Souverän ist, wer die eigene Souveränität untergraben läßt

Die „Wiener Festwochen“ sind ein Kulturfestival, das jedes Jahr während fünf Wochen im Mai und Juni stattfindet.

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

Theater‑, Opern- und Tanz­pro­duk­tio­nen sind hoch­ran­gig besetzt und wer­den aus aller Her­ren Län­der ein­ge­kauft. Es han­delt sich also weder um alter­na­ti­ves Off-Thea­ter noch um ein lin­kes poli­ti­sches Kleinkunstfestival.

Finan­zi­ell wird die gan­ze Cho­se von einem durch­aus brei­ten Bünd­nis getra­gen: Ers­te Bank, Casi­nos Aus­tria, der Arbei­ter­kam­mer, der Wie­ner Städ­ti­schen Ver­si­che­rung, meh­re­ren Radio­sen­dern, dem „Muse­ums­quar­tier“ für Gegen­warts­kunst, dem sei­ner­seits ein­schlä­gig quer­fi­nan­zier­ten „Insti­tut für die Wis­sen­schaf­ten vom Men­schen“, der Kul­tur­ab­tei­lung der Stadt Wien sowie ganz oben dem Öster­rei­chi­schen Parlament.

Die Fest­wo­chen wer­ben mit ihren „gesell­schafts­re­le­van­ten Inhal­ten und Zie­len“ und dem „Ange­bot zur Offen­heit gegen­über ande­ren Kul­tu­ren und Wel­ten“. Die­ser schö­ne neue Jar­gon kann einem wurscht sein, läßt aller­dings treff­ge­nau dar­auf schlie­ßen, daß hier mal wie­der Pracht­ex­em­pla­re von Dis­po­si­ti­vis­ten am Wer­ke sind.

Die für die Fest­wo­chen kon­zi­pier­te Instal­la­ti­on „Pod schüt­ze Öster­reich“ ist der­art sym­pto­ma­tisch für die in der Kunst­sze­ne gras­sie­ren­de Mischung aus poli­ti­scher Ahnungs­lo­sig­keit bei gleich hohem poli­ti­schem Sen­dungs­be­wußt­sein und Kaschie­rung die­ser bei­den Ingre­di­en­zi­en durch Kunst­an­spruch, daß ich die­ser Instal­la­ti­on mal kurz ana­ly­tisch zu Lei­be rücken muß.

Auf dem Fol­der, den Kunst­in­ter­es­sier­te wie wir vor­ab per Post beka­men, ist ein schwarz­wei­ßer mit schwar­zen Bal­ken­brau­en und nach­ge­zo­ge­nem Bärt­chen ange­hit­ler­ter Schu­sch­nigg mit neckisch roten In-ear-Kopf­hö­rern zu sehen, innen das Logo der Instal­la­ti­on in Frak­tur. Was will der Künst­ler uns damit sagen?

Dies erfah­ren die Hörer in einem Video­in­ter­view mit Alex­an­der Mar­tos, dem Kurator.

Er kam auf die Idee zu die­sem Kunst­werk, weil der letz­te öster­rei­chi­sche Kanz­ler der ers­ten Repu­blik „den sou­ve­rä­nen Staat mit den Wor­ten ‘Gott schüt­ze Öster­reich’ begra­ben und wider­stands­los vor den NS-Trup­pen Hit­lers kapi­tu­liert“ habe. Daß der „aus­tro­fa­schis­ti­sche Stän­de­staat“ nen­nens­wert sou­ve­rän gewe­sen ist, kann bezwei­felt wer­den, inter­es­san­ter ist jedoch der völ­lig ver­dreh­te Gegen­warts­be­zug. Es geht anschei­nend um den „sou­ve­rä­nen Staat“, der heu­te in irgend­ei­ner Wei­se eben­falls „begra­ben“ wird.

Schie­ben wir hier die ers­te „Rede an die Nati­on“ ein, gehal­ten vom jun­gen mar­xis­ti­schen Phi­lo­so­phen Dani­el Loick, mit Kore­fe­ra­ten von einer Pro­fes­so­rin für „Legal Gen­der Stu­dies“ (nicht, daß die ande­ren Gen­der Stu­dies ille­gal wären, gemeint ist: die Frau lehrt Jura) und der Rek­to­rin des oben genann­ten IWM. Loick läßt verlauten:

Sou­ve­rä­ni­tät bedeu­tet: Gefahr des Krie­ges, Lan­ge­wei­le der Homo­ge­ni­tät, Unmensch­lich­keit der Gren­zen, Schi­ka­ne der Poli­zei und Infan­ti­li­tät der Gefäng­nis­se. Men­schen aber brau­chen ein­an­der in einer Inten­si­tät, die jedes sou­ve­rä­ne Phan­tas­ma der Selbst­ge­nüg­sam­keit, die Hier­ar­chie und der Ein­heit ruiniert.

