Martin Schulz und die Feinde der Demokratie (1)

"Spannend" waren letztes Jahr allenfalls die Duelle Trump-Clinton oder Hofer-Van der Bellen. Auch wenn man wie viele Wähler in beiden Kandidaten Varianten von Pest und Cholera sah, so gab es in diesen Fällen zumindest deutlich zugespitzte inhaltliche Unterschiede. Bei beiden Wahlen, ebenso wie bei der britischen Volksabstimmung über den Brexit, standen seit langer Zeit wieder echte Veränderungen und echte Alternativen zur Disposition, was , verstärkt durch die wechselseitige Polarisierung der Lager, die emotionale Anteilnahme aller Beteiligten, Parteien, Wähler und Beobachter, erheblich steigerte.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

“Span­nend” waren letz­tes Jahr allen­falls die Duel­le Trump-Clin­ton oder Hofer-Van der Bel­len. Auch wenn man wie vie­le Wäh­ler in bei­den Kan­di­da­ten Vari­an­ten von Pest und Cho­le­ra sah, so gab es in die­sen Fäl­len zumin­dest deut­lich zuge­spitz­te inhalt­li­che Unter­schie­de. Bei bei­den Wah­len, eben­so wie bei der bri­ti­schen Volks­ab­stim­mung über den Bre­x­it, stan­den seit lan­ger Zeit wie­der ech­te Ver­än­de­run­gen und ech­te Alter­na­ti­ven zur Dis­po­si­ti­on, was , ver­stärkt durch die wech­sel­sei­ti­ge Pola­ri­sie­rung der Lager, die emo­tio­na­le Anteil­nah­me aller Betei­lig­ten, Par­tei­en, Wäh­ler und Beob­ach­ter, erheb­lich steigerte.

Zwi­schen Mer­kel und Schulz gibt es jedoch nicht die gerings­te ideo­lo­gi­sche Dif­fe­renz. Sie reprä­sen­tie­ren ein- und das­sel­be Macht­kar­tell, ein- und die­sel­be poli­ti­sche Ziel­set­zung, die­nen ein- und des­sel­ben Eli­ten. Schulz ist womög­lich in einen gewis­sen Sin­ne sogar um eini­ge Gra­de schlim­mer als die amtie­ren­de Kanz­le­rin. Nicht nur ist er ein bedeu­ten­der Häupt­ling aus dem inne­ren Kreis des Todes­sterns, er ist allem Anschein nach ein ech­ter Gläu­bi­ger der glo­ba­lis­ti­schen Reli­gi­on, was bei Mer­kel viel­leicht nicht der Fall ist. Schulz ließ in sei­ner Antritts­re­de kei­nen Zwei­fel dar­an, daß er stramm den Kurs hal­ten wer­de, was die lau­fen­de EU- und Flücht­lings­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung betrifft. Sei­ne Stim­mungs­ma­che gegen die CDU (“Ab mor­gen hei­zen wir den Schwar­zen ein!”) ist nichts wei­ter als ein Kas­perl­thea­ter, das das Publi­kum über die­se Tat­sa­che hin­weg­täu­schen soll.

Weil aber kein Stück ohne einen ech­ten Schur­ken aus­kommt, hat Schulz bereits vor einer Woche den Haupt­feind mar­kiert. In der Tat war die­se Feinder­klä­rung eines der aller­ers­ten State­ments, das er nach der Bekannt­ga­be sei­ner Ernen­nung zum Kanz­ler­kan­di­da­ten abgab:

Schulz kün­dig­te eine har­te Aus­ein­an­der­set­zung mit Popu­lis­ten und Extre­mis­ten an: “Ich sage in die­ser aus­ein­an­der drif­ten­den Gesell­schaft allen Popu­lis­ten und den extre­mis­ti­schen Fein­den unse­rer Demo­kra­tie und unse­rer plu­ra­len Wer­te­ord­nung hier ent­schie­den den Kampf an.” Er füg­te hin­zu: “Mit mir wird es kein Bashing gegen Euro­pa geben. Mit mir wird es kei­ne Hatz gegen Min­der­hei­ten geben.” Schulz war seit 1994 im Euro­pa­par­la­ment und zuletzt des­sen Präsident.

Dies bekräf­tig­te er in sei­ner Antritts­re­de noch ein­mal aus­drück­lich, und die­ser Teil war ihm der­art wich­tig, daß er ihn auf der Start­sei­te sei­ner Inter­net­prä­senz extra hervorhob:

Wozu blin­der Natio­na­lis­mus führt, haben wir in der ers­ten Hälf­te des 20. Jahr­hun­derts erlebt. Des­halb ist die Par­tei der Höckes, der Gau­lands und Petrys kei­ne Alter­na­ti­ve für Deutsch­land, son­dern sie ist eine Schan­de für die Bundesrepublik.

Wer die freie Pres­se atta­ckiert und bei­spiels­wei­se von Lügen­pres­se spricht, der will ein ande­res Land. Men­schen, die uner­träg­li­chen Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus, die Frau­en­feind­lich­keit und Homo­pho­bie wie­der gesell­schafts­fä­hig machen woll­ten. All die­sen Ras­sis­ten, Extre­mis­ten und Popu­lis­ten sage ich, sagt die gesam­te SPD den Kampf an!

Das Irr­sin­ni­ge dar­an ist, daß Schulz so tut, als wären all die­se Din­ge aus dem Nichts enstan­den und als stün­den sie in kei­nem Zusam­men­hang damit, daß West­eu­ro­pa eben durch demo­kra­tisch nicht legi­ti­mier­te Ent­schei­dun­gen und unter zahl­rei­chen Rechts­brü­chen mit zwei Mil­lio­nen kul­tur­frem­der Men­schen über­flu­tet wur­de, der größ­te Teil davon aggres­si­ve jun­ge Män­ner im wehr­fä­hi­gen Alter, die so schnell weder Arbeit noch Frau­en fin­den wer­den, aber aus­ge­spro­chen anspruchs­freu­dig auf­tre­ten. An einer ande­ren Stel­le sei­ner Rede beklag­te er den Anstieg der Kri­mi­na­li­tät der Deutsch­land, ohne auch mit nur einem Wort etwai­ge Zusam­men­hän­ge zu erwähnen.

Das ist bei­spiel­haft für die fata­le Blind­heit die­ser Eli­ten: statt zu erken­nen, daß der rapi­de Anstieg des Popu­lis­mus eine Ant­wort auf ihre Poli­tik sein könn­te, flüch­ten sie sich in Schwarz­weiß­ma­le­rei und fal­sche his­to­ri­sche Ana­lo­gien, in denen sie die Rol­le der Ret­ter,  Hel­den und Licht­ge­stal­ten spie­len. Die Oppo­si­ti­on, die er selbst her­vor­ge­bracht hat, dient ihm dann wie­der­um als Recht­fer­ti­gung, an sei­nem Kurs fest­zu­hal­ten, was nur noch mehr Wider­stand, Zorn, Pola­ri­sie­rung und Radi­ka­li­sie­rung her­vo­ru­fen wird.

Nach­dem er so getan hat­te, als wür­de er die Zäh­ne flet­schen, und beteu­er­te, daß Ter­ro­ris­ten kein Par­don gege­ben wer­den, lei­te­te er fol­gen­der­ma­ßen auf sein Lieb­lings­the­ma über, das den krö­nen­den Schluß­stein sei­ner Rede bildete:

Und auf der ande­ren Sei­te sind wir mit einem erstar­ken­den Natio­na­lis­mus kon­fron­tiert, einem Popu­lis­mus einer sich immer stär­ker radi­ka­li­sie­ren­den Rech­ten. Mari­ne Le Pen in Frank­reich, Geert Wil­ders in den Nie­der­lan­den und die AfD in Deutsch­land sind nur eini­ge der Ver­tre­ter die­ser Rich­tung, die per­ma­nent mal gegen Min­der­hei­ten, mal gegen den Islam, mal gegen die Medi­en oder gegen Euro­pa het­zen.  Die Par­tei von Mari­ne Le Pen, auf die sich die AfD so ger­ne bezieht, die Front Natio­nal, heißt auf deutsch über­setzt “natio­na­le Front”. Eine sol­che Par­tei mit einem aggres­si­ven Natio­na­lis­mus hat­ten wir schon einmal.

Damit hat­te er den zum brau­nen Wie­der­gän­ger sti­li­sier­ten “Popu­lis­mus” nach dem übli­chen Strick­mus­ter mit dem isla­mi­schen Ter­ro­ris­mus ver­knüpft. Im Anschluß pries er zwei nicht näher benann­te Genos­sen, ver­mut­lich Links­ex­tre­mis­ten und Anti­fan­ten, die via Twit­ter über Pegi­da “berich­ten,” und angeb­lich stän­dig bedroht wür­den und mit “phy­si­scher Gewalt” kon­fron­tiert sei­en. Die­se hät­ten ihn auf eine (wohl links­ex­tre­me) “Kon­fe­renz” gela­den, wo sich “hun­der­te jun­ge Män­ner und Frau­en” “gegen rechts” orga­ni­sier­ten. Im Lau­fe sei­ner Lob­prei­sung unter­lief ihm ein amü­san­ter Lapsus:

Die las­sen sich nicht ein­schüch­tern, die las­sen sich nicht ban­ge machen. Die sind bereit, für unse­re Demo­kra­tie zu kämp­fen und auf die Stra­ße zu gehen. Und wenn ich an die zahl­rei­chen muti­gen Initia­ti­ven im Lan­de den­ke gegen rechts, in denen so vie­le Men­schen aktiv sind, und die Manue­la Schwe­sig als Minis­te­rin so kon­se­quent unter­drückt , dann weiß ich… unter­stützt! Ach! (Geläch­ter) Noch­mal. So kon­se­quent unter­stützt. (*klatsch­klat­sch­klatsch*) Dann weiß ich: es gibt in der Gesell­schaft der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land viel mehr Men­schen, die einen Satz längst inter­na­li­siert haben, den ich ange­sichts der Gefahr von rechts hier wie­der­ho­len will. Der eng­li­sche Phi­lo­soph Edmund Bur­ke hat den Satz gesagt: “Für den Sieg des Bösen reicht es, daß die Guten nichts tun.” Es gibt so vie­le Gute in unse­rem Land! Ind die Par­tei, die deren Dia­log­part­ner sein will und sein wird im Kampf gegen rechts, und der Kanz­ler die­ser Par­tei lädt sie ein: Macht mit uns gemein­sam unser Land stark. Für die Demo­kra­tie! Denn das Boll­werk gegen die­sen wüten­den Natio­na­lis­mus, das Boll­werk gegen die­sen wüten­den Natio­na­lis­mus hat drei Buch­sta­ben: S‑P-D. Seit mehr als 150 Jahren.

Die “kon­se­quen­te Unter­stüt­zung” Schwe­sigs besteht bekannt­lich dar­in, zig Mil­lio­nen von Steu­er­gel­dern in den “Kampf gegen Rechts” zu pum­pen, und dabei nicht nur den Links­ex­tre­mis­mus her­un­ter­zu­spie­len, son­dern sich sei­ner auch noch als Sturm­trup­pen­re­ser­voir zu bedie­nen.  Schulz stellt die tat­säch­li­che Situa­ti­on per­fi­de auf den Kopf: es bedarf kei­nes Mutes, sich in Deutsch­land “gegen rechts” zu enga­gie­ren, ganz im Gegen­teil, man hat hier­bei qua­si den gesam­ten Staats- und Medi­en­ap­pa­rat hin­ter sich und darf mit aller­lei sozia­len Beloh­nun­gen und finan­zi­el­len Zuwen­dun­gen rech­nen. Wer sich aber gegen die Poli­tik der Regie­rung und der EU stellt, und sich etwa bei Pegi­da, in der AfD, der Iden­ti­tä­ren Bewe­gung oder sonst einer Initia­ti­ve enga­giert, ist heu­te bedroht von Äch­tung, Dif­fa­mie­rung, sozia­ler Aus­gren­zung, Ver­lust der Exis­tenz­grund­la­ge, gewalt­sa­mer Ein­schüch­te­rung und phy­si­scher Gewalt (vgl. hierhier und hier), dies alles mit weit­ge­hen­der Dul­dung, ja sogar indi­rek­ten För­de­rung der herr­schen­den Eliten.

Repres­sa­li­en und Denun­zia­tio­nen die­ser Art gibt Schulz das gute Gewis­sen, indem er das manichäi­sche Bild eines Kamp­fes von Gut gegen Böse zeich­net. Damit insze­niert er sich unver­hoh­len als Bür­ger­kriegs­par­tei und heizt die Ent­hem­mung der Aus­ein­an­der­set­zung an. Dazu paßt Schulz’ apar­te Lob­prei­sung des bekann­ten und all­seits belieb­ten Frei­heits- und Men­schen­freun­des und Staats­si­cher­heits­ga­ran­ten Hei­ko Maas:

Für uns ist Hei­ko Maas das Gesicht für die Bür­ger­rech­te in die­sem Land, ein Mann, der nie­mals ver­gißt, daß man auch bei der Bekämp­fung der Kri­mi­na­li­tät die Grund­rech­te ach­ten und beschüt­zen muß, und der uner­müd­lich kla­re Kan­te gegen Rechts zeigt. (Jubel, Applaus.)

 Spä­tes­tens an die­ser Stel­le befin­det man sich in Orwell’schen Zonen.

Wie zu erwar­ten, zog Schulz Par­al­le­len zwi­schen der “Flücht­lings­kri­se” und dem Holo­caust, um jeg­li­chen Ein­wand gegen die Flücht­lings­po­li­tik der Regie­rung zu ent­kräf­ten und eine mora­li­sche Ver­pflich­tung Deutsch­lands zu suggerieren.

