“Lockdown für Ungeimpfte” – Ein Rückblick (1/2)

Am 15. November vor einem Jahr rief die österreichische Regierung einen "Lockdown für Ungeimpfte" aus.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Das bedeu­te­te , so das Bun­des­kanz­ler­amt unter Alex­an­der Schal­len­berg, “Aus­gangs­be­schrän­kun­gen für alle Per­so­nen ab dem 12. Lebens­jahr”. Der “pri­va­te Wohn­be­reich dür­fe somit nur mehr in Aus­nah­me­fäl­len ver­las­sen werden.”

Dem war am bereits am 8. Novem­ber eine lan­des­wei­te “2G-Regel” vorausgegangen:

In der Gas­tro­no­mie, im Kul­tur­be­reich, bei Sport­ver­an­stal­tun­gen, in Pfle­ge­hei­men und sogar beim Fri­seur gilt für alle Kun­den und Besu­cher die 2G-Regel. Wer weder geimpft noch gene­sen ist, muss jetzt drau­ßen blei­ben. (www.heute.at)

Dies wur­de nun, am 15. Novem­ber, auf den Han­del ausgeweitet:

Beim Han­del, der über die Grund­ver­sor­gung hin­aus­ge­he, gel­te künf­tig die 2G-Regel. Der Besuch von Beklei­dungs- und Sport­ge­schäf­ten, Möbel­häu­sern oder ande­ren Geschäf­ten sei für Unge­impf­te dann nicht mehr gestattet.

Als Unge­impf­ter durf­te man fort­an also nicht mehr sein Haus ver­las­sen, außer in “in Aus­nah­me­fäl­len”, und man durf­te in den meis­ten Geschäf­ten nicht mehr ein­kau­fen gehen. Auf den Arbeits­platz jedoch durf­te man wei­ter­hin gehen, muß­te sich jedoch täg­lich tes­ten las­sen. Wenn man dann von der Arbeit heim­kehr­te, stand man von Geset­zes wegen unter Hausarrest.

Da erst an den Kas­sen der Geschäf­te kon­trol­liert wur­de, ob man einen 2G-Aus­weis hat, konn­te man als Unge­impf­ter theo­re­tisch stun­den­lang z.B. den LIBRO voll­hus­ten, nicht aber Blei­stif­te und Radier­gum­mis kau­fen. In ande­ren Läden durf­te man ledig­lich Lebens­mit­tel kau­fen, nicht aber z. B. Weih­nachts­ge­schen­ke, weil die­se nicht der “Deckung des täg­li­chen Bedarfs” dienen.

Nein, das ist kein Scherz.

Den abso­lu­ten, sur­rea­len Irr­sinn die­ser “Regeln” muß ich wohl nicht wei­ter erläu­tern. Es han­del­te sich um eine nack­te Dis­kri­mi­nie­rung, die einer nack­ten Erpres­sung dien­te, um noch mehr Men­schen an die Impf­na­del zu trei­ben, wohl­ge­merkt auch Kin­der und Jugend­li­che ab zwölf Jahren.

Gewiß war der Effekt vor allem psy­cho­lo­gi­scher Natur: Ich selbst erleb­te kei­ne ein­zi­ge Kon­trol­le der “Aus­gangs­be­schrän­kun­gen”, und die meis­ten Geschäf­te ver­zich­te­ten dar­auf, an der Kas­sa einen 2G-Nach­weis zu verlangen.

Die Druck- und Droh­ku­lis­se genüg­te jedoch, um eine bedrü­cken­de, dys­to­pi­sche und zuneh­mend gereiz­te Stim­mung zu erzeu­gen. Sie wur­de in rascher Fol­ge auf­ge­stockt: Am 19. Novem­ber wur­de die Ein­füh­rung einer all­ge­mei­nen Impf­pflicht ange­kün­digt, am 22. Novem­ber gab es einen Lock­down “für alle”. Grund waren die “stei­gen­den Inzi­den­zen”, schuld dar­an waren die “Unge­impf­ten”. Ich habe über die­se Eska­la­ti­on letz­tes Jahr aus­führ­lich berich­tet (hier und hier).

