5. Oktober 2019

Netzfundstücke (29) – Postwachstum, Brandenburg

Jonas Schick / 22 Kommentare

»Das System funktioniert nur, wenn wir weiterwachsen — ob wir wollen oder nicht.«

Kapitalismuskritik von rechts wendet sich traditionell gegen ein schrankenloses Wachstum und die damit einhergehende Verwertung aller Lebensbereiche mit all seinen negativen Folgen. Konservativ Maß zu halten gehört definitiv nicht zu den Stärken des ökonomischen Prozesses des Kapitalismus, ob es nun knappe Ressourcen, die Belastung von Schadstoffsenken oder die Wahrung ethnischer Gemeinschaften sind. Zur Mehrung des Gewinns wächst die Ökonomie ins Grenzenlose und läßt jegliche Verortung hinter sich.

Wer zur Lösung der Migrationskrise der letzten Jahre nur auf die Schließung der Grenzen setzt, der kratzt lediglich am Oberflächlichen – solange die wesentliche Triebfeder, die Menschen als bloße Verschiebemasse betrachtet, in ihrer jetzigen Funktionsweise persisitiert, bleibt es ein Anrennen gegen Windmühlen. Doch was soll Anstelle des kapitalistischen Wirtschaftssystems gesetzt werden bzw. wie lassen sich konservative Prinzipien (das Gewachsene bewahren, Grenzen setzen) des Wirtschaftens etablieren? Wenn in diesem Netztagebuch die soziale Frage hervorgehoben wird oder die Grenzen der Machbarkeit aufgezeigt werden, stellt sich parallel dazu jedesmal die Frage nach der Alternative.

Jemand, der die Problematiken des grenzenlosen Wachstums präzise ausleuchtet und Alternativen, insbesondere im Kleinen aufzeigt, ist der Schweizer Volkswirt Mathias Binswanger. Seine ernüchternde Bestandsaufnahme: Wir sind zum Wachstum verdammt – das soziale und ökonomische System, das den gesamten Globus zur Monokultur transformiert, muß wachsen, damit es nicht zusammenbricht. Weswegen das so ist, warum ein vollständiger Ausstieg aus der »Tretmühle« unrealistisch ist und welche Möglichkeiten einem bleiben, das erläutert Binswanger einmal im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin brand eins hier und in folgendem Video:

Wem das noch nicht ausreicht und es en détail dargelegt haben möchte, der kann Binswanger neustes Buch »Der Wachstumszwang« hier bei Antaios bestellen.

Das heißt, es könnte auch aufhören, wenn die Menschen irgendwann mal genug hätten. Doch der real existierende Kapitalismus ist darauf ausgerichtet, dass es niemals genug ist.


Wie letzte Woche anhand des Niko Paech Interviews schon deutlich wurde, ist Binswanger nicht der einzige, der dem zwanghaften Wachstum skeptisch gegenübersteht. Während Binswanger sich stärker auf die konstituierenden Mechanismen des derzeitigen ökonomischen Systems konzentriert, wird Paech in der Konzeption einer Alternativstruktur konkreter und elaboriert die Hebel zur Entmachtung, die »Suffizienz« – welche schon bei Binswanger Erwähnung findet – sowie die »Subsistenz«, ausgiebiger. Konzise Ausarbeitungen der Konzeption einer »Postwachstumsökonomie« von Paech finden Sie hier und hier.

In die substantielle Tiefe geht indes der Arbeitsbericht des Instituts für Forstökonomie der Universität Freiburg „Wirtschaft ohne Wachstum?! – Notwendigkeit und Ansätze einer Wachstumswende“, den Sie hier frei verfügbar als PDF abrufen können. In diesem Bericht finden sich mehrere Artikel Paechs zur »Postwachstumsökonomie« als auch ein lesenswerter Beitrag zum zwanghaften Wachstum des Volkswirts Hans Christoph Binswanger, Vater des obig angeführten Mathias Binswanger.

Mit der folgenden Aufnahme, einer Gastvorlesung an der Universität Augsburg mit dem Titel »Wege zur Postwachstumsökonomie«, ein letztes Mal Paech:

Um die Postwachstums-Fundstücke zum Ende zu führen, ein Verweis zurück in das Umfeld unseres Milieus – auf den Diskussionsbeitrag des marokkanischen Historikers Youssef Hindi, den er anläßlich des dritten, von Alexander Dugin mitausgerichteten, Kischinauforums vortrug: Alexander Markovics hat den Vortrag hier ins Deutsche übersetzt. Hindi forderte darin nachdrücklich den Entwurf eines sozialen Konservatismus und greift die bürgerlich-liberale Version desselbigen scharf an:

Auf der Grundlage der historischen und soziologischen Realität ist die zu definierende und vorzuschlagende Alternative ein sozialer Konservatismus, also eine kohärente Kombination von traditionellen Werten und sozio-ökonomischen Protektionismus. […] Das ist es, was die Völker heute fordern: Anführer und Gesetze, welche ihnen im Angesicht der globalistischen Schlange Sicherheit gewährleisten.


