Jean Raspail: Politisch und apolitisch

Das Heerlager der Heiligen ist paradoxerweise Jean Raspails bekanntestes und zugleich untypischstes Buch.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kon­rad Weiß, der Die blaue Insel und Die Axt aus der Step­pe über­setzt und über zwan­zig der rund vier­zig Bücher Ras­pails gele­sen hat, teil­te mir neu­lich mit, daß er das Heer­la­ger, obgleich er es schät­ze, von allen Wer­ken des Gene­ral­kon­suls von Pata­go­ni­en auf­grund sei­ner bedrü­cken­den Visio­nen am wenigs­ten genie­ßen kön­ne. In der aktu­el­len Jun­gen Frei­heit schrieb er, es über­fah­re “ohne jede Roman­tik in sei­ner Dras­tik den Leser, statt ihn wie sonst zu erhe­ben.”  Den­noch fin­den sich so gut wie alle The­men des Heer­la­gers auch in Ras­pails ande­ren Büchern, die immer wie­der um die­sel­ben Moti­ve krei­sen, ins­be­son­de­re den ver­lo­re­nen Posten.

Ehe Antai­os mit Sie­ben Rei­ter ver­lie­ßen die Stadt begann, den Raspail’schen Kon­ti­nent auch für deut­sche Leser zu erschlie­ßen, gab es mei­ner Erfah­rung nach zwei Sor­ten von Ras­pail-Fans: die­je­ni­gen, die ihn wegen des Heer­la­gers lieb­ten, und die­je­ni­gen, die ihn wegen Sire lieb­ten (erst­ma­lig auf Deutsch erschie­nen 2005), wobei es vor­kam, daß die eine Frak­ti­on nichts von der ande­ren wuß­te. Wer Sire als erhe­bend emp­fand, fand sich oft von der depri­mie­ren­den Last des Heer­la­gers erdrückt.

Auch ich lie­be Sire, gehö­re aber defi­ni­tiv zur ers­te­ren Frak­ti­on, und zu jener Sor­te Leser, denen das Heer­la­ger bei aller Beklem­mung ein enor­mes Ver­gnü­gen berei­tet (hier habe ich mich an einer Lesung ver­sucht). Der schwar­ze Humor des Buches kam in der alten Über­set­zung zu kurz, und ich habe ver­sucht, ihn in mei­ner Fass­sung deut­li­cher hervorzukitzeln.

Zwi­schen den Polen des Traums von Sire und des Alp­traums des Heer­la­gers erstreckt sich der Kon­ti­nent Jean Ras­pail in sei­ner Gesamt­heit, und es wäre ver­kehrt, ihn auf den einen oder ande­ren Aspekt redu­zie­ren zu wollen.

So tat es Alex­an­der Psche­ra , als er in der Tages­post ver­such­te, sich Ras­pail zu einer Figur zurecht­zu­kne­ten, die man vom “Rech­ten” abzu­gren­zen habe, zu wel­chem Zweck er sich eine pas­sen­de Defi­ni­ti­on von “rechts” aus den Fin­gern saugt. “Ras­pail war kein Rech­ter, son­dern ein Reak­tio­när und Mon­ar­chist”, schreibt er, und man kann nur spe­ku­lie­ren, wen er denn wohl mei­nen mag, wenn er schreibt:

Auch hier­zu­lan­de hat sich die extre­me Rech­te Ras­pails ange­nom­men und ihn, ähn­lich wie Ernst Jün­ger, zu einer ihrer Gali­ons­fi­gu­ren gemacht. Wer vor dem Hin­ter­grund anti-ras­sis­ti­scher Pro­tes­te einen Nach­ruf zu Ras­pail schreibt, der kann sich über das Ver­za­gen, das sich dabei ein­stellt, nur hin­weg­set­zen, wenn er sich eben nicht auf den von der öffent­li­chen Mei­nung vor­ge­schrie­be­nen Dis­kurs ein­lässt und sich auch nicht von den Instru­men­ta­li­sie­run­gen poli­ti­scher Außen­sei­ter beein­dru­cken lässt, son­dern indem er den Autor so ein­ord­net, wie es der Wahr­heit die­ses Lebens ent­spricht, das ein aben­teu­er­li­ches, reak­tio­nä­res, men­schen­lie­ben­des Leben war.

Wir neh­men ein­mal höf­lich an, daß der am Ende doch nicht ver­za­gen­de, son­dern sich kühn hin­weg­set­zen­de Herr Psche­ra damit gewiß nicht auf jenen Ver­lag anspielt, der sich seit 2013 inten­siv um das Werk Ras­pails bemüht und bis­lang vier Roma­ne und einen Inter­view- und Essay­band her­aus­ge­bracht hat (ein Ver­lag, in dem auch Psche­ra selbst ein­mal ein erfolg­rei­ches Buch publi­ziert hat).

Dabei fragt man sich, war­um Psche­ra gera­de die Leser der Tages­post, die eine erheb­li­che Schnitt­men­ge mit den Lesern der Sezes­si­on haben dürf­ten, der­art faden­schei­nig für dumm ver­kau­fen will. Den Mon­ar­chis­mus von der poli­ti­schen Rech­ten abspal­ten zu wol­len, kann gera­de im fran­zö­si­schen Kon­text wohl nur als schlech­ter Scherz auf­ge­faßt wer­den (oder muß man nun ernst­haft an den Ursprung der Begriff­lich­keit rechts-links in der Sitz­ord­nung der Natio­nal­ver­samm­lung erin­nern?). Das eigent­li­che Pro­blem ist jedoch die Ver­fäl­schung und Ver­harm­lo­sung Ras­pails zum blo­ßen träu­men­den, apo­li­ti­schen Literaten. 

Zunächst kann man in einem sehr prä­zi­sen Sin­ne kaum “rech­ter” sein, als es Ras­pail gewe­sen ist, der nicht einen ein­zi­gen lin­ken, ega­li­tä­ren, demo­kra­ti­schen oder sozia­lis­ti­schen Kno­chen im Lei­be hat­te (und dar­um auch kein “Faschist” war). Den Begriff “rechts” benutz­te er aus­drück­lich als Selbst­be­zeich­nung. Daß der Mon­ar­chis­mus (oder genau­er: der Roya­lis­mus) als roman­ti­sches und sakra­les Ide­al für ihn eine bedeu­ten­de Rol­le spiel­te, ist eine Tat­sa­che, die man rich­tig gewich­ten muß. Er war sich bewußt, daß es sich hier­bei um eine Opti­on han­del­te, die in der rea­len Welt kei­ner­lei Chan­ce auf eine poli­ti­sche Umset­zung hat, und man geht wohl nicht fehl in der Annah­me, daß er gera­de dar­in einen Vor­zug erblickte.