Sou­ve­rä­ne Staa­ten gehö­ren begra­ben, sie machen immer nur Krieg, sind lang­wei­lig bis dort­hin­aus weil von homo­ge­nen Schlümp­fen bevöl­kert, haben fie­se men­schen­feind­li­che Gren­zen, und außer­dem schi­ka­nie­ren innen Poli­zei und Gefäng­nis­se die Men­schen. Die­ses anti­fan­ten­pu­ber­tä­re Phan­tas­ma bekommt hier nicht nur eine Büh­ne und wird wis­sen­schaft­lich ernst­ge­nom­men, son­dern – und das ist der Clou dabei – vom Staat Öster­reich fett geför­dert. Der sou­ve­rä­ne Staat bezahlt die Mineu­re, die ihn unter­wan­dern. Sou­ve­rän ist, wer an sei­ner eige­nen Abschaf­fung arbeitet.

Die von Loick beschwo­re­ne „Inten­si­tät“ ist ein kul­turm­ar­xis­ti­scher Dau­er­bren­ner seit Jean-Fran­çois Lyo­tards Mer­ve-Heft­chen über die Avant­gar­de von Außen­sei­tern, die das kapi­ta­lis­ti­sche Sys­tem von innen aus­höh­len könn­ten – heu­te wie damals wer­den ob ihrer „Inten­si­tät“ unter­schieds­los Künst­ler, Revo­luz­zer und die Ver­damm­ten die­ser Erde umarmt. Auf die aktu­ell gemein­te, in Ein­zel­fäl­len all­zu kör­per­be­ton­te „Inten­si­tät“, mit der „Men­schen ein­an­der brau­chen“ kann die Mehr­heit der Öster­rei­cher real­po­li­tisch gut und ger­ne verzichten.

Der Inten­si­täts­phan­tast wäre noch zu ver­schmer­zen, wenn die nächs­te „Rede an die Nati­on“ nicht von einer alten Bekann­ten gehal­ten wür­de. Ulri­ke Guérot

wen­det sich an die euro­päi­schen Bürger*innen, mit einem Appell, den einen Markt und die eine Wäh­rung durch eine gemein­sa­me euro­päi­sche Demo­kra­tie zu komplementieren.

Lei­der wis­sen wir, was sie eigent­lich will, Wies­berg brach­te es auf die Formel:

Been­det end­lich den gan­zen Natio­nal­quatsch und ruft den gren­zen­lo­sen Viel­völ­ker­staat Euro­pa mit einem euro­päi­schen „Staats­volk“ (bes­ser: einer belie­bi­gen Ansamm­lung von Men­schen) aus, und zwar „asap“, sprich so schnell wie möglich.

Hier sind Leu­te zuwer­ke, die unver­hoh­len den sou­ve­rä­nen Natio­nal­staat zu Gra­be tra­gen wol­len und sich dazu ästhe­tisch ein­ge­heg­ter Mit­tel bedie­nen. Wer als Kunst-Kura­tor poli­ti­sche The­sen raus­haut, muß damit rech­nen, poli­tisch ver­stan­den zu werden.

Wie unab­sicht­lich wird in das Video­in­ter­view die Fra­ge an Mar­tos eingeblendet:

Möch­ten Sie Öster­reich auch begraben?

auf die er hell auf­lacht und dementiert:

Wir möch­ten Öster­reich kei­nes­falls begra­ben. Wir stel­len nur die Fra­ge, ob Öster­reich mög­li­cher­wei­se dabei ist, sich selbst zu begra­ben, so wie das auch ande­re Klein- und Mit­tel­staa­ten Zen­tral­eu­ro­pas und ande­rer Welt­re­gio­nen gera­de tun und möch­ten dem ent­ge­gen­hal­ten, wie eine Demo­kra­tie nach dem Natio­nal­staat im 21. Jahr­hun­dert gedacht wer­den kann und gebaut wer­den kann.