Das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses zieht weiter seine Kreise – jüngst hat sich die hingebungsvoll gestalte Heimatzeitschrift Die Mark Brandenburg in seiner 114. Ausgabe mit den »Zeugnissen der Moderne« im Land Brandenburg auseinandergesetzt. Die Mark konzentriert sich dabei nicht nur auf die unmittelbaren architektonischen Zeugnisse des Bauhauses, wie die Kupferhaussiedlung in Eberswalde Finow, sondern gibt auch Raum für Projekte wie die Planstadt Schwedt, die erst in den 1960ern errichtet wurde. Sowohl eine fundierte Kritik am Bauhaus als auch konservativ-soziale Synthesen rund um den modernistischen Baustil haben im Heft ihren Platz.

Eine wirklich lesenswerte Ausgabe! Sie kann hier bestellt werden.

Währenddessen wird die architektonische Debatte in unserem Lager munter weiter geführt: der Nachwuchsautor Jörg Dittus erwiderte unlängst auf dem Jungeuropa-Blog (hier) die auf Sezession im Netz von Claus Wolfschlag formulierte Kritik (hier) an seinem ersten Beitrag »Das Bauhaus (1) – eine Korrektur rechter „Kritik“« und bricht weiterhin eine Lanze dafür, daß wir in einer Zeit, in der sich Neues Bahn bricht, »die Chance ergreifen und Neues selbst gestalten«.

Gleichwohl ist die Frage nach der wahren und schönen Architektur ständiger Begleiter der Sezession, die vom leider zu früh verschiedenen Publizisten Norbert Borrmann in Beiträgen immer wieder Beachtung fand. So schrieb Borrmann in der Sezession 60 über »Demokratische Architektur?« (hier frei zugänglich), in der Sezession 59 über »Laboe – noch nicht für jeden Badeunfall« (hier abzurufen) und in der 50. Sezession über »Linkes und rechtes Bauen« (hier einsehbar) u.a. Nehmen Sie sich die Zeit, stöbern Sie einfach mal im Archiv unserer Zeitschrift; Sie werden es nicht bereuen!

Moderne Architektur beinhaltet die Abwendung vom Abendland, bedeutet das Abschneiden aller Traditionen – und das trifft nahezu auf alle rasch wechselnden Moden der Moderne zu. Statt Verortung gibt es Ent­ortung, statt Überzeitlichkeit Beschleunigung. Moderne Architektur ist Teil der Globalisierung und sichtbarster Ausdruck einer sich weltweit ausbreitenden Monokultur. Der Entwurf ist der globalisierte Einheitsmensch – ohne Rasse, ohne Klasse, ohne Geschlecht, »beheimatet« in entorteter Allerweltsarchitektur.

 



Kommentare (22)

Lotta Vorbeck
5. Oktober 2019 19:20

"Der Entwurf ist der globalisierte Einheitsmensch – ohne Rasse, ohne Klasse, ohne Geschlecht, »beheimatet« in entorteter Allerweltsarchitektur."

