Zurück zur Maske? Zur Lage der IB

Die ersten identitären Gehversuche im deutschen Sprachraum fanden nicht mit offenem Visier statt.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.


Die Stö­rung einer lin­ken Ver­an­stal­tung in Frank­furt und eines „Tole­ranz-Tanz­fes­ti­vals“ in Wien hat­ten die Form von „hard bass mass attacks“. Der damals popu­lä­re, aus heu­ti­ger Sicht etwas pein­li­che Trend aus Ost­eu­ro­pa (öffent­li­che Tanz-Flashmobs  zu Tech­no) war die ers­te iden­ti­tä­re Akti­ons­form. Üblich war es dabei, sich zu mas­kie­ren. Bald war klar, daß es so nicht wei­ter­ge­hen konnte.

Rasch wur­den die Mas­ken fal­len­ge­las­sen – ein unver­zicht­ba­rer Schritt zur Über­win­dung der emo­tio­na­len Bar­rie­re. Die IB nahm als neu­rech­tes Trans­pa­renz­pro­jekt ihren Lauf.  Wie Götz Kubit­schek fest­stell­te, führ­te die­ses ehr­li­che Ange­bot nicht zu einer Ver­än­de­rung des Dis­kur­ses oder zu einem Umden­ken im geg­ne­ri­schen Lager. Die ange­bo­te­ne Hand wur­de aus­ge­schla­gen. Die IB als per­fek­ter „rech­ter Klon“ lin­ker NGOs und Pro­test­be­we­gun­gen wur­de trotz ihres gewalt­frei­en, trans­pa­ren­ten und demo­kra­ti­schen Wesens behan­delt als wäre sie eine Terrorbewegung.

Dies bedeu­tet aber nicht ihr Schei­tern. „Gesicht“ wur­de nicht pri­mär für den Geg­ner gezeigt. Wir glaub­ten nie dar­an, daß wir die Pres­se dazu brin­gen könn­ten, die Wahr­heit zu schrei­ben und die media­len Kli­schees zu besei­ti­gen. Das Ziel war, sie dazu zu brin­gen, immer absur­der zu lügen. Uns ging es vor allem dar­um, mit offe­nem Gesicht das eige­ne Lager zu errei­chen. Unter mas­si­ver Nut­zung der sozia­len Medi­en wur­de das Zeit­fens­ter, das bis zur digi­ta­len Todes­stra­fe durch „Deplat­forming“ blieb, genutzt, um eine neue rech­te, akti­vis­ti­sche „Mar­ke“ zu eta­blie­ren und eine hand­lungs­fä­hi­ge, anschluß­fä­hi­ge Avant­gar­de zu gründen.

In die­ser Frist konn­ten drei evo­lu­tio­nä­re Schrit­te (und revo­lu­tio­nä­re „Schnit­te“) für das akti­vis­ti­sche, rech­te Lager umge­setzt werden.

+ Ers­tens eine „welt­an­schau­li­che Revo­lu­ti­on“, die im Bereich der rech­ten Jugend­be­we­gun­gen mit alt­rech­ten All­ge­mein­plät­zen und der Tra­di­ti­on des NS brach.

+ Zwei­tens eine sti­lis­ti­sche Revo­lu­ti­on, die statt auf sym­bo­li­sche Feti­sche und die Bild­spra­che der Pseu­do­mi­li­tanz auf die Aneig­nung zeit­ge­nös­si­scher pop­kul­tu­rel­ler und modi­scher Trends setzte.

+ Drit­tens eine scho­nungs­lo­se Abrech­nung mit der Leit­stra­te­gie der Mili­tanz und des Kri­sen­kults zuguns­ten einer stra­te­gi­schen Metapolitik.

Die IB knüpf­te damit welt­an­schau­lich an der Kon­ser­va­ti­ve Revo­lu­ti­on an und  ver­such­te sich an einer real­po­li­ti­schen Umset­zung des Meta­po­li­tik­kon­zepts der Nou­vel­le Droi­te. Der Stil ergab sich in der Aus­ein­an­der­set­zung mit der Gegenwart.

Der Zustand des akti­vis­ti­schen Lagers vor der IB war pre­kär. Dem Wan­del, den die rech­te  Theo­rie­bil­dung voll­zo­gen hat­te, hink­ten Bewe­gung und Gegen­kul­tur hin­ter­her. „Faust“ und „Hirn“, Stra­ße und Par­la­ment, waren von­ein­an­der iso­liert. Mit dem iden­ti­tä­ren Akti­vis­mus ent­stand eine Kraft, die einer­seits als Impuls­ge­ber auf rechts­po­pu­lis­ti­sche Par­tien ein­wir­ken und ande­rer­seits für die brei­ten Mas­se „nor­ma­ler” Patrio­ten bis in die „Mit­te der Gesell­schaft“ hin­ein anschluß­fä­hig war.

Erst die­se bei­den Fak­to­ren machen eine poli­ti­sche Grup­pe hand­lungs­fä­hig. Ohne die­sen Reso­nanz­raum und die­ses Unter­stüt­zer­um­feld ist eine akti­vis­ti­sche Grup­pe iso­liert und frucht­los. Die neue Stel­lung in der poli­ti­schen Land­schaft konn­te die IB nur bezie­hen, weil sie dank ihrer drei rech­ten Revo­lu­ti­ons­schrit­te eben­so pro­vo­kant wie anschluß­fä­hig war.

Die­se Grün­dung der IB war dabei nicht, wie die feind­li­che Pres­se natür­lich behaup­te­te, ein bloß sti­lis­ti­sches „Update“. Das hat­ten schon alt­rech­te Grup­pen zuvor erfolg­los ver­sucht. Die Über­win­dung von ideo­lo­gi­schen und sti­lis­ti­schen Feti­schen, denen das Mono­pol für revo­lu­tio­nä­res rech­tes Den­ken zuge­schrie­ben wur­de, war und bleibt eine ideen­ge­schicht­li­che Not­wen­dig­keit. Sie erfolgt nicht aus Gefall­sucht und Kal­kül, son­dern aus inne­rem Antrieb und auf­grund der kri­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Gewe­se­nen, die einen ech­ten „Neu­rech­ten“ ausmacht.

