Wer hat die Nord Stream-Pipelines gesprengt? (1/2)

Wer hat Lecks in drei von vier Röhren der Nord Stream-Pipelines 1 und 2 in der Ostsee gesprengt?

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

All­ge­mei­ner Kon­sens ist, daß es sich um kei­nen Unfall, son­dern um einen Sabo­ta­ge­akt han­delt. “Exper­ten und Regie­rungs­krei­se”, so der Tages­spie­gel, “glau­ben wegen der Kom­ple­xi­tät des Anschlags, dass er nur durch einen staat­li­chen Akteur durch­ge­führt wer­den konn­te.” Die Sprech­pup­pen der EU geben sich empört und dro­hen mal wie­der mit “Sank­tio­nen”, ohne einen kon­kre­ten Ver­däch­ti­gen zu nennen.

Die Medi­en kamen ins­ge­samt ver­gleichs­wei­se lang­sam in Gang. Kaum ein Arti­kel ver­säumt,  Ruß­land als Täter zu ins­i­niuie­ren, was nie­man­den über­ra­schen soll­te. Nutz­nie­ßer von einem Anstieg der Erd­gas­prei­se, sei, wer sonst, Wla­di­mir Putin. Habeck kom­men­tier­te die­sen Anschlag auf die “kri­ti­sche Infra­struk­tur” Deutsch­lands so:

Die Sicher­heits­be­hör­den, die Diens­te, die­ses Haus und auch die Betrei­ber tun das ihri­ge, um die kri­ti­sche Infra­struk­tur zu schüt­zen und die Ener­gie­ver­sor­gung in Deutsch­land sicher­zu­stel­len. (…) Deutsch­land ist ein Land, das sich zu ver­tei­di­gen weiß und Euro­pa ist ein Kon­ti­nent, der sei­ne Ener­gie­in­fra­struk­tur schüt­zen kann.

Der Ele­fant im Raum wird vom poli­tisch-media­len Kom­plex natür­lich geflis­sent­lich ver­schwie­gen. Inzwi­schen hat wohl jeder den Tweet von Radek Sikor­ski gese­hen, der ein Bild von den auf­blub­bern­den Gas­bla­sen im Meer pos­te­te, mit der Über­schrift “Thank you, USA.”

Sikor­ski ist ehe­ma­li­ger Außen­mi­nis­ter Polens, Mit­glied des EU-Par­la­ments und Vor­sit­zen­der der USA-Dele­ga­ti­on der EU.  Er ist außer­dem mit der US-Neo­kon­ser­va­ti­ven Anne App­le­baum ver­hei­ra­tet, die im letz­ten Jahr­zehnt viel dazu bei­getra­gen hat, die Geschichts­schrei­bung über den Holo­do­mor und die Sta­lin-Zeit geo­po­li­tisch aufzumunitionieren.

Woll­te er zün­deln? Hat er ein offe­nes Geheim­nis aus­ge­plau­dert? Offi­zi­ell spricht die pol­ni­sche Regie­rung natür­lich von einer mut­maß­li­chen “rus­si­schen Aggres­si­on”, aber womög­lich gibt es hin­ter den Kulis­sen klamm­heim­li­che Freu­de. Mit der Spren­gung der Pipe­lines ist jeg­li­che poten­ti­el­le Ver­hand­lungs­ba­sis zwi­schen Ruß­land und Deutsch­land in Sachen Ener­gie­lie­fe­rung fast völ­lig vom Tisch gewischt (eine Röh­re könn­te noch in Betrieb genom­men werden).

In Washing­ton hat man die Nord Stream-Pipe­line, die Ruß­land Gas­ex­por­te Rich­tung Wes­ten unter Umge­hung der Ukrai­ne ermög­licht, nie beson­ders ger­ne gese­hen. Schon 2020 mut­maß­ten etli­che Beob­ach­ter, die Affä­re Nawal­ny wäre insze­niert wor­den, um das Pro­jekt zu sabo­tie­ren. “Men­schen­rech­te” eig­nen sich für der­lei Manö­ver immer gut.

Spä­tes­tens seit der Krim-Anne­xi­on 2014 galt Putin als “anrü­chi­ger” Ver­hand­lungs­part­ner, und es wur­de erheb­li­cher Druck auf Deutsch­land aus­ge­übt, sei­ne Inter­es­sen nicht über einen Deal mit dem Teu­fel zu ver­fol­gen. Der mora­li­sche Vor­wand war damals Nawal­ny, heu­te ist es der Ukraine-Krieg.

Hier ist ein bei­spiel­haf­ter Kom­men­tar aus der Zeit vom Febru­ar 2021, in dem die Bun­des­re­gie­rung wegen man­geln­der Vasal­len­treue gegen­über den USA geschol­ten wird:

Das Nord-Stream-2-Pro­jekt wur­de 2015 ange­scho­ben, ein gutes Jahr nach der Krim-Anne­xi­on, als Wla­di­mir Putin mit vie­len Mit­teln ver­such­te, die Ukrai­ne zu tei­len und zu schwä­chen. Eines davon war, die Haupt­ex­port­rou­ten für rus­si­sches Gas durch die Ukrai­ne weni­ger wich­tig oder gar über­flüs­sig zu machen. (…) Den poli­ti­schen Scha­den davon haben allein die Deut­schen. Die Pipe­line ist ihr der­zeit größ­tes außen­po­li­ti­sches Pro­blem. Sie iso­liert Ber­lin zuneh­mend in der EU. Wirft Schat­ten auf alle wohl­ge­mein­ten Initia­ti­ven Ber­lins in Ost­mit­tel­eu­ro­pa. Ver­gif­tet den Neu­an­fang in den deutsch-ame­ri­ka­ni­schen Bezie­hun­gen. Alle schüt­teln den Kopf, wenn deut­sche Poli­ti­ker auf der Pipe­line beharren.

Der Zank­ap­fel ist das geo­po­li­ti­sche Ziel der Ame­ri­ka­ner, die Ukraine:

Vie­le fürch­ten, dass Russ­land mit­tels der neu­en Pipe­lines die Ukrai­ne umge­hen und danach erpres­sen könn­te. Schon heu­te blo­ckie­ren US-Sank­tio­nen die Fertigstellung.

Auf­hor­chen läßt die­ser Satz:

Die selbst gebau­te Fal­le der Deut­schen ist so dra­ma­tisch, dass eini­ge in der neu­en US-Admi­nis­tra­ti­on schon fast Mit­leid bekom­men. Der­zeit dis­ku­tie­ren Deut­sche und Ame­ri­ka­ner Wege, um Nord Stream 2 nicht ein­fach ein­mal laut und unwie­der­bring­lich zu zer­stö­ren, son­dern womög­lich als län­ger nutz­ba­res Druck­mit­tel im Umgang mit Russ­land zu gebrauchen.

Etli­che ande­re Indi­zi­en, die auf das “cui bono” die­ser Tat ver­wei­sen, machen gera­de im Netz die Run­de. Am 7. Febru­ar erklär­te Joe Biden in einer Pres­se­kon­fe­renz, daß ein Ein­fall Putins in die Ukrai­ne das Ende von Nord Stream bedeu­ten werde.

Biden: Es wird kein Nord Stream 2 mehr geben. Wir wer­den es been­den. (The­re will be no lon­ger a Nord Stream 2. We will bring an end to it.)

Repor­te­rin: Und wie wol­len Sie das voll­brin­gen? Da Deutsch­land die Kon­trol­le über das Pro­jekt hat. (How will you do that exact­ly? Sin­ce the con­trol of the pro­ject is wit­hin Germany’s control.)

Biden: Ich ver­spre­che Ihnen, wir wer­den dazu imstan­de sein. (I pro­mi­se you, we will be able to do it.)

Olaf Scholz war auf die­ser Pres­se­kon­fe­renz anwe­send. Dem Regie­rungs­chef von Deutsch­land wur­de hier also vom ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten unver­blümt mit­ge­teilt, daß die Ent­schei­dung über Nord Stream nicht in Ber­lin getrof­fen wer­den würde.

Schon am 27. Janu­ar des Jah­res hat­te Vic­to­ria  Nuland, eine wich­ti­ge Zünd­le­rin der ers­ten Stun­de im Ukrai­ne-Kon­flikt, mehr oder weni­ger das­sel­be gesagt:

Was Nord Stream 2 angeht, so füh­ren wir gera­de sehr inten­si­ve und kla­re Gesprä­che mit unse­ren deut­schen Ver­bün­de­ten, und ich möch­te auch Ihnen gegen­über Klar­text spre­chen: Wenn Ruß­land auf die eine oder ande­re Wei­se in die Ukrai­ne ein­mar­schiert, wird Nord Stream 2 nicht vorankommen.

Am 22. Febru­ar, kurz vor Aus­bruch des Krie­ges, publi­zier­te das tra­di­ti­ons­rei­che neo­kon­ser­va­ti­ve Organ Natio­nal Review einen Arti­kel mit dem Titel “Eine hüb­sche neue Pipe­line habt ihr da. Jam­mer­scha­de, wenn ihr etwas zusto­ßen wür­de”, also eine sar­kas­ti­sche Dro­hung wie aus einem Mafia-Film.

Es sei zwar posi­tiv, daß Olaf Scholz nun das Zer­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren für die Pipe­line gestoppt habe, als Ant­wort auf die Aner­ken­nung der ost­ukrai­ni­schen Sepa­ra­tis­ten­re­pu­bli­ken durch die rus­si­sche Regie­rung. Aber das grö­ße­re Pro­blem sei, daß das blö­de Ding über­haupt exis­tiert, und eine per­ma­nen­te Ver­su­chung für Deutsch­land darstellt.

Der Stopp des Zer­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­rens ist jedoch nur eine vor­über­ge­hen­de Maß­nah­me; die Pipe­line ist immer noch da, und war­tet dar­auf, genutzt zu wer­den. Es ist nicht schwer, sich ein Sze­na­rio vor­zu­stel­len, in dem die deut­sche Regie­rung einen Vor­wand fin­det, um das Zer­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren wie­der zu eröff­nen und die Pipe­line in Betrieb zu neh­men, nach­dem sie die ent­spre­chen­den Pro-for­ma-Ein­wän­de gegen Putins Vor­ge­hen erho­ben hat. (…) Vie­le Deut­sche sind – poli­tisch und wirt­schaft­lich – an enge­ren Bezie­hun­gen zu Russ­land inter­es­siert und könn­ten dar­auf erpicht sein, den vor­he­ri­gen Sta­tus quo wie­der­her­zu­stel­len, sobald dies poli­tisch ver­tret­bar ist.