Norbert Borrmann

~~~~~~~~~~~~~~~~

... und dieser Entwurf okkupiert, wahrlich nicht nur als solitärer Prototyp, sondern derweil in Divisionsstärke auftretend, schon längst nicht mehr an die urbanen Ballungsräume gebunden, immer weitere Areale des Landes welches, global betrachtet an so viele Nachbarländer grenzt, wie kein zweites.

brueckenbauer
5. Oktober 2019 19:23

Suggeriert der Kapitalismus den Leuten erfolgreich, dass es "nie genug" ist? Ich kann das nicht erkennen. Nachdem ein gewisses Plateau bei der Befriedigung materieller Wünsche erreicht ist, geht es den meisten Leuten um weniger Erwerbsarbeit (Work-Life Balance) bzw. Abwälzung von Eigenarbeit auf professionelle Dienstleister.
Das sind alles Wünsche, die sich am Markt tatsächlich niederschlagen - und bei wachsender Arbeitsproduktivität auch am Markt erfüllt werden können.

Klaus P Kurz
6. Oktober 2019 00:37

@ Lotta Vorbeck:
"welches, global betrachtet an so viele Nachbarländer grenzt, wie kein zweites."

Das ist nicht richtig: Russland grenzt an mehr Länder.

Thomas Martini
6. Oktober 2019 00:57

"Sozialer Konservatismus" nach Youssef Hindi passt einfach perfekt zu der beruhigenden Sezessionsbräsigkeit, auf ihrem Weg zum "Normalisierungspatriotismus".

Die Wohlstandsindustriegesellschaftskinderbürger sehe ich schon den Volksaufstand proben: "Weg mit dem Kapitalismus! Sozialer Konservatismus jetzt!"

Immerhin bekommt man hier regelmäßig was zu Lachen, und das, ist doch auch schon was. Nur weiter so. Irgendwo wird man vielleicht noch ein paar unbelastete Begriffe finden, um den Hauptstrom dahingehend zu überzeugen, daß man gar keine völkische Ideologie vertritt.

Monika
6. Oktober 2019 09:57

Zuerst: Ich habe Null Ahnung von Volkswirtschaft oder Weltwirtschaft.
Allerdings kann ich Kritik am „Kapitalismus“ und am schrankenlosen Wachstum nachvollziehen und halte das für ein grundlegendes Thema!
Kritik am globalen Handel kommt zunehmend auch von Handelsökonomen. Der Rückhalt für Globalisierung schwindet in der Bevölkerung der Industrieländer ( Protektionismus).
https://www.nzz.ch/wirtschaft/handelskriege-protektionismus-globalisierung-wie-es-im-welthandel-weitergeht-ld.1512630
Zur Kapitalismus Kritik von rechts
Es wäre m. E. eine Engführung, die Kapitalismuskritik auf das Instrumentarium marxistischer Denkschulen zu beschränken ( Marx von rechts). Egal ob aus taktischen- oder Überzeugungsgründen.
Die soziale Frage ist zu wichtig, um sie Kommunisten zu überlassen. Die hatten lange genug Zeit, die Frage zu lösen.
Auch sollte man die soziale Frage nicht an den Staat binden ( so toll ist ein Sozialstaat auch nicht/ „Wer nicht arbeitet, soll nicht essen“, das steht nicht bei Marx)
Will heißen: Kritik am „Kapitalismus“ muss über das Materielle hinausgehen ( der Mensch lebt nicht vom Brot allein, Auch die adrette Sarah hätte gerne eine Familie gehabt, liest man) .
Hier würde ich von der rechten Seite auch mal andere Ansätze beleuchtet sehen.
Stichworte: katholische Soziallehre/ Kritik am Totalitären Kommunismus ( Berdjajew) , Kapitalismus-Kritik osteuropäischer Dissidenten ( Dritter Weg) ,
Im aktuellen Weltuntergangswahn wäre eine Erinnerung an die Mittelalterliche Armutsbewegung auch naheliegend. Die Armutsbewegung hatte ihre Wurzel im Neuen Testament, es ging um eine freiwillige Selbstbeschränkung und nicht um eine von oben verordnete. Diese Bewegung erfasste i. 12. Jahrhundert ganz Europa. Parallelen zu FfF sind evident.
.......

Lotta Vorbeck
6. Oktober 2019 12:19

@Klaus P Kurz - 6. Oktober 2019 - 00:37 AM

Stimmt, die Russische Föderation ist noch von mehr, ihr in der Mehrzahl nicht wohlgesonnenen Nachbarn umgeben als die BRD.

limes
6. Oktober 2019 16:19

Binswanger meint dem verlinkten Interview in Brandeins zufolge: » … dass es auch in kapitalistischen Volkswirtschaften möglich ist, die wirtschaftliche Entwicklung so zu steuern, dass der Wohlstandszuwachs aus dem Wachstum zumindest bei allen ankommt.«

Welche Volkswirtschaft? Kasse machen internationale „Shareholder“, die womöglich teilweise ihre Profite in die totalitäre Umgestaltung freiheitlich demokratischer Rechtsstaaten reinvestieren, wie in Stefan Schuberts Aufsatz „Scharia-Kapitalismus: Deutsche Wirtschaftseliten als Profiteure und Wegbereiter des Islam“ dargelegt wird.

https://kopp-report.de/scharia-kapitalismus-deutsche-wirtschaftseliten-als-profiteure-und-wegbereiter-des-islam/