Mein Aus­gangs­punkt in der Debat­te ist eine sehr deut­sche Erfah­rung. Unser Land kennt Krieg, Dik­ta­tur, Ver­fol­gung und Ver­trei­bung. Wir Deut­sche wis­sen, daß es Zei­ten und Situa­tio­nen gibt, in denen Men­schen flie­hen müs­sen, wenn sie über­le­ben oder der Fol­ter und der Ermor­dung ent­rin­nen wol­len. Zwei Tage nach dem Holo­caust-Gedenk­tag sage ich des­halb ganz bewußt: Hein­rich Mann oder Albert Ein­stein, Wil­ly Brandt oder Han­nah Arendt oder Anna Seg­hers haben die­se Erfah­rung gemacht, daß sie ohne poli­ti­sches Asyl den natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ter­ror nicht über­lebt hät­ten. Die­se Erfah­rung bedeu­tet, wenn Men­schen vor dem bes­tia­li­schen Ter­ror des soge­nann­ten isla­mi­schen Staa­tes flie­hen, dann haben sie den Schutz in Euro­pa ver­dient und des­halb: ein gene­rel­les Miß­trau­en gegen die­se Flücht­lin­ge wäre bereits ein Sieg des soge­nann­ten isla­mi­schen Staates.

Woge­gen es offen­bar kein Sieg des isla­mi­schen Staa­tes wäre, wei­ter­hin die Schleu­sen ohne Ober­gren­zen auf­zu­hal­ten und damit die isla­mis­ti­sche Infil­tra­ti­on Euro­pas zum Kin­der­spiel zu machen. Dabei setzt er die­se “Flücht­lin­ge” wie selbst­ver­ständ­lich mit Ein­wan­de­rern gleich, und preist die bei­spiel­lo­sen Leis­tun­gen der inklu­si­ven Volksgemeinschaft: 

Die Flücht­lin­ge, die in unse­rem Land ankom­men, und die eine lang­fris­ti­ge Blei­be­per­spek­ti­ve haben, müs­sen schnell inte­griert wer­den. Das kos­tet Geld. Das kos­tet sogar viel Geld. Und dabei dür­fen wir die Län­der und Kom­mu­nen nicht allei­ne las­sen, weil sie es sind, die die Haupt­last dafür tra­gen. Deutsch­land ist ein star­kes und ein wohl­ha­ben­des Land, und was die Zivil­ge­sell­schaft, die ehren­amt­li­chen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger im ver­gan­ge­nen Jahr und 2015 bei der Hil­fe für Flücht­lin­ge geleis­tet hat, das ist eine his­to­ri­sche Leis­tung in der Geschich­te unse­res Landes!

Wehe aller­dings allen EU-Staa­ten, die weni­ger emp­fäng­lich für mora­li­sche Erpres­sun­gen oder zwei­fel­haf­te his­to­ri­sche Ana­lo­gien sind und kei­ne Lust haben, auch in ihrem Land Mas­sen von Ein­wan­de­rern aus der Drit­ten Welt anzusiedeln:

Was wir drin­gend brau­chen ist ein euro­päi­sches Ein­wan­de­rungs­ge­setz. Es geht um eine fai­re Ver­tei­lung der Flücht­lin­ge auf unse­rem Kon­ti­nent. Denn Soli­da­ri­tät und fai­re Las­ten­tei­lung, das ist die Basis der euro­päi­schen Zusammenarbeit.

Dem­entspre­chend droht Schulz, hier wie­der ganz der EU-Funk­tio­när, den besag­ten Län­dern, etwa Ungarn, mit dras­ti­schen Beschnei­dun­gen der EU-Finanz­sprit­zen, falls sie die­se “Soli­da­ri­tät mit Men­schen, die flie­hen” ver­wei­gern wol­len, mit ande­ren Wor­ten selbst ent­schei­den, wer in ihr Land ein­wan­dern darf und wer nicht. Daß Orban, der “laut­stärks­te Ver­tre­ter die­ser Ent­so­li­da­ri­sie­rung in Euro­pa” von der CSU “hofiert und beklatscht” wer­de, sei “ein offe­ner Affront gegen die Inter­es­sen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land”, die offen­bar dar­in bestehen, das Land mit Mil­lio­nen von Ara­bern und Afri­ka­nern zu besie­deln, sich demo­gra­phi­sche Zeit­bom­ben und den Islam zu impor­tie­ren, die inne­re Sicher­heit zu gefähr­den und die Ver­ge­wal­ti­gungs- und sons­ti­gen Kri­mi­na­li­täts­ra­ten in die Höhe zu trei­ben. Schulz ist Deutsch­land, Deutsch­land aber ist Brüs­sel, wie Brüs­sel Deutsch­land ist:

Ein funk­tio­nie­ren­des Euro­pa ist im vita­len Inter­es­se von Deutsch­land, und ein Deutsch­land, dem es gut geht, ist im bes­ten Inter­es­se von Euro­pa. Den Ver­such, Euro­pa­po­li­tik gegen die deut­sche Poli­tik zu schie­ben, die­ser Ver­such, so zu tun, als müß­te man die deut­schen Inter­es­sen gegen ‘die da’ in Brüs­sel ver­tei­di­gen, das ist ein plum­pe, das ist eine dum­me Rhe­to­rik. Euro­pa­po­li­tik ist deut­sche Innen­po­li­tik, und deut­sche Innen­po­li­tik wirkt mäch­tig in Euro­pa. Wer das gegen­ein­an­der stel­len will, der ver­sün­digt sich an den Zukunfts­chan­cen unse­rer Kin­der und der nach­fol­gen­den Generationen.

Um den Appeal sei­ner Her­aus­for­de­rer zu kon­tern, hat sich Schulz zusätz­lich eine geziel­te popu­lis­ti­sche Mimi­kry zuge­legt. Dabei ver­sucht er, bestimm­te Ver­satz­stü­cke der Kam­pa­gnen von Donald Trump wie auch Barack Oba­ma zu fusio­nie­ren. Sei­ne Rede beschwor “Auf­bruchs­stim­mung” und “Hoff­nung” und er beton­te mehr­fach, dass die “hart arbei­ten­den Men­schen” im Mit­tel­punkt des SPD-Wahl­kampfs ste­hen sollen:

Mir ist wich­tig, dass die hart arbei­ten­den Men­schen in die­sem Land, die hart arbei­ten­den Men­schen, die sich an die Regeln hal­ten,  die sich um ihre Kin­der und oft auch um ihre Eltern küm­mern, die manch­mal trotz zwei­er Ein­kom­men nur so gra­de über die Run­den kom­men, daß wir die­se Men­schen und ihre Sor­gen in den Mit­tel­punkt unse­rer Poli­tik stel­len, genau dafür tre­te ich an, um Bun­des­kanz­ler die­ses Lan­des zu wer­den. Die Men­schen, die den Laden am Lau­fen hal­ten, die­se Men­schen haben Respekt verdient.

Schon im Okto­ber 2016 ver­such­te der Tages­spie­gel, Mar­tin Schulz sei­nen Lesern mit praw­da­es­ker Pro­sa als poten­ti­el­len Kanz­ler­kan­di­da­ten “fürs Volk” schmack­haft zu machen:

Da steht er am Sonn­tag­abend in der Leip­zi­ger Niko­lai­kir­che, die Zuhö­rer drän­gen sich, der­art vie­le sind es gewor­den. Sie wol­len Schulz, den Prä­si­den­ten des Euro­pa­par­la­ments, reden hören. The­ma: die Demo­kra­tie. Ein guter Ort dafür, war die Niko­lai­kir­che doch Sinn­bild für die fried­li­che Revo­lu­ti­on in Leip­zig und der 9. Okto­ber 1989 einer ihrer Höhe­punk­te. In Schulz kommt einer, der demons­triert, wie ein West­ler über die Demo­kra­tie denkt, heu­te und noch dazu in einem Land, in Sach­sen, das gera­de anders als zu jenen Zei­ten in Ver­ruf gerät. (…) Einer, der es von unten nach oben schaff­te, aus einem klei­nen Ort namens Wür­se­len nahe Aachen weit im Wes­ten in die gro­ße euro­päi­sche Welt; der Lebens­kri­sen über­wand und zugleich den Humor nicht ver­lo­ren hat. Einer, der dem Volk aufs Maul schaut, aber nicht nach dem Mund redet. Dazu ist er übri­gens auch zu selbst­be­wusst. Natür­lich, mit Schulz kommt immer der euro­päi­sche Geist. Aber er wen­det ihn an: da ist der Mut der Men­schen, die 1989 in Leip­zig auf die Stra­ße gin­gen, und der Sinn des Sat­zes “Wir sind das Volk”. Bei­des macht Schulz gegen­wär­tig: Man dür­fe ihn nicht den Anti-Demo­kra­ten über­las­sen, sagt er, die ihn für sich beanspruchen.

Schulz soll also die Rol­le des Mimi­kry-Popu­lis­ten im Diens­te des Estab­lish­ments spie­len, um den für die Macht­struk­tur der EU immer gefähr­li­cher wer­den­den popu­lis­ti­schen Appeal abzu­fan­gen. Der Schön­heits­feh­ler dar­an ist, daß das wesent­li­che Moment die­ses Appeals eben genau dar­in besteht, “gegen ‘die da’ in Brüs­sel” und in den brüs­sel­hö­ri­gen Regie­run­gen zu mobi­li­sie­ren, denen die Popu­lis­ten vor­wer­fen, ihre Eli­ten­pro­jek­te unter immer grö­ße­rem Aus­schluß des Wahl­vol­kes durch­zie­hen zu wol­len. Schulz’ Ver­si­on des Popu­lis­mus soll also das schwin­den­de Ver­trau­en in die EU-Eli­ten wie­der her­stel­len, indem er signa­li­siert: “Seht her, auch ich bin einer von euch! Wir mei­nen es doch nur gut mit euch! Wir reprä­sen­tie­ren euch, nicht die Popu­lis­ten! Laßt uns ver­eint gegen die Popu­lis­ten kämpfen!”

Trump hat den Wahl­sieg unter ande­rem des­halb errun­gen, weil er ver­sprach, die Kluft zwi­schen Volk und Eli­ten zu schlie­ßen, und den “Abge­häng­ten” wie­der eine Stim­me zu geben. Dies war der Kern sei­ner Antrittsrede:

Die heu­ti­ge Zere­mo­nie, jedoch, hat eine ganz beson­de­re Bedeu­tung. Denn heu­te über­ge­ben wir die Macht nicht nur von einer Regie­rung an die ande­re oder von einer Par­tei an die ande­re, son­dern wir neh­men die Macht von Washing­ton D.C. und geben sie an euch, das Volk, zurück.

Zu lan­ge hat eine klei­ne Grup­pe in der Haupt­stadt unse­res Lan­des von der Regie­rung pro­fi­tiert, und das Volk hat die Kos­ten getra­gen. Washing­ton blüh­te, aber das Volk hat nichts von dem Reich­tum gehabt.

Poli­ti­kern ging es gut, aber die Arbeits­plät­ze wan­der­ten ab und die Fabri­ken schlos­sen. Das Estab­lish­ment schütz­te sich selbst, aber nicht die Bür­ger unse­res Lan­des. Ihre Sie­ge waren nicht eure Sie­ge, ihre Tri­um­phe waren nicht eure Tri­um­phe. Und wäh­rend sie in der Haupt­stadt unse­res Lan­des fei­er­ten, gab es für Fami­li­en am Exis­tenz­mi­ni­mum in unse­rem gan­zen Land wenig zu feiern.

All das ändert sich hier und jetzt. Denn die­ser Augen­blick ist euer Augen­blick. Er gehört euch. Er gehört allen, die heu­te hier ver­sam­melt sind, und allen, die in ganz Ame­ri­ka zuschau­en. Dies ist euer Tag, dies ist eure Fei­er, und dies, die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka, ist euer Land.

 Ähn­li­che Din­ge wür­den auch in Euro­pa vie­le Men­schen ger­ne von ihren Staats­ober­häup­tern hören; eben­so vie­le frei­lich pro­fi­tie­ren immer noch vom Pro­jekt der Eli­ten, oder glau­ben zumin­dest, es zu tun.

Auch Jean-Clau­de Juncker ver­such­te auf sei­ner Rede zur “Lage der Uni­on” im Okto­ber 2016 das wach­sen­de Miß­trau­en gegen­über den Eli­ten der EU zu entkräften:

All­zu oft wird den exklu­siv natio­na­len Inter­es­sen die Vor­fahrt ein­ge­räumt. Damit wir uns nicht falsch ver­ste­hen: Die euro­päi­sche Inte­gra­ti­on kann man nicht zulas­ten der Natio­nen for­cie­ren. Die Brech­stan­ge ist kein Instru­ment der Euro­päi­schen Eini­gung. Euro­pa darf nicht zum Schmelz­tie­gel, zum farb­lo­sen, uni­for­men Inte­gra­ti­ons­mag­ma wer­den. Euro­pa lebt von sei­ner Viel­falt. Die Kom­mis­si­on hat nicht vor – auch wenn dies oft behaup­tet wird –, die Natio­nal­staa­ten platt­zu­wal­zen. Wir sind kei­ne Nihi­lis­ten, auch kei­ne Anti­chris­ten im Übri­gen, kei­ne Zer­trüm­me­rer, kei­ne Zer­stö­rer. Wir sind Kon­struk­teu­re, die nicht mehr, aber man­cher­orts ein bes­se­res Euro­pa wollen.

Nie­mand hat die Absicht, die euro­päi­sche Inte­gra­ti­on zulas­ten der Natio­nen zu for­cie­ren! Lus­ti­ger­wei­se kur­siert im eng­lisch­spra­chi­gen Netz ein fal­sches Zitat aus die­ser Rede, das wahr­schein­lich auf einem Feh­ler der eng­li­schen Simul­tan­über­set­ze­rin beruht:

 

Euro­pean inte­gra­ti­on must not bow to the inte­rests of the nati­on sta­te.  – Die euro­päi­sche Inte­gra­ti­on darf sich den Inter­es­sen des Natio­nal­staa­tes nicht beugen.

Das war in einem gewis­sen Sin­ne eine viel akku­ra­te­re Über­set­zung, denn die EU betreibt seit Jahr­zehn­ten de fac­to exakt jene Poli­tik, die Juncker in sei­ner Rede ver­neint. Inter­es­sant ist sein Gebrauch des ideo­lo­gisch ziem­lich belas­te­ten Wört­chens “Viel­falt”, der in die­ser Form eher dem “rech­ten”, “eth­nop­lu­ra­lis­ti­schen”, “Euro­pa der Vaterländer”-Konzept ent­spricht. Die Poli­tik der “Diver­si­ty”, wie sie heu­te all­ge­mein ver­stan­den wird, zielt jedoch auf das genaue Gegen­teil ab, auf eine Poli­tik der radi­ka­len Inklu­si­on: im ers­ten Schritt sol­len die euro­päi­schen auto­chtho­nen Völ­ker demo­gra­phisch aus­ge­dünnt und “ersetzt” wer­den, im zwei­ten soll ein “Schmelztiegel”-Prozeß qua­si eine Mensch­heits­ras­se für eine Mensch­heits­de­mo­kra­tie erzeugen.

