Irankrieg und Trumpdämmerung

Hat Donald Trump es wieder einmal geschafft, sich aus einem Desaster zu wurschteln, das er selbst angezettelt hat? So sieht es zumindest einstweilen aus, aber es bleibt fraglich, ob der Waffenstillstand mit dem Iran halten oder die am 28. Februar begonnene Geisterbahnfahrt bald weitergehen wird.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Wie immer ver­sucht Trump nun, sich vor sei­ner Basis und sei­nen lei­der immer noch reich­lich vor­han­de­nen Anbe­tern als der gro­ße sou­ve­rä­ne Sie­ger zu prä­sen­tie­ren. Das ist sei­ne bevor­zug­te Tak­tik seit eh und je, erlernt von sei­nem Men­tor Roy Cohn: Nie­mals einen Feh­ler ein­ge­ste­hen, sich nie­mals ent­schul­di­gen, ein­fach dreist Din­ge behaup­ten, dreist lügen und dreist wei­ter­ma­chen, als wäre nichts gesche­hen. Immer, immer, um jeden Preis “gewin­nen”, und wenn man ver­liert, so zu tun, als hät­te man gewonnen.

Trump ist ein nar­ziß­ti­scher Cha­rak­ter wie aus dem Lehr­buch, einer, der stän­dig um sei­ne eige­ne Groß­ar­tig­keit kreist, und die­se not­falls per­for­ma­tiv erfin­det, durch bom­bas­ti­sche Ges­ten und Wor­te, mit denen er sich selbst sys­te­ma­tisch auf­bläst. Was für ihn zählt, ist immer nur die äuße­re Fas­sa­de, der Schein und nicht das Sein.

Er ist ein Para­de­bei­spiel für das, was Kame­rad Ill­ner (apro­pos Maxi­mi­li­an Krah) als “magi­schen Kunst­glau­ben” bezeichnet:

Ich habe das mal “wil­lens­rechts” getauft, weil Wil­le dabei in Wahr­heit umge­münzt wer­den soll, doch den­ke mitt­ler­wei­le, dass der Begriff irre­füh­rend ist. Gegen Wil­le an sich ist näm­lich nichts zu sagen, wohl aber gegen des­sen Inves­ti­ti­on in irgend­ei­ne Sym­bol­ma­gie (d.h.: in falsch­ver­stan­de­ne Kunst), die dann Wahr­heit pro­du­zie­ren soll.

Der bri­ti­sche Kom­men­ta­tor Mor­goth schreibt:

Trumps unheim­li­ches Talent, durch sei­ne cha­ris­ma­ti­sche Aus­strah­lung und sei­ne bom­bas­ti­sche Art neue Rea­li­täts­wahr­neh­mun­gen zu schaf­fen, schien oft die Rea­li­tät selbst zu ver­schlin­gen – so, als wäre man im Kino der­art von einem Film gebannt, daß man ver­gißt, mit wem man dort ist oder wo man sitzt.

Auf die­se Wei­se hat Trump seit 2015 eine gro­ße Show gelie­fert und sich zum Mem-König der sozia­len Medi­en gemacht. Ange­fan­gen mit sei­ner berühm­ten Fahrt auf der gol­de­nen Roll­trep­pe des Trump Tower, um sei­ne Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tur offi­zi­ell zu machen, geriet das ver­gan­ge­ne Jahr­zehnt zu einer schier end­lo­sen Serie aus iko­ni­schen Sze­nen und One-Linern: “Becau­se you’d be in jail”, “Make Ame­ri­ca gre­at again!”, “Drain the swamp!”, “Fake news!”, “Shit­ho­le count­ries”, “We will build a big, beau­tiful wall!”, “Grab her by the pus­sy!”, “Cov­fe­fe”, “Very fine peo­p­le on both sides”, “Release the Kra­ken!”, “Fight! Fight! Fight!”, “They’re eating the dogs, they’re eating the cats” und so wei­ter und so fort.

2016 war Trump ein revo­lu­tio­nä­res Phä­no­men, das qua­si das gesam­te rech­te Spek­trum des Wes­tens elek­tri­sier­te und mobi­li­sier­te. Mit ihm tri­um­phier­te eine pol­tern­de poli­ti­sche Unkor­rekt­heit über einen Mei­nungs- und Sprach­kon­sens, der spä­tes­tens seit der Flücht­lings­kri­se 2015 brü­chig, ver­lo­gen und faden­schei­nig gewor­den war.

End­lich schie­nen jene eine Stim­me und Ver­tre­tung gefun­den zu haben, deren Inter­es­sen all­zu lan­ge von der “glo­ba­len Klas­se” miß­ach­tet wor­den waren. Sein über­ra­schen­der Sieg über Hil­la­ry Clin­ton erzeug­te im links-libe­ra­len Estab­lish­ment eine für Unser­ei­ner köst­li­che apo­ka­lyp­ti­sche Hys­te­rie und Unter­gangs­stim­mung (hier eine mei­ner ers­ten Ein­schät­zun­gen vom Dezem­ber 2016).

Zu einem gro­ßen Teil ver­dank­te sich Trumps Wahl sei­ner kla­ren Absa­ge an ein­ein­halb Jahr­zehn­te neo­kon­ser­va­tiv-glo­ba­lis­ti­scher Inter­ven­ti­ons­po­li­tik und die aus ihr resul­tie­ren­den desas­trö­sen Krie­ge. An der Auf­rich­tig­keit sei­ner behaup­te­ten guten Absich­ten ließ aller­dings die Tat­sa­che zwei­feln, daß er von Anfang an der Kan­di­dat rechts­zio­nis­ti­scher Krei­se war, die an die­sen Krie­gen und Inter­ven­tio­nen maß­geb­lich betei­ligt waren und von ihnen profitierten.

Die­se bei­nah skla­vi­sche Erge­ben­heit, nicht zuletzt auf sym­bol­po­li­ti­scher Ebe­ne, wur­de zum ver­stö­ren­den Leit­mo­tiv sei­ner Kar­rie­re als zwei­ma­li­ger Prä­si­dent. Es ist genau die­se Ver­bin­dung, die ihn nach oben gebracht hat, die nun sei­nen Nie­der­gang und sei­ne völ­li­ge Demon­ta­ge beschleunigt.

In sei­ner ers­ten Amts­pe­ri­ode dau­er­te es nicht lan­ge, bis sich der Bocks­fuß zeig­te. Die ers­te grö­be­re Ver­stim­mung war Trumps Angriff auf Syri­en im April 2017, der zwar rasch wie­der in Ver­ges­sen­heit geriet, aber einen ers­ten Knack­ser des Ver­trau­ens­bru­ches erzeugte.

Die sich häu­fen­den Irri­ta­tio­nen wur­den rasch mit dem Slo­gan des „3D-Schachs” gekon­tert, das Trump angeb­lich spie­le, um sei­ne Plä­ne durch­zu­set­zen. Die­se Vor­stel­lung wur­de einer­seits zum „Mem” und „Run­ning Gag”, ande­rer­seits zum ver­bis­se­nen Glau­bens­ar­ti­kel der Trump-Ultras. In der QAnon-Bewe­gung, ver­mut­lich Frucht einer geziel­ten Psy-Op aus dem Trump-Lager, wuchs die­ses Rin­gen mit der kogni­ti­ven Dis­so­nanz zu einer sek­tie­re­ri­schen Psy­cho­se an.

„Ver­traut dem Plan“, lau­te­te die Paro­le, denn Trump konn­te nichts falsch machen, Trump war der Erlö­ser, der den „Sumpf“ aus pädo­phi­len Sata­nis­ten end­lich aus­räu­chern und tro­cken­le­gen wür­de. Wer sich nicht von die­sen Wahn­vor­stel­lun­gen blen­den ließ, muß­te bald erken­nen, daß Trump über­haupt kei­nen Plan, nur voll­mun­di­ge, impro­vi­sier­te, lee­re Ver­spre­chen in pet­to hat­te. Um es mit einem ame­ri­ka­ni­schen Idi­om zu sagen: He was making up shit while he went along.“

Für uns nüch­ter­ner den­ken­de Men­schen zeich­ne­te sich schon in der ers­ten Amts­pe­ri­ode ab, daß Trump regn­ans sich als ziem­li­cher Stüm­per und Cha­ot erwies, und daß vie­le böse Din­ge, die sei­ne Fein­de und Geg­ner über ihn sag­ten, lei­der tat­säch­lich zutra­fen: In ers­ter Linie ist er ein ego­ma­ni­scher Show­man, ein rou­ti­ne­mä­ßi­ger Lüg­ner, inzwi­schen ein prot­zi­ger, aber geis­tig offen­bar schwer ver­wirr­ter Cali­gu­la eines innen wie außen schwer ange­schla­ge­nen Imperiums.