Binswanger weiter: »Eine andere Verteilung ist also möglich. Ob ein einzelner Staat das für sich nun genauso anstrebt, das ist eine Frage des Willens.«

Dem Establishment zufolge hat jedoch auf dem Siegeszug der Globalisierung der »einzelne Staat« ausgedient. Und eine »andere Verteilung« erfolgt gegenwärtig keineswegs zugunsten von »Gesundheit, Bildung oder Alter« (Binswanger) des Volkes, das für die jeweilige »Volkswirtschaft« Pate steht.

Damit stimme ich Jonas Schick vollkommen zu, der erklärt: »Wer zur Lösung der Migrationskrise der letzten Jahre nur auf die Schließung der Grenzen setzt, der kratzt lediglich am Oberflächlichen – solange die wesentliche Triebfeder, die Menschen als bloße Verschiebemasse betrachtet, in ihrer jetzigen Funktionsweise persisitiert, bleibt es ein Anrennen gegen Windmühlen.«

»It's the economy, stupid!« Und all die Wähler und Aktivisten der Grünen und sonstigen Linken glauben, es gehe um Klima und Menschenrechte …

Der mit dem Wolf tanzt
7. Oktober 2019 01:09

Ich denke, daß die Zukunft weder dem Kapitalismus (in seiner jetzigen Form) gehören kann, noch dem Sozialimus.
Beide Strömungen gründen im Materialismus, müssen daher zwangsweise in Sklaverei und (Umwelt-) Zerstörung münden.
Als zukunftsfähige Alternative sei hier die von R.Steiner nach dem ersten Weltkrieg entwickelte "Idee der sozialen Dreigliederung" genannt, die derzeit ihr hundertjähriges Bestehen feiert, leider aber Gefahr läuft, von links vereinnahmt (und umgedeutet) zu werden.

https://www.sozialimpulse.de

https://www.100jahresozialedreigliederung.de

Andreas Walter
7. Oktober 2019 04:57

Die Vorstellung von Wirtschaft ohne Wachstum gerade aus dem Mund und der Feder von Forstwirtschaftlern ist tatsächlich erheiternd.

Ein guter Prüfstein für die Liebe allerdings soll Armut und Bescheidenheit sein, ist zumindest in Märchen ein häufiges Motiv, ob nämlich eine Frau auch in schlechten Zeiten bei dir bleibt und nicht doch lieber in den Westen geht - zu einem anderen Bringer, Versorger, Krieger, Bürger. Falls Hartz 4 ihr nämlich nicht reicht, weil sie besseres kennt, gewohnt ist oder einfach so viel wie möglich für sich und den Nachwuchs erwartet. Die Rechnung also nicht ohne die Wirtin machen:

https://youtu.be/eAOGQNK9G48

Hier als Ausgleich noch etwas lustiges:

https://youtu.be/mMkTava2JFo

Adler und Drache
7. Oktober 2019 11:45

Ich habe auch keine Ahnung von Volkswirtschaft und Weltwirtschaft, aber eine Menge Fragen, die sich vor allem aus der ernst genommenen Mahnung des Bademeisters "Die Leute müssen wirklich wieder mehr Jünger lesen!" ergeben.
Ist "Wachstum" denn beispielsweise wirklich ein Synonym für "Verwertung"? Wenn mit dem Wachstum ein Schaffens- und Gestaltungsprozess verbunden ist, ist das dann nicht doch etwas anderes, als Verzehr, Verbrauch, Konsum & Kannibalisierung? Ist die prinzipielle Abkehr vom Wachstum nicht eine falsche Bescheidenheit, weil man auf Kräfte verzichtet oder mit ihnen nichts mehr anzufangen weiß? Soll denn Oskar Matzerath zur Identifikationsfigur der "neuen Rechten" ausgerufen werden?
Desgleichen "der Markt": Ist er nicht ebenso etwas Gewachsenes, über Jahrhunderte Erprobtes und Bewährtes, wie er im Zustand der Entgrenzung eine Perversion und eine Gefahr darstellt?
Will heißen: Gibt es nicht immer beide Aspekte, und kommt es nicht darauf an, klug zu unterscheiden und auf schöpferisches Wachstum, auf den vernünftigen Markt zu setzen?
Bei der Lektüre des "Arbeiters" fiel mir übrigens gerade auf, dass Jünger auch keine ablehnende Haltung zum "neuen Menschen" und zur "neuen Weltordnung" einnimmt, sondern beides für Notwendigkeiten hält, wenn denn die Welt noch gestaltet, nicht bloß verwertet werden soll.

Monika: "Die Armutsbewegung hatte ihre Wurzel im Neuen Testament, es ging um eine freiwillige Selbstbeschränkung und nicht um eine von oben verordnete. Diese Bewegung erfasste i. 12. Jahrhundert ganz Europa. Parallelen zu FfF sind evident."
Nicht unbedingt! Man kann in der "Klimabewegung" ebenso eine Konsumlogik erkennen wie eine Selbstbeschränkungslogik. Wenn ich das Klima zurichten will, statt mich ihm anzupassen und die Herausforderungen, die der Wandel stellt, an- und produktiv aufzunehmen, wenn ich ein allzeit angenehmes, wohltemperiertes Wetter für alle einklage, dann offenbart das zumindest für mein Gefühl ein Verhältnis zu den klimatischen Bedingungen, die eher zum Altenheim oder zum Urlaubsgeschäft passen als zur Askese.