Der Staat zeig­te sich somit offen feind­se­lig gegen­über Mil­lio­nen sei­ner Bür­ger. Die Medi­en stan­den ihm will­fäh­rig zur Sei­te wie Ket­ten­hun­de, bell­ten, knurr­ten und kläff­ten, was das Zeug hielt. All dies erzeug­te Angst, Zorn, Haß, Zwie­tracht und Ner­ven­kol­ler, in einer Inten­si­tät, wie ich sie in die­sem Land noch nie erlebt hatte.

Noch am 9. Juli 2021, vier Mona­te zuvor, hat­te Schal­len­bergs Vor­gän­ger Sebas­ti­an Kurz in einer Rede betont, daß nie­mand zur Imp­fung gezwun­gen wer­de, aber daß er als Bun­des­kanz­ler ganz, ganz trau­rig sei, wenn sich die “Men­schen in unse­rem Land” nicht schützen:

Das Imp­fen bleibt frei­wil­lig. Wir zwin­gen nie­man­den. Wir leben in einem frei­en Land. Jeder muß es für sich ent­schei­den. Und ich ver­ur­tei­le auch nie­man­den, der sich nicht imp­fen läßt. Aber als Bun­des­kanz­ler bin ich natür­lich froh, wenn mög­lichst vie­le Men­schen geschützt sind.

Die Dro­hung wur­de unter­schwel­lig mitgeliefert:

Es wird weder sinn­voll noch mög­lich sein, die Grund- und Frei­heits­rech­te ein­zu­schrän­ken, wenn es durch die Imp­fung gelin­de­re Mit­tel gibt, sich zu schützen.

Wer nicht hören will, muß füh­len: Weil sich die schlim­men Kin­der wei­ger­ten, das Ange­bot die­ser “gelin­de­ren Mit­tel” anzu­neh­men, wur­den sie ein paar Mona­te spä­ter mit Ein­schrän­kun­gen von “Grund- und Frei­heits­rech­ten” bestraft, natür­lich nur zu ihrem eige­nen Schutz.

In die­sen pas­siv-aggres­si­ven Ton­fall mit Mer­kel-Anklän­gen misch­te sich selbst­ver­ständ­lich auch sug­ges­ti­ve Angstmache:

Die Ent­schei­dung, die jeder per­sön­lich für sich zu tref­fen hat, ist: Imp­fung oder Anste­ckung. Ent­we­der man läßt sich imp­fen, oder man hat eine stän­di­ge Gefahr, sich anzu­ste­cken, die irgend­wann zur Rea­li­tät wer­den wird.

Kurz hielt die­se Rede, bevor sich das offi­zi­el­le Nar­ra­tiv dahin­ge­hend geän­dert hat­te, daß die Imp­fung doch nicht vor Anste­ckung, son­dern nur vor “schwe­ren Ver­läu­fen” schüt­ze. Inter­es­san­ter­wei­se ver­sprach Kurz zu die­sem Zeit­punkt noch nicht (oder genau­er gesagt: nicht mehr), daß die “Pan­de­mie” durch die Imp­fe­rei been­det wer­de, viel­mehr wer­de man nun vie­le Jah­re lang mit dem Virus rech­nen müssen:

Die Sache ist ganz ein­deu­tig: Das Virus wird nicht ver­schwin­den. Es wird blei­ben. Und nur wer geimpft ist, ist geschützt. Wir reden hier auch nicht von einer Pha­se von Wochen oder von Mona­ten. Es wird nicht so sein, daß, wenn wir uns alle anstren­gen, es dann im August vor­bei ist. Oder wenn wir har­te Maß­nah­men set­zen, daß es dann im Sep­tem­ber vor­bei ist. Nein. Das Virus wird Jah­re blei­ben. Und klar ist: Wer sich nicht impft, der hat eine sehr hohe Chan­ce, daß er sich ansteckt.

Damit stand das Gespenst end­lo­ser “Impf-Abos” im Raum.

Im Sep­tem­ber ver­schärf­te Kurz sei­nen Ton­fall. Er griff den Slo­gan von der “Pan­de­mie der Unge­impf­ten” auf (den zu die­sem Zeit­punkt auch Joe Biden und ande­re inter­na­tio­na­le Poli­ti­ker in den Mund nah­men), der sug­ge­rie­ren soll­te, daß nur mehr die Unge­impf­ten Coro­na bekom­men und über­tra­gen wür­den (was eine Lüge war).

