Kapitol-Sturm: Immunisierung der Wahrheitssysteme (2)

Ohne Zweifel waren die Demonstranten am Tag des Kapitol-Sturms äußerst aufgewühlt.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Nicht nur durch die lei­den­schaft­li­che Rede Trumps, son­dern auch durch die Ent­täu­schung, daß sich die letz­te Hoff­nung auf einen Ein­spruch des Vize­prä­si­den­ten oder repu­bli­ka­ni­scher Sena­to­ren gegen die Rati­fi­zie­rung von Joes Bidens Wahl­sieg zer­schla­gen hatte.

Trumps Rede kann man nach­le­sen, er hat dar­in nicht zum Sturm des Kapi­tols auf­ge­ru­fen. Es ging vor allem dar­um, durch die Prä­senz der Wäh­ler auf der Stra­ße jene loya­len Repu­bli­ka­ner im Kon­gress zu ermu­ti­gen, von denen erwar­tet wur­de, daß sie Bidens Wahl­sieg nicht aner­ken­nen werden:

Nun ist es Sache des Kon­gres­ses, sich die­sem unge­heu­er­li­chen Angriff auf unse­re Demo­kra­tie ent­ge­gen­zu­stel­len. Nach­her wer­den wir dort hin­ge­hen und ich wer­de dort bei Euch sein. (…) Wir gehen run­ter zum Kapi­tol und feu­ern unse­re tap­fe­ren Sena­to­ren, Sena­to­rin­nen und Kon­gress­ab­ge­ord­ne­ten an. (…) Wir sind gekom­men, um vom Kon­gress zu ver­lan­gen, daß er das Rich­ti­ge tut und nur jene Wahl­män­ner zählt, die recht­mä­ßig, recht­mä­ßig!, gewählt wur­den. Ich weiß, daß ihr alle hier bald zum Kapi­tol mar­schie­ren wer­det, um eure Stim­men fried­lich und patrio­tisch zu Gehör zu bringen.

In der Rede gibt es kein ein­zi­ges Anzei­chen dafür, daß Trump vor­hat­te, sei­ne Anhän­ger zu einer gewalt­sa­men Erstür­mung des Gebäu­des zu bewe­gen. Wozu auch? Es hät­te ihm schlicht und ein­fach nichts wei­ter gebracht als schlech­te Pres­se, und so ist es auch gekom­men. Wir kön­nen also davon aus­ge­hen, daß die Emo­tio­nen der Demons­tran­ten unge­plant außer Kon­trol­le gerie­ten. Die alt­be­kann­te hyp­no­ti­sie­ren­de und mit­rei­ßen­de Dyna­mik der Mas­se, die etwa Eli­as Canet­ti beschrie­ben hat, wird wohl ihr Übri­ges getan haben.

Ob Pro­vo­ka­teu­re die Mas­sen­dy­na­mik, die dazu führ­te, noch beschleu­nigt haben, ist zwar mög­lich, aber bis­lang unbe­wie­sen. Aller­dings ist etli­ches irri­tie­ren­des Film­ma­te­ri­al auf­ge­taucht, das zeigt, wie Poli­zis­ten an man­chen Stel­len den Demons­tran­ten die Türen und Absper­run­gen öff­nen und sie gera­de­zu her­ein­win­ken – auch dies wur­de von Shaun King bemerkt. 

Meh­re­re lin­ke Sei­ten haben beklagt, daß das Kapi­tol von Washing­ton im Gegen­satz zu ande­ren “Bela­ge­run­gen” nur halb­her­zig ver­tei­digt wur­de – so war im Juni 2020 die Natio­nal­gar­de vor dem Kapi­tol auf­mar­schiert, als “Black Lives Matter”-Demonstrationen ange­kün­digt waren. Die Erklä­rung dafür ist womög­lich eine ande­re als “wei­ßes Pri­vi­leg” oder die poli­ti­sche Sym­pa­thie ein­zel­ner Poli­zis­ten. Hat hier jemand nach­ge­hol­fen, um eine “schlech­te Optik” zu erzeu­gen? Sind die Demons­tran­ten in eine Fal­le getappt?

Es ist jeden­falls so, wie Mar­tin Sell­ner scharf­sin­nig bemerk­te: Der Sturm war ein schwe­rer Feh­ler, wäh­rend eine blo­ße Bela­ge­rung des Gebäu­des eine auch optisch wir­kungs­vol­le und mäch­ti­ge Stra­te­gie gewe­sen wäre. Hys­te­ri­sche Reak­tio­nen der übli­chen Ver­däch­ti­gen wären zwar auch hier zu erwar­ten gewe­sen, aber nichts hät­te die Legi­ti­ma­ti­on des Pro­tes­tes ernst­haft in Fra­ge stel­len können.

Vor allem aber hät­te es dann auch kei­nen Vor­wand gege­ben, Nägel mit Köp­fen zu machen, und den wah­ren, den eigent­li­chen, den ohne­hin schon lang ersehn­ten Putsch vor­an­zu­trei­ben: Die Macht­über­nah­me durch Big Tech im Ein­klang mit der neu­en Regie­rung und dem poli­ti­schen Estab­lish­ment, das Trump nicht nur los­wer­den, son­dern auch ernied­ri­gen und ver­nich­ten möch­te – das aber nun vor dem Pro­blem steht, daß auch der von Trump geweck­te “Ame­ri­ca First”-Populismus und ‑Patrio­tis­mus ver­schwin­den muß.