Letz­te­res Sze­na­rio wäre etwa denk­bar, wenn die Regie­rung durch Mas­sen­pro­tes­te und sozia­le Unru­hen unter Druck gerie­te. Wie Sah­ra Wagen­knecht in ihrer “Wirtschaftskrieg”-Rede Anfang Sep­tem­ber sagte:

In Deutsch­land bahnt sich eine sozia­le und wirt­schaft­li­che Kata­stro­phe an. Mil­lio­nen Men­schen haben Angst vor der Zukunft, vor explo­die­ren­den Lebens­er­hal­tungs­kos­ten, vor Hor­ror­ab­rech­nun­gen, und immer mehr auch um ihren Arbeits­platz. Und auch, wenn es sich noch nicht ins Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um her­um­ge­spro­chen hat: In Schlüs­sel­in­dus­trien wer­den Betrie­be rei­hen­wei­se schlie­ßen, schreibt das Handelsblatt. (…)

Wenn wir die Ener­gie­preis­ex­plo­si­on nicht stop­pen, dann wird die deut­sche Indus­trie mit ihrem star­ken Mit­tel­stand bald nur noch eine Erin­ne­rung an die guten alten Zei­ten sein. Die hohen Ener­gie­prei­se, viel höher als in ande­ren euro­päi­schen Län­dern, sind doch nicht vom Him­mel gefal­len, die sind doch das Ergeb­nis von Politik. (…)

Wir haben wirk­lich die dümms­te Regie­rung in Euro­pa. (…) Das größ­te Pro­blem ist Ihre gran­dio­se Idee, einen bei­spiel­lo­sen Wirt­schafts­krieg gegen unse­ren wich­tigs­ten Ener­gie­lie­fe­ran­ten vom Zaun zu brechen.

Das heißt, eine Situa­ti­on, in der die deut­sche Regie­rung nach­gibt, und aus Not die Ver­hand­lun­gen mit Putin wie­der auf­nimmt, wäre durch­aus denk­bar. Und nun Rück­blen­de zum Natio­nal-Review-Arti­kel vom Vor­abend des Krie­ges. Der Autor Jim Geragh­ty zog ein Wan­ken der Deut­schen in Erwä­gung, und stell­te einen beschei­de­nen Vor­schlag in den Raum:

Wenn nun etwas pas­sie­ren wür­de, das die Nord Stream 2‑Pipeline unbrauch­bar macht, das wäre eine ande­re Geschich­te. Hey, was treibt eigent­lich Andre­as Malm so zur Zeit? Wo sind die­se Öko-Radi­ka­len, wenn wir sie wirk­lich brauchen?

Of cour­se, if some­thing hap­pen­ed to make the Nord Stream 2 pipe­line unus­able, it is a dif­fe­rent sto­ry. Hey, what is Andre­as Malm doing the­se days? Whe­re are tho­se eco-radi­cals when we real­ly need them?

Andre­as Malm? Oh ja, wir erin­nern uns an die Kon­tro­ver­se um Lui­sa Neu­bau­er, den schwe­di­schen Kli­ma­ret­tungs­ra­di­ka­len und Ökoter­ro­ris­ten in spe  Andre­as Malm, sein Pam­phlet Wie man eine Pipe­line in die Luft jagt, und über die Fra­ge, wie eine post-indus­tri­el­le Welt aus­se­hen soll, in der mit dem Ver­zicht auf fos­si­le Brenn­stof­fe ernst­ge­macht wird.

Nun, da sein Wunsch in Erfül­lung gegan­gen ist, jubelt Geragh­ty von der Natio­nal Review vol­ler Schadenfreude:

Wer wird mich von die­ser läs­ti­gen Pipe­line erlö­sen? Da hat mir wohl jemand zuge­hört! Drei Lecks in zwei Tagen? Wow, was für ein Jam­mer! Klingt ganz danach, als wür­de die­se Pipe­line in Stü­cke fal­len und kein zuver­läs­si­ger Weg mehr sein, um Erd­gas aus Ruß­land nach Deutsch­land zu trans­por­tie­ren. Die Hoff­nung, daß Deutsch­land und Russ­land ihre Dif­fe­ren­zen wegen des Ein­mar­sches in der Ukrai­ne bei­le­gen und die lang­fris­ti­ge Abhän­gig­keit Deutsch­lands von rus­si­scher Ener­gie wie­der­her­stel­len, wird sich wohl in abseh­ba­rer Zeit nicht erfül­len. Pech für Wla­di­mir Putin und den Kreml, die offen­sicht­lich dach­ten, ein kal­ter Win­ter mit begrenz­ten Ener­gie­lie­fe­run­gen wür­de Deutsch­land und ande­re euro­päi­sche Län­der dazu brin­gen, wie­der an den Ver­hand­lungs­tisch zu kriechen.

Klar, das ist nur die Mei­nung eines Kolum­nis­ten einer ein­fluß­rei­chen Zeit­schrift. Aber sie steht in voll­kom­me­nem Ein­klang mit den Aus­sa­gen Nulands, Bidens und der bis­he­ri­gen ame­ri­ka­ni­schen Poli­tik gegen­über Nord Stream.

Ein wei­te­rer Bonus des Aus­fal­les von Nord Stream ist, daß sich Deutsch­land nun nach Alter­na­ti­ven für Gas­lie­fe­run­gen umse­hen muß, etwa teu­res Fracking-Gas aus den USA. Und wie es der Zufall so will, wur­de prak­tisch am sel­ben Tag, an dem die Nord Stream-Sabo­ta­ge statt­fand, die von Polen, Nor­we­gen und Däne­mark betrie­be­ne “Bal­tic Pipe” eröffnet.

Auf ame­ri­ka­ni­scher Sei­te gäbe es also sowohl ein kla­res Motiv, als auch die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten, einen sol­chen Anschlag durch­zu­füh­ren. Angeb­lich hat der CIA Ber­lin schon vor Wochen vor einer sol­chen Tat gewarnt, und wer zum Zynis­mus neigt, mag sich hier vor­stel­len, wie Scholz und Co gera­de­zu auf­ge­at­met haben, als sie die­se Ankün­di­gung erfuh­ren. Eine Mit­wis­ser­schaft, wenn nicht Kom­pli­zen­schaft der deut­schen Regie­rung ist durch­aus vorstellbar.

Nicht uner­heb­lich ist wohl auch die Tat­sa­che, daß kurz vor dem Anschlag ein Flot­ten­ver­band der US-Navy den Feh­marn­belt durch­kreuzt hat und sich genau in dem Gebiet befand, in dem die Lecks auf­ge­taucht sind.

Frei­lich ist auch vor­stell­bar, daß ein rus­si­sches U‑Boot mit­samt Kampf­tau­chern es geschafft hat, uner­kannt zu ope­rie­ren und die Pipe­line zu spren­gen. (Update 30. 9.: Ein­schät­zung eines Tauch­ex­per­ten). Die Motiv­la­ge ist aller­dings weni­ger klar. Putin hat seit Juli den Gas­hahn Rich­tung Wes­ten suk­zes­si­ve gedimmt und Anfang Sep­tem­ber kom­plett zuge­dreht, als Ant­wort auf die Sank­tio­nen des Wes­tens und sei­ne mili­tä­ri­sche Unter­stüt­zung der Ukrai­ne, wor­an sich auch Deutsch­land betei­ligt hat. Um dem Wes­ten durch Ent­zug von Gas­lie­fe­rung zu scha­den, hät­te es für ihn also kei­ner Zer­stö­rung bedurft.

Anders, als der oben zitier­te Zeit-Autor 2021 schrieb, war es nun Putin, der die Pipe­line als Druck­mit­tel gegen euro­päi­sche Regie­run­gen, ins­be­son­de­re Deutsch­land, benutzt hat. Die­ses Mit­tel ist ihm nun aus der Hand genom­men. Der Bau der Pipe­line hat Jah­re gedau­ert und rund 7,4 Mil­li­ar­den Euro gekos­tet. War­um soll­te Putin die­ses so teu­re und nütz­li­che Werk­zeug zerstören?

Der Anschlag geschah zur sel­ben Zeit, als die Refe­ren­den in der Ost­ukrai­ne statt­fan­den, in denen der Anschluß an die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on beschlos­sen wur­de. Bei­de Ereig­nis­se sind eng mit­ein­an­der ver­bun­den und kenn­zei­chen eine Eska­la­ti­ons­stu­fe, die nun tat­säch­lich die Mög­lich­keit eines Drit­ten Welt­kriegs in nähe­re Sicht­wei­te gerückt hat.

Mehr im zwei­ten Teil.

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Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (78)

Mitleser2

28. September 2022 19:59

Ich hatte noch am Ende des geschlossenen Fadens "Vorbereitetsein" geschrieben:

Die Pipeline Sprengung hat natürlich einen interessanten Nebenaspekt: Jetzt kann nicht mehr für die Northstream-Öffnung demonstriert werden. Wie passend.

Die Forderung von Chrupalla nach schnellstmöglicher Reparatur für den Herbst ist leider weltfremd. Er sollte so was nicht twittern. Macht nur angreifbar als unwissend.

Auf Sehrohrtiefe

28. September 2022 20:34

Ihre interessante Recherche in allen Ehren, aber in diesem Fall hätte es ihrer wahrscheinlich nicht bedurft. Weder vom Motiv noch den Möglichkeiten her kann es einen ernsthaften Zweifel geben, daß die Röhren durch oder mit Hilfe der USA sabotiert wurden; die Vorankündgungen tun ein übriges.

Das fragliche Seegebiet gehört zu einem der am besten überwachten in der Ostsee, in dem seit Jahren einzelne russische Schiffe und Flugzeuge durch kurze Vorstöße Nadelstiche zu setzen versuchen, dabei aber stets von US-geführten Verbänden unmittelbar konfrontiert werden, unter Mithilfe der örtlichen Lakaien. Noch vor wenigen Tagen erschien in der FAZ ein umfangreicher Artikel über ein kleines Mosaiksteinchen dieser Tätigkeiten: Seefernaufklärer verfolgen Aktivitäten der russischen Streitkräfte (faz.net). Und nun soll eine hochprofessionelle russische Kommandotruppe in diesem engmaschig überwachten Seeraum eine solche Aktion durchgeführt haben, die völlig die russischen Interessen verletzt?

Nun ja, die meisten der deutschen Michels werden es wieder glauben.

deutscheridentitaerer

28. September 2022 20:38

Ok, mag ja sein, dass der Ami uns herumschubst und demütigt, wie es ihm gerade in den Sinn kommt, aber immerhin hält er uns den Iwan vom Leib, der drei Länder weiter im Schlamm feststeckt.