In einem Inter­view, publi­ziert in dem ver­grif­fe­nen Kapla­ken-Bänd­chen Der letz­te Fran­zo­se (2014), äußer­te er:

Der Roya­lis­mus, wie ich ihn ver­ste­he, ist kei­ne poli­ti­sche Posi­ti­on. Er ist viel­mehr eine ethi­sche, phi­lo­so­phi­sche und reli­giö­se Hal­tung. Der Roya­lis­mus ist eine schö­ne und vor­neh­me Idee, die unse­ren edle­ren Bestre­bun­gen Genug­tu­ung ver­schafft: dem Hero­is­mus und dem Sinn für das Sakra­le und Ideale.

Inso­fern ver­folgt auch Sire nur indi­rekt eine poli­ti­sche Absicht, und wenn, dann eine, die sich leicht als exzen­tri­scher Spleen abtun läßt.

Karl­heinz Weiß­mann bemerkte:

Ras­pail ver­zich­tet ganz dar­auf, die Mög­lich­keit einer Kon­ter­re­vo­lu­ti­on zu ent­wer­fen. Er weiß, daß sie kei­ne Trä­ger hät­te, anrüh­rend ist das Bild der rie­sen­haf­ten Schwar­zen aus Mar­ti­ni­que, die in der Kryp­ta von Saint Dénis als letz­te das Andenken der Kape­tin­ger, der Valo­is, der Anjou und der Bour­bon ver­tei­digt. Die ein­zi­ge könig­li­che Tat, die Pha­ra­mond voll­zieht, ist denn auch die Hand­auf­le­gung, mit der er nach sei­ner Sal­bung einen kran­ken Jun­gen heilt, gemäß der berühm­ten, in der letz­ten Pha­se des Anci­en Régime schon auf­ge­klär­ter­wei­se abge­schaff­ten Über­lie­fe­rung von den rois thau­ma­tur­ges (wun­der­tä­ti­ge Könige).

Jen­seits sei­nes idea­lis­ti­schen Roya­lis­mus, der in sei­nem Werk 1976 mit Le jeu du roi erst­ma­lig in Erschei­nung tritt, gibt es noch einen ande­ren poli­ti­schen Ras­pail, der eine recht deut­li­che Spra­che gespro­chen hat, auch wenn er sich nie­mals in einer Par­tei oder einer poli­ti­schen Orga­ni­sa­ti­on enga­giert hat. Er hat sich jedoch gele­gent­lich direkt zu poli­ti­schen The­men geäu­ßert, vor allem in Arti­keln für die kon­ser­va­ti­ve Tages­zei­tung Le Figa­ro, die 1977 in dem Sam­mel­band Bou­le­vard Ras­pail abge­druckt wur­den (der übri­gens sehr sel­ten ist und mir lei­der nicht vorliegt).

Ras­pail war sich dabei aller­dings bewußt, wie gründ­lich akti­ves poli­ti­sches Enga­ge­ment einen Schrift­stel­ler ver­der­ben kann. Im Vor­wort schrieb er:

Es ist kein Zufall, daß mei­ne ers­te ver­öf­fent­lich­te Kolum­ne, die am Beginn die­ses Ban­des steht, einen star­ken poli­ti­schen Bei­geschmack hat. Ich füh­le mich soli­da­risch mit mei­nem Land. Ich kann nicht mit den Ach­seln zucken oder ihm den Rücken zuwen­den und sagen: Dann eben ohne mich! Es gibt ein gan­zes Sys­tem von Wer­ten und Ideen, die bedroht sind oder teil­wei­se im Ster­ben lie­gen, und ich kann nicht anders, als sie zu ver­tei­di­gen. Man wird bemer­ken, wie sich die­se Nei­gung stei­gert und in der zwei­ten Hälf­te die­ser Samm­lung gera­de­zu eskaliert.

Ich geste­he auch, daß ich dies bedaue­re. Um der Ehre und Frei­heit der Lite­ra­tur wil­len bedaue­re ich die­se Zeit, in der auf­rich­ti­ge Schrift­stel­ler und Roman­ciers gezwun­gen sind, an die vor­ders­te Front zu rücken, weil wir uns in einem Zustand des Bür­ger­kriegs der Ideen befin­den. Sie haben alles zu ver­lie­ren und vom Geist her wenig zu gewinnen.

So dank­te er der Redak­ti­on des Figa­ro, ihm hin und wie­der Zügel ange­legt zu haben:

Ich ver­dan­ke es dem Figa­ro, daß ich nicht zum Extre­mis­ten gewor­den bin. Wenn man all die­se Ring­kämp­fer der Feder betrach­tet, in die sich so vie­le mei­ner Kol­le­gen ver­wan­delt haben, kann man nicht ermes­sen, wie auf­rich­tig dank­bar ich ihm bin. Und wenn mich der Bür­ger­krieg, von dem ich gespro­chen habe, eines Tages wie­der in die Extre­me trei­ben soll­te, dann wer­de ich wenigs­tens den Ton, den guten Ton bei­be­hal­ten haben. Ist das nicht die Haupt­sa­che? Und es wird jeman­den auf der ande­ren Sei­te geben, der froh sein wird, daß er das Glei­che getan hat…

Am här­tes­ten und direk­tes­ten hat sich Ras­pail frei­lich im Heer­la­ger geäu­ßert. Das Sujet des Buches, die demo­gra­phi­sche Über­nah­me Euro­pas durch Men­schen­flu­ten aus der Drit­ten Welt, ist das ent­schei­den­de poli­ti­sche The­ma, das in die­sem Jahr­hun­dert ver­mut­lich das Schick­sal der west­li­chen Zivi­li­sa­ti­on besie­geln wird.

Nicht nur der anony­me Erzäh­ler, der am Ende in der letz­ten abend­län­di­schen Bas­ti­on Schweiz die fina­le Grenz­öff­nung erwar­tet, ist ein direk­tes Sprach­rohr der Ansich­ten Ras­pails, son­dern so gut wie alle “rech­ten” Figu­ren, die auf­tau­chen, ins­be­son­de­re Pro­fes­sor Cal­guès, der Zei­tungs­ver­le­ger Machefer oder Staats­se­kre­tär Jean Per­ret, in denen man unschwer Alter Egos des Autors wie­der­erken­nen kann. Kei­ner von ihnen ist Mon­ar­chist, alle ergrei­fen sie am Ende die Waf­fen, auch wenn sie wis­sen, daß sie auf ver­lo­re­nem Pos­ten stehen.