Obwohl Trump nicht zum Sturm des Gebäu­des auf­ge­ru­fen hat, ist er kei­nes­wegs unschul­dig an dem Deba­kel. Trotz sei­ner Ankün­di­gung “ich wer­de dort bei Euch sein”, zog er sich ins Wei­ße Haus zurück und beschränk­te sich wie immer aufs groß­spu­ri­ge Twit­tern. Sei­ne Auf­ru­fe an die Demons­tran­ten, nach Hau­se zu gehen, wirk­ten nur halb­her­zig, und er hät­te sich der Eska­la­ti­on weit­aus ent­schie­de­ner ent­ge­gen­stel­len kön­nen. So hat er fahr­läs­sig nur sich selbst und sei­ner Sache geschadet.

Als er schließ­lich nach einem zwölf­stün­di­gen Twit­ter-Bann wie­der auf­tauch­te, mit einer Rede, in der er die ran­da­lie­ren­den Pro­test­ler scharf ver­ur­teil­te, wirk­te das schä­big und heuch­le­risch (man­che waren so befrem­det, daß sie in dem kur­zen Video gar einen “Deep Fake” ver­mu­te­ten  ‑was tech­nisch durch­aus mög­lich ist).

Ver­setzt man sich nun in die Per­spek­ti­ve der Demons­tran­ten, so ist ihre Emo­tio­na­li­tät völ­lig nach­voll­zieh­bar. Eine Teil­neh­me­rin des Women’s March on Washing­ton vom 21. Janu­ar 2017, der nicht zufäl­lig einen Tag nach der Amts­ein­füh­rung Trumps statt­fand, schrieb:

Es war eine bemer­kens­wer­te und fried­li­che Demons­tra­ti­on der Wut und der Ent­täu­schung und Aus­druck des Wun­sches, daß wir uns nie wie­der so füh­len müß­ten. Sie ermög­lich­te ein welt­wei­tes Ven­til für Frus­tra­ti­on, Angst und Beklem­mung über die Zukunft.

Haben nur Lin­ke das Recht auf sol­che Ventile?

Es ging nun bei der Demons­tra­ti­on vom 6. Janu­ar nicht bloß um ein “Ven­til”, son­dern um eine his­to­ri­sche Ent­schei­dung von gro­ßer Trag­wei­te, die seit Wochen vol­ler Span­nung her­bei­ge­sehnt wor­den war. Es ist unred­lich, den Demons­tran­ten “anti­de­mo­kra­ti­sche” oder “faschis­ti­sche” Absich­ten unter­stel­len zu wol­len. Ganz im Gegen­teil sahen sie sich selbst als die eigent­li­chen und wah­ren Demo­kra­ten, die die Insti­tu­tio­nen der Demo­kra­tie nicht zer­stö­ren oder beschmut­zen, son­dern vor einer empö­ren­den und kor­rup­ten Okku­pa­ti­on durch eine mäch­ti­ge Eli­te befrei­en wollten.

Es gibt nichts Demo­kra­ti­sche­res, als um sei­ne eige­ne Stim­me zu kämp­fen, und nichts Unde­mo­kra­ti­sche­res als Betrug am Wäh­ler. Der Sturm einer des­po­ti­schen oder kor­rup­ten Insti­tu­ti­on durch eine auf­ge­brach­te Men­schen­men­ge gehört zu den mythi­schen Ursze­nen der moder­nen Volks­de­mo­kra­tie, etwa am Beginn der fran­zö­si­schen Revolution.

Der Wes­ten jubelt, wenn der­lei in der Ukrai­ne, in Hong­kong oder in diver­sen ara­bi­schen oder süd­ame­ri­ka­ni­schen Län­dern geschieht, nicht sel­ten mit ame­ri­ka­ni­scher “Hil­fe”. Nun, wo es in den USA selbst pas­siert, ist ein Fre­vel, ein Skan­dal, ein Sakri­leg, eine “Gefahr für die Demo­kra­tie”, und wir sol­len alle ganz fürch­ter­lich geschockt sein über die “Bil­der”.

Selbst wenn man der Ansicht ist, daß es kei­nen Wahl­be­trug gege­ben hat, soll­te man fai­rer­wei­se in Rech­nung stel­len, daß die Demons­tran­ten zutiefst davon über­zeugt waren, daß sie betro­gen und belo­gen wur­den, und daß dies ihre Hand­lun­gen und ihre Wut am bes­ten erklärt. Dann wäre Trump der Dem­ago­ge und Rat­ten­fän­ger, der sie ruch­los ver­führt hat. Aber was, wenn auch er selbst ehr­lich davon über­zeugt ist, daß die Wahl “gestoh­len” wurde?

Ver­mut­lich waren auch die meis­ten BLM-Demons­tran­ten ehr­lich davon über­zeugt, daß es in den USA einen “sys­te­mi­schen Ras­sis­mus” gibt, der den Tod unzäh­li­ger unschul­di­ger Schwar­zer durch Poli­zei­ge­walt sowie die eine gene­rel­le Benach­tei­li­gung und Unter­drü­ckung der Schwar­zen über­haupt zur Fol­ge hat. Und da “Ras­sis­mus” heu­te als die schlimms­te Sün­de über­haupt gilt, wur­den ihre Gewalt­aus­brü­che von den ame­ri­ka­ni­schen Demo­kra­ten und den links­li­be­ra­len Medi­en wie CNN beschö­nigt, gerecht­fer­tigt oder ver­tuscht (eine auf­schluß­rei­che Kom­pi­la­ti­on gibt es hier).  Meh­re­re Repor­ter spra­chen von “über­wie­gend fried­li­chen Pro­tes­ten”, wäh­rend hin­ter ihren Rücken die Flam­men loderten.

 

Die Exzes­se wur­den nicht nur an den lin­ken Rän­dern als revo­lu­tio­nä­re Akte der Befrei­ung und Ver­gel­tung gefei­ert. Die­sem Wiki­pe­dia-Arti­kel zufol­ge kos­te­ten die Pro­tes­te bis Juni 2020 neun­zehn Men­schen­le­ben. Es gab mehr als 14, 000 Ver­haf­tun­gen. Über 2000 Städ­te waren betrof­fen. Es gab Plün­de­run­gen, Brand­stif­tun­gen, Van­da­lis­mus, Angrif­fe auf Poli­zei- und Regierungsgebäude.