Phil

28. September 2022 20:39

Es ist wahrscheinlich, dass es sich hierbei um einen amerikanischen Schachzug handelt als Antwort auf den russischen Schachzug der Referenden.

Dass man Scholz und Baerbock einweiht, kann und will ich mir nicht vorstellen. Am ehesten weiß oder ahnt vielleicht Robert "Ich wusste mit Deutschland noch nie etwas anzufangen und weiß es bis heute nicht“ Habeck etwas. Er ist klug und rücksichtslos genug.

Niedersachse

28. September 2022 20:44

In diesem - mal wieder - hervorragenden Artikel ist im Prinzip alles erörtert worden, was wichtig ist. Über das "cui bono" muss wohl nicht ernsthaft diskutiert werden; die Sprengung der drei Röhren war mit Ansage von interessierter Seite und diese Seite heißt: USA. Und das ist nun kein stumpfer Anti- Amerikanismus, sondern eine logische Schlußfolgerung aus allem bisher Dagewesenem. Der Tweet des polnischen Ex- Außenministers Radek Sikorski ist von verblüffender Offenheit und Eindeutigkeit. Nach allem was man weiß, war es ein Anschlag amerikanischer "Dienste" und müsste eigentlich zur Folge haben, dass Berlin den US- amerikanischen Botschafter einbestellt und die Beziehungen zu den USA auf Eis legt. Dass das nicht der Fall sein wird, sondern in völliger Unlogik und Tatsachenverdrehung mit dem Finger auf Russland gezeigt wird, steht auf einem anderen Blatt. Bin auf den zweiten Teil gespannt!

quer

28. September 2022 20:47

Wie man es dreht und wendet: Nach bisherigen Fakten und Aussagen/Ankündigungen können es nur die Amis oder von ihnen bezahlte "Aktivisten" gewesen sein.

tearjerker

28. September 2022 20:55

Wer kann sowas praktisch umsetzen? Die Pipeline liegt an der Bruchstelle in fast 90 Metern Tiefe. Das lässt sich mit speziellen Druckanzügen durch Personen erreichen. Panzertauchanzüge funktionieren bis 200 Meter. Es müssen für grosse Tiefen Dekompressionsmöglichkeiten nach dem Auftauchen zur Verfügung stehen. Industrie- und Militärtaucher wären hier gefragt. Unterwasserdronen wären wohl etwas spezieller. Ich hab allerdings noch nicht auf AliBaba gesucht, ob es sowas für den kleinen Geldbeutel gibt. Minen sind vorstellbar. Grundsätzlich sind aber auch krude aber effektive Zerstörungsinstrumente wie Thermit denkbar, die man im Grunde mit Zeug aus dem Baumarkt zusammenschustern und vom Tretboot aus in die See befördert. Schwedens Proof of Action zum NATO-Beitritt? Spectre gibt es wirklich.

Umlautkombinat

28. September 2022 21:42

@tearjerker

90m koennen Sie noch prinzipiell mit Luft tauchen. Das und tiefer habe ich schon als Sporttaucher wiederholt getan, nach PADI waere ich aber natuerlich ab 30m mit dieser Art Ausruestung effektiv tot. Viel Zeit haben Sie dann unten nicht und wenn Sie arbeiten wollen, dann nehmen Sie sicherlich eher ein Trimix. Die Ostsee ist dann auch schon dunkel und kaelter, aber das geht schon. Damit reduzieren sich die Dekompressionsanforderungen. Da man aber sicher schnell weg will, wird es wohl eine Umladung in eine transportable Kammer geben und spaeter  in Ruhe trocken aufgetaucht.

"Panzertauchanzuege" brauchen Sie damit gerade nicht - nach Definition sind das Skaphander, in denen ein Mensch unter Umgebungsdruck steckt, sich also um Deko keine Gedanken machen muss.

Die Frage ist eher, was in einem von allen Seiten derart ueberwachten flachen Minimeer ueberhaupt moeglich ist.  

herbstlicht

28. September 2022 21:57

»glauben wegen der Komplexität des Anschlags, dass er nur durch einen staatlichen Akteur durchgeführt werden konnte.«
»Nicht unerheblich ist wohl auch die Tatsache, daß kurz vor dem Anschlag Flottenverbände des US-Navy  ...«
»russisches U-Boot mitsamt Kampftauchern es geschafft hat, ...«

Da wird ziemlich sicher der Aufwand überschätzt.

Las erst heute den Bericht über ein Gespräck mit einem einschlägigen Forscher der schwedischen Streitkräfte; Aussage: es gibt viele Länder, mit militärischen oder zivilen Organisationen, welche technisch in der Lage sind, einen solchen Anschlag auszuführen.  Man kann das mit jedem beliebigen Fischerboot machen.  Ein ROV,  mit welchem man eine ausreichende Menge Sprengstoff an die Leitung herantransportieren kann, wiegt vielleicht ein paar 100kg.

Mich macht dieses Gerede in D, von wegen "Komplexität", eher stutzig.

Rheinlaender

28. September 2022 22:04

Soweit ich es überblicken kann, werden im Wesentlichen zwei Hypothesen diskutiert:

a) Die USA, die Ukraine, Polen oder die Balten haben die Pipelines zerstört um Deutschland eine Option zu nehmen, aus der Koalition zur Unterstützung der Ukraine auszuscheren;

b) Russland hat die Pipelines zerstört, um den jüngst wieder gesunkenen Gaspreis wieder in die Höhe zu treiben und damit den Druck auf Westeuropa zu erhöhen. Die Zerstörung stelle keinen Verlust für Russland bzw. für die russischen Betreiber dar, weil man ohnehin nicht mehr von deren Inbetrieb- bzw. Wiederinbetriebnahme ausging.

Die amerikanisch-polnische Schadenfreude führt m. E. auch daher, dass man auf deutscher Seite die Warnungen vor den Risiken der deutschen Abhängigkeit von russischen Gasimporten nicht hören wollte. Sollte sich allerdings bestätigen, dass einer dieser Staaten für die Zerstörung der Pipelines verantwortlich war (was nicht auszuschließen ist), und falls das Wissen darüber öffentlich würde, dann würde es richtig spannend in Europa.

Gracchus

28. September 2022 22:16

Wie üblich gut dargestellt von Lichtmesz. Putin würde ich aus dem Kreis der Verdächtigen zwar nicht völlig ausschließen, er stünde aber aus den im Artikel genannten Gründen nicht an erster, sondern an letzter Stelle; strategisch wäre es unsinnig, und man muss schon um mehrere Ecken denken, damit es Sinn ergibt. 

@Auf Sehrohrtiefe: Mit Ihrem letzten Satz haben Sie recht.

Man kann sich schon jetzt vorstellen, wie die Aufklärung laufen wird. 

 

 

Rheinlaender

28. September 2022 22:19

Mit russischen Anschlägen auf Pipelines rechnete der eine oder andere Beobachter in der Energiewirtschaft im Vorfeld durchaus. Man ging etwa von der Möglichkeit eines Anschlags auf NS1 aus, mit dem die Öffnung von NS2 erzwungen werden sollte, oder von einem False-Flag-Anschlag scheinbarer Ukrainesympathisanten mit begrenztem Schaden, der die deutsche Unterstützung für die Ukraine hätte treffen sollen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Röhre B von NS2 offenbar noch intakt ist. Man bewegt sich somit innerhalb eines Szenarios, in dem eine russische Urheberschaft eine plausible Hypothese darstellt. Demnach versucht die russische Seite, den Gaspreis in die Höhe zu treiben und vor allem die deutsche Öffentlichkeit dadurch verstärkt unter Druck zu setzen, damit Deutschland aus der Ukraine-Koalition ausschert und mit Russland eine Einigung über die Inbetriebnahme des Restes von NS2 anstrebt.

Kurativ

28. September 2022 22:23

Jedes Fragezeichen erübrigt sich. Interessant die Überschriften der anderen rechten Medien:

  • "Zwei mal hat’s geknallt" (Tichyseinblick, Zweiter Artikel. US-Vertreter)
  • Nichts. Drei Tage Schweigen (Achgut, US-Broder)
  • "Von der Leyen droht Nord-Stream-Saboteuren" (Irgendwo unter Kopp-Report)
  • "Paul Craig Roberts: Hat die CIA Nordstream in die Luft gesprengt?" (Vier Artikel. pi-news)
  • Nichts. Drei Tage Schweigen (PAZ)
  • "EU und Ukraine vermuten Sabotage gegen Nord Stream 1 und 2" (Irgendwo unter. Jungefreiheit)
  • "Hat ein Nato-Land die Infrastruktur eines anderen Nato-Landes angegriffen?" (Zahlreiche Artikel. freiewelt)
  • "CIA soll Bundesregierung vor Anschlag auf Pipelines gewarnt haben" (Weitere Artikel. journalistenwatch)
  • Die ganzen gesteuerten Medien (Ard bis Zeit) kann man wohl weglassen. Sie sind unwichtig.

Rheinlaender

28. September 2022 22:31

Umgekehrt ist auch die West-Hypothese prinzipiell plausibel, wobei man die nicht auf die USA verengen sollte. Man hält Deutschland nicht nur in den USA für ein inkompetent regiertes Land, das gegenüber der von Russland ausgehenden Bedrohung naiv agierte, sich entgegen aller Vernunft in besonderem Maße gegenüber russischem Druck verwundbar gemacht hat und deshalb heute das schwächste Glied der Koalition gegen Russland darstellt. Zumindest in Finnland, Schweden, den baltischen Staaten und Polen sehen sich die relevanten politischen Kräfte eine ernste Bedrohung ihrer Staaten durch Russland und hätten ein starkes Motiv, Deutschland die Option zum erwähnten Ausscheren zu nehmen.

RMH

28. September 2022 22:51

Wenn es um die Ostsee geht, sollte man dänische und schwedische Quellen nicht außer Acht lassen (das sind zwar "Transatlantiker" aber sehr robust selbständige Länder). Dort wurde bspw. genannt, dass Operationen von normalen Handelsschiffen, von denen in dem Gebiet ständig sehr viele unterwegs sind, under cover gestartet werden können, ohne dass man das groß mitbekommt - trotz permanenter Überwachung mit Radar und Aufklärungsflugzeugen. U-Boote braucht man also nicht. Aktuell geistert die Theorie durchs Netz, dass die Pipelines bereits beim Bau vermint waren (durchaus denkbar - jede deutsche Brücke hatte bis vor kurzem eingeplante Minenschächte, nur dass die ohne Sprengstoff bis zum Tag x blieben). Wie auch immer: Aktuell kann man nur raten. Es können so viele gewesen sein, von den Polen bis hin sogar zu Deutschland selber (eben um das Argument öffnet NS2 vom Tisch zu bekommen) oder organisierte Wirtschaftskriminelle, die entsprechende Termin-"Wetten" an Börsen etc. laufen gehabt haben. Russland oder die USA erscheinen vor solchen Hintergründen schon fast unwahrscheinlich. Warten wir es ab - in 30 Jahren verplappert sich evtl. einer. Im Übrigen wird Deutschlands Rolle in diesem Krieg viel zu hoch bewertet. Die Masse an Unterstützung kommt von den USA.