Hier liegt auch eine der offen­sicht­li­che­ren Schwä­chen, die man dem Roman aus lite­ra­tur­kri­ti­scher Sicht ankrei­den kann: Ras­pails Figu­ren ver­kör­pern vor allem “Typen”, denen er bestimm­te Über­zeu­gun­gen in den Mund legt, was dem Buch stel­len­wei­se einen pam­phlet­ar­ti­gen Cha­rak­ter gibt. Jeden­falls sind die Ansich­ten und Urtei­le sei­ner rech­ten Figu­ren völ­lig kon­sis­tent mit jenen, die Ras­pail in unzäh­li­gen Inter­views, etli­chen davon in sei­nem letz­ten Lebens­jahr­zehnt, geäu­ßert hat.

In sei­nem letz­ten Arti­kel für den Figa­ro, “Die Repu­blik ver­rät das Vater­land”, brach­te er 2004 die poli­ti­sche Bot­schaft des Heer­la­gers erneut auf den Punkt. Ich selbst las die­sen Text noch vor dem Roman. Er erschüt­ter­te mich tief, und hat wohl end­gül­tig mei­ne per­sön­li­che Wen­dung nach rechts bewirkt. Ich sah, daß Ras­pail die Wahr­heit sah und den Mut hat­te, sie unver­blümt auszusprechen:

Denn ich bin davon über­zeugt, daß das Schick­sal Frank­reichs besie­gelt ist, denn „mein Haus ist auch das ihri­ge“ (Mit­ter­rand) in einem „Euro­pa, des­sen Wur­zeln eben­so mus­li­misch wie christ­lich sind“ (Chi­rac), weil die Nati­on unauf­halt­sam auf ihr end­gül­ti­ges Kip­pen zusteu­ert, wenn im Jah­re 2050 die „Fran­zo­sen des Stam­mes“ nur mehr die am meis­ten geal­ter­te Häf­te der Bevöl­ke­rung des Lan­des aus­ma­chen wer­den, wäh­rend der Rest aus schwar­zen oder maghre­bi­ni­schen Afri­ka­nern und Asia­ten aus allen uner­schöpf­li­chen Win­keln der Drit­ten Welt bestehen wird, unter der Vor­herr­schaft des Islams in sei­ner fun­da­men­ta­lis­ti­schen und dschi­ha­dis­ti­schen Ausprägung.

Eine auf 40 Sei­ten erwei­ter­te Fas­sung die­ses Arti­kels fin­det sich im Vor­wort zu fran­zö­si­schen Neu­aus­ga­be des Romans im Jahr 2011, eben­falls in Der letz­te Fran­zo­se nach­zu­le­sen. Der Titel des Essays spielt auf Geor­ge Orwells “gro­ßen Bru­der” an: “Big Other” ist das Göt­zen­bild des “Ande­ren”, des “Frem­den”, des Ein­wan­de­rers, des Nicht-Wei­ßen, Nicht-Euro­päi­schen, des­sen tyran­ni­schem Anspruch und des­sen mora­li­schen Ankla­gen sich die wei­ße, west­li­che Welt zu unter­wer­fen hat:

Big Other sieht euch. Big Other über­wacht euch. Big Other hat tau­send Stim­men, Augen und Ohren. Er ist über­all. Er ist der ein­ge­bo­re­ne Sohn des herr­schen­den Gedan­ken­guts, wie Chris­tus der Sohn Got­tes ist und vom Hei­li­gen Geist ange­kün­digt wird. Er nis­tet sich in den Köp­fen ein. Er umgarnt die barm­her­zi­gen See­len. Er sät Zwei­fel selbst unter den Hell­sich­tigs­ten. Nichts ent­geht ihm. Wie einst Lenin unter ande­ren Umstän­den, steht ihm eine Mas­se an »nütz­li­chen Idio­ten« zur Ver­fü­gung. Sein Wort gilt.

Und die guten Men­schen fol­gen ihm, hyp­no­ti­siert, betäubt, wie eine Gans, die man mit engels­glei­chen Gewiß­hei­ten gestopft hat … Beson­de­res Augen­merk hat Big Other dar­auf gelegt, dem Fran­çais de sou­che, dem »Stamm­fran­zo­sen«, den Hals abzu­schnei­den, um das Gelän­de end­gül­tig freizuräumen.

Belegt mit Zita­ten etli­cher fran­zö­si­scher Poli­ti­ker stellt der Autor die Frage:

War­um bekämp­fen sie alles, was mit dem unan­tast­ba­ren und – was sie nicht begrei­fen kön­nen – hei­li­gen Cha­rak­ter einer Hei­mat aus Fleisch und Blut zu tun hat? Das ist der Weg, der zum Ver­rat führt. Big Other hat gerufen.

In die­sen Tagen wur­den dut­zen­de Städ­te in den USA (sowie Paris und Lon­don, bei­de mit einer gro­ßen schwar­zen Bevöl­ke­rung) von gewalt­sa­men Ras­sen­un­ru­hen heim­ge­sucht, beglei­te­tet von einer Wel­le des Iko­no­klas­mus, die durch­aus mit der Schän­dung der Königs­grä­ber von St. Denis durch den revo­lu­tio­nä­ren Pöbel ver­wandt ist, die Ras­pail in Sire in allen ihren maka­bren Details schildert.

Es sind nicht nur die Sta­tu­en von kon­fö­de­rier­ten Gene­rä­len, die zer­stört oder beschmiert wer­den, son­dern auch von Chris­toph Colum­bus, Tho­mas Jef­fer­son, Geor­ge Washing­ton und des Nord­staa­ten­ge­ne­rals und spä­te­ren Prä­si­den­ten Ulys­ses Grant.  Auch den Autor der US-Natio­nal­hym­ne “The Star-Span­gled Ban­ner”, Fran­cis Scott Key, hat es inzwi­schen erwischt. Hier wird Ame­ri­ka an sei­ner Wur­zel und sei­nen Grün­dungs­my­then ange­grif­fen, die nicht mehr in das anti­ras­sis­ti­sche Welt­bild passen.

Die Bil­der­stür­me­rei wird auch wie der gan­ze Rest der Black-Lives-Mat­ter-Psy­cho­se in Euro­pa (und anders­wo) nach­ge­ahmt: In Eng­land wur­de Win­s­ton Chur­chill (Text: “war ein Ras­sist”) zur Ziel­schei­be, in Schott­land Robert the Bruce (Text: “ras­sis­ti­scher König”), in Frank­reich Charles de Gaul­le, in Deutsch­land (wo Denk­mal­schän­dun­gen die­ser Art schon seit lan­gem Brauch sind) Bis­marck, in Bel­gi­en König Leo­pold II. und Juli­us Cäsar.