Das durch­schau­ba­re Ziel der staat­li­chen (und medi­al ver­stärk­ten) Repres­si­on wur­de es, die­sen Evo­lu­ti­ons­pro­zeß zu stop­pen und die neue Stel­lung im poli­ti­schen Nie­mands­land aus­zu­mer­zen. Die Vor­hut, die eine neue poli­ti­sche Form ver­kör­per­te, soll­te mit hef­ti­gen Schlä­gen zur Resi­gna­ti­on oder in Radi­ka­li­sie­rung getrie­ben werden.

Durch die­se Zer­schla­gung iden­ti­tä­rer Struk­tu­ren soll­te ein Genera­tio­nen­wech­sel und damit eine Wei­ter­ga­be der genann­ten Prin­zi­pi­en erschwert wer­den. Maxi­ma­le Dämo­ni­sie­rung soll­te die Anschluß­fä­hig­keit zer­stö­ren, die Grup­pe im rech­ten Lager iso­lie­ren und die „Nach­schub­we­ge“ aus­trock­nen. Das ver­blie­be­ne Per­so­nal soll­te sich ent­we­der resi­gniert ins bür­ger­li­che Leben zurück­zie­hen oder im sub­kul­tu­rel­len Pilz­ge­flecht der alt­rech­ten Sze­ne versickern.

Tat­säch­lich bedeu­tet ein Reform­pro­jekt wie das iden­ti­tä­re einen stän­di­gen Marsch auf der Gip­fel­li­nie. Gähn­te links der Abgrund des Phi­lis­ter­tums und des Main­streams, so lau­er­te rechts stets die Schnee­spal­te der alt­rech­ten Sub­kul­tur. So opfer­reich das Leben in jener NS-affi­nen Sze­ne sein mag, so wenig Anfor­de­run­gen stellt es im Bereich der Theo­rie­bil­dung, Per­so­nal­po­li­tik und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Stra­te­gie des Main­streams, jeden rech­ten Akti­vis­mus als mili­tan­ten, natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Extre­mis­mus dar­zu­stel­len, arbei­tet der ange­maß­ten Mono­pol­stel­lung der Sze­ne und ihrer Ver­ach­tung für alles ver­meint­lich „Laue“ zu. Das geteil­te Inter­es­se von Staats­schutz und eini­gen alt­rech­ten Akteu­ren ist es, einen neu­rech­ten, poli­ti­schen, gegen­kul­tu­rel­len und theo­re­ti­schen Gestal­tungs­raum so klein wie mög­lich zu hal­ten.  Die sub­kul­tu­rel­le “Kon­ta­mi­nie­rung” macht den Ein­satz der “Naz­i­keu­le” leichter.

Die Ange­hö­ri­gen der Sub­kul­tur behal­ten mit ihren Kas­san­dra­ru­fen gern recht, daß der Main­stream jeden Rech­ten „sowie­so als Nazi“ dif­fa­mie­rend behan­de­le. Das Sys­tem tut ihnen die­sen Gefal­len eben­so gern. Die Kon­se­quenz, die sich bei­de erhof­fen, ist, daß die so Atta­ckier­ten am Ende jeden Ver­such der Pro­fi­lie­rung auf­ge­ben und sich in die aus­ge­tre­te­nen Lager des alt­rech­ten Kli­schees fal­len­las­sen. Dort lebt es sich zwar nicht ange­nehm, aber dafür „unge­niert“. Der woh­li­ge Schau­er der frei­wil­li­gen Selbst­mar­gi­na­li­sie­rung geht auf Kos­ten jeg­li­cher poli­ti­schen Wirk- und Handlungsfähigkeit.

Die Sub­kul­tur besitzt nach Sie­fer­le „zwar einen hohen Auf­merk­sam­keits­wert, doch ist die­ser not­wen­di­ger­wei­se so nega­tiv besetzt, daß ihren Trä­gern zwar sata­ni­sche Kräf­te zuflie­ßen, sie sich zugleich aber selbst als Ver­eh­rer des schlecht­hin Bösen stig­ma­ti­sie­ren. Das Böse indes hat zwar eine gewal­ti­ge Kraft, doch bleibt es not­wen­dig aso­zi­al, wird zum Aus­druck ledig­lich ästhe­tisch-spie­le­ri­scher Ele­men­te, ist also nicht pro­gramm- und poli­tik­fä­hig.“ (Sie­fer­le, Epo­chen­wech­sel, S.462)

Ohne eine kla­re Pro­fi­lie­rung samt Per­so­nal­po­li­tik und nöti­gen­falls auch Abgren­zung wird jede rech­te Grup­pe auto­ma­tisch von alt­rech­ter Sub­kul­tur auf­ge­so­gen. Dies ist jen­seits von „lais­sez fai­re“ und „pani­scher Distan­zie­rung“ (Modi, zwi­schen denen die AfD schwankt) nur mög­lich, wenn man eine kla­re Welt­an­schau­ung hat. Gin­ge das Kal­kül des Sys­tems auf, wür­den iden­ti­tä­re Poten­tia­le hin­ter den „Drei­schritt“ zurück­fal­len.  Dies führt am Ende auto­ma­tisch in eine stra­te­gisch hoff­nungs­lo­se Lage, in der sich eini­ge in ohn­mäch­ti­ger Mili­tanz ent­la­den und ande­re sich sub­kul­tu­rell einrichten.