Lotta Vorbeck
7. Oktober 2019 12:37

@Andreas Walter - 7. Oktober 2019 - 04:57 AM

"... Die Rechnung also nicht ohne die Wirtin machen ..."

******************************

Diese Art von Wirtinnen sorgten (und sorgen weiterhin) mit ihrem Verhalten erst dafür, daß der sogenannte "demographische Wandel" eingeleitet werden konnte.

Atz
7. Oktober 2019 19:46

Wir haben gerade eine ganz interessante Situation.

Den USA wird vorgeworfen ihre Allierten im Kampf gegen den IS, die Kurdenmiliz YPG im Stich gelassen zu haben und den Böden für eine türkische Invasion zu bereiten. Die Kurden argumentieren ja immer hart völkisch mit einem linken Geschwurbel darum. Jetzt ist es also auf der linken Seite die Türkei der reaktionäre Staat. Amerika das Fanal. So kann es dann wieder kippen und kippen wird es wieder.

"Der Entwurf ist der globalisierte Einheitsmensch – ohne Rasse, ohne Klasse, ohne Geschlecht, »beheimatet« in entorteter Allerweltsarchitektur."

Ruewald
7. Oktober 2019 22:29

Danke, Herr Sick, für den Hinweis auf die umfangreiche Sammlung (432 Seiten) der Universität Freiburg „Wirtschaft ohne Wachstum?!..." – eine wahre Fundgrube von z.T. hervorragenden Beiträgen; außer den bekannten Ökonomen Binswanger und Paech sind u.v.a. noch die Namen E.-U. von Weizsäcker und Bernd Senf dabei.

Besonders sei auf den sonst weitgehend tabuisierten (warum nur?) Zusammenhang zwischen Geld-/Zins-/Zinseszins und Wachstumszwang und Krisen hingewiesen – dem sind einige Beiträge im Kap. II: "Ursachen des Wachstumsparadigmas" gewidmet. Aufschlußreich ist der Beitrag des Volkswirtschaftsprofessors Bernd Senf, der u.a. die enorme Rolle der FED behandelt, die ja keine Staatsbank sondern ein Konsortium privater Banken ist. Senf verwahrt sich entschieden gegen den Vorwurf der Verschwörungstheorie.
Von B. Senf kann ich das Buch "Die blinden Flecken der Ökonomie. Wirtschaftstheorien in der Krise" sehr empfehlen – für mich ein Augenöffner.

Nebenbemerkung:
Wenn hier ein Forist diese Sammlung, ohne sie gelesen zu haben, überheblich und voreingenommen vonvornherein diskreditiert oder lächerlich findet, weil sie von einem Institut für Forstwirtschaft herausgegeben wurde, dann offenbart er damit nur seinen Mangel an sachlicher (!) Urteilsbereitschaft (oder –fähigkeit) und daß er einem "assoziativen Fehlschluß" unterlag – es kommt nicht darauf an, wo die Schrift erscheint, sondern allein auf die Qualität des Inhalts!
Si tacuisses ....

Laurenz
9. Oktober 2019 03:19

Ist das nicht alles Schwachsinn? Solange hier immer mehr Leute leben, und niemand dagegen vorgeht, braucht man Wachstum. Solange das kein Wirtschafts-Philosoph formuliert, bleiben die 0-Wachstums-Apologeten lächerliche Hanswurste, die nicht ernst zu nehmen sind.

Andreas Walter
9. Oktober 2019 07:50

@Ruewald

Denken Sie immer daran, dass auch Sie womöglich etwas nicht wissen oder verstanden haben könnten. Manchmal sieht man nämlich den Wald vor lauter wachsenden Bäumen nicht, oder vor lauter Ablenkung von der wirklichen Wirklichkeit.

Was ich von der Uni Freiburg darum zu halten habe weiß ich, die ist grün und links bis in die Baumspitzen - und auch die zarten Knospen.

"Knusper, knusper, knäuschen,
wer knuspert [daher] an meinem Häuschen!“?

https://youtu.be/5WnxyTUKLok

Die grünen Bälger marxistischer Waldarbeiter, würde ich sagen.

Ein interessantes Märchen übrigens, in diesem Zusammenhang. Klingt nicht gerade nach üppige Zeiten, um 1800, ausser eben für designierte Menschenfresser:

http://www.goethe.de/lrn/prj/mlg/mad/gri/de9114389.htm

Es ist mir aber bis heute ein Rätsel, wie man Kindern so etwas erzählen kann. Womöglich sogar noch als "Gutenachtgeschichte". Oder waren auch die Gebrüder Grimm bereits frühe Kulturmarxisten, oder rücksichtslose Geschäftemacher im Genre Horror? Oder geht es beim Gruseln womöglich um die Erleichterung, dass ja Gottlob alles nicht wirklich so schlimm ist? Um kirchliche Erziehung zu mehr Dankbarkeit, Demut und Bescheidenheit? Oder um das damals allgegenwärtige Leid dadurch etwas zu mildern, in dem man beschreibt, dass es noch viel schlimmer sein könnte? Das vermuten ja auch heute manche Denker, was hinter den ganzen schlechten Nachrichten stecken könnte. Erziehung des Volkes zu mehr Dankbarkeit gegenüber ihren Herren. Läuft lediglich in letzter Zeit alles etwas aus dem Ruder, die Informationskontrolle, wegen dem Netz. Wobei 80% den Schwachsinn weiter fressen, der ihnen durch die traditionellen Medien geliefert wird. "Klimasünder, betet um Rettung und Erlösung, das Ende ist nah. Mit Gottes Hilfe und eurem Geld aber können wir vielleicht den Untergang noch einmal abwenden."