Nun mal ganz lang­sam: er möch­te also Öster­reich nicht begra­ben, das tut es schon von ganz allein, näm­lich durch wie­der­erstar­ken­den Natio­na­lis­mus. Unlo­gisch? Nein, genau Gué­rots The­se. In Mit Lin­ken leben kom­men­tier­te Lichtmesz:

Gué­rot begrüßt übri­gens den Rechts­po­pu­lis­mus als eine Art Abriß­bir­ne, da er Spal­tung und Bür­ger­kriegs­ge­fahr pro­vo­zie­re, eine Kri­se also, durch die „das Gehäu­se der Natio­nal­staa­ten“ end­gül­tig „von der euro­päi­schen Land­kar­te“ ent­fernt wer­den kön­ne. Auch die­ses Den­ken, Schöp­fung durch Zer­stö­rung, ist klas­sisch links. Man fragt sich, ob die Ein­wan­de­rungs­po­li­tik der EU einen ähn­li­chen, den Natio­nal­staat desta­bi­li­sie­ren­den Zweck haben soll, wie nach Gué­rot der Rechts­po­pu­lis­mus. Am Ende soll Euro­pa eine „Repu­blik“ unter dem öko­no­mis­ti­schen Ban­ner „ein Markt – eine Wäh­rung – eine Demo­kra­tie“ wer­den. Es bleibt ihr Geheim­nis, wie die­ser eine Demos dann aus­se­hen soll, und wodurch er sich als einig defi­nie­ren soll.

Der inter­view­te Kunst­in­stal­la­teur weiter:

Die Rena­tio­na­li­sie­rung ist eine (…) bra­chia­le rhe­to­ri­sche Posi­ti­on von Kriegs­ge­winn­lern, die sich auf­schwin­gen, die Hege­mo­nie der Staa­ten zu übernehmen.

Rena­tio­na­li­sie­rung müß­te begriff­lich vor­aus­set­zen, daß zuvor kei­ne Nati­on oder kei­ne „Natio­na­li­sie­rung“, was immer das sein soll, vor­liegt, und nun wie­der­ein­ge­führt oder erneut eta­bliert wird. Was denn nun – gibt es einen sou­ve­rä­nen Natio­nal­staat, der begra­ben wer­den muß, oder ist der bloß Pro­dukt der Bra­chi­al­rhe­to­rik von „Kriegs­ge­winn­lern“ (Wel­ches Krie­ges eigent­lich? Meint er womög­lich die Alli­ier­ten, mit denen Gué­rot sich iden­ti­fi­ziert?)? Dann kön­nen sie ihn aber nicht „über­neh­men“, son­dern müß­ten ihn wie üblich erst („rhe­to­risch“) konstruieren.

Ein paar Sät­ze spä­ter hält der Zuhö­rer ver­zückt inne, denn da ver­rät Alex­an­der Mar­tos end­lich, war­um er den gan­zen Auf­wand mit die­sem Staats­kunst­werk getrie­ben hat und die Repu­blik Öster­reich kei­ne Kos­ten gescheut hat:

Es gibt einen Mei­nungs­um­schwung rech­ter Kräf­te, die stark von Alt-Righ­tern und Iden­ti­tä­ren beein­flußt sind.

Und die­ser „Pod“ soll Öster­reich vor den „Alt-Righ­tern und Iden­ti­tä­ren“ bewah­ren. Ah, des­we­gen die Frak­tur, die Geschich­te-wie­der­holt-sich-Schu­sch­nig­ge­rei, die post­mo­dern gebro­che­nen „Reden zu Lage der Nation(en)“ – sie wol­len doch nur Hei­mat­schüt­zer sein und die Hei­mat vor den Hei­mat­schüt­zern schüt­zen (und vor „Megastru­ku­ren, die hin­ter unse­ren Rücken mit­han­deln“, wie es ver­schwö­re­risch am Rücken des Fly­ers steht).

