatur, dann unbedingt Monarchie. Mit Wilhelm II. hätte es, so die Vermutung von Reinhold Schneider, vermutlich einen abermaligen Weltkrieg gegeben, aber wohl kaum mit dem Schaden des tatsächlich erlittenen.

Donald Trump wurde von analysefähigen rechten Hochleistungsakademikern nie wegen staatsmännischer Genialität als US-Präsident in Betracht gezogen, sondern weil der von ihm ausgehende Schaden auf jeden Fall kleiner war als von einer demokrat. Regierung zu erwarten. Und der Brexit brachte bzw. bringt für GB weniger Schaden als der Zwang, EU-Recht zu übernehmen. Auch die Neutralität der Schweiz bedeutete und bedeutet hauptsächlich Schadenminimierung. 

deutscheridentitaerer

12. September 2022 22:00

Was hier kaum thematisiert wurde, sind Prinz Andrew und die umfangreichen und intensiven Kontakte des Königshauses zu Jimmy Savile, die kaum auf eine gutgläubige Weise erklärt werden können. 

Kurativ

13. September 2022 00:42

PS Rotten ("it's better to burn out than to fade away")

Da fällt mir noch der großartige Song von Joël LaBruyère und Les Bringandes ein:

"Les Brigandes - What the fuck?"

https://www.youtube.com/watch?v=H9DR5amtwK4

RMH

13. September 2022 07:34

"... die kaum auf eine gutgläubige Weise erklärt werden können."

@d.i., doch, kann man - genauso, wie man da sich etwas zusammenraunen kann, so wie bei jedem Zufall oder jedem Gerücht. Das Gleiche gilt auch für @Gustavs Gerüchte um eine black nobility. Gut, seitdem auch Frau Markle als Bürgerliche in der Tradition seit Diana einen Adelstitel bekommen hat, gibt es nach ihrer eigenen Selbsteinstufung wohl nunmehr tatsächlich einen "schwarzen Adel" :)

Wer statt in Gerüchten in bekannten und recherchierbaren Fakten stöbern will, kann sich hingegen auch einmal ein bisschen in den Sonderstatus der City of London einlesen. Interessanterweise reichte bspw. die Proklamation von Charles III formal wohl nicht für die City of London aus, denn dort fand eine weitere Proklamation statt.

As King Charles III takes throne, second proclamation made in London | Business Standard News (business-standard.com)

Gustav

13. September 2022 08:30

@ Maiordomus

„In der auswärtigen Politik bin ich entschlossen, Frieden zu halten mit jedermann, so viel an Mir liegt. Meine Liebe zum deutschen Heere und Meine Stellung zu demselben werden Mich niemals in Versuchung führen, dem Lande die Wohlthaten des Friedens zu verkümmern, wenn der Krieg nicht eine durch den Angriff auf das Reich oder dessen Verbündete uns aufgedrungene Notwendigkeit ist. Deutschland bedarf weder neuen Kriegsruhms noch irgend welcher Eroberungen, nachdem es sich die Berechtigung als einige und unabhängige Nation zu bestehen endgültig erkämpft hat." — Kaiser Wilhelm II., Thronrede vom 25. Juni 1888

in: Wilhelm II.: Kaiserreden. Reden und Erlasse, Hrsg. Anton Oskar Klaussmann, Leipzig 1902, S. 11