Ist die Briefwahl das Problem?

von Jean-Pascal Hohm (MdL und Bundesvorsitzender der Generation Deutschland) und Fabian Jank (MdL und Landesvorsitzender Brandenburg der Generation Deutschland).

2026 ste­hen zahl­rei­che Wah­len an. Neben den Land­tags­wah­len in Baden-Würt­tem­berg, Rhein­land-Pfalz, Sach­sen-Anhalt, Ber­lin und Meck­len­burg-Vor­pom­mern wer­den auch etli­che kom­mu­na­le Spit­zen­äm­ter neu besetzt – allein im Land Bran­den­burg ste­hen sechs Land­rats- sowie meh­re­re Bür­ger­meis­ter­wah­len an.

Doch wäh­rend die mär­ki­sche AfD bei den Kom­mu­nal- und den Land­tags­wah­len 2024 sowie bei der Bun­des­tags­wahl 2025 gro­ße Erfol­ge erzie­len konn­te, gelang es bis­lang nicht, den Pos­ten eines kom­mu­na­len Haupt­ver­wal­tungs­be­am­ten zu beset­zen. Jüngs­tes Bei­spiel ist die Land­rats­wahl im Land­kreis Ober­spree­wald-Lau­sitz, bei der die AfD-Kan­di­da­tin Ant­je Ruh­land-Füh­rer in der Stich­wahl 46,6 Pro­zent der Stim­men erreich­te. Auch in Ora­ni­en­burg (40,4 Pro­zent) und Bad Frei­en­wal­de (48,4 Pro­zent) wur­den bei Bür­ger­meis­ter­wah­len beacht­li­che Ergeb­nis­se erzielt. Ein Sieg auf kom­mu­na­ler Ebe­ne steht in Bran­den­burg jedoch wei­ter­hin aus.

Die zen­tra­le Her­aus­for­de­rung liegt im Errei­chen abso­lu­ter Mehr­hei­ten, dar­an sind wir in der Ver­gan­gen­heit wie­der­holt geschei­tert. Das Spiel „alle gegen die AfD“ wur­de in Bran­den­burg bis­her von sei­nen Erfin­dern gewon­nen. Doch patrio­ti­sche Wahl­sie­ge, bei denen es auf abso­lu­te Mehr­hei­ten ankommt, sind kei­nes­wegs unmög­lich. Das zei­gen die Wahl­er­fol­ge Donald Trumps 2016 und 2024, das Brexit-Votum eben­so wie AfD-Sie­ge in Son­ne­berg, Rag­uhn-Jeß­nitz oder zuletzt im säch­si­schen Altenberg.

Pro­blem Brief­wahl – Oft macht am Ende das Ergeb­nis der Brief­wahl den Unter­schied – so auch bei der  Land­rats­wahl im Land­kreis Ober­spree­wald-Lau­sitz. Ohne sie hät­te die AfD gewon­nen. Nach dem Bekannt­wer­den des end­gül­ti­gen Ergeb­nis­ses empör­te sich das alter­na­ti­ve Lager erneut rasch über die Brief­wahl. Den Vor­wurf des sys­te­ma­ti­schen Wahl­be­trugs hört man im Umfeld der AfD nicht selten.

Und, ja: Abwei­chun­gen zwi­schen Urnen- und Brief­wahl­er­geb­nis­sen sind signi­fi­kant. Und, ja: Die Brief­wahl ist anfäl­li­ger für Mani­pu­la­ti­on. Und, ja: Aus demo­kra­tie­theo­re­ti­scher Sicht ist sie pro­ble­ma­tisch, da Brief- und Urnen­wäh­ler bei ihrer Ent­schei­dung nicht den­sel­ben Infor­ma­ti­ons­stand haben.

Den­noch las­sen sich die Unter­schie­de ratio­nal erklä­ren. Die AfD erreicht jene Alters­grup­pen und Milieus nur begrenzt, die beson­ders häu­fig zur Brief­wahl grei­fen. Vor allem älte­re Men­schen – ins­be­son­de­re in Pfle­ge­ein­rich­tun­gen – nut­zen die­se Form der Stimm­ab­ga­be über­pro­por­tio­nal. Ein­rich­tun­gen von AWO oder Cari­tas wer­den jedoch kaum AfD-Kan­di­da­ten Wahl­kampf­auf­trit­te ermög­li­chen, ganz im Gegen­satz zu Bewer­bern der Konkurrenzparteien.