Und das sind nur die bekann­tes­ten Namen. Sogar das Andenken an Mahat­ma Ghan­di, der von Schwar­zen kei­ne beson­ders hohe Mei­nung hat­te, wur­de in Ams­ter­dam und Johan­nes­burg geschändet.

Abge­se­hen von letz­te­rem sind es jedoch vor­ran­gig Sym­bol­fi­gu­ren der wei­ßen, euro­päi­schen Zivi­li­sa­ti­on und Geschich­te, die atta­ckiert wer­den. In Eng­land ver­öf­fent­lich­ten “Pro­test­ler” eine Lis­te von “ras­sis­ti­schen Sta­tu­en”, die ver­schwin­den müs­sen, dar­un­ter die Namen von Colum­bus, Fran­cis Dra­ke, Hora­tio Nel­son,  Robert Peel, König James II. von Eng­land, Oli­ver Crom­well, Wil­liam Glad­stone, Fran­cis Gal­ton, Cecil Rho­des usw.usw.

Big Other trägt in die­sen Tagen das Gesicht eines zum Hei­li­gen und Mär­ty­rer ver­klär­ten schwar­zen Kri­mi­nel­len. Er wird wie eine Art Chris­tus ver­ehrt, der von der gesam­ten wei­ßen Mensch­heit den Knie­fall und das Bekennt­nis der Sün­de des Ras­sis­mus ver­langt. Im House of Con­gress in Washing­ton knie­ten die Demo­kra­ten unter Füh­rung von Chuck Schu­mer und Nan­cy Pelo­si neun Minu­ten lang schwei­gend zu Ehren von Floyd, und klei­de­ten sich anläß­lich die­ser Zere­mo­nie in gha­nai­sche Kente-Schals, die sich seit eini­gen Jah­ren als Sym­bo­le für schwarz­afri­ka­ni­sche Iden­ti­tät eta­bliert haben.

Die Buße für den Ras­sis­mus der Ver­gan­gen­heit besteht in der Selbst­auf­ga­be der Wei­ßen zuguns­ten der far­bi­gen Völ­ker. Es geht nicht um “Gerech­tig­keit” oder Gleich­stel­lung, son­dern um Unter­wer­fung, Umwer­tung und Umkeh­rung der Macht­ver­hält­nis­se.

 

Zum hun­derts­ten Mal schei­nen die Visio­nen Ras­pails Wirk­lich­keit gewor­den zu sein, dies­mal vor allem jene aus dem letz­ten Drit­tel des Romans, nach­dem die “Arma­da der letz­ten Chan­ce” an der fran­zö­si­schen Küs­te gelan­det ist, und die far­bi­ge Welt­re­vo­lu­ti­on die west­li­che Zivi­li­sa­ti­on zusam­men­bre­chen läßt:

wüs­te Erup­tio­nen eines anti-wei­ßen Ras­sen- und Klas­sen­has­ses; wei­ße Anti­fa­schis­ten und Links­ex­tre­me, die sich den plün­dern­den und brand­schat­zen­den far­bi­gen Hor­den anschlie­ßen;  bizar­re Mas­sen­pro­zes­sio­nen der Fla­gel­lan­ten der “wei­ßen Schuld”; Poli­zis­ten und Mili­tärs, die vor Hyper­mo­ral zer­mürbt vor den  Ran­da­lie­rern buch­stäb­lich in die Knie sin­ken; ein katho­li­scher Kle­rus, der sich vom Papst abwärts vor dem Abgott der “Diver­si­tät” und des “Anti­ras­sis­mus” in den Staub wirft, und dabei so tut, als wür­de er wei­ter­hin das Evan­ge­li­um ver­kün­den; eine wild gewor­de­ne Pres­se (im Heer­la­ger mit einem apo­ka­lyp­ti­schen Tier gleich­ge­setzt), die tag­täg­lich dicke Schich­ten aus Lügen, Des­in­for­ma­ti­on und Ver­het­zung aufeinanderstapelt.

Wir kön­nen getrost damit rech­nen, daß dies nicht das letz­te Mal sein wird, daß wir Zeu­gen der­ar­ti­ger Sze­nen wer­den. Die Ago­nie des Abend­lan­des kann sich theo­re­tisch noch über Jahr­zehn­te hin­weg­zie­hen, und wir haben uns längst an einen grel­len Irr­sinn gewöhnt, den wir uns vor zehn Jah­ren kaum vor­stel­len oder eben nur in Ras­pails Roman sati­risch über­spitzt nach­le­sen hät­ten können.

Ras­pail war bis zuletzt zor­nig und ent­täuscht über die Selbst­kas­tra­ti­on und Pas­si­vi­tät sei­ner Lands­leu­te, die selbst ein Mas­sa­ker wie im Bata­clan im  Novem­ber 2015 hin­nah­men, ohne auf die Bar­ri­ka­den zu stei­gen und die Kriegs­er­klä­rung anzunehmen.

Dies brach­te er in einem Inter­view, das er Kon­rad Weiß und mir im März 2016 gab, unmiß­ver­ständ­lich zum Ausdruck:

Die­ses Volk liebt es, sich zu bewei­nen. Aber ich habe kei­ne wahr­haf­te Reak­ti­on gese­hen! Es gab statt­des­sen all die­se Leu­te, die Blu­men­ber­ge auf dem Place de la Répu­bli­que häuf­ten und sich die gan­ze Zeit beklagt haben; aber nie­mand hat den Feind beim Namen genannt, denn ein Feind ist es. Und die­ser Typ da, der Prä­si­dent der Repu­blik ist, hat noch nicht ein­mal das Wort „Islam“ aus­ge­spro­chen. Wenn es aber Gewalt gibt, muß man eben­falls Gewalt anwen­den. Sonst ist es sinnlos.