Geschäf­te und Klein­be­trie­be wur­den ver­wüs­tet, und allein in Min­nea­po­lis betrug deren Sach­scha­den über 200 Mil­lio­nen Dol­lar. In hun­der­ten Städ­ten muß­te die Natio­nal­gar­de ein­ge­setzt wer­den. Es gab einen lan­des­wei­ten, fre­ne­ti­schen Bil­der­sturm auf Sta­tu­en, Monu­men­te, Sym­bo­le der ame­ri­ka­ni­schen Geschichte.

Was in die­sen Mona­ten gesche­hen ist, hät­te enor­men Stoff für skan­da­li­sie­ren­de, hys­te­ri­sche, auf­peit­schen­de, empör­te, alar­mi­sie­ren­de Schlag­zei­len und Kom­men­ta­re abge­ge­ben. Aber nein: geht es nach den Medi­en, dann war der Kapi­tol­sturm viel grau­en­er­re­gen­der, gewalt­tä­ti­ger, scho­ckie­ren­der, bedeut­sa­mer als die mona­te­lan­gen Aus­schrei­tun­gen der Anti­fas und BLM-Pro­test­ler, die kei­ne Sekun­de als “Gefahr für die Demo­kra­tie” dar­ge­stellt wurden.

Ganz im Gegen­teil: Kei­ne Gewalt, kein Radau, kein Brand, kein Raub, kein Tot­schlag konn­te die Legi­ti­mi­tät der Pro­tes­te in Fra­ge stel­len. Poli­zis­ten und demo­kra­ti­sche Sena­to­ren knie­ten demü­tig vor den Demons­tran­ten nie­der. Im Juni 2020 wur­de in Washing­ton ein Stra­ßen­teil in “Black Lives Matter”-Plaza umbe­nannt. Alle Aus­gangs- und Kon­takt­ver­bo­te auf­grund der Coro­na­maß­nah­men waren schlag­ar­tig vergessen.

“Wer sagt denn bit­te­schön, daß Pro­test­ler immer höf­lich und und fried­fer­tig sei­en sol­len?” frag­te CNN-Mode­ra­tor Chris Cuo­mo, der als beson­ders “tough” gilt. An ande­rer Stel­le äußer­te er: “Nicht alle Schlä­ge sind gleich – mora­lisch gese­hen”, also je nach­dem, ob sie ein “Nazi” oder ein Anti­fa­schist aus­teilt. Und er erklär­te: “Die meis­ten der grö­ße­ren Bewe­gun­gen in der ame­ri­ka­ni­schen Geschich­te haben auf einer Gras­wur­zel-Ebe­ne begon­nen, und sind an irgend­ei­nem Punkt in direk­ten Kon­flikt mit der ame­ri­ka­ni­schen Regie­rung gera­ten.” “Sta­tu­en sind mir ziem­lich egal. Die Leu­te wer­den tun, was sie eben tun”, wink­te Nan­cy Pelo­si ab. Kama­la Har­ris, nun­mehr Vize­prä­si­den­tin, äußerte:

[Die Demons­tran­ten] wer­den nicht vor dem Wahl­tag im Novem­ber stop­pen und sie wer­den auch nicht nach dem Wahl­tag stop­pen. Sie wer­den nicht locker­las­sen. Sie soll­ten das auch nicht, und wir auch nicht.

Das poli­tisch-media­le Estab­lish­ment hat­te sich die Sache von BLM mit­samt dem dazu­ge­hö­ri­gen Nar­ra­tiv kom­plett zu eigen gemacht – ein Nar­ra­tiv, das nach­weis­lich zu Gewalt­aus­brü­chen führ­te, wie sie die USA seit den sech­zi­ger Jah­ren nicht mehr gese­hen hat­ten. Es war in jeder Hin­sicht eine “von oben” ange­fach­te “Revo­lu­ti­on”, die von so gut wie sämt­li­chen gro­ßen Kon­zer­nen bewor­ben und unter­stützt wur­de, inklu­si­ve natür­lich der übli­chen Ver­däch­ti­gen von Big Tech (dazu aus­führ­li­cher hier).

Auch Twit­ter hat sich emsig um BLM bemüht und eine Flut von auf­het­zen­den Tweets zuge­las­sen. Wer das Gesche­hen auf den sozia­len Medi­en ver­folgt hat, wird sich noch gut an die Explo­si­on von anti­wei­ßem Ras­sen­haß erin­nern kön­nen. Nach den Maß­stä­ben, die Jack Dor­sey an Donald Trump anlegt (sie­he Teil 1 die­ses Arti­kels) müß­te Twit­ter sich selbst löschen – auf­grund der Ver­brei­tung einer Bot­schaft, die “das Risi­ko einer Auf­sta­che­lung zur Gewalt” in sich barg, “ins­be­son­de­re wie sie auf und außer­halb von Twit­ter emp­fan­gen und inter­pre­tiert” wur­de. Die­se Heu­che­lei und Dop­pel­mo­ral ist eigent­lich kaum zu überbieten.

Der “struk­tu­rel­le Ras­sis­mus”, der sich in der angeb­lich ras­sis­tisch moti­vier­ten Poli­zei­ge­walt gegen Geor­ge Floyd, Bre­an­na Tay­lor, Jacob Bla­ke und ande­re schwar­ze Kri­mi­nel­le gezeigt haben soll, ist jedoch ein  Mythos, der sich leicht mit Fak­ten wider­le­gen läßt (sie­he hier und hier). “Black Lives Mat­ter” selbst begann 2012 mit einer nach­weis­ba­ren und auch gericht­lich wider­leg­ten Lüge.