Stei­gen­de “Infek­ti­ons­zah­len” könn­ten nur durch stei­gen­de Impf­quo­ten ver­hin­dert wer­den, ansons­ten müs­se die Regie­rung lei­der wie­der einen Lock­down ver­hän­gen. Nun reich­te es schon nicht mehr aus, sich zwei­mal “ste­chen” zu las­sen: “Erst der drit­te Stich”, so Kurz, “bie­tet eine lang­fris­ti­ge Wir­kung. Ansons­ten ist man dem Virus schutz­los aus­ge­lie­fert .” Das war eine zwei­fa­che Lüge.

Zwei Mona­te spä­ter stie­gen die “Infek­ti­ons­zah­len” immer noch (wie es in der Grip­pe­sai­son zu erwar­ten war). Die Regie­rung geriet in Panik. Die Impf­quo­te lag zu die­sem Zeit­punkt etwa bei 65 Pro­zent der Gesamt­be­völ­ke­rung. Kurz war am 9. Okto­ber wegen einer par­tei­in­ter­nen Affä­re von sei­nem Amt zurück­ge­tre­ten. Die Begrün­dung für den “Lock­down für Unge­impf­te” unter dem neu­en Bun­des­kanz­ler Alex­an­der Schal­len­berg begann folgendermaßen:

Die Zahl der Neu­in­fek­tio­nen in Öster­reich ist höher, als sie jemals zuvor war. Das liegt zum einen an der deut­lich anste­cken­de­ren Del­ta-Vari­an­te, zum ande­ren aber lei­der auch an einer viel zu nied­ri­gen Impf­quo­te in unse­rem Land. (…)

Die höhe­re Anste­ckungs­fä­hig­keit von “Del­ta” war eine belieb­te Erklä­rung dafür, daß die “Inzi­den­zen” und Hos­pi­ta­li­sie­run­gen im Herbst 2021 in Öster­reich und ande­ren Län­dern um etli­ches höher waren als im Herbst 2020, als noch nie­mand geimpft war (sie­he mei­ne Dar­stel­lung vom 17. Sep­tem­ber 2021 hier).

“Del­ta” war seit Juni des Jah­res zur domi­nan­ten Vari­an­te auf­ge­stie­gen. Der Grund für die erhöh­te Aggres­si­vi­tät die­ser Vari­an­te war iro­ni­scher­wei­se ver­mut­lich die Impf­kam­pa­gne selbst – Stich­wort “Immun­flucht” durch Selek­ti­ons­druck (sie­he etwa hier und hier).

Im Sep­tem­ber 2021 warn­te Hans Klu­ge, der Euro­pa-Direk­tor der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on, vor der Vor­stel­lung, man kön­ne den Muta­tio­nen gleich­sam hinterherimpfen:

Durch die Ver­brei­tung neu­er Virus-Vari­an­ten mit höhe­rer Über­trag­bar­keit wie der Del­ta-Vari­an­te sei das Ziel einer Bevöl­ke­rungs­im­mu­ni­tät kaum noch zu errei­chen, sag­te Klu­ge am Frei­tag in Kopenhagen.

“Immun­flucht” war auch The­ma etwa die­ses Focus-Arti­kels vom 8. 10. 2021, aller­dings ohne die mut­maß­lich trei­ben­de Rol­le der Impf­kam­pa­gne in die­ser Ent­wick­lung zu erwäh­nen. Die “Zahl posi­tiv getes­te­ter Men­schen” stei­ge in Deutsch­land “erst ein­mal wei­ter kräf­tig”, und auch “bei den schwer ver­lau­fen­den Atem­wegs­in­fek­tio­nen, die im Kran­ken­haus behan­delt wer­den müs­sen”, deu­te sich “ein Anstieg der Fall­zah­len” an:

Die Autoren schrän­ken aller­dings ein, dass „hier auch Fäl­le mit auf­ge­führt wer­den, die auf­grund einer ande­ren Erkran­kung ins Kran­ken­haus kom­men oder inten­siv­me­di­zi­nisch behan­delt wer­den müs­sen und bei denen die Sars-CoV-2-Dia­gno­se nicht im Vor­der­grund der Erkran­kung bzw. Behand­lung steht“.

Nun, da es dar­um ging, die Impf­pro­pa­gan­da auf­recht­zu­er­hal­ten, wur­de plötz­lich skru­pu­lös zwi­schen Fäl­len “an oder mit Coro­na” unterschieden.