Laurenz

29. September 2022 00:17

Hier Dr. Curio direkt aus einer Sitzung des Innenausschusses mit der Bundesregierung zu diesem Thema. https://youtu.be/3DlheS-xFfk

Hier sind unsere Geheimdienste gefragt, Pipelines sind überall verwundbar, auch die Ölpipeline aus Alaska in die USA. Auch unsere polnischen Freunde brauchen vielleicht eine kleine Auffrischung ihrer Erinnerungskultur.

Was die mediale Wirkung auf den Bürger angeht, so bin ich mir nicht ganz so sicher, ob man hier mit den bisherigen Einschätzungen richtig liegt. Bei den jetzigen Energiepreisen werden die Russen zum Freund eines jeden Inflationsgebeutelten. Moralisierende oder beschönigende Medien können hier nur noch Frettnäpfe treffen. Von daher sind da locker wieder 2%-Punkte für die AfD mehr drin & die lächerlichen Transatlantiker, wie RMH, können sich gehackt legen.

Phil

29. September 2022 01:13

In den Tagesthemen wurde nur ein einziger Verdächtiger genannt: Russland. Mit der abenteuerlichen Begründung eines "Experten": psychologische Kriegsführung.

Eigentlich eine Beleidigung der Zuschauer, aber wer noch solche "Nachrichten"-Sendungen schaut, dem ist eh nicht zu helfen.

Franz Bettinger

29. September 2022 06:46

Nicht dass es besonders wichtig wäre, aber wem gehören eigentlich diese Pipelines? Wer hat sie bezahlt? Gazprom. Also Russland. Aber: "Wintershall Dea (BRD), Engie (F), OMV (Austria), Shell plc (GB/NL) & Uniper (FL) hatten sich als Darlehensgeber beteiligt. Nach Ende von Nord Stream II mussten die 5 Konzerne mehrere Milliarden € abschreiben“ (Wiki). Somit hätten also auch Big Shapers (deep state corporations) viel Geld verloren?! Schlechte Planung?

Franz Bettinger

29. September 2022 06:51

 

Der größte Profiteur der Pipeline-Sabotage wurde nicht genannt. Wessen Plan ist es denn, die Menschheit massiv zu dezimieren, und dies auch durch Verteuern, Zerstören oder Verkomplizieren von technischen Errungenschaften (Autos, Fluglinien, Energie...)? Wer kann das immer mehr zunehmende Chaos bestens gebrauchen, um seine NWO durchzuboxen? Es irrt, wer immer noch denkt, Nationen hätten eigene Interessen und ständen gegeneinander. Die Nationen sind ja die Zielscheibe. Sie sollen entbehrlich und abgeschafft werden. Was kommt als nächstes? Und welcher Spielfigur wird man’s in die Schuhe schieben? Zerstörung von Transatlantik-Kabel oder von Satelliten? 

Doch habe ich seit kurzem das ganz neue, starke Gefühl, deep state wird auf Granit beißen und wie Konfetti in der Luft zerfetzt werden, wenn die Leute erst mal realisieren  (und das werden sie) wer da was mit ihnen vorhat. Die franz. Revolution wird nichts dagegen gewesen sein. 

Franz Bettinger

29. September 2022 06:53

Einige Ganoven ahnen schon, was kommt und sind voller Angst. Wozu man Pandemien und Kriege braucht, erklärt Lindner (FDP) in 23 Sekunden so: „Zur Errichtung einer NWO.“ So schön reden und schwitzen Verschwörer: Von 5’10’’ bis 5’33’’: https://rumble.com/v1lcvob-kriegswinter-2022-2023.html

Arrow

29. September 2022 07:30

De Kapazitäten für Erdgastransporte zu erweitern, war nur ein Nebenzweck von NS2. Es ging hauptsächlich um einen stratgischen Einsatz der Pipeline. Sie sollte die Preissetzungsmacht der Transitländer bei Durchleitungsentgelten senken. Letzteren schadete sie also.

Warum dort soviel Gas austritt ist allerdings schleierhaft. Die Leitung besitzt ja in regelmäßigen Abständen Schieber, um sie abschnittsweise zu sperren.

RMH

29. September 2022 07:45

"& die lächerlichen Transatlantiker, wie RMH,"

Ok, @Laurenz,

wenn diese persönlichen Sticheleien bei Ihnen ständig durchgehen, dann erwarte ich von der Moderation, dass es auch durchgeht, wenn ich Sie zukünftig auch regelmäßig als Vulgärmarxisten bezeichne oder andere persönliche Bemerkungen fallen lasse. Was sagen eigentlich Castaneda und/oder ihr "AufstellerIn" zu soviel Lust am Schaden anderer bzw. Untergang? Warum nicht selber auch mal treten, was fällt, statt ständig nur den Maulheld zu geben?

Franz Bettinger

29. September 2022 07:49

"Die Entrüstung wirkt aufgesetzt. Womit wir beim Kern der Sache sind. Unsere Regierung spürt keine Panik und Entrüstung, weil sie den Anschlag erwartet und gewollt hat.“ —> https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20222/nato-loest-mit-sprengung-von-nordstream-ein-problem-fuer-habek-und-scholz/

deutscheridentitaerer

29. September 2022 08:09

Abseits von Scherzen wie "die Dänen warens" ruft das ganze Geschehen der letzten Monaten wieder in Erinnerung, was schon fast verdrängt wurde: nämlich, dass wir eine besiegte und unterworfene Nation sind und die metapolitische Wende, so unmöglich bereits sie erscheint, nur der kleinere, erste Schritt hin zur Erlangung nationaler Souveränität wäre.

Käme es zu einer rechten Wende, wären wir geopolitisch direkt wieder da, wo wir 1945 aufgehört haben und man würde uns nicht einfach auf einmal machen und tun lassen. 

Man muss sich mal vergegenwärtigen, welche unfassbare Respektlosigkeit dieser Anschlag gegenüber unserem Land und unserer Regierung bedeutet. So behandelt man nicht mal irgendwelche Warlords in Zentralafrika. Ich verstehe aber, dass die Transatlantiker hier lieber den Kopf in den Sand stecken, als das Offensichtliche anzuerkennen. Ist besser für den Gemütsfrieden und mehr als sich aufregen kann man ja auch nicht tun.

Nemo Obligatur

29. September 2022 08:26

Nun, ich denke, das waren dieselben Leute, die damals schon für den Untergang der Estonia verantwortlich waren...

Beweise habe ich nicht, aber die hat sonst ja auch niemand hier. Die höchste Glaubwürdigkeit genießt bei mir - wegen des Namens - Benutzer "Auf Seerohrtiefe".  In der Tat: Das Seegebiet wird engmaschig überwacht. Wer erinnert sich nicht an die Berichte über russische U-Boote in den Schären vor der schwedischen Küste? Kaum zu glauben, dass da jmd. unbemerkt vier Löcher in zwei Pipelines sprengen kann.

Logo, die USA und die Russen haben die Fähigkeiten für so eine Aktion, und beide hätten auch ein Motiv. Briten, Franzosen und Kanadier haben die Mittel, aber kein Motiv, ebenso die Skandinavier. Die Balten hätten vielleicht ein Motiv, aber auch die Mittel? Polen hätte vermutlich beides, aber würden sie es wagen? Die Ukraine hätte ein Motiv. Haben sie die Mittel? Vielleicht unterschätzen wir die Ukraine? Immerhin haben sie die Moskva versenkt. Wenn es rauskäme, wäre die Unterstützung gegen Putin jedoch künftig gleich null.

Wenigstens Israel und China sollten wir dieses Mal aus dem Kreise der üblichen Verdächtigen ausschließen. Aber sonst? Man weiß es nicht und wird es so bald nicht erfahren.

Freue mich schon auf Teil 2.

dojon86

29. September 2022 08:40

@Laurenz 00:17 Grundsätzlich gebe ich ihnen recht. Transatlantiker sind lächerlich, wenn sie glauben, die Angelsachsen wollten nur das Beste für die Welt und für uns Deutsche. Das ist Unfug, die angelsächsischen Eliten wollen die Welt beherrschen, nichts anderes. Unsere Anglophilen wirken kriecherisch in ihrer Dankbarkeit, wenn sie auch mal am Katzentisch Platz nehmen dürfen. Es gibt aber auch Transatlantiker, die aus Rationalität diese Linie vertreten. (Persönlich glaube ich ja, dass der aktuelle Bundeskanzler zu dieser Gruppe gehört) Würde Deutschland die koloniale Abhängigkeit zu den USA abschütteln, dann würden die westlichen MSM Medien zuerst mit einer massiven Hetze starten, an deren Ende eventuell falls das Problem nicht durch einen initiierten Putsch gelöst werden könnte, eine militärische Polizeiaktion stehen würde. Ein echter Krieg wäre wohl nicht mehr nötig. Und wir wissen seit Karthago, was mit einem Land passiert, das drei Kriege hintereinander verliert. Die einzige andere Option wäre, auf Russland oder China als Verbündeten zu setzen, und das wäre Abenteurerturm. Denn erstens stehen uns beide Länder kulturell weitaus ferner als GB/USA und zweitens wären wir für sie das, was die Ukraine für die USA sind, nämlich nützliche Bauern auf dem Schachbrett die man sofort fallen lässt, wenn's für einen selbst heiß wird. Nein, nach Lage der Dinge gibt es zur transatlantischen Ausrichtung der BRD keine Alternative, und zwar keineswegs aus Liebe, sondern aus realistischer Einschätzung der Lage.