Am Ende von “Big Other” spricht Ras­pail von der Hoff­nung, die euro­päi­schen Völ­ker könn­ten zumin­dest in eth­no­lo­gi­schen “Iso­la­ten” überleben:

Kraft­vol­le Min­der­hei­ten, viel­leicht 20 Mil­lio­nen Fran­zo­sen (die übri­gens nicht not­wen­di­ger­wei­se alle weiß sein müs­sen), die wei­ter­hin unse­re gera­de noch geret­te­te, unver­sehr­te Spra­che spre­chen und an unse­rer Geschich­te und Kul­tur in der Form fest­hal­ten wer­den, wie sie uns von Genera­ti­on zu Genera­ti­on über­lie­fert wur­de. Das wird nicht ein­fach sein. Ange­sichts der ver­schie­de­nen »kom­mu­ni­ta­ri­schen« Gemein­schaf­ten, die sich heu­te in den Trüm­mern der Inte­gra­ti­on bil­den und die sich bis 2050 dau­er­haft und insti­tu­tio­nell ver­an­kert haben wer­den, wird es sich hier – ich suche nach einem pas­sen­den Begriff – um eine Art Gemein­schaft der »Kon­ti­nui­tät des Fran­zö­si­schen« han­deln. Sie wird ihre Kraft aus den Fami­li­en schöp­fen, ihren Gebur­ten­ra­ten, einer über­le­bens­not­wen­di­gen Endo­ga­mie, ihren Schu­len, ihren soli­da­ri­schen Netz­wer­ken, sogar aus ihren geo­gra­phi­schen Zonen, ihren ter­ri­to­ria­len Hoheits­ge­bie­ten und – war­um nicht? – aus ihrem christ­li­chen und mit etwas Glück auch katho­li­schen Glau­ben, wenn die­ser bis dahin erhal­ten bleibt.

Er nennt aber auch expli­zit von der Mög­lich­keit einer “Recon­quis­ta”,

die sich zwar ohne Zwei­fel vom spa­ni­schen Vor­bild unter­schei­den, aber von den­sel­ben Moti­ven beseelt sein wird. Es gibt Chan­cen, daß auch in Däne­mark, in den Nie­der­la­den, in Bel­gi­en, in der Schweiz, in Nord­ita­li­en, Öster­reich, ja viel­leicht sogar in ganz Euro­pa ähn­li­che Iso­la­te erhal­ten blei­ben, die sich einer sol­chen Bewe­gung anschlie­ßen könn­ten. Dar­über gäbe es einen ris­kan­ten Roman zu schreiben.

Das Fas­zi­no­sum Jean Ras­pails bestand nicht zuletzt in sei­ner Dop­pel­na­tur: als Schrift­stel­ler herrsch­te er über ein urei­ge­nes, bewußt unzeit­ge­mä­ßes König­reich der roman­ti­schen Ima­gi­na­ti­on, wäh­rend er zugleich einen über­aus schar­fen, kla­ren, uner­bitt­li­chen, ja grau­sa­men Blick auf die Gegen­wart (und die Zukunft) besaß.

Ich wür­de sogar sagen, daß sein Roya­lis­mus bis zu einem gewis­sen Grad eine ästhe­ti­sche Mas­ke war, die all­zu gro­be Angrif­fe abfing und es sei­nen Geg­nern schwer mach­te, ihn in die übli­chen Schub­la­den zu ste­cken. Er ent­sprach aber auch sei­nem Prin­zip der  “Hal­tung”, war eine Rol­le, die er spiel­te, weil sie schön war, weil sie einem “abso­lut uner­reich­ba­ren Traum” dien­te, weil sie sei­ne Ver­ach­tung für den mas­sen­de­mo­kra­ti­schen Herd­engeist und sei­ne Lie­be und Treue zum Fran­ce éter­nel­le der Hel­den und Hei­li­gen zum Aus­druck brach­te. Er dien­te ihm als eine Art inne­re Burg, in die er sich zurück­zog, um den bösen Geis­tern des Heer­la­gers zu ent­flie­hen, die ihn 1971 in einer Vil­la an der Côte d’A­zur über­fie­len und bis an sein Lebens­en­de nicht mehr losließen.

 

 

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (21)

Nordlicht

21. Juni 2020 23:11

Die Vergötterung von "Big Other" ist eine Schande. Was Raspail dazu geschrieben hat, sollte uns alle aufwühlen.

(Wie ein Freund, die mehr als 30 Jahre in der DDR leben musste, zu dem Gebräu aus Dummheit, Narzissmus und Hass gegen das Eigene sagt, das uns aus allen Medien entgegenquillt: "Die sind doch alle ins Gehirn geschissen!")

Als praktischen Schritt bin ich zu einem Schießsportverein (- keinen saufenden Schützenverein) eingetreten und bereite mich auf die Fachkundeprüfung als Voraussetzung für den Erwerb einer Waffe vor. Alternativ empfehle ich einen Jagdprüfung. Wir flüchten nicht.

Ratwolf

22. Juni 2020 00:03

WOW!

Dieser Artikel liest sich großartig. Die technischen Möglichkeiten des Internets (eingefügte Links und Bilder) erscheinen perfekt integriert in den lesenswerten Text und sind geschmackvoll aufeinander abgestimmt. Man liest diesen Text ähnlich wie das Heerlager. Man taucht langsam ein in eine gleichzeitig abstrakte absurd-beschriebene Welt, welche einen dann doch wieder direkt betrifft, weil sie vor der Tür oder den Nachrichten dann täglich real ist. Vielleicht ist es nur situativ subjektiv so empfunden, aber der Autor dieses Artikels hat tatsächlich Raspail Intension des Heerlagers hier perfekt und organisch aufgegriffen und weiterentwickelt.

Abseits der Möglichkeiten des Internets, lohnt es sich dennoch das Buch zu lesen. Man sollte sich die Zeit einteilen, in Internet und Privat(zum Bücher lesen und musizieren)

 

Amos

22. Juni 2020 00:04

Das Personal unserer kunterbunt- diversen Fanta- Werbewelt hat inzwischen auch in Dijon und Stuttgart Gesicht gezeigt und deutlich gemacht, dass es nun nicht mehr nur den öffentlichen Raum als sein Eigentum betrachtet. In den munteren Stuttgart- Videos war neben ein paar „Allahuakbar“ Rufen (oder täusche ich mich da?) deutlich „fuck the Police“ und „fuck the System“ zu hören, allerdings nicht im Tonfall von Malte- Thorben, der bei der Antifa mitläuft, sondern mit dem Akzent und Tonfall, den wir mit „Hei Alda hass Du Problem“? Sofort der entsprechenden Ethnie zuordnen können. Dieses „System“ hat man ihnen eingeredet, ist Schuld an ihrer Situation, an der in ihren Herkunftsländern, an der Armut und Entwicklungsunfähigkeit der muslimischen Welt, Afrikas. Nun nehmen sie sich, was nach offizieller Lesart ihnen gehört. Auch das ein Raspail- Moment.