Haben die Geg­ner die­ses Ziel erreicht? Das wird sich wei­sen. Direkt nach der erzwun­ge­nen Ruhe­pau­se durch das Pro­zeß­feu­er­werk gegen die IB und mei­ne Per­son folg­te die Über­wöl­bung der rech­ten Akti­vi­tä­ten durch die „Coro­na­kri­se“. Iden­ti­tä­re Struk­tu­ren nutz­ten die­se Zeit neben dem reprä­sen­ta­ti­ven Akti­vis­mus auf Demos für eine Trans­for­ma­ti­on und tak­ti­sche Anpas­sung.  Die­se äußert sich sicht­bar in einer Wie­der­kehr der Maske.

Beför­dert durch die „Ver­mum­mungs­ge­bo­te“ bei Coro­na­de­mos und getrie­ben durch die nack­ten Kos­ten zer­mür­ben­der Straf­ver­fah­ren, zeigt sich der iden­ti­tä­re Akti­vis­mus im deutsch­spra­chi­gen Raum seit eini­ger Zeit mas­kiert. Aus­ge­hend von Wien, tre­ten iden­ti­tä­re Grup­pen bei Stör–  und Ban­ner­ak­tio­nen anony­mi­siert auf. Mit ihren Kap­pen und Schlauch­schals machen die Akti­vis­ten einen orga­ni­sier­ten, dyna­mi­schen, jedoch kei­nen mili­tan­ten oder para­mi­li­tä­ri­schen Eindruck.

Die­se Art des Auf­tre­tens hat ent­schei­den­de Vor­tei­le. Links­ex­tre­mes Outing und juris­ti­sche Schi­ka­nen wer­den erschwert. Der Gesichts­schutz senkt gera­de ange­sichts der schar­fen Repres­si­on der letz­ten Jah­re die Hür­de, sich anzu­schlie­ßen und Akti­vist zu wer­den. Die Tak­tik ermög­licht einem brei­te­ren Umfeld, das (noch) nicht dazu bereit ist, Gesicht zu zei­gen, die Teil­nah­me an Aktio­nen. Die Mas­ken ver­schlei­ern nicht nur die Iden­ti­tät, son­dern auch die genaue Zahl der Akti­vis­ten, da unklar ist, wer bei wel­cher Akti­on teil­ge­nom­men hat.

Zu die­ser tak­ti­schen Anpas­sung fin­det auch eine Struk­tur­ver­än­de­rung statt. Vie­le klei­ne regio­na­le Grup­pen schos­sen in der letz­ten Zeit aus dem Boden. Akti­ons­be­rich­te wer­den an zen­tra­le und anony­me Por­ta­le wie “Akti­ons­mel­der” und “Wider­stand in Bewe­gung” geschickt und dort ver­öf­fent­licht. Die­se Form der Orga­ni­sa­ti­on in der Disper­si­on ist im lin­ken und rech­ten Lager alt­be­kannt und die natür­li­che Reak­ti­on auf poli­ti­sche Verfolgung.

Die Fra­ge, wel­che ich mir zusam­men mit den Lesern des Blogs stel­le, lau­tet: kann der Ansatz der iden­ti­tä­ren Bewe­gung die­se Trans­for­ma­ti­on über­le­ben? Wider­spricht die­se tak­ti­sche Anpas­sung der oben umris­se­nen Stra­te­gie der IB? Auf die Schlag­zahl der Aktio­nen und die Anzahl der Akti­vis­ten wirk­te sich die neue Tak­tik gut aus. Aus eige­ner Erfah­rung kann ich berich­ten, daß sich das Poten­ti­al nach einer Sta­gna­ti­on im Jahr 2019 seit 2020 qua­li­ta­tiv und quan­ti­ta­tiv posi­tiv ent­wi­ckelt. Doch allein das muß nichts bedeuten.

Die IB stellt an sich jedoch einen ande­ren Anspruch. Ihre Stra­te­gie ist es, über die Mobi­li­sie­rung des Vor­felds und geziel­te meta­po­li­ti­sche Arbeit das rech­te Lager auf ein Ziel hin zu fokus­sie­ren und in einer Stra­te­gie zu ver­ei­nen. Wenn sie für die gesam­te Ziel­grup­pe der rech­ten Gegen­öf­fent­lich­keit und Par­tei nicht anschluß­fä­hig ist, ist sie nicht hand­lungs­fä­hig und ihr Tun sinnlos.

Wür­den die Iden­ti­tä­ren nach dem Plan ihrer Fein­de zu einer sub­kul­tu­rel­len, ten­den­zi­ell alt­rech­ten Grup­pe regre­die­ren, gäbe es kei­nen Unter­schied mehr zu den bis­he­ri­gen, erfolg­lo­sen Anläu­fen rech­ten Akti­vis­mus.  Ein iden­ti­tä­res Resi­du­um, das die Lügen der Pres­se über angeb­li­chen Extre­mis­mus ex post bestä­tigt und ver­wirk­licht, könn­te sogar zu einer  gro­ßen Gefahr für das patrio­ti­sche Lager wer­den. Statt Avant­gar­de wäre die IB dann ein Werk­zeug zur Spal­tung, Dämo­ni­sie­rung und Skandalisierung.

Nüch­tern fest­zu­hal­ten ist, daß der neue Stil neben den erwähn­ten Vor­tei­len weni­ger nah­bar und volks­nah wirkt und in eine sub­kul­tu­rel­le Rich­tung geht. Er ver­schiebt den Reg­ler von der Anschluß­fä­hig­keit in Rich­tung der Pro­vo­ka­ti­on. Ob das sinn­voll ist, darf nicht Fra­ge per­sön­li­cher Vor­lie­ben sein, son­dern muß stra­te­gisch beur­teilt werden.