Und wie sieht es mit der trei­ben­den Unge­rech­tig­keits-Erzäh­lung der Trump-Anhän­ger aus? Die glei­chen Medi­en, die die Legen­de vom “sanf­ten Rie­sen” Geor­ge Floyd ver­brei­tet haben, hat­ten schon lan­ge vor der Wahl beschlos­sen, daß es abso­lut unmög­lich sei, die­se zu mani­pu­lie­ren, und daß etwai­ge Beschwer­den Trumps lächer­lich, halt­los, absurd sei­en und ledig­lich sei­nem gekränk­ten Ego anzu­las­ten. Sobald die­ses Nar­ra­tiv beschlos­sen war, gab es kei­ne Chan­ce mehr, es zu ändern, erst recht nicht nach der Wahl, als Bidens Sieg wie eine gro­ße welt­ge­schicht­li­che Erlö­sung gefei­ert wur­de. Der Ton der Pres­se war tri­um­pha­lis­tisch, teil­wei­se aber auch höh­nisch und rachsüchtig.

Es stand nun unver­rück­bar fest, daß an die­ser offen­kun­di­gen Wahr­heit von Bidens legi­ti­mem Wahl­sieg nicht zu zwei­feln sei, und wer es doch tue, der ver­brei­te bewußt Lügen und Des­in­for­ma­ti­on oder sei schlicht und ein­fach ver­rückt. Die Gerich­te schmet­ter­ten sämt­li­che Ver­su­che des Trump-Teams, Kla­gen ein­zu­rei­chen, ab. War­um, muß noch genau­er ana­ly­siert wer­den, Tat­sa­che ist, daß der poli­ti­sche Druck enorm war, und eine Klä­rung der Tat­sa­chen und Ankla­gen schon im Vor­feld abge­schmet­tert wur­de. Dadurch wuchs das ohne­hin schon gro­ße Miß­trau­en der Trump-Wäh­ler enorm an. Das Gefühl, betro­gen wor­den zu sein, ver­stärk­te sich zunehmend.

Soll­ten die Trump-Anhän­ger recht haben, wür­de das gan­ze Sys­tem kra­chend in sich ein­stür­zen. Wenn der Sieg über Trump mit einer Lüge erkauft wur­de, dann war das ein sehr hoher, ein sehr ris­kan­ter Preis.

Twit­ter ver­sah nun Trumps ent­spre­chen­de Tweets mit einem päd­ago­gi­schen Hin­weis: “This claim about voter fraud is dis­pu­ted”, denn “undis­pu­ted facts” lie­fern bekannt­lich nur die Main­stream­m­edi­en. Trumps gro­ße, vor­ab auf­ge­zeich­ne­te Rede zu dem Wahl­be­trug vom 2. Dezem­ber 2020 wur­de von den Medi­en weit­ge­hend igno­riert oder als “halt­los” abge­kan­zelt und ver­spot­tet (Tran­skript hier). Am Tag des Kapi­tol-Sturms wur­de der Text in dem Twit­ter-Warn­fes­terchen ergänzt: “This tweet can’t be replied to, ret­wee­tet or lik­ed due to a risk of vio­lence.” – Man kann die­sen Tweet nicht mehr “ret­wee­ten” oder “liken” – auf­grund eines Gewaltrisikos.

Die­se Asso­zia­ti­on wird jetzt fixiert: Behaup­tung von Wahl­be­trug = Gefahr von Gewalt und Ter­ror. Damit hat man einen vor­treff­li­chen Vor­wand gefun­den, um Zen­sur aus­zu­üben und die­ses The­ma gewalt­sam zu deckeln.

Sobald man aber über­zeugt ist, daß im Novem­ber  tat­säch­lich ein mas­si­ver Wahl­be­trug statt­ge­fun­den hat, sehen die Din­ge gänz­lich anders aus. Ich selbst bin der Über­zeu­gung, daß es enorm gute Grün­de gibt, einen sol­chen Ver­dacht Ver­dacht zu schöp­fen, um es gelin­de zu sagen (sie­he etwa hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier).

Mit die­ser Über­zeu­gung im Kopf liest sich die­ses State­ment des Inter­na­tio­nal Cen­ter for Jour­na­lists äußerst selt­sam. Die Leh­re aus dem Kapi­tol-Sturm sei, daß man die Posi­ti­on der “Truth Tel­ler” (etwa: “Wahr­heits­ver­kün­der” oder “Wahr­heits­er­zäh­ler”) stär­ken müs­se – ein Begriff, den ich bis dato noch nie gehört habe:

Wir müs­sen die Wahr­heit ver­tei­di­gen. Wir müs­sen sie bes­ser kom­mu­ni­zie­ren. Wenn poli­ti­sche Füh­rer behaup­ten, daß Wah­len mani­pu­liert wur­den, nicht auf der Grund­la­ge von Fak­ten, son­dern weil sie unger­ne ver­lie­ren, dann beein­flus­sen sie immer noch ihre unzu­frie­de­nen Anhän­ger, die den Lügen glauben.

Was machen die beglau­big­ten “Truth Tel­ler” aber, wenn die Behaup­tung, daß Wah­len mani­pu­liert wur­den, auf Fak­ten beruht? Haben sie denn die­ses Mal wirk­lich genau nach­ge­se­hen oder über­haupt nach­ge­se­hen? Haben sie Lust an der Inves­ti­ga­ti­on gezeigt? Neu­gier­de? War­um wuß­ten sie schon von vorn­her­ein so gut Bescheid? Kei­ne Fra­gen mehr?