Pit

22. Juni 2020 02:40

Und was soll die Lösung sein? Irgendwann werden die Weißen sich der Einsicht stellen müssen: wir werden aus rassischen Gründen verfolgt, und die einzige Lösung ist Rassentrennung (wenn man´s zuende denkt, kommt immer das bei raus). Und das ist auch genau der Grund, warum ÜBERHAUPT KEINE Reaktion von Weißen erfolgt: es wäre vielleicht der gewaltigste Paradigmenumsturz der letzten paar Jahrhunderte, und davor wird zurückgescheut!
Ok... es gibt auch noch andere Möglichkeiten: das völlige Verschwinden der Weißen. Oder das Fortbestehen der Weißen, da ja ohne uns unsere Zivilisationen nicht funktionieren würden, aber Fortbestehen als seltsame verhetzte, an allem schuldige Minderheit. Kann sein. Frage: willst du das? Wenn du es nicht willst, mußt du aufstehen und kämpfen, und einen ungeheuren Paradigmenumsturz verdauen. Werden wir das tun? Ist das nicht rassistisch, also böse? Also bleibt nur unser Verschwinden?

Es gäbe auch noch den von mir favorisierten libertären Ansatz: die Menschen entscheiden sich frei, mit wem sie zusammenleben wollen. Wird das möglich sein? Wenn nein, wer verhindert solche Ansätze? Warum?

Heinrich Loewe

22. Juni 2020 07:44

Hervorragend, lieber Martin Lichtmesz; Ihre Leib- und Magen-Themen liegen derzeit aber wirklich auf der Straße, buchstäblich! Raspail bringt es eben schonungslos auf den Punkt.

Gestern in der Tagesschau, zu Stuttgart, kam ein weißer mutmaßlichen Marodeur zu Wort sowie ein farbiger geschädigter Ladenbesitzer. Der Weiße Elefant wird eben auf Teufel komm raus nicht benannt bzw. versteckt...

Maiordomus

22. Juni 2020 08:14

@Lichtmesz. Also war, wie Raspail, der Savoyarde Joseph de Maistre, der die Franz.Revolution "satanisch" nannte, auch kein Rechter? Bei Genealogie von "rechts"/"links", muss, wie Kuehnelt-Leddihn in "Freiheit oder Gleichheit" betonte, die Konstellation 1790 als Basis genommen werden. Da gab's noch monarchische Rechtsopposition. Ich denke an demokratische Rechte, deren Modell Rousseaus Verfassung von Korsika aus dem Jahre 1769 wäre, in Vorderösterreich die Hotzenwälder Dorfverfassungen der Hauensteiner Einungen, was ich übers Wochenende vor Ort meinen Enkeln klarzumachen versuchte, vgl. Landsgmeindeverfassungen von Appenzell. Zu Korsika: Rousseau lehnte staatliche Struktur mit Hauptstadt ab, weil mit dem Gedanken der Selbstbestimmung nicht kompatibel. "Rechter", im Sinne des Primats der Autochthonen, geht wohl nicht. Die deutschen Rechten, auch die heutigen, waren mir selber immer "viel zu links".

 

 

Waldgaenger aus Schwaben

22. Juni 2020 08:39

Die beiden Bücher Sire und das Heerlager habe ich gelesen. Von der politischen Ausrichtung her bin ich, als Optimist, eher bei Sire. Das Heerlager fand ich allerdings viel besser, Sire erschien mir etwas handlungsarm, also langweilig. Aber ich muss es bei Gelegenheit nochmal lesen.

Die Zerstörung der Denkmäler als Ikonoklasmus zu bezeichnen, verharmlost die Akte. Die Figuren wurden nicht einfach zerstört, sondern vorher durch die Straßen geschleift und "misshandelt".  Es waren öffentliche Hinrichtungen des alten weißen Mannes in effigie. 

Der_Juergen

22. Juni 2020 09:06

Raspail war ein Prophet! - Hier eine andere Facette der Frage.

In den russ. Medien wird über den antiweissen Rassismus und die desaströsen Folgen der gesteuerten afro-islamischen Invasion unverblümt berichtet. Ein Beispiel ist die kremlnahe Sendung "Post Scriptum" mit Alexei Puschkow vom 20, Juni. 

https://www.youtube.com/watch?v=W60htC5pXYE

Auch wer nicht Russisch kann, versteht fast alles anhand der Filmaufnahmen. Ca. ab Minute 17.50. Da die innenpolitische Lage trostlos ist und Putin mit seinen wahnwitzigen Coronamassnahmen die Wirtschaft so an die Wand fährt wie das Regime der BRD, eröffnet das gespenstische Schauspiel, das die USA, Frankreich u. a. bieten, eine willkommene Gelegenheit, mit dem Finger auf den dekadenten Westen zu zeigen. Ungeachtet der tiefgreifenden Meinungsunterschiede über die sowjetische "Befreiung" Europas anno 1945 unterstützt Russland die patriotische Rechte in Europa in dieser zentralen Frage. Ausser den zahlenmässig schwachen Liberalen sind in Russland ausserdem alle für Trump, mit dem man eher auf eine Verständigung hoffen kann als mit den Demokraten. Ausserdem sagen manche ganz offen: Hoffentlich gibt es in Amerika einen Bürgerkrieg, dann sind sie mit sich beschäftigt und haben nicht mehr die Kraft, sich anderswo einzumischen.

RMH

22. Juni 2020 09:31

Nur als Fußnote:

Es gibt natürlich auch eine republikanische, fortschrittszugewandte Rechte, die aus Sicht der echten Reaction natürlich Teile der Moderne sind (und damit ggf. auch Teil des Problems).

Raspail ist Kunst, Kunst gerade auch im Sinne des deutschen Idealismus (Schiller), zumindest nach dem, was ich hier sekundär über ihn lesen kann. Selber habe ich bislang nur Heerlager gelesen. 

Es ist mithin müßig, darüber zu streiten, welchem Teil der Rechten er nun zugehörig ist. Zumindest das Heerlager geht doch über Rechts/ Links/ Mitte/ Liberal/ sonst was hinaus und spiegelt die europäische Gesellschaft. Eigentlich bekommt in diesem Werk jeder sein Fett ab.

RMH

22. Juni 2020 10:30

@Nordlicht,

Als Sportschütze (nicht ohne Erfolg) in  mehreren Disziplinen Groß-Kaliber kann ich nur sagen, auf Leute wie Sie, haben wir gerade noch gewartet. Sie sind der Grund und das Alibi für alle, die uns Sportschützen laufend das Hobby schwer machen. Ich kann es schon lesen: "In rechten Foren berichten die Teilnehmer, dass sie sich via Schützenverein bewaffnen."

Vielen Dank dafür, Sie ...

Wenn Sie als rechtstreuer Bürger mit den von ihnen angestrebten und ihnen hoffentlich versagten Wummen legal umgehen, dann habe die Dinger einen Selbstverteidigungswert, der gegen Null geht, da man die Waffen im speziellen Schrank gesichert und getrennt von der Munition aufzubewahren hat. Wenn Sie was zur Selbstverteidigung wollen, dann legen Sie sich lieber ein paar Baseball-Schläger und ein Gebetbuch zu und schwadronieren darüber besser nicht im Internet, sonst wird das auch noch verboten, danke.