Wie auch immer man es erklä­ren woll­te: Ein “Game-Changer”-Effekt der Mas­sen­imp­fun­gen blieb in allen Län­dern aus, in denen ent­spre­chen­de Kam­pa­gnen statt­fan­den. An den Eigen­schaf­ten von “Del­ta” allein konn­te es nicht lie­gen, denn es schlug in Län­dern mit gerin­ge­ren Impf­quo­ten nicht här­ter zu als in Län­dern mit höhe­ren Impfquoten.

Beschrän­ken wir uns auf Deutsch­land und Öster­reich, so sah die Lage Ende Novem­ber 2021 grob gesagt etwa so aus: Unge­fähr drei­mal so vie­le “bestä­tig­te Fäl­le” im sie­ben­tä­gi­gen glei­ten­den Durch­schnitt wie im Vor­jahr, aber eine gerin­ge­re Falls­terb­lich­keits­ra­te und weni­ger Intensivpatienten.

Dar­aus konn­te man zwar schlie­ßen, daß die Impf­stof­fe tat­säch­lich “schwe­re Ver­läu­fe” redu­zier­ten. Aber dar­an wur­de die Schwe­re der “Pan­de­mie” ja nicht gemes­sen, son­dern an “Fall­zah­len” und “Inzi­den­zen”, die wie­der­um die Grund­la­ge der “G”-Regeln waren.

Obwohl bereits offen zuta­ge lag, daß die vor­an­ge­gan­ge­nen mona­te­lan­gen Mas­sen­imp­fun­gen die “Fall­zah­len” nicht redu­ziert hat­ten, glaub­te die öster­rei­chi­sche Regie­rung, das Pro­blem durch noch mehr beschleu­nig­tes und erzwun­ge­nes Imp­fen lösen zu können.

Schal­len­berg am 14. Novem­ber 2021:

“Um die Inzi­denz­zah­len nach unten zu drü­cken, brau­chen wir alle drin­gend die Imp­fung. Wir brau­chen den ers­ten, zwei­ten und drit­ten Stich. In Isra­el hat man ein­drucks­voll gese­hen, dass, wenn man in die vier­te Wel­le hin­ein­impft, die­se sofort unter­bro­chen wird. Die Zah­len und Gra­fi­ken in Isra­el zei­gen es deut­lich, wie die Infek­tio­nen dort hin­un­ter­ge­hen. Und das muss uns auch in Öster­reich gelin­gen, sonst wer­den wir die­sem Teu­fels­kreis nie entkommen.”

Schal­len­berg dach­te damals also allen Erns­tes, man kön­ne in die lau­fen­de Wel­le “hin­ein­imp­fen” und sie dadurch “her­un­ter­imp­fen”, in Kom­bi­na­ti­on mit diver­sen “Lockdown”-Versatzstücken.

Letz­te­re hat­ten teil­wei­se auch den Cha­rak­ter einer Stra­fe: Die Regie­rung sug­ge­rier­te den unge­impf­ten Bür­gern, daß sie an der Ein­schrän­kung ihrer Frei­heits­rech­te (und spä­ter auch jener ihrer bra­ven, geimpf­ten Mit­bür­ger) sel­ber schuld sei­en: Hät­ten sie im Som­mer nur auf Kurz gehört und sich imp­fen las­sen, dann wür­den “die Zah­len” jetzt nicht so doll stei­gen, dann müß­te es nicht noch einen Lock­down geben! Das war eine Behaup­tung oder Sug­ges­ti­on ohne jeg­li­chen Beleg.

Wie sah es nun wirk­lich in Isra­el aus, das Schal­len­berg als leuch­ten­des Bei­spiel hin­stell­te? Mehr dazu im zwei­ten Teil.

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Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (19)

Ein gebuertiger Hesse

16. November 2022 19:10

Wichtig, daß ML noch einmal an den ganzen Dreck, der über uns ausgegossen wurde, erinnert. Man vergißt (oder vergibt unter der Hand, ohne es recht zu merken?) allzu leicht.

Adler und Drache

16. November 2022 20:41

Mir geht es wie dem Hessen/ Ich bin schon dabei, zu vergessen.

Aus diesem Grund Dank an ML: der ganze Scheiß kommt wieder hoch - aber das ist gut, ein Remedium gegen die angeborene Bequemlichkeit des Geistes.

Die Frage bleibt: Warum haben sie aufgehört, warum haben sie es nicht durchgezogen? 