Nach wie vor gilt, daß bereits das blo­ße „Rechts­sein“ und die Behaup­tung des Volks­be­griffs im heu­ti­gen Kon­text der­art pro­vo­kant sind, daß es kaum Sinn ergibt, das eige­ne Pro­fil nach­zu­schär­fen. Bes­ten­falls dient dies dann inne­ren sze­nen­po­li­ti­schen Bedürf­nis­sen und stellt im Rah­men des „poli­ti­cal iden­ti­ty para­dox“ klas­si­sches „Bon­d­ing“ (böse gesagt: sze­nen­po­li­ti­sche Selbst­be­frie­di­gung) dar.

Den­noch glau­be ich nicht, daß die Rück­kehr zu Mas­ke als tak­ti­sche Anpas­sung die Leit­stra­te­gie der IB und ihre Rol­le als Avant­gar­de des rech­ten Lagers gefähr­det. Auch die Anschluß­fä­hig­keit einer Bewe­gung fin­det in einem dyna­mi­schen Kon­text statt. Ziel des iden­ti­tä­ren Akti­vis­ten ist, nach einem Wort von Phil­lip Var­don: „unse­rem Geg­ner Angst zu machen, und nicht unse­ren Groß­el­tern“. Eben­so ist es aber auch das Ziel, mit Aktio­nen und Auf­tre­ten zuerst dem eige­nen Lager und den Unent­schlos­se­nen zu gefal­len und nicht unse­ren Feinden.

Die Anschluß­fä­hig­keit und Pro­fi­lie­rung, die geziel­te Kom­mu­ni­ka­ti­on und „Mar­ken­bil­dung“ einer rech­ten Par­tei und Bewe­gung darf sich nicht nur am Main­stream und einer ver­meint­li­chen „Mit­te“ ori­en­tie­ren. Ihre Ziel­grup­pe ist das Volk in Form der  zu schaf­fen­den „schwei­gen­den Mehr­heit“, wie sie Götz Kubit­schek beschreibt. Nicht wir wol­len uns der Zeit und der Gesell­schaft anpas­sen, son­dern umgekehrt!

Den Adres­sa­ten der Bot­schaft, also den rechts­of­fe­nen und dis­si­den­ten Tei­len des Vol­kes, muß man dazu ent­ge­gen­kom­men, statt sie in selbst­ge­fäl­li­ger, sub­kul­tu­rel­ler Pose zu ver­schre­cken. Doch zeit­gleich müs­sen sie her­aus­ge­for­dert, wei­ter­ge­führt und „geis­tig ver­schärft“  wer­den. Statt sie bloß in ihrem halb­be­wuß­ten Zustand zu bestä­ti­gen und zu bespa­ßen, gilt es, sie zu moti­vie­ren und zu sammeln!

Ent­spre­chend der Ver­schär­fung der Lage in den zahl­rei­chen Kri­sen der letz­ten Jah­re ist auch das brei­te, rech­te Lager offe­ner für die neue, in dem Fall mas­kier­te, Form des Wider­stands gewor­den. Die Ver­brü­de­rung der Wut­boo­mer und Jung­ak­ti­vis­ten, der Alt­hip­pies und Neu­rech­ten, das Neben­ein­an­der von Peace­fah­nen und  Pyro­tech­nik auf den Coro­na­de­mos zeigt, daß die­se Syn­the­se gelin­gen kann.

Fest steht aber auch, daß die Bewe­gung neue Gesich­ter braucht. Die Über­win­dung der „emo­tio­na­len Bar­rie­re“ und die Gewin­nung eines eige­nen Sprechorts braucht star­ke Per­sön­lich­kei­ten, die mit offe­nem Visier auf­tre­ten. Dabei müs­sen weni­ger Gesicht zei­gen, als in der Anfangs­pha­se, doch es gilt: „non quod, sed qua­les“. Die neu­en Gesich­ter müs­sen cha­ris­ma­ti­sche und authen­ti­sche Per­sön­lich­kei­ten sein, die den neu­en Stil eben­so wie die klas­si­schen Wer­te ver­kör­pern, um für die zu spre­chen, die hin­ter der Mas­ke bleiben.

Blei­ben iden­ti­tä­re Grup­pen den bei­den wich­ti­gen Allein­stel­lungs­merk­ma­len der Bewe­gung treu (sprich: sind sie wei­ter­hin welt­an­schau­lich neu­rechts und gewalt­frei), dann wird die­se Trans­for­ma­ti­on von Erfolg gekrönt sein. Der drit­te Punkt, der iden­ti­tä­re Stil von 2012, wird jedoch wohl in sei­ner Zeit blei­ben. Er ist mit sei­nen Trä­gern geal­tert. Ein neu­er ent­steht in der Aus­ein­an­der­set­zung der neu­en Genera­ti­on mit ihrer Gegenwart.

Die Mas­ken­män­ner wer­den also in nächs­ter Zeit – der Repres­si­on von Fae­ser und Co. zum Trotz – immer häu­fi­ger auf­tau­chen. Sie kämp­fen als Speer­spit­ze für das gan­ze rech­te Lager und set­zen sich gro­ßen Risi­ken aus. Auch mas­kiert bleibt ihr Ziel jedoch, daß eines Tages sie und alle ande­ren ihre rea­len und digi­ta­len Mas­ken able­gen und ohne Angst offen rechts sein können.

– – –

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Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

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Kommentare (30)

Niekisch

21. Februar 2022 12:10

Es gibt schon Rechtsprechung zum Vermummungsverbot hinsichtlich "Schlauchschals":OLG Bamberg, 24.11.2015 - 3 Ss OWi 1176/15 - dejure.org

 

kikl

21. Februar 2022 12:20

"Nüchtern festzuhalten ist, daß der neue Stil neben den erwähnten Vorteilen weniger nahbar und volksnah wirkt und in eine subkulturelle Richtung geht. Er verschiebt den Regler von der Anschlußfähigkeit in Richtung der Provokation...."