Franz Bettinger

22. Juni 2020 11:17

Raspail, Scholl-Latour und H. Schmidt hätten länger leben sollen, um den Welt-Bürgerkrieg noch mit eigenen Augen sehen zu können. In Seattle sind die staatl. Strukturen zusammengebrochen. In Stuttgart haben sich 500 Junge Männer zusammengerottet, weil einer ihrer Drogendealer in eine Kontrolle geriet. Sie sind Alluha Akbar-rufend plündernd durch die Stadt gezogen und haben die Polizei zusammen-getreten. Die Lage konnte unter Aufbietung aller Kräfte erst gegen 5 Uhr morgens beruhigt werden. Wahrscheinlich sind die Terroristen nur müde geworden und wollten heim. In der Lügenpresse war von Kleingruppen die Rede, unter denen "auch viele Deutsche“ gewesen seien, die sich "spontan solidarisierten“. Aus der Partygänger-Szene würden sie allesamt stammen, und "nach einem Bier zu viel“ hätten sie halt „Krawall“ gemacht.  ff
 

 

 
 

Franz Bettinger

22. Juni 2020 11:20

Ok, Bürgerkrieg ist das falsche Wort, es handelt sich ja um Invasions-truppen und nicht um Bürger. Bessere Begriffe wären Invasionskrieg oder Zersetzungskrieg. Bedrückend: Es gibt deutliche Hinweise, dass all diese Aktivitäten von langer Hand geplant sind. Die Drahtzieher wissen, dass die Masse gewaltbereiter Migranten die Verteidigungs-fähigkeit der missbrauchten und demoralisierten Polizei deutlich übersteigt. Das Ziel: die sozialistische Weltrevolution, und die armen Neger (denen man ihr schweres Schicksal lang genug eingeredet hat) sollen als Bodentruppen dienen, um die Staatlichkeit der westlichen Nationen zu beseitigen. 

 

Es wird deutlicher, dass dieser Staatszerfall vom Staat selbst gefördert wird. Es ist bewiesen, dass Merkel die Antifa finanziert - von den 300 Mio. € Gegen Rechts, die in den Haushalten von Familien- und Justiz-Ministerium ausgewiesen sind, ganz zu schweigen. Und was sonst noch an Kreisel-Finanzierungen für linksgrüne NGOs läuft, weiß niemand. 

Die Frage ist, welche Handlungsmöglichkeiten noch bleiben. In dem Maße, in dem der Staat den Terrortruppen das Feld überlässt, wird er nämlich gegen die eigenen Bürger, die er schützen soll (und von der Verfassung her muss!), repressiver. Danish: "Stell Dir vor, es ist Krieg, und es kommt keiner mehr, um Dich zu verteidigen.“  

Maiordomus

22. Juni 2020 12:08

@Bettinger. Sie verweisen auf die Lügenbasis der Massenmedien. Es dürfte schwer halten, deren Zwangsabonnement als das zu denunzieren, was es ist;  eine schwere Persönlichkeitsverletzung, so wie Exhibitionismus oder unaufgefordertes Zuschicken von Pornographie oder überhaupt Stalking.

Zu oben: ich kritisierte natürlich nicht Lichtmesz, sondern diejenigen, die Raspail gemäss Lichtmesz aus dem rechten Kontext loslösen wollen. Das funktioniert aber nur, wenn klar gemacht wird, dass Raspail historisch gesehen wohl zu den Rechten "aus der Wurzel heraus" (radix) gesehen werden dürfte. In diesem Sinn nannte sich Kuehnelt-Leddihn einen "rechtsradikalen Liberalen", wobei wohl Raspail rechts von Kuehnelt-Leddihn einzuordnen wäre, den ich zuletzt 1969 als Referenten in die Schweiz eingeladen habe.

 

 

dreamingplanet7

22. Juni 2020 13:45

Es ist ja nun nicht das erste Mal, dass versucht wird mit gutem Zureden alles wieder hinzubiegen. Beispiele sind Legion...
In China war es die Song-Dynastie, eine reiche Gesellschaft die die Militaerausgaben herunterfuhr, sich auf Musik und Tanz konzentrierte und alle Forschung ging nur noch in bessere Glasurtechniken und solches... Und dann wurden sie einfach ueberrannt von den Mongolen...
Und schon mehrere hundert Jahre vorher ging das schief, ich zitiere mal Sun Tzu aus dem Gedaechtnis: So sagten die *irgendwelche Koenigsberater*: Wir wollen den Krieg mit Tanz und Gesang und guten Riten ueberwinden. Diese Methode wollte *der Koenig* anwenden doch es gelang ihm nicht. Deshalb musste der Krieg mit Krieg ueberwunden werden.
Jedenfalls kommt der Schuldkult ab einem gewissen Wohlstandslevel einfach mit und er ist auch kein westliches Phaenomen das aus dem christlichen Glauben kaeme... Die jungen reichen Inder und Chinesen machen inzwischen dasselbe Wale retten wie es auch hier angefangen hat und tja, so ist das halt, es muss erst alles wieder kaputtgeschlagen werden, seufz...
Die einzigen die immun scheinen sind die Moslems, da hat die Religion eine wirksame Sicherung eingebaut, ueberhaupt hat Mohammed was diese Sicherungen angeht ganze Arbeit geleistet...

Zusammengefasst: Es waren gute Jahre aber wir sind schon ziemlich weit oben und wenn wir Glueck haben ist es nicht allzu schnell vorbei und ein laengerer Weg nach unten, who knows...

heinrichbrueck

22. Juni 2020 13:57

Die Weißen sind im Krieg, wissen es aber nicht. - Kein Plan, keine Organisation, kein Überleben. Und Bettinger, die kleinen Steinewerfer sind doch keine echten Feinde. Diese loszuwerden, sollte das Überleben der Europäer wichtig werden, ist einfache Propaganda – gepaart mit entsprechenden Druckmitteln. Aber der Feind sitzt im Kopf der Europäer, was die Sache erheblich erschwert. Raspail ist mir zu ungenau, Hervé Ryssen (Planetare Hoffnungen) schreibt deutlicher. Hier ein Gesprächsansatz: https://nuada1111.wordpress.com/2019/03/23/die-religioesen-urspruenge-des-globalismus/ Die meisten Europäer können damit noch weniger anfangen, weil ihr eigenes Weltbild es in Ordnung findet, wenn sie das Land ihrer Nachfahren verschenken. Das Christentum ist ein apolitischer Traum, ungeeignet und chancenlos; wo es kämpfen und überleben konnte, wurde es immer besiegt. An Raspails christlich-weiße Überlebensinseln glaube ich nicht. Es sei denn, das Christentum wird überarbeitet. Einen Plan für die nächsten Jahrtausende, im Moment nicht christlich, und schon gar nicht weiß. Die christlichen Verbrüderungen würden jede weiße Gemeinschaft auflösen, stünde die Rasse nicht vor Gott. Wenn eine israelische Zeitung, zu Trumps nicht ernstzunehmenden Einlassungen gegen die Antifa, die Meinung vertritt, „Trump's Attacks on Antifa Are Attacks on Jews“, dann werden keine europäischen Interessen vertreten.

sok

22. Juni 2020 16:16

Es wird viel darüber diskutiert, welche verheerenden Folgen der Verlust der "Seele" und der Identität haben.