Ich hätte gern einen Lerneffekt fürs nächste Mal ... 

Heinrich Loewe

16. November 2022 20:51

Wir dürfen auf keinen Fall vergessen, sondern müssen die Akteure zur Verantwortung ziehen!

Die Schweizer fangen schon mal an.

https://www.epochtimes.de/politik/ausland/juristen-werfen-swissmedic-illegale-zulassung-der-corona-impfstoffe-vor-a4037119.html

 

Gnaeus

16. November 2022 22:25

Die unbegründete Hetze gegen Ungeimpfte war übel und muss unbedingt aufgearbeitet werden. Die Sache, dass man in ein und dem selben Laden zwar Lebensmittel, aber keine Weihnachtsgeschenke kaufen konnte entbehrt innerhalb des Massnahmenpaketes aber bei aller Perversion nicht einer gewissen Logik. Alles andere wäre eine Wettbewerbsverzerrung und eine Benachteilung von "Nichtlebensmittelläden" gewesen.

ML: Praktisch jeder Irrsinn, den wir gesehen haben, folgte "einer gewissen Logik", da Irrsinn auf Irrsinn gestapelt wurde.

Gracchus

16. November 2022 23:47

Ähnlich bei mir wie beim Hessen und Adler. Ich hab's nicht vergessen, erinnere mich aber auch nicht permanent. Es ist auch nicht nur Groll, der hochkommt. Man weiß jetzt noch besser, mit was für einer Gesellschaft man's zu tun hat.

Gute Frage, die der Adler stellt. Im März/April hat man hier in D ja noch ernsthaft über eine Impfpflicht abgestimmt. Obwohl ich im Vorfeld fast nur Pro-Stimmen gehört habe (ÖR eben), war ich mir relativ sicher, dass sie nicht kommt. Meine Gebete wurden erhört. 

Emilia Festers Rede: nicht vergessen. Der bizarre Auftritt von Kanzler Scholz bei Pro7: nicht vergessen. Den Spruch von Blome ("Die Republik möge mit dem Finger auf euch zeigen"): nicht vergessen. 

Franz Bettinger

17. November 2022 04:51

Auf dem village green unseres Küsten-Städtchens (einem berühmt-berüchtigten stronghold des Widerstandes gegen die Übergriffigkeit des Corona-Staates in NZ) fand vor Tagen eine gut besuchte Versammlung Gleichgesinnter statt, um an den Jahrestag der Impf-Mandate (= Zwangs-Impfungen etc.) zu erinnern & abends eine schöne Party mit Gesang, Poesie & Vorträgen in einem nun brechend vollen Pub-Café-Biergarten, ein populäres Lokal, das unter jenen entwürdigenden Umständen damals lieber dicht machte als bei dem Theater mitzumachen. Es war einfach schön. Nein, diese Leute kriegt keiner mehr ins Lügen-Boot.

Franz Bettinger

17. November 2022 04:54

"Warum haben sie aufgehört, wieso haben sie es nicht durchgezogen?“ Diese Frage verweist bereits auf unsere Zukunft, und --> auf unseren Handlungsspielraum. Die Antwort ist: 30% Widerstand war zu groß. 30% der Bevölkerung haben bei dem Corona-Verbrechen nicht mitgemacht. Sie haben die Impfung verweigert, ihre Geschäfte und Restaurants geschlossen, sich kündigen lassen. Diesen Leuten gilt mein Dank. Wir (Rentner, die wir weniger vorne an der Front standen) haben diese Helden unterstützt (finanziell, seelisch) und unterstützen sie heute noch und in Zukunft, indem wir ihnen treu blieben und hintenrum halfen. Nicht Mitmachen! Das ist die einzige Antwort, die wir geben können und die von den Verbrechern auch verstanden wird. Demnächst wird es darum gehen, bei anderen Dingen nicht mitzumachen, und viele verweigern sich bereits im Vorfeld z.B. bei den geforderten Angaben zur neuen Grundsteuer-Berechnung, demnächst bei der geplanten Vermögens-Abgabe, …