Man muß also Junckers Zitat etwa einer Rede sei­nes Kol­le­gen Frans Tim­mer­mans (EU-Jah­res­kol­lo­qui­um zu Grund­rech­ten, 1. 10. 2015) gegen­über­stel­len, in der der Begriff “Viel­falt” im typi­schen, näm­lich glo­ba­lis­ti­schen Sin­ne gebraucht wird. Timmer­mans for­der­te in sei­ner Rede, “mono­kul­tu­rel­le Natio­nal­staa­ten” “aus­zu­ra­die­ren” (“…era­se sin­gle, mono­cul­tu­ral nati­on sta­tes” ) und pries den glo­ba­len Sie­ges­marsch der “diver­si­ty” – der berüch­tig­ten mul­ti­kul­tu­rel­len “Viel­falt” – als unab­wend­ba­res Schick­sal, das nichts weni­ger als die gan­ze Mensch­heit betrifft: 

“Viel­falt” (Diver­si­ty) wird heu­te in vie­len Tei­len Euro­pas als Bedro­hung betrach­tet. Viel­falt bringt Her­aus­for­de­run­gen mit sich. Aber Viel­falt ist das Schick­sal der Mensch­heit! Nicht ein­mal auf den ent­fern­tes­ten Orten die­ses Pla­ne­ten wird es zukünf­tig eine Nati­on ohne Viel­falt geben. Das ist es, wor­auf sich die Mensch­heit zubewegt. 

 

Auch wenn Tim­mer­mans hier groß­spu­rig von “Mensch­heit” sprach, geht aus sei­ner Rede impli­zit her­vor, daß die “Diver­si­ty” zunächst vor allem den wei­ßen, west­li­chen Natio­nen zuge­dacht ist, die als ein­zi­ge eine ent­spre­chen­de Poli­tik betrei­ben. Jeder Wider­stand gegen die­ses “Schick­sal” ist nach Tim­mer­mans zwecklos: 

Und die­se Poli­ti­ker, die ihren Wäh­lern eine Gesell­schaft ver­kau­fen wol­len, die aus­schließ­lich von Men­schen aus nur einer Kul­tur zusam­men­ge­setzt ist, malen sich eine Zukunft aus, die auf einer Ver­gan­gen­heit basiert, die nie­mals exis­tiert hat. Dar­um wird es die­se Zukunft auch nie­mals geben. Euro­pa wird viel­fäl­tig sein, wie alle ande­ren Tei­le der Welt viel­fäl­tig sein wer­den.

Hier hat­te Tim­mer­mans einen für sei­ne Cli­que typi­schen argu­men­ta­ti­ven “dou­ble bind” ein­ge­baut. Wenn er von einer “Ver­gan­gen­heit” spricht, “die nie­mals exis­tiert hat”, meint er zwei­fel­los jene eth­nisch und kul­tu­rell rela­tiv “homo­ge­nen” “Gesell­schaf­ten” der noch nicht all­zu lan­ge zurück­lie­gen­den Ver­gan­gen­heit, die nach dem Gesetz der “Diver­si­ty” über­holt und wider­legt sind. Wenn es die­se “Gesell­schaf­ten” – in Wahr­heit meint er sowohl die klas­si­schen euro­päi­schen Natio­nal­staa­ten als auch die ihnen vor­an­ge­gan­ge­nen mul­ti­na­tio­na­len oder regio­na­len poli­ti­schen Ein­hei­ten – nie­mals gege­ben hat, dann hat aber logi­scher­wei­se auch die Rede von der wach­sen­den und noch zu for­cie­ren­den und zu erschaf­fen­den “Diver­si­ty” kei­nen Sinn. Er meint also eine völ­lig ande­re “Viel­falt” als Juncker, der beteu­er­te, man wol­le den offen­bar ohne­hin schon “viel­fäl­ti­gen” Staa­ten Euro­pas kei­nen “Schmelz­tie­gel” und kein “uni­for­mes Inte­gra­ti­ons­mag­ma” aufzwingen. 

Man könn­te hier wei­te­re Zita­te hoher EU-Funk­tio­nä­re anfüh­ren, auch von Juncker selbst, um die Unglaub­wür­dig­keit sei­ner Beteue­run­gen auf­zu­zei­gen. Weni­ge sind dabei so offen wie der UN-Son­der­be­richt­erstat­ter für Inter­na­tio­na­le Migra­ti­on Peter Suther­land, der „Vater der Glo­ba­li­sie­rung“ (so der ehe­ma­li­ge US-Han­dels­mi­nis­ter Mickey Kan­tor), der unter ande­rem 1984–89 den Pos­ten des „Euro­päi­schen Kom­mis­sars für Wett­be­werb“ inne­hat­te, 1993–95 als Gene­ral­di­rek­tor die WTO lei­te­te, von 1995–2015 im Vor­stand von Gold­man Sachs Inter­na­tio­nal saß, und Ehren­prä­si­dent des Trans­at­lan­tic Poli­cy Net­works ist, das den TTIP initi­ier­te. Suther­land, Grün­der des mit der UNO ver­bun­de­nen „Glo­bal Forum on Migra­ti­on and Deve­lo­p­ment”, ist ein vehe­men­ter Unter­stüt­zer des Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus, dem er eine wesent­li­che Rol­le bei der Auf­lö­sung der Natio­nal­staa­ten zuschreibt. In einer Anhö­rung vor dem Ober­haus des bri­ti­schen Par­la­ments for­der­te er expli­zit, die EU müs­se die “natio­na­le Homo­ge­ni­tät” der euro­päi­schen Staa­ten “unter­mi­nie­ren”. Auf einer Sit­zung des Think­tanks Coun­cil of For­eign Rela­ti­ons am 30. 9. 2015 eklär­te Suther­land, daß es ins­be­son­de­re Deutsch­land auf­grund sei­ner demo­gra­phi­schen Schrump­fung nötig habe, Mil­lio­nen von Ein­wan­de­rern auf­zu­neh­men. Im Lau­fe der Debat­te gab er offen zu, dass er “dead bloo­dy right” dazu ent­schlos­sen sei, “die Homo­ge­ni­tät der Völ­ker zu zer­stö­ren”, sein eige­nes, das iri­sche, ein­ge­schlos­sen. (vgl. Frie­de­ri­ke Beck: „Die gehei­me Migrationsagenda“).

Es gibt kaum ein Wort in den aktu­el­len poli­ti­schen Dis­kur­sen, das noch bedeu­tet, was es ein­mal bedeu­tet hat. Die Spra­che der Macht­ha­ber ist trü­ge­risch gewor­den, und sie rech­nen gezielt damit, daß das Publi­kum größ­ten­teils immer noch die alten Kon­no­ta­tio­nen hat und sich dar­um täu­schen und betrü­gen läßt. Das Wort, des­sen Sinn von den Euro­kra­ten am meis­ten und gründ­lichs­ten ver­dreht wur­de, ist zwei­fels­oh­ne “Demo­kra­tie”; eine par­al­le­le Umfäl­schung wur­de an dem Wort “Volk” vorgenommen.

Auch Schulz hat sich den “Kampf” gegen die “Fein­de der Demo­kra­tie” auf die Fah­nen geschrie­ben, und damit sind natür­lich die “Popu­lis­ten” gemeint. Typisch ist etwa fol­gen­de von Jür­gen Rütt­gers (CDU) ein­ge­setz­te Total­keu­le: „Die AfD ist deutsch­land­feind­lich, euro­pa­feind­lich, aus­län­der­feind­lich, islam­feind­lich und demo­kra­tie­feind­lich.“ Wer ihre Poli­tik unter­stüt­ze, ver­sto­ße „gegen die euro­päi­sche Ver­fas­sung, das Grund­ge­setz und die Wer­te des christ­lich-jüdi­schen Abend­lan­des und der Auf­klä­rung“, „bekämpft die moder­ne Gesell­schaft und will zurück in eine auto­ri­tä­re, unfreie, obrig­keits­staat­li­che Rechts­ord­nung.“ Er wol­le sie nicht ver­bie­ten, erwar­te jedoch, „dass die Demo­kra­ten in die­sem Land end­lich anfan­gen, sich mit die­ser Par­tei auseinanderzusetzen.“

Das ist das übli­che ser­vier­te Schlach­ten­ge­mäl­de: Die eta­blier­ten Par­tei­en sind die heroi­schen „Demo­kra­ten“, ihre Oppo­si­ti­on nie­der­träch­ti­ge „Demo­kra­tie­fein­de“, wenn nicht Schlim­me­res.  Das ergibt eine selt­sa­me Kon­stel­la­ti­on, denn typi­scher­wei­se for­dern die “Popu­lis­ten” mehr direk­te Demo­kra­tie und Volks­ent­schei­de, so auch die AfD, die in ihrem Grund­satz­pro­gramm das “Schwei­zer Vor­bild” betont.

Demo­kra­tie bedeu­tet Mit­be­stim­mung: Wir for­dern des­we­gen mehr Volks­ent­schei­de – denn akti­ve Demo­kra­tie beschränkt sich nicht auf die Stimm­ab­ga­be aller 5 Jah­re! Das Vor­bild Schweiz steht dabei für akti­ve Teil­nah­me des Vol­kes an der Gesetz­ge­bung: Direk­te Demo­kra­tie soll die par­la­men­ta­ri­sche Gesetz­ge­bung in Form des ver­bind­li­chen Refe­ren­dums des­we­gen bei wich­ti­gen Geset­zen dau­er­haft ergänzen.

Wer so spricht, gilt als “Demo­kra­tie­feind”, nicht jedoch bei­spiels­wei­se ein Armin Laschet, der einem Inter­view mit dem Bay­ri­schen Rund­funk offen ver­kün­de­te: „Volks­ent­schei­de wird es nie und nim­mer mit der CDU Deutsch­land geben“.

Eine par­la­men­ta­ri­sche Demo­kra­tie mache Kom­pro­mis­se mög­lich, Fach­fra­gen müs­se man nicht in über­hitz­ten Wahl­kämp­fen ent­schei­den. Laschet selbst ist nach eige­nen Wor­ten schon immer lei­den­schaft­li­cher Anhän­ger die­ser Linie gewe­sen und ist es nach dem bri­ti­schen Refe­ren­dum noch mehr. “So etwas wie einen Bre­x­it, das kriegt man nie mehr kor­ri­giert und des­halb sind wir da glasklar.”

Bun­des­prä­si­dent Joa­chim Gauck rutsch­te am 22. 6. 2016 gar vor lau­fen­der Kame­ra aus: „Die Eli­ten sind gar nicht das Pro­blem, die Bevöl­ke­run­gen sind im Moment das Pro­blem.“ Fragt sich nur, für wen sie ein “Pro­blem” sind. Laschet und Gauck gaben zu ver­ste­hen, daß sie bestimm­te Ent­schei­dun­gen lie­ber nicht dem Volk über­las­sen wol­len; sie gaben offen zu, daß sie ihre Poli­tik als ein Eli­ten­pro­jekt betrach­ten, das nicht durch unbot­mä­ßi­ge Ple­bis­zi­te gefähr­det wer­den darf. Kein ande­rer Geist spricht auch aus dem berüch­tig­ten Zitat von Jean-Clau­de Juncker:

Wir beschlie­ßen etwas, stel­len das dann in den Raum und war­ten eini­ge Zeit ab, ob was pas­siert. Wenn es dann kein gro­ßes Geschrei gibt und kei­ne Auf­stän­de, weil die meis­ten gar nicht begrei­fen, was da beschlos­sen wur­de, dann machen wir wei­ter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt. (Der Spie­gel 52/1999)

Auf einer Pres­se­kon­fe­renz mit dem ame­ri­ka­ni­schen Noch-Prä­si­den­ten Barack Oba­ma am 17. 11. 2016 tätig­te Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel eine auf­schluß­rei­che Äuße­rung, die naht­los an die bis­lang genann­ten Zita­te von Schulz, Laschet, Rütt­gers oder Gauck anschließt:

Aber was nicht sein kann, ist, daß die, die bestimm­ten Grup­pen zuge­ord­net wer­den, sagen: Wir sind jetzt das Volk. Und der Rest ist nicht das Volk. Dazu bin ich damals in der DDR nicht froh gewe­sen, dass das Volk dann was zu sagen hat­te, nach­dem es das vie­le Jahr­zehn­te nicht hatte.

Man traut sei­nen Ohren kaum, aber das hat Mer­kel tat­säch­lich gesagt. Es ist sogar im Pro­to­koll der Bun­des­re­gie­rung verzeichnet.

„DDR“ war übri­gens die Abkür­zung für „Deut­sche Demo­kra­ti­sche Repu­blik“,  wobei „Demo­kra­tie“ mit „Sozia­lis­mus“ gleich­ge­setzt wur­de. Der „real­exis­tie­ren­de Sozia­lis­mus“ galt iden­tisch mit der „Herr­schaft des Vol­kes“. Die „Aktu­el­le Kame­ra“ des Staats­fern­se­hens nann­te die Demons­tran­ten vor dem Palast der Repu­blik zum Jah­res­tag der Staats­grün­dung „Stö­ren­frie­de“ und ihre Pro­tes­te „anti­so­zia­lis­ti­sche Aus­schrei­tun­gen“. Als Ant­wort auf die Arro­ganz des Regimes, das für sich bean­spruch­te, den Volks­wil­len zu reprä­sen­tie­ren, und dar­um genau zu wis­sen, was für das Volk gut ist und was nicht, wur­de schließ­lich die berühm­te Paro­le „Wir sind das Volk!“ gebo­ren. Die Demons­tran­ten signa­li­sier­ten der Regie­rung damit, daß sie der Sou­ve­rän sei­en und daß die Regie­rung das Recht ver­wirkt habe, in ihrem Namen zu spre­chen oder ihren Gehor­sam einzufordern.

