Erziehungsgrundsätze, überdacht (3)

Teil 3 der Erziehungsgrundsätze, überdacht und zur Diskussion gestellt: Verwurzelung, Anderssein, Anstrengungsbereitschaft.

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

8. Behei­ma­tet­sein und Ver­wur­ze­lung im eige­nen Volk sind die Grund­la­ge von Selbst­be­wußt­sein und Duld­sam­keit. Indi­vi­dua­li­tät erwächst aus  Verwurzelung.

Die Päd­ago­gin und Theo­lo­gin Mag­da­le­ne von Til­ing, die in mei­nem Erzie­hungs­buch bereits vor­kommt, schrieb 1932:

Je län­ger dem jun­gen Men­schen dage­gen die Ruhe zur Ein­wur­ze­lung sei­nes Seins in fes­te Ver­hält­nis­se, die ihn in Auto­ri­tät hal­ten, gege­ben wird, des­to mehr see­li­sche Kraft zur Ver­ant­wort­lich­keit in der Bin­dung erwächst ihm aus sol­cher Ver­wur­ze­lung für sein spä­te­res Leben. (Grund­la­gen päd­ago­gi­schen Den­kens, S.168)

Jahr­zehn­te spä­ter wird die Bin­dungs­theo­rie von der Not­wen­dig­keit der “fes­ten Ver­hält­nis­se”, dort “Objekt­kon­stanz” bzw. “Objekt­per­ma­nenz” genannt, spre­chen. Ein Klein­kind braucht sowohl die Wie­der­ho­lun­gen des Tages­ab­laufs als auch die dar­in vor­kom­men­den immer­glei­chen Men­schen. Bei­des zusam­men läßt eine Art “Hül­le” um das Kind ent­ste­hen, in der es warm und gebor­gen ist. Bin­dungs­ge­stör­te Kin­der haben die­se Hül­le nicht, für sie ist sofort Land unter, wenn bei­spiels­wei­se die Mut­ter den Raum ver­läßt, oder sie sind längst dar­an gewöhnt, daß im Not­fall kei­ner für sie da ist.

Die Hül­le könn­te man als Schutz­raum für das jun­ge Kind für not­wen­dig, für Her­an­wach­sen­de aller­dings für über­flüs­sig hal­ten. In der nor­ma­len Ent­wick­lung wird die Hül­le auch zuse­hends durch­läs­si­ger, bis sie ganz abge­streift wer­den kann. Doch glau­be ich, daß Til­ings “fes­te Ver­hält­nis­se, die (den jun­gen Men­schen) in Auto­ri­tät hal­ten” für Kin­der, die sowohl zu früh zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen wer­den als auch Erwach­se­nen­me­di­en aus­ge­lie­fert sind, fast so etwas wie eine the­ra­peu­ti­sche, hei­len­de Funk­ti­on haben.

Heißt für uns als Gegen­wart­sel­tern: Tages­rhyth­men, Ritua­le, Sprü­che, Eßge­wohn­hei­ten, Jah­res­zei­ten­fei­ern usw. noch weit übers Kin­der­gar­ten­al­ter hin­aus wei­ter zu pfle­gen. Eine Obst­jau­se jeden Tag zwi­schen den Online­stun­den, an Aben­den immer das­sel­be Bade­ri­tu­al und noch beim Mit­tel­schul­kind zum Ein­schla­fen ein lei­ses “Schutz­en­gel mein” sind fort­ge­führ­te Hül­len­funk­tio­nen. Die Ver­wur­ze­lung im eige­nen Volk ist über das Lie­der­sin­gen in nicht gering zu ach­ten­der Wei­se möglich.