Rent­ner gehö­ren sozio­de­mo­gra­phisch nicht zur Kern­kli­en­tel der AfD. Öffent­lich-recht­li­che Medi­en wir­ken in die­sen Alters­grup­pen weit­aus stär­ker als bei den unter 60-jäh­ri­gen. Auch unter­schei­den sich die Lebens­um­stän­de grund­le­gend, was das Wahl­ver­hal­ten prägt – eben­so wie jahr­zehn­te­lan­ge Parteibindungen.

Der demo­gra­phi­sche Wan­del schlägt sich zudem immer stär­ker in Wahl­er­geb­nis­sen nie­der. Nicht weni­ge spre­chen in west­li­chen Demo­kra­tien von einer Geron­to­kra­tie – einer Herr­schaft der Alten. In Bran­den­burg sind rund ein Vier­tel der Wahl­be­rech­tig­ten über 70 Jah­re, fast 44 Pro­zent sind über 60, wäh­rend die 16- bis 30- jäh­ri­gen ledig­lich 13 Pro­zent stel­len. Ent­spre­chend wir­ken 49 Pro­zent SPD-Anteil bei den über-70-jäh­ri­gen stär­ker als 33 Pro­zent AfD bei Jungwählern.

In abso­lu­ten Zah­len ste­hen rund 84.000 jun­ge AfD-Wäh­ler etwa 240.000 SPD-Wäh­lern im Ren­ten­al­ter gegen­über. Ein Ver­hält­nis von eins zu drei. Die Unter­schie­de sind somit bereits demo­gra­phisch erklär­bar: Über-70-jäh­ri­ge grei­fen häu­fig zur Brief­wahl, haben gro­ßen Ein­fluß auf das Wahl­er­geb­nis und stim­men unter­durch­schnitt­lich oft für die AfD.

Zwei wei­te­re Punk­te muß sich das alter­na­ti­ve Lager selbst zuschrei­ben. Zum einen den Auf­ruf, die Brief­wahl zu mei­den und statt­des­sen im Wahl­lo­kal abzu­stim­men. Das ist grund­sätz­lich rich­tig – führt aber dazu, daß AfD-Wäh­ler über­durch­schnitt­lich häu­fig auf die Brief­wahl ver­zich­ten, obwohl sie kein Wahl­lo­kal auf­su­chen können.

Zum ande­ren kann ein Wahl­kampf, der erst spät Fahrt auf­nimmt, dazu füh­ren, daß bereits abge­ge­be­ne Brief­wahl­stim­men nicht mehr erreicht wer­den. Wer­den Brief­wäh­ler früh­zei­tig auf unse­re Kan­di­da­ten auf­merk­sam? Haben sie Gele­gen­heit, sich mit ihnen aus­ein­an­der­zu­set­zen? Oder sor­gen zu spät auf­ge­häng­te Pla­ka­te und ver­spä­te­te Flug­blatt­ak­tio­nen dafür, daß unse­re Kan­di­da­ten zwar in der eige­nen Bla­se bekannt sind, bei früh ent­schei­den­den Wäh­lern jedoch weit­ge­hend unsicht­bar bleiben?

Für die Zukunft muß klar sein: Ob es uns gefällt oder nicht – die Brief­wahl ist inzwi­schen ein fes­ter Bestand­teil des Wahl­sys­tems. Ein Vier­tel bis ein Drit­tel der Wäh­ler stimmt mitt­ler­wei­le per Post ab. Die AfD muß wei­ter­hin Kri­tik am Sys­tem der Brief­wahl üben und in Regie­rungs­ver­ant­wor­tung dar­auf drän­gen, daß sie wie­der zur Aus­nah­me von der Regel wird. Bis dahin muß es jedoch dar­um gehen, den Wahl­kampf um die Brief­wäh­ler inten­si­ver zu füh­ren, um die Unter­schie­de zumin­dest teil­wei­se auszugleichen.

Pro­blem gerin­ge Wahl­be­tei­li­gung – Ent­schei­den­der – und häu­fig unter­schätzt – ist bei Kom­mu­nal­wah­len die Wahl­be­tei­li­gung. Die­se lag in Bran­den­burg bei den lan­des­wei­ten Wah­len der letz­ten Jah­re zwi­schen 61 und 82 Pro­zent. Bei der jüngs­ten Land­rats­wahl im Land­kreis Ober­spree­wald-Lau­sitz betrug sie hin­ge­gen nur 43 Pro­zent im ers­ten und 45 Pro­zent im zwei­ten Wahlgang.