Deswegen wird es sehr wichtig sein, dass die Masken nicht bedrohlich sondern einladend wirken. Eine Maske, die ein stilisiertes aber lächelndes Gesicht zeigt? Die Vendetta-Maske Anonymous kommt mir in den Sinn.

"Auch maskiert bleibt ihr Ziel jedoch, daß eines Tages sie und alle anderen ihre realen und digitalen Masken ablegen und ohne Angst offen rechts sein können."

Eine wahre Aussage, die unseren derzeitigen Zustand beschreibt; sie passt in einen autoritären Staat aber nicht in eine freiheitliche Demokratie.

ukbahner

21. Februar 2022 13:23

Hm, ich seh keine charismatische und authentische Persönlichkeiten....

Offen rechts ? In einer Gesellschaft in der ich als bekennder Liberal Konservativer  schon "rechts" bin...und im Job sehr gut überlegen muss was ich wann sag... Ich sag viel über " wotsepp status"...wer wagt da Offenheit ? 

Es ist wie ..wer erreicht mehr  Spaziergänger oder  1000 Mails ...was will/ kann die AfD ? Was kann die IB erreichen 🤔. Widerstand / Widerspruch auf der Straße oder im Parlament ? Ich hab nur n kleines 60 jähriges Gehirn....und das sagt wenn wir nicht ( endlich) alles bündeln und gemeinsam....dann kommt bald Kanada 2 und jeder wird in seiner Ecke verkloppt...verbal oder im körperlichen Direktkontakt.

sok

21. Februar 2022 13:34

Meiner Meinung nach wäre es ein großer Vorteil, wenn die Idenditäre Bewegung die gigantische europäische Idenditätsstudie von Schmidt-Denter zur Kenntnis nehmen würde. Der Grund dafür ist, dass man wesentlich genauere Informationen erhält, wenn man gezielte Umfragen  macht und nicht nur Wahlergebnisse auswerten kann.

Ein Beispiel ist die Frage, ob es eine schweigende Mehrheit gibt. Schmidt-Denter kommt  zu  dem Ergebnis, dass es eine zum Schweigen gebrachte Mehrheit gibt und diese Mehrheit auch weiß, dass sie  zum Schweigen gebracht wurde. Schmidt-Denter fordert deshalb eine Evaluation der Holocaust-Erziehung.

Schmidt-Denter weist darauf hin, dass die heutige Erziehung gesundheitsschädlich ist. Da kaum ein Gutmensch die Gesundheit seiner Kinder opfern will, um seine Kinder zu Gutmenschen zu erziehen, könnte  man die Diskurshoheit erzielen und z.B. fordern, dass der Besuch von Gedenkstätten von den Eltern genehmigt werden muss.

Schobbepetzer

21. Februar 2022 15:01

Wichtiger in meiner persönlichen Wahrnehmung sind die auffälligen Transparente ("Wir sind die rote Linie"), die bei den Corona Demos getragen wurden. Diese kamen zumindest in den Medien sehr prägnant rüber. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob Ihr, die IB, immer dahinter steht.

Wenn die Maske die Träger der Transparente schützt, ist das gut so. Ich glaube nicht, dass jemand die Träger wahrnimmt, er nimmt das Transparent wahr. Die Antifa war schon immer maskiert + Sonnenbrille, jetzt darf sie das auch noch offiziell. Scheint zumindest für die Antifa eine sinnvolle und erfolgreiche Maßnahme zu sein.

Eine kleine Bewegung lebt doch davon, dass man nicht wirklich einschätzen kann, wieviele es sind. Da hilft die Maske in jedem Fall.

Gesicht zeigen wo möglich, Maske wo nötig. Das Gleiche gilt für das Bekenntnis "Ich bin rechts". Wem oder was bringt es etwas, den Helden zu spielen? Geduld ist gefragt und wie im militärischen Einsatz erstmal Eigensicherung, alles weitere ergibt sich.

MARCEL

21. Februar 2022 15:14

Eine Lagebeschreibung, die Zuversicht weckt. Kein trotziger Zweckoptimismus sondern klug durchdacht.

Vielleicht wird daraus ein neues "Otpor" (oder meinetwegen "Maidan")?

Zugleich offensiv (gegen das System, schonungslos) und integrierend (in Richtung auf "Spaziergänger" etc. Vertrauen bildend).

Das Regime muss sich selbst immer weiter diskreditieren und demaskieren. Die Frage ist nur: Wie reagiert es im Extremfall? Werden die durchdrehen oder klein beigeben oder bluffen?

Last not least: Ganz ohne ausländische Unterstützung wird es nicht gehen. Damit ist nicht nur eine interessierte Macht gemeint, sondern eine Art von "Anti-Corona-Internationale"

 

Monika

21. Februar 2022 17:43

Die Lage der IB ist trostlos. Wo ist ihr Stachel ?

Wir sind auf dem besten Weg in den Ökototalitarismus und da wird eine IB nichts mehr richten können. Der Einfluss der Grünen Jugend wächst. Die „Grüne Jugend wird jünger, linker, machtbewusster.“ (siehe  FAZ 21.2.22). Als „nützliche Idioten“ wirken die Vertreter der sog. LETZTEN GENERATION, die laut ihrem Selbstverständnis „den absoluten Klimakollaps noch aufhalten können“. Zwischen Widerstand und Katastrophe sieht diese verlorene Generation keinen Ausweg. Fanatisiert bis zum Äußersten. Wie eine Carla Hinrichs sagt: „Wir sind aus Liebe und wissenschaftlich fundierter Angst hier.“ Was harmlos und lächerlich aussieht, ist brandgefährlich. Diese Bewegung wird von der Politik, Großkonzernen und Lobbyisten unterstützt. Mit einem grünen Hypermoralismus  (es geht um nichts weniger als die Rettung der Welt) wird man die krudesten politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen durchdrücken können. Und das wird teuer, richtig teuer.  Denn  es kostet nicht nur Geld, sondern die Freiheit. Was kann da eine IB noch bewirken ?