Theo­re­tisch liegt „Pod schüt­ze Öster­reich“ ein Joseph-Vogl-Miß­ver­ständ­nis zugrun­de, das die gan­ze Per­for­mance inspi­riert haben soll. Joseph Vogl hat­te 2015 in Der Sou­ve­rä­ni­täts­ef­fekt aus­führ­lich beschrie­ben, wie abhän­gig die Natio­nal­staa­ten von den Finanz­märk­ten sind. Er wan­del­te im Grun­de nur Carl Schmitts alt­be­kann­te The­se ab, der Sou­ve­rän sei immer der, der über den Aus­nah­me­zu­stand bestim­me. Vogl ging davon aus, daß es den Finanz­märk­ten mitt­ler­wei­le gelun­gen sei, eine Art Staats­streich gegen die Poli­tik zu betrei­ben. In der poli­ti­schen Wirk­lich­keit sei heu­te nicht legi­tim, was das Volk wol­le, son­dern was die Märk­te woll­ten. Die Märk­te sei­en heu­te in einer Posi­ti­on, in der sie ihre eige­nen Risi­ken in Gefah­ren für alle ande­ren ver­wan­deln würden.

Mit die­ser The­se tritt er noch ein­mal in der Pod-schüt­ze-Öster­reich-Akti­on an. Der Kura­tor, der wohl auch den Wer­be­fly­er gebas­telt hat, zitiert Vogl im Inter­view und am Papier:

Sou­ve­rän ist, wer eige­ne Risi­ken in Gefah­ren für ande­re zu ver­wan­deln vermag.

Das ist für das öko­no­mi­sche Risi­ko­ma­nage­ment der Selbst­ent­las­tung durch Fremd­auf­bür­dung ein klu­ger Satz. Münzt man ihn aber unter der Hand um auf poli­ti­sche Anti­na­tio­nal­staats­pro­pa­gan­da, wider­spricht man eigent­lich Vogls The­se: der Staat hat eige­ne Risi­ken (wie oben zitiert: Krieg, Homo­ge­ni­tät, Gren­zen, Exe­ku­ti­ve), ver­wan­delt sie aber in „Gefah­ren für ande­re“, näm­lich – was auch sonst – Gefah­ren für „Men­schen“. Vogl ver­tei­digt an und für sich den poli­ti­schen Staat gegen die Öko­no­mi­sie­rung, wird aber zum Geg­ner des Staa­tes gemacht.

Akus­ti­sche Nachspeise:

Die Wie­ner Fest­wo­chen ser­vie­ren poli­ti­sche Rhe­to­rik im künst­le­ri­schen Speck­man­tel auch anders­her­um, als künst­le­ri­sche Insze­nie­rung mit poli­ti­scher Fül­le. Da geht es Karl dem Gro­ßen (auch die Natio­nal­my­then müs­sen begra­ben wer­den!) an den Kra­gen, und zwar wegen Isla­mo­pho­bie. Bei The Song of Roland – The Ara­bic Ver­si­on han­delt es sich um eine Musik­in­sze­nie­rung, in der das gesam­te Rolands­lied von kar­lo­pho­ben Mos­lems auf Ara­bisch gesun­gen wird. Der Kunst­wert grenzt ans Uner­träg­li­che, der mora­li­scher Ver­mark­tungs­wert ver­hält sich komplementär.

Der Luh­mann­schü­ler Dirk Baecker hat in Wozu Gesell­schaft? über­legt, ob das Ver­hält­nis von Kunst und Kunst­be­trieb als ein „hoch­gra­dig all­er­gi­sches“ zu ver­ste­hen sein könn­te. „Kon­ta­mi­na­ti­on durch gesell­schaft­li­che Kon­tex­te“ erzeu­ge einer­seits über­haupt erst Kunst, ande­rer­seits aber wer­den Auf­trag­ge­ber und Betrachter

von einer Kunst attra­hiert, in der mar­gi­na­le Unstim­mig­kei­ten aus­rei­chen, um wie­der Abstand von ihr neh­men zu können.

Wenn die Unstim­mig­kei­ten die Mar­ge weit über­schrei­ten, kommt es zu Sou­ve­rä­ni­täts­ver­lust. „Under­mi­ning natio­nal sov­er­eig­ni­ty“ (Peter Suther­land) könn­te unan­ge­nehm auf­fal­len, wenn es mit Kunst­mit­teln all­zu auf­dring­lich dem Publi­kum in die Kopf­hö­rer gespielt wird.

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

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Kommentare (9)

Matthias Dragan Pirot

18. Mai 2018 00:06

Schafft die Nationalstaaten ab? Damen wie Ulrike Guerot Leben gut von dem Staat und dem Staatsvolk. Das sie als soziologische Köche neu zusammensetzen wollen.