Hier besteht erheb­li­ches Poten­ti­al – zumal von einer stei­gen­den Betei­li­gung die AfD beson­ders pro­fi­tie­ren dürf­te. Zwi­schen der Land­tags­wah­len 2014 und 2019 wuchs die Wahl­be­tei­li­gung in Bran­den­burg um 13 Pro­zent bezie­hungs­wei­se rund 260.000 Wäh­ler. Den größ­ten Stim­men­zu­wachs ver­zeich­ne­te dabei die AfD, die ihren Zweit­stim­men­an­teil um elf Punk­te auf 23 Pro­zent stei­gern konnte.

Ähn­lich war es 2024: Von den bis dahin im Land­tag ver­tre­te­nen Par­tei­en gewann die AfD die meis­ten Stim­men aus dem vor­he­ri­gen Nicht­wäh­ler­la­ger und erziel­te ins­ge­samt 29,2 Pro­zent. Doch damit war das Poten­zi­al noch nicht aus­ge­schöpft. Bei der Bun­des­tags­wahl im Febru­ar des fol­gen­den Jah­res kam die mär­ki­sche AfD auf 32,5 Pro­zent der Zweit­stim­men – in abso­lu­ten Zah­len rund 96.000 Stim­men mehr als bei der Land­tags­wahl nur ein hal­bes Jahr zuvor.

Was also beweg­te jene 96.000 Wäh­ler, die im Herbst 2024 noch nicht AfD gewählt hat­ten, im Febru­ar 2025 dazu, dies zu tun? Eine kom­ple­xe Fra­ge – doch sicher ist: Jede Wahl folgt eige­nen Gesetz­mä­ßig­kei­ten. Bei Bun­des­tags- und Land­tags­wah­len spie­len Pro­gram­me eine grö­ße­re Rol­le, bei Kom­mu­nal­wah­len hin­ge­gen Per­so­nen – stark ver­ein­facht formuliert.

Poli­tisch inter­es­sier­te Men­schen kön­nen sich ein Leben ohne poli­ti­sche Debat­ten kaum vor­stel­len. Doch bei vie­len Bür­gern spie­len poli­ti­sche Debat­ten kei­ne Rol­le. Die media­le Auf­merk­sam­keit und der Dau­er­fo­kus, dem sich kaum jemand ent­zie­hen kann, sind bei Bun­des­tags­wah­len ungleich grö­ßer als bei Kom­mu­nal­wah­len. Genau dort müs­sen wir ansetzen.

Bei der Land­rats­wahl in Ober­spree­wald-Lau­sitz gelang es immer­hin, die Betei­li­gung im zwei­ten Wahl­gang zu stei­gern. Groß­flä­chi­ge Fly­er­ver­tei­lun­gen und Haus­tür­wahl­kampf zeig­ten Wir­kung. Zwar leg­te auch der CDU-Kan­di­dat zu und gewann letzt­lich, sein Zuwachs dürf­te jedoch vor allem aus dem Wäh­ler­re­ser­voir des Kan­di­da­ten der Tier­schutz­par­tei im ers­ten Wahl­gang stam­men, wäh­rend die AfD-Kan­di­da­tin wahr­schein­lich von der höhe­ren Betei­li­gung pro­fi­tier­te. Von 16.971 Wäh­lern im ers­ten Wahl­gang stei­ger­te Ant­je Ruh­land-Füh­rer ihr Ergeb­nis auf 18.878 Stim­men in der Stich­wahl – ein klei­ner Erfolg. Doch von den 28.117 Stim­men, die die AfD bei der Bun­des­tags­wahl 2025 in Ober­spree­wald-Lau­sitz erhielt, blieb die AfD-Land­rats­kan­di­da­tin bei der Land­rats­wahl weit entfernt.

Ein Plä­doy­er für die Basis­ar­beit – Die Wochen zwi­schen den bei­den Wahl­gän­gen haben gezeigt, daß es wei­ter­hin zahl­rei­che AfD-affi­ne Bür­ger gibt, die im ers­ten Durch­gang – aus unter­schied­li­chen Grün­den – nicht zur Urne gegan­gen waren. Wir sind über­zeugt, daß unter den nächs­ten fünf, zehn oder fünf­zehn Pro­zent zusätz­li­cher Wahl­be­tei­li­gung der Zuspruch für die AfD über­durch­schnitt­lich hoch ist – und genau dar­in liegt unser Pfund.