Leute, es wird ungemütlich! Schaut der Realität  ins Auge. 

kikl

21. Februar 2022 17:50

Dem Marsch der Linken in die Institutionen folgt der Marsch in den autoritären Linksstaat. Sich als Rechter zu seiner politischen Einstellung öffentlich zu bekennen, ist nicht mehr möglich. Abweichler werden gesellschaftlich sanktioniert. Von einem demokratischen Rechtsstaat mit Meinungsfreiheit, Gewaltenteilung und Volksherrschaft kann leider keine Rede mehr sein. 

Aber es gibt immer mehr Aussteiger aus dem System. Diese Aussteigerin aus dem ÖRR offenbart, wie die "gelenkte Demokratie" funktioniert:

"Katrin Seibold hat von 2003 bis Ende 2021 bei ZDF / 3sat für die Sendung "Kulturzeit" als Redakteurin und Reporterin gearbeitet, bis 2008 auch als Moderatorin. ..."

https://www.youtube.com/watch?v=xqDocOfIqrc

Es passt zwar nur am Rande zu Martin Sellners Beitrag, aber ich hoffe, dass es den Identitären Einsichten und Mut bei ihrem friedlichen Protest verleiht.

quarz

21. Februar 2022 17:53

Gibt es eigentlich eine Zusammenarbeit zwischen IB und der Gegenuni? Werden Nachwuchsaktivisten dorthin zur theoretischen Schulung verwiesen oder wird diese IB-intern betrieben? Oder bleibt das jedem selbst überlassen?

AmazonBesteller

21. Februar 2022 18:55

Ach Monika... wo ist denn der Stachel der Christenheit? Der Stachel der Kirchen?

 

kikl

21. Februar 2022 20:28

Monika zitiert aus dem ersten Brief des Paulus an die Korinther:

 

"Tod, wo ist dein Sieg? / Tod, wo ist dein Stachel?"

Ich weiß das nur, weil ich einmal das deutsche Requiem von Johannes Brahms im Chor mitsingen durfte. Es ist der dramatische Höhepunkt im 6. Satz:

https://www.youtube.com/watch?v=ZXU9vqVdudM

Ich sehe auch keinen Grund für Defätismus. Die Furcht vor der IB ist so groß, dass sie massiv zensiert wird. Dabei bekundet die IB nur mit friedlichen Aktionen Ihr Anliegen.

Die Versteinerung der Linken erweckt nach außen den Anschein der Stärke, aber natürlich ist es eine Schwäche.

Denn das korrumpierte System delegitimiert sich systematisch selbst, womit es sein Ende einleitet. Entscheidend ist nur, dass die IB friedlich standhält.

Gelddrucker

21. Februar 2022 21:12

@Monika

Wen interessieren die Verirrungen einiger 15-jähriger Extremisten?

Ich war auch so mit 18, alles kein Drama.

 

Klar ist allerdings auch, dass die IB neue Felder braucht.

"Remigration fürs Klima" 

Das wäre hilfreich. Das Beharren darauf, dass alles an  der Erwärmung der letzten Jahre auf natürliche Ursachen zurückzuführen ist, wird der Rechten das Genick brechen, wenn man da nicht von abrückt und es offen lässt, ob und wie weit der Mensch da Einfluss hat.

 

Dennoch bleibt eines klar, egal ob im IB-Gewand oder nicht: Das größte Problem des patriotischen Widerstandes ist der patriotische Widerstand selbst.

90% heulen täglich in Youtube, Telegram etc. Aufrufe zu Aktivität verhallen, auch direkte Vernetzungsversuche in Telegram enden oft mit Ausreden. Irgendwie scheint man darauf zu vertrauen, dass es irgendjemand, die AfD oder sonstwer schon richten würde. Diese Einstellung muss endlich deskonstruiert werden.

Auch die besten Argumente für uns (Migration = völkerrechtswidrig, hypothetische Umkehrung der Lage, was wenn wir nach Afrika massenmigrieren würden und die Einheimischen zur Minderheit würden) werden selten bis garnicht bemüht anstatt den Widerstand um sie herum aufzubauen.

Laurenz

21. Februar 2022 21:54

@Monika

Wenn ich ein junger IB-Spund wäre, würde ich mich neben die "Letzte Generation" auf die Straße kleben.

@AmazonBesteller

"Ach Monika... wo ist denn der Stachel der Christenheit? Der Stachel der Kirchen?"

Zum Glück ist der weg. Fehlt nur noch die Säkularisierung. Dann können die Mitglieder einem ganz normalen Verein beitreten, so wie sich das gehört.

H. M. Richter

22. Februar 2022 00:06

@AmazonBesteller

"Ach Monika... wo ist denn der Stachel der Christenheit? Der Stachel der Kirchen?"

***

In Christo. Wo denn sonst?!

***

Ansonsten, - M.S.: Glück auf!

 

Monika

22. Februar 2022 09:24

@ Amazonbesteller „der Stachel der Kirchen ?“  Da ist keiner. Die „Priesterherrschaft der Intellektuellen“  ( Helmut Schelsky, Die Arbeit tun die anderen, 1975 !!! Aktueller denn je) hat auch die Kirchenmänner und Theologen zu Gefolgsleuten der soziologischen Heilslehren gemacht. Und damit die christl. Kirchen ausgehöhlt. ( siehe sog. Synodaler Weg). Aus den Kirchen kommt im Moment nichts. @ ) Kikl , mit Stachel wollte ich keinen Bezug zum Korintherbrief herstellen, sondern ausdrücken, dass die „Angst vor dem Volkstod  ( Generation identitäre ) mit der Angst vor dem Klimatod der Menschheit ( letzte Generation) nicht mithalten kann. Was ist die Volksrettung  gegen die Weltrettung? @ Laurenz , das finde ich eine super Idee. Die IB positioniert sich neben die Weltuntergangssekte, ohne allerdings den Verkehr zu behindern und bekocht aus den containerten Lebensmitteln die blockierten Autofahrer usw. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! 