Die Nationalstaaten verlieren ihre Staatsvölker als Fundament, seien wir ehrlich, weil die meisten kein nationales Selbstbewusstsein mehr haben und eine Guerot profitiert davon leichenfledderisch, im besonderen der Staat der Deutschen wird auch durch die selbstverschuldete zunehmende substanzlosigkeit des deutschen Volkes abgeschafft.

Man kann nicht nur auf andere zeigen, sondern man hat selbst dazu beigetragen, wenn man zu Selbstkritik fähig ist, indem man sich seit den 60er Jahren der linksmarxistischen Verführung hingab. Nachdem man Jahrzehnte zuvor weit Rechts abgerutscht war.

Gegen eine Europäische Union kann aber auch kein normaler Mensch was haben, wenn sie eine Union der Verteidigung der Völker, der Nationen dieses Kontinents darstellen würde. Sie ist es aber nicht, sondern ein Instrument der Planierung des Kontinents.

Aufschlussreich bleibt für mich als ehemals links stehender Mensch in dem Zusammenhang, das die politische Linke in Deutschland Menschen ins Land lässt passiv aber auch durchaus aktiv, die mit Demokratie nichts am Hut haben, die nie demokratisch erzogen worden und ein Männer und Frauenbild haben, das ganz offensichtlich zukunftsfähig ist, denn Zukunft hat nur der der Kinder hat.

Andreas Walter

18. Mai 2018 03:01

Ich habe heute auch E-Post bekommen.

Von Bernd Lucke. Bernd Lucke? Der Name kam mir bekannt vor, doch woher hat der plötzlich meine Adresse?

Frage mich seit dem, wer sie wohl weitergeben haben könnte. Schreibe allerdings auf vielen Seiten Kommentare, manchmal auch nur Einen oder Zwei. Der Letzte und Erste vor kurzem nicht auf einer meiner Stammseiten war bei jouwatch (am 14. Mai). Dann, allerdings schon etwas länger her, noch Zwei auf der Seite Augen geradeaus! (der Letzte dort am 28. April).

Bei jouwatch, erinnere ich mich noch, habe ich kurz gezögert, ein ungutes Gefühl gehabt, denn die haben einen seltsamen Sponsor. Vor denen habe ich darum auch schon COMPACT gewarnt. Kopp macht allerdings auch Werbung für die. Der Hinweis auf diesen eindeutig einseitigen Sponsor findet sich dort im Impressum: "Promoting American Interests" (im Mittleren Osten. Nein, nicht der VSA).

Da kann Luckes Nachricht dann noch so Pro-Deutsch klingen und Anti-EU-Transferunion, für mich bleibt er ein Liberaler.

Souverän ist, wer nicht auf falsche Freunde angewiesen ist.

Stil-Bluete

18. Mai 2018 10:52

@ Andreas Walter

'Souverän ist, wer nicht auf falsche Freunde angewiesen ist'.

Dieses Motto hat Davila-Format. Gestatten Sie mir, es weiterzudichten:

'Souverän ist, wer fähig und willens ist, Bündnisse einzugehen, aber auf sie im Ernstfall nicht angewiesen ist.

bb

18. Mai 2018 12:15

Viel bedenklicher als diese lächerlichen Handlanger der Kosmopoliten mit ihrer “Kunst”, die sich allein durch vorgeschobene Ironie legitimiert und deren Existenz erst durch Zwangsabgaben möglich wird, finde ich, daß mir keine richtige Kunstszene mehr bekannt ist. Hat hier jemand Kontakt zu echten Künstlern und könnten diese hier vielleicht gelegentlich vorgestellt werden? Das würde ich sehr schön finden. Ich würde liebend gerne eine deutsche Malerei, Bildhauerei oder Architektur unterstützen, allerdings ist mir eine solche nicht geläufig.

scivila

18. Mai 2018 21:09

Viele Künstler heute zensieren sich selbst, um die muss sich niemand mehr kümmern. Man schwimmt mit dem Strom, ist systemkonform, eckt nirgendwo an, ist auch nicht wichtig, Hauptsache man findet noch irgendwo eine Lücke auf diesem Markt, wo man seinen Müll abstellen kann. Und sich selbst vorallem. Das muss so sein, schon deswegen, weil man erklären muss, was man hier ausstellt. Und Geld läßt sich mit der Kunst auch verdienen, dazu muss sie nicht gut sein, das Konzept muss nur stimmen, so hat man's gelernt. Die meisten Künstler sind auch nur Menschen, und viel normaler als sie wahrhaben wollen. Die meisten Künstler erkennen auch irgendwann, daß sie eigentlich gar keine Künstler sind. Nicht so richtig. Die Erkenntnis schmerzt, aber darüber wollen sie lieber nicht weiter nachdenken. Wir müssen uns schonen. Die Szene ist ihr Zuhause, was anderes kennen die nicht, da ist man unter sich, jeder so besonders, und alle einer Meinung.