Wei­ter:

Dem Jour­na­lis­mus fällt die grund­le­gen­de Rol­le zu, daß der Wäh­ler zuver­läs­sig Täu­schung, Lügen und Des­in­for­ma­ti­on erkennt. Der gest­ri­ge Tag zeigt, daß sich essen­ti­el­le Tei­le der US-Bevöl­ke­rung nicht mehr auf seriö­se jour­na­lis­ti­sche Quel­len ver­las­sen, was ihre Infor­ma­tio­nen angeht. Es ist drin­gend gebo­ten, daß die­je­ni­gen von uns, die an die Wahr­heit – ja, an die Demo­kra­tie selbst – glau­ben, die Arbeit von Jour­na­lis­ten in den USA und im Aus­land unter­stüt­zen, ver­tei­di­gen und ver­stär­ken, damit wüten­de und schlecht infor­mier­te Mobs nicht mehr unse­ren Kon­gress oder irgend­ein ande­res Par­la­ments­ge­bäu­de besu­deln, wo auch immer es sei.

Die Ermäch­ti­gung der Wahr­heits­ver­kün­der ist in die­sem Jahr enorm wich­tig. Wir müs­sen sicher­stel­len, daß Jour­na­lis­ten die Werk­zeu­ge, das Trai­ning und die Res­sour­cen haben, um effek­tiv zu kom­mu­ni­zie­ren, was wirk­lich pas­siert, und Orga­ni­sa­tio­nen wie das ICFJ kön­nen ihnen dabei hel­fen. Andern­falls ris­kie­ren Repor­ter, ver­se­hent­lich fik­ti­ve Ver­sio­nen der Rea­li­tät zu ver­brei­ten, die von Dem­ago­gen in gewähl­ten Ämtern ver­brei­tet werden.

Das ist die Zukunft: Um Pan­nen wie Donald Trump zu ver­mei­den, soll die “Ver­kün­dung der Wahr­heit” end­gül­tig in die Hän­de von auto­ri­sier­ten Jour­na­lis­ten gelegt wer­den, wäh­rend alle ande­ren Platt­for­men und Medi­en gesäu­bert, mar­gi­na­li­siert, kri­mi­na­li­siert und abge­schal­tet wer­den sollen.

Was die schlecht infor­mier­ten “Mobs” und ande­re pro­les und hoi pol­loi angeht, so wird von ihnen erwar­tet, daß sie sich in Zukunft die­sen Auto­ri­tä­ten und ihren auto­ri­sier­ten Fak­ten unter­wer­fen, wenn sie nicht als Pro­to-Ter­ro­ris­ten abge­stem­pelt und ver­folgt wer­den wol­len. Sie müs­sen sich damit abfin­den, daß die auto­ri­sier­ten Fak­ten­checks komi­scher­wei­se immer so aus­fal­len, daß sie ihre eige­ne Sicht der Din­ge unter­mi­nie­ren und die Macht der Eli­ten absi­chern, die alle seriö­sen, wis­sen­schaft­li­chen und ratio­na­len Fak­ten und Argu­men­te dau­er­haft für sich reser­viert zu haben scheinen.

All dies soll­te den deut­schen Leser an die erstaun­li­chen Wor­te des säch­si­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Micha­el Kret­schmer aus dem Jahr 2018 erin­nern, geäu­ßert apro­pos Chem­nit­zer “Hetz­jag­den”: “Stim­mungs­ma­che gegen den Staat und sei­ne Insti­tu­tio­nen”, sag­te er, sei ein“Angriff auf unse­re Wahrheitssysteme.”

Die­se Wahr­heits­sys­te­me begin­nen nun, sich glo­bal gegen jede Art von Wider­spruchs­vi­rus zu immunisieren.

Zum Schluß: Ich wür­de mich auf eine mas­si­ve “Imp­fung” gefaßt machen. Womög­lich wird in den USA bald eine grau­si­ge “fal­se flag”-Aktion statt­fin­den, die den Kapi­tol­sturm weit in den Schat­ten stel­len wird.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (23)

Ein gebuertiger Hesse

11. Januar 2021 18:21

Danke für diese einmal mehr hervorragende Analyse der Lage.

"Womöglich wird in den USA bald eine grausige "false flag"-Aktion stattfinden, die den Kapitolsturm weit in den Schatten stellen wird."

Ja, so etwa Biden es aus gänzlich anderen Gründen denn des doch noch korrigierten Wahlergebnisses nicht ins Weiße Haus schaffen sollte, könnte es vom größtmöglichen Nachteil für das patriotische Lager sein. Eine pikante Konstellation, to say the least.

 

Heinrich Loewe

11. Januar 2021 19:24

Die Datenbank mit den Beweisen zum Wahlbetrug findet sich hier: https://hereistheevidence.com

Warum haben die Gerichte fast nie angenommen?

Die Gerichte sind möglicherweise noch mehr politisiert als bei uns. Von Dem-Richtern ist also nichts zu erwarten. Rep-Richter sind entweder Never-Trumper oder haben Angst, abends Besuch zu bekommen. So hat es jedenfalls Rudy "THE Major" Giuliani erzählt.

Letzteres gilt auch für Abgeordnete in den Parlamenten der Bundesstaaten, die hier eine entscheidende Rolle gespielt haben. Korruption mag auch eine Rolle gespielt haben. Ein Verwandter von Raffensperger in Georgia soll den 100 Mio.-Deal zur Anschaffung der Dominion-Wahlmaschinen eingefädelt haben.

Das Establishment der GOP vertritt die Großunternehmen. Die wollen ihr Business mit China wieder aufnehmen.

Gegen so eine übermächtige Gegnerschaft kannst du einfach nicht gewinnen, selbst wenn du die Wahrheit auf deiner Seite hast. Nicht mal angehört wirst du! Das ist das Schockierende!

Erinnert alles an JFK, wo dann nach 15 Jahren herauskam, daß es kein Einzeltäter gewesen sein kann.

Und nein: Es gibt keine Verschwörungen. Es ist direkt vor deinen Augen.