Behei­ma­tung muß man gut von rei­se­ver­bots­in­du­zier­ter Hei­mat­pro­pa­gan­da im Diens­te des “Coro­na­re­gimes” unter­schei­den. Ein Auf­kle­ber-Sam­mel­heft vom Super­markt für Kin­der, in dem man heu­er “unser Öster­reich” kom­plet­tie­ren konn­te (von Trach­ten bis Mehl­speis­kü­che und Alpen­fau­na) befin­det sich in der ideo­lo­gi­schen Grau­zo­ne. Die Wie­der­ent­de­ckung des “Urlaubs in der Hei­mat” kann ent­we­der dem alten Schwab so pas­sen (sie­he mein Kom­men­tar dort) oder eine grund­ver­nünf­ti­ge Ange­le­gen­heit sein – man ver­su­che, dem Sinn sol­cher Phra­sen nachzuspüren.

 

9. Anders­sein ist Pflicht, wo die Ver­dreht­heit über­hand­ge­nom­men hat. Eti­am si omnes, ego non.

Im Netz kur­siert ein Witz: Hand­wer­ker ent­schul­digt sich in der Tür ste­hend, er habe die FFP2-Mas­ke ver­ges­sen, ob er wohl mit “nor­ma­ler” Mas­ke rein­kom­men dürf­te. Wor­auf ein (wohl schon älte­res) Kind aus dem Wohn­zim­mer ruft: “Ja klar, komm­se rein, wir sind Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker!” und der Hand­wer­ker auf­seufzt: “End­lich nor­ma­le Leute!”.

Nun ist, wie ich in Wir erzie­hen auch begrün­det habe, nicht jede abwei­chen­de Mei­nung und Lebens­füh­rung gleich­zu­set­zen mit gesun­dem Anderssein.

Mir schenk­te auf einer der “Coro­na­de­mos” vor vie­len Mona­ten eine ehe­ma­li­ge Wal­dorf­leh­re­rin einen But­ton, auf dem steht: “Umarm­bar”. Über But­tons und Mas­ken­be­schrif­tun­gen wur­de hier im Forum bereits aus­rei­chend dis­ku­tiert – es geht nicht dar­um, sei­ne Gesin­nung zum Mark­te zu tra­gen, son­dern womög­lich ange­sichts eines sol­chen Anste­ckers kurz auf­zu­mer­ken, um zu erken­nen, durch welch win­zi­ge Ges­ten man bereits “anders” ist. Anders­sein kann näm­lich in Zei­ten eis­kal­ter Gesund­heits­tech­no­kra­tie auch das Warm­hal­ten von Resi­du­en bedeu­ten: Umar­men, Hand­ge­ben, Ein­la­den, einem Gestrau­chel­ten auf­hel­fen oder einen Ver­letz­ten im Fall des Fal­les erst­ver­sor­gen.

In der aktu­el­len Zeit­schrift Info-DIREKT gibt ein Redak­teur Rat­schlä­ge zum Hän­de­druck: sich das Hän­de­ge­ben nicht neh­men­zu­las­sen (auch nicht durch Ersatz­hand­lun­gen wie Ellenbogen‑, Box- oder Fuß­gruß zu ver­mei­den), dabei aber höf­lich zu blei­ben. Ein demons­tra­tiv “sys­tem­kri­tisch” auf­ge­zwun­ge­nes Hand­ge­ben löst bei Ver­ängs­tig­ten oder Büt­teln Abwehr­re­ak­tio­nen aus, mit­hin: Käl­te statt der Wär­me, die man doch eigent­lich bewah­ren möchte.

Kin­der wei­ter­hin in den sozia­len Ges­ten zu unter­wei­sen ist von emi­nen­ter Bedeu­tung, da sie aber gebro­chen sind durch den der­zeit sich voll­zie­hen­den Kul­tur­bruch, ergibt sich ins­be­son­de­re für Müt­ter eine neue Auf­ga­be, die nicht ein­fach ist. Die oben erwähn­te Mag­da­le­ne von Til­ing schreibt:

Für das inne­re Ver­hält­nis zu den Men­schen außer­halb der Fami­lie ist aber für die Kin­der das Ver­hal­ten der Mut­ter schlecht­hin ent­schei­dend. Die Kin­der ler­nen, daß die Mut­ter Men­schen außer­halb der Fami­lie liebt und ihnen dient, Men­schen, die den Kin­dern anfangs Frem­de sind. (…) Alle Wär­me und Lie­be, alles Hören des Anspruchs des andern, muß immer wie­der durch die Müt­ter in der nächs­ten Gene­ra­ti­on leben­dig wer­den. (Grund­la­gen päd­ago­gi­schen Den­kens, S.172)

Gegen­warts­müt­ter müs­sen, so das Kind nicht mehr ganz klein ist, eine Refle­xi­ons­schlei­fe extra dre­hen: den Kin­dern durch eige­nes Ver­hal­ten spür­bar ver­mit­teln, daß die eige­ne Wär­me beim frem­den ande­ren nicht immer auf Gegen­lie­be stößt, daß vie­le sozia­le For­men jetzt bewußt abge­schafft wer­den und wir, die wir an ihnen fest­hal­ten wol­len, uns dazu sou­ve­rän ver­hal­ten müs­sen. Erklä­run­gen wer­den nötig sein – ihre fes­te Grund­la­ge sind aber mit­er­leb­te Begegnungen.

10. Anstren­gungs­be­reit­schaft setzt Anspra­che durch die wirk­li­che Welt vor­aus. Anspruch: Dies hier will jetzt und genau von Dir getan wer­den, es gibt kei­nen beque­men Ausweg.

Der hier auf der Sezes­si­on im Netz schon dis­ku­tier­te chi­ne­si­sche Phi­lo­soph Tin­gyang Zhao sieht in sei­nem Buch Alles unter dem Him­mel  eine Dik­ta­tur der frei­wil­li­gen Kon­trol­le durch den Wunsch nach Kom­fort und Ser­vice her­auf­zie­hen. Er schreibt:

Der Rund­um-Ser­vice lie­fert schein­bar ein Höchst­maß an Wahl­frei­heit und Gleich­heit. (…) Der eine oder ande­re mag sich die­sem Rund­um-Ser­vice ver­wei­gern, aber von die­sem Recht wer­den ver­mut­lich nur weni­ge Gebrauch machen, da sie damit auch auf lebens­not­wen­di­ge Dienst­leis­tun­gen ver­zich­ten müs­sen. (…) Betrach­tet man die heu­ti­ge Situa­ti­on, stel­len Sys­te­me wie Ban­ken, sozia­le Netz­wer­ke, Medi­en und Märk­te bereits anfäng­li­che bzw. par­ti­el­le Zusam­men­flüs­se von Ser­vice­leis­tun­gen und Macht dar. Man kann sich vor­stel­len, dass künf­ti­ge tech­no­lo­gi­sche Sys­te­me Bestand­teil von Dik­ta­tu­ren der Rund­um-Ver­sor­gung mit Dienst­leis­tun­gen wer­den. (S. 217f.)

Das strik­te Gegen­teil von Ser­vice­men­ta­li­tät ist Anstren­gungs­be­reit­schaft. Mir drängt sich der Ver­dacht auf, daß Online­un­ter­richt in Kom­bi­na­ti­on mit  der Zweit­rea­li­tät der sozia­len Medi­en und dem phy­si­schen Ein­ge­sperrt­sein die Kin­der als idea­le Bewoh­ner der Neu­en Welt­ord­nung zurich­tet. Man wählt im Spiel zwi­schen tools und tasks und skins und kommt sich schon als Zehn­jäh­ri­ger mäch­tig indi­vi­du­ell vor (“Mein Cha­rak­ter hat …”). Man ist stän­dig auf “Aner­ken­nungs-Likes” aus, die das Pro­gramm algo­rith­misch nahe­legt. Bild­schirm­ler­nen kann “anstren­gend” sein, im Sin­ne von: ermü­dend, zäh und frus­trie­rend, zur Abwechs­lung (damit man dran­bleibt) auch mal befrie­di­gend und effek­tiv, aber eines kann es nie: Anstren­gungs­be­reit­schaft för­dern. Denn, sie­he oben, Anstren­gungs­be­reit­schaft setzt Anspra­che durch die wirk­li­che Welt voraus.