Wel­che Grup­pen rufen nun im heu­ti­gen Deutsch­land den Mäch­ti­gen ent­ge­gen: „Wir sind das Volk?“ Oder in der Inter­pre­ta­ti­on Mer­kels: „Wir sind jetzt das Volk?“, als wären sie es vor­her nicht gewe­sen und als hät­ten sie es per Dekret beschlos­sen? Ver­mut­lich mein­te sie das „Pack“ der AfD und von Pegi­da, vor dem sie schon in der Neu­jahrs­an­spra­che 2014/15 gewarnt hatte:

Des­halb sage ich allen, die auf sol­che Demons­tra­tio­nen gehen: Fol­gen Sie denen nicht, die dazu auf­ru­fen! Denn zu oft sind Vor­ur­tei­le, ist Käl­te, ja, sogar Hass in deren Herzen!

 Die Dis­kre­di­tie­rung, die Mer­kel auf der Pres­se­kon­fe­renz mit Oba­ma vor­trug, war um eini­ge Gra­de sub­ti­ler. Es liegt die Ver­mu­tung nahe, dass ihr jemand zumin­dest die Kern­the­se des Essays „Was ist Popu­lis­mus?“ (Ber­lin 2016) des Poli­to­lo­gen Jan-Wer­ner Mül­ler ein­ge­flüs­tert hat, die fol­gen­der­ma­ßen lautet:

Popu­lis­ten behaup­ten “Wir sind das Volk!” Sie mei­nen jedoch – und dies ist eine mora­li­sche, kei­ne empi­ri­sche Aus­sa­ge (und dabei gleich­zei­tig eine poli­ti­sche Kampf­an­sa­ge): “Wir – und nur wir – reprä­sen­tie­ren das Volk.” Damit wer­den alle, die anders den­ken, ob nun Gegen­de­mons­tran­ten auf der Stra­ße oder Abge­ord­ne­te im Bun­des­tag als ille­gi­tim abge­stem­pelt, ganz unab­hän­gig davon, mit wie viel Pro­zent der Stim­men ein offi­zi­el­ler Volks­ver­tre­ter ins Hohe Haus gewählt wurde.

Dar­aus folgt, daß „Popu­lis­ten zwangs­läu­fig anti­plu­ra­lis­tisch sind“ sind:

Wer sich ihnen ent­ge­gen­stellt und ihren mora­li­schen Allein­ver­tre­tungs­an­spruch bestrei­tet, gehört auto­ma­tisch nicht zum Volk.

Demo­kra­tie aber sei „ohne Plu­ra­li­tät nicht zu haben“, wofür Mül­ler als Kron­zeu­gen Jür­gen Haber­mas aufruft:

Das Volk “tritt nur im Plu­ral auf”. Und Demo­kra­tie kennt am Ende nur Zah­len: Die Stimm­an­tei­le ent­schei­den dar­über, wer die Bür­ger reprä­sen­tiert (in den Wor­ten Clau­de Leforts: Mit der Demo­kra­tie tritt die Zahl an die Stel­le der Substanz.)

Popu­lis­ten behaup­ten also bloß, „den Wil­len des Vol­kes zu reprä­sen­tie­ren“, wäh­rend sie in Wirk­lich­keit „eine sym­bo­li­sche Reprä­sen­ta­ti­on des angeb­lich ‘wah­ren Vol­kes’ instru­men­ta­li­sie­ren, um demo­kra­ti­sche Insti­tu­tio­nen, die dum­mer­wei­se nicht von Popu­lis­ten domi­niert wer­den, zu dis­kre­di­tie­ren.“ Des­halb sei­en Popu­lis­ten „zumin­dest der Ten­denz nach antidemokratisch.“

Die­se Behaup­tung wer­de ich im zwei­ten Teil die­ses Bei­trags näher betrach­ten. Zunächst springt jedoch ins Auge, wie leicht sich Mül­lers Aus­sa­ge spie­gel­bild­lich umkeh­ren läßt.  Was für ein Bild! Ein- und das­sel­be Sze­na­rio, ein­mal durch Bril­le von Björn Höcke und ein­mal durch die Bril­le von Mar­tin Schulz gese­hen. Ein selbst­er­nann­tes Volk erhebt sich gegen Olig­ar­chen, wäh­rend selbst­er­nann­te Demo­kra­ten den Ansturm der Och­lok­ra­ten bekämp­fen. Hier Olig­ar­chen, dort Och­lok­ra­ten. Wenn die Popu­lis­ten sagen: „Wir sind das Volk!“, ant­wor­ten die herr­schen­den Eli­ten heu­te ana­log: „Wir – und nur wir – sind die Demo­kra­tie! Dar­um sei ihr Fein­de der Demo­kra­tie!“  Doch eigent­lich war die Rei­hen­fol­ge umge­kehrt. Die­ser sich immer arro­gan­ter und auto­ri­tä­rer äußern­de „mora­li­sche Allein­ver­tre­tungs­an­spruch“ der Eli­ten war es erst, der das „Wir sind das Volk“ von Pegi­da oder auch der AfD her­vor­ge­bracht hat, in deren Rei­hen die­se Paro­le bewußt benutzt wird, um eine Ana­lo­gie zur Situa­ti­on des Jah­res 1989 in der DDR herzustellen.

Folgt dar­aus, dass die poli­tisch-media­len Eli­ten durch ihren Allein­ver­tre­tungs­an­spruch „zwangs­läu­fig anti­plu­ra­lis­tisch“ sind? Wenn es nach Mül­lers Kri­te­ri­en geht, dann ja. Mit sei­nen eige­nen Wor­ten könn­te man sagen: „Wer sich ihnen ent­ge­gen­stellt und ihren mora­li­schen Allein­ver­tre­tungs­an­spruch bestrei­tet, gehört auto­ma­tisch nicht zur Demo­kra­tie.“ Die der­zeit ein­zi­ge ech­te Oppo­si­ti­ons­par­tei trägt schließ­lich nicht umsonst die „Alter­na­ti­ve“ im Namen.

Der popu­lis­ti­sche Gegen­wind war nicht zuletzt eine Art „selbst­er­fül­len­de Pro­phe­zei­ung“, pro­vo­ziert durch die Tat­sa­che, daß nicht etwa bloß ein bestimm­ter popu­lis­ti­scher Stil geäch­tet wur­de, son­dern vor allem bestimm­te inhalt­li­che Punk­te der Dis­kus­si­on ent­zo­gen wer­den soll­ten, indem man sie als „popu­lis­tisch“ abstem­pel­te: Kri­tik an der EU-Finanz­po­li­tik, Kri­tik ihres sou­ve­rä­ni­täts­feind­li­chen Zen­tra­lis­mus, Kri­tik an der Öff­nung der Gren­zen, Kri­tik an der Ein­wan­de­rungs- und Inte­gra­ti­ons­po­li­tik, Kri­tik an der Rol­le und den Prak­ti­ken der Pres­se, Kri­tik an der mul­ti­kul­tu­ra­lis­ti­schen Ideo­lo­gie, Kri­tik am Islam, Kri­tik an Frei­han­dels­ab­kom­men, Kri­tik an der West­bin­dung, und seit eini­ger Zeit auch Kri­tik an der Kriegs­het­ze Rich­tung Ruß­land. Kri­tik die­ser Art wur­de und wird als „anti­de­mo­kra­tisch“ und „rechts­po­pu­lis­tisch“ erklärt, mit dem durch­sich­ti­gen Grund, jeden Ver­such einer demo­kra­ti­schen Wider­re­de abzu­blo­cken, han­delt es sich hier doch um The­men, die den Eli­ten zu wich­tig sind, als daß sie das Risi­ko ein­ge­hen möch­ten, es durch Volks­ent­schei­de zu gefährden.

Fort­set­zung folgt.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (45)

Sven Jacobsen

3. Februar 2017 20:40

Ein sehr gut erstellter Artikel! Völlig zurecht verweist Martin Lichtmesz auf die Tatsache, dass Schulz und Merkel im Wesentlichen die gleichen Inhalte verkörpern. Wer auch immer von den beiden die Wahl verliert, der andere springt ein und steht für eine neue Koalition mit dem eigentlich Unterlegenen bereit. Für das Establishment ist das eine optimale Ausgangslage. Was bei Schulz viel deutlicher wird, ist seine ausgeprägte Unnachgiebigkeit innen- wie außenpolitischen Gegnern gegenüber, sein aggressiver Tonfall. Bereits jetzt zeichnet sich eine Verhärtung der Fronten ab und die Enthemmung der politischen Auseinandersetzungen wird zunehmen. Praktisch mit allen Regierungen der Visegrád-Staaten und anderen Skeptikern einer Super-EU bestehen Spannungen und in Deutschland hat Schulz deutlich gemacht, wie sehr ihm die sog. Rechtspopulisten verhasst sind (in seinen Augen scheinbar alle konservativen CDU-Wähler, die CSU und die AfD sowieso, macht in der Summe Millionen in zweistelliger Zahl). Zum Ende sollte aber eines ganz klar sein: Auch wenn Martin Schulz ein politisch schwieriger Kontrahent ist, so ist er nur so stark, wie ihn das mittlerweile starke konservative Lager sein lässt. Man muss sich nicht alles bieten lassen, was er äußert. 

Abronsius

3. Februar 2017 20:43

Es hilft ja alles nichts, die Leute wählen den Schulz. Man muß diese unglaubliche Erfahrung machen, daß mindestens 50 Prozent des Volkes gar keine Einwände haben, wenn uns die Häuser über dem Kopf angezündet werden.

Stiller

3. Februar 2017 20:45

Ich glaube ich halte nicht durch bis September. Mich ödet das jetzt schon so an. Ich bin auf Seite 2 des Artikels eingeschlafen.

Ich liebe Lichtmesz' Analysen normalerweise. Aber dieser Artikel ist so langweilig. Das liegt am Sujet. Was für impertinenter, dummer, bornierter, furchtbarer, deutscher Mensch. 

 

Theobald

3. Februar 2017 21:01

Vielen Dank Herr Lichtmesz für diesen langen, sehr ausführlichen und damit sehr aufschlußreichen Artikel.

Im HAZ-Interview (auf Seite 2 und 3) hat unser Bundespastor wortwörtlich heute von sich gegeben... Eine Direktwahl des Bundespräsidenten halte ich nicht für sinnvoll. Denn dann hätten die Bürger möglicherweise das Gefühl, es gäbe da eine Instanz, die politisch umsteuern könnte, sollte die Regierung etwas ihrer Auffassung nach nicht richtig machen. Der Bundespräsident ist aber keine Ersatzregierung - und zwar zu Recht. Die politische Verantwortung liegt beim Parlament und bei der Regierung."...

Er hat zwar Recht, aber m.E- in einem eher entlarvenden als in einem richtigen Sinn. Da spricht einer der halt nicht richtig ins Amt gewählt wurde und jetzt Angst hat, sich vor dem Volk rechtfertigen zu müssen.

Monika L.

3. Februar 2017 22:19

Sind Sie Sadist oder Masochist, Herr Lichtmesz ? Mir ist schlecht.

Aber es geht noch schlimmer. Optisch und inhaltlich:

https://www.kath.net/news/58370

 

Der_Jürgen

3. Februar 2017 22:35

Wer sich mit der simplen Losung "Merkel muss weg" zufrieden gibt, den müsste diese ungemein fundierte Analyse eines Besseren belehren. Wenn Merkel durch Schulz ersetzt wird, ist überhaupt nichts gewonnen. Die beiden sind lediglich zwei besonders abscheuliche Köpfe einer monströsen Hydra; wenn sich kein Herakles findet, der dem Ungeheuer nicht nur alle Köpfe abschlägt, sondern auch mit einer Fackel die Stümpfe versengt, so dass nichts mehr nachwachsen können, ist Deutschland verloren - und vermutlich mit ihm die ganze westliche Hälfte Europas.

Laut dem "Focus" vom 21. Oktober 2015 waren damals 48% der Deutschen für die Schliessung der Grenzen, 40% sprachen sich dagegen aus. (Bei denen, die sich der Stimme enthielten, dürften die Anhänger der Grenzschliessung in der Mehrheit gewesen sein, sich jedoch nicht getraut haben, ihre Meinung zu bekunden.) Trotz der beispiellosen, rund um die Uhr betriebenen Gehirnwäsche besass also rund jeder zweite Deutsche noch genügend gesunde Instinkte und genügend Menschenverstand, um den grossen Austausch abzulehnen. Doch unter den 630 Bundestagsabgeordneten gab und gibt es NICHT EINEN, der diese Forderung vertritt. Und da wundert sich ein Schulz noch scheinheilig, dass "Populisten" wachsenden Zulauf finden und sich ein wachsender Teil der Deutschen von den Parasiten in Berlin und Brüssel nicht mehr vertreten fühlt.

Wenn ich mich nicht irre, war es der grosse Amerikaner Kevin McDonald, der den Begriff der "feindlichen Elite" geprägt hat. Eine solche feindliche Elite, die zu rund 80% aus Nichtrussen bestand, kam 1917 in Russland an die Macht und schickte sich sofort racheschaubend an, die kulturelle Trägerschicht des russischen Volkes zu dezimieren und seine christliche Kultur zu zerstören. Ab Mitte der dreissiger Jahre wurde diese feindliche Elite dann Schritt für Schritt entmachtet und grossenteils physisch liquidiert. Sie bekam ihre eigene Medizin zu schmecken.  

Die feindliche Elite, die heute in der BRD und anderswo in der westlichen Welt an den Schalthebeln der Macht hockt, geht in ihrem radikalen Vernichtungswillen noch sehr viel weiter als ihre Vorgängerin in Russland. Sie will die genetische Substanz der von ihr beherrschten Völker zerstören und damit auch die Bewahrung und Weiterentwicklung der europäischen Kultur verunmöglichen. (Wie Lichtmesz zu Recht hervorhebt, gilt das Völkervermischungsprogramm einzig und allein für die Weissen; dass beispielsweise die Chinesen um der "diversity" willen ein paar hundert Millionen Afrikaner und Inder importieren werden, glaubt nicht einmal der Herr Schulz. )

Dennoch bleibe ich vorsichtig optimistisch; ich habe irgendwie das Gefühl, dass die Teufel ihr Ziel nicht erreichen werden. "Ahriman weiss nicht, dass er nicht siegen kann", meinte Rudolf Steiner. Vermutlich wissen auch Ahrimans Knechte a la Schulz das nicht, aber die Realität könnte sie rascher einholen, als ihnen lieb ist.  Schon jetzt bläst ihnen ja ein rauher Wind von jenseits des Atlantiks um die Ohren.