Heinrich Loewe

11. Januar 2021 20:04

Ob die Demonstranten „äußerst aufgewühlt“ waren weiß ich nicht, für mich maximal wie bei Pegida. Es war schweinekalt an dem Tag. Und: Verglichen mit seinen Rallys war Trumps Rede auch nicht leidenschaftlich, sondern im Gegenteil eher kühl. Er hat die einzelnen Fakten ausgerollt…

Die Gewalt zu verurteilen ist auch völlig richtig. Das haben sicher 99,8 % der Demonstranten genau so gesehen. Tut mir leid Meister. Ich meine, das ist ja abenteuerlich...

Selbst wenn dies nur eine taktische Aussage gewesen wäre - seine Leute verstehe das. Außerdem gibt das im Falle einer Twitter-Sperrung, was ja auch geschehen ist, einen Treffer. Dem Gegner seine Heuchelei vorzuhalten ist Alinsyk

Lotta Vorbeck

11. Januar 2021 20:05

Nur mal zur Debatte gestellt:

Wo war am Dreikönigstag 2021 im District Columbus während des "Marsches für Trump" die ansonsten immer obligatorische Gegendemonstration der "Guten"?

Frage an Radio Eriwan:

Wäre es denkbar, daß diese Gegendemonstration in den "Marsch für Trump" includiert gewesen ist?

Rheinlaender

11. Januar 2021 20:28

Vielen Dank; ich kenne keine bessere Analyse. Allerdings fehlt mir ein kritischer Blick auf das Trump-Lager, dass es der anderen Seite recht leicht gemacht hat. Maßnahmen gegen die andere Seite hielten sich während seiner Amtszeit sehr in Grenzen. Ein staatliches Vorgehen gegen Antifa und BLM etc. gab es praktisch nicht, obwohl die geradezu darum bettelten, dass man hart durchgreift. Linke Ideologen dominieren Schulwesen, Unis und Medien fast unangefochten und konnten ihren Einfluss während seiner Amtszeit noch deutlich ausweiten. Die Chance, konservative Basisorganisationen durch Gesetze und Gelder langfristig zu stärken, wurde weitgehend vergeben. Trump-Anhänger geben sich zugleich Mühe, durch völlig überzogenes paramilitärisches Auftreten und Unfug wie QAnon die von der anderen Seite gewünschten Bilder und Töne zu produzieren. False Flag-Aktionen wird man nicht brauchen, sondern nur ein wenig gezielte Provokation der führungslosen und entwurzelten, aber gut bewaffneten und wütenden Gestalten, die dort unterwegs sind. Beweise für umfassenden Wahlbetrug wurden ansonsten bis heute keine vorgelegt, sondern nur Indizien. Statt dessen präsentierte Trump der anderen Seite seine eigenen Versuche, Einfluss auf die Ergebnisse zu nehmen, auf dem Silbertablett.

Flaneur

11. Januar 2021 21:16

Den Bogen mal etwas weiter gespannt würde ich sagen, wir erleben den Untergang einer Zivilisation: den der liberalen, demokratischen.

Zivilisationen gründen sich um Machtzentren, um Reiche, könnte man sagen. Reiche gehen unter, wenn sie überdehnt sind, ihren Herrschaftsanspruch nicht mehr aufrecht erhalten, ihre Versprechungen nicht mehr erfüllen können. Dann erodieren ihre Grenzen, Vasallen versuchen, ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten zu erweitern, Verteilungskonflikte brechen auf. Herkunft, Relgion, soziale Stellung sind die Bruchlinien für diese Konflikte, die sich sowohl an der Heimatfront im Reich selbst, zwischen Reich und Vasall, und innerhalb und unter den Vasallen selbst aufbrechen. Totalitäre Systeme versuchen, ihre Macht durch begrenzte Liberalisierung zu erhalten - und scheitern. Liberale Systeme gehen den entgegengesetzten Weg, womit ihre liberale Kultur untergeht, ihre Zivilisation gescheitert ist. Das erleben wir jetzt offenbar.

quarz

11. Januar 2021 21:55

Auffällig auch die neurotische Verengung des Argumentationshorizonts bei Kommentatoren. Nichts von dem, was unter anderen Umständen bedacht oder der skeptischen Reflexion unterworfen würde, hat mehr Gültigkeit. Mit Tunnelblick wird Trump als symbolisches Konzentrat der gegnerischen Kräfte in der finalen Schlacht ums Ganze anvisiert. Jetzt ist jedes Mittel Recht und jeder Einwand wird ungeprüft vom Tisch gewischt. Groteske Widersprüche im eigenen Heilsanspruch werden ignoriert und Sprache nur noch benutzt, um sich und seinesgleichen die Richtigkeit und Wichtigkeit der umfassenden Mobilmachung gegen alles zu versichern, was sich nicht bedingungslos unterwirft. Die alten Schablonen, die zuvor Diskurse strukturiert haben, sind nur mehr Ruinen, in denen sich johlende Cheerleader kaum noch die Mühe machen, wenigstens den Anschein einer zivilisierten Rede zu erwecken.

Fredy

11. Januar 2021 22:08

Wenn ich Demokrat wäre, würde ich Sleepy Joe nach Amtseinsetzung für überflüssig halten und ihn von einem "rechtsextremistischen Trumper" ableben lassen: Harris sofort an der Macht, mit hemmungsloser Befugnis.

Solution

11. Januar 2021 22:13

Was man immer wieder betonen muß, ist die mittlerweile nicht mehr zu übersehende Tatsache, daß bereits fast alle größeren und immer mehr mittlere und kleinere private Firmen sich in politische Akteure verwandelt haben. Natürlich nur im Sinne linker und linksliberaler Politik.