Kom­mu­nal­wah­len benö­ti­gen deut­lich mehr Auf­merk­sam­keit. Dafür müs­sen eben­so klas­si­sche wie neue For­men der Wahl­wer­bung genutzt wer­den. In den USA kon­zen­trie­ren Par­tei­en einen erheb­li­chen Teil ihrer Res­sour­cen auf soge­nann­te Swing Sta­tes. Auch in Bran­den­burg läßt sich erken­nen, wo AfD-Wahl­kämp­fe auf beson­ders frucht­ba­ren Boden fal­len – und wo weni­ger. Ent­spre­chend müs­sen Kam­pa­gnen regio­nal unter­schied­lich prio­ri­siert werden.

Doch damit Wahl­kämp­fe über­haupt fruch­ten kön­nen, braucht es jah­re­lan­ge Vor­ar­beit. Der AfD-Poli­ti­ker muß Nach­bar, Ver­eins­mit­glied, Teil der Gemein­schaft sein – kein blo­ßer Funk­tio­när, der ledig­lich den Par­tei­an­ste­cker in der Gemein­de­ver­tre­tung trägt. Er muß dem ent­spre­chen, was Bene­dikt Kai­ser als „orga­ni­schen Poli­ti­ker“ beschreibt. In man­chen Regio­nen Bran­den­burgs gelingt das seit Jah­ren gut, in ande­ren fehlt die nöti­ge Kon­ti­nui­tät – häu­fig man­gelt es schlicht an enga­gier­ten Men­schen vor Ort.

Unse­re Bewe­gung kann nur an uns selbst schei­tern, nicht an der Brief­wahl, auf die wir kei­nen Ein­fluß haben, und auch nicht allein an Bünd­nis­sen der ande­ren Par­tei­en. Wir soll­ten viel­mehr selbst­be­wußt fest­stel­len, daß es inzwi­schen nötig ist, geschlos­sen gegen uns anzutreten.

Um die Basis­ar­beit vor­an­zu­brin­gen, braucht es neben wei­te­rem Mit­glie­der­wachs­tum vor allem Schu­lun­gen für jun­ge wie älte­re Par­tei­mit­glie­der sowie eine Pro­fes­sio­na­li­sie­rung in allen Berei­chen. Die Zeit des blo­ßen Popu­lis­mus ist vor­bei. Von uns wer­den trag­fä­hi­ge Kon­zep­te und glaub­wür­di­ge Per­sön­lich­kei­ten ver­langt, die sie umset­zen kön­nen. Das muß der Anspruch der par­tei­li­chen Alter­na­ti­ve in den kom­men­den Jah­ren sein – andern­falls bleibt sie nur eine Par­tei unter vie­len, die peri­odisch zu Wah­len antritt.

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Kommentare (25)

MarkusMagnus

11. Februar 2026 13:50

Kurz: Ja.
Aber je weniger AFD Wähler eine Briefwahl machen, umso weniger Schaden für die AFD. Die anderen Parteien nehmen sich dann die Stimmen gegenseitig weg. Die AFD braucht sowieso die absolute Mehrheit. 
Wir müssen jetzt schonmal Wahlbeobachter, Fahrer und Fahrzeuge organisieren um die älteren/gehbehinderten Menschen zur Wahlurne zu fahren. Ich bin selbstverständlich dabei.
Würde mich als Fahrer anbieten.
 

Freichrist343

11. Februar 2026 13:50

Es ist möglich, dass die AfD in SA die absolute Mehrheit erreicht. In BW natürlich nicht. Aber immerhin wird die AfD die Grünen überholen. Die AfD sollte sich dem BSW, der Basis und der ÖDP annähern. Die Basis kämpfte damals gegen die Corona-Zwangsmaßnahmen. Und heute kämpft sie u. a. für eine Arbeitszeitverkürzung.
https://jlt343.wordpress.com

Laurenz

11. Februar 2026 13:52

Einfach mehr Geduld haben. Jedes Jahr sterben 1 Mio. Alt-Wähler weg.

Le Chasseur

11. Februar 2026 14:45

"Doch patriotische Wahlsiege, bei denen es auf absolute Mehrheiten ankommt, sind keineswegs unmöglich. Das zeigen die Wahlerfolge Donald Trumps 2016 und 2024."
LOL
Ist von dem Donald Trump die Rede, der von Miriam Adelson Millionenspenden erhielt*, damit er patriotische Politik für Israel macht und der zum engsten Kreis des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein gehörte? Ist dieser Donald Trump gemeint?
Wenn die AfD bei Wahlen erfolgreich abschneiden will, sollte sie aufhören, sich positiv auf diesen Gangster und Kriegstreiber zu beziehen.