Die Frage, wie die Identität verloren  gegangen ist, bleibt völlig offen. Das finde ich sehr bedauerlich, da die Beantwortung dieser Frage, viel dazu beitragen würde, wie man die Identität wieder bekommen kann.

Es wäre denkbar, dass die Deutschen angesichts ihrer Geschichte freiwillig auf ihre Idendität verzichtet haben. In Einzelällen war das sicher der Fall. Der freiwillige Verzicht auf die Identität hätte aber nie dazu geführt, dass die Antideutschen zu einer Staatsreligion geworden sind, die alles beherrscht.

Schmidt-Denter hat nun in einer umfangreichen europäischen Identitätsstudie untersucht. dass und  wie die Identität verloren gegangen ist. Durch die Holcaust-Erziehung ist es gelungen, ein deutsches Nationalbewusstsein zu verhindern. Interessant dabei ist, dass die Mehrheit den Wunsch nach einem normalen deutschen Nationalbewusstein behalten haben.

Interessant ist auch, dass viele Schüler den Druck ablehnen, mit demsie daran gehindert wurden, ein nornmales Nationalbewusstsdein zu entwickeln. Die Holocaust-Erziehung ist also die Nazikeule für den Schulgebrauch.

Schmidt-Denter weist auch darauf hin, dass der Druck gesundheitschädlich sein kann. Dies ist wichtig, da diesem Druck auch die Kinder der Antideutschen ausgesetzt  sind.

 

Gracchus

22. Juni 2020 21:11

Pscheras Abgrenzung ist ziemlich daneben.

Raspail, R. I. P., hat mich bislang nicht so gelockt, instinktiv ahnend, was Lichtmesz als literarisches Manko konzediert: es werden Typen, nicht lebendige Figuren geschildert. Vielleicht nun aber doch: "Die sieben Reiter ..." klingen interessant. Ein anderer Franzose kommt mir in den Sinn: Julien Gracq ("Das Ufer der Syrten"), Freund und Bewunderer Ernst Jüngers. Gibt es Parallelen? Wie stehts eigentlich mit dessen Rezeption auf der Rechten.

links ist wo der daumen rechts ist

23. Juni 2020 00:27

Ob das Ausfalten einer grundsätzlichen Komplementarität bei aller Legitimität weiterführt, vermag ich nicht zu beurteilen. 

Vielleicht wäre doch das von mir im Vorgänger-Strang aufgegriffene Stichwort eines Vierklangs aus „Zärtlichkeit, Ironie, Stolz und Melancholie” (Konrad Weiß) eine weitere Überlegung wert. 

Für den Heidegger-Kenner Lichtmesz müßte es doch ein Leichtes sein, hier etwaige vorsichtige Berührungspunkte zum Gedanken des “Gevierts” auszumachen. 

ML: Ich bin kein Heidegger-Kenner, das ist der andere Martin.

Immerhin kann man den angeführten Vierklang ja auch - ganz im Sinne Heideggers - als unterschiedliche Stimmungen bezeichnen, die erst die Haltung/Verhaltenheit ergeben; diese wiederum schafft den Raum für das “Ereignis” (es soll jetzt aber nicht zur unfreiwilligen Heidegger-Parodie werden). 

https://www.youtube.com/watch?v=3goPOfcu-JI   

Aber vielleicht doch eher ein philosophisches Programm und weniger die metapolitische Frage nach der Gewichtung Politik/Handlungsanleitung vs. Eskapismus/Dystopie? 

Etwas polemisch formuliert könnte ich feststellen, daß sich Brecht und Benjamin im Exil gerade über die Bedeutung Kafkas, ob er “Visionär” oder “Weiser” gewesen sei, den Kopf zerbrochen haben, ohne zu einer Entscheidung zu kommen.  Die Philosophie haben andere nachgeliefert. 

Franz Bettinger

23. Juni 2020 11:49

@Heinrich Brück: Ich weiß, was Sie sagen wollen, und stimme dem grundsätzlich zu. Dennoch: Warten Sie, bis die Kindersoldaten ("die kleinen Steinewerfer, die doch keine echten Feinde sind“) Sie am Schlafittchen haben. Ob Sie diese Kopftreter dann immer noch nicht für Feinde halten? Ob man diese Hobby-Terroristen wirklich wieder so leicht los wird, wie Sie glauben? Ich denke, diese Mörderbande ist importiert worden, um eine Aufgabe zu erfüllen. Es sind Söldner, die geführt werden (wie einst die 68-er APO aus der DDR geführt wurde) und die auf das Zeichen zum Losschlagen warten. Und niemand wird ihnen Einhalt gebieten. Mao hat seine jugendlichen Rotgardisten drei Jahre wüten lassen, ehe er die K-Revolution ihre Kinder fressen bzw. Sie durch die Volksarmee schlachten ließ. Deutschland (vielleicht die ganze westliche Welt) wird einen ähnlichen Niedergang erleben wie China zwischen 1966 und 1976. 

heinrichbrueck

23. Juni 2020 22:48

@ Bettinger

Die westliche politische Korrektheit und das kommunistische China stammen aus derselben Quelle. Wir haben den Weltkrieg nicht gegen orientalische Steinewerfer verloren. Diese Leute werden wieder gehen, sobald die Grundgesetzdemokraten soweit sind.

notker balbulus

24. Juni 2020 19:23

"Ethnische 'Isolate'" sind in Deutschland spätestens seit dem Beschluss des Verwaltungsgerichtes Berlin vom vergangenen Freitag ins Reich der Illusion verbannt. Der jüngste Beitrag von SiN macht das mehr als deutlich. Rolf Peter Sieferle hat das vorausgesehen.

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