Ein gebürtiger Hesse

3. Februar 2017 22:36

Schulz ist womöglich in einen gewissen Sinne sogar um einige Grade schlimmer als die amtierende Kanzlerin.

Jau. Auch ich ertappte mich dieser Tage dabei, eine Gegenposition zu dieser Fratze der EU einnehmen zu müssen (man greift dann gern ohne zu Überlegen, zum Erstbestem, das an der medienbedingten Oberfläche schwimmt) und Merkel zu bevorzugen. Argh! Weiche, Satanas, der sich da unversehens aus mir spricht!

So weit kommt es, wenn man sich, ohne es sich bewußt zu machen, auf die vom Politkonsens angebotenen Alternativen einläßt. Dann ist es plötzlich perverserweise so, als sei die ganze metapolitische Bildung, die man sich verschafft hatte, für die Katz gewesen. Dem gilt es vorzubeugen, durch welche Vergegenwärtigungen (von Lektüren hier und anderswo) auch immer.

Fernmelder

3. Februar 2017 22:41

Herr Lichtmesz, ich stimme Ihnen völlig zu. Besser kann man die Lage nicht beschreiben. Ich sagte kürzlich erst, es ist völlige egal wer hier an der Spitze des Staates steht, es ist das gleiche Gesülze.

Die Frage wird sein, lassen sich die Bürger vor dieser Show  beeindrucken oder 

schauen sie hinter die Kulissen. Was aber feststeht ist, dass  diese Kartellparteien alles auffahren um die AFD so klein wie möglich zu halten. 

Nichts wird ihnen zu schmutzig sein.

Paracelsus

3. Februar 2017 23:10

Zitat Lichtmesz: „Es gibt kaum ein Wort in den aktuellen politischen Diskursen, das noch bedeutet, was es einmal bedeutet hat.“ – So ist es. Wer dies nicht erkennt, kann heute nichts begreifen.  

Ich denke, es wird doch einen spannenden Wahlkrimi auch in Deutschland 2017 geben. Und zwar zwischen Pest und Cholera, Merkel und Schulz. Die Inszenierung ist perfekt vorbereitet: mit Merkels Kandidatur ist sichergestellt, dass die Wahl links von der Mitte ausgekämpft werden wird. Weiter „rechts“ als Merkel hat so schon mal keine Chance auf Regierungsverantwortung. Das hat Merkel entschieden, bzw. sie mit denen, für deren Agenda sie steht.

Schulz opponiert also von links gegen die linke Merkel, und obwohl seine Agenda dieselbe ist wie die von Merkel, wahrscheinlich aber noch einen Tacken schärfer (wie man aus der von Lichtmesz zitierten Lobhudelei für Maas erahnen kann, auch aus seinen demagogischen Ausfällen gegenüber der AfD), wird es nach meiner Befürchtung gelingen, dies medial so aufzuladen, dass doch ein Großteil der Wähler sich einfangen lassen wird.

Schulz hat meiner Ansicht nach die größeren Chancen als Merkel, ab Herbst 2017 Kanzlerin zu sein: was für ihn spricht: man merkt ihm an, dass er den Seich glaubt, den er von sich gibt. Im Moment der Absonderung wirkt er auf diese Weise authentisch, und das überzeugt die einfachen Leute. Er ist eben ein super Populist. Wenn dagegen Merkel spricht hat man den Eindruck, sie sagt das auf, was sie auswendig gelernt hat. Das hat den Charme der Unbeholfenheit, man fühlt sich nicht überrumpelt, es ist irgendwie naiv und kann nicht böse gemeint sein, also wird es wohl stimmen, man kann ihr vertrauen.

Bei der „Alternative“ zwischen Merkel und Schulz ist also klar, dass die „linken“ Globalisten gewinnen werden, aber mein Eindruck ist, dass es gelingen kann, Schulz als wirkliche „Alternative“ der Mehrheit der Leute schmackhaft zu machen. Vielleicht kramt man dazu schon mal etwas Dreck bei Merkel aus – warum sie nicht absägen, wenn ein anderer und noch treuerer Vertreter verfügbar ist, um im Namen der einfachen Leute und im Namen der Demokratie letztere weiter einzuschränken und ersteren weiter das Leben schwer zu machen? Das funktioniert doch super.

Bei den allenthalben durch die Gazetten geisternden Marx-Ehrungen ist zudem denkbar, dass doch noch Rot-Rot-Grün soweit hochgeschrieben wird, dass es für eine Mehrheit im Bundestag reicht. Und je nachdem, was Trump weiter real veranstalten wird, wird es eventuell möglich sein, so eine linke Regierung als Rettung erscheinen zu lassen. – Ich bin da vorwiegend pessimistisch.

Noch ein Wort zu dem Gewährenlassen der „linken“ „Antifa“ bei ihren antidemokratischen Sitzblockaden, Verhindern von Vorträgen, Gewalt gegen AfD-Politiker usw.: Für die „Mitte“-Parteien sind sie nützliche Werkzeuge, um die Konkurrenz von „rechts“ klein zu halten. Im Laufe der Jahre hat man die Scheu abgelegt, mit Linksextremisten zu kooperieren, und derzeit konnte der Zeitgeist so beeinflusst werden, dass kaum jemand etwas daran schäbig findet.

Es ist zur Normalität geworden, den Linksextremisten die Definitionshoheit zu überlassen, wer „rechts“ oder gar „nazi“ ist.  Es ist zur Normalität geworden, Menschen zu verleumden. Verleumdung ist aber eine Form von seelisch-sozialem Mord, es ist das Abschneiden der seelisch-mitmenschlichen Beziehungen des Verleumdeten zu seiner Umgebung. – Solch ein in höchstem Grade unmoralisches Handeln ist im Deutschland der 2010er Jahre allgemein akzeptiert. Es wird sogar von hochrangigen Politikern und von religiösen Würdenträgern aktiv betrieben, ohne mit der Wimper zu zucken.

Wie kann das sein?  Wieso erkennen nicht wenigstens die Christus-Sucher, dass sie sich völlig verrannt haben?

Gustav Grambauer

3. Februar 2017 23:36

"Zwischen Merkel und Schulz gibt es jedoch nicht die geringste ideologische Differenz."

Aber zwischen Gabriel und Schulz. Schröder bzw. sein Flügel und Schulz hassen einander. Maas wird von Schröder bei Begegnungen am Fahrstuhl im Willy-Brandt-Haus nicht einmal gegrüßt, S. schaut durch M. hindurch wie durch die Luft.

Gabriel hat Schulz sauber ausmanövriert, und zwar wenn alles gut geht endgültig:

1. Er begründet bereits jetzt eine Anwartschaft der SPD (als Juniorpartnerin der kommenden GroKo) für das Auswärtige Amt (dazu hatte er sich mit der Lancierung von Steinmeier als BP bereis den Weg freigeschaufelt, feine Schachzüge)

2. die Clinton-Achse ist für das Amt des Außenministers (für das sich deren Klon Schulz ja auch ins Gespräch gebracht hatte) ausgebremst

3. Die SPD kann in Ruhe Außenpolitik im Sinne des Schröder-Flügels (Frieden mit Rußland) machen, und zwar durchgängig, ohne Zäsur durch die Wahl

4. Gabriel kann 2021 nochmals als Kanzlerkandidat mit einem Friedensprogramm antreten: unverschlissen, gereift und mit Außenminister-Bonus, selbstredend ist er dann auch wieder Parteivorsitzender

5. während Schulz am 24. September (wie Scharping, sein Bruder in Intriganz, Egomanie und, man verzeihe mir den Bindestrich, Physio-gnomie) untergeht, was dieser in seiner Eitelkeit und umgeben von parfümierten Schmeichel-Schranzen im Modus des Wunsch-Denkens jetzt noch gar nicht sieht, ergo

6. Der White-Trash-Flügel der SPD wird - zwar nicht kurzfristig, aber mittel- und langfristig - bis zum Bersten gestärkt, der Kunterbunt-Kleptokraten-Flügel wird dem Zerfall anheimgegeben ("Ihr hattet ja 2017 eure Chance mit Schulz ..."), entsprechende Politik wird fortan als verlustbringend  bei Wahlen gesehen.

Der unglaubliche Clou an diesem Szenario ist, daß manche der Alpha- und vor allem Senioren-Riege der SPD über ihr eigenes verschlafschaftes, verfilztes, borniertes, hyper-ideologisiertes mittleres Kader selbst so verzweifelt sind, daß sie ihrer eigenen Partei einmal die harte Lektion des Schmerzes ("Projekt U-18", wir werden sehen ...) mit einer Roßkur gönnen (synergetisiert mit dem in der SPD sowieso grassierenden Todestrieb). Und ich fürchte, daß selbst Schulz nicht mal merkt, wie er dafür instrumentalisiert und ins offene Messer geschickt wird.

Dies gilt sogar doppelt, denn im Mai ist Landtagswahl in NRW, dem Landesverband von Schulz. Drei Wochen nach der Wahl in Frankreich!!! Ich freue mich schon auf das Geheule wie nach der Wahl von Trump im Clinton-Lager am 14. Mai!!! 

 

Noch etwas anderes: wir haben im Sommer in meiner Heimatstadt Gotha bei einer Illuminaten-Führung mit MdL Matthias Hey im Schloßpark teilgenommen.

https://gotha.tlz.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Gothaer-Schlosspark-Matthias-Hey-ueber-seine-Illuminaten-Fuehrungen-389016014

Den holt sich die SPD-Führung in ihrer Verzweiflung immer wieder ins Willy-Brandt-Haus, damit er dort Wege aufzeigt, wie die Partei an der Basis Vertrauen zurückholen kann. Ein Ein-Mann-Psychogramm der nächsten Generation der SPD, auf diese Spielart des Populismus werden wir uns einstellen müssen:

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/rot-rot-gruen-in-thueringen-trabi-fahrt-mit-spd-fraktionschef-hey-a-1006463.html

 

Martin Schulz: A-ram! Prost!

Martin Lichtmesz: A-lalll!

 

- G. G.

Gustav

3. Februar 2017 23:57

Dem Demokraten genügt es nicht, dass wir respektieren, was er mit seinem Leben machen will, er verlangt darüber hinaus, dass wir respektieren, was er mit unserem machen will.

Der demokratische Drache wird schließlich alle viere von sich strecken, wenn wir ihm das klitzekleine Gehirn durchbohren, anstatt seine zahllosen Tentakeln abzuhauen.

Nicolás Gómez Dávila

Anton Steiner

4. Februar 2017 01:47

Danke Herr Lichtmesz, mir  alten Prekariat Proleten ein wenig, Schulz und Konsorten, augenöffend vorgeführt haben!

Wie in der DDR: Tagesschau = Aktuelle Kamera

Hugo

4. Februar 2017 04:56

Die Spaltung ist vollzogen. Der Riß ist tief und blutig. Ich reinige meinen Freundes- und Bekanntenkreis von allen, die in der Grundsatzfrage nicht so denken wie ich.  Wer SPD oder Grüne wählt, will dieses Land radikal vernichten. Da gibt es keine Brücke.

Trotzdem sehe ich aktuell nirgendwo eine Lösung! Der Ansatz der AfD, jetzt (unabhängig ob 15 oder 25% erreicht werden können) keine Regierungsverantwortung mit tragen zu wollen, muß der CDU viele Stimmen bringen, denn der Ansatz ist falsch! Die AfD müßte sich um eine Koalition mit der CDU bemühen, um diese dazu zu zwingen, die vielen richtigen Denkansätze, die von der CDU gerade als verlogene, halbherzige Wahlkampfnebelkerzen abgeschossen werden, in praktische Politik umzusetzen: Flüchtlingsboote tatsächlich vor der afrikanischen Küste einfangen und die Leute zurückbringen, Recht und Gesetz wiederherstellen, Kriminelle "Asylanten" sofort abschieben, eine effektive Abschiebelogistik aufbauen, wirkungsvolle Grenzsicherungsmaßnahmen und Kontrollen durchführen.

Was soll ich mit einer AfD, die mit meiner Stimme am Ende noch einen Martin Schulz ermöglicht, egal ob als Kanzler oder Vize-Kanzler? 

Pigscantfly

4. Februar 2017 07:36

Mutti heißt jetzt Schulz.

Tokugawa

4. Februar 2017 09:16

Ein entscheidender Punkt fehlt mir in der Analyse. Es stimmt, dass Schulz sich den "Kampf gegen rechts" auf die Fahne geschrieben hat. Nur - damit bindet er allein die eigene Funktionärsklasse und ein paar Sozialverbandsvertreter hinter sich. Ansprechen aber will er (und muss er, wenn er gewinnen will) andere Schichten. Er sagt es selbst:

"Mir ist wichtig, dass die hart arbeitenden Menschen in diesem Land, die hart arbeitenden Menschen, die sich an die Regeln halten,  die sich um ihre Kinder und oft auch um ihre Eltern kümmern, die manchmal trotz zweier Einkommen nur so grade über die Runden kommen, daß wir diese Menschen und ihre Sorgen in den Mittelpunkt unserer Politik stellen, genau dafür trete ich an, um Bundeskanzler dieses Landes zu werden. Die Menschen, die den Laden am Laufen halten, diese Menschen haben Respekt verdient."

Wie ködert er sie? Schulz wiederholt die alten sozialdemokratischen Versprechen aus dem Sozialstaatsdiskurs der 70er Jahre, aufgepeppt mit linkspopulistischem Vokabular. Schulz ist nach eigenem Verständnis mehr noch als Merkel der Gegen-Trump. Nur: er kopiert die Anti-Establishment-Rhetorik des amerikanischen Präsident fast eins zu eins.