Mitleser2

11. Februar 2026 15:12

Die Frage ist doch eher: Lagerung und Kontrolle der Briefwahstimmen. Und wieviele Wahlbeobachter der AfD sind in Abstimmungsräumen, und wieviele bei der Auszählung der Briefwahlstimmen. 
@MarkusMagnus: "Die anderen Parteien nehmen sich dann die Stimmen gegenseitig weg."
Diese Logik müssen Sie mal erklären.
 

RMH

11. Februar 2026 15:21

"Einfach mehr Geduld haben. Jedes Jahr sterben 1 Mio. Alt-Wähler weg."
@Laurenz, ja, das gibt einen netten Wettlauf mit der Zeit, wenn gleichzeitig jedes Jahr fast bzw. knapp 300.000 Menschen neu eingebürgert werden & damit wählen dürfen. Aber auch die Neubürger & deren ggf. schon länger hier lebenden MiHiGru Brüder erleben gerade die Folgen des sich auflösenden, zerfallenden, immer teurer werdenden Deutschlands. Ob dennoch alle davon brav Linke & SPD wählen? Die Mehrheit bestimmt.
Zum Beitrag:
Ich dachte bislang, dass die AfD bewusst erst sehr spät Plakatte bei Wahlen hängt, weil sie sonst zu schnell zerstört werden, wenn sie länger hängen. Ich mag Briefwahl eben genau aus dem Grund nicht, dass es damit keinen einheitlichen Wahltag mehr gibt, sondern nur noch eine einheitliche Auszählung. Wenn man selber einen Alters-Demenzpatienten in der Familie hat, weiß man auch, dass Tür & Tor offen stehen, dessen Stimme via Briefwahl zu manipulieren, wenn man kriminell genug ist. Unter dem Strich hat der Artikel aber recht: Jammern hilft nicht, man hat mit den Gegebenheite umzugehen. Als weiterer Punkt für die Stärkung auf kommunaler Ebene sollte man es auch mit offene Listen versuchen. 

NC472

11. Februar 2026 15:45

Die Frage ist nicht Briefwahl oder keine Briefwahl. Die Frage in einem Territorium in welchem die demographische Pyramide auf dem Kopf steht ist, wie Zukunftsfördernd und damit Territorial Stabilitätserhaltend ist es der Ü-50 das passive und aktive Wahlrecht weiter zu überlassen. Es ist rational für den Geriatrischen Überhang die Zukunft weiter zu konsumieren, also sich wie bereits über die vergangenen 54 Jahre Defizits, Inflations und Fantasie Finanzierte "Wohltaten" auf Kosten und Risiken von nie existierenden Kindern (bzw importierte kurzzeit Schuldenverwässerungs Köpfen) zu wählen.
Und wer jetzt meint "die haben ihren Beitrag geleistet" - nein haben sie nicht. Wer vor 50 Jahren 2 DM in ein Pyramidenspiel einbezahlt hat und jetzt meint er hätte Anrecht auf monatlich 50€ für die nächsten 30 Jahre ist ein Kinder opfernder Kommunist.

Ein gebuertiger Hesse

11. Februar 2026 16:30

Jeder, der die AfD wählen möchte und NICHT bettlägerig ist, geht bitteschön auf eigenen Füßen in die Wahlkabine und setzt dort seine Kreuze. Briefwahl?, braucht so jemand doch nicht.

MarkusMagnus

11. Februar 2026 16:44

@ Mitleser2
"Diese Logik müssen Sie mal erklären."
Ich versuche es, ich bin in solchen Dingen allerdings nicht sehr gut. Ich bin lieber der Schüler als der Lehrer.
Wenn! man dahinter ist, also Wahlurne und Auszählung komplett beobachtet, sind Fälschungen im Wahllokal faktisch ausgeschlossen. Die Wahlergebnisse werden auch in der Zeitung veröffentlicht, man vergleicht diese einfach und weiss ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist oder nicht.
Bei der Briefwahl sieht es natürlich ganz anders aus. Wenn im Idealfall kein AFD Wähler eine Briefwahl macht, sondern nur am der Urne wählt, bleiben die AFD Stimmen, egal ob die dann bei der Auszählung der Briefwahl Wahlscheine verschwinden lassen oder umetiketieren. Alles das würde gleichzeitig zu Lasten oder zum Vorteil von den Altparteien gehen, was aber für die AFD Stimmen insgesamt irrelevant ist. Je weniger AFDler Briefwahl machen, um so weniger ist die AFD von eventuellen Wahlfälschungen dort betroffen. 
Ich fahre gerne die Omas gegen Links zum Wahllokal.