Diese nun offen politisch aktiven Firmen säubern sich von nichtlinken Mitarbeitern, agieren offen gegen die Meinungsfreiheit und benutzen fast jede Möglichkeit ihrer Werbeaktivitäten zur Verbreitung dieser destruktiven Inhalte, von Multikulti bis zur Förderung von LGBTQ+. Besonders der überproportionale Einsatz von Nichtweißen und die offene Werbung für Vermischung geben dem ganzen eine - nach ihren eigenen verlogenen Maßstäben - rassistische Note (antiweiße, "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit"). 

Der Ethnosuizid der europäisch stämmigen Menschen hat an Umfang und Dynamik gewonnen. Die weiße Welt stirbt. Kapital und Linke sind eine verheerende Allianz eingegangen. Dabei hat die Linke allerdings schon heute die schlechteren Karten. 

RMH

11. Januar 2021 22:44

@quarz,

Teil 1

die Verengung des Argumentationshorizonts würde ich sicher nicht als "neurotisch" bezeichnen. Ich denke, die meisten denken doch deutlich weiter und Trump selber - als Person - dürfte fast allen ziemlich egal sein.

Der Umstand war doch eher so, dass mit Trump an der Spitze der USA die versammelte Linke, die Globalisten, die Transhumanisten, die NWO- Jünger etc. etwas hatten, woran sie sich abarbeiten mussten (und das machen sie nach wie vor sehr gründlich!) und der sich nicht brav fügte. Diese Aufmerksamkeit, die DT quasi auf sich konzentriert hat, ermöglichte vielen Nischen, der Rechten etc. ein Stück weit Fortkommen und Freiheit. Und gerade als nicht in den USA Lebender kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Trump der für uns ungefährlichste US-Präsident seit, tja, seit wann eigentlich? Mindestens seit Jahrzehnten war.

Insofern ist keine Neurose am Start, sondern eine Verunsicherung und auch ein Stück weit Angst vor dem roll back ... der sicher kommen wird.

 

RMH

11. Januar 2021 22:45

@quarz - Teil 2/2:

Trump selber hat dabei - wie ich an anderer Stelle hier schon geschrieben habe - erstaunlich wenig harte Fakten geliefert und viele seiner Anhänger letztlich auch stark enttäuscht, ja zum Teil missbraucht. Aber er war wie ein Mega-Magnet, der den ganzen linken, kulturmarxistischen NWO- Pöbel - wie starkes Licht die Motten - magisch angezogen hat und damit einen enormen Windschatten erzeugt hat. Was machen jetzt die ganzen Karikaturisten, die ganzen Lohnschreiber, die ganzen staatstragenden Politiker in der EU? Über wen wollen sie schimpfen? Auf wen wollen sie mit dem Finger zeigen? An wem ihre ganze Unfairness auslassen? Über wen wollen sie Myriaden von WhatsApp Verhohnepiepelungen verbreiten? Über Boris Johnsen? An Xi Jinping trauen sie sich sicher nicht heran.

RMH

11. Januar 2021 22:48

Ups - da hab ich den Beitrag von

@quarz

aber ein bisschen falsch verstanden. Dann sind meine vorherigen 2 Beiträge bitte allgemein zu verstehen (kanns leider nicht mehr bearbeiten).

Sorry!

Lotta Vorbeck

11. Januar 2021 23:00

@Flaneur - 11. Januar 2021 - 09:16 PM

"... Liberale Systeme gehen den entgegengesetzten Weg, womit ihre liberale Kultur untergeht, ihre Zivilisation gescheitert ist. Das erleben wir jetzt offenbar."

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Der Sturm ist da!

Der Abriss des Theaters, der finale Akt hat begonnen!

Gelddrucker

12. Januar 2021 00:14

Ich schätze Lichtmesz' Analysen bin aber der Meinung er schießt hier mit seinem dystopischen 1984-Szenario etwas übers Ziel hinaus.

 

Twitter hat heute anscheinend 5 Milliarden an der Börse verloren.

 

Warten wir erstmal ab wo das alles hinführt und sind flexibel was Alterantiven angeht.

 

Nebenbei sollte natürlich die erste Patriotenpflicht es sein, noch bei FB/Youtube etc angemeldet zu sein und dort den Ton zu verschieben.

 

Ob der Kapitol"sturm" am Ende gut oder schlecht war wird sich zeigen. Meines Erachtens sind die USA (im Gegensatz zu Europa) demographisch sowieso kaum zu retten, daher sollte man eine Sezession anstreben.

brueckenbauer

12. Januar 2021 00:19

Als Ganzes gesehen, war das wohl ein Ereignis wie der 17. Juni 1953 - wo es auch "Enthemmungen" und Ausschreitungen gab und wo die Regierungspresse auch den Faschismus vor den Toren sah.

Ja, eine "Belagerung" wäre besser gewesen - Martin Sellner hat nicht umsonst seinen Gene Sharp studiert. Aber beim 17. Juni fragt auch keiner mehr nach der besseren Taktik. Die Aufgabe ist doch jetzt, die Gegenreaktionen der erschrockenen Machthaber im Auge zu behalten und den Opfern dieser Gegenreaktionen so weit als möglich zur Seite zu stehen.

bb

12. Januar 2021 07:56

@Gelddrucker das sehe ich ganz anders. Ich habe sämtliche Konten bei Big Tech geschlossen und werde jetzt endgültig und exklusiv auf alternative Dienste umsteigen. Dies sollten auch alle Produzenten von Inhalten tun. Der Fall Parler hat gezeigt, wie gleichgeschaltet die Technologieriesen bereits sind und wie koordiniert sie zuschlagen. Wartet man jetzt noch als Produzent mit dem Umzug auf alternative und zensursichere Dienste, dann wird man im Ernstfall seine Schäfchen nicht mehr schnell genug mitnehmen können. Abgesehen davon würde es auch ein wichtiges Signal an die Betreiber senden, wenn die Mitglieder des rechten Lagers jetzt geschlossen ihre Konten schließen würden. Auch in Russland stehen Server, man muss nichts bei Amazon bestellen, Videos kann man auch bei Odysee teilen und auf Twitter kann wohl jeder getrost verzichten, bis Parler umgezogen ist oder irgendwer einen neuen Dienst hochgezogen hat.