Waldgaenger aus Schwaben

29. September 2022 08:50

Ich tippe, wenig überraschend, auf Russland als den Urheber der Anschläge. Konsens ist es, von einigen hardcore-Putin-Freunden abgesehen, dass der Krieg in der Ukraine für Russland eher ungünstig verläuft.
Putin muss nun über einen Waffenstillstand verhandeln oder eskalieren. Die Referenden und die Mobilmachung deuten auf letzteres hin. Er muss auch militärisch eskalieren. Es ist sogar die Rede von Atomwaffen, was ich momentan für Unsinn halte. Bevor Putin Atomwaffen einsetzt, stehen noch drei oder mehr Eskalationsstufen zur Verfügung.
Erstens anonyme Anschläge in NATO-Staaten durch Sabotagetrupps oder gesteuerte Terroristen auf Infrastruktur und Menschen. Möglicherweise waren die Anschläge gegen North Stream 1 und 2 Signale an EU und USA, dass Russland bereit ist, diesen Schritt zu gehen. Möglicherweise werden bald Lecks in der Baltic pipline von Norwegen nach Polen auftauchen. Dann auf Strommasten und Erdgaspiplines in der EU. Immer mit unbekannten Tätern.
Die zweite Stufe wären dann offene Angriffe mit Mittelstreckenraketen auf Kiew und Lemberg und dann als dritte Stufe Angriffe auf Natogebiet, zuerst auf Bahnhöfe und Zugstrecken, die Waffentransporten dienen. Zuerst mit anonymen Sabotagetrupps und dann offen mit Raketen.

 

Dieter Rose

29. September 2022 09:32

@Niedersachse

Die Beziehungen zu den USA auf Eis legen? Die Regierenden werden doch die Hand, die sie füttert, nicht zurückweisen.

Feuerstarter

29. September 2022 10:13

Die Amerikaner haben diesmal eine Grenze überschritten. Wer auch immer die ausführende Partei war; ob Polen, Ukrainer oder Balten spielt keine Rolle - diese Aktion wurde von Washington genehmigt und abgesegnet, was die zurückhaltende Berichterstattung der Transatlantischen Neu Liberal Faschistischen Propagandamedien zeigt. Selbst die Transatlantiker in den Kommentarspalten von Tichy un der Welt glauben die Mähr vom Russen der sich selbst sabotiert hat nicht

RMH

29. September 2022 10:24

" ...sondern aus realistischer Einschätzung der Lage."

@dojon86,

hier geht es bei vielen nicht um Realismus, sondern um Glaubensdinge. Und wenn der eine Glaube nicht mehr straffrei geäußert werden kann, packt man ihn eben in einen anderen oder passt ihn entsprechend an. Ausdruck solchen "Glaubens" ist es, ohne dass harte Fakten aktuell auf dem Tisch liegen, Sachverhalte in das eigene Glaubensbild einzuordnen. So sind die, für die "die Russen" das böse sind, schnell dabei, diese jetzt als Verursacher zu sehen. Die Gläubigen der politischen Religion, dass hinter allem Schlechten immer die USA oder zumindest dessen "Ostküste" steht, denken dann sofort in diese Richtung. Der einzige, sich herausgebildete Fakt scheint zu sein, dass sehr viele Akteure (bis hin zu nichtstaatlichen) solche Anschläge machen könnten.

Bislang kann man nur Vermutungen anstellen (habe ich weiter oben auch gemacht), aber dann hat man diese Vermutungen auch klar als Vermutungen, die ohne echte Tatschen getroffen wurden, darzustellen. Cui Bono ist in Debatten wie diesen, wo außer dem Umstand, dass Viele die Möglichkeiten dazu haben, immer eine ins Blinde geschossene Streubombe, denn mit viel Phantasie kann fast alles jedem nützen.

deutscheridentitaerer

29. September 2022 10:26

@Waldgänger aus Schwaben

Ich muss mich revidieren: ich verstehe euch Transatlantiker doch nicht.

Was genau ist nun der Grund für Ihre Annahme, dass Putin hinter dem Anschlag steckt?

Dass er so seine Bereitschaft zeigt, westliche Infrastruktur zu beschädigen? Indem er seine eigene Pipeline sprengt?? Soll er vielleicht eine Atombombe auf Moskau schmeißen, um seine Bereitschaft zum Nuklearkrieg zu zeigen? 

Putin hatte militärisch eskaliert, indem er die Moblimachung angeordnet war. Es war dann an der NATO, gleich zu ziehen Das hat sie nun offensichtlich getan, indem sie den Russen die Gaswaffe aus der Hand geschlagen hat.

Sie werden doch zugeben müssen, dass meine Version der Geschehnisse weit plausibler und zwangloser ist als Ihre?

Monacensis

29. September 2022 10:34

Sollte tatsächlich gar kein so großer technischer Aufwand notwendig sein, um eine solche Pipeline zu sprengen, kämen auch Luisa Neubauer er al. in Betracht, ggf. mit Unterstützung aus dem tiefen US-Staat, wie von Lichtmesz angedeutet.

ML: So ein Blödsinn, das habe ich nicht angedeutet.

Niekisch

29. September 2022 10:37

"Ok, mag ja sein, dass der Ami uns herumschubst und demütigt, wie es ihm gerade in den Sinn kommt, aber immerhin hält er uns den Iwan vom Leib, der drei Länder weiter im Schlamm feststeckt".

@ deutscher identitaerer 28.9. 20:38: Ist nicht nötig: Unsere Verwalter selber schubsen uns herum und da wir schon auf den Knien liegen, muß uns niemand mehr demütigen. Der Ami hat uns noch nie den "Iwan" vom Leib gehalten, sondern in 2 Weltkriegen dafür gesorgt, daß er uns auf den Leib rückt. Heute meint er uns davon abhalten zu müssen, ihm zum gemeinsamen Nutzen die Hand zu geben. 

 

Mitleser2

29. September 2022 10:47

@Waldgaenger: Jedem seine Meinung. Hier die gegenteilige Sicht:

https://www.zerohedge.com/geopolitical/unpacking-ukraine-game-change-major-conflict-inevitable

qvc1753

29. September 2022 10:56

Da man nichts Genaues weiß, daher betrachtet offenbar jeder dies durch die Brille seiner politischen Ansichten. Mag sein das es die Russen waren, mag sein das es die Amerikaner waren.
Ohne handfeste Beweise wird man das aber nicht zuordnen können. 

Sicher weiß man nur eines: eine Pipeline punktgenau zu sprengen erfordert die Mittel einer Großmacht und es dürften nur ein paar auf dieser Erde geben die die jeweiligen Fähigkeiten haben. 

Immerhin hat der betreffende Akteur eines klargemacht: in der Ostsee - einem Seegebiet das von NATO Mitgliedern (bis auf den Osten) umsäumt ist - ist die unter dem Meer verlaufende Infrastruktur verwundbar. 

Das betreffende Seegebiet ist östlich von Bornholm. westlich davon verläuft die neue Gaspipeline nach Polen (einen Tag vor der Sprengung eingeweiht). 

Warum sollten die Amerikaner die Pipeline sprengen? Es hat ja politischer Druck ausgereicht um das Projekt zu stoppen. Um das Projekt endgültig und sichtbar scheitern zu lassen? 

Warum sollte Putin das tun? Um die Verwundbarkeit der westlichen Pipelines zu demonstrieren? Um den Abbruch der Energielieferungen zu verdeutlichen (wobei es ja noch weitere Pipelines gibt)? Und die technische Fähigkeit dazu? 

Alles sehr mysteriös, aber das ist vermutlich auch die Absicht dahinter.

Niekisch

29. September 2022 11:11

"aus Rationalität diese Linie vertreten".

@ dojon86 8:40: Gibt es wirklich rein "vernunftgemäße" menschliche Äußerungen oder Entscheidungen? Hierzu empfehle ich die Lektüre von Sterzer, Philipp, Die Illusion der Vernunft-Warum wir von unserer Überzeugung nicht zu überzeugt sein sollten-, Ullstein 2022.

"...stehen uns beide Länder kulturell weitaus ferner als GB/USA"

Das sehe ich gerne belegt.

"gibt es zur transatlantischen Ausrichtung der BRD keine Alternative, und zwar keineswegs aus Liebe, sondern aus realistischer (!) Einschätzung der Lage".

s.o. Die Notwendigkeit einer Alternative ergibt sich spätestens nach der gerichtsfesten Aufklärung der Nordstream2 - Sprengungen, sofern eine solche zugelassen wird.

Laurenz

29. September 2022 11:15

@Waldgänger aus Schwaben

Russland als den Urheber

Wie kommen Sie denn darauf? Die Russen brauchen nur das Gas abstellen, wieso sollten sie die Pipelines sprengen? Es hat jemand die Pipelines gesprengt, der kein generelles Interesse an russischen Gaslieferungen hat, die Polen zB. 

@Dojon86 @L.

Russland oder China stehen uns kulturell weitaus ferner als USA

Welche Kultur der USA meinen Sie. Die gesamte Nachkriegszeit ist von us amerikanischer Non-Kultur geprägt. Die USA als Verbündeten hatten wir über 70 Jahre. Geben Sie doch auch mal anderen eine Chance. Das macht die Mehrheit auf dem Planeten so. Der Planet hat die Nase gestrichen voll von den Kuhhirten.

@Dieter Rose @Niedersachse

Auch für die Amis gilt, nach Clausewitz, immer die Größe des politischen Zwecks. Von daher kann mit den Amis immer verhandeln. Wenn Angela Merkel irgendetwas konnte, dann mit ihrem lieben Barack einen Interessensausgleich herstellen. Das war ausnahmsweise mal klug.

dojon86

29. September 2022 11:36

@Waldgänger aus Schwaben 08:50 Nonsense, warum sollte Putin eine Pipeline sprengen, wenn er einfach einen Hahn schließen kann.

Leander

29. September 2022 11:37

Die Tatsache, dass nur drei der vier Röhren gesprengt wurden, sollte in der Interpretation hinsichtlich Täter eindeutige Hinweise geben.

Frage: wenn es die Amis gewesen wären, hätten sie dann nicht gründlich aufgeräumt und alle vier gesprengt?

ML: Es kann ja sein, dass ein Anschlag schiefgelaufen ist.

Laurenz

29. September 2022 11:50

@Leander

wenn es die Amis gewesen wären, hätten sie dann nicht gründlich aufgeräumt und alle vier gesprengt?

Auch den Kuhhirten & den Israelis unterlaufen Fehler.... wenn auch weniger als unseren Hanswursten.

Hajo Blaschke

29. September 2022 12:01

In Statements zu Themen, die Russland und China, vor allem jedoch Russland, betreffen, kommt bei vielen Kommentatoren die Einteilung von Menschen in Menschen und Untermenschen zum Ausdruck. Eine Einteilung, die man ja aus den 12 Jahren des 3. Reiches zur Genüge kennt. 

Zeugt das nun von mangelnder Intelligenz oder Rassismus.