Genau hier liegt die Sollbruchstelle in Schulzens Argumentation. Nur hier kann man ihn stellen und entzaubern. Der Sozialstaat, so wie Schulz in rhetorisch beschwört, ist gebunden an den Nationalstaat. Den aber will der SPD-Kanzlerkandidat weiter zerstören, 1) institutionell über eine Vertiefung der europäischen Integration, die keine einheitlichen sozialen Standards kennt und 2) kulturell über eine unkontrollierte Massenzuwanderung, die genau diesen an nationale Grenzen gebundenen Sozialstaat überfordert und damit von innen aushebelt. Aus diesem Grundwiderspruch in der Argumentation von Schulz ergeben sich zahlreiche Nebenwidersprüche: Zuwanderung unqualifizierter junger Männer aus dem islamischen Kulturkreis, die wegen geringer Qualifikation schwer kulturell zu integrieren sind, vor allem aber das Lohnniveau für sogenannte gering qualifizierte beschäftigung weiter senken; Steuerflucht von Reichen und Unternehmen wird durch eine Vertiefung der EU, die Steuerwettbewerb als ein kernelement hat, gefördert, die Steuerlast kann also nur für an den Nationalstaat gebundene Verdiener wie Handwerker, Angestelle, Facharbeiter erhöht werden (die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass genau das passiert); höhere Renten über nationalstaatlich organisierte Systeme, die durch Zuwanderung fast genauso wie durch Demographie be- und nicht entlastet werden versus einer rot-grünen Politik, die private, kapitalgestützte Altersvorsorge propagiert hat und die Sparer jetzt mit einer Euro-Rettungspolitik faktisch enteignet und so die kritisierte Altersarmut überhaupt erst schafft... Die Liste ließe sich fast endlos fortsetzen.

Schulz will einen von ihm festgestellten Rechtspopulismus durch einen linken Sozialpopulismus bekämpfen. Widersprüche werden von den meisten Medien nicht in Frage gestellt. Streng genommen stehen bei Schulz postfaktische Aussagen zum Sozialstaat einer faktischen Welt entgegen, in der er - mehr noch als Merkel - das Gegenteil macht. Die Frage, wie ein Politiker, der über Jahrzehnte Brüsseler Interessen vertreten hat, in Zukunft  nationalstaatlioche Interessen vertreten will, sei hier nur am Rande erwähnt.

Ins Bildliche übersetzt sieht Schulzens Wahlkampfstrategie so aus: Er zündelt am Sozialstaat, er zündelt an der Legitimation der politischen Ordnung (die sich nicht nur aus Verfassungspatriotismus speist, aber selbst der wird von einem Großteil der "Menschen, die noich nicht so lange hier leben" ja nicht geteilt) und dann ruft er den angstvoll staunenden Deutschen zu: "Hier hocken nicht die Brandstifter, hier kämpft die Feuerwehr!"

Batscho

4. Februar 2017 10:09

Herr Lichtmesz, danke für diese umfassende Analyse der politischen Agenda von Schulz. Ein wichtiges Zitat von ihm fehlt nach meinem bescheidene Dafürhalten allerdings:

"For me, the new Germany exists only in order to ensure the existance of the State of Israel and the jewish people"

Zu deutsch: "Für mich existiert das neue Deutschland nur, um die Existenz des Staates Israel und des jüdischen Volkes zu garantieren."

Quelle: 

https://www.haaretz.com/opinion/.premium-1.574332?v=52EC3B5B0A6AE4C7D1D1A0CA6E46E3A3

Dietrich Stahl

4. Februar 2017 11:15

Lieber Martin Lichtmesz, gute Recherche und Analyse.

Die Politik/Medien/Finanz/Kultur-Mafia verfolgt eine Agenda – NWO. Sie führen Krieg gegen das eigene Volk. Und das ist Teil ihrer Methodik:

Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt. (Der Spiegel 52/1999)

[…] Es gibt kaum ein Wort in den aktuellen politischen Diskursen, das noch bedeutet, was es einmal bedeutet hat. Die Sprache der Machthaber ist trügerisch [M.L., Sie sind ein freundlicher Mensch, trügerisch ist ein zu schwaches Wort] geworden,

Diese Leute sind okkupiert von einer seltsamen Kraft, sie sind eine Art Zombies unter Fremdkontrolle. Das enthebt sie nicht ihrer Verantwortung. Das wissen sie, deshalb haben sie Angst und bekommen Panik. Das Momentum ist auf unserer Seite. Donald Trump ist der Frontmann der Freiheitsbewegung der Völker der Welt. Sie zitieren die wichtigsten Sätze der Antrittsrede des 45. US Präsidenten. Unmittelbar vor dem ersten Satz Ihres Zitates baute sich eine Gruppe von Angehörigen der US Streitkräfte demonstrativ hinter Donald Trump auf:

Die heutige Zeremonie, jedoch, hat eine ganz besondere Bedeutung. Denn heute übergeben wir die Macht nicht nur von einer Regierung an die andere oder von einer Partei an die andere, sondern wir nehmen die Macht von Washington D.C. und geben sie an euch, das Volk, zurück.

Exakt nach diesen Worten machen die Militärangehörigen auf Befehl eines Offiziers kehrt und verlassen die Zeremonie. Das ist orchestriert und 100 Mal geprobt. Das Militär und große Teile des Sicherheitsapparates stehen hinter dem Präsidenten. Auch in Deutschland gibt es national-konservative Kräfte in Militär und Sicherheitsapparat. Ebenso in den Parteien und anderen Organisationen. Erinnert sei nur an General Kujat, Willi Wimmer, General Günzel. Donald Trump spricht nicht mit den MSM. Stattdessen kommuniziert er via Twitter, die alternativen Medien, seine Sprecher – und er findet klare und deutliche Worte. Es hat nicht viel Zweck mit Lügnern und Betrügern zu diskutieren, geschweige denn deren Methoden zu nutzen. Was wir in Deutschland brauchen ist Kreativität und Innovation, um die Wahrheit zu kommunizieren.

Dietrich Stahl

4. Februar 2017 12:16

Anmerkung zur Unterstützung des Militärs für Donald Trump:

Drei Generäle berief Trump in die Regierung und an die Spitze des CIA. General James Mattis ist Verteidigungsminister und General John Kelly Heimatschutzminister. Der neue CIA Chef ist General Mike Pompeo. Diese Generäle holten sich Militärs zur Unterstützung an ihre Seite. Und sie stehen bereit, sollten entsprechende Maßnahmen notwendig werden.

Monika L.

4. Februar 2017 13:20

"Goethe spricht von den Deutschen als einem tragischen Volke, gleich dem der Juden und Griechen, aber heute hat es eher den Anschein, als sei es eine seichte, willenlose Herde von Mitläufern, denen das Mark aus dem Innersten gesogen und die nun ihres Kerns beraubt, bereit sind, sich in den Untergang hetzen zu lassen. Es scheint so - aber es ist nicht so; vielmehr hat man in langsamer, trügerischer, systematischer Vergewaltigung jeden einzelnen in ein geistiges Gefängnis gesteckt, und erst als er darin gefesselt lag, wurde er sich des Verhängnisses bewußt. Wenige nur erkannten das drohende Verderben, und der Lohn für ihr heroisches Mahnen war der Tod. Über das Schicksal dieser Menschen wird noch zu reden sein. "

aus: Flugblatt I der Weißen Rose

Ein großer Mahner ist am 17.9.2016 von uns gegangen. Frank Böckelmann schreibt über den Tod von Rolf Peter Sieferle:

"Nach allem , was wir wissen, spielte auch der Schauder vor der verbreiteten defätistischen Stumpfheit in Deutschland, verbrämt als ethische Hochblüte, bei Sieferles Freitod mit. Sieferle sah, was Angela Merkel  und ihre Mitläufer mit ihrer fahrigen Freigebigkeit in Kauf nehmen: Ein ' chaotisiertes, verarmtes Deutschland' würde ' den gesamten Kontinent in den Abgrund ziehen'.

in : Tumult, Winter 2016/17

A.a.O. finden sich unter der Überschrift Vom gesinnungsethischen Rausch in den Untergang Notate von Rolf Peter Sieferle zu den Folgen der Migrationskrise.

Diese bestätigen die Analyse von Herrn Lichtmesz.

Im letzten Beitrag von Herrn Sieferle , einem Brief vom 7. August 2016 liest man:

"Merkel  hat vermutlich durch ihren Ehrgeiz nicht nur das politische System Deutschlands ruiniert. Noch schlimmer wäre es, wenn sie auch die ethnische Zusammensetzung des deutschen Volkes irreversibel verändert hätte. Der Platz in den Geschichtsbüchern ist ihr jedenfalls sicher: Vermutlich wird sie als eine der großen Katastrophengestalten in die deutsche Geschichte eingehen."

 

Stein

4. Februar 2017 13:28

Saubere Analyse, wie von Lichtmesz gewohnt. Ich hab hier aber auch was zu meckern: Das neue Layout macht Texte, zumindest wenn man sie so wie Lichtsmesz strukturiert, sehr schlecht lesbar. Zitate werden lediglich eingerückt, keine Kursivschrift, andere Schriftarten- oder größen sind mehr vorhanden. Kommen noch Bilder hinzu, ist es vollkommen hinüber. Ich wünsche mir hier eine Überarbeitung.

Balduin B.

4. Februar 2017 13:51

Wenn es unter Schulz keine Hatz gegen Minderheiten geben wird, müssen wir uns in Kürze keine Sorgen mehr machen angefeindet zu werden. Bei Kleinkindern sind wir Deutschen im eigenen Land schon in allen Großstädten die Minderheit, in der Generation junger Männer um 20 wohl ebenfalls. Wir können also als geschützte Minderheit im eigenen Land in Zukunft frei und ohne Belästigung durch die sogenannte Antifa unsere Positionen in der Öffentlichkeit vertreten; das ist doch mal eine Perspektive!

Als aktiver in der AfD freue ich mich auf diese vor uns liegenden, unbeschwerten, von tätlichen Angriffen, aufgeschlitzten Reifen, eingeworfenen Büros, beschmierten Hauswänden und Bürgersteigen freien Zeiten; Schulz sei (im Voraus) Dank!

Benno

4. Februar 2017 14:14

Es ist schier unglaublich. Bei all diesen abgedroschenen Phrasen, bei all der Inhaltsleere, bei dieser Verlogenheit und Verachtung für das eigene Volk, wie ist es da möglich, dass diese Politdarsteller auch nur eine Minute länger im Amt bleiben können? Die Reeducation ist in der Tat ein voller Erfolg gewesen. Jede Erbmonarchie mit plebiszitären Elementen wäre demokratischer als der in der BRD betriebene Parlamentarismus.

Wer ihre Politik unterstütze, verstoße „gegen die europäische Verfassung, das Grundgesetz und die Werte des christlich-jüdischen Abendlandes und der Aufklärung“, „bekämpft die moderne Gesellschaft und will zurück in eine autoritäre, unfreie, obrigkeitsstaatliche Rechtsordnung.“ Er wolle sie nicht verbieten, erwarte jedoch, „dass die Demokraten in diesem Land endlich anfangen, sich mit dieser Partei auseinanderzusetzen.“

Er spricht von einer europäischen Verfassung, die es nicht gibt, weil dort wo darüber abgestimmt wurde, sie auf Ablehnung stiess. Stattdessen gibt es nun einen Lissaboner-Vertrag, der obrigkeitsstaatlich verordnet wurde.

Er referiert über ein Grundgesetz (auch hier gibt es keine Verfassung), welches sich das deutsche Volk nicht selbst verabreicht hat.

Er spricht von den Werten des christlich-jüdischen Abendlandes. Hat sich der Herr schon einmal länger als 5 Minuten mit Christentum und Mosaismus beschäftigt? Wohl kaum, ansonsten kämen nicht solche Worthülsen.

Wenn moderne Gesellschaft Schwulenehe, hässliche Architektur, Abtreibung und das erfüllen jedes Konsumwunsches bedeutet, dann gibt es wohl nichts was den Werten des christlichen Abendlandes mehr widersprechen könnte, als die moderne Gesellschaft.

So viel Nonsens innerhalb so weniger Zeilen, aber zum Ministerpräsidenten hat es doch noch gereicht.

Würde nicht so konsequent der grosse Austausch verfolgt, man könnte sich einfach zurücklehnen und warten bis sich das System selbst erledigt hat.

AlbertZ

4. Februar 2017 15:39

Es war für mich ein anstrengendes Stück Arbeit, diesen Artikel zu lesen. Lediglich der erste Abschnitt auf Seite 4 erlaubt es mir, von dem zahlreichen Zitaten soviel Abstand zu nehmen, wie ich es für erforderlich halte.

Schulz ist ein Alkoholiker, der bis zum Jungerwachsenenalter alles getrunken hat, was er bekommen konnte. Erst bei Selbstmordgedanken hat er aufgehört. Das "Überzeugende" an ihm ist genau diese - jetzt verbal ausgelebte - Suchtstruktur mit all ihren Facetten.

Aus diesem Anlaß empfinde ich neben dem inhaltlichen Abstand auch eine formale Trennung als wichtig:

Die Zitate sollten unbedingt in kursiver Schrift und möglichst einer anderen Schriftart eingefügt werden. Damit besteht die Möglichkeit, Zitate beim ersten Lesen wegzulassen. Das wäre für mich eine große Erleichterung.

Seneca

4. Februar 2017 16:17

Gute Analyse und Beschreibung des verabreichten Giftes mit Schleichwirkung. Doch was folgt daraus für die Sezession (und andere)? Bitte sich in den nächsten Wochen intensiv auch mit dem Gegengift dh Strategien zur cleveren Gegenwehr beschäftigen. Die AfD ind ihre Protagonisten haben hier Nachhilfeunterricht bitter nötig.