Wir drück­ten die Augen zu, kreuz­ten die Fin­ger, und hoff­ten, daß alles eini­ger­ma­ßen gut lau­fen wür­de, denn Trump erschien immer noch als das bei wei­tem klei­ne­re Übel gegen­über einer Herr­schaft der Woken, wie sie die Demo­kra­ti­sche Par­tei dominierten.

Spä­tes­tens zum Zeit­punkt des soge­nann­ten „Kapi­tol-Sturms” war klar, daß er ein Mann ohne jeg­li­che Prin­zi­pi­en­treue war, einer, der ohne zu Zögern bereit war, sei­ne Anhän­ger zuerst zu unbe­dach­ten Hand­lun­gen zu ver­füh­ren und ihnen anschlie­ßend in den Rücken zu fal­len. Die­se schie­nen das aber nicht zu erken­nen oder nicht wahr­ha­ben zu wol­len, was Trump 2024 ein spek­ta­ku­lä­res Come­back ver­schaff­te (mit dem ich selbst nicht mehr gerech­net hätte).

Man kann ihm nicht nur nega­ti­ve Din­ge nach­sa­gen. Er hat einen gewis­sen “Vibe Shift” im Zeit­geist sowohl genutzt als auch beför­dert, und zumin­dest hat sei­ne Regie­rung Bemü­hun­gen unter­nom­men, woke und anti­wei­ße Ten­den­zen in den USA her­un­ter­zu­schrau­ben. Der Ver­such, eine har­te Abschie­be­po­li­tik gegen­über ille­ga­len Ein­wan­de­rern durch­zu­set­zen, ist nach einem kur­zen Anlauf kläg­lich geschei­tert, und dies nicht nur wegen der nega­ti­ven Publi­ci­ty, die sich aus dem Ver­hal­ten von ICE-Agen­ten gegen­über über­mü­ti­gen Pro­test­lern ergab (wie auch immer man die­se bewer­ten mag).

Seit Beginn des Iran-Krie­ges ist es unmög­lich gewor­den, Trump noch in irgend­ei­ner Wei­se zu ver­tei­di­gen. Der Ver­rat an allem, was er einst ver­spro­chen hat, wofür er 2016 und 2024 gewählt wur­de, ist tief­ge­hend, ruch­los und scham­los. Alle, die an “Trump Der­an­ge­ment Syn­dro­me” lit­ten, sehen sich nun in ihren schlimms­ten Befürch­tun­gen bestä­tigt, und es gibt wenig, was man ihnen noch kon­tern könnte.

Ich höre zwar immer wie­der Mut­ma­ßun­gen, daß Trump den „Ver­rück­ten” bloß spie­le, aus wel­chen stra­te­gi­schen Grün­den auch immer, aber das ist am Ende nur eine wei­te­re Vari­an­te der „3D-Schach”-Theorie. Es hat viel­mehr den Anschein, als habe er sich blind­lings in einen Schla­mas­sel gestürzt, der sich als eini­ge Num­mern zu groß erwie­sen hat, bera­ten von Spei­chel­le­ckern und Schlan­gen­zun­gen, die ihm einen schnel­len Sieg und ent­spre­chen­den Ruhm versprachen.

Als sich abzeich­ne­te, daß der Iran nicht so leicht nie­der­zu­rin­gen war, wie er viel­leicht ursprüng­lich gedacht hat­te, reagier­te er so, wie er immer reagiert hat: Mit immer lau­te­ren, immer schril­le­ren, sich kraß wider­spre­chen­den Fan­tas­te­rei­en und Dro­hun­gen, als könn­te er Frie­den und Sieg durch groß­mäu­li­ge Wor­te herbeitwittern.

Er rede­te sich wie ein Irrer um Kopf und Kra­gen, wäh­rend er unun­ter­bro­chen dem Iran neue, dies­mal wirk­lich end­gül­ti­ge Ulti­ma­ten stell­te. Nach­dem er mona­te­lang die NATO-Staa­ten beschimpft hat­te, weil sie sich sei­nen Grön­land-Gelüs­ten wider­setz­ten, beschwer­te er sich nun laut­stark, daß sie sich, obgleich als Defen­siv­bünd­nis kon­zi­piert, nicht sei­nem Angriffs­krieg anschlie­ßen woll­ten. Dabei sah er sich gleich­zei­tig als ein Mann, der Dut­zen­de Krie­ge ver­hin­dert oder been­det und Mil­lio­nen Leben geret­tet habe, und dar­um recht­mä­ßig den Frie­dens­no­bel­preis verdiene.

Zwi­schen­durch schwa­dro­nier­te er von sei­nem gar­gan­tu­es­ken Ball­saal, den er an die Stel­le des von ihm abge­ris­se­nen Ost­flü­gels des Wei­ßen Hau­ses bau­en will, schwärm­te davon, daß sein Sohn Donald Trump Jr. die “grea­test genes in histo­ry” besä­ße und führ­te ein­mal mehr sei­nen lus­ti­gen YMCA-Tanz auf. 

Gegen den Trump des Jah­res 2026, der neben einem rie­si­gen Oster­ha­sen posiert, wäh­rend er den „Tod einer gan­zen Zivi­li­sa­ti­on” ankün­digt, wirkt Geor­ge W. Bush wie ein fein­sin­ni­ger Intel­lek­tu­el­ler. Ein­mal mehr sind wir im Ter­ri­to­ri­um von Kubricks “Dr. Stran­gel­ove” angelagt.

Im Jahr 2003 hat die Füh­rung der Ver­ei­nig­ten Staa­ten noch einen gewal­ti­gen pro­pa­gan­dis­ti­schen Auf­wand betrie­ben, um den Angriff auf den Irak zu recht­fer­ti­gen. Die­se Mühe mach­te man sich die­ses Jahr nicht mehr, son­dern ging direkt zu einem nack­ten, will­kür­li­chen, völ­ker­rechts­wid­ri­gen “Might is right”-Angriffskrieg über.

Man begnüg­te sich mit ein paar gespens­ti­schen Wort­hül­sen aus frü­he­ren „Inter­ven­tio­nen”. Die Behaup­tung, es müs­se wie­der ein­mal ein unter­drück­tes Volk mit Hil­fe von ame­ri­ka­ni­schen Bom­ben aus der Knecht­schaft von Ter­ro­ris­ten und Tyran­nen befreit und demo­kra­ti­siert wer­den, ver­schwand ziem­lich schnell vom Tisch, weil sie offen­sicht­lich völ­lig hane­bü­chen war. Daß gleich der ers­te Angriff auf den Iran über ein­hun­dert Schul­kin­der platt­ge­macht hat, dien­te nicht gera­de der Glaub­wür­dig­keit der „Befreiungs”-Rhetorik.

Wur­de 2003 noch gelo­gen, es gehe dar­um, ira­ki­sche „Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen” unschäd­lich zu machen, wur­de dies­mal ein­fach behaup­tet, man käme dem unmit­tel­bar bevor­ste­hen­den, erfolg­rei­chen Abschluß des ira­ni­schen Atom­waf­fen­pro­gramms zuvor, von dem Trump noch letz­tes Jahr behaup­tet hat­te, es wäre nun ein-für-alle­mal aus­ge­schal­tet wor­den. Dies im Ver­bund mit Isra­el, einem Staat, der selbst inof­fi­zi­el­le Nukle­ar­waf­fen besitzt und sich beharr­lich einem Abkom­men zur nuklea­ren Trans­pa­renz verweigert.

Auf die­se schlich­te, uralte Num­mer fal­len lei­der immer noch sehr vie­le rein, wie ich per Xit­ter-Demo­sko­pie fest­stel­len muß­te: Die Welt wur­de mal wie­der in letz­ter Sekun­de vor einem dschi­ha­dis­ti­schen Regime vol­ler irrer Mul­lahs geret­tet, und das alles mit viel Gott, Jesus und Hal­le­lu­ja auf den Lip­pen. Aber selbst wenn es so wäre, dann erfolg­te die­ser Angriff „ohne Stra­te­gie, ohne kla­re Zie­le und ohne Anlass”, wie Tor­ben Bra­ga for­mu­lier­te.

Die Rech­nung, die Spit­zen des Staa­tes zu ermor­den und damit einen Volks­auf­stand gegen das Regime zu pro­vo­zie­ren, ging nicht auf. Wenn man einen “Regime Chan­ge” will, muß man es schon rich­tig machen. So wie Trump es nun ver­sucht hat, hat es den Welt­frie­den und die Welt­wirt­schaft mas­siv gefähr­det, auf völ­lig ruch­lo­se, idio­ti­sche, töl­pel­haf­te Wei­se, mit gra­vie­ren­den Fol­gen, die noch unab­seh­bar sind.