fw87

11. Februar 2026 17:01

Möglicher Wahlbetrug ist für mich ein Thema, das schon länger in der Luft liegt. Der Artikel beschreibt sehr gut die verschiedenen Aspekte bei der Briefwahl. Von meiner Erfahrung her ist es so, dass insbesondere Linke auf Briefwahl zurückgreifen. Briefwahl hat etwas unverbindliches und entspricht vielleicht von daher eher der linken Mentalität. Die Betrugsanfälligkeit der Briefwahl ist aber eine Tatsache, wie man schon der "unverdächtigen" Wikipedia entnehmen kann.
Um Abhilfe zu schaffen könnte man z.B. daran denken, die Möglichkeit der Briefwahl an Auflagen zu knüpfen, früher musste man etwa darlegen, warum man im Wahllokal nicht erscheinen kann. 
Ein noch viel schlimmeres Übel sind natürlich die Pläne, Wahlen zu digitalisieren. Ich denke man muss kein Pessimist sein, um anzunehmen, dass dann ITler entscheiden würden, wer in die Regierung kommt. 

Maiordomus

11. Februar 2026 17:50

Noch Frage an diejenigen, die vielleicht doch mehr öffentlichrechtliche Informationsmittel zur Kenntnis nehmen, betr. die Art und Weise, wie diese Sender über die öffentliche Sicherheit in Zügen und Bussen informieren. Sowohl der Kanal Clownie wie Tim Kellner machten dieser Tage, zum Teil heute, Auszüge von sog. Expertenmeinungen, sogar einem Polizeiausbildner Oldenburg, auch einem Sozialwissenschaftler und weitere aus diesem Bereich, die an dümmlicher Banalität und nichtssagenden Umschreibungen, wie es zu Gewalt komme, bei der Tabuisierung der Migrantengewalt kaum mehr zu übertreffen waren, manchmal dicht oder über der Grenze reiner Idiotie. Muss man davon ausgehen, dass es nicht bloss ein tendenziöser Ausschnitt ist, sondern radikal konsequente Tatsachenausblendung? Erklärungen sind u.a. Enge in den Verkehrsmitteln und dass es Männer seien und dass in der Art v. Trump weltweit das Recht des Stärkeren zu solchen Vorkommnissen führe? Als Beispiel wurde ausserdem ein Deutscher vor der Kamera vorgeführt, der als eine Art Therapiefall charakterisiert wurde. Ist diese Art "Aufklärung" für Leitmedien wirklich repräsentativ? Gibt es Sendungen, die wenigstens realisieren, dass derlei sogar kontraproduktiv wirken könnte?

Majestyk

11. Februar 2026 18:29

@ Le Chasseur.
Wenn die AfD sich an Leuten wie Ihnen ein Beispiel nimmt, wird Deutschland zur Multikultiversion von  Nordkorea. Na ja, wird es eh vielleicht in Grün. Ihr Nordkorea wäre matschbraun mit Hammer und Sichel, als Nationalhymne die Internationale oder Auferstanden aus Ruinen. Erste Fremdsprache in der Schule wird chinesisch, auf den Straßen spricht man überwiegend arabisch und das wichtigste Verkehrsmittel wird die Rikscha. Viel Vergnügen!

Majestyk

11. Februar 2026 19:00

@ Ein gebuertiger Hesse:
Wer nicht krank, invalide oder behindert ist und den Weg zur Wahlurne nicht findet, braucht auch nicht wählen. Die Briefwahl war ja nicht dazu gedacht, die Faulheit des Wählers zu unterstützen.
Ich habe aber gerade mal recherchiert. Der größte Anteil der Briefwähler findet sich zwar in der Altersgruppe 60–69, direkt danach kommt aber die Altersgruppe 18–29. Letztere ist auch die Altersgruppe mit der geringsten Wahlbeteiligung.