Ich erinnere nur mal an die Aussage, dass Russland nicht zu Europa gehört, weil dort nie Aufklärung vorkam. Da frage ich mich, seit wann Aufklärung ein Kriterium für die Zugehörigkeit zu Europa ist. In Portugal, Spanien, Griechenland, Rumänien und diversen anderen Ländern hat auch keine Aufklärung stattgefunden. Gehören diese Länder dann wohl auch nicht zu Europa?

Ein gebuertiger Hesse

29. September 2022 12:03

Wie elend es doch ist, sich gezwungen zu fühlen, in anderen, kranken und bösen Köpfen denken zu müssen. Aufhören damit, gerade jetzt, wo es hart auf hart kommt. Rausgehen in die Sonne solange sie noch wärmt; wer weiß, wer einem da alles begegnet. 

Phil

29. September 2022 12:21

@Leander Das ist ein Argument. Aber wie schon angemerkt wurde, es kann auch sein, dass die Operation nicht perfekt verlief.

Wenn es wirklich die Amerikaner waren, nebenbei bemerkt, dann ist die Sache so extrem brisant, dass so wenig Leute wie möglich eingeweiht sein dürften – schon gar nicht ein Plappermaul Baerbock oder ein zaghaft-wankelmütiger Scholz.

Waldgaenger aus Schwaben

29. September 2022 12:56

Ich habe versucht, zu erklären, dass ich Putin als Verursacher vermute, weil er neben dem Schaden auch ein Warnsignal an EU/NATO senden wollte. Er weiß genau, zu seinen Regierungszeiten, wird kein Gas mehr duch diese Röhren fließen. Sollte Russland sich zurückziehen und D wieder bereit sein, mit Russland über Gasliefererung zu verhandeln, ist seine Regierungszeit vorbei und seine Lebenszeit vielleicht auch.

Der Anschlag schadet vor allem Deutschland und der EU, weil er überdeutlich macht, dass  in D ein Gasmangel in diesem Winter auftreten wird. Jeder, der auf

https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Versorgungssicherheit/aktuelle_gasversorgung/start.html

schaut und selbst 100% gefüllte Speicher plus die Lieferung aus Norwegen plus Belglien  plus NL gegen den Verbrauch aus den letzten Jahren rechnet, sieht, dass Ende Februar, Mitte März wir kein Gas mehr haben.

De jure wurde aber nur russisches Eigentum und nicht das anderer Staaten beschädigt. Ein Gegenschlag wäre, selbst wenn Russland als Verursacher feststeht, nicht zu rechtfertigen.

Ein kalkulierter und nun sichtbar werdender Effekt ist, dass viele in den USA den Urheber vermuten und damit die Spaltung des "Westens" vertieft wird.

Zur Durchführung: Es wird auch die Möglichkeit diskutiert, dass die Sprengladungen schon bei der Verlegung angebracht wurden. Es könnte auch mittels Roboter, die in Russland in die Röhren geschickt wurden, gesprengt haben.

Dieter Rose

29. September 2022 13:16

@Laurenz

 

Danke, und für's Verhandeln benötigte man dann nicht diese Leichtgewichte auf unserer Seite, sondern gestandene Personen!

Ein Fremder aus Elea

29. September 2022 13:29

Sprengstoff an einer Schnur 'runterzulassen kann man wohl vergessen, wäre nicht genau genug. Taucher, U-Boote, Kriegsschiffe. U-Boote wären beobachtet worden. US-Kriegsschiffe wurden beobachtet. Taucher natürlich mit Zeitzünder. Schiffe hätten dann an den beiden Stellen warten müssen, normalerweise fahren sie. Satellitenaufnahmen? Vorinstallierte Sprengsätze sind Quatsch. Warum hätte bei NS-1 der Sprengsatz genau an der Stelle vorinstalliert sein sollen, an welcher später NS-2 abzweigen würde?

Wenn's die USA waren (recht wahrscheinlich), gehe ich davon aus, daß die Dänen und die Deutschen im voraus informiert wurden, die Dänen, weil sie sonst zu viel Ärger machen könnten, die Deutschen, weil Demokratien einander nicht angreifen.

Und was Rußland angeht: Das ALLES ist durchaus in Rußlands Interesse, auch daß den Leuten 5 Jahre Gefängnis angedroht wurden, wenn sie sich an den Referenden beteiligen, aber WENN Rußland das selbst plant, dann heißt das, daß Rußland Selenskyj und Biden kontrolliert.

Phil

29. September 2022 13:41

Ein Gedanke zum amerikanisch-deutschen Verhältnis: Hat es "Peinlichkeiten" wie Abu Ghraib und NSA zwar schadlos überstanden, so dürfte Amerika dennoch stets bemüht sein, die Naivität der Deutschen nicht zu erschüttern. Denn auf dieser Naivität fußen Macht und Einfluss Amerikas auf deutsche Politiker und Journalisten. Und vielleicht ist nur so die selbstzerstörerische Politik in D erklärbar: Man wähnt sich wirklich in einem Kampf "Gut" gegen "Böse". Was wäre ein ultimatives Opfer wert, wenn nicht das?

Niekisch

29. September 2022 15:14

"Es hat jemand die Pipelines gesprengt, der kein generelles Interesse an russischen Gaslieferungen hat".

@ Laurenz 11:15: Nein, umgekehrt: Es hat jemand die Pipelines gesprengt, der ein grundsätzliches Interesse an Nichtlieferung durch Rußland  hat.

MARCEL

29. September 2022 15:39

Die USA führen Krieg gegen Russland und Deutschland - ( mehr oder weniger) offen hier, verdeckt dort.

In der Weimarer Republik hatte so ein farbloser Reichskanzler wie Wilhelm Cuno während der Ruhrbesetzung 1923 wenigstens die E...r, den passiven Widerstand auszurufen.

P.S. Könnte es in Ramstein nicht zu einem längeren Ausfall von Strom und Wasser kommen? Ist doch eh alles dysfunktional hier...

 

 

Nordlicht

29. September 2022 16:30

Für mich ohne Zweifel: Die USA waren der Saboteur, ob allein oder mit GB oder Ukrainische Einheiten (- die bei den Unterwassermanöbern seit Juni 2022 nahe Bornholm dabei waren) oder Polen.

Jedenfalls dürften bei den genannten Regierungen in den genannten Ländern die Sektkorken geknallt haben. Und in etliche Verstandsetagen.

Nicht nur Deutschland, sondern auch der vom durchgeleiteten Russengas profitierenden Staaten gehen noch finsteren Zeiten entgegen als ohnehin. 

Was die NATO aus der behaupteten Urheberschaft Russlands an Eskalation macht, dürfte auch zum Fürchten sein. Mir sieht das nach einem Tonkin-Moment aus.

RMH

29. September 2022 16:30

P.S. Könnte es in Ramstein nicht zu einem längeren Ausfall von Strom und Wasser kommen? Ist doch eh alles dysfunktional hier...

@MARCEL,

eher geht in ganz Deutschland Wasser und Strom aus, als dass bei einer US-Base hier was einbricht. Habe mit Konversionsmanagern guten Kontakt, die ehem. US-Basen betreuen und die zeigten einem bei einer Führung (schon vor Jahren) mit als erstes ganz stolz, wie autark diese Facilities waren. Eigene Brunnen, Stromaggregate, Treibstoffspeicher, alles langt für Wochen, wenn nicht gar Monate (eigentlich ein Paradies für Prepper, aber vieles davon darf oft nicht mehr benutzt werden, bspw. Brunnen etc.)

@Niekisch,

die Pipelines sorgten oder sollten für eine störungsfreie Lieferung direkt von Russland nach Deutschland sorgen, ohne Transitländer, Transitgebühren etc. und das Gas war auch nicht exklusiv für Deutschland alleine gedacht sondern als Schritt in den gesamten europ. Markt (Deutschland ist selber Transitland bzw. Lieferland und wäre das dann noch noch stärker geworden). Zur reinen Versorgung von Deutschland wäre eine Lieferung Russland durch andere Länder, die dann die Hand aufhalten, auch möglich. Diese Umstände werden bei den Betrachtungen des "wer war´s?" ein bisschen ausgeblandet. Es war mitnichten so, dass man nur an NS1 hing, schon gar nicht war NS2 akut notwendig.

PS: Hat jemand eine Info, ob das jetzt bekannt gewordene 4. Leck dazu führte, dass alle Röhren beschädigt sind? Bislang hieß es doch, dass 1 Röhre noch intakt sei.

Leander

29. September 2022 16:44

Weitere Hinweise wird es geben, wenn Fotos der Schadstellen vorliegen. Dann weiß man, ob die Sprengung von aussen, oder von innen erfolgte, was Hinweise auf den Täter gibt. Von innen könnten nur die Russen.

Ansonsten wäre es wie in der Kriminologie. Das Motiv führt zum Täter. Da nun aber beiden, Amis und Russen, ein Motiv unterstellt werden kann, wird es wohl keine Aufklärung der Sache geben. Vielleicht längerfristig, rückschliessend aus dem weiteren Verlauf der Ereignisse in der Ukraine.

Es ist eigentlich auch egal, wer der Täter war. Für D ist die Folge, dass man die Energieversorgung auf neue, risikostreuende Multi-Beine stellen muss.

Rheinlaender

29. September 2022 16:50

Zwei für die Bewertung solcher Ereignisse relevante Faktoren wurden noch nicht erwähnt: 

1. Die Plausibilität der jeweiligen Hypothese bzw. die Frage danach, wie sich das Verhältnis zwischen Risiko und angestrebter Wirkung für die jeweiligen Akteure gestaltet. Dieser Faktor spricht gegen eine Urheberschaft der USA, die im Fall des Bekanntwerdens einer Urheberschaft einige für sie essentiell wichtigen europäischen Verbündeten möglicherweise verlieren würden. Selbst im ungünstigsten Fall hätte der Weiterbetrieb der Pipelines für sie nur eine Abkehr Deutschlands von bestimmten Sanktionen gegen Russland und der Unterstützung der Ukraine bedeutet. Risiko und Wirkung stehen hier in keinem Verhältnis, was diese Hypothese unplausibel macht.

2. Die Möglichkeit der Täuschung: Der Urheber der Sprengungen könnte sein Vorgehen so gestaltet haben, dass ein anderer Akteur als Urheber vermutet wird. Es gibt dafür Präzedenzfälle; die bekanntesten sind die von algerischen Behörden in Frankreich durchgeführten Anschläge, als deren Urheber Islamisten vermutet werden sollten oder die von russischen Behörden durchgeführten Anschläge in Russland in den späten 1990ern, für die man Tschetschenen verantwortlich machte.