"Es gibt keine sicheren Unterstände mehr, keine spinnwebumflorten Dachböden, keine Einsiedlerklausen mehr, nichts, in dem ein eigentümlicher Charakter sich verpuppen könnte, um dann später als Schmetterling Furore zu machen."

Neo Rauch

KlausD.

19. Mai 2018 08:06

Ist eine kleine Auflockerung gestattet? Wie politisch unbefangen man in der österreichischen Kunstszene einmal war, kann man gut am folgenden Auftritt von Felix Dvorak erkennen:
https://www.youtube.com/watch?v=mCPBAEYnIUQ

Caroline Sommerfeld

19. Mai 2018 09:20

Gestern schickte mir eine Leserin noch folgende menschenverachterverachtende "Festwochen"-Kunst:

https://www.telesubjektiv.at/documentation/wfw/html/wfw_2008_01.jpg.html

Daß es die Stacheldrahtzäune ja eben n i c h t gibt, deutet für einen heutigen Kunstsinnigen darauf hin, daß das "Projekt" in "Kunstprojekt" Rückschlüsse auf das "Lichtmesz-Sommerfeld-Gesetz" zuläßt. Kunstsinn muß folglich immer heißen: erkenne die Projektion.

Sylvia Taraba

19. Mai 2018 18:49

@ Caroline Sommerfeld
diesmal hab ich geschafft einzuloggen und will noch hinzufügen, dass ich dieses wahrhafte Riesen-Plakat
https://www.telesubjektiv.at/documentation/wfw/html/wfw_2008_01.jpg.html
aus dem Jahr 2008 als arge Propaganda empfand. Plötzlich damit konfrontiert, schwante mir, dass hier auf lange Sicht etwas Unerhörtes angedacht ist, nämlich die Aufforderung, wie selbstverständlich, Grenzen zu negieren. Das lag ja irgendwie schon in der Luft. Das Ansinnen gehört klar zum langen Marsch durch die Institutionen. Und konveniert zugleich mit UN und EU-Plänen von Replacement, Resettlement und Relocation. Jetzt scheint es beinahe gelungen. Respekt! Aber wovor? Vor der Überdehnung sämtlicher Begehrlichkeiten, vor der Grenzenlosigkeit, vor der Beliebigkeit, vor der Zerstörungskraft eines fast schon vollkommenen dystopischen Zustands !

Davor hieße es noch, dass Kunst nicht plakativ sein, ja überhaupt nicht mit Politik zu tun haben dürfe. Dieses Festwochen-Plakat 2008 quasi winziger Teil einer schon weltumspannenden Kampagne? Verschwörungstheorie? Was wenn die Theorie längst Praxis ist?

Mich hat's damals zutiefst empört und in mir ein ganz akutes inneres Bewusstsein von Widerstand erzeugt. Rückblickend eins der ersten unverfrorenen Beispiele der Willkommenskultur. Das Plakat versehen mit der beschwingten Aufforderung, dem eingängigen Musik&Text des Wiener Walzers: "Hereinspaziert!" - erstaunlich wie dieses Plakat-"Projekt" sich in den letzten 10 Jahren ganz ohne Einspruch sukzessive verwirklichen konnte.

Heute also künstlerisch-universalistische Gehirnwäsche mittels Rolandslied - in Wien afrikanisch getrommelt, arabesk getanzt, monodisch gesungen. Ziemlich frech auch. Und die Weltkultur, bedient sich bereits schon unseres Erbes von Wagners RING - in Sydney vernutzt man ihn derzeit mit schwarzen Sängern. Brünnhilde schwarz, Siegfried schwarz. Wotan schwarz. Alle schwarz. Auch in einer neuesten britischen Verfilmung sind Homers Griechen und Trojaner, der blonde Achill, die schöne Helena - Afrikaner. Nicht zu vergessen die Plakat-Kampagne „Wer oder Was ist deutsch“ – von Martin Sellner in einem Vlog virtuos zerlegt und „Wakanda“ von Martin Lichtmesz tiefschürfend auseinandergenommen. Übrigens schon 1989 hatte Peter Brook das indische Epos Mahabharata "international" u.a. mit vielen Schwarzen besetzt. Auch wird neuerdings allerorten betont, dass wir alle aus Afrika stammen? Wurde das nicht kürzlich widerlegt? Und wenn? Was soll das besagen? Die wesentliche Frage ist in welchem Klima Völker entstehen und unter welchem Grad von Schwierigkeiten sie den Überlebenskampf bestanden, Nahrung beschafften, den Boden aktivierten, Vieh vermehren konnten.