RMH

17. November 2022 06:44

Es ist richtig, an den Corona-Irrsinn noch einmal deutlich zu erinnern - und so ganz vorbei ist er ja leider noch nicht. Der Maßnahme-Staat förderte dabei viele unschöne Facetten der Menschen zu Tage, dabei wäre es die Bewährungsprobe gewesen, dass die Leute, wie in anderen Gegenden der Welt auch, die Maßnahmen zum Anlass genommen hätten, endlich zu einem distanzierteren Verhältnis zu diesem Staat zu kommen und zwar in dem Sinne, ordne Du, werter Staat an, wir essen Deine kochend heiß servierte Suppe aber erst, wenn sie kalt ist und dann auch nur so viele Löffel, wie wir wollen, der Rest bleibt stillschweigend stehen. Die Wahrheit sah aber in Deutschland anders aus, ein Beschreibung wie "und die meisten Geschäfte verzichteten darauf, an der Kassa einen 2G-Nachweis zu verlangen." war aus Sicht D nicht drin - hier wurde alles penibel umgesetzt und wenn eine Bude es nicht machte, dann kam früher oder später irgendein Rentner, der sich beschwerte. Die sog. "freie Wirtschaft" zeigte, dass sie im Zweifel lieber nicht "frei" ist und gierig nach Beihilfen aller Art ist und dabei über jedes Stöckchen springt. Zum Dank wird sie jetzt partiell mit ordentlichen Rückforderungen rechnen dürfen.

Kurzum: Die Pandemie hat das Unterste nach Oben gekehrt und manches entlarvt, was sich bislang ganz anders dargestellt hatte.

Franz Bettinger

17. November 2022 07:55

"Ende '21 gab es etwa 3-mal so viele C-Fälle pro Woche wie im Vorjahr, aber eine kleiner Fallsterblichkeits-Rate und weniger Intensivpatienten. Daraus schloss man, dass die Impfstoffe schwere Verläufe reduzieren.“ 

Der Schluss ist ein falscher, sozusagen ein Kurzschluss, weil: keine Kausalität vorliegt zwischen dem Ergebnis (geringere Schwere der Grippe) und seiner behaupteter Ursache (der C-Impfung). - Kausalität kann immer nur nachgewiesen werden, wenn man 2 Gruppen vergleicht, hier die geimpfte mit der umgeimpften. Und genau das (der Vergleich / die Vergleichbarkeit) wurde überall (von WHO, PEI und RKI) nicht nur vermieden sondern sogar proaktiv hintertrieben durch nachträgliches Impfen (und damit Ausradierens) der Placebo-Gruppe. Man wollte mit Absicht diesen entscheidenden Vergleich erschweren od. unmöglich machen, indem man die Kontroll-Gruppen zerstört. Das ist Gottseidank nicht gelungen. Es gibt sie, die Kontroll-Gruppe der Ungeimpften, und es wird sie immer geben Man ignoriert sie allerdings (zur Zeit noch). 

Laurenz

17. November 2022 10:04

(1)

Mir geht es, wie den meisten Teilnehmern hier. Die Frage ist, wie geht man mit den Sommerfeld-Ignoranten der Fakedemie-Jahre um? Mein Charakter sagt mir & das befolge ich meist, allen Geimpften verbal voll auf die Fresse, quasi Ihr seid draußen. Wenn ich daran denke, wie meine nicht geimpfte Mutter (84) in Ihrem Tennisverein unter Druck kam, packt mich der schiere Zorn.

Andererseits gibt es Haltungen, die nachdenken lassen. Müssen wir in dasselbe Muster, wie die CS-Ignoranten fallen? Der Titel des CS-/ML-Buches Mit Linken leben, erinnert mich an die passende Mutation...Mit Geimpften leben...

Wallasch schrieb in diesem Zusammenhang einen guten Artikel über das letzt- & diesjährigen Penny-Markt-Weihnachts-Image-Video.

https://www.alexander-wallasch.de/kultur/ein-discounter-denkt-quer-neuer-penny-weihnachtsfilm-der-riss

Ein ähnliches Aldi-Süd-Video fällt in der Qualität ab. Der oder die Discounter legen sich nicht mit der Multi-Kulti-Wokeness an. Sie profitieren ja auch massiv davon. Aber generell sind es im Grunde echte Querdenker-Videos. Ohne Provokation würden Sie ja auch keine Reichweite erzielen.

Laurenz

17. November 2022 10:05

(2)

Ein ähnliches Aldi-Süd-Video fällt in der Qualität ab. Der oder die Discounter legen sich nicht mit der Multi-Kulti-Wokeness an. Sie profitieren ja auch massiv davon. Aber generell sind es im Grunde echte Querdenker-Videos. Ohne Provokation würden Sie ja auch keine Reichweite erzielen.