Die Gefahr ist über­groß, daß wir unse­re Kin­der an die “Dik­ta­tur der Rund­um-Ver­sor­gung mit Dienst­leis­tun­gen” (in der Ado­les­zenz wer­den dann Fut­ter­lie­fe­rung, Sport als sys­tem­re­le­van­te “Selbst­op­ti­mie­rung” und die “kör­per­na­hen Dienst­leis­ter” attrak­tiv) ver­lie­ren. Durch die Ver­qui­ckung von “Ser­vice­leis­tun­gen und Macht” (Zhao) ent­steht ein his­to­risch prä­zen­denz­lo­ses Szenario.

Exakt aus die­sem Grun­de ist Anstren­gungs­be­reit­schaft die not­wen­digs­te Tugend der Erzie­hung: ohne sie glei­ten die Kin­der auf ebe­nem Weg direkt in die “smar­te” Kon­di­tio­nie­rung. Ein Leser kom­men­tier­te unter Teil (2):

Wir kön­nen nur ahnen, wel­che Anstren­gun­gen es für die Kin­der spä­ter mal bedeu­ten wird, die indu­zier­te Angst wie­der abzu­schüt­teln, zu tran­szen­die­ren, mit Hau­ruck-Stolz in was ande­res zu verwandeln.

Zwei Grün­de für Anstren­gungs­be­reit­schaft erge­ben sich: der bis­her stärks­ten Ver­füh­rungs­macht in der Mensch­heits­ent­wick­lung wider­ste­hen zu kön­nen und, eng damit zusam­men­hän­gend, sich als Indi­vi­du­um eines Tages selbst ent­ängs­ti­gen zu können.

Im Erzie­hungs­buch habe ich noch den unmit­tel­ba­ren Weg stark­ge­macht: Kin­der Erpro­bungs­si­tua­tio­nen aus­set­zen, ihnen Pflich­ten auf­er­le­gen, sie in Natur und Tech­nik ele­men­ta­re Hand­grif­fe leh­ren, ihnen den Sinn des sinn­li­chen Übens be-greif­bar machen. Ich glau­be, inzwi­schen ist der Weg noch schwe­rer gewor­den. Je grö­ßer die Not­wen­dig­keit der Anstren­gungs­be­reit­schaft wird, des­to gerin­ger wird die Mög­lich­keit ihrer Anbah­nung durch Erziehung.

Ich stren­ge mich sel­ber an, um die letz­ten päd­ago­gi­sche Mög­lich­kei­ten zusam­men­zu­krat­zen und stel­le fest, daß Anstren­gungs­be­reit­schaft eine Not­la­ge vor­aus­setzt: es gibt kei­nen beque­men Aus­weg. Dadurch erst ist man wirk­lich genö­tigt, sich anzu­stren­gen, doch noch Lösun­gen zu fin­den. Vor­her nicht. Die Wir­kun­gen elter­li­cher Anstren­gungs­be­reit­schaft sind in mehr­fa­cher Bezie­hung wirk­sam: ent­we­der fin­det man plötz­lich doch eine unge­ahn­te anstren­gen­de Arbeit, oder die Mühen der Gro­ßen tei­len sich den Klei­nen atmo­sphä­risch mit, oder es fährt dem Her­an­wach­sen­den ein “Hau­ruck-Stolz” in die Glie­der, oder … Anstren­gungs­be­reit­schaft steckt an.

– – –

Caro­li­ne Som­mer­felds Wir erzie­hen. Zehn Grund­sät­ze (2. Auf­la­ge) kann (und soll­te) man hier bestel­len.