Ich glaube, das haben auch schon die alten Ägypter ihrem Volk erzählt, um es an der Kandare zu halten. Hahaha, oder manche auch, um den reichen und mächtigen Pharao einzuschüchtern, mit 10 Plagen. Das Beste an dem folgenden Horrorfilm ist darum auch die Musik. Sehr emotional, sehr dramatisch, und darum auch ganz bestimmt "seriös":

https://youtu.be/rtrr60br5Kk

Nee, nicht von Golda-Metro-Meyer, sondern ZDF.

Grobschlosser
9. Oktober 2019 14:01

wer liefert seit Jahrhunderten technisch - mathematischen Fortschritt - wer profitiert ?

kann das mitteleuropäische Erfolgsmodell 1:1 auf andere Staaten und Regionen übertragen werden ; taugt das europäische Vorbild für den Rest der Welt ?

nur ganz kurz :

Deutschland und Europa liefern erfolgreiche Konzepte ; diese werden von den usa und Japan erfolgreich kopiert ; China und Südkorea profitieren zeitversetzt von deutschen und europäischen Ideen .

leicht erkennt der Bürger die Folgen dieser Entwicklung : Die Arbeit ist nicht "weg" - sie wird in Japan ( Elektronik , Optik , Automobil , etc. pp ; später auch in Korea und heute in China verrichtet ) Grund : Diebstahl geistigen Eigentums ; und b) Konzepte werden billig verschachert ( Transrapid ; viele technische Konzepte die von der breiten Öffentlichkeit nicht als relevant erkannt werden / Feinwerktechnik , Automation , Spezialchemie , Wasseraufbereitung usw. ) .

Eine wachsende Bevölkerung kann durchaus ernährt werden ( Landwirtschaft in Europa , usa ) ; die Erträge reichen "für alle" und ein Teil wird exportiert oder in den Energieträger Alkohol verwandelt - das System ist einigermaßen stabil ( nachdem zwei Kriege die technologischen Habenichtse in die technische Moderne katapultiert haben ) .

der Eigentumsvorbehalt gilt weitgehend ...

10 ha Land , Vater , Mutter , Kind , eine friedliche und stabile Umwelt ; man produziert für den eigenen Bedarf , man tauscht Produkte oder verkauft Überschüsse . Klingt machbar und vernünftig - Problem : andere Gesellschaften vermehren sich hemmungslos ( " ich muss meine acht Kinder ernähren " - meint der Ziegenhirte in der Sahelzone ) - der "arte" Redakteur mag diese Ansicht teilen - außerdem gibt es Handlungsimperative welche nur für die Bürger entwickelter Staaten gelten ( lernt jeder brd Schüler bereits in der 3.Klasse : "TEILEN macht Spaß - wenn alle TEILEN hat jeder was " .

der o.g. Ziegenhirte hat also acht Kinder - aber sein Verfügungsraum , seine Weide reicht irgendwann nicht mehr um die hungrigen Mäuler zu stopfen - erst kommt der feindliche Nachbar - dann die chinesische Agrartechnik ( und in ihrem Fahrwasser das Geld arabischer Investoren ) .

der Ziegenhirte verliert - der chinesische Investor kauft sich die lokalen warlords , diese regeln dann die akuten Verteilungsprobleme - China hat nun seine Grundnahrungsmittelreichweite verbessert . 1,4 Mrd. Chinesen wollen satt werden ; Brasilien liefert Sojaschrot ; afrikanische Böden liefern Getreide . Steigt der Fleischkonsum werden die Verteilungsprobleme sichtbar ( siehe Brasilien : für die Rendite wird der Regenwald vernichtet ) ; China wird weiterhin wachsen , der "Markt" regelt hier Angebot und Nachfrage - aber : der Markt funktioniert nur für die Chinesen , die arabischen Investoren , für die bras. Mafia und ihre Mitarbeiter in den bras. Behörden .

nun fragt sich der europäische Beobachter : kann dieses System ein stabiles Plateau erreichen ? kommt es zwangsläufig zu kriegerischen Konflikten , zu unlösbaren Umweltproblemen ?

China ist bis an die Zähne bewaffnet - wir könnten das Gespräch mit den Chinesen suchen und das o.g. Problem beschreiben ; auf Kant verweisen und viele vernünftige Argumente vortragen .

der Amazonasindianer lebt im Wald - dieser Wald wird kleiner - sein Lebensraum wird systematisch vernichtet - er hat keine moderne Armee , er hat keine Lobby - und : es ist nicht "sein" Wald ; möglicherweise kennt er den Begriff "Grundbesitz" nicht . us-amerikanische Millionäre kaufen Regenwald - sie tauschen bedrucktes Papier gegen Land , Wald und Biodiversität .