Mitleser2

22. Februar 2022 10:35

@Monika: "Mit einem grünen Hypermoralismus wird man die krudesten politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen durchdrücken können"

Wird man versuchen. Und die Schafe werden erst mal mitgehen. Aber: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral". Wenn das kommt, und ich bin ziemlich sicher, dass es kommt, erst dann kann sich was ändern.

Nordlicht

22. Februar 2022 13:53

Da laut Bundeskanzler Scholz die Maske unbegrenzt bleiben sollte und laut Gates die nächste Pandemie unvermeidlich ist (- mit natürlich ebenfalls umfassenden Schutzmaßnahmen für die vulnerable Gesamtbevölkerung), wäre eine maskierte IB von Mainstream kaum noch zu unterscheiden.

Welch eine Perspektive ...

anatol broder

22. Februar 2022 16:41

@ monika 17:43

danke für den hinweis. abgesehen von der grünen jugend ist beim ökowahn zuvorderst die frauenstarke pharmaindustrie zu erwähnen. um sich dagegen zu stellen, müssten die identitären als heiler auftreten.

Hartwig aus LG8

22. Februar 2022 17:08

Viel Text von Martin Sellner; wie gewohnt.

Was bleibt?

Die Entscheidung zur "Maskierung" wird aus der Not und der Defensive heraus getroffen.

Die Entscheidung zur Maskierung ist unter den gegebenen Umständen die richtige Entscheidung; ich würde sogar sagen, sie ist zwingend geboten. Jedes unnötig offene Visier ist zu vermeiden.

Je öfter bürgerliche Existenz und Dissidenz unter einen Hut zu bringen ist, desto stabilisierender für unser Lager.

Diejenigen, die für immer demaskiert sind, benötigen die Solidarität unserer Gemeinschaft, insbesondere die Finanzielle.

Nicht nur die Aktiven der IB, sondern jeder, der sich an oppositionellen Handlungen beteiligt, sollte auf jede Art von Verbrechertum gegen sich gefasst sein, so unwahrscheinlich es auch sei.

 

 

Kurativ

22. Februar 2022 21:39

Ich denke, der wichtigste Schritt war, den NS realistisch zu beurteilen und den ganzen Klamauk darum aufzugeben.

Laurenz

23. Februar 2022 00:16

@Kurativ

Das Problem hierbei ist, das die Altparteien-Politik nur vorgibt, Antifa zu sein. Vieles des NS wird unter dem Teppich beibehalten & aktuell manches auch wieder eingeführt. Aber die Linke will natürlich vom Genossen Silone nix wissen. Da reagiert die Telepolis/Heise-Redaktion ganz allergisch drauf. So gesehen werden die Nationalsozialisten aktuell wieder linker.

Valjean72

23. Februar 2022 09:52

@Marcel:

Eine Lagebeschreibung, die Zuversicht weckt. Kein trotziger Zweckoptimismus sondern klug durchdacht.

Vielleicht wird daraus ein neues "Otpor" (oder meinetwegen "Maidan")?

Bei diesen Zeilen musste ich ich zweimal drüber lesen. Ist Ihnen nicht bekannt, dass sich hinter OTPOR, Maidan und den vielen Farbrevolutionen ähnliche Muster befinden und dass man dieselben globalen Strukturen dahinter vermuten kann? 

Schon allein das Logo von OTPOR (hier) sollte zu Denken geben.

kikl

23. Februar 2022 10:41

@Monika

Dieses Video beschäftigt sich mit dem Einfluss der hellenistischen Welt auf das neue Testament, das dürfte sie interessieren:

https://www.youtube.com/watch?v=JOsGRR-vqUw&t=105s

"...dass die „Angst vor dem Volkstod  ( Generation identitäre ) mit der Angst vor dem Klimatod der Menschheit ( letzte Generation) nicht mithalten kann."

Der Unterschied ist, dass man die "Umvolkung" bzw. den "Volkstod" mit seinen eigenen Sinnen überall beobachten kann, wo die indigene Bevölkerung von den Zuwanderern verdrängt werden. Der Klimatod ist lediglich ein mathematisches Modell; diese Angst beruht im Wesentlichen auf Indoktrination, weil 99% der Klima-Aktivisten diese Modelle überhaupt nicht verstehen.

Bei mathematischen Modellen gilt allerdings: Wenn wir noch nicht einmal etwas derart Primitives wie die Ausbreitung eines Virus mathematisch modellieren können, dann liegt das hoch-komplexe Klima weit weit weit außerhalb der Reichweite unsere Erkenntnismöglichkeit.

Die "Klimawissenschaft" stellt sich aus meiner Sicht als eine wissenschaftliche Anmaßung dar. Diese "Wissenschaft" beansprucht für sich die unbestreitbare Wahrheit und dieser "wissenschaftliche" Dogmatismus ist zu einer gesellschaftlichen Gefahr geworden.

Diese "Klimawissenschaftler" sollten sich jeden Tag vor den Spiegel stellen und laut sagen: "Ich weiß es nicht!" Denn das ist die Wahrheit.