Seneca

4. Februar 2017 16:49

Schulz ist die günstige Seniorvariante des Juniorspiels der Strippenzieher in Industrie, Banken und Medien mit Guttenberg und Macron. Heute ein sehr interessanter Artikel im Spectator zum schnellen Aufstieg des ENA-Absolventen und Ex (?)- Rothschild-Partners erschienen. Erinnert sehr an den gepuschten Aufstieg Guttenbergs und dessen bevorstehendes Comeback in der CSU - just wenn Merkel perspektivisch schwächelt. Wo man in der CSU die Prioritäten selbst in 2017 setzt, macht ausgerechnet die Copy and paste  Doktorarbeit klar: die Vereinigten Staaten von Europa als anzustrebendes Politziel. In beiden Fällen lohnt es sich einmal sehr genau mit den Strippenziehern im Hintergrund zu beschäftigen und wie der Aufbau von nur vermeintlich frischen Jungstars durch die Machtelite funktioniert.

RMH

4. Februar 2017 17:12

Fast schon zuviel Fleiß auf einen Schulzen verschwendet. Wenn der Herr Ehre hätte, müsste es ihm eine sein, von Lichtmesz analysiert und überhaupt einer Zeile gewürdigt worden zu sein.

Aber zur Sache:

Es war natürlich taktisch klug und damit vorhersehbar, dass die SPD einen Kanzlerkandidaten wählt, der nicht Mitglied der GroKo war. Denn so kann dieser besser angreifen und fast wie eine Opposition agieren und damit verwischen, dass die SPD für alles und jeden rechtsbrecherischern Akt der Regierung Merkel die volle Mitverantwortung trägt. Die AfD sollte darauf immer wieder hinweisen.

Das Gabriel hier evtl. eigene Ambitionen zugunsten dieser Variante zurückgestellt hat, macht ihn  politisch größer. Der letzte, der sich zurückgenommen hat und einen populäreren Kandidaten den Vortritt gelassen hat, war Oskar Lafontaine, von dem jetzt auch prompt kritischere Töne zu R2G kommen.

Schulz steht meiner Meinung nach für die Option R2G. Alles, was er bislang geäußert hat, ist klar darauf hin gerichtet, dass es für den berühmten einen Abgeordneten mehr im Bundestag langt, der ihm die Kanzlerschaft sichert. Darauf arbeitet er auf Biegen und Brechen hin. Der Rest vom Land ist ihm komplett Schnurz; Brücken will Schulz nicht bauen. Da zeigt er schon ganz klaren Machtinstinkt, wie früher Schröder auch ("Mehrheit ist Mehrheit"). Von daher ist Schulz ernst zu nehmen.

Gegen R2G im Bund sprach bislang, dass die SPD bei den Linken ihre ehemaligen Renegaten aus WASG, Gewerkschaften und West-SPD-Ultra-Linksflügel wieder getroffen hat. Da war tief sitzender, persönlicher Hass zwischen den Personen vorhanden, der in der Vergangenheit kaum überbrückbar erschien. Wenn Schulz es schafft, diese, vor allem bei älteren SPDlern vorhandene Aversion zu glätten und er die Partei so hinbiegt, dass R2G geschluckt wird, dann wird das zu einer sehr ernst zunehmenden Gefahr für Deutschland.

Ich kenne mittlerweile leider zu viele, die mir genau das sagen -  "O Weh, der Schulz mach R2G, da kann ich die AfD nicht mehr wählen, denn sonst passiert genau das, was ich am allerwenigsten will, nämlich R2G." Ich vermute, darauf hat Merkel gewartet und ich gehe davon aus, dass die CDU jetzt genau diese Frage verstärkt lancieren wird, wie hält es Schulz mit R2G. Das kann der AfD Stimmen kosten.

Auf der anderen Seite:

Der momentanige Schulz-Hype, der natürlich zu einem großen Teil von den Medien inszeniert ist, zeigt eines ganz deutlich:

Lagerübergreifend haben die Leute irgendwie Merkel satt und greifen nach jedem Strohhalm, den man ihnen hin hält - auch wenn dieser Strohalm tief im Globalisten-Sumpf steckt und nur ein Schulze ist und sicher kein König.

quarz

4. Februar 2017 18:13

@Jürgen

"Trotz der beispiellosen, rund um die Uhr betriebenen Gehirnwäsche besass also rund jeder zweite Deutsche noch genügend gesunde Instinkte und genügend Menschenverstand, um den grossen Austausch abzulehnen. Doch unter den 630 Bundestagsabgeordneten gab und gibt es NICHT EINEN, der diese Forderung vertritt."

Das ist ein Phänomen, das sich in verschiedenen Ländern beobachten lässt und bereits zum Gegenstand einschlägiger Analysen wurde: dass die Wünsche der politischen (allgemein: gesellschaftlichen) Eliten und die Wünsche der Bevölkerungsmehrheit in Bezug auf Massenimmigration deutlich auseinanderklaffen. Dafür wurde der Begriff "opinion gap" geprägt.

Das Eigenartige und Deprimierende dabei ist, dass die Eliten dennoch lange Zeit nicht mit entsprechender Klarheit abgewählt wurden und ihr gefährliches Spiel weiter treiben konnten. Bis vor kurzem jedenfalls. Vielleicht lassen sich Brexit und Trump ja als trägheitsverzögerte Reaktionen deuten.

Monika L.

4. Februar 2017 19:15

Es gibt kaum ein Wort in den aktuellen politischen Diskursen, das noch bedeutet, was es einmal bedeutet hat. Die Sprache der Machthaber ist trügerisch geworden, und sie rechnen gezielt damit, daß das Publikum größtenteils immer noch die alten Konnotationen hat und sich darum täuschen und betrügen läßt. Das Wort, dessen Sinn von den Eurokraten am meisten und gründlichsten verdreht wurde, ist zweifelsohne "Demokratie"; eine parallele Umfälschung wurde an dem Wort "Volk" vorgenommen.

Das Neue 

Schulz ist die neue Merkel 

Der Mann ist die neue Frau 

Freiheit ist das neue Gefängnis

...............

https://m.youtube.com/watch?v=TdJkI93BeoA

Martin S.

4. Februar 2017 19:46

Ich sehe es kommen:

Noch werden die AfD und ihre Wähler nur als Demokratiefeinde bezeichnet.  Aber der Wahlkampf dauert noch lang.  Und spätestens nach der Wahl in Frankreich werden wir auch noch zum "Staatsfeind"  avancieren!!! Jede Wette!

M. Weigel

4. Februar 2017 20:07

Hallo Herr  Lichtmesz ,

ein guter Artikel.

Trotzdem ist nicht Schulz das Problem und auch nicht Merkel. Leider, und das fällt mir wirklich schwer zu sagen, sind es die Deutschen, bzw. ein großer Teil davon, selbst.

Wer macht es denn möglich, dass ein Schulz Kanzlerkandidat wird und offenbar einen hohen Zuspruch erhält, oder eine Merkel mit großer Wahrscheinlichkeit im Herbst wiedergewählt wird? Wir haben es seit den Achtziger Jahren in Deutschland mit massiven Fehlentwicklungen zu tun und trotzdem hat sich bis zum Eskalieren der "Flüchtlingskrise" keine Rechte Partei in Deutschland etablieren können. Selbst jetzt, wo Tag für Tag widerwärtigste Dinge durch die in den letzten Jahren illegal Eingereisten geschehen und Kosten von 60 Milliarden Euro Jahr für Jahr auflaufen, schafft es die einzige Partei, die sich dezidiert gegen diese Politik ausspricht, wohl nicht einmal auf 20%. Was ist das also für ein Volk? Was muss denn noch geschehen? Natürlich funktioniert in Deutschland die Propaganda und die "Volkserziehung" hervorragend, aber warum sind nur so wenige dagen imun?

Ein Schulz und eine Merkel mit all ihren Eigenschaften, die wir so verachten sind dort, weil eine Mehrheit der Deutschen das wünscht. Dies ist eine traurige Erkenntnis, aber leider ist daran nicht zu rütteln.  

Wäre ein wirklicher Wille da im Volk, so könnte man nach einer Wahl, die Situation mit den Illegalen und anderer Fremder die Probleme machen, innerhalb eines Jahres komplett lösen.

Viele Grüße

M.W.

tOm~!

5. Februar 2017 04:41

"Die Sprache der Machthaber ist trügerisch geworden, und sie rechnen gezielt damit, daß das Publikum größtenteils immer noch die alten Konnotationen hat und sich darum täuschen und betrügen läßt."

Sehr geehrter Herr Lichtmesz, Leider gibt es keinerlei Anzeichen dafür, daß sich die Konnotationen bei den Empfängern der systemkonformen Botschaften geändert hätten. Im Gegenteil, die "Merkel muss weg"-Rufe sind längst verstummt. PEGIDA ist offensichtlich in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Der erste islamistische Anschlag auf deutschem Boden in Berlin, wurde von den meisten Westdeutschen schulterzuckend zur Kenntnis genommen. Dieser Testlauf war ein großer Erfolg für das "Establishment" der BRD. Selbst das Flüchtlingsthema ist - zumindest in meinem privaten und beruflichen Umfeld - absolut kein Thema mehr, wenn es überhaupt je eines war. Die Menschen leben ihre Leben wie gehabt, beziehen ihr Weltbild weiterhin aus der Hand der üblichen "Mainstream"-Publikationen. Der AfD konnte mit der Lügenkampagne gegen Höcke zuletzt gezielt geschadet werden. Der Politikstil des Donald Trump schreckt viele Bundesdeutsche automatisch ab, ohne daß es der zusätzlichen Hetze durch die Leitmedien benötigen würde. Zusammengenommen gibt es keine Hinweise dafür, daß sich das Publikum größtenteils darüber bewusst geworden wäre, daß wir es in der BRD aktuell mit dem verbrecherichsten deutschen Regime aller Zeiten zu tun haben, wenn man nur die - wohlgemerkt in Friedenszeiten - gegen das eigene Volk gerichtete Politik, berücksichtigt. Die unzähligen Rechtsbrüche, die Angela Merkel zu verantworten hat, und die einen Mann wie Udo Ulfkotte das Leben gekostet haben, sie sind dem typischen BRDling letztlich Jacke wie Hose. Freilich angenommen, daß der Mann vor Wut, Ärger und Überarbeitung einen Herzinfarkt erlitt, ohne daß nachgeholfen wurde. Daß Martin Schulz sehr wahrscheinlich der nächste Kanzler der BRD wird, darauf hatte ich mich spätestens am 24.11.2016 festgelegt. Die herrschende Klasse in der EU, wird alles daran setzen, dieses Jahr keine großen Flüchtlingsbewegungen in Richtung Europa zuzulassen, und auch den Terror wird man hierzulande sicherlich bis zur Bundestagswahl erfolgreich verhindern können. Das alles wird dazu führen, daß die AfD und andere nationale Parteien, kaum Argumente finden werden, mit denen sie Menschen für sich gewinnen, sprich "ködern" können, denn seien wir ehrlich, ein anderes Thema haben diese Parteien ja nicht, und wenn, wie bei Björn Höcke, der endlich einmal die großen Kulturleistungen der Deutschen betonte, schadet man sich damit, so unendlich traurig es sein mag, am Ende nur selbst, falls man dabei in die Schuldkult-Falle tappt. Der starke, gewitzte und maskuline Redner Schulz, wird leichtes Spiel haben, seinen "Kampf gegen Rechts" erfolgreich zu führen. Beispiel gefällig?

"Wenn jetzt in diesem Land, der rechte Rand, sein Haupt erhebt und diesen Grundsatz in Frage stellt, weil die Menschenwürde eingeschränkt gilt. Für die gilt sie nicht, für uns schon. Für den gilt sie nicht, für uns schon. Für die Flüchtlinge gilt sie nicht, für uns schon. Für den farbigen Fußballprofi gilt sie nicht, für uns schon. Wenn diese Leute, in diesem Land sich wieder zu Wort melden, und Zulauf haben. Und umgekehrt es so ist, daß wir die Partei sind, die die Gesellschaft zusammenhalten will, daß der Respekt vor dem Einzelnen und die Garantie auf der Grundlage dieses Respekts in Würde zu leben, unser Hauptziel ist, dann ist es logisch, daß wir der Hauptgegner dieser Leute sind."

Zitiert aus der SPD Programmkonferenz Europa: Rede von Martin Schulz

Diesem Kampf wird schließlich auch die verbrauchte Angela Merkel zum Opfer fallen, die nämlich das Problem hat, das sie zum einen keine Vision formulieren kann, zudem diesesmal auch das konservative Lager direkt und offen umwerben muss, mit Rücksicht auf die CSU, ohne dabei als "Rechts" zu gelten. Diese Prognose ist unter dem Vorbehalt zu betrachten, daß Donald Trump nicht zuvor einen großen Krieg auslöst, was ebenfalls nicht völlig auszuschließen ist, da der Truppenaufmarsch in Richtung Russland unvermindert fortgesetzt zu werden scheint.

calculus

5. Februar 2017 06:00

@Stiller

Was für impertinenter, dummer, bornierter, furchtbarer, deutscher Mensch.

Geht mir genauso. Ich kann das nicht lesen. Es deprimiert mich vollkommen. Ist nicht die Schuld von Lichtmesz. Es gibt leider viel zu viele von diesen Leuten, wie diesen Schulz. Von Tag zu Tag fällt es mir immer schwerer, mir vorzustellen, daß sich das noch einmal ändern könnte.

Harald de Azania

5. Februar 2017 17:26

Verehrter ML,

Gut, gut.brilliant wie ueblich.Aber zu viel der Ehre.  AM und  Schulz als Spitzen der groessten Parteien sind ein Armutszeugnis. Aber bevor es Licht wird, ist es bakenntlich ganz dunkel.

Da hilft nur haerteste, entschiedenste Opposition.

Wird schon werden.

Aber vielleicht sollte DT tatsaechlich ein Battallion  Marines auf den Merkl-Bunker ansetzen.

mit besten Gruessen

HdeA

Nemo Obligatur

5. Februar 2017 20:52

Verblüffend, Herr Lichtmesz,

wie sie praktisch lückenlos die Volksfeindlichkeit unserer Eliten nachweisen können. Das Juncker-Zitat ist ja schon lange bekannt, die Äußerungen von Gauck sind auch nicht mehr ganz neu. Das Merkel-Zitat in dieser für sie typischen, linkischen Sprache kannte ich dagegen nicht. Ich habe es dank ihre Quellenangabe gleich überprüfen können und war sprachlos. Ich kann mir das alles nicht mehr erklären. Mit einer Internetverbindung und einer Suchmaschine kann sich jeder an einem Abend Material zusammenstellen, das in der Vergangenheit vielleicht  schon für eine Anklage wegen Landesverrats genügt hätte oder doch wenigstens für ein Amtsenthebungsverfahren. Heute spotten die MachthaberInnen über uns. Wir haben nicht nur nichts mehr zu melden, wir müssen uns auch noch verhöhnen lassen.  Das alles bleibt aber ohne Folgen.