in Russland leben nur wenige Menschen - eigentlich ist Russland leer - so ein Chinese zu mir , vor einiger Zeit - expandiert der Chinese wirtschaftlich ; konsumiert er demnächst wie ein Europäer wird der Russe nervös - er hat Land - aber kaum Personal um seine Grenzen zu schützen .

alle Verteilungsprobleme kann man mathematisch beschreiben ; bei janes.com die geopolitischen Hintergründe nachlesen .

Lösungen gibt es nicht .

"wir müssen für die wachsende afrikanische Bevölkerung Arbeitsplätze schaffen " - meint irgendein brd Bürokrat .

Fehlentwicklungen soll der europäische Techniker korrigieren - irgendwas geht immer : Brunnen bohren ; Umkehrosmose ; Bewässerung ; hitzestressresistente Saaten - nun gut .

40 Jahre später : kein einziges Problem wurde gelöst . und ja : die Afrikanerin ist ein freier Mensch - sie ist erneut schwanger ( ist halt so ) , neun Kinder muss sie ernähren .

betretenes Schweigen wenn man den Gutmenschen mit unwiderlegbaren Fakten konfrontiert - kein böser weißer Mann ist für die freie Entscheidung der Schwarzafrikanerin verantwortlich .

und Mutter Natur ist grausam - sie produziert regelmäßig grausame Bilder ; Kinder mit Blähbäuchen ;immer zur Hauptsendezeit - die Schuldindustrie triggert junge Zuschauer : "euch geht es gut weil es dem schwarzen Jungen so schlecht geht" .

"was haben sie heute für den Umweltschutz getan ? SPENDEN sie für die hungernden Kinder in Afrika " - zivilreligiöse Forderungen -formuliert von Oberschichtkindern jeder sachliche Dialog scheitert - objektive Verteilungsprobleme ( und ihre Folgen ) werden nicht erörtert .

gibt es eine Lösung ?

ja : eine Allianz mit den Russen ; Sicherung der russischen und europäischen Lebensräume ; Investition in Bildung ; klare Kante gegen chinesische Begehrlichkeiten ; Verteidigung des Eigenen ; wenn dann noch Mittel übrig sind bin ich gerne bereit den Lebensraum der Indianer zu verteidigen - allerdings bedeutet dies Krieg gegen Brasilien ( Macron hat kürzlich durchblicken lassen ,daß "wir" die Vernichtung der bras. Wälder nicht zulassen werden ) - eine neue Kolonialpolitik ist durchaus denkbar .

was ist realistisch ?

Land kaufen ; Gärten anlegen ; Netzwerke gründen , Mitstreiter finden .

das 21. Jahrhundert wird brutal .

Lotta Vorbeck
9. Oktober 2019 19:11

@Grobschlosser - 9. Oktober 2019 - 02:01 PM

+ gibt es eine Lösung ?

Die von Ihnen skizzierte Lösung wäre naheliegend.
Allerdings ist's exakt diese Lösung, die kategorisch ausgeschlossen wird.

Statt die seit langem ausgestreckte Hand des großen kooperationswiligen Nachbarn zu ergreifen, pinkelt man ihm mit Wonne ans Bein.

+ was ist realistisch ?

Land kaufen schützt nicht vor Enteignung (im angeblichen Interesse der Allgemeinheit).

Gärten sind sinnvoll, sofern man über die dafür nötige Fläche verfügt und darüber hinaus überhaupt in der Lage ist, den Garten und dessen Kulturen vor Raub und mutwilliger Zerstörung zu schützen.

Ratwolf
9. Oktober 2019 20:18

Wissenschaft, Medizin, Technik, Fertigung und Wohlstand werden sich immer weiter entwickeln.

Ob nun mit uns Deutschen oder ohne uns.

Wer sich verabschieden möchte, soll das gerne tun. Er sollte nur nicht von anderen Leben.

Grobschlosser
9. Oktober 2019 23:51

@Lotta Vorbeck

stimmt .

entsprechend lassen sich erforderliche Maßnahmen ableiten .

wir leben in einer Demokratie - wählen Sie eine Partei die sich um gute Beziehungen zu Russland bemüht - mehr kann ich Ihnen dazu nicht sagen .

und ja : der Eigentumsvorbehalt ist in der FDGO immer relativ .

Im Namen der Verteilungsgerechtigkeit arbeitet jeder Normalbürger bis zum Juli nur für den "Staat" - und im Namen der "Gerechtigkeit" wird man alle knappen Güter "gerecht" verteilen .

ich finde es immer furchtbar wenn in sozialen Netzwerken die Schwarzarbeit verherrlicht wird ; habe mich da immer klar positioniert : "Schwarzarbeit ist illegal und sollte vom Inlandsnachrichtendienst hart verfolgt werden" .

Lotta Vorbeck
10. Oktober 2019 23:51

@Grobschlosser - 9. Oktober 2019 - 11:51 PM

"...

ich finde es immer furchtbar wenn in sozialen Netzwerken die Schwarzarbeit verherrlicht wird ; habe mich da immer klar positioniert : "Schwarzarbeit ist illegal und sollte vom Inlandsnachrichtendienst hart verfolgt werden" ."