In diesem Sinne noch eine Bitte an die Redaktion: Verknüpfen Sie in den Beiträgen doch keine Seiten von linksextremen Organisationen, die sich als Unternehmen tarnen.

quarz

12. Januar 2021 08:51

@Gelddrucker

"Twitter hat heute anscheinend 5 Milliarden an der Börse verloren."

Der aktuelle historische Moment stellt eine einzigartige Chance dar, die Schleusenwärter der Informationsflüsse wirtschaftlich empfindlich zu treffen, die sich anschicken, den Wettbewerb der politischen Meinungsbildung nach ihrem Belieben zu verzerren.

Mit 77 Millionen Wählern im Rücken, die laut Erhebungen überwiegend vom Wahlbetrug überzeugt und über die Machtergreifung Medienlenker empört sind, ließe sich ein beispielloser Boykott ihrer Unternehmen in die Wege leiten. Er müsste aber beworben und organisiert werden, damit der Frust der Empörten nicht in sinnlosen Spontanaktionen verpufft, sondern in die effektivsten Kanäle geleitet wird.

Der gute Manfred

12. Januar 2021 12:06

Ein wenig zu kurz kam mir in den beiden Artikeln die doch große Wahrscheinlichkeit, daß es sich um eine False Flag Aktion gehandelt hat, unbenommen, daß Patrioten die Gelegenheit wahrnahmen, die geöffneten Schranken zu benutzen.

https://www.theepochtimes.com/the-false-flag-is-raised-in-washington_3648041.html

Heinrich Loewe

12. Januar 2021 12:23

Es wird allenthalben genörgelt, daß Trumps Präsidentschaft zu wenig Ergebnisse brachte. Dies ist albern. Im November 2016 fiel ihm, mit ein paar Clowns an der Seite, der Königsmantel auf die Schultern. Niemand außer er und Bannon hatten an den Erfolg geglaubt.

Hier wird die ganze Geschichte erzählt: https://youtu.be/pm5xxlajTW0, äußerst Interessant! Das Personal für die hunderten zu besetzenden Stellen kam über die Heritage Foundation. Wer ist vertrauenswürdig?

Man muß sich klar machen, wie äußerst schwierig es wohl war, bei Gegnerschaft der Demokraten, des GOP-Establishment, der Dienste, des „Swamp“, die MAGA-Agenda durchzusetzen.

Die wesentlichen Erfolge: Wirtschaftswachstum über 3 %, Lohnsteigerungen über 6% p.a., Arbeitslosigkeit bei Black Americans: Allzeit-Tief, Arbeitslosigkeit bei Latinos: 17-Jahres-Tief, Deregulierungen für Kleinunternehmen, Friedensmission im Nahen Osten, kein Krieg angefangen, klare Ansage an das kommunistisch-totalitäre China.

Er hat 11/3  10 Mio. Wähler dazu gewonnen (offiziell); mehr als jeder andere amtierende Präsident in der Geschichte, einschließlich des charismatischen Obama.

Die Geschichte wird ihr Urteil fällen: Sicher einer der bedeutenderen Präsidenten.

Ein gebuertiger Hesse

12. Januar 2021 12:53

Zu dem, was Trump hätte tun sollen, tun müssen, nicht nur seit letzter Woche, und was zu unterlassen womöglich schlimmer war, als wenn er ganz die Finger vom Herd gelassen hätte, eine Anekdote von Dashiell Hammett. Er, berühmter Krimiautor ("Der Malteser Falke"), der aber schon länger nicht mehr geschrieben hat, sitzt in den 1940ern zusammen mit seiner Gefährtin Lillian Hellman, die nun erfolgreicher ist als er und als deren Lektor er fungiert. Sie hat ihm ein neues Manuskript vorgelegt. Er hat es gelesen, brütet vor sich hin und schweigt. Als ihr das Schweigen zu beharrlich wird, faßt sie nach: "Okay, was ich geschrieben habe, ist also schlecht. Aber dann sag es doch endlich!" Irgendwann tut er es schließlich: "Nein, es ist nicht schlecht, das wäre ja noch einfach. Es ist schlimmer als schlecht. ES IST HALB GUT."

Arkadier

13. Januar 2021 02:14

@Ein gebuertiger Hesse     12. Januar 2021 12:53

Oder kürzer: Zu kurz gesprungen.

Tragisch wird es, wenn der Springer Massen davon überzeugt, dass der Sprung kinderleicht ist, und sie ihm alle folgen. 

Franz Bettinger

13. Januar 2021 11:52

@Heinrich Löwe schreibt: "Die Geschichte wird ihr Urteil fällen." Die Geschichte? Auf die ist kein Verlass. Sie hat auch über Deutschland ihr Urteil gefällt. Ein falsches, wie hier die meisten wissen. Wer weiß, welche Märchen "die Geschichte" uns sonst noch aufgetischt hat. 

Wahrheitssucher

13. Januar 2021 15:49

@ Franz Bettinger

„@Heinrich Löwe schreibt: "Die Geschichte wird ihr Urteil fällen." Die Geschichte? Auf die ist kein Verlass. Sie hat auch über Deutschland ihr Urteil gefällt. Ein falsches, wie hier die meisten wissen. Wer weiß, welche Märchen "die Geschichte" uns sonst noch aufgetischt hat.“

Sie verwechseln Geschichte mit Geschichtsschreibung. Und auch Letztere ist nie zu Ende geschrieben.

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