Hier das Video Der Wunsch vom letzten Jahr mit Bon Jovi auf dem Piano schon sehr stimmungsvoll https://youtu.be/MdfNqlkqSeE

Dieses Jahr heißt der Penny-Weihnachtsfilm Der Riß   .... noch eine Nummer härter. Allerdings, wie sollte es in diesem bewegenden Video anders sein, gibt es am Ende nur ein Gespräch zwischen Unseresgleichen.

Dagegen das vom Skript nicht ganz so gelungene Aldi-Süd-Video vom letzten Jahr  https://youtu.be/F02GslccFPc 

Hat man das gesehen, stellt sich die Frage, man konnte 2 Jahre nicht mit Impfern reden, wieso soll das jetzt funktionieren? Die sind doch immer noch vollverblödet.

kikl

17. November 2022 11:01

Im Rückblick erscheint das alles so absurd, dass es geradezu komisch ist. Ich habe damals aber unter dem Terror der Bessermenschen sehr gelitten.

Ein Gutes hatte aber die Coronakrise. Der Fassadendemokratie wurde die Maske vom Gesicht gerissen:

1. Das Parlament hat seine Befugnisse an die Exekutive übertragen;

2. Die Justiz hat im Dienste der Exekutive die Grundrechte der Bürger begraben;

3. Das Medienkartell des ÖRR hat dazu Beifall geklatscht und die Opposition verteufelt: Coronaleugner! Querdenker! Wurmfortsatz!....

Wer jetzt noch Illusionen hat über unsere Demokratie hat, der trägt freiwillig Scheuklappen. Er steht in der Tradition der Deutschen, die nichts gewusst haben, weil sie nicht wissen wollten.

Ein aktuelles Beispiel für den "Rechtsstaat" und die "unabhängige Justiz" in Deutschland ist die Besetzung des Chefpostens des Oberlandesgerichtes Stuttgart (eine Instanz unter dem Bundesgerichtshof) durch die baden-württembergischen Justizministerin Gentges.

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/klage-justizministerin-gentges-100.html

Franz Bettinger

17. November 2022 11:03

Der Wunsch: „Ich will, dass du deine Jugend zurück bekommst“ (2021). Den Videoclip fand ich gut. Mit Der Riss ist Penny in diesem Jahr ('22) angeblich weiter aus der Deckung gekommen. War Der Wunsch noch subtil, sei der Clip Der Riss geradezu ein Politikum, ein Anstoß:  https://www.youtube.com/watch?v=eHpsCzdwbCI

Das sehe ich nicht. Im Riss werden die Dinge verwischt,  verkleistert und der Eindruck erweckt, als sei alles nur ein großer unglücklicher Irrtum gewesen und eine Amnestie (Straffreiheit für die Täter) angebracht. Nein. Nein! 

Kommentar Sommerfeld: Ob sie wohl bei mir abgeschrieben haben? Ich hab mich mal freundlich bei der Geschäftsführung erkundigt ... https://antaios.de/gesamtverzeichnis-antaios/reihe-kaplaken/131811/versuch-ueber-den-riss. Ohne Reden geht es nicht, aber Reden ist nicht alles. In dem Videofilmchen putzt das System sich an den Individuen ab.

Laurenz

17. November 2022 14:03

@CS & Franz Bettinger

Der Riß

Sie interpretieren Beide da in meinen Augen zu viel hinein. Natürlich haben solche Videos diesen oder jenen Haken. Allerdings schildert das Video nichts anderes, als die politisch gewünschte Spaltung der Gesellschaft, nicht mehr & nicht weniger. Insofern geht das Video nicht Junta-konform, sondern hält dagegen. Unser (Zitat Tim Kellner:) Alfred E. Neumann für Arme, Helge Lindh, ein Gesicht, daß nur die eigene Mutter lieben kann, hat im Reichstag nochmals betont, keinen Redebedarf mit der Opposition zu haben. 

In dem gezeigten sozialen Umfeld bei Der Riß geht es natürlich auch noch mehr um Discounter-Kunden als in Der Wunsch. Es wird relativ neutral der Krieg im Osten angesprochen, wie auch die Inflation & ihre Konsequenzen. Die Betroffenheit der Protagonisten bleibt ja dieselbe, sondern der bessere Umgang wird hier angesprochen, eingefordert, gegen die elitäre spaltende Wokeness. Bei Penny wird mittlerweile sogar das relativ billige Fleisch mit Magnetstreifen gesichert. Es ist ja also nicht wirklich so, daß der Rewe-Konzern nicht wüßte, was abgeht.