Der Iran ist ein sehr altes geo­po­li­ti­sches Pro­blem für die USA, und ich höre immer wie­der die Mei­nung, daß die­ser Schlag in ers­ter Linie den mit dem Iran ver­bün­de­ten Riva­len Chi­na und Ruß­land gilt und daß hier die ame­ri­ka­ni­schen Impe­ria­lis­ten und nicht die Isra­el-Lob­by zuge­schla­gen hätten.

Was wir aber bis­lang über die Gene­se die­ses eben­so dum­men wie ver­bre­che­ri­schen Krie­ges wis­sen, deu­tet dar­auf hin, daß auch er maß­geb­lich der israe­li­schen Ein­fluß­nah­me zuzu­schrei­ben ist. Das liegt dies­mal offen zuta­ge, und wir brau­chen kei­ne dicken Bücher von Walt und Mears­hei­mer, um es nach­zu­wei­sen. Es reicht schon, sich anzu­se­hen, wel­che Leu­te den Krieg am meis­ten gewollt und am meis­ten abge­fei­ert haben und wel­che nun am emsigs­ten bemüht sind, den Waf­fen­still­stand zu sabotieren.

Joe Kent schrieb am 17. März 2026:

Nach reif­li­cher Über­le­gung habe ich mich ent­schie­den, von mei­ner Posi­ti­on als Direk­tor des Natio­na­len Zen­trums für Ter­ror­ab­wehr mit sofor­ti­ger Wir­kung zurück­zu­tre­ten. Ich kann in gutem Gewis­sen den lau­fen­den Krieg im Iran nicht unter­stüt­zen. Der Iran stell­te kei­ne unmit­tel­ba­re Bedro­hung für unser Land dar, und es ist offen­sicht­lich, daß wir die­sen Krieg auf­grund des Drucks aus Isra­el und sei­ner mäch­ti­gen ame­ri­ka­ni­schen Lob­by begon­nen haben.

Am 7. April ver­öf­fent­lich­te die New York Times eine “Insi­der Sto­ry” von Jona­than Swan und Mag­gie Haber­man, aus der klar her­vor­geht, daß Ben­ja­min Netan­ja­hu erheb­li­chen Ein­fluß auf Trumps Ent­schei­dung hatte:

Im Lage­zen­trum am 11. Febru­ar warb Netan­ja­hu inten­siv für sein Vor­ha­ben, indem er andeu­te­te, daß der Iran reif für einen Regime­wech­sel sei, und die Über­zeu­gung äußer­te, eine gemein­sa­me Mis­si­on der USA und Isra­els könn­te der Isla­mi­schen Repu­blik end­lich ein Ende bereiten.(…)

Netan­ja­hu und sein Team skiz­zier­ten Bedin­gun­gen, die ihrer Mei­nung nach auf einen fast siche­ren Sieg hin­deu­te­ten: Das ira­ni­sche Pro­gramm für bal­lis­ti­sche Rake­ten könn­te inner­halb weni­ger Wochen zer­stört wer­den. Das Regime wäre so geschwächt, daß es die Stra­ße von Hor­mus nicht mehr blo­ckie­ren könn­te, und die Wahr­schein­lich­keit, daß der Iran den Inter­es­sen der USA in Nach­bar­län­dern Scha­den zufü­gen wür­de, wur­de als mini­mal eingeschätzt.

Außer­dem deu­te­ten die Erkennt­nis­se des Mos­sad dar­auf hin, daß es im Iran erneut zu Stra­ßen­pro­tes­ten kom­men wür­de – mit der Unter­stüt­zung des israe­li­schen Geheim­diens­tes, der dazu bei­tra­gen wür­de, Unru­hen und Auf­stän­de zu schü­ren. Eine inten­si­ve Bom­bar­die­rungs­kam­pa­gne könn­te die Vor­aus­set­zun­gen dafür schaf­fen, daß die ira­ni­sche Oppo­si­ti­on das Regime stürzt. Die Israe­lis wie­sen zudem auf die Mög­lich­keit hin, daß ira­nisch-kur­di­sche Kämp­fer die Gren­ze vom Irak aus über­que­ren könn­ten, um im Nord­wes­ten eine Boden­front zu eröff­nen, was die Streit­kräf­te des Regimes wei­ter stra­pa­zie­ren und des­sen Zusam­men­bruch beschleu­ni­gen würde. (…)

„Klingt gut für mich“, sag­te Trump zu dem Minis­ter­prä­si­den­ten. Für Netan­ja­hu signa­li­sier­te dies ein wahr­schein­li­ches grü­nes Licht für eine gemein­sa­me US-israe­li­sche Operation.

Netan­ja­hu war nicht der Ein­zi­ge, der das Tref­fen mit dem Ein­druck ver­ließ, daß Trump sei­ne Ent­schei­dung bereits getrof­fen hat­te. Die Bera­ter des Prä­si­den­ten konn­ten erken­nen, daß er tief beein­druckt war von Netan­ja­hus Ver­spre­chen, was sein Mili­tär und sei­ne Geheim­diens­te leis­ten könn­ten – genau wie schon bei dem Gespräch der bei­den Män­ner vor dem 12-tägi­gen Krieg mit dem Iran im Juni.

Befür­wor­ter eines Krie­ges waren: Pete Hegs­eth (Kriegs­mi­nis­ter, ein unfaß­bar dum­mer und kriegs­gei­ler, dabei mas­siv fröm­meln­der “Chris­ti­an Zio­nist”), Jared Kush­ner (Schwie­ger­sohn Trumps), Ste­ve Wit­koff (“Son­der­be­auf­trag­ter” für Nahost-Fragen).

Skep­tisch bis ableh­nend zeig­ten sich: J. D. Van­ce (Vize­prä­si­dent), Mar­co Rubio (Außen­mi­nis­ter, dem spä­ter die Wahr­heit über die Ursprün­ge des Krie­ges her­aus­rut­schen soll­te), Susie Wiles (Stabs­che­fin des Wei­ßen Hau­ses), Gene­ral Dan Cai­ne (Vor­sit­zen­der der Ver­ei­nig­ten Stabs­chefs), John Rat­clif­fe (Chef des CIA), Ste­ven Cheung (Kom­mu­ni­ka­ti­ons­di­rek­tor des Wei­ßen Hauses).

Vor sei­nen Kol­le­gen warn­te Van­ce Trump, daß ein Krieg gegen den Iran regio­na­les Cha­os und unzäh­li­ge Opfer ver­ur­sa­chen könn­te. Er könn­te zudem Trumps poli­ti­sche Koali­ti­on zer­bre­chen und wür­de von vie­len Wäh­lern, die auf das Ver­spre­chen „kei­ne neu­en Krie­ge“ her­ein­ge­fal­len waren, als Ver­rat ange­se­hen werden.

(…)

Der Vize­prä­si­dent erklär­te sei­nen Mit­ar­bei­tern, daß kei­ne noch so fun­dier­ten mili­tä­ri­schen Erkennt­nis­se wirk­lich abschät­zen könn­ten, wie der Iran im Fal­le einer Bedro­hung des Regimes reagie­ren wür­de. Ein Krieg könn­te leicht in unvor­her­seh­ba­re Rich­tun­gen eska­lie­ren. Dar­über hin­aus hielt er es für unwahr­schein­lich, daß sich nach einem sol­chen Kon­flikt ein fried­li­cher Iran ent­wi­ckeln könnte.

Am 26. Febru­ar, um fünf Uhr nach­mit­tag, wur­de die Ent­schei­dung schließ­lich gefällt. Kei­ner der Anwe­sen­den wag­te es, sich Trump zu widersetzen.

Als er an der Rei­he war, brach­te Rubio mehr Klar­heit in die Sache und sag­te zum Prä­si­den­ten: Wenn unser Ziel ein Regime­wech­sel oder ein Auf­stand ist, soll­ten wir es nicht tun. Wenn das Ziel jedoch dar­in besteht, das ira­ni­sche Rake­ten­pro­gramm zu zer­stö­ren, dann ist das ein Ziel, das wir errei­chen können.

Alle ver­trau­ten auf das Gespür des Prä­si­den­ten. Sie hat­ten gese­hen, wie er muti­ge Ent­schei­dun­gen getrof­fen, unvor­stell­ba­re Risi­ken ein­ge­gan­gen und es stets geschafft hat­te, sich durch­zu­set­zen. Nie­mand wür­de ihn jetzt dar­an hindern.

„Ich den­ke, wir müs­sen es tun“, sag­te der Prä­si­dent zu den Anwe­sen­den. Er erklär­te, sie müss­ten sicher­stel­len, daß der Iran nicht in den Besitz von Atom­waf­fen kommt, und sie müss­ten dafür sor­gen, daß der Iran nicht mehr Rake­ten auf Isra­el oder ande­re Zie­le in der gesam­ten Regi­on abfeu­ern könne.

Rubi­os Vor­be­halt zum Trotz blieb die “Regime Change”-Option, wie sie Netan­ja­hu vor­ge­se­hen hat­te, Teil des Angriffs­plans. Am ers­ten Tag des Angriffs wur­de das 86jährige Staats­ober­haupt durch einen israe­li­schen Luft­an­griff in sei­ner Resi­denz getötet.

Damit war der Iran aber kei­nes­wegs “ent­haup­tet”, und am 9. April 2026 ist der Stand der Din­ge, daß Trump den 10-Punk­te-Plan der ira­ni­schen Regie­rung akzep­tiert hat und nicht umge­kehrt. Die Öff­nung der Stra­ße von Hor­mus erfolg­te nicht auf­grund sei­ner absur­den und immer hilf­lo­ser wir­ken­den Dro­hun­gen, son­dern durch die Ver­mitt­lung Chi­nas und Paki­stans. Die Isra­el-Firs­ter und Iran-Fres­ser (Ben Sha­pi­ro, Mark Levin, Lau­ra Loo­mer etc.) zei­gen sich nun schwer ent­täuscht, wäh­rend sich Isra­el durch fort­ge­setz­te Atta­cken auf den Liba­non nach Kräf­ten bemüht, das Waf­fen­still­stands-Abkom­men zu sabotieren.

Die Lage sieht ins­ge­samt eher schlecht aus für die USA: Sie haben nicht nur in der Regi­on, son­dern welt­weit einen mas­si­ven Prestige‑, Ver­trau­ens- und Gesichts­ver­lust erlit­ten, wäh­rend die Stra­ße von Hor­mus nun zwar wie­der offen, aber unter ira­ni­scher Kon­trol­le ist. Ab sofort ist eine Maut in chi­ne­si­schen Yuan im Wert von bis zu zwei Mil­lio­nen Dol­lar pro Schiff zu zah­len. Ver­mut­lich wird es nicht mehr lan­ge dau­ern, bis die Tage des Petro­dol­lars, der Grund­la­ge der ame­ri­ka­ni­schen Macht in der Regi­on, gezählt sind.

Und was Trump angeht, so hat er sein eige­nes Anse­hen, die MAGA-Bewe­gung und die Repu­bli­ka­ni­sche Par­tei der­art mas­siv beschä­digt, daß die Fol­gen für die nächs­te Prä­si­den­ten­wahl ver­hee­rend sein wer­den. Damit ist auch die gro­ße Trump-Show end­gül­tig in eine Tra­gö­die gemün­det, wenn auch eine, die wohl wei­ter­hin von Momen­ten absur­der und maka­brer Komik gesäumt sein wird. Dazu gehört auch, daß Trump nun den lau­fen­den Waf­fen­still­stand allen Erns­tes als “Sieg” hin­stellt, wäh­rend er kein ein­zi­ges sei­ner Kriegs­zie­le erreicht hat.

Trump mag sich wei­ter­hin in Grö­ßen­phan­ta­sien und thea­tra­li­sche Posen ret­ten, so viel er will: Dies­mal wird ihn sein schlimms­ter Feind, die Rea­li­tät, end­gül­tig zur Stre­cke brin­gen, mit ver­hee­ren­den Kon­se­quen­zen für die USA eben­so wie für Europa.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (45)

RMH

9. April 2026 08:26

Den Artikel hätte ich noch ein paar Tage in der Schublade gelassen, da der aktuelle "Waffenstillstand" noch zu frisch ist. Es wird sich zeigen, wer sich bei wem durchgesetzt hat, wenn Israel im Libanon weitermacht (werden sie tun) & man dann sieht, ob der Iran dazu die Füße 2 Wochen still hält oder nicht. Warten wir es ab. Unabhängig davon: Bislang hat noch keiner beim Pokerspieler Trump ernsthaft, "gehe mit & zeigen" bzw. Hosen runter gesagt, auch der Iran nicht. Daher lässt sich viel spekulieren. Am Ende hat Trump immer irgendwie zumindest ein halbgares Ergebnis erhalten, was manchmal besser ist, als gar keines. Rein wirtschaftlich läuft es für die USA trotz Krieg gut (das dort die Arbeitnehmer auch die Zeche zahlen, kann ein Problem bei den Midterms werden), deutlich besser als bei uns. Die Nato fängt auch bereits wieder das Kriechen an & ich sehe dt Minenräumer am pers. Golf als nicht unwahrscheinlich an. Unter dem Strich lautet meine Prognose: Trump wird die Amtszeit nicht zu Ende machen & Vance wird ggf. schon vor den Midterms im Herbst übernehmen (Gesundheit was-weis ich etc. bei Trump). Da deutet einiges darauf hin. Aber wie geschrieben: Eigentlich ist die Debatte ein paar Tage zu früh eröffnet worden.

Gimli

9. April 2026 08:38

Brilliant. Chapeau. Heute Früh im Bett mit Bialetti-Kaffee mit meiner Frau wieder einmal versucht  zu ergründen, welche Menschen auf Trump hereinfallen. Seine Inkompetenz, fehlende Bildung und am schlimmsten: mieser Charakter si d offensichtlich. Gestern - ich weiß nicht mehr wie - von hier zu Philosophia Perennis geleitet worden. Da beschreibt der Bloggründer ähnlich wie Sie seine Verstörung. Nur um dann mich total zu verstören: Er, der Autor David Berger, hatte einstmals größte Hoffnung in Trump gesetzt. Schreibt von ihm als "Retter des Abendlandes". Und ist selber verstoßener Theologieprofessor, weil schwul. Ich bekomm aus diesen Puzzleteilen kein Bild. Ahne aber; Ich kann weder Trump- noch AfD- Wähler verstehen. Dennoch mein Dank für Ihren inhaltlich wie auch sprachlich feinen Beitrag. Wenn Sie das von mir annehmen möchten. 

Maiordomus

9. April 2026 09:08

@RMH. Was das brachte oder bringt, lässt sich derzeit noch nicht realistisch abschätzen, ausser dass das Element des Blindflugs wohl mit dabei ist. Es handelt sich nun mal um einen Instinktpolitiker, von dem keine Orientierung ausgeht. Das war indes auch AH, nur dass in diesem ein erkennbarer satanischer Hass so gut wie immer erkennbar war und er letztlich nie ein Dealer war, welch letzteres stets noch mit einer Respektierung des Gegners zu tun hat.
@Gimli. Sie können offenbar einen Intellektuellen wie Lichtmesz einschätzen und wissen, dass in praktisch jedem seiner Artikel etwas ist, wovon man profitieren kann, siehe auch seine anregenden Filmkenntnisse, ein Gebiet zwar, indem ich und andere noch vieles anders sehen, aber er bleibt nun mal anregend, auch in seiner Belesenheit und seinem echten Reflexionsgrad, ein Niveau, das man in den Mainstreammedien nur ausnahmsweise findet. Dass Sie selber hier mitdiskutieren, im Enzelfall  sich beschimpfend lassend bzw. selber Unterstellungen machend, ist indes positiv, belebt die Debatte, und natürlich haben Sie dann und wann recht.    

Le Chasseur

9. April 2026 09:17

"Immer, immer, um jeden Preis “gewinnen”, und wenn man verliert, so zu tun, als hätte man gewonnen."
"Die Kunst des Krieges" von Don Tzu

Le Chasseur

9. April 2026 09:37

"Der Iran ist ein sehr altes geopolitisches Problem für die USA, und ich höre immer wieder die Meinung, daß dieser Schlag in erster Linie den mit dem Iran verbündeten Rivalen China und Rußland gilt und daß hier die amerikanischen Imperialisten und nicht die Israel-Lobby zugeschlagen hätten."
Wenn Trump tatsächlich gegen die Interessen des Deep State handeln würde, wäre er meines Erachtens kein zweites Mal Präsident geworden bzw. hätte man ihm inzwischen schon das JFK-Treatment zuteil kommen lassen.
Vielleicht geht es den Amis nur darum, Chaos zu stiften. Und vielleicht sind die Israelis, um deren Wohlergehen man angeblich so bemüht ist, nur nützliche Idioten, die in einer feindseligen Umgebung den Brückenkopf für die US-Imperialisten halten.
Wahrscheinlich ist die Blockade der Straße von Hormuz genau das, was man in Washington und Tel Aviv wollte: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/gas-atom-pipeline-israels-aufstieg-zur-energiemacht-li.10029027
 
 
 
 
 

Franz Bettinger

9. April 2026 10:05

Schade, dass die Osloer Clique ihm nicht - wie dem anderen Mörder - auch noch den Friedens-Nobelpreis verliehen hat. Das wäre eine weitere schöne Pointe in diesem Schmieren-Theater gewesen. Nun, wenigstens hatten wir: gute Unterhaltung. Und das Stück ist noch nicht zu Ende.

Carsten Lucke

9. April 2026 10:18

Ich mag Trump. Habe ihn ins Herz geschlossen. 
Der kann fast alles machen, was er will - ich bejahe es.

Andreas Stullkowski

9. April 2026 10:19

Lichzmeszs’ Interpretation der gegenwärtigen Lage als Niederlage Trumps scheint mir nicht weniger voreilig (und aus westlicher Sicht unverständlich) als die Deutung, seine Anhänger hätten bereits einen Sieg errungen.
 
Auch die Behauptung, das Ganze sei von Anfang an ein planloses Unterfangen gewesen, erscheint offensichtlich falsch: Ohne Plan schaltet man nicht gezielt die erste Reihe der Führung eines militärischen Staates aus und macht dann dasselbe mit den Nachfolgern. Erobert den Luftraum und zestört eine grosse Anzahl der militärischen Infrastruktur.
 
Wie stark wurde der Iran geschwächt? Ist man quf dem Weg, das iranische Raketenprogramm zu zerstören? Wie wird die Zukunft der Region aussehen, nachdem sich Iran mit seinen engsten Nachbarn verfeindet hat? Und wie werden China und der Rest der Welt reagieren, jetzt da es sich zeigt, dass der gegenwärtige Iran das globale Handelssystem abwürgen und die Welt in eine Depression stürzen kann, wenn er es will?
 
Wer weiß. Das lässt sich erst in den kommenden Monaten und Jahren einschätzen.
 
Aber Trump jetzt schon als begossenen Pudel und den Iran als den großen Sieger darzustellen, riecht nach Trump Derangement Syndrom. Seltsam, dass dieses Phänomen inzwischen auch Teile der Rechten erfasst hat.

Le Chasseur

9. April 2026 10:39

"Befürworter eines Krieges waren: Pete Hegseth (...), Jared Kushner ([jüdischer] Schwiegersohn Trumps), Steve Witkoff ([jüdischer] “Sonderbeauftragter” für Nahost-Fragen)."
Hier wird Kushners Rolle noch etwas näher beleuchtet: https://www.youtube.com/shorts/9aqvESSiIvk?feature=share

fw87

9. April 2026 10:55

Trump ist sicher von Israel gedrängt worden, er trägt aber trotzdem die Verantwortung für sein kriegerischen Handlungen im Iran. Mittlerweile sprechen wir von tausenden zivilen Opfern. 
Dass es Christen gibt, die das goutieren, ist mir ein Rätsel. Oft hat man hier den Eindruck: Der Lack ist christlich, der Kern zionistisch (Steve Bannon schrieb sinngemäß an Epstein: "I will drop 'christian' in 'christian Zionist'.") Das Christentum kennt jedoch eine jahrhundertalte Lehre zum gerechten Krieg. Legt man diese Lehre als Maßstab an den Iran-Krieg an, steht völlig außer Zweifel, dass dieser Krieg nicht ein einziges Kriterium eines bellum iustum erfüllt. Damit sollte klar sein, welcher Seite die Solidarität der Christen in dem Konflikt gelten sollte.
Tucker Carlson hat Trump kürzlich ganz zurecht Blasphemie vorgeworfen. Denn genau darum geht es: Der Name Gottes und des Christentums wird missbräuchlich für eine ungerechte Sache verwendet. Das Ansehen des Christentums wird dadurch in der nicht-christlichen Welt massiven Schaden erleiden. Dabei wäre es gerade in diesem Krieg die Aufgabe der Christen, für die Wahrheit und die Gebote Gottes ("Du sollst nicht töten", "Du sollst nicht stehlen") einzustehen.

Franz Bettinger

9. April 2026 10:56

@ML schreibt, Trump’s Stümperei im Iran habe „den Weltfrieden massiv gefährdet“. Ich denke, es könnte auch umgekehrt sein: Dass der Störer des Weltfriedens Nr. 1 nun auf Dauer weg vom Fenster ist; dass der US Bully mit blutiger Nase vom Hof gejagt wurde. Dass (wieder mal) glänzend die weit überschätzte Macht der Großen haha "Atom-Mächte“ demonstriert wurde; Dass mit klugen militär. Schachzügen scheinbar überlegene Armadas, dass Goliaths besiegt werden können. Dass ein Paradigmen-Wechsel einsetzt, & viele Staaten wagen, selbstbewusster, souveräner (auch der EU gegenüber) aufzutreten. Dass Pyrrhus ohne Schwanz dasteht, und alles lacht. Die Tragödie des Trump könnte ein neues, ein friedlicheres und faireres Zeitalter einleiten, weil die US viel an Gewicht verliert. 

Franz Bettinger

9. April 2026 11:10

Der Iran macht einen Fehler, wenn er die über 2000 Schiffe, die im Golf von Hormuz gefangen liegen, entkommen lässt, egal, ob diese Tanker & Frachter gegen Papiergeld (Yuan; am besten wäre gegen Gold) oder gar kostenlos entkommen dürfen. Diese Schiffe sind unschätzbare Geiseln! USrael könnte, nachdem die Schiffs-Geiseln den Golf verlassen haben werden, ihren Krieg fortsetzen wie zuvor, nur dass der Iran sein Faustpfand verloren hätte. Wie blöd kann man sein?! Wertvolle Ware (Schiffe) würde gegen ein wertloses Versprechen (eine 14-tägige Pause & die Hoffnung auf Frieden) verhökert! Erinnert an das Ende des 1. WK & an Versailles. 

tearjerker

9. April 2026 11:13

Trump ist jetzt vielleicht alt und verbraucht, ist aber auch durch sein Leben mit Baugeschäft, Mafia und korrupter New Yorker Justiz und Politik in einer Weise abgehärtet, die ihn die politische Konkurrenz im Vorbeigehen erledigen liess. Die musste schon das Märchen von der tödlichen Erkältung erzählen um seinen Wahlkampf in 2020 abwürgen und die Schlafmütze Biden ins Amt bringen zu können. Trump kam gegen massive Widerstände trotzdem zurück. Er ist street smart und alles Andere als blöd. Möglich, dass er im Herbst beide Häuser verliert, er abgesetzt und seine ganze Sippe eingeknastet wird. Sollte man aber nicht drauf wetten.

Plus Ultra

9. April 2026 11:23

 
Es ist zu früh hier irgendeine Art von Resume zu ziehen, da der Krieg noch nicht einmal richtig pausiert und jederzeit wieder voll ausbrechen kann. Offenbar hat Trump sich durch seine idiotischen Ultimaten und seine eskalative Rhetorik, die von vielen zuletzt als nukleare Drohung interpretiert wurden, dermaßen selbst in die Bedrullie gebracht, dass er irgendeine Art von Ausweg gesucht und ergriffen hat, dabei weiterhin chaotisch und planlos agierend. Leider scheint es jedoch überhaupt keinen gangbaren Weg zu einem dauerhaften Frieden zu geben. Gleichzeitig sind die Kriegsziele der USA und erst Recht Israels nicht, oder jedenfalls nicht mit vertretbaren Mitteln zu erreichen. Klingt alles nach einer verheerenden Sackgasse, in die Trump ohne Not und mit Volldampf gerauscht ist.
Kurzfristig gibt es eigentlich nur Verlierer, und für Europa sieht es besonders übel aus. Sollte aber Trump mit seinem dilletantischen weltpolitischen Agieren den Nimbus und das Renommee der USA tatsächlich nachhaltig beschädigt haben, wird es ihren Abstieg als Weltmacht beschleunigen, besonders wenn der Petrodollar fallen sollte. Die perfide Fähigkeit der US Propaganda, sich trotz ständiger Kriege und Menschrechtsverstöße als Flaggschiff der Freiheit und Demokratie zu inszenieren, könnte durch Trumps brutal offenes Vorgehen harte Schläge erleiden, und so die amerikanische Soft Power schwächen. Eine schlechte Nachricht für Transatlantiker, eine gute Nachricht für alle, die von Souveränität träumen. 
 
 
 
 

RMH

9. April 2026 11:53

In der jetzigen Situation von Sieg oder Niederlage zu sprechen, ist sachlich daneben und reines Wiedergeben der jeweiligen Propaganda, der man eben folgt oder die man bevorzugt. Hat Russland in der Ukraine verloren nur, weil es nach 4 Jahren den Krieg immer noch führen muss? Nein. Würde RUS den Krieg verlieren, wenn es sich jetzt, was lange überfällig ist, auf einen Waffenstillstand mit UKR einigt? Nein. Das Gleiche kann man umgekehrt mit UKR durchspielen, auch diese hat in beiden Situationen den Krieg nicht verloren, aber auch klar nicht gewonnen. Und diese Situation haben wir deutlich im Iran, dessen Nase blutiger ist, als die der USA & die von Israel, welche beide doch aktuell fast schon davon profitieren, wenn die Straße von Hormus zu ist (kommt beim einfachen Bürger finanziell aber nicht an, das Gegenteil ist der Fall, wie immer). Wie oben geschrieben, es gilt abzuwarten, wie der Iran auf den fortgesetzten Krieg Israels im Libanon reagiert & was jetzt wirklich mit der Straße von Hormus geschieht & das können wir ganz aktuell eben noch nicht beurteilen. Wenn das klarer ist, kann man auch eher ein Urteil treffen. Innenpolitisch kann Donald the Great bald abtreten & Vance wird das MAGA-Thema neu bespielen.

Laurenz

9. April 2026 12:07

@ML ... Sie beschreiben Ihre Wahrnehmung, auch die Abfolge der Ereignisse völlig korrekt. Es kann auch sein, daß Trump seine Mehrheiten bei den Midterms im November verliert, aber wer weiß das jetzt schon? Denke, Sie gehen, wie Thilo Sarrazin, von falschen Prämissen aus. https://www.achgut.com/artikel/das_ende_des_klassischen_krieges  Man wirft ja auch den Russen vor, seit 22 zu blöd zu sein, einen Krieg mit über 1k KM Front zu gewinnen. Der Fakt ist, weder Israel, noch USA, noch NATO könnten 1k KM Front abdecken. Jetzt sind der Iran oder Saudi-Arabien aber 3, bzw. 4x so groß, wie die Ukraine. Dort ist auch keine Kack-Afghanistan-Nummer möglich. Das weiß auch jeder Militär. Dazu ist der Westen mittlerweile viel zu schwach. Man hatte das Militär seit 1991 zugunsten linker Projekte auf Symbolstreitkräfte reduziert & die Etats mit zivilen Kräften (in Deutschland 80k zivile Angestellte, kostet locker 12 Mrd. € p.a.) ausgelastet. Daraus kann man nur die Schlußfolgerung ziehen, daß weder der Ukraine-, noch der Golfanrainer-Krieg militärischer Lösungen harren. Man zerstört gegenseitig die Infrastruktur, wie militärische Ziele & schaut, wer das länger durchhält. Da das albertspeerisierte Rußland mehr Munition, Marschflugkörper & Drohnen produziert, als die gesamte NATO zusammen, ist der Ausgang des Ukraine-Krieges aufgrund der daraus entstehenden Ukrainischen Verluste mit ca. 8:1 unausweichlich.

Laurenz

9. April 2026 12:09

@ML (2) ... Auch Sarrazin ist hier bei Zahlen Opfer westlicher Propaganda. Denn dazu muß sich kein einziger KM Front verschieben. Weder die USA, noch Israel, noch Rußland brauchen Sprit aus der Golf-Region, aber China, Europa & sonstwer. 6 Wochen Krieg besiegen ganze Erdteile. China mußte deswegen jetzt eingreifen & um den Waffenstillstand bitten. Bisher bedrohten nur die vom Iran ausgerüsteten Houthis das Geschäftsmodel der Golfanrainer (& Israel). Aber man kann auf Dauer nicht Billigdrohnen im Roten Meer mit Abfang-Raketen, die Mio. kosten, abwehren. Trump hat jetzt dafür gesorgt, daß nicht nur die Golfanrainer, sondern auch der Iran von dieser Politik betroffen ist. & warum, ML, kritisieren Sie die Reconquista Israels gegen die Islamische Eroberung? Brauchen wir die Hamas & die Hisbollah? Lesen Sie doch mal den "Islamic-Iranian Blueprint for Progress" von Khamenei. Den brauchen wir erst recht nicht, oder? Hat sich irgendein Araber oder sonstwer jemals darüber beschwert, daß uns Polen & Tschechen unser Land geraubt haben? Wir sollten uns wenn überhaupt (!), um die Korrektur unserer eigenen Grenzen kümmern. Und es gab jetzt tatsächlich einen Regime-Wechsel im Iran. Nicht mehr die Mullahs, sondern die Revolutionsgarden selbst werden die Macht ausüben. Aber wer da zukünftig was zu sagen hat, weiß doch niemand. & Trump war bisher ziemlich erfolgreich.

Laurenz

9. April 2026 12:10

@ML (3) ... Venezuela produziert mit demselben politischen System bereits 50% mehr Öl & Trump hat die Chinesen aus Panama hinausgeworfen. Der eigentliche Konflikt spielt sich in den USA & Europa selbst ab. Es ist die miese oligarchische Rüstungspolitik, die Lobby, die den Westen entwaffnete & trotzdem irre Budgets abgreift, aber damit den Westen behindert, Macht auszuüben. Ein 155 mm Granate von Rheinmetall kostet zwischen 5k & 8k US$. Eine Russische oder Nordkoreanische 152 mm Granate kostet 600 US$. Dieses Mißverhältnis über alle Waffengattungen, vor allem der Luftabwehr, hinweg, verschiebt die globale Macht-Dominanz weit nach Osten. Trump kann jetzt seine Rüstungslobby verhaften & eklatantes Versagen vorwerfen, damit sich die Albert-Speers der USA, wie Thiel, Schmidt & Musk sich durchsetzen. Ich stimme @RMH daher bei Seiner vorsichtigen Beurteilung Ihres Artikels zu.

thoma

9. April 2026 12:13

Die erste Präsidentschaft trumps fiel mit der Zeit meiner Sympathien für die politische Rechte zusammen. Aus der Zeit kenne ich auch die Sezession. Spätestens mit dem Ende der ersten Amtszeit wurde klar, dass er ein Trickbetrüger war, welcher eine Ansammlung von ähnlichen Gestalten um sich scharrte. Die Außenpolitik stand dabei nicht mal do sehr im Vordergrund. Eher war es die Selbstbereicherung, die Kaueflichkeit und die gänzliche Konzeptlosigkeit in Bezug auf die Gestaltung der Gesellschaft - abgesehen von irgendwelchen Kulturkämpfen und Bestrafungsphantasien.
Was positiv sein dürfte ist eine gewisse Ehrlichkeit, die dort inzwischen praktiziert wird. Man ist ein böses Schwein und steht dazu.
Für mich persönlich erfolgte am Ende ein Schwenk nach ganz Links - in Richtung Planwirtschaft. 

ML: Was ist das nun wieder für ein Quatsch?

Der Autor ist weiterhin interessant zu lesen. Und es ist gut, dass in Bezug auf Donald die Dinge offen benannt werden. Es war natuerlich ein wenig absehbar, da der Autor schon immer eher antizionistisch aufgestellt war. Dennoch.

Artabanus

9. April 2026 12:22

Guter Artikel. Im Nachhinein muss man anerkennen dass Kamala tatsächlich die harmlosere Alternative zu Trump war. Welche Ironie! Bereits vor der letzten Wahl hatte ich von Trump nicht mehr viel Gutes erwartet. Seine erste Amtszeit war ja schließlich eine Katastrophe(Corona!). Das einzig Positive war seine klare Absage an den Klimaschwindel. Aber durch sein jetziges Verhalten wird man leider auch seinen Ausstieg aus dem Klimaschwindel als die Tat eines Wahnsinnigen framen.

Le Chasseur

9. April 2026 12:41

@tearjerker"Trump ist (...) durch sein Leben mit Baugeschäft, Mafia und korrupter New Yorker Justiz und Politik in einer Weise abgehärtet, die ihn die politische Konkurrenz im Vorbeigehen erledigen liess. Die musste schon das Märchen von der tödlichen Erkältung erzählen um seinen Wahlkampf in 2020 abwürgen und die Schlafmütze Biden ins Amt bringen zu können."
2016 gewann Trump, weil die Demokraten die extrem unbeliebte Hillary Clinton aufgestellt hatten, und 2024 gewann er, weil die Demokraten die ebenfalls nicht sonderlich beliebte Kamilla Harris ins Rennen schickten. Es gibt viele, die sagen, dass Trump keine der Wahlen gewonnen hätte, wenn er gegen einen weißen, männlichen Kandidaten hätte antreten müssen.
Und was die tödliche Erkältung angeht: Trump hat doch mitgespielt.

heinrichbrueck

9. April 2026 13:51

Trump ist kein Staatsmann. 
Donald Trump hat sich seit Jahrzehnten selbst stark als "Geschäftsmann" inszeniert und das auch politisch genutzt.
Im Wahlkampf 2016 und danach hat er immer wieder betont, daß er als Präsident wie ein "Deal-Maker" handeln wolle – also Probleme wie Geschäftsdeals lösen.
Seine politische Botschaft war oft sinngemäß: Ich bin kein klassischer Politiker, sondern ein erfolgreicher Unternehmer, deshalb kann ich das Land besser führen. Wer glaubte diesen Unsinn? 
Was ist ein Staat? Müssen die amerikanischen Wähler wissen, was ein Staat ist? 
Die Politikwissenschaft ("Demokratiewissenschaft") als eigenständiges und modernes akademisches Studienfach etablierte sich in Deutschland erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Während die Staatswissenschaften stark im Recht und in der Geschichte verwurzelt waren, orientierte sich die neue Disziplin an den Sozialwissenschaften. Man wollte empirisch forschen: Wie entstehen Mehrheiten? Wie funktionieren Parteien? Wie läßt sich Macht kontrollieren? 
Oder: "Die Stellung der USA beruhte nie allein auf militärischer oder ökonomischer Stärke, sondern auf einem Geflecht aus Allianzen, Institutionen und normativer Anziehungskraft, das von außen angenommen wurde. China verfügt über Ressourcen, aber nicht über diese strukturelle Bindekraft." https://finanzmarktwelt.de/china-und-der-iran-konflikt-oel-ist-teuer-und-gerede-billig-385120/ 

Marcus AC Severus

9. April 2026 13:54

Könnte man von einer allgemeinem Ablösung des imperialen Zeitalters sprechen? Entgegengesetzt zu einigen Stimmen in der Mainstreampresse die ein Revival der Kanonenbootpoltik heraufbeschwören? 
Die USA haben verloren. Russland hat auch verloren. China würde vor Taiwan wahrscheinlich ähnliches erleiden. 
Ohne den Einsatz von Atomwaffen zeigt sich heute ein erneuter "Armbrusteffekt". Drohnen für 2000Dollar können Schiffe für 200M Dollar vernichten. 
Wie soll ein Imperium da gewinnen?
 
Die Welt wird mMn gerechter. Dem Iran sei der "Sieg" gegönnt. Die größten Kirchen in der Region stehen übrigens im Iran.... Dort feiern Gläubige ganz ohne Soldaten (Ägypten) seit Jahrhunderten friedlich Gottesdienst. 
 

Ekstroem

9. April 2026 14:01

Donald Trump einzuschätzen ist sicher schwierig. In der deutschen Wahrheitsbewegung gibt es da zwei Pole. Einmal: Alles läuft nach Plan. Und dann: Trump ist eine dumme Marionette des Tiefen Staates. Dazwischen gibt es ein ganzes Spektrum von Meinungen. Die Betonung liegt auf Meinung. Man meint. Da kommt mir Heidegger, der letzte Philosoph, in den Sinn. Man meint. Meine Ansicht tendiert zum Pol des Planes. Allerdings eines Planes, der kontinuierlich den sich ständig ändernden Gegebenheiten angepasst wird. In dem Sinne: Alles läuft nach Plan. Deutschland kann nur von den Deutschen... 

Rheinlaender

9. April 2026 14:07

@Franz Bettinger
"Die Tragödie des Trump könnte ein neues, ein friedlicheres und faireres Zeitalter einleiten, weil die US viel an Gewicht verliert. "
Die russische und chinesische Geschichte und Gegenwart lassen kaum vermuten, dass dies der Fall sein wird. Zumindest in Deutschland wird man die Zeit der amerikanischen Hegemonie bald vermissen, weil der Wohlstand des Landes wesentlich von ihr abhing. Auch dem Rest der Welt steht kein "friedlicheres und faireres Zeitalter" bevor, sondern erst einmal mindestens ein Jahrzehnt der Kriege, in denen sich die Welt neu ordnet.

Ein gebuertiger Hesse

9. April 2026 14:08

@Carsten Lucke
Haha! Sie trauen sich was.
Ferner: hervorragender Aufsatz. Merci!

Le Chasseur

9. April 2026 14:23

@Marcus AC Severus
"Die größten Kirchen in der Region stehen übrigens im Iran.... Dort feiern Gläubige ganz ohne Soldaten (Ägypten) seit Jahrhunderten friedlich Gottesdienst."
Im Iran gibt es übrigens auch die größte jüdische Gemeinde im Nahen Osten. Eine Synagoge in Teheran wurde jetzt von den Zionisten bombardiert.

Ekstroem

9. April 2026 14:34

@Andreas Stullkowski Zustimmung zu den ersten zwei Absätze Ihres Beitrages von 10:19 Uhr. Gute Analyse. 

Boreas

9. April 2026 14:52

Zum "Magischen Kunstglauben" und zum "Willensrecht" passt auch gut das Weisthum des renommierten Naturwissenschaftlers Dr. Axel Stoll (1948-2014)
"Magie ist Physik durch Wollen!"

Plus Ultra

9. April 2026 15:13

Die hier teilweise vertretene Auffassung, im Iran Krieg liefe für die USA alles nach Plan, halte ich für äußerst unplausibel. "Trump ist eine dumme Marionette des Tiefen Staates" ist auch nicht die Alternative dazu. Der tiefe Staat in Form der Geheimdienste hat sich explizit gegen diesen Krieg ausgesprochen, wie im Artikel auch kurz erwähnt. Führende Millitärs haben sich dagegen ausgesprochen, der bisherige Chef der Terrorabwehr ist aus Protest zurück getreten. Vance, Rubio und andere, die politisch noch etwas werden wollen, stehen wie begossene Pudel da. Wenn es toll liefe, würden sich Leute aus dem Establishment und diversen Machtzentren anders verhalten. Trump verliert zunehmend den Rückhalt seiner Basis. Das könnte dem tiefen Staat recht sein, da man Trump ohnehin nur wiederwillig akzeptiert hatte. Wenn er gleichzeitig noch gute Ergebnisse im Sinne des US Imperialismus abliefern würde, wäre es ein Win Win für diese Kreise. Die einzigen für die es evtl. noch gut läuft, sind die Israelis, also jene die für diesen Krieg energisch seit Jahrzehnten lobbyiert haben, bzw. könnte man sich auch dort vielleicht verspekuliert haben. Wenn nicht noch etwas sehr überraschendes passiert, gehen die USA klar geschwächt aus diesem Konflikt hervor.

Dieter Rose

9. April 2026 15:34

@Franz Bettinger ...und dann dürfen wir die Obama-Clinton-Demokraten erwarten?

Le Chasseur

9. April 2026 16:21

@Plus Ultra
"Wenn es toll liefe, würden sich Leute aus dem Establishment und diversen Machtzentren anders verhalten. Trump verliert zunehmend den Rückhalt seiner Basis."
Na und? Er kann ohnehin nicht noch einmal kandidieren. Und die Basis hat auch nichts zu melden. Bei der nächsten Wahl wird dem Pöbel der nächste Erlöser präsentiert, der sich nach der Wahl dann wieder als Mogelpackung erweist. Irgendwann muss man doch mal das Muster erkennen.
Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard hatte auch mal die US-Kriege im Nahen Osten im Interesse Israels kritisiert: https://x.com/RabbiShmuley/status/732513262286213121
Wenn Wahlen etwas ändern würden, gäbe es keine. Wer daran glaubt, er könne etwas ändern, indem er alle vier Jahre ein Kreuz auf einem Blatt Papier macht, der startet keine Revolution.

Le Chasseur

9. April 2026 17:33

@Plus Ultra
"Kurzfristig gibt es eigentlich nur Verlierer"
Bis auf eine Ausnahme: Der große Gewinner des neuen Krieges im Nahen Osten

MARCEL

9. April 2026 17:51

Es hat was von den Schulmassakern, für welche die USA bekannt sind. Amokläufe aufgrund von persönlichem Versagen. Nicht nur Trump, die gesamten USA sind seit je her: naiv und narzisstisch (dabei auf dem neuesten technischen Stand).
Heute kann man das aber nicht mehr belächeln!
P.S. nachfolgender Link einer fundamentalistisch orthodoxen Website (auch aus den USA) hätte zum Böhm-Ermolli-Beitrag gepasst, jetzt nachgereicht:
https://deathtotheworld.com/

Laurenz

9. April 2026 18:27

@Le Chasseur @Marcus AC Severus ... Sie erzählen immer dasselbe. Vor der Revolution (1979) lebten im Iran 80k - 100k Juden, jetzt sind es nur noch 8k -15k, hauptsächlich in Teheran, Shiraz & Isfahan. Das geht quasi gegen 0. 

MarkusMagnus

9. April 2026 18:47

Ich habe Trump nie getraut.
Ich traue niemanden der sich freiwillig mit diesem Speckdeckel den Kopf an der Jammer-Wand anschlägt.
Einfache Frage:
Könnte sich hier im Forum jemand vorstellen, dass Blörn Höcke in Israel mit einer Kippa...
Nein. 

Laurenz

9. April 2026 19:05

@Le Chasseur @Plus Ultra ... Was die Trump-Admin übersehen hat, sind sicherlich die Russen. Wer der Ukraine Zielkoordinaten in Rußland oder der Ukraine-Front per Satellit zu Verfügung stellt, sollte sich selbst mit eigenen Truppen nicht exponieren. Jetzt liefern halt die Russen die Satelliten-Photos & Koordinaten lächelnd an den Iran. Hinzu kommt, daß die imperiale US-Strategie mit Überseebasen überholt ist. Die kosten viel & sind extrem verwundbar. Die USA sind nicht nur finanziell überdehnt. Statt der knapp 800 Überseebasen müßten es eben 15 auch tun. Und natürlich sind auch die öl- & gasabhängigen Staaten, wie wir angeschissen. Man kann sich halt nur schlecht mit x Ölstaaten anlegen & so tun, als ginge einen ein Krieg um diese Ressourcen nichts an. Eine wertebasierte Außenpolitik mit ein paar ungedeckten Schecks im Aktenkoffer wird in den Konfliktzonen keine Sau interessieren. Die Moral geht völlig flöten. Um die Houthi-Bedrohung auszuschalten, müßte man quasi 15 Mio. Schiiten im Jemen meucheln, wie unangenehm. Es schießt nur deshalb keiner mehr absichtlich auf Zivilisten, weil die Munition dafür zu teuer ist. Hamas & Hisbollah verstecken sich halt unter Krankenhäusern. Aber Atomwaffen braucht kein Schwein mehr. Um 50 Mio. Menschen in der Golfregion ins jenseits zu verfrachten, muß man nur die Entsalzungsanlagen bombardieren. Die Zukunft der Infrastruktur liegt unter der Erde, quasi wie im letzten Krieg.

MarkusMagnus

9. April 2026 19:11

Ich hatte schon hier im Forum während des 12-Tage Kriegs geschrieben: Der Iran ist eine Nummer zu gross. Es gibt schon Gründe wieso das damsls nur 12 Tsge gedauert hwt. Sonst hätte Israel weitergemacht.
@RMH
Jetzt ist mehr als eine Woche vergangen, erinnern sie sich? Und der Iran ballert weiter (Israel allerdings auch, vor allem im Libanon) und die Strasse von Hormuz ist auch noch nicht wirklich offen.
Trump ist ein Schwätzer. Aber dennoch unberechenbar. Ich denke nach Khomeneis Tod werden die im Iran jetzt die Zurückhaltung aufgegeben und die Bombe gebaut haben. Könnte man ihnen nicht verdenken oder?
Übrigens schöner Treffer vom Iran auf ein parkendes Awacs-Flugzeug. Direkt auf die Schüssel. SO sehen Präzissionsangriffe aus. 
 
 

Rheinlaender

9. April 2026 19:12

Rüstungskontrolleure sind der Ansicht, dass die Iraner wahrscheinlich weiter Zugriff auf ihr Uran haben und es ggf. mit älteren Technologien oder noch vorhandenen Zentrifugen weiter anreichern können. Sie hätten jetzt ein starkes Motiv dazu, dies zeitnah zu tun. Wenn die Iraner wollten und Amerikaner oder Israelis ihnen nicht doch noch das Uran abnähmen, könnten sie wahrscheinlich innerhalb weniger Monate mehrere Nuklearwaffen herstellen. Falls die Israelis der Ansicht seien, dass das bevorsteht, könnten sie präventiv handeln und die nukleare Schwelle überschreiten. Der Narr Trump hat das Tor zu diesem Szenario aufgestoßen.

Majestyk

9. April 2026 19:48

Immer wieder schön zu sehen, daß linke wie rechte Sozialisten zumindest bei den Feindbildern nah beieinander sind. Same Germans as every generation.
 
"Zumindest in Deutschland wird man die Zeit der amerikanischen Hegemonie bald vermissen, weil der Wohlstand des Landes wesentlich von ihr abhing. " schreibt Rheinlaender.
Ach, die Deutschen werden den Kotau schnell lernen, paßt zur Mentalität. Was will der Deutsche schließlich mit Redefreiheit und Recht auf freie Selbstverwirklichung? Oder ist nur mir in den letzten Jahren diesbezüglich einiges aufgefallen? Der Bürger als Souverän und nicht Untertan paßt weder staatshörigen Linken noch Rechten ins Konzept. Und wie Rente nach Sozialkreditpunkten geht, darüber kann die Oppositionsführerin Alice Weidel sicher trefflich referieren, a Straftatbestand der Republikflucht wird auch bereits deutlich gearbeitet und von der Opposition ist ja auch fundamentales Nein zu Zwangsdiensten zu erwarten.
 
 
Den Weltfrieden stören ganz sicher nicht die USA. Die existieren erst seit 250 Jahren, Da hatten sich Christentum und Islam schon über den halben Globus ausgebreitet. Wer den Weltfrieden seit über 100 Jahren massiv gefährdet sind ja wohl rote wie braune Sozialisten, sowie der Ideologieproduzent Nr. 1.  Und kaum einer gefähdet den Frieden in Europa derart wie der Terrorsponsor in Teheran. Aber jeder stellt sich halt auf die Seite, die am besten zu ihm paßt.

RMH

9. April 2026 20:18

"Ich denke nach Khomeneis Tod werden die im Iran jetzt die Zurückhaltung aufgegeben und die Bombe gebaut haben."
Hätten sie dann ja jetzt über 36 Jahre Zeit dafür gehabt ...
@MarkusM., ja, die Woche ist schon länger um - und? Sie schauen immer noch fleißig KI-Filmchen-Propaganda & der Rest der Welt wartet ab, ob jetzt verhandelt wird oder doch nicht. Alles offen, außer in Ihrer heilen Welt der Propaganda. Drauf ankommen lassen, nachdem Big D. die Backen dick gemacht hat, hat es der eine Nummer zu große Iran, der in seiner waffentechnologischen Überlegenheit Kinder auf Brücken & an Kraftwerke gestellt hat, am Ende bislang offenbar nicht. Im Übrigen ist doch ziemlich ersichtlich, dass Ihnen der Iran als Land & Kultur im Grunde komplett wumpe ist, Hauptsache es geht gegen USRAEL und es putscht ihre Ressentiments auf. Und wenn es gegen die geht, dann ist auf einmal jeder der Größte, hat eine waaaahnsinnig alte Kultur, ist so tolerant, dass trotz großer Synagogen im Land die meisten Juden schon lange ausgewandert sind (90% sind weg) etc.  - wenn die Palis mal ein paar Punkte machen, würden sie das auf den Straßen von Berlin verteilte Baklava sicher auch sofort wegnaschen. 

Le Chasseur

9. April 2026 20:21

@MarkusMagnus
"Übrigens schöner Treffer vom Iran auf ein parkendes Awacs-Flugzeug. Direkt auf die Schüssel. SO sehen Präzissionsangriffe aus."
Die andere Seite führt ebenso präzise Angriffe aus. Nur nimmt die eben Grundschulen, Krankenhäuser und Universitäten ins Visier.

Mitleser2

9. April 2026 20:23

Ich wollte eigentlich zu Gimli im letzten Faden noch schreiben: Bitte diesen linksgrünverwirrten Provokateur/Troll ignorieren. Und es passt haargenau, dass der Gimli den Antizionisten Lichtmesz mit Chapeau hofiert. Solche Rechte sind nicht mein Fall.

ML: Bussi!

tearjerker

9. April 2026 20:27

@LC: Hilldog konnte ihre Konkurrenz wegbeissen, weil die noch schwächer war als sie. Der von Anfang angeschlagene Biden setzte sich gg noch blassere Kandidaten durch und als Kamala antrat, wollte überhaupt niemand mehr aus der Deckung hervorkommen. Der Amtsbonus Trumps zur Wahl in 2020 war gigantisch und die Verhinderung des Strassenwahlkampfes war die Voraussetzung für den Wechsel. Nur so war der Riesenschwindel möglich. Die Demokraten hatten nach Obama niemanden mehr, der beliebt war. Und natürlich hat Trump mit Warpspeed zugegriffen, so wie er sich im Stile des Machers bei jedem Projekt an die Spitze setzt. Ich denke auch, er investiert sich in Iran, um den Israelis in die Suppe zu spucken und dort das letzte Wort zu haben. Seine Überlegungen gemeinsam mit Iran Hormuz zu besteuern, weist in diese Richtung.

Majestyk

9. April 2026 20:49

@ Rheinlaender:
"Der Narr Trump hat das Tor zu diesem Szenario aufgestoßen."
Ihre Sichtweise. Man könnte auch sagen, Trump und Netanjahu versuchen zu verhindern, daß die totalitäre Macht Iran Zugriff auf solche Waffen erhält. Zumal die Macht China ja fleißig Rüstungsprodukte liefert und im Verbund mit Rußland einen hyriden Krieg gegen den Westen führt und Europa Wirtschaftsproduktion an sich reißt, auch dem ideologischen Berlin und Brüssel sei Dank. 
Ich ziehe ja ein Ende mit Schrecken einem Schrecken ohne Ende vor. Wenn der Iran meint, mit Nuklearwaffen drohen zu müssen, sollte man ihn diese Medizin zu schmecken geben. Dann herrscht wenigstens Ruhe.