Laurenz

23. Februar 2022 11:21

@Valjean72 @Marcel

Hier dazu der recht nüchterne Artikel von Stein in der JF

https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2022/putin-zielt-auf-eine-revision/

Imagine

23. Februar 2022 13:25

@Laurenz 23. Februar 2022 00:16
„Das Problem hierbei ist, das die Altparteien-Politik nur vorgibt, Antifa zu sein. Vieles des NS wird unter dem Teppich beibehalten & aktuell manches auch wieder eingeführt. Aber die Linke will natürlich vom Genossen Silone nix wissen.“

Für WEN ist dies ein Problem?

Als generelle Aussage ist es falsch, dass „die“ Linke davon nichts wissen will. Was die Partei „Die Linke“ betrifft ist es zutreffend. Aber das betrifft alle etablierten Parteien, CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP und auch die AfD, weshalb sie keine Alternative ist.

Was die systemkritischen Linken betrifft, ist Ihre Behauptung völlig falsch. Gerade die 68er-Linken betonten die Kontinuität zwischen NS-System und kapitalistischer Herrschaft. Und von Seiten der heutigen wirklichen Opposition ist das zentrale Thema die globale Faschistisierung im Empire mit Herrschaft durch das organisierte Weltverbrechertum.

Verstehen aber die sozialwissenschaftlich ungebildeten Rechten nicht, deren Hauptthemen sind andere.

Laurenz

23. Februar 2022 15:13

@Imagine @L.

"Aber das betrifft alle etablierten Parteien, CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP und auch die AfD"

Wieder mal haben Sie schlecht recherchiert. Heise/Telepolis erachte ich sehr wohl als altlinks & system-kritisch. Wenn Sie da Silone zu Frau Faeser zitieren, erlangen Sie sofort eine 3-Tages-Sperre. Da ist man arg empfindlich.

Und was die Alternativlosigkeit der AfD angeht, so publizieren & verfolgen Sie hier nur Ihre Imagine-Doktrin, ohne sich jemals eingehender damit zu befaßt zu haben. Ich muß sagen, das ist schon arg erbärmlich für unser Forum hier, was Sie hier als unser SiN-Marxist abliefern. Sie könnten wenigstens mal Beispiele bringen, aber Fehlanzeige. Aber das kennen wir ja schon. Ich werde Sie eines besseren belehren.

Hier eine recht aktuelle (& hervorragende) Rede von Dr. Berndt im Landtag fast punktgenau zu diesem Thema. Berndt bestätigt zwar nicht alle, aber viele Aussagen, die Sie, Imagine & Franz Bettinger, auf diesem Forum getroffen haben.

https://youtu.be/UWS8_rdV38U

Bei Die Linke war das auch mal ein Thema, aber seit man in Thüringen den MP stellt, ist das Thema dort gegessen.

Niekisch

23. Februar 2022 15:24

"von Seiten der heutigen wirklichen Opposition"

@ imagine 13:25: Wenn Sie mir diese Opposition anhand von Namen und verifizierten Inhalten hinreichend erläutern, dann stelle ich einen Aufnahmeantrag...

Monika

23. Februar 2022 16:50

@ Kikl Danke für das Video 

Volkstod oder Klimatod  ? Mir ist der Unterschied schon klar. Das Ding ist aber, dass die sog. „Letzte Generation“ tatsächlich empfindet, dass ihr Leben keine Zukunft mehr hat aufgrund der Klimaerwärmung. Und dass Hungersnöte auf uns zukommen. Die Masseneinwanderung und Überfremdung nehmen sie als nicht so bedrohlich wahr, bzw. allenfalls als Folge des Klimawandels. Wie gegen irrationale Ängste angehen ? Eigentlich tun mir diese „Aktivisten“ eher leid als dass sie mich nerven. Sie werden hart in der Realität ankommen. Und, sie gehören zur gleichen Generation wie die Identitären. Es sind Kinder der deutschen Boomer. Im Wohlstand aufgewachsen und trotzdem oder deshalb entwurzelt. Ohne spirituelle , geschichtliche und heimatliche Verortung. Wie übrigens viele junge Migranten auch. Vielleicht sollten diese verschiedenen Gruppen ernsthaft miteinander ins Gespräch kommen ? 

Volksdeutscher

23. Februar 2022 21:49

Wie ich sehe, zwei Kommentare von mir wurden wieder nicht freigeschaltet, die Wahrheit scheint hier manch einem wirklich wehzutun. Offensichtlich waren die Kommentare wieder einmal Volltreffer. Es ist nutzlos, von sich zu behaupten, die wahre, gute und schöne Rechte verkörpern zu wollen und die Nase über die Altrechte zu rümpfen, wenn man nur so viel und nicht mehr für die freie Meinungsäußerung übrig hat, denn das macht den edlen Anspruch zunichte.

Und ja, Tommy Robinson ist ein Pseudorechter, seine Aktivitäten fand ich immer peinlich bis lächerlich, als Politisierender wohl ein Hofnarr der Zionisten. Alle Welt weiß das. Wenn die IB seinen Weg geht, kann man sie getrost vergessen. Man kann nicht zwei Herren gleichzeitig dienen.

Kositza: Sie sind halt echt naiv.

Volksdeutscher

23. Februar 2022 22:10

@Laurenz

Ob die Revision tatsächlich in der beschriebenen Form gewollt ist und verlaufen wird, wie Stein es beschreibt, bleibt abzuwarten. Im Interesse Russlands könnte es freilich sein, die ehem. Ostblockstaaten näher an sich heranzuholen, d.h. in erster Linie in wirtschaftlicher Hinsicht. Das könnte bis zu einem gewissen Grad auch im Interesse dieser Staaten sein, aber mehr ist da nicht darin, da es für sie zu viele Gefahren birgt. Das Rad der Geschichte wird Putin eh nicht umdrehen können. Ungarn und Polen denken in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum und Bündnis mit anderen Staaten in der geographischen Mitte Europas. Das könnte nicht im Interesse Russlands sein, da es mal mehr, mal weniger verhohlen sich die Rolle des Hegemonen anmaßt.

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