Ein gebuertiger Hesse

17. November 2022 14:53

@ Sommerfeld (und betreffs des Pennymarkt-Videos)

"In dem Videofilmchen putzt das System sich an den Individuen ab."

Exzellent! Dieser Kurzkommentar zeigt einmal mehr, daß die hiesige geistig-autonome Elite immer wieder auf SiN zu fnden ist (Teile davon jedenfalls, whatever). 

Außerdem ist das Videöchen demagogisch und kunstgewerblich (im Filmgeschäft geht beides gern zusammen) bis zum Anschlag. Schon das treibt moralischen Brechreiz hervor.

Gustav

17. November 2022 15:04

Es geht weiter:

Anstatt die Lehren aus den vergangenen zwei Jahren zu ziehen, ist die Regierung Biden fest entschlossen, die katastrophale COVID-19-Politik zu verdoppeln und gleichzeitig die Kräfte zu bereichern und zu stärken, die den Biosicherheitsapparat bilden.

Das Kronjuwel des gesamten Programms kommt in folgendem Satz zum Ausdruck:

Entwicklung von Impfstoffen innerhalb von 100 Tagen; Herstellung einer ausreichenden Menge an Impfstoff für die Bevölkerung der Vereinigten Staaten innerhalb von 130 Tagen; Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, um innerhalb von 200 Tagen einen ausreichenden Impfstoffvorrat für Hochrisikogruppen weltweit zu entwickeln.

Jeder Mensch auf der Erde, jeder menschliche Körper wird zu einem menschlichen Nadelkissen, um die Taschen des Pharmakartells zu füllen.

https://axelkra.us/einblicke-in-die-neue-bioverteidigungsstrategie-der-usa-michael-bryant/

RMH

17. November 2022 15:23

Das P-Video ist natürlich handwerklich hervorragend gemacht, aber eben so, dass es keinem weh tut und die Wärme, die es erzeugen will, entsteht bei mir nicht, da ich wittere, dass es die berühmte Reibungswärme sein kann, die beim über den Tisch ziehen auch entsteht. 

C.S. hat durchaus recht. 

Was man als Ungeimpfter für Demütigungen hat ertragen dürfen, dass kann mit so ein bisschen Appel ans Reden auch nicht geflickt werden, wobei ich keine Rachegefühle hege. Es ist nur einmal wieder klar geworden, mit diesem Menschenmaterial kann man wirklich für jede Schweinerei auf der Welt eine "demokratische" Mehrheit organisieren. Vor diesem Hintergrund ist meine Sensibilität für echten Minderheitenschutz (also nicht der Quatsch, der als solcher verkauft wird) und das Beharren auf den Argumenten des Rechts als Einwände gegen die Macht, das Befürworten von Schutzregeln bis in das Große & Ganze und die "Geopolitik" hinein, deutlich gestiegen. Und jetzt komme ich nicht mit Vergleichen und dem üblichen wenn- dann Argumenten oder wer A sagt, sollte auch B sagen, da diese die Debatte hier unbedingt beim Thema Corona-Regime bleiben soll.

Sandstein

17. November 2022 20:32

„Unser (Zitat Tim Kellner:) Alfred E. Neumann für Arme, Helge Lindh, ein Gesicht, daß nur die eigene Mutter lieben kann, hat im Reichstag nochmals betont, keinen Redebedarf mit der Opposition zu haben.“

Ich sterb grad vor Lachen. Da hat wohl jemand das achgut Video dazu geguckt. Tja, das ist Reality TV im Bundestag, das kann kein Ami besser ploten. 
Zum Übrigen: genau darum gehts doch, kein Vergessen und auch kein Verzeihen. Also ich atme diese „Philosophie“ aus charakterlichen Defiziten seit ich denken kann. 
 

Amen. 

Gracchus

17. November 2022 23:12

Aber @RMH, das Penny Markt-Filmchen ist doch von vorne bis hinten scheisse gemacht. 

"Das System wischt sich an den Individuen ab" - stimmt; ist aber auch in dem Sinne wahr, dass nur die Individuen etwas ändern können. Das System macht weiter, als ob nix wär.