**********************

Frage: Wo wird denn in SM Schwarzarbeit verherrlicht?

Die Causa Schwarzarbeit ist in der BRD Angelegenheit der Finanzpolizei aka Zoll und nicht des Inlandsgeheimdienstes.

Anthropofugaler Wanderer
14. Oktober 2019 23:22

Jonas Schick bringt neben Lutz Meyer für mich die gehaltvollsten und fundamentalsten Beiträge.

Verständig wird dabei (Binswanger & Paetch) auf die wichtigsten Angelpunkte der Thematik eingegangen, die eigentlich jeder kennen sollte - die Kommentare, Fragen, Befürchtungen oder Vorschläge anderswo und teils auch hier beweisen leider das Gegenteil:
-Es gibt einen Wachstumszwang, der in der Architektur der Finanzwirtschaft gründet.
-Diese Architektur ist nachwievor unverändert, nicht reglementiert, grenzenlos, zudem von Privatpersonen beherrscht.
-Die Finanzwirtschaft ist (mittlerweile) von der Realwirtschaft entkoppelt.
-Der materielle(!) Wachstumszwang folgt dem Fortschrittsdenken.
-Materielles Wachstum hatte immer demografisches zur Folge.
-Die Früchte des Fortschritts faulen alsbald und verwandeln sich in Krebszellen.
-Der statische, oder schlimmer noch, wachsende Wohlstand ist degenerierend.
-Der Mensch ist unfähig mit Überfluss umzugehen.
-usw.
Paetch geht unverschämt forsch durch die ökonomischen Prozesse, welche ursächlich dafür sind und widerlegt dabei unter anderem grün-liberalen Mythen wie die vom grünen Wachstum (nichts anderes als greenwashing), denn das Hauptproblem ist die Architektur des Systems.

Was heute am meisten fehlt, ist die Ganzheitlichkeit, mit der man all das ab den 70ern noch von "Rechts" lesen konnte. So viel gründlicher und weiter reichender, als es heute in der Öffentlichkeit darstellbar wäre.

Es geht so wie mit Dieter Wieland, welcher mit dem, was er sagt (und was eigentlich offenkundig ist) von einer Minderheit überhaupt verstanden wird, der Rest macht unbekümmert weiter und merkt schlicht - nichts.

@brueckenbauer
Über wen redet man da? Über die oberen 10.000. Und selbst darunter erblickt man in den, wenn vorhanden, "Gärten" Stein- und Betonwüsten der sich zu Tode langweilenden Überreichen. Zudem, was soll der Markt ändern, wenn er demselben Geldsystem unterstellt ist?

@Adler und Drache
Es ist doch klar ersichtlich und auch in der Logik der Sache erkennbar, dass es um das Wachstum um seiner selbst Willen und dem Zwang dazu geht. Und natürlich hat der angeblich „vernünftige Markt“ jegliches Wachstum materialisiert, zur Verwertung und Endlagerung limitiert. Was soll er auch anderes tun? Es gibt in der Marktlogik nur monetäre und materielle Ströme, wie sollen ökologische Grenzen darin berücksichtigt werden können?

@Andreas Walter
„Was ich von der Uni Freiburg darum zu halten habe weiß ich, die ist grün und links bis in die Baumspitzen - und auch die zarten Knospen.“
Wollen sie Ruewald absichtlich missverstehen?
Es ist nachrangig, wo etwas steht/erscheint (wenn man sich dessen bewußt ist), wenn der Inhalt entscheidend ist, was allzu gerne mit sinnbefreiten Diskussionen umschifft wird.

Nebenbei erschien ebenso in der BN ein sehr guter Artikel: https://www.blauenarzisse.de/tiefenoekologie-statt-klimawahn/

Laurenz
15. Oktober 2019 11:41

@Anthropofugaler Wanderer .... Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Fakt ist, Wachstum ist, zumindest im Euroland sehr beschränkt, und basiert alleine auf der Zuwanderung. Die Bewertung von Häusern und Grundstücken und die darauf bezogene Kreditvergabe basiert auf einer staatlich gesteuerten Massierung der Besiedlung in den Metropolen. Zuwanderung wird daher von Versorgern, Entsorgern, Immobilien-Spekulanten, der Energiewirtschaft, der Industrie und der Sozial-Mafia promotet, weil dahinter staatlich garantierte Erträge stehen. Der Unterschicht und der unteren Mittelschicht steht das Wasser schon seit der Einführung des Euros bis zum Hals. Niemand kann von der Wirtschaft vernünftiges Handeln verlangen, das ist grundsätzlich eine politische Aufgabe. Die USA bürgen seit längerem jedes Jahr 1 Mio. Neubürger ein. Wie sollte das ohne Wachstum funktionieren? Solange Sie den Menschen nicht zentral in den Fokus nehmen, bleibt jede intellektuelle Debatte über Wachstum äußerst fadenscheinig. Auch die Grünen gehen nicht auf den elementaren Umwelt-Schädling Nummer 1 ein. Von daher sind die Grünen auch nicht grün, sondern tief rot.