RMH

11. Februar 2026 19:28

"Gibt es Sendungen, die wenigstens realisieren, dass derlei sogar kontraproduktiv wirken könnte?"
@Maiordomus,
Sendungen nicht, aber zumindest der neue Kolumnist bei der Blöd, Harald Martenstein, hat realisiert, dass manches kontraprodutkiv sein kann.
https://www.bild.de/politik/meinung-kommentare-kolumnen/mail-von-martenstein-liebe-caren-miosga-698b70ddf4d0b8d94ca17e73
Ich vermute, morgen oder alsbald bekommt dann zum Ausgleich irgendeiner von der AfD von Martenstein einen Einlauf.
 

Andreas J

11. Februar 2026 19:34

Darüberhinaus: Eltern, Großeltern sensibilisieren, gegen die Narrative der Systemmedien immunisieren, Horizonte jenseits der ÖRR-Wüste eröffnen usw. 

Le Chasseur

11. Februar 2026 19:38

@Majestyk
"Ihr Nordkorea wäre matschbraun mit Hammer und Sichel, als Nationalhymne die Internationale oder Auferstanden aus Ruinen"
"Auferstanden aus Ruinen" natürlich. 
Alte Not gilt es zu zwingen,Und wir zwingen sie vereint
Wenn wir brüderlich uns einen,Schlagen wir des Volkes Feind!
 

MarkusMagnus

11. Februar 2026 20:36

@Alle
Wie läuft das eigentlich bei der Briefwahl ab?
Im Wahllokal habe jch das Recht den ganzen Tag auf die Wahlurne zu schauen und bei der Auszählung dabei zu sein. Gut. So gehört sich das auch. Wie ist es aber bei der Briefwahl?
Da sitzen doch nur ausgewählte Leute. Oder? Auch welche von der AFD? Und die Gefahr liegt ja schon im Transportweg, denn die Post ist auch nicht mehr das, was sie mal war. 
Alles das ist jedoch nichts wert wenn es Krieg gibt. Die ganze Welt sieht ja jetzt das die westlichen Eliten -derb gesagt- eine Bande von Kinderschändern ist. Eigentlich kann die nur noch ein grosser Krieg retten, die Zündschnüre sind dafür gelegt. 
Das Wichtigste ist jetzt einen Krieg zu verhindern, ohne die mittel- und langfristigen Ziele aus den Augen zu verlieren.
Ich glaube die AFD in Sachsen-Anhalt könnte sogar über 50% schaffen. Klar, nach oben wird die Luft immer dünner. Jeder, der jetzt schon AFD wählt, sollte versuchen noch einen Nichtwähler oder Altparteuenwähler zu überzeugen. Wenn es nur jedem 4. ( ?Ich war ein schlechter Schüler, kann ja mal jemand ausrechnen) gelingt, noch einen zu überzeugen, dann kann es klappen. 
Das ist die Mühe wert. 
Ich konnte immerhin hier in Hessenn meine Mutti überzeugen, meine Freundin wählt aber bisher weiter BSW ;). Da muss ich noch mal ran.
 
 
 

Speng

11. Februar 2026 20:40

"In den USA konzentrieren Parteien einen erheblichen Teil ihrer Ressourcen auf sogenannte Swing States. Auch in Brandenburg läßt sich erkennen, wo AfD-Wahlkämpfe auf besonders fruchtbaren Boden fallen – und wo weniger. Entsprechend müssen Kampagnen regional unterschiedlich priorisiert werden."
Sehr, sehr unglücklicher Vergleich zwischen dem unter Mehrheitswahlrecht funktionierenden System in den USA und den Herausforderungen im (gar-nicht-mal-mehr-so-personlisierten) Verhältniswahlrecht der BRD. 
In Amerika können so Wahlkreise und ganze Gliedstaaten abgeschrieben werden, in Deutschland zählt (mindestens kommunal) jede Stimme. Hier darf man nicht so verfahren!
Die AFD will doch immer noch Wählergruppenanteile bei manchen Kohorten steigern, wo's zuletzt noch nicht so rosig aussah (Frauen, Akademiker, öffentl. Dienst, Alte), oder? Würde man jetzt Wahlkreise/Wohngebiete abschreiben, welche "sozial-demographisch" herausfordernd sind (Ausländeranteil, Studentenstadt, Wohlsituierte), würde sehr viel Potenzial liegenbleiben.
 
@MarkusMagnus
Wem von den Kartellparteien die manipulierten Stimmen zugeordnet werden, ist für's System nur von sekundärer Bedeutung. Um die Pfründe darf im unteren Management gerne ein Hauen und Stechen ausbrechen.
 