Wir haben es mit einer steten unwidersprochenen Propaganda zu tun, nicht dass alles Linke schlecht wäre oder schlecht gewesen wäre – das wäre noch genau zu untersuchen! Wo wäre ein Stopp angesagt gewesen?

Projektionen oft genug ausgeführt führen zu Realitäten. Aber auch zum wachsenden Widerstand derer, die sich davon betroffen fühlen. Hoffentlich -. Wir dürfen den Fokus ruhig weniger auf Dilemmata, als darauf legen, die linke Propaganda einer egalitaristischen One World, einer utopistisch begründeten Unersättlichkeit und überzogenen Grenzenlosigkeit als extremistisch, haltlos, gefährlich und zerstörerisch ausweisen. Die Linke geht ja Hand in Hand mit dem Kapitalismus und mit der Umma (und, ja, leider auch, wie man sehen kann, mit dem weiterhin Welt umspannend missionierenden Christentum) Oh Gott!

der alte Hippie

20. Mai 2018 14:40

Diese Form von "antistaatlicher" Staatskunst bringt doch die ganze Lächerlichkeit der gegenwärtigen Linken prima auf den Punkt: im Dienste - und auch finanziert - von europäischer Union, multinationalen Konzernen und der internationalen Hochfinanz wird das Abwickeln souveräner Nationalstaaten als "Befreiung" abgefeiert. Man fühlt sich moralisch hochweiß, edgy-intelektuell und super rebellisch - solange man über die eigenen Leute herzieht natürlich nur, weil jeder von woanders dahergelaufene Glücksritter wird sofort zum Freund und Bruder. Vom Staat finanzierte Anarchisten - was für ein Widerspruch in sich - die übrigens peinlich berührt die Nase rümpfen wenn man sie mit wirklichen Anarchisten, den "freemen" etwa konfrontiert - die sich im Dienste des Imperiums als politisch korrekte Gouvernanten aufspielen - das "Zentrum politischer Belanglosigkeiten" etwa fällt ja auch in diese Kategorie.
Dugin hat sehr recht mit seiner Beobachtung, daß die gegenwärtige Linke nur noch das Gespenst einer besiegten politischen Bewegung darstellt welche den Kettenhund für den neoliberalen Kapitalismus abgibt und dafür hin und wieder ein paar Essensreste zugeworfen bekommt - in vorliegendem Fall halt Kultursubventionen.

Diese Szene ist nicht widerständig sondern konformistisch; eine Ansammlung von als Intellektuellen getarnten Systemkriechern, und den Machern dieser Aktion ist das wahrscheinlich voll bewusst. Die spielen halt ihre Rolle und sagen ihre Sprücherl auf weil es dafür Kohle gibt, wie jeder andere Dienstleister auch. Manche, wie etwa die im "Standard" permanent angepriesene Sargnagel machen nicht mal das, die fährt in Österreich herum und sagt einfach nur "Nazi, Nazi"; auch davon kann man hier anscheinend eine Zeit lang leben.

Im Falle des Gelingens der Wende in Österreich könnte man erwarten daß diesen Figuren das Geld abgedreht wird. Allerdings hege ich da keine allzu großen Hoffnungen weil Brüssel, Soros und Konsorten dann diesen Part eben vollständig übernehmen werden - aber vielleicht lässt sich ja sogar das unterbinden.

Und wenn sie bekommen was sie vorgeben zu wollen, offene Grenzen nämlich und damit irgendwann das Kalifat, würde es mich nicht wundern so manch einen von ihnen plötzlich mit Bart und Nachthemd die Sharia lobpreisen zu sehen - aber natürlich nur im Rahmen einer "total-edgy-kritischen" Kunstinstallation... ;)

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