LetzteGoten

29. September 2022 16:52

Im gesamten Kontext fehlt mir bislang die Behandlung der sog. "Seabed Warfare". Hier ein ausführlicher deutschsprachiger Text aus der Deutschen Militärzeitschrift zu dem Thema, recht aktuell aus dem Sommer.

https://zuerst.de/2022/09/29/wettruesten-auf-dem-meeresgrund-seabed-warfare-eroeffnet-der-unterwasser-kriegsfuehrung-ganz-neue-perspektiven/

Niekisch

29. September 2022 17:25

"In der Weimarer Republik hatte so ein farbloser Reichskanzler wie Wilhelm Cuno während der Ruhrbesetzung 1923 wenigstens die E...r, den passiven Widerstand auszurufen".

@ Marcel 15:39: Der passive Widerstand begann schon am 11. Januar: "Eine Welle von Wut und Haß flutet den Eindringlingen entgegen. Man hat ihr Kommen nicht verhindern können, aber man zeigt ihnen in jeder erdenklichen Art die strikteste Ablehnung. Die Kaufläden sind geschlossen, die Eisenbahnen stehen still, die Telephonverbindungen sind unterbrochen und der Telegraph bleibt stumm" usw. Soldan, George, Zeitgeschichte in Wort und Bild, National-Archiv 1932, S. 275, 276 )

An diesem Tag erfolgte der Aufruf Reichspräsident Eberts und der Reichsregierung zum Zusammenstehen des ganzen Volkes ( vgl. S. 276 ), der passive Widerstand war da in den Massen schon erwacht und wurde praktiziert. Erst am 19. Januar erließ die Reichsregierung - n i c h t  der Reichskanzler Dr. Cuno- einen förmlichen Befehl an die Reichs- und Staatsbeamten im gesamten besetzten Gebiet, Anordnungen der Besatzungsmächte keine Folge zu leisten und sich lediglich an die Weisungen der eigenen Regierung zu halten ( ebenda, S. 278 ) 

Und ich rufe angesichts des Volksverrats der uns Verwaltenden zum Kaufstreik auf. 

Kauft aus Protest nur noch das Allernötigste!

 

Adler und Drache

29. September 2022 17:30

Zack, viertes Leck.

@Hajo Blaschke: Klar hats in Russland Aufklärung gegeben. 

@Waldgaenger aus Schwaben: Wichtige Konkretisierung, danke dafür. So kann man es auch sehen, wenn auch freilich dies wie alles nur Spekulation ist. 

Gotlandfahrer

29. September 2022 17:36

1/2

Der Mörder ist immer der Gärtner. Wer es jetzt tatsächlich war, ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass es in Deutschlands berechtigtem Interesse liegt, günstige Energie zu beziehen.  Die kam aus Russland. Richtig ist, dass es stets risikoreich ist, sich von einem Anbieter abhängig zu machen.  Dies wurde missachtet. Jetzt ist der maximale, weil doppelte Schaden für Deutschland eingetreten: Weder gibt es günstige Energie aus Russland, noch gibt es überhaupt hinreichend sichere und erschwingliche Energie aus anderen Quellen.  Hätte man Deutschland an die Wand fahren wollen, wäre dies der geeignete Plan gewesen.  

Deutschland ohne günstige Energie wird als Zivilisation verschwinden.  Viele, ob aus Bosheit oder seelischer Erkrankung, wünschen dies.  Was muss geschehen? Wird Sparen reichen, Gürtel enger schnallen? Sicher nicht, denn die Versorgung durch Umverteilung funktioniert nur, wenn eine leistungsfähige "Produktion" etwas erwirtschaftet, was so viel Gewinn abwirft, dass Versorgung von statten gehen kann.  Welche leistungsfähige Produktion, und sei es (global zu distribuierende!) Dienstleistung, wäre aber ohne günstige Energie möglich?  Die Gerechten werden mindestens einen Kompromiss eingehen müssen, z.B. Atomkraft oder Frieden und russische Energie, um nicht nur Chaos und Trümmer zu ernten. 

Valjean72

29. September 2022 17:41

mE zeigt die Spur der Indizien schon recht eindeutig in Richtung USA oder in Richtung eines ihnen ergebenen NATO-Partners wie Polen, mit sowohl - meiner Auffassung nach - traditionell anti-russischen als auch anti-deutschen Tendenzen.

Es ist seit beinah 120 Jahren geopolitische Leitlinie der Angelsachsen eine fruchtvolle Kooperation zwischen Deutschland (technologischem Know-How) und Russland (Ressourcen) zu verhindern (Mackinder, Spykman, Brzeziński, Friedman, ...).

Nachfolgend 2 Meldungen, welche auf eine weitere volkswirtschaftliche Komponente verweisen und die ebenfalls die USA als Nutznießer der zerstörten Nord-Stream-Pipelines ausmachen.

Ausgerechnet mit günstigem Atomstrom locken USA deutsche Firmen an

focus.de (27.09.2022)

 

Immer mehr deutsche Unternehmen bauen ihre Standorte in den USA aus

Washington lockt deutsche Firmen mit billiger Energie und niedrigen Steuern. Das gilt vor allem für die Südstaaten. Berlin ist alarmiert – und will gegensteuern.

Handelsblatt.com (28.09.2022)

 

Gotlandfahrer

29. September 2022 17:45

2/2

Die deutschen Woken sind zu borniert und geistig zu klein, um sich zu korrigieren.  Doch die haben nichts zu melden, die sind nur Instrument.  Die amerikanischen Falken, die sich ihrer bedienen, werden sich entscheiden müssen:  Deutschland überleben oder sterben lassen. Überleben lassen hieße entweder alle Woken (nicht nur die deutschen) vom Hof jagen - und damit eine über Deutschland hinausreichende Agenda aufgeben: Atom, Verbrennung, Klima und Reset-Gedöns.  Wird nicht passieren.  Oder sterben lassen.  Eine tote Kuh kann man nicht melken.. Man lässt sie nur dann sterben - es ist ein Töten -  um sie nicht dem Feind zu überlassen.  So weit ist es gekommen.  Sie aber zu töten ist schlecht für das Image.  Das muss man anderen in die Schuhe schieben. 

Gotlandfahrer

29. September 2022 17:45

3/2

Warum nicht dem, der die tote Kuh eh in die Hände bekommt? Sofern die Kuh sich nicht noch wehrt - wie könnte sie? - wird es also darauf hinauslaufen, dass die Falken es auf eine Eskalation anlegen, die den Tod der Kuh - unseren Tod - durch Russland zur Konsequenz haben soll.  Nimmt man an, dass es noch Reste an Menschen mit Gewissen gibt, wird sich ein schmales Zeitfenster auftun, in dem der Schock der Menschen Maßnahmen gerechtfertigt erscheinen lässt, die sich Krethi und Plethi rechts und links des Atlantiks noch nicht ausmalen können.  Wäre die Kuh ein Bulle, der vorher rot sieht, wäre dies im Zweifel ein Geschenk für die Falken, denn dann wäre es "Notwehr".  Den Gefallen tun wir ihnen nicht, jedenfalls nicht vor der Zeit.

Gustav

29. September 2022 17:48

Vielleicht haben die Amerikaner sie in die Luft gejagt.
Vielleicht haben die Russen sie in die Luft gejagt.
Vielleicht hat es jemand anderes in die Luft gejagt.

Was auch immer die Wahrheit sein mag, das Endergebnis bleibt das gleiche. Gas und Strom werden teurer werden. Es wird einen enormen Druck geben, auf „erneuerbare Energien“ umzusteigen, man wird von einer „Klimakatastrophe“ sprechen, und vielleicht wird es sogar Energierationierungen und/oder Stromausfälle geben.

Die Menschen werden in diesem Winter frieren, hungern und wahrscheinlich sterben. Das war schon immer Teil des Plans. Welchen Grund gibt es zu glauben, dass dieser „Angriff“ etwas anderes ist als noch mehr vom Gleichen? ff

Gustav

29. September 2022 17:51

Alle reden darüber, wer was getan hat, und fragen: „War es Sabotage?“

Die einfache Antwort darauf lautet: „Ja, natürlich war es das“.

Unabhängig von den genauen Einzelheiten der Situation war die Nordstream-Explosion definitiv ein Akt der Sabotage.

Dieselbe Sabotage, die wir schon seit zwei Jahren beobachten.

Die Sabotage unserer gesamten Lebensweise durch Leute, die sowohl finanziell als auch politisch von einer grundlegenden Veränderung der Struktur unserer Gesellschaft profitieren würden.

Die Sabotage, die dazu führt, dass eine Pandemie vorgetäuscht wird, unsere Gesundheitsversorgung ausgehöhlt wird, wir in unseren Häusern eingesperrt werden und unsere Unternehmen ruiniert werden.

Die Sabotage unserer Wirtschaft, unserer Gesellschaft und unseres eigenen Körpers.

Die Sabotage von uns – durch sie.

Es wird nicht mehr lange dauern, und man wird die „Netto Null“-Agenda, also die Reduktion der Verwendung fossiler Energieträger, aufgrund dieses Vorfalls weiter beschleunigen. Worum wollen wir wetten?

Hajo Blaschke

29. September 2022 18:25

Waldgänger aus Schwaben, Sie charakterisieren Putin so treffend und zielgenau, dass man davon ausgehen muss, dass Ihre Informationsquellen Medien wie Tagesschau, Spiegel und Co. sein müssen. Denn ich glaube kaum, dass Sie ihn persönlich kennen. 

Sie haben sicherlich selbst schon bemerkt, dass Putin für alles Geschehen in der Welt zuständig ist. Der Mann muss wahrich ein Zauberwunder mit einem Zeitresservoir von 240 Stunden am Tag sein. Wenn mir solche kruden Aussagen wie ihnen einfallen würden, wäre ich schon längst bei meinem Hausarzt vorstellig geworden, in der Hoffnung, dass er mir helfen könnte.

Simplicius Teutsch

29. September 2022 21:06

Sehe ich auch so!

@ Auf Sehrohrtiefe

„Weder vom Motiv noch den Möglichkeiten her kann es einen ernsthaften Zweifel geben, daß die Röhren durch oder mit Hilfe der USA sabotiert wurden; die Vorankündigungen tun ein übriges.“

Wer den klaren, gut belegten Bericht von Lichtmesz liest, muss sich mit @ Lichtmesz fragen:

„Die Pipeline als Druckmittel gegen europäische Regierungen … ist ihm [Putin] nun aus der Hand genommen. Der Bau der Pipeline hat Jahre gedauert und rund 7,4 Milliarden Euro gekostet. Warum sollte Putin dieses so teure und nützliche Werkzeug zerstören?“

Es hätte als Druckmittel bis auf weiteres ja ausgereicht, wenn Putin den Gashahn nur geschlossen gehalten hätte.