RMH

11. Februar 2026 22:28

"Wie läuft das eigentlich bei der Briefwahl ab?Im Wahllokal habe jch das Recht den ganzen Tag auf die Wahlurne zu schauen und bei der Auszählung dabei zu sein."
@M.M, vergleichbar. Die Stimmzettel aus der Briefwahl kommen alle auch in eine Urne (halt nicht nur am Wahltag) und deren Inhalt wird am Ende des Wahltages öffentlich ausgezählt.

Laurenz

12. Februar 2026 00:34

@MarkusMagnus @Alle ... ich recherchiere immer mehr über Gugel-KI, weil das schneller geht. Entsprechend den Erfahrungen, die @Franz Bettinger bereits beschrieben/geschildert hat, muß man die KI erstmal von den Mainstream-Datenabfragen verbal befreien, bevor man an die tatsächliche Information herankommt. Was den Wahlbeobachter angeht, gilt in Deutschland folgendes. Jeder kann bei Wahlen Wahlbeobachter sein, auch bei Briefwahlauszählungen. Das gilt nicht für Bundes- oder Landeswahlleiter. Deren Sitzungen sind, zumindest formal, immer öffentlich & können virtuell verfolgt werden.

MarkusMagnus

12. Februar 2026 10:38

@RMH
Und so steht diese Briefwahlurne? Wer wirft die Briefe dort ein?
Wird diese Urne rund um die Uhr bewacht? Und wenn ja, von wem?
Eine "kleine" Sammlung von Wahlbetrug in der BRD:
https://rupp.de/briefwahl_einspruch/briefwahl_wahlbetrug.html

Artabanus

12. Februar 2026 11:04

Vor einigen Jahren gab es bei Roland Tichy einen Artikel zum Thema. Dort wurde vorgerechnet, dass die Bundestagswahl 2005 allein durch die Diskrepanz zwischen Urnenwahl und Briefwahl in NRW entschieden wurde. Diese Diskrepanz war dermaßen groß, dass höchstwahrscheinlich Manipulation dahinter steckte. Die Briefwahl ist immer extrem anfällig für Manipulation und man muss grundsätzlich davon ausgehen, dass gerade in der jetzigen Situation soviel manipuliert werden wird wie nie zuvor. Von daher sind absolute Mehrheiten für die AFD bei Wahlen praktisch unmöglich. Oder glaubt jemand, dass die Gegner Skrupel haben Wahlen zu manipulieren?

Majestyk

12. Februar 2026 15:23

@ Artabanus:
"Oder glaubt jemand, dass die Gegner Skrupel haben Wahlen zu manipulieren?"

Über die Medien werden die Wahlen definitiv manipuliert, auch durch den sozialen Druck, dem sich jeder aussetzt, der offen die AfD auch nur unterstützt. ÖRR Propaganda ist bereits Wahlmanipulation.
Ohne es beweisen zu können, bin ich persönlich aufgrund Beobachtungen der Stimmungslage schon länger der festen Überzeugung, daß gerade hier in NRW die AfD häufiger gewählt als gezählt wird. Gerade für Bundestagswahlen ist NRW der Schlüssel.

Briefwahl sollte es nur bei anerkannter Gehbehinderung geben, besser wären Wahltaxis für Behinderte, falls keine Angehörigen vorhanden.

Aber falls mich jemand fragt, ich glaube eh nicht, daß Deutschlands Schicksal an Wahlurnen entschieden wird, sondern durch geopolitische Verschiebungen.

Franz Bettinger

13. Februar 2026 12:02

Dazu passt dieser Vortrag, der zeigt, wie Donald Trump gegen Wahlbetrug in den USA vorgehen will.

Marcus AC Severus

13. Februar 2026 13:52

Professionalisierung ist das Gebot der Stunde.
Aber auch eine Entfilzung samt Trennung von zu populistischen Teilen. Eine mühsame jahrelange organische kommunale Aufbauarbeit kann schnell durch die Ausgüsse eines populistischen Schreihalses am anderen Ende der Republik zu Nichte gemacht werden.
Abseits davon, immer wieder erschreckend zu lesen wie veraltet die ehemalige DDR doch ist. Ganze Landstriche werden sich in absoluten Zahlen bis 2060 halbieren, die Zahl der Jungen weiter abnehmen, da die Geburtenrate der 18-40 jährigen sogar noch sinkt. (Erst bei deren Kindern könnte die Politik wieder eine höhere Geburtenrate erreichen) Das bringt massive kommunale Herausforderungen mit sich.  

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