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

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Kommentare (20)

zeitschnur

19. April 2021 10:03

Kann man ja alles so nachvollziehen und unterschreiben, nur: Wieso sind es ausgerechnet so viele der Alten, die mit einer surrealen Inbrunst all den Unfug glauben, sich selbst durch Masken und Impfungen schädigen und einen irrlichternden Hass gegen die Jugend entwickelt haben, die ihnen angeblich so gefährlich werden kann?

Wie wurden sie erzogen?

Zu 8: Daran hats bei denen noch nicht gefehlt - oder doch?

Zu 9: Ich frage Sie wieder danach, in welcher "Autorität" Leute möglichst lang gehalten werden sollten, denn zum "Anderssein" gehört auch eine antiautoritäre Note. An dem Punkt finde ich Ihre Ausführung immer wieder verkürzt bzw sie packen die Dialektik, die hierin verborgen ist, nicht an.

Zu 10: Diese Älteren lebten ihr Leben lang in der "analogen" Welt, viele bis heute, sie haben keine digitalen Geräte. Und doch gerade sie ... War es bei ihnen die Glimmerwelt v.a. des Fernsehens?

Kommentar Sommerfeld: Es ist ja keineswegs so, daß bei der Eltern- und Großelterngeneration alles superprima gelaufen ist. Erziehungsgrundsätze sind anthropologische Richtschnüre. So nimmt der Grad der bewußten Abkehr bzw. unbewußten Desorientierung im Laufe des 20. Jahrhunderts zu. Zur Autorität: Friedrich Gogarten Wider die Ächtung der Autorität, 1930 ist hier einschlägig. Es geht um das aufblickende Verhältnis des Kindes zu Mutter, Vater und (gutem) Lehrer, das überhaupt erst ermöglicht, daß sich das ältere Kind daraus befreien kann und entwicklungspsychologisch auch muß (zeitlich folgen die Schwerpunkte Autorität und Freiheit einander, sind aber während ihrer Geltungsdauer bereits vom jeweils anderen Pol mitbestimmt). Dieses Verhältnis entspricht auf Erden dem Verhältnis des Menschen zu Gott: Aufblicken, Hinaufgezogenwerden, Empfangen. Es ist ein - dessen bin ich mir bewußt - aufgrund der Freiheit des Menschen ausgesprochen fragiles Verhältnis, denn nur allzuleicht kann es mißbraucht werden.

RMH

19. April 2021 10:25

Zum Glück ist das Händeschütteln aktuell obsolet und hoffentlich bleibt das so. Wäre eine der wenigen positiven Folgen von Corona. Das Händeschütteln verkam vor vielen Jahren zum reinen Business-Formalismus und auch hier stand früher der Handschlag erst als Zeichen des Abschlusses des Geschäfts und nicht am Anfang, insofern ist es eine Technik des Umprogrammierens im Vertrieb, man stellt den Abschluss an den Anfang, um so die Leute über den Tisch zu ziehen. Widerlich auch, wenn man in der Kirche nach dem Abendmahl sich urplötzlich als Zeichen des Friedens die Bratzen rund um reichte. Was soll das?

Zum Grüßen braucht man kein shake-hands und in den Familien wurde es ohnehin meistens nie gebraucht und praktiziert.

Kommentar Sommerfeld:
Da verkennen Sie die Bräuche in den verschiedenen deutschen Gegenden. Ich selber komme aus S-H, dort hat mir das erste Mal in meinem Leben der Direktor bei der Abiturszeugnisverleihung die Hand geschüttelt, vorher kein Mensch. Dann ging ich nach M-V zum Studieren und siehe: allenthalben schüttelten sich die Ossis die Hände, selbst unter Schülern und Studenten. In Österreich, wohin ich noch später übersiedelte, ist sobald man sich nicht freundschaftlich mit Bussi-Bussi begrüßt, also unter Bekannten und natürlich auch unter einander wie auch immer kurzfristig verpflichteten Fremