Sezession
3. Februar 2017

Martin Schulz und die Feinde der Demokratie (1)

Martin Lichtmesz / 45 Kommentare

"Spannend" waren letztes Jahr allenfalls die Duelle Trump-Clinton oder Hofer-Van der Bellen. Auch wenn man wie viele Wähler in beiden Kandidaten Varianten von Pest und Cholera sah, so gab es in diesen Fällen zumindest deutlich zugespitzte inhaltliche Unterschiede. Bei beiden Wahlen, ebenso wie bei der britischen Volksabstimmung über den Brexit, standen seit langer Zeit wieder echte Veränderungen und echte Alternativen zur Disposition, was , verstärkt durch die wechselseitige Polarisierung der Lager, die emotionale Anteilnahme aller Beteiligten, Parteien, Wähler und Beobachter, erheblich steigerte.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Zwischen Merkel und Schulz gibt es jedoch nicht die geringste ideologische Differenz. Sie repräsentieren ein- und dasselbe Machtkartell, ein- und dieselbe politische Zielsetzung, dienen ein- und desselben Eliten. Schulz ist womöglich in einen gewissen Sinne sogar um einige Grade schlimmer als die amtierende Kanzlerin. Nicht nur ist er ein bedeutender Häuptling aus dem inneren Kreis des Todessterns, er ist allem Anschein nach ein echter Gläubiger der globalistischen Religion, was bei Merkel vielleicht nicht der Fall ist. Schulz ließ in seiner Antrittsrede keinen Zweifel daran, daß er stramm den Kurs halten werde, was die laufende EU- und Flüchtlingspolitik der Bundesregierung betrifft. Seine Stimmungsmache gegen die CDU ("Ab morgen heizen wir den Schwarzen ein!") ist nichts weiter als ein Kasperltheater, das das Publikum über diese Tatsache hinwegtäuschen soll.

Weil aber kein Stück ohne einen echten Schurken auskommt, hat Schulz bereits vor einer Woche den Hauptfeind markiert. In der Tat war diese Feinderklärung eines der allerersten Statements, das er nach der Bekanntgabe seiner Ernennung zum Kanzlerkandidaten abgab:

Schulz kündigte eine harte Auseinandersetzung mit Populisten und Extremisten an: "Ich sage in dieser auseinander driftenden Gesellschaft allen Populisten und den extremistischen Feinden unserer Demokratie und unserer pluralen Werteordnung hier entschieden den Kampf an." Er fügte hinzu: "Mit mir wird es kein Bashing gegen Europa geben. Mit mir wird es keine Hatz gegen Minderheiten geben." Schulz war seit 1994 im Europaparlament und zuletzt dessen Präsident.

Dies bekräftigte er in seiner Antrittsrede noch einmal ausdrücklich, und dieser Teil war ihm derart wichtig, daß er ihn auf der Startseite seiner Internetpräsenz extra hervorhob:

Wozu blinder Nationalismus führt, haben wir in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebt. Deshalb ist die Partei der Höckes, der Gaulands und Petrys keine Alternative für Deutschland, sondern sie ist eine Schande für die Bundesrepublik.

Wer die freie Presse attackiert und beispielsweise von Lügenpresse spricht, der will ein anderes Land. Menschen, die unerträglichen Rassismus und Antisemitismus, die Frauenfeindlichkeit und Homophobie wieder gesellschaftsfähig machen wollten. All diesen Rassisten, Extremisten und Populisten sage ich, sagt die gesamte SPD den Kampf an!

Das Irrsinnige daran ist, daß Schulz so tut, als wären all diese Dinge aus dem Nichts enstanden und als stünden sie in keinem Zusammenhang damit, daß Westeuropa eben durch demokratisch nicht legitimierte Entscheidungen und unter zahlreichen Rechtsbrüchen mit zwei Millionen kulturfremder Menschen überflutet wurde, der größte Teil davon aggressive junge Männer im wehrfähigen Alter, die so schnell weder Arbeit noch Frauen finden werden, aber ausgesprochen anspruchsfreudig auftreten. An einer anderen Stelle seiner Rede beklagte er den Anstieg der Kriminalität der Deutschland, ohne auch mit nur einem Wort etwaige Zusammenhänge zu erwähnen.

Das ist beispielhaft für die fatale Blindheit dieser Eliten: statt zu erkennen, daß der rapide Anstieg des Populismus eine Antwort auf ihre Politik sein könnte, flüchten sie sich in Schwarzweißmalerei und falsche historische Analogien, in denen sie die Rolle der Retter,  Helden und Lichtgestalten spielen. Die Opposition, die er selbst hervorgebracht hat, dient ihm dann wiederum als Rechtfertigung, an seinem Kurs festzuhalten, was nur noch mehr Widerstand, Zorn, Polarisierung und Radikalisierung hervorufen wird.

Nachdem er so getan hatte, als würde er die Zähne fletschen, und beteuerte, daß Terroristen kein Pardon gegeben werden, leitete er folgendermaßen auf sein Lieblingsthema über, das den krönenden Schlußstein seiner Rede bildete:

Und auf der anderen Seite sind wir mit einem erstarkenden Nationalismus konfrontiert, einem Populismus einer sich immer stärker radikalisierenden Rechten. Marine Le Pen in Frankreich, Geert Wilders in den Niederlanden und die AfD in Deutschland sind nur einige der Vertreter dieser Richtung, die permanent mal gegen Minderheiten, mal gegen den Islam, mal gegen die Medien oder gegen Europa hetzen.  Die Partei von Marine Le Pen, auf die sich die AfD so gerne bezieht, die Front National, heißt auf deutsch übersetzt "nationale Front". Eine solche Partei mit einem aggressiven Nationalismus hatten wir schon einmal.

Damit hatte er den zum braunen Wiedergänger stilisierten "Populismus" nach dem üblichen Strickmuster mit dem islamischen Terrorismus verknüpft. Im Anschluß pries er zwei nicht näher benannte Genossen, vermutlich Linksextremisten und Antifanten, die via Twitter über Pegida "berichten," und angeblich ständig bedroht würden und mit "physischer Gewalt" konfrontiert seien. Diese hätten ihn auf eine (wohl linksextreme) "Konferenz" geladen, wo sich "hunderte junge Männer und Frauen" "gegen rechts" organisierten. Im Laufe seiner Lobpreisung unterlief ihm ein amüsanter Lapsus:

Die lassen sich nicht einschüchtern, die lassen sich nicht bange machen. Die sind bereit, für unsere Demokratie zu kämpfen und auf die Straße zu gehen. Und wenn ich an die zahlreichen mutigen Initiativen im Lande denke gegen rechts, in denen so viele Menschen aktiv sind, und die Manuela Schwesig als Ministerin so konsequent unterdrückt , dann weiß ich... unterstützt! Ach! (Gelächter) Nochmal. So konsequent unterstützt. (*klatschklatschklatsch*) Dann weiß ich: es gibt in der Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland viel mehr Menschen, die einen Satz längst internalisiert haben, den ich angesichts der Gefahr von rechts hier wiederholen will. Der englische Philosoph Edmund Burke hat den Satz gesagt: "Für den Sieg des Bösen reicht es, daß die Guten nichts tun." Es gibt so viele Gute in unserem Land! Ind die Partei, die deren Dialogpartner sein will und sein wird im Kampf gegen rechts, und der Kanzler dieser Partei lädt sie ein: Macht mit uns gemeinsam unser Land stark. Für die Demokratie! Denn das Bollwerk gegen diesen wütenden Nationalismus, das Bollwerk gegen diesen wütenden Nationalismus hat drei Buchstaben: S-P-D. Seit mehr als 150 Jahren.

Die "konsequente Unterstützung" Schwesigs besteht bekanntlich darin, zig Millionen von Steuergeldern in den "Kampf gegen Rechts" zu pumpen, und dabei nicht nur den Linksextremismus herunterzuspielen, sondern sich seiner auch noch als Sturmtruppenreservoir zu bedienen.  Schulz stellt die tatsächliche Situation perfide auf den Kopf: es bedarf keines Mutes, sich in Deutschland "gegen rechts" zu engagieren, ganz im Gegenteil, man hat hierbei quasi den gesamten Staats- und Medienapparat hinter sich und darf mit allerlei sozialen Belohnungen und finanziellen Zuwendungen rechnen. Wer sich aber gegen die Politik der Regierung und der EU stellt, und sich etwa bei Pegida, in der AfD, der Identitären Bewegung oder sonst einer Initiative engagiert, ist heute bedroht von Ächtung, Diffamierung, sozialer Ausgrenzung, Verlust der Existenzgrundlage, gewaltsamer Einschüchterung und physischer Gewalt (vgl. hierhier und hier), dies alles mit weitgehender Duldung, ja sogar indirekten Förderung der herrschenden Eliten.

Repressalien und Denunziationen dieser Art gibt Schulz das gute Gewissen, indem er das manichäische Bild eines Kampfes von Gut gegen Böse zeichnet. Damit inszeniert er sich unverhohlen als Bürgerkriegspartei und heizt die Enthemmung der Auseinandersetzung an. Dazu paßt Schulz' aparte Lobpreisung des bekannten und allseits beliebten Freiheits- und Menschenfreundes und Staatssicherheitsgaranten Heiko Maas:

Für uns ist Heiko Maas das Gesicht für die Bürgerrechte in diesem Land, ein Mann, der niemals vergißt, daß man auch bei der Bekämpfung der Kriminalität die Grundrechte achten und beschützen muß, und der unermüdlich klare Kante gegen Rechts zeigt. (Jubel, Applaus.)

 Spätestens an dieser Stelle befindet man sich in Orwell'schen Zonen.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (45)

Sven Jacobsen
3. Februar 2017 20:40

Ein sehr gut erstellter Artikel! Völlig zurecht verweist Martin Lichtmesz auf die Tatsache, dass Schulz und Merkel im Wesentlichen die gleichen Inhalte verkörpern. Wer auch immer von den beiden die Wahl verliert, der andere springt ein und steht für eine neue Koalition mit dem eigentlich Unterlegenen bereit. Für das Establishment ist das eine optimale Ausgangslage. Was bei Schulz viel deutlicher wird, ist seine ausgeprägte Unnachgiebigkeit innen- wie außenpolitischen Gegnern gegenüber, sein aggressiver Tonfall. Bereits jetzt zeichnet sich eine Verhärtung der Fronten ab und die Enthemmung der politischen Auseinandersetzungen wird zunehmen. Praktisch mit allen Regierungen der Visegrád-Staaten und anderen Skeptikern einer Super-EU bestehen Spannungen und in Deutschland hat Schulz deutlich gemacht, wie sehr ihm die sog. Rechtspopulisten verhasst sind (in seinen Augen scheinbar alle konservativen CDU-Wähler, die CSU und die AfD sowieso, macht in der Summe Millionen in zweistelliger Zahl). Zum Ende sollte aber eines ganz klar sein: Auch wenn Martin Schulz ein politisch schwieriger Kontrahent ist, so ist er nur so stark, wie ihn das mittlerweile starke konservative Lager sein lässt. Man muss sich nicht alles bieten lassen, was er äußert. 

Abronsius
3. Februar 2017 20:43

Es hilft ja alles nichts, die Leute wählen den Schulz. Man muß diese unglaubliche Erfahrung machen, daß mindestens 50 Prozent des Volkes gar keine Einwände haben, wenn uns die Häuser über dem Kopf angezündet werden.

Stiller
3. Februar 2017 20:45

Ich glaube ich halte nicht durch bis September. Mich ödet das jetzt schon so an. Ich bin auf Seite 2 des Artikels eingeschlafen.

Ich liebe Lichtmesz' Analysen normalerweise. Aber dieser Artikel ist so langweilig. Das liegt am Sujet. Was für impertinenter, dummer, bornierter, furchtbarer, deutscher Mensch. 

 

Theobald
3. Februar 2017 21:01

Vielen Dank Herr Lichtmesz für diesen langen, sehr ausführlichen und damit sehr aufschlußreichen Artikel.

Im HAZ-Interview (auf Seite 2 und 3) hat unser Bundespastor wortwörtlich heute von sich gegeben... Eine Direktwahl des Bundespräsidenten halte ich nicht für sinnvoll. Denn dann hätten die Bürger möglicherweise das Gefühl, es gäbe da eine Instanz, die politisch umsteuern könnte, sollte die Regierung etwas ihrer Auffassung nach nicht richtig machen. Der Bundespräsident ist aber keine Ersatzregierung - und zwar zu Recht. Die politische Verantwortung liegt beim Parlament und bei der Regierung."...

Er hat zwar Recht, aber m.E- in einem eher entlarvenden als in einem richtigen Sinn. Da spricht einer der halt nicht richtig ins Amt gewählt wurde und jetzt Angst hat, sich vor dem Volk rechtfertigen zu müssen.

Monika L.
3. Februar 2017 22:19

Sind Sie Sadist oder Masochist, Herr Lichtmesz ? Mir ist schlecht.

Aber es geht noch schlimmer. Optisch und inhaltlich:

http://www.kath.net/news/58370

 

Der_Jürgen
3. Februar 2017 22:35

Wer sich mit der simplen Losung "Merkel muss weg" zufrieden gibt, den müsste diese ungemein fundierte Analyse eines Besseren belehren. Wenn Merkel durch Schulz ersetzt wird, ist überhaupt nichts gewonnen. Die beiden sind lediglich zwei besonders abscheuliche Köpfe einer monströsen Hydra; wenn sich kein Herakles findet, der dem Ungeheuer nicht nur alle Köpfe abschlägt, sondern auch mit einer Fackel die Stümpfe versengt, so dass nichts mehr nachwachsen können, ist Deutschland verloren - und vermutlich mit ihm die ganze westliche Hälfte Europas.

Laut dem "Focus" vom 21. Oktober 2015 waren damals 48% der Deutschen für die Schliessung der Grenzen, 40% sprachen sich dagegen aus. (Bei denen, die sich der Stimme enthielten, dürften die Anhänger der Grenzschliessung in der Mehrheit gewesen sein, sich jedoch nicht getraut haben, ihre Meinung zu bekunden.) Trotz der beispiellosen, rund um die Uhr betriebenen Gehirnwäsche besass also rund jeder zweite Deutsche noch genügend gesunde Instinkte und genügend Menschenverstand, um den grossen Austausch abzulehnen. Doch unter den 630 Bundestagsabgeordneten gab und gibt es NICHT EINEN, der diese Forderung vertritt. Und da wundert sich ein Schulz noch scheinheilig, dass "Populisten" wachsenden Zulauf finden und sich ein wachsender Teil der Deutschen von den Parasiten in Berlin und Brüssel nicht mehr vertreten fühlt.

Wenn ich mich nicht irre, war es der grosse Amerikaner Kevin McDonald, der den Begriff der "feindlichen Elite" geprägt hat. Eine solche feindliche Elite, die zu rund 80% aus Nichtrussen bestand, kam 1917 in Russland an die Macht und schickte sich sofort racheschaubend an, die kulturelle Trägerschicht des russischen Volkes zu dezimieren und seine christliche Kultur zu zerstören. Ab Mitte der dreissiger Jahre wurde diese feindliche Elite dann Schritt für Schritt entmachtet und grossenteils physisch liquidiert. Sie bekam ihre eigene Medizin zu schmecken.  

Die feindliche Elite, die heute in der BRD und anderswo in der westlichen Welt an den Schalthebeln der Macht hockt, geht in ihrem radikalen Vernichtungswillen noch sehr viel weiter als ihre Vorgängerin in Russland. Sie will die genetische Substanz der von ihr beherrschten Völker zerstören und damit auch die Bewahrung und Weiterentwicklung der europäischen Kultur verunmöglichen. (Wie Lichtmesz zu Recht hervorhebt, gilt das Völkervermischungsprogramm einzig und allein für die Weissen; dass beispielsweise die Chinesen um der "diversity" willen ein paar hundert Millionen Afrikaner und Inder importieren werden, glaubt nicht einmal der Herr Schulz. )

Dennoch bleibe ich vorsichtig optimistisch; ich habe irgendwie das Gefühl, dass die Teufel ihr Ziel nicht erreichen werden. "Ahriman weiss nicht, dass er nicht siegen kann", meinte Rudolf Steiner. Vermutlich wissen auch Ahrimans Knechte a la Schulz das nicht, aber die Realität könnte sie rascher einholen, als ihnen lieb ist.  Schon jetzt bläst ihnen ja ein rauher Wind von jenseits des Atlantiks um die Ohren.

Ein gebürtiger Hesse
3. Februar 2017 22:36

Schulz ist womöglich in einen gewissen Sinne sogar um einige Grade schlimmer als die amtierende Kanzlerin.

Jau. Auch ich ertappte mich dieser Tage dabei, eine Gegenposition zu dieser Fratze der EU einnehmen zu müssen (man greift dann gern ohne zu Überlegen, zum Erstbestem, das an der medienbedingten Oberfläche schwimmt) und Merkel zu bevorzugen. Argh! Weiche, Satanas, der sich da unversehens aus mir spricht!

So weit kommt es, wenn man sich, ohne es sich bewußt zu machen, auf die vom Politkonsens angebotenen Alternativen einläßt. Dann ist es plötzlich perverserweise so, als sei die ganze metapolitische Bildung, die man sich verschafft hatte, für die Katz gewesen. Dem gilt es vorzubeugen, durch welche Vergegenwärtigungen (von Lektüren hier und anderswo) auch immer.

Fernmelder
3. Februar 2017 22:41

Herr Lichtmesz, ich stimme Ihnen völlig zu. Besser kann man die Lage nicht beschreiben. Ich sagte kürzlich erst, es ist völlige egal wer hier an der Spitze des Staates steht, es ist das gleiche Gesülze.

Die Frage wird sein, lassen sich die Bürger vor dieser Show  beeindrucken oder 

schauen sie hinter die Kulissen. Was aber feststeht ist, dass  diese Kartellparteien alles auffahren um die AFD so klein wie möglich zu halten. 

Nichts wird ihnen zu schmutzig sein.

Paracelsus
3. Februar 2017 23:10

Zitat Lichtmesz: „Es gibt kaum ein Wort in den aktuellen politischen Diskursen, das noch bedeutet, was es einmal bedeutet hat.“ – So ist es. Wer dies nicht erkennt, kann heute nichts begreifen.  

Ich denke, es wird doch einen spannenden Wahlkrimi auch in Deutschland 2017 geben. Und zwar zwischen Pest und Cholera, Merkel und Schulz. Die Inszenierung ist perfekt vorbereitet: mit Merkels Kandidatur ist sichergestellt, dass die Wahl links von der Mitte ausgekämpft werden wird. Weiter „rechts“ als Merkel hat so schon mal keine Chance auf Regierungsverantwortung. Das hat Merkel entschieden, bzw. sie mit denen, für deren Agenda sie steht.

Schulz opponiert also von links gegen die linke Merkel, und obwohl seine Agenda dieselbe ist wie die von Merkel, wahrscheinlich aber noch einen Tacken schärfer (wie man aus der von Lichtmesz zitierten Lobhudelei für Maas erahnen kann, auch aus seinen demagogischen Ausfällen gegenüber der AfD), wird es nach meiner Befürchtung gelingen, dies medial so aufzuladen, dass doch ein Großteil der Wähler sich einfangen lassen wird.

Schulz hat meiner Ansicht nach die größeren Chancen als Merkel, ab Herbst 2017 Kanzlerin zu sein: was für ihn spricht: man merkt ihm an, dass er den Seich glaubt, den er von sich gibt. Im Moment der Absonderung wirkt er auf diese Weise authentisch, und das überzeugt die einfachen Leute. Er ist eben ein super Populist. Wenn dagegen Merkel spricht hat man den Eindruck, sie sagt das auf, was sie auswendig gelernt hat. Das hat den Charme der Unbeholfenheit, man fühlt sich nicht überrumpelt, es ist irgendwie naiv und kann nicht böse gemeint sein, also wird es wohl stimmen, man kann ihr vertrauen.

Bei der „Alternative“ zwischen Merkel und Schulz ist also klar, dass die „linken“ Globalisten gewinnen werden, aber mein Eindruck ist, dass es gelingen kann, Schulz als wirkliche „Alternative“ der Mehrheit der Leute schmackhaft zu machen. Vielleicht kramt man dazu schon mal etwas Dreck bei Merkel aus – warum sie nicht absägen, wenn ein anderer und noch treuerer Vertreter verfügbar ist, um im Namen der einfachen Leute und im Namen der Demokratie letztere weiter einzuschränken und ersteren weiter das Leben schwer zu machen? Das funktioniert doch super.

Bei den allenthalben durch die Gazetten geisternden Marx-Ehrungen ist zudem denkbar, dass doch noch Rot-Rot-Grün soweit hochgeschrieben wird, dass es für eine Mehrheit im Bundestag reicht. Und je nachdem, was Trump weiter real veranstalten wird, wird es eventuell möglich sein, so eine linke Regierung als Rettung erscheinen zu lassen. – Ich bin da vorwiegend pessimistisch.

Noch ein Wort zu dem Gewährenlassen der „linken“ „Antifa“ bei ihren antidemokratischen Sitzblockaden, Verhindern von Vorträgen, Gewalt gegen AfD-Politiker usw.: Für die „Mitte“-Parteien sind sie nützliche Werkzeuge, um die Konkurrenz von „rechts“ klein zu halten. Im Laufe der Jahre hat man die Scheu abgelegt, mit Linksextremisten zu kooperieren, und derzeit konnte der Zeitgeist so beeinflusst werden, dass kaum jemand etwas daran schäbig findet.

Es ist zur Normalität geworden, den Linksextremisten die Definitionshoheit zu überlassen, wer „rechts“ oder gar „nazi“ ist.  Es ist zur Normalität geworden, Menschen zu verleumden. Verleumdung ist aber eine Form von seelisch-sozialem Mord, es ist das Abschneiden der seelisch-mitmenschlichen Beziehungen des Verleumdeten zu seiner Umgebung. – Solch ein in höchstem Grade unmoralisches Handeln ist im Deutschland der 2010er Jahre allgemein akzeptiert. Es wird sogar von hochrangigen Politikern und von religiösen Würdenträgern aktiv betrieben, ohne mit der Wimper zu zucken.

Wie kann das sein?  Wieso erkennen nicht wenigstens die Christus-Sucher, dass sie sich völlig verrannt haben?

Gustav Grambauer
3. Februar 2017 23:36

"Zwischen Merkel und Schulz gibt es jedoch nicht die geringste ideologische Differenz."

Aber zwischen Gabriel und Schulz. Schröder bzw. sein Flügel und Schulz hassen einander. Maas wird von Schröder bei Begegnungen am Fahrstuhl im Willy-Brandt-Haus nicht einmal gegrüßt, S. schaut durch M. hindurch wie durch die Luft.

Gabriel hat Schulz sauber ausmanövriert, und zwar wenn alles gut geht endgültig:

1. Er begründet bereits jetzt eine Anwartschaft der SPD (als Juniorpartnerin der kommenden GroKo) für das Auswärtige Amt (dazu hatte er sich mit der Lancierung von Steinmeier als BP bereis den Weg freigeschaufelt, feine Schachzüge)

2. die Clinton-Achse ist für das Amt des Außenministers (für das sich deren Klon Schulz ja auch ins Gespräch gebracht hatte) ausgebremst

3. Die SPD kann in Ruhe Außenpolitik im Sinne des Schröder-Flügels (Frieden mit Rußland) machen, und zwar durchgängig, ohne Zäsur durch die Wahl

4. Gabriel kann 2021 nochmals als Kanzlerkandidat mit einem Friedensprogramm antreten: unverschlissen, gereift und mit Außenminister-Bonus, selbstredend ist er dann auch wieder Parteivorsitzender

5. während Schulz am 24. September (wie Scharping, sein Bruder in Intriganz, Egomanie und, man verzeihe mir den Bindestrich, Physio-gnomie) untergeht, was dieser in seiner Eitelkeit und umgeben von parfümierten Schmeichel-Schranzen im Modus des Wunsch-Denkens jetzt noch gar nicht sieht, ergo

6. Der White-Trash-Flügel der SPD wird - zwar nicht kurzfristig, aber mittel- und langfristig - bis zum Bersten gestärkt, der Kunterbunt-Kleptokraten-Flügel wird dem Zerfall anheimgegeben ("Ihr hattet ja 2017 eure Chance mit Schulz ..."), entsprechende Politik wird fortan als verlustbringend  bei Wahlen gesehen.

Der unglaubliche Clou an diesem Szenario ist, daß manche der Alpha- und vor allem Senioren-Riege der SPD über ihr eigenes verschlafschaftes, verfilztes, borniertes, hyper-ideologisiertes mittleres Kader selbst so verzweifelt sind, daß sie ihrer eigenen Partei einmal die harte Lektion des Schmerzes ("Projekt U-18", wir werden sehen ...) mit einer Roßkur gönnen (synergetisiert mit dem in der SPD sowieso grassierenden Todestrieb). Und ich fürchte, daß selbst Schulz nicht mal merkt, wie er dafür instrumentalisiert und ins offene Messer geschickt wird.

Dies gilt sogar doppelt, denn im Mai ist Landtagswahl in NRW, dem Landesverband von Schulz. Drei Wochen nach der Wahl in Frankreich!!! Ich freue mich schon auf das Geheule wie nach der Wahl von Trump im Clinton-Lager am 14. Mai!!! 

 

Noch etwas anderes: wir haben im Sommer in meiner Heimatstadt Gotha bei einer Illuminaten-Führung mit MdL Matthias Hey im Schloßpark teilgenommen.

http://gotha.tlz.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Gothaer-Schlosspark-Matthias-Hey-ueber-seine-Illuminaten-Fuehrungen-389016014

Den holt sich die SPD-Führung in ihrer Verzweiflung immer wieder ins Willy-Brandt-Haus, damit er dort Wege aufzeigt, wie die Partei an der Basis Vertrauen zurückholen kann. Ein Ein-Mann-Psychogramm der nächsten Generation der SPD, auf diese Spielart des Populismus werden wir uns einstellen müssen:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/rot-rot-gruen-in-thueringen-trabi-fahrt-mit-spd-fraktionschef-hey-a-1006463.html

 

Martin Schulz: A-ram! Prost!

Martin Lichtmesz: A-lalll!

 

- G. G.

Gustav
3. Februar 2017 23:57

Dem Demokraten genügt es nicht, dass wir respektieren, was er mit seinem Leben machen will, er verlangt darüber hinaus, dass wir respektieren, was er mit unserem machen will.

Der demokratische Drache wird schließlich alle viere von sich strecken, wenn wir ihm das klitzekleine Gehirn durchbohren, anstatt seine zahllosen Tentakeln abzuhauen.

Nicolás Gómez Dávila

Anton Steiner
4. Februar 2017 01:47

Danke Herr Lichtmesz, mir  alten Prekariat Proleten ein wenig, Schulz und Konsorten, augenöffend vorgeführt haben!

Wie in der DDR: Tagesschau = Aktuelle Kamera

Hugo
4. Februar 2017 04:56

Die Spaltung ist vollzogen. Der Riß ist tief und blutig. Ich reinige meinen Freundes- und Bekanntenkreis von allen, die in der Grundsatzfrage nicht so denken wie ich.  Wer SPD oder Grüne wählt, will dieses Land radikal vernichten. Da gibt es keine Brücke.

Trotzdem sehe ich aktuell nirgendwo eine Lösung! Der Ansatz der AfD, jetzt (unabhängig ob 15 oder 25% erreicht werden können) keine Regierungsverantwortung mit tragen zu wollen, muß der CDU viele Stimmen bringen, denn der Ansatz ist falsch! Die AfD müßte sich um eine Koalition mit der CDU bemühen, um diese dazu zu zwingen, die vielen richtigen Denkansätze, die von der CDU gerade als verlogene, halbherzige Wahlkampfnebelkerzen abgeschossen werden, in praktische Politik umzusetzen: Flüchtlingsboote tatsächlich vor der afrikanischen Küste einfangen und die Leute zurückbringen, Recht und Gesetz wiederherstellen, Kriminelle "Asylanten" sofort abschieben, eine effektive Abschiebelogistik aufbauen, wirkungsvolle Grenzsicherungsmaßnahmen und Kontrollen durchführen.

Was soll ich mit einer AfD, die mit meiner Stimme am Ende noch einen Martin Schulz ermöglicht, egal ob als Kanzler oder Vize-Kanzler? 

Pigscantfly
4. Februar 2017 07:36

Mutti heißt jetzt Schulz.

Tokugawa
4. Februar 2017 09:16

Ein entscheidender Punkt fehlt mir in der Analyse. Es stimmt, dass Schulz sich den "Kampf gegen rechts" auf die Fahne geschrieben hat. Nur - damit bindet er allein die eigene Funktionärsklasse und ein paar Sozialverbandsvertreter hinter sich. Ansprechen aber will er (und muss er, wenn er gewinnen will) andere Schichten. Er sagt es selbst:

"Mir ist wichtig, dass die hart arbeitenden Menschen in diesem Land, die hart arbeitenden Menschen, die sich an die Regeln halten,  die sich um ihre Kinder und oft auch um ihre Eltern kümmern, die manchmal trotz zweier Einkommen nur so grade über die Runden kommen, daß wir diese Menschen und ihre Sorgen in den Mittelpunkt unserer Politik stellen, genau dafür trete ich an, um Bundeskanzler dieses Landes zu werden. Die Menschen, die den Laden am Laufen halten, diese Menschen haben Respekt verdient."

Wie ködert er sie? Schulz wiederholt die alten sozialdemokratischen Versprechen aus dem Sozialstaatsdiskurs der 70er Jahre, aufgepeppt mit linkspopulistischem Vokabular. Schulz ist nach eigenem Verständnis mehr noch als Merkel der Gegen-Trump. Nur: er kopiert die Anti-Establishment-Rhetorik des amerikanischen Präsident fast eins zu eins.

Genau hier liegt die Sollbruchstelle in Schulzens Argumentation. Nur hier kann man ihn stellen und entzaubern. Der Sozialstaat, so wie Schulz in rhetorisch beschwört, ist gebunden an den Nationalstaat. Den aber will der SPD-Kanzlerkandidat weiter zerstören, 1) institutionell über eine Vertiefung der europäischen Integration, die keine einheitlichen sozialen Standards kennt und 2) kulturell über eine unkontrollierte Massenzuwanderung, die genau diesen an nationale Grenzen gebundenen Sozialstaat überfordert und damit von innen aushebelt. Aus diesem Grundwiderspruch in der Argumentation von Schulz ergeben sich zahlreiche Nebenwidersprüche: Zuwanderung unqualifizierter junger Männer aus dem islamischen Kulturkreis, die wegen geringer Qualifikation schwer kulturell zu integrieren sind, vor allem aber das Lohnniveau für sogenannte gering qualifizierte beschäftigung weiter senken; Steuerflucht von Reichen und Unternehmen wird durch eine Vertiefung der EU, die Steuerwettbewerb als ein kernelement hat, gefördert, die Steuerlast kann also nur für an den Nationalstaat gebundene Verdiener wie Handwerker, Angestelle, Facharbeiter erhöht werden (die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass genau das passiert); höhere Renten über nationalstaatlich organisierte Systeme, die durch Zuwanderung fast genauso wie durch Demographie be- und nicht entlastet werden versus einer rot-grünen Politik, die private, kapitalgestützte Altersvorsorge propagiert hat und die Sparer jetzt mit einer Euro-Rettungspolitik faktisch enteignet und so die kritisierte Altersarmut überhaupt erst schafft... Die Liste ließe sich fast endlos fortsetzen.

Schulz will einen von ihm festgestellten Rechtspopulismus durch einen linken Sozialpopulismus bekämpfen. Widersprüche werden von den meisten Medien nicht in Frage gestellt. Streng genommen stehen bei Schulz postfaktische Aussagen zum Sozialstaat einer faktischen Welt entgegen, in der er - mehr noch als Merkel - das Gegenteil macht. Die Frage, wie ein Politiker, der über Jahrzehnte Brüsseler Interessen vertreten hat, in Zukunft  nationalstaatlioche Interessen vertreten will, sei hier nur am Rande erwähnt.

Ins Bildliche übersetzt sieht Schulzens Wahlkampfstrategie so aus: Er zündelt am Sozialstaat, er zündelt an der Legitimation der politischen Ordnung (die sich nicht nur aus Verfassungspatriotismus speist, aber selbst der wird von einem Großteil der "Menschen, die noich nicht so lange hier leben" ja nicht geteilt) und dann ruft er den angstvoll staunenden Deutschen zu: "Hier hocken nicht die Brandstifter, hier kämpft die Feuerwehr!"

Batscho
4. Februar 2017 10:09

Herr Lichtmesz, danke für diese umfassende Analyse der politischen Agenda von Schulz. Ein wichtiges Zitat von ihm fehlt nach meinem bescheidene Dafürhalten allerdings:

"For me, the new Germany exists only in order to ensure the existance of the State of Israel and the jewish people"

Zu deutsch: "Für mich existiert das neue Deutschland nur, um die Existenz des Staates Israel und des jüdischen Volkes zu garantieren."

Quelle: 

http://www.haaretz.com/opinion/.premium-1.574332?v=52EC3B5B0A6AE4C7D1D1A0CA6E46E3A3

Dietrich Stahl
4. Februar 2017 11:15

Lieber Martin Lichtmesz, gute Recherche und Analyse.

Die Politik/Medien/Finanz/Kultur-Mafia verfolgt eine Agenda – NWO. Sie führen Krieg gegen das eigene Volk. Und das ist Teil ihrer Methodik:

Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt. (Der Spiegel 52/1999)

[…] Es gibt kaum ein Wort in den aktuellen politischen Diskursen, das noch bedeutet, was es einmal bedeutet hat. Die Sprache der Machthaber ist trügerisch [M.L., Sie sind ein freundlicher Mensch, trügerisch ist ein zu schwaches Wort] geworden,

Diese Leute sind okkupiert von einer seltsamen Kraft, sie sind eine Art Zombies unter Fremdkontrolle. Das enthebt sie nicht ihrer Verantwortung. Das wissen sie, deshalb haben sie Angst und bekommen Panik. Das Momentum ist auf unserer Seite. Donald Trump ist der Frontmann der Freiheitsbewegung der Völker der Welt. Sie zitieren die wichtigsten Sätze der Antrittsrede des 45. US Präsidenten. Unmittelbar vor dem ersten Satz Ihres Zitates baute sich eine Gruppe von Angehörigen der US Streitkräfte demonstrativ hinter Donald Trump auf:

Die heutige Zeremonie, jedoch, hat eine ganz besondere Bedeutung. Denn heute übergeben wir die Macht nicht nur von einer Regierung an die andere oder von einer Partei an die andere, sondern wir nehmen die Macht von Washington D.C. und geben sie an euch, das Volk, zurück.

Exakt nach diesen Worten machen die Militärangehörigen auf Befehl eines Offiziers kehrt und verlassen die Zeremonie. Das ist orchestriert und 100 Mal geprobt. Das Militär und große Teile des Sicherheitsapparates stehen hinter dem Präsidenten. Auch in Deutschland gibt es national-konservative Kräfte in Militär und Sicherheitsapparat. Ebenso in den Parteien und anderen Organisationen. Erinnert sei nur an General Kujat, Willi Wimmer, General Günzel. Donald Trump spricht nicht mit den MSM. Stattdessen kommuniziert er via Twitter, die alternativen Medien, seine Sprecher – und er findet klare und deutliche Worte. Es hat nicht viel Zweck mit Lügnern und Betrügern zu diskutieren, geschweige denn deren Methoden zu nutzen. Was wir in Deutschland brauchen ist Kreativität und Innovation, um die Wahrheit zu kommunizieren.

Dietrich Stahl
4. Februar 2017 12:16

Anmerkung zur Unterstützung des Militärs für Donald Trump:

Drei Generäle berief Trump in die Regierung und an die Spitze des CIA. General James Mattis ist Verteidigungsminister und General John Kelly Heimatschutzminister. Der neue CIA Chef ist General Mike Pompeo. Diese Generäle holten sich Militärs zur Unterstützung an ihre Seite. Und sie stehen bereit, sollten entsprechende Maßnahmen notwendig werden.

Monika L.
4. Februar 2017 13:20

"Goethe spricht von den Deutschen als einem tragischen Volke, gleich dem der Juden und Griechen, aber heute hat es eher den Anschein, als sei es eine seichte, willenlose Herde von Mitläufern, denen das Mark aus dem Innersten gesogen und die nun ihres Kerns beraubt, bereit sind, sich in den Untergang hetzen zu lassen. Es scheint so - aber es ist nicht so; vielmehr hat man in langsamer, trügerischer, systematischer Vergewaltigung jeden einzelnen in ein geistiges Gefängnis gesteckt, und erst als er darin gefesselt lag, wurde er sich des Verhängnisses bewußt. Wenige nur erkannten das drohende Verderben, und der Lohn für ihr heroisches Mahnen war der Tod. Über das Schicksal dieser Menschen wird noch zu reden sein. "

aus: Flugblatt I der Weißen Rose

Ein großer Mahner ist am 17.9.2016 von uns gegangen. Frank Böckelmann schreibt über den Tod von Rolf Peter Sieferle:

"Nach allem , was wir wissen, spielte auch der Schauder vor der verbreiteten defätistischen Stumpfheit in Deutschland, verbrämt als ethische Hochblüte, bei Sieferles Freitod mit. Sieferle sah, was Angela Merkel  und ihre Mitläufer mit ihrer fahrigen Freigebigkeit in Kauf nehmen: Ein ' chaotisiertes, verarmtes Deutschland' würde ' den gesamten Kontinent in den Abgrund ziehen'.

in : Tumult, Winter 2016/17

A.a.O. finden sich unter der Überschrift Vom gesinnungsethischen Rausch in den Untergang Notate von Rolf Peter Sieferle zu den Folgen der Migrationskrise.

Diese bestätigen die Analyse von Herrn Lichtmesz.

Im letzten Beitrag von Herrn Sieferle , einem Brief vom 7. August 2016 liest man:

"Merkel  hat vermutlich durch ihren Ehrgeiz nicht nur das politische System Deutschlands ruiniert. Noch schlimmer wäre es, wenn sie auch die ethnische Zusammensetzung des deutschen Volkes irreversibel verändert hätte. Der Platz in den Geschichtsbüchern ist ihr jedenfalls sicher: Vermutlich wird sie als eine der großen Katastrophengestalten in die deutsche Geschichte eingehen."

 

Stein
4. Februar 2017 13:28

Saubere Analyse, wie von Lichtmesz gewohnt. Ich hab hier aber auch was zu meckern: Das neue Layout macht Texte, zumindest wenn man sie so wie Lichtsmesz strukturiert, sehr schlecht lesbar. Zitate werden lediglich eingerückt, keine Kursivschrift, andere Schriftarten- oder größen sind mehr vorhanden. Kommen noch Bilder hinzu, ist es vollkommen hinüber. Ich wünsche mir hier eine Überarbeitung.

Balduin B.
4. Februar 2017 13:51

Wenn es unter Schulz keine Hatz gegen Minderheiten geben wird, müssen wir uns in Kürze keine Sorgen mehr machen angefeindet zu werden. Bei Kleinkindern sind wir Deutschen im eigenen Land schon in allen Großstädten die Minderheit, in der Generation junger Männer um 20 wohl ebenfalls. Wir können also als geschützte Minderheit im eigenen Land in Zukunft frei und ohne Belästigung durch die sogenannte Antifa unsere Positionen in der Öffentlichkeit vertreten; das ist doch mal eine Perspektive!

Als aktiver in der AfD freue ich mich auf diese vor uns liegenden, unbeschwerten, von tätlichen Angriffen, aufgeschlitzten Reifen, eingeworfenen Büros, beschmierten Hauswänden und Bürgersteigen freien Zeiten; Schulz sei (im Voraus) Dank!

Benno
4. Februar 2017 14:14

Es ist schier unglaublich. Bei all diesen abgedroschenen Phrasen, bei all der Inhaltsleere, bei dieser Verlogenheit und Verachtung für das eigene Volk, wie ist es da möglich, dass diese Politdarsteller auch nur eine Minute länger im Amt bleiben können? Die Reeducation ist in der Tat ein voller Erfolg gewesen. Jede Erbmonarchie mit plebiszitären Elementen wäre demokratischer als der in der BRD betriebene Parlamentarismus.

Wer ihre Politik unterstütze, verstoße „gegen die europäische Verfassung, das Grundgesetz und die Werte des christlich-jüdischen Abendlandes und der Aufklärung“, „bekämpft die moderne Gesellschaft und will zurück in eine autoritäre, unfreie, obrigkeitsstaatliche Rechtsordnung.“ Er wolle sie nicht verbieten, erwarte jedoch, „dass die Demokraten in diesem Land endlich anfangen, sich mit dieser Partei auseinanderzusetzen.“

Er spricht von einer europäischen Verfassung, die es nicht gibt, weil dort wo darüber abgestimmt wurde, sie auf Ablehnung stiess. Stattdessen gibt es nun einen Lissaboner-Vertrag, der obrigkeitsstaatlich verordnet wurde.

Er referiert über ein Grundgesetz (auch hier gibt es keine Verfassung), welches sich das deutsche Volk nicht selbst verabreicht hat.

Er spricht von den Werten des christlich-jüdischen Abendlandes. Hat sich der Herr schon einmal länger als 5 Minuten mit Christentum und Mosaismus beschäftigt? Wohl kaum, ansonsten kämen nicht solche Worthülsen.

Wenn moderne Gesellschaft Schwulenehe, hässliche Architektur, Abtreibung und das erfüllen jedes Konsumwunsches bedeutet, dann gibt es wohl nichts was den Werten des christlichen Abendlandes mehr widersprechen könnte, als die moderne Gesellschaft.

So viel Nonsens innerhalb so weniger Zeilen, aber zum Ministerpräsidenten hat es doch noch gereicht.

Würde nicht so konsequent der grosse Austausch verfolgt, man könnte sich einfach zurücklehnen und warten bis sich das System selbst erledigt hat.

AlbertZ
4. Februar 2017 15:39

Es war für mich ein anstrengendes Stück Arbeit, diesen Artikel zu lesen. Lediglich der erste Abschnitt auf Seite 4 erlaubt es mir, von dem zahlreichen Zitaten soviel Abstand zu nehmen, wie ich es für erforderlich halte.

Schulz ist ein Alkoholiker, der bis zum Jungerwachsenenalter alles getrunken hat, was er bekommen konnte. Erst bei Selbstmordgedanken hat er aufgehört. Das "Überzeugende" an ihm ist genau diese - jetzt verbal ausgelebte - Suchtstruktur mit all ihren Facetten.

Aus diesem Anlaß empfinde ich neben dem inhaltlichen Abstand auch eine formale Trennung als wichtig:

Die Zitate sollten unbedingt in kursiver Schrift und möglichst einer anderen Schriftart eingefügt werden. Damit besteht die Möglichkeit, Zitate beim ersten Lesen wegzulassen. Das wäre für mich eine große Erleichterung.

Seneca
4. Februar 2017 16:17

Gute Analyse und Beschreibung des verabreichten Giftes mit Schleichwirkung. Doch was folgt daraus für die Sezession (und andere)? Bitte sich in den nächsten Wochen intensiv auch mit dem Gegengift dh Strategien zur cleveren Gegenwehr beschäftigen. Die AfD ind ihre Protagonisten haben hier Nachhilfeunterricht bitter nötig.

Seneca
4. Februar 2017 16:49

Schulz ist die günstige Seniorvariante des Juniorspiels der Strippenzieher in Industrie, Banken und Medien mit Guttenberg und Macron. Heute ein sehr interessanter Artikel im Spectator zum schnellen Aufstieg des ENA-Absolventen und Ex (?)- Rothschild-Partners erschienen. Erinnert sehr an den gepuschten Aufstieg Guttenbergs und dessen bevorstehendes Comeback in der CSU - just wenn Merkel perspektivisch schwächelt. Wo man in der CSU die Prioritäten selbst in 2017 setzt, macht ausgerechnet die Copy and paste  Doktorarbeit klar: die Vereinigten Staaten von Europa als anzustrebendes Politziel. In beiden Fällen lohnt es sich einmal sehr genau mit den Strippenziehern im Hintergrund zu beschäftigen und wie der Aufbau von nur vermeintlich frischen Jungstars durch die Machtelite funktioniert.

RMH
4. Februar 2017 17:12

Fast schon zuviel Fleiß auf einen Schulzen verschwendet. Wenn der Herr Ehre hätte, müsste es ihm eine sein, von Lichtmesz analysiert und überhaupt einer Zeile gewürdigt worden zu sein.

Aber zur Sache:

Es war natürlich taktisch klug und damit vorhersehbar, dass die SPD einen Kanzlerkandidaten wählt, der nicht Mitglied der GroKo war. Denn so kann dieser besser angreifen und fast wie eine Opposition agieren und damit verwischen, dass die SPD für alles und jeden rechtsbrecherischern Akt der Regierung Merkel die volle Mitverantwortung trägt. Die AfD sollte darauf immer wieder hinweisen.

Das Gabriel hier evtl. eigene Ambitionen zugunsten dieser Variante zurückgestellt hat, macht ihn  politisch größer. Der letzte, der sich zurückgenommen hat und einen populäreren Kandidaten den Vortritt gelassen hat, war Oskar Lafontaine, von dem jetzt auch prompt kritischere Töne zu R2G kommen.

Schulz steht meiner Meinung nach für die Option R2G. Alles, was er bislang geäußert hat, ist klar darauf hin gerichtet, dass es für den berühmten einen Abgeordneten mehr im Bundestag langt, der ihm die Kanzlerschaft sichert. Darauf arbeitet er auf Biegen und Brechen hin. Der Rest vom Land ist ihm komplett Schnurz; Brücken will Schulz nicht bauen. Da zeigt er schon ganz klaren Machtinstinkt, wie früher Schröder auch ("Mehrheit ist Mehrheit"). Von daher ist Schulz ernst zu nehmen.

Gegen R2G im Bund sprach bislang, dass die SPD bei den Linken ihre ehemaligen Renegaten aus WASG, Gewerkschaften und West-SPD-Ultra-Linksflügel wieder getroffen hat. Da war tief sitzender, persönlicher Hass zwischen den Personen vorhanden, der in der Vergangenheit kaum überbrückbar erschien. Wenn Schulz es schafft, diese, vor allem bei älteren SPDlern vorhandene Aversion zu glätten und er die Partei so hinbiegt, dass R2G geschluckt wird, dann wird das zu einer sehr ernst zunehmenden Gefahr für Deutschland.

Ich kenne mittlerweile leider zu viele, die mir genau das sagen -  "O Weh, der Schulz mach R2G, da kann ich die AfD nicht mehr wählen, denn sonst passiert genau das, was ich am allerwenigsten will, nämlich R2G." Ich vermute, darauf hat Merkel gewartet und ich gehe davon aus, dass die CDU jetzt genau diese Frage verstärkt lancieren wird, wie hält es Schulz mit R2G. Das kann der AfD Stimmen kosten.

Auf der anderen Seite:

Der momentanige Schulz-Hype, der natürlich zu einem großen Teil von den Medien inszeniert ist, zeigt eines ganz deutlich:

Lagerübergreifend haben die Leute irgendwie Merkel satt und greifen nach jedem Strohhalm, den man ihnen hin hält - auch wenn dieser Strohalm tief im Globalisten-Sumpf steckt und nur ein Schulze ist und sicher kein König.

quarz
4. Februar 2017 18:13

@Jürgen

"Trotz der beispiellosen, rund um die Uhr betriebenen Gehirnwäsche besass also rund jeder zweite Deutsche noch genügend gesunde Instinkte und genügend Menschenverstand, um den grossen Austausch abzulehnen. Doch unter den 630 Bundestagsabgeordneten gab und gibt es NICHT EINEN, der diese Forderung vertritt."

Das ist ein Phänomen, das sich in verschiedenen Ländern beobachten lässt und bereits zum Gegenstand einschlägiger Analysen wurde: dass die Wünsche der politischen (allgemein: gesellschaftlichen) Eliten und die Wünsche der Bevölkerungsmehrheit in Bezug auf Massenimmigration deutlich auseinanderklaffen. Dafür wurde der Begriff "opinion gap" geprägt.

Das Eigenartige und Deprimierende dabei ist, dass die Eliten dennoch lange Zeit nicht mit entsprechender Klarheit abgewählt wurden und ihr gefährliches Spiel weiter treiben konnten. Bis vor kurzem jedenfalls. Vielleicht lassen sich Brexit und Trump ja als trägheitsverzögerte Reaktionen deuten.

Monika L.
4. Februar 2017 19:15

Es gibt kaum ein Wort in den aktuellen politischen Diskursen, das noch bedeutet, was es einmal bedeutet hat. Die Sprache der Machthaber ist trügerisch geworden, und sie rechnen gezielt damit, daß das Publikum größtenteils immer noch die alten Konnotationen hat und sich darum täuschen und betrügen läßt. Das Wort, dessen Sinn von den Eurokraten am meisten und gründlichsten verdreht wurde, ist zweifelsohne "Demokratie"; eine parallele Umfälschung wurde an dem Wort "Volk" vorgenommen.

Das Neue 

Schulz ist die neue Merkel 

Der Mann ist die neue Frau 

Freiheit ist das neue Gefängnis

...............

https://m.youtube.com/watch?v=TdJkI93BeoA

Martin S.
4. Februar 2017 19:46

Ich sehe es kommen:

Noch werden die AfD und ihre Wähler nur als Demokratiefeinde bezeichnet.  Aber der Wahlkampf dauert noch lang.  Und spätestens nach der Wahl in Frankreich werden wir auch noch zum "Staatsfeind"  avancieren!!! Jede Wette!

M. Weigel
4. Februar 2017 20:07

Hallo Herr  Lichtmesz ,

ein guter Artikel.

Trotzdem ist nicht Schulz das Problem und auch nicht Merkel. Leider, und das fällt mir wirklich schwer zu sagen, sind es die Deutschen, bzw. ein großer Teil davon, selbst.

Wer macht es denn möglich, dass ein Schulz Kanzlerkandidat wird und offenbar einen hohen Zuspruch erhält, oder eine Merkel mit großer Wahrscheinlichkeit im Herbst wiedergewählt wird? Wir haben es seit den Achtziger Jahren in Deutschland mit massiven Fehlentwicklungen zu tun und trotzdem hat sich bis zum Eskalieren der "Flüchtlingskrise" keine Rechte Partei in Deutschland etablieren können. Selbst jetzt, wo Tag für Tag widerwärtigste Dinge durch die in den letzten Jahren illegal Eingereisten geschehen und Kosten von 60 Milliarden Euro Jahr für Jahr auflaufen, schafft es die einzige Partei, die sich dezidiert gegen diese Politik ausspricht, wohl nicht einmal auf 20%. Was ist das also für ein Volk? Was muss denn noch geschehen? Natürlich funktioniert in Deutschland die Propaganda und die "Volkserziehung" hervorragend, aber warum sind nur so wenige dagen imun?

Ein Schulz und eine Merkel mit all ihren Eigenschaften, die wir so verachten sind dort, weil eine Mehrheit der Deutschen das wünscht. Dies ist eine traurige Erkenntnis, aber leider ist daran nicht zu rütteln.  

Wäre ein wirklicher Wille da im Volk, so könnte man nach einer Wahl, die Situation mit den Illegalen und anderer Fremder die Probleme machen, innerhalb eines Jahres komplett lösen.

Viele Grüße

M.W.

tOm~!
5. Februar 2017 04:41

"Die Sprache der Machthaber ist trügerisch geworden, und sie rechnen gezielt damit, daß das Publikum größtenteils immer noch die alten Konnotationen hat und sich darum täuschen und betrügen läßt."

Sehr geehrter Herr Lichtmesz, Leider gibt es keinerlei Anzeichen dafür, daß sich die Konnotationen bei den Empfängern der systemkonformen Botschaften geändert hätten. Im Gegenteil, die "Merkel muss weg"-Rufe sind längst verstummt. PEGIDA ist offensichtlich in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Der erste islamistische Anschlag auf deutschem Boden in Berlin, wurde von den meisten Westdeutschen schulterzuckend zur Kenntnis genommen. Dieser Testlauf war ein großer Erfolg für das "Establishment" der BRD. Selbst das Flüchtlingsthema ist - zumindest in meinem privaten und beruflichen Umfeld - absolut kein Thema mehr, wenn es überhaupt je eines war. Die Menschen leben ihre Leben wie gehabt, beziehen ihr Weltbild weiterhin aus der Hand der üblichen "Mainstream"-Publikationen. Der AfD konnte mit der Lügenkampagne gegen Höcke zuletzt gezielt geschadet werden. Der Politikstil des Donald Trump schreckt viele Bundesdeutsche automatisch ab, ohne daß es der zusätzlichen Hetze durch die Leitmedien benötigen würde. Zusammengenommen gibt es keine Hinweise dafür, daß sich das Publikum größtenteils darüber bewusst geworden wäre, daß wir es in der BRD aktuell mit dem verbrecherichsten deutschen Regime aller Zeiten zu tun haben, wenn man nur die - wohlgemerkt in Friedenszeiten - gegen das eigene Volk gerichtete Politik, berücksichtigt. Die unzähligen Rechtsbrüche, die Angela Merkel zu verantworten hat, und die einen Mann wie Udo Ulfkotte das Leben gekostet haben, sie sind dem typischen BRDling letztlich Jacke wie Hose. Freilich angenommen, daß der Mann vor Wut, Ärger und Überarbeitung einen Herzinfarkt erlitt, ohne daß nachgeholfen wurde. Daß Martin Schulz sehr wahrscheinlich der nächste Kanzler der BRD wird, darauf hatte ich mich spätestens am 24.11.2016 festgelegt. Die herrschende Klasse in der EU, wird alles daran setzen, dieses Jahr keine großen Flüchtlingsbewegungen in Richtung Europa zuzulassen, und auch den Terror wird man hierzulande sicherlich bis zur Bundestagswahl erfolgreich verhindern können. Das alles wird dazu führen, daß die AfD und andere nationale Parteien, kaum Argumente finden werden, mit denen sie Menschen für sich gewinnen, sprich "ködern" können, denn seien wir ehrlich, ein anderes Thema haben diese Parteien ja nicht, und wenn, wie bei Björn Höcke, der endlich einmal die großen Kulturleistungen der Deutschen betonte, schadet man sich damit, so unendlich traurig es sein mag, am Ende nur selbst, falls man dabei in die Schuldkult-Falle tappt. Der starke, gewitzte und maskuline Redner Schulz, wird leichtes Spiel haben, seinen "Kampf gegen Rechts" erfolgreich zu führen. Beispiel gefällig?

"Wenn jetzt in diesem Land, der rechte Rand, sein Haupt erhebt und diesen Grundsatz in Frage stellt, weil die Menschenwürde eingeschränkt gilt. Für die gilt sie nicht, für uns schon. Für den gilt sie nicht, für uns schon. Für die Flüchtlinge gilt sie nicht, für uns schon. Für den farbigen Fußballprofi gilt sie nicht, für uns schon. Wenn diese Leute, in diesem Land sich wieder zu Wort melden, und Zulauf haben. Und umgekehrt es so ist, daß wir die Partei sind, die die Gesellschaft zusammenhalten will, daß der Respekt vor dem Einzelnen und die Garantie auf der Grundlage dieses Respekts in Würde zu leben, unser Hauptziel ist, dann ist es logisch, daß wir der Hauptgegner dieser Leute sind."

Zitiert aus der SPD Programmkonferenz Europa: Rede von Martin Schulz

Diesem Kampf wird schließlich auch die verbrauchte Angela Merkel zum Opfer fallen, die nämlich das Problem hat, das sie zum einen keine Vision formulieren kann, zudem diesesmal auch das konservative Lager direkt und offen umwerben muss, mit Rücksicht auf die CSU, ohne dabei als "Rechts" zu gelten. Diese Prognose ist unter dem Vorbehalt zu betrachten, daß Donald Trump nicht zuvor einen großen Krieg auslöst, was ebenfalls nicht völlig auszuschließen ist, da der Truppenaufmarsch in Richtung Russland unvermindert fortgesetzt zu werden scheint.

calculus
5. Februar 2017 06:00

@Stiller

Was für impertinenter, dummer, bornierter, furchtbarer, deutscher Mensch.

Geht mir genauso. Ich kann das nicht lesen. Es deprimiert mich vollkommen. Ist nicht die Schuld von Lichtmesz. Es gibt leider viel zu viele von diesen Leuten, wie diesen Schulz. Von Tag zu Tag fällt es mir immer schwerer, mir vorzustellen, daß sich das noch einmal ändern könnte.

Harald de Azania
5. Februar 2017 17:26

Verehrter ML,

Gut, gut.brilliant wie ueblich.Aber zu viel der Ehre.  AM und  Schulz als Spitzen der groessten Parteien sind ein Armutszeugnis. Aber bevor es Licht wird, ist es bakenntlich ganz dunkel.

Da hilft nur haerteste, entschiedenste Opposition.

Wird schon werden.

Aber vielleicht sollte DT tatsaechlich ein Battallion  Marines auf den Merkl-Bunker ansetzen.

mit besten Gruessen

HdeA

Nemo Obligatur
5. Februar 2017 20:52

Verblüffend, Herr Lichtmesz,

wie sie praktisch lückenlos die Volksfeindlichkeit unserer Eliten nachweisen können. Das Juncker-Zitat ist ja schon lange bekannt, die Äußerungen von Gauck sind auch nicht mehr ganz neu. Das Merkel-Zitat in dieser für sie typischen, linkischen Sprache kannte ich dagegen nicht. Ich habe es dank ihre Quellenangabe gleich überprüfen können und war sprachlos. Ich kann mir das alles nicht mehr erklären. Mit einer Internetverbindung und einer Suchmaschine kann sich jeder an einem Abend Material zusammenstellen, das in der Vergangenheit vielleicht  schon für eine Anklage wegen Landesverrats genügt hätte oder doch wenigstens für ein Amtsenthebungsverfahren. Heute spotten die MachthaberInnen über uns. Wir haben nicht nur nichts mehr zu melden, wir müssen uns auch noch verhöhnen lassen.  Das alles bleibt aber ohne Folgen.

Ich muss sagen, dass ich ratlos bin. Sind wir denn schon so tief gesunken? Noch ein ernüchterndes Beispiel: Schminktipps und ähnlicher Talmi erreichen auf Youtube sechs- bis siebenstellige Zugriffszahlen. Die besten Videos aus Schnellroda oder bspw. der von mir geschätzte Reaktionär Doe stoßen höchstens auf ein Hunderstel(!) des Interesses. Und selbst von da an wäre es noch ein langer Weg bis zur ersten Teilnahme an einer Demo gegen Merkel, die EU oder die Zuwanderung. Was muss denn noch alles passieren, bis dieses Land endlich aufwacht?

Ein gebürtiger Hesse
5. Februar 2017 21:40

@ M. Weigel

Selbst jetzt, wo Tag für Tag widerwärtigste Dinge durch die in den letzten Jahren illegal Eingereisten geschehen und Kosten von 60 Milliarden Euro Jahr für Jahr auflaufen, schafft es die einzige Partei, die sich dezidiert gegen diese Politik ausspricht, wohl nicht einmal auf 20%. Was ist das also für ein Volk?

 

Ja, manchmal muß dieser Stoßseufzer raus. Die Frage, für wen wir außerhalb unseres Idealismus wir da in die Bresche springen (und sei es in unserem Innern, wo das Volk eben auch repräsentiert ist), stellt sich allzu regelmäßig - bei mir auf jeder U-Bahnfahrt -, als daß sie nur runtergeschluckt werden sollte.

Aber zu Ihrer Frage eine Antwort: ein fortwährend, über Jahrzehnte geschwächtes, sich masochistisch selbst schwächendes, seiner selbst abspenstig gemachtes Volk ist es, das so etwas tut. In dieser Perspektive könnten die Dinge kaum schlechter stehen.

Monika L.
5. Februar 2017 22:36

"Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique "regieren" zu lassen. Ist es nicht so, daß sich jeder ehrliche Deutsche heute seiner Regierung schämt, und wer von uns ahnt das Ausmaß der Schmach, die über uns und unsere Kinder kommen wird, wenn einst der Schleier von unseren Augen gefallen ist und die grauenvollsten und jegliches Maß unendlich überschreitenden Verbrechen ans Tageslicht treten? Wenn das deutsche Volk schon so in seinem tiefsten Wesen korrumpiert und zerfallen ist, daß es, ohne eine Hand zu regen, im leichtsinnigen Vertrauen auf eine fragwürdige Gesetzmäßigkeit der Geschichte das Höchste, das ein Mensch besitzt und das ihn über jede andere Kreatur erhöht, nämlich den freien Willen, preisgibt, die Freiheit des Menschen preisgibt, selbst mit einzugreifen in das Rad der Geschichte und es seiner vernünftigen Entscheidung unterzuordnen - wenn die Deutschen, so jeder Individualität bar, schon so sehr zur geistlosen und feigen Masse geworden sind, dann, ja dann verdienen sie den Untergang. "

Weiße Rose, Flugblatt I, 1942

Fernmelder
5. Februar 2017 23:15

@M. Weigel

ich geben ihnen völlig Recht. Das sog. deutsche Volk gibt es so nicht mehr. Jahrzehntelang wurde dieses Volk manipuliert und somit gefügig gemacht und genau da liegt das Problem. Wer das Eigene nicht kennt, kann es auch nicht verteidigen. Das gilt aber nicht nur für uns, sondern für ganz Westeuropa.

Wenn das Herzstück also unser Land fällt, dann wars das mit Europa. 

Es geht nur noch um die Reste zu erhalten, mehr ist nach meiner Ansicht nicht mehr möglich.

Der_Jürgen
6. Februar 2017 11:05

@Fernmelder und andere, die sich ähnlich pessimistisch wie Sie äussern.

Ja, die Lage ist nüchtern gesehen fast hoffnungslos, aber die Geschichte liebt Überraschungen. Im September 1989 prophezeite ich beim Münchner Oktoberfest meinem deutschen Freund Daniel, die Mauer werde innerhalb von fünf Jahren fallen. Das sei zu optimistisch, wehrte Daniel ab, zehn Jahre werde es schon noch dauern. Wie wir wissen, dauerte es keine zehn Jahre und auch keine fünf Jahre mehr, sondern noch zwei Monate.

Wichtig ist die Entwicklung in Frankreich. Bei allen Unzulänglichkeiten Marine Le Pens wäre ihr Wahlsieg eine gigantische Niederlage für das System und würde nationalen Kräften in ganz Europa, natürlich auch in Deutschland, gewaltigen Auftrieb verleihen.

Im ersten Wahlgang wird Marine vermutlich den ersten Rang belegen. Nachdem der ursprüngliche Favorit Fillon durch Korruptionsaffären moralisch so geschwächt ist, dass er womöglich nicht einmal an der Wahl teilnehmen kann, ist es denkbar, dass der Vertreter der Sozialisten auf dem zweiten Rang landet. Dies ist absolute Voraussetzung für den Sieg Marines, denn gegen einen Zentristen hat sie kaum Chancen, weil sich die ganze Linke wie ein Mann hinter diesen stellen wird ("Contrez le facho, votez escroc" - "Wählt den Ganoven und nicht den Faschisten", lautete die Parole der Linken, als Marines Vater Jean-Marie Le Pen anno 2002 gegen den erzkorrupten Chirac antrat.)

Die von @RMH geschilderte Gefahr, dass viele potentielle AFD-Wähler im September der Union ihre Stimme geben werden, um Rot-Rot-Grün zu verhindern, ist leider sehr real. Womöglich hat Schulz die Aufgabe erhalten, möglichst radikale linke Sprüche zu dreschen und offen mit rot-rot-grün zu liebäugeln, damit dieser Effekt eintritt. Das Ziel des Manövers bestünde einfach darin, die AFD zu schwächen; zu rot-rot-grün wird es aus rein mathematischen Gründen schwerlich reichen, und das Wahrscheinlichste ist die Fortsetzung der Grossen Koalition, vielleicht unter van Leyen statt unter der diskreditierten Merkel.  

Nach September könnten die Schleusen wieder weit geöffnet werden, um bis 2021 vollendete demographische Tatsachen zu schaffen; bis zu den Wahlen wird das System, wie @tom prophezeit, wohl dafür sorgen, dass sich die Invasorenzahlen im Rahmen halten und es keine spektakulären Terroranschläge gibt.

Noch eine Geschichte, die ich schon vor längerer Zeit einmal berichtete, die aber so bezeichnend ist, dass man sie ruhig wiederholen darf. Im Gespräch mit einem anderen deutschen Freund von mir, der ebenfalls in München wohnt, beklagte sich eine Dame bitterlich über die Invasion. Welche Partei sie denn unterstütze, wollte mein Freund wissen. Die CSU, erwiderte die Dame. Warum denn, wunderte sich mein Freund; die CSU trage Merkels Politik doch mit; warum sie denn nicht für die AFD sei? Das gehe nicht, denn die sei ja rechtspopulistisch, wandte die Dame ein. "Was bedeutet rechtspopulistisch eigentlich?" bohrte mein Freund nach. Die Dame wusste es nicht...

Diese Anekdote ist beklemmend, zeigt sie doch, wie schier grenzenlos manipulierbar die grosse Mehrheit der Deutschen ist. Irgendeine dümmliche Etikette, die die Lügenmedien unerwünschten Politikern oder Querdenkern anheften, reicht, um die Masse der Deutschen ins Bockshorn zu jagen. Allzu hart urteilen darf man über die Deutschen aber nicht. Sie sind seit 1945 - im Westen weit stärker als im Osten - dermassen massiv mit Lügenpropaganda vergiftet worden, dass ihre Selbstachtung dadurch gebrochen wurde. Dass sie in der BRD lange materiell sehr gut lebten und teils heute noch gut leben, war ein Verhängnis, denn wer wolhgemästet in einem grossen goldenen Käfig sitzt und - um einen alten Lichtmesz-Ausspruch zu zitieren - einen goldenen Nasenring tragen darf, rebelliert nicht so rasch. 

Ralf Kaiser
6. Februar 2017 12:35

Es widerstrebt mir zwar sehr, diese Dame zu verteidigen, aber das Zitat Merkels haben Sie falsch verstanden. Linkisch hat sie sich in der Tat ausgedrückt, die Verneinung "nicht" gehört in dem Satz sinngemäß nicht zu dem Wort "froh", auch wenn sie direkt davor steht, sondern zu "dazu". In besserer Ausdrucksweise: Ich war froh, daß das Volk endlich etwas zu sagen hatte, hätte mir aber nicht vorstellen können, daß in der Folge eine kleine Gruppe (Pegida etc.) für sich in Anspruch nimmt, das Volk zu sein.

M.L. Leuchtet mir nun nicht ganz ein, aber da Merkel bekanntlich mit der deutschen Sprache auf Kriegsfuß steht, ist das zumindest möglich...

Ansonsten aber ein sehr guter Artikel.

Gotlandfahrer
6. Februar 2017 17:25

Schulz ist eine Chancenankündigung, denn er ist nicht mehr als der Volkssturm, vielleicht auch nur die Armee Wenck, der Sozialistischen Einheitsparteien Europas. Denn er zeigt wie unwahr die Alternativlosigkeit selbst im Lager der Bessermenschen von je her war.

Entscheidender als die Frage wer den Haudrauf bei den Sozis mimt ist die Stimmungslage, die durch die Trump-Hysterie derzeit noch zu leicht von den hiesigen Themen ablenkbar ist. Aber dieser aufgeputschte Gaul hält medial wohl nicht als Zentralthema bis Sep durch, im Gegenteil, sollte sich zeigen dass die Welt im August noch steht käme hierdurch ggf die nächste von den Erregten zu schließende Gefühlslücke auf.

Gotlandfahrer
6. Februar 2017 17:53

@ Ralf Kaiser & ML:

Sehe ich auch so, das 'Dazu bin ich nicht froh gewesen, dass das Volk dann was zu sagen hatte' hieß nicht 'und außerdem bin ich nicht froh gewesen, dass das Volk dann was zu sagen hatte...' sondern 'Dazu, dass das Volk was zu sagen hatte war ich zwar froh, aber nicht in dem Sinne, wie es heute von Einigen zitiert wird, die den Rest nicht für das Volk halten.'

Ggf war da zwar Freud mit am Werke, es ist aber in diesem Falle wohl eher ihrer auf Emotionen und Manipulation hingedrechselten Ausdrucksweise geschuldet.

Stil-Blüte
6. Februar 2017 18:46

@ Ralf Kaiser

'Aber was nicht sein kann, ist, daß die, die bestimmten Gruppen zugeordnet werden, sagen: Wir sind jetzt das Volk. Und der Rest ist nicht das Volk. Dazu bin ich damals in der DDR nicht froh gewesen, dass das Volk dann was zu sagen hatte, nachdem es das viele Jahrzehnte nicht hatte.'

Auf diese Sequenz beziehen Sie sich. Wer so quatscht (von Qduatsch), versteht vielleicht - wir können es nicht nachprüfen, die logischen Formeln der Naturwissenschaft, die der deutschen Sprache - dem Hauptinstrumentarium eines deutschen Politikers - allerdings überhaupt nicht. Was für ein Kauderwelsch! Und so geht es ja unentwegt.  

Und nun - ihr Widerpart: Herr Schulz. Er  spricht mit erhobener pathetischer Stimme ein fließendes, geschliffenes, anspruchsvolles, aber verständliches Hochdeutsch. Die Floskeln sind hervorragend eingebettet. Was sagt uns das? Ihn auf gar keinen Fall unterschätzen. Dann wären wir auf derselben Linie wie diejenigen, die das 'Ausnahmetalent' Trump unterschätzen. 

 

Ebenso nicht unterschätzen, was er für eine Willensstärke besitzt, um üb er Jahrzehnte dem Dämon Alkohol die Stirn zu bieten. Es bieten sich reziproge Parallelen zu Trump an.  Aufgebaut, gestützt durch die EU, Bilderberger, Karlspreis.  

 

Ralf Kaiser
7. Februar 2017 01:02

Noch ein kurzes Beispiel zur Verdeutlichung. Jemand sagt: "Ich bin jetzt arbeitslos. Dazu habe ich nicht BWL studiert." Damit will er keineswegs sagen, daß er nicht BWL studiert habe, sondern daß er es nicht zu diesem Zweck getan habe. Merkels Formulierung ist natürlich trotzdem schlecht, da man zwar zu einem bestimmten Zweck studieren, aber nicht zu einem bestimmten Zweck froh sein kann.

Martin Lichtmesz
7. Februar 2017 01:24

@Ralf Kaiser

Also so?

"Aber was nicht sein kann, ist, daß die, die bestimmten Gruppen zugeordnet werden, sagen: Wir sind jetzt das Volk. Und der Rest ist nicht das Volk. Das war nicht der Grund, warum ich damals in der DDR froh gewesen bin, dass das Volk dann was zu sagen hatte, nachdem es das viele Jahrzehnte nicht hatte."

Ja, das wird sie wohl gemeint haben. Dennoch: ein freud'scher Versprecher?

Oh Mann, Merkels sprachliches Genie ist wahrhaft unerreicht...

Dietrich Stahl
7. Februar 2017 10:33

Die Verzagtheit und Ratlosigkeit, die hier oft ausgedrückt werden, sind durchaus verständlich. Ich versage mir diese Gefühle und Zustände. Je höher der Gipfel ist, der erstiegen werden soll, umso tiefer ist das Tal, das zuvor durchschritten werden muß. Ich liebe Haikus, dieses habe ich für meinen Blog, in dem Freiheit, Wahrheit und Verantwortung die Themen sind, geschrieben:

Ist die Nacht gar finster,

strahlt am Himmelszelt

der Freiheit Stern dir hell.

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