Ich muss sagen, dass ich ratlos bin. Sind wir denn schon so tief gesunken? Noch ein ernüchterndes Beispiel: Schminktipps und ähnlicher Talmi erreichen auf Youtube sechs- bis siebenstellige Zugriffszahlen. Die besten Videos aus Schnellroda oder bspw. der von mir geschätzte Reaktionär Doe stoßen höchstens auf ein Hunderstel(!) des Interesses. Und selbst von da an wäre es noch ein langer Weg bis zur ersten Teilnahme an einer Demo gegen Merkel, die EU oder die Zuwanderung. Was muss denn noch alles passieren, bis dieses Land endlich aufwacht?

Ein gebürtiger Hesse

5. Februar 2017 21:40

@ M. Weigel

Selbst jetzt, wo Tag für Tag widerwärtigste Dinge durch die in den letzten Jahren illegal Eingereisten geschehen und Kosten von 60 Milliarden Euro Jahr für Jahr auflaufen, schafft es die einzige Partei, die sich dezidiert gegen diese Politik ausspricht, wohl nicht einmal auf 20%. Was ist das also für ein Volk?

 

Ja, manchmal muß dieser Stoßseufzer raus. Die Frage, für wen wir außerhalb unseres Idealismus wir da in die Bresche springen (und sei es in unserem Innern, wo das Volk eben auch repräsentiert ist), stellt sich allzu regelmäßig - bei mir auf jeder U-Bahnfahrt -, als daß sie nur runtergeschluckt werden sollte.

Aber zu Ihrer Frage eine Antwort: ein fortwährend, über Jahrzehnte geschwächtes, sich masochistisch selbst schwächendes, seiner selbst abspenstig gemachtes Volk ist es, das so etwas tut. In dieser Perspektive könnten die Dinge kaum schlechter stehen.

Monika L.

5. Februar 2017 22:36

"Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique "regieren" zu lassen. Ist es nicht so, daß sich jeder ehrliche Deutsche heute seiner Regierung schämt, und wer von uns ahnt das Ausmaß der Schmach, die über uns und unsere Kinder kommen wird, wenn einst der Schleier von unseren Augen gefallen ist und die grauenvollsten und jegliches Maß unendlich überschreitenden Verbrechen ans Tageslicht treten? Wenn das deutsche Volk schon so in seinem tiefsten Wesen korrumpiert und zerfallen ist, daß es, ohne eine Hand zu regen, im leichtsinnigen Vertrauen auf eine fragwürdige Gesetzmäßigkeit der Geschichte das Höchste, das ein Mensch besitzt und das ihn über jede andere Kreatur erhöht, nämlich den freien Willen, preisgibt, die Freiheit des Menschen preisgibt, selbst mit einzugreifen in das Rad der Geschichte und es seiner vernünftigen Entscheidung unterzuordnen - wenn die Deutschen, so jeder Individualität bar, schon so sehr zur geistlosen und feigen Masse geworden sind, dann, ja dann verdienen sie den Untergang. "

Weiße Rose, Flugblatt I, 1942

Fernmelder

5. Februar 2017 23:15

@M. Weigel

ich geben ihnen völlig Recht. Das sog. deutsche Volk gibt es so nicht mehr. Jahrzehntelang wurde dieses Volk manipuliert und somit gefügig gemacht und genau da liegt das Problem. Wer das Eigene nicht kennt, kann es auch nicht verteidigen. Das gilt aber nicht nur für uns, sondern für ganz Westeuropa.

Wenn das Herzstück also unser Land fällt, dann wars das mit Europa. 

Es geht nur noch um die Reste zu erhalten, mehr ist nach meiner Ansicht nicht mehr möglich.

Der_Jürgen

6. Februar 2017 11:05

@Fernmelder und andere, die sich ähnlich pessimistisch wie Sie äussern.

Ja, die Lage ist nüchtern gesehen fast hoffnungslos, aber die Geschichte liebt Überraschungen. Im September 1989 prophezeite ich beim Münchner Oktoberfest meinem deutschen Freund Daniel, die Mauer werde innerhalb von fünf Jahren fallen. Das sei zu optimistisch, wehrte Daniel ab, zehn Jahre werde es schon noch dauern. Wie wir wissen, dauerte es keine zehn Jahre und auch keine fünf Jahre mehr, sondern noch zwei Monate.

Wichtig ist die Entwicklung in Frankreich. Bei allen Unzulänglichkeiten Marine Le Pens wäre ihr Wahlsieg eine gigantische Niederlage für das System und würde nationalen Kräften in ganz Europa, natürlich auch in Deutschland, gewaltigen Auftrieb verleihen.

Im ersten Wahlgang wird Marine vermutlich den ersten Rang belegen. Nachdem der ursprüngliche Favorit Fillon durch Korruptionsaffären moralisch so geschwächt ist, dass er womöglich nicht einmal an der Wahl teilnehmen kann, ist es denkbar, dass der Vertreter der Sozialisten auf dem zweiten Rang landet. Dies ist absolute Voraussetzung für den Sieg Marines, denn gegen einen Zentristen hat sie kaum Chancen, weil sich die ganze Linke wie ein Mann hinter diesen stellen wird ("Contrez le facho, votez escroc" - "Wählt den Ganoven und nicht den Faschisten", lautete die Parole der Linken, als Marines Vater Jean-Marie Le Pen anno 2002 gegen den erzkorrupten Chirac antrat.)

Die von @RMH geschilderte Gefahr, dass viele potentielle AFD-Wähler im September der Union ihre Stimme geben werden, um Rot-Rot-Grün zu verhindern, ist leider sehr real. Womöglich hat Schulz die Aufgabe erhalten, möglichst radikale linke Sprüche zu dreschen und offen mit rot-rot-grün zu liebäugeln, damit dieser Effekt eintritt. Das Ziel des Manövers bestünde einfach darin, die AFD zu schwächen; zu rot-rot-grün wird es aus rein mathematischen Gründen schwerlich reichen, und das Wahrscheinlichste ist die Fortsetzung der Grossen Koalition, vielleicht unter van Leyen statt unter der diskreditierten Merkel.  

Nach September könnten die Schleusen wieder weit geöffnet werden, um bis 2021 vollendete demographische Tatsachen zu schaffen; bis zu den Wahlen wird das System, wie @tom prophezeit, wohl dafür sorgen, dass sich die Invasorenzahlen im Rahmen halten und es keine spektakulären Terroranschläge gibt.

Noch eine Geschichte, die ich schon vor längerer Zeit einmal berichtete, die aber so bezeichnend ist, dass man sie ruhig wiederholen darf. Im Gespräch mit einem anderen deutschen Freund von mir, der ebenfalls in München wohnt, beklagte sich eine Dame bitterlich über die Invasion. Welche Partei sie denn unterstütze, wollte mein Freund wissen. Die CSU, erwiderte die Dame. Warum denn, wunderte sich mein Freund; die CSU trage Merkels Politik doch mit; warum sie denn nicht für die AFD sei? Das gehe nicht, denn die sei ja rechtspopulistisch, wandte die Dame ein. "Was bedeutet rechtspopulistisch eigentlich?" bohrte mein Freund nach. Die Dame wusste es nicht...

Diese Anekdote ist beklemmend, zeigt sie doch, wie schier grenzenlos manipulierbar die grosse Mehrheit der Deutschen ist. Irgendeine dümmliche Etikette, die die Lügenmedien unerwünschten Politikern oder Querdenkern anheften, reicht, um die Masse der Deutschen ins Bockshorn zu jagen. Allzu hart urteilen darf man über die Deutschen aber nicht. Sie sind seit 1945 - im Westen weit stärker als im Osten - dermassen massiv mit Lügenpropaganda vergiftet worden, dass ihre Selbstachtung dadurch gebrochen wurde. Dass sie in der BRD lange materiell sehr gut lebten und teils heute noch gut leben, war ein Verhängnis, denn wer wolhgemästet in einem grossen goldenen Käfig sitzt und - um einen alten Lichtmesz-Ausspruch zu zitieren - einen goldenen Nasenring tragen darf, rebelliert nicht so rasch. 

Ralf Kaiser

6. Februar 2017 12:35

Es widerstrebt mir zwar sehr, diese Dame zu verteidigen, aber das Zitat Merkels haben Sie falsch verstanden. Linkisch hat sie sich in der Tat ausgedrückt, die Verneinung "nicht" gehört in dem Satz sinngemäß nicht zu dem Wort "froh", auch wenn sie direkt davor steht, sondern zu "dazu". In besserer Ausdrucksweise: Ich war froh, daß das Volk endlich etwas zu sagen hatte, hätte mir aber nicht vorstellen können, daß in der Folge eine kleine Gruppe (Pegida etc.) für sich in Anspruch nimmt, das Volk zu sein.

M.L. Leuchtet mir nun nicht ganz ein, aber da Merkel bekanntlich mit der deutschen Sprache auf Kriegsfuß steht, ist das zumindest möglich...

Ansonsten aber ein sehr guter Artikel.

Gotlandfahrer

6. Februar 2017 17:25

Schulz ist eine Chancenankündigung, denn er ist nicht mehr als der Volkssturm, vielleicht auch nur die Armee Wenck, der Sozialistischen Einheitsparteien Europas. Denn er zeigt wie unwahr die Alternativlosigkeit selbst im Lager der Bessermenschen von je her war.

Entscheidender als die Frage wer den Haudrauf bei den Sozis mimt ist die Stimmungslage, die durch die Trump-Hysterie derzeit noch zu leicht von den hiesigen Themen ablenkbar ist. Aber dieser aufgeputschte Gaul hält medial wohl nicht als Zentralthema bis Sep durch, im Gegenteil, sollte sich zeigen dass die Welt im August noch steht käme hierdurch ggf die nächste von den Erregten zu schließende Gefühlslücke auf.

Gotlandfahrer

6. Februar 2017 17:53

@ Ralf Kaiser & ML:

Sehe ich auch so, das 'Dazu bin ich nicht froh gewesen, dass das Volk dann was zu sagen hatte' hieß nicht 'und außerdem bin ich nicht froh gewesen, dass das Volk dann was zu sagen hatte...' sondern 'Dazu, dass das Volk was zu sagen hatte war ich zwar froh, aber nicht in dem Sinne, wie es heute von Einigen zitiert wird, die den Rest nicht für das Volk halten.'

Ggf war da zwar Freud mit am Werke, es ist aber in diesem Falle wohl eher ihrer auf Emotionen und Manipulation hingedrechselten Ausdrucksweise geschuldet.

Stil-Blüte

6. Februar 2017 18:46

@ Ralf Kaiser

'Aber was nicht sein kann, ist, daß die, die bestimmten Gruppen zugeordnet werden, sagen: Wir sind jetzt das Volk. Und der Rest ist nicht das Volk. Dazu bin ich damals in der DDR nicht froh gewesen, dass das Volk dann was zu sagen hatte, nachdem es das viele Jahrzehnte nicht hatte.'

Auf diese Sequenz beziehen Sie sich. Wer so quatscht (von Qduatsch), versteht vielleicht - wir können es nicht nachprüfen, die logischen Formeln der Naturwissenschaft, die der deutschen Sprache - dem Hauptinstrumentarium eines deutschen Politikers - allerdings überhaupt nicht. Was für ein Kauderwelsch! Und so geht es ja unentwegt.  

Und nun - ihr Widerpart: Herr Schulz. Er  spricht mit erhobener pathetischer Stimme ein fließendes, geschliffenes, anspruchsvolles, aber verständliches Hochdeutsch. Die Floskeln sind hervorragend eingebettet. Was sagt uns das? Ihn auf gar keinen Fall unterschätzen. Dann wären wir auf derselben Linie wie diejenigen, die das 'Ausnahmetalent' Trump unterschätzen. 

 

Ebenso nicht unterschätzen, was er für eine Willensstärke besitzt, um üb er Jahrzehnte dem Dämon Alkohol die Stirn zu bieten. Es bieten sich reziproge Parallelen zu Trump an.  Aufgebaut, gestützt durch die EU, Bilderberger, Karlspreis.  

 

Ralf Kaiser

7. Februar 2017 01:02

Noch ein kurzes Beispiel zur Verdeutlichung. Jemand sagt: "Ich bin jetzt arbeitslos. Dazu habe ich nicht BWL studiert." Damit will er keineswegs sagen, daß er nicht BWL studiert habe, sondern daß er es nicht zu diesem Zweck getan habe. Merkels Formulierung ist natürlich trotzdem schlecht, da man zwar zu einem bestimmten Zweck studieren, aber nicht zu einem bestimmten Zweck froh sein kann.

Martin Lichtmesz

7. Februar 2017 01:24

@Ralf Kaiser

Also so?

"Aber was nicht sein kann, ist, daß die, die bestimmten Gruppen zugeordnet werden, sagen: Wir sind jetzt das Volk. Und der Rest ist nicht das Volk. Das war nicht der Grund, warum ich damals in der DDR froh gewesen bin, dass das Volk dann was zu sagen hatte, nachdem es das viele Jahrzehnte nicht hatte."

Ja, das wird sie wohl gemeint haben. Dennoch: ein freud'scher Versprecher?

Oh Mann, Merkels sprachliches Genie ist wahrhaft unerreicht...

Dietrich Stahl

7. Februar 2017 10:33

Die Verzagtheit und Ratlosigkeit, die hier oft ausgedrückt werden, sind durchaus verständlich. Ich versage mir diese Gefühle und Zustände. Je höher der Gipfel ist, der erstiegen werden soll, umso tiefer ist das Tal, das zuvor durchschritten werden muß. Ich liebe Haikus, dieses habe ich für meinen Blog, in dem Freiheit, Wahrheit und Verantwortung die Themen sind, geschrieben:

Ist die Nacht gar finster,

strahlt am Himmelszelt

der Freiheit Stern dir hell.

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