Für Deutschland insgesamt (und für die AfD) waren diese (wenn auch stillgelegten) Nordstream-Gasleitungen immer noch ein starker Trumpf in der Hinterhand; für die deutsche Ampelregierung aber ein glimmendes Ärgernis.

Ich glaube (wissen tu ich es ja nicht), da hat jemand, der das sprengstofftechnische Knowhow dazu hat, harte Fakten geschaffen, um den Putin-Feinden ein Ärgernis aus der Welt zu schaffen („Thank you, USA“) und eine weitere Nabelschnur zwischen Russland und Deutschland (bzw. Europa) zu zerschneiden.

Merkwürdig, dass einige in diesem Blog, entgegen dem faktenreichen Bericht von @ Lichtmesz, willig das Narrativ verbreiten, dass Putin seine eigenen Gasleitungen in die Luft gesprengt habe.

 

Simplicius Teutsch

29. September 2022 21:20

Bin auf  Teil 2 von Lichtmesz‘ Recherchen gespannt.

– Da ich derzeit wenig dazu komme und auch keine Lust habe, die linken Mainstream-Medien mehr als in den Überschriften meines Handys zu „konsumieren“ - ich höre lieber den Kontrafunk - würden mich vor allem die Reaktionen und Antworten der deutschen Regierungsvertreter (Kanzler, Außenministerin etc.) hinsichtlich der Pipeline-Sprengungen interessieren. – Was dürfen oder trauen sie sich dazu wann zu äußern?

Rheinlaender

29. September 2022 22:33

@RMH

Stand 20:00 Uhr ist, dass drei von vier Röhren beschädigt sind und somit eine Röhre von NS2 weiterhin intakt ist. Die Informationslage ist aktuell aber ein wenig chaotisch.

ML: Viertes Leck entdeckt

Rheinlaender

29. September 2022 22:40

@Simplicius Teutsch

"Merkwürdig, dass einige in diesem Blog, entgegen dem faktenreichen Bericht von @ Lichtmesz, willig das Narrativ verbreiten, dass Putin seine eigenen Gasleitungen in die Luft gesprengt habe."

Ich habe diese Hypothese neben der USA/Verbündete-Hypothese hier "willig" aufgestellt, weil sie bislang nicht widerlegt ist und die Tatsache, dass eine NS2-Röhre scheinbar weiterhin intakt ist, diese Hypothese zumindest als nicht unplausibel erscheinen lässt. Die Rechte sollte m. E. nicht den Fehler der Linken widerholen und die eigenen Emotionen als wesentliches Kriterium für die Prüfung solcher Hypothesen ansehen. 

ML: Auch die vierte Röhre ist beschädigt, wurde inzwischen gemeldet.

Gracchus

29. September 2022 22:41

@Rheinländer nennt ein wichtiges Argument, weshalb ich die USA eher ausschließe - nämlich dass Risiko und Schaden, wenn es aufflöge, derzeit in keinem Verhältnis zum Nutzen liegen. 

Nordlicht

29. September 2022 22:49

Weitere These: Versicherungsbetrug.

Rheinlaender

29. September 2022 23:44

@ML

Die schwedische Küstenwache meldete ein viertes Leck, nicht aber die Beschädigung aller vier Röhren der NS-Pipelines. Die Infolage ist (wie bereits erwähnt) chaotisch, aber das vierte Leck betrifft scheinbar die Röhre A von NS2. Die Röhre B scheint weiterhin intakt zu sein. Das ist aber nur eine vorläufige Information.

Franz Bettinger

29. September 2022 23:54

Deutschland hat Energie genug, und zwar fossile. Man muss sie nur nutzen (wollen).

Rheinlaender

29. September 2022 23:57

@ML

Stand 23:00 Uhr ist, dass Röhre B von NS2 intakt und unter Druck ist. Röhre A ist offenbar an zwei rund zwei Kilometer voneinander entfernt liegenden Stellen durch Explosionen unterbrochen worden. Bei NS1 wurden beide Röhren durch Explosionen unterbrochen.

Gracchus

30. September 2022 00:00

Das freut mich natürlich, @ML, wenn ich Sie zum Lachen bringe. Sie denken, das ist den USA schnurzegal? Oder es würde von den deutschen Stellen vertuscht werden? Kann sein, kann nicht sein. Würde es rauskommen, könnte die Stimmung in D kippen. Spekulieren Sie nicht darauf? 

ML: Das zu vertuschen ist ein Klacks. Es gibt keine unabhängige öffentliche und rechtliche Instanz mehr, die derlei "aufdecken" und einklagbar machen könnte. Spätestens seit dem Biden-Wahlbetrug 2020 sollte das klar sein. Oder auch, sofern man es verfolgt hat, seit 9/11.

Rheinlaender

30. September 2022 00:55

Es wäre ein Fehler, wenn man aus der Tatsache, dass die andere Seite routinemäßig lügt, folgerte, dass stets das Gegenteil des von ihr Behaupteten wahr ist. Man sollte sich vor allem in den existenziellen Fragen von Krieg und Frieden nicht von seiner (durchaus berechtigten) Wut über das Verhalten der anderen Seite überwältigen lassen. Im Fall des Angriffs auf die NS-Pipelines kann ich bislang keine der beiden zentralen Hypothesen auf Grundlage der bestätigten Informationen zuverlässig ausschließen.

Ein Fremder aus Elea

30. September 2022 06:07

Martin Lichtmesz,

die ARD sagt, daß vierte Loch sei an einer NS-2-Röhre. Und Sie brauchen ja auch keine Luftaufklärung, um ein Leck festzustellen (im Gegensatz zu zu finden), sondern lediglich auf den Druckabfall zu achten. Mit anderen Worten: Wenn der Druck noch normal in einer der beiden NS-1-Röhren isr, dann hat sie auch kein Loch. Und wenn er nicht normal ist, und berichtet wird, eine Röhre ginge noch, dann ist es bewußte Täuschung.

Zu der Sache mit dem Roboter: Der müßte gut 1000 Kilometer in einer Röhre zurücklegen. Recht abwegig. Es ist ja auch nicht der erste Anschlag dieser Art. In Rußland ging ja schon zuvor irgendeine Chemiefabrik in die Luft. Aber wie ich schon sagte: Dieses Muster, also die Einschüchterung mit Mafiamethoden, hat nachweislich seit 2014 Rußland geholfen, denn auch bei der Krimabstimmung gab es tatsächlich ein erpresserisches Element, nur daß Rußland dafür nicht verantwortlich ist, sondern die Ukraine, indem sie der sich losgesagt habenden Krim gedroht hat, so daß Rußland den Anschluß als Preis für ihren Schutz fordern konnte.

Was soll auch werden, wenn einer durch die Gegend läuft und sagt: Tu' was ich sage, oder ich täte deine Tochter! Selbstverständlich ruiniert das sein Ansehen und begünstigt jedwede Form des Widerstands gegen ihn.

Ein Fremder aus Elea

30. September 2022 06:36

Rheinlaender von heute Nacht,

sehe ich prinzipiell genauso, nur, wenn Biden droht und Sikorski gratuliert, haben wir es mit Menschen zu tun, welchen Mafiamethoden gefallen, was sie nämlich auf diese Weise zum Ausdruck bringen, und welchen man in keinem Fall Unrecht damit tut, sich aus diesem Grunde von ihnen abzuwenden, und mehr würde man ja eh nicht tun.

Auch läßt sich das nicht verhindern. Ich denke durchaus, daß ein weiterer rußlandskeptischer Staat in Osteuropa (neben Polen, Tschechien etc.) gut für das osteuropäische Machtgleichgewicht und den langfristigen Frieden ist, doch läßt er sich nicht auf jede Weise herbeiführen (abgesehen davon, daß ich grundsätzlich kein großer Freund künstlicher Herbeiführung bin) und eben denkbar schlecht durch das obige Auftreten.

Herbeigeführt wird etwas anderes, nämlich öffentliche Empörung, selbst bei so Duckmäusern, welche öffentlich sagen, daß wir wohl nie wissen werden, wer dahintersteckt. Und das ist so vorhersehbar, daß ich auch jede Wette eingehe, daß es vorhergesehen und genau so gewollt wurde, nur wenn von Rußland, dann, wie ich schon sagte, nur, wenn Rußland Biden kontrolliert.

RMH

30. September 2022 07:07

"Es ist seit beinah 120 Jahren geopolitische Leitlinie der Angelsachsen eine fruchtvolle Kooperation zwischen Deutschland .. und Russland ... zu verhindern"

@Valjean72,

und es ist ein ewiger Fehler deutscher Nationalisten und ja sogar vieler etablierter Politiker Deutschlands recht arrogant (natürlich sind wir die Schlaubis, die know how habe und die doofen Russen haben nur ihre Rohstoffe - was für ein Klischee) sich auf Augenhöhe mit Russland, USA etc. zu sehen und dabei zu verdrängen, dass die Zeiten des Kaiserreichs, wo das auch eine Faktenbasis hatte, vorbei sind. Nach 2 für Deutschland desaströs ausgegangen Weltkriegen kann man nur die Option ziehen, sich auf alle kleineren Länder zu konzentrieren, die auch wirklich was von Deutschland haben könnten und das sind die Länder zwischen Deutschland und Russland. Die wahre Mitte Europas. Wenn diese Länder aber ständig Furcht vor einer Aufteilung zwischen D und RU haben, werden sie immer sich an die USA/UK/FR ran hängen - völlig zu recht. Die Schwadronnierer des Forums finden das auch ganz ok und denken immer noch, nur bei Russland läge Deutschlands Zukunft und wir wären die Größten. Verlierer wie Deutschland haben aber nur 2 Optionen: Den Siegern in den Hintern zu kriechen oder insgeheim eine Koalition mit anderen Verlierern zu schmieden. D, AT, Intermarium vereint wäre mein Vorschlag.

Venator

30. September 2022 07:55

Meine Güte, wenn man diesen Strang hier liest, bekommt man ja ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln. Wie genau muß es ML denn beschreiben, das es auch der Dümmste kapiert? Was für hanebüchene, geistige Verrenkungen muß man anstellen um hier nicht 1 und 1 zusammen zu zählen? Haben hier noch so viele Schokolade geschenkt bekommen, daß sie jetzt ganz fest die Augen zumachen und dabei singen? Was sollen die Amis denn noch machen, als es praktisch konkret ankündigen? Mit euch runter tauchen und ganz genau erklären, wie sie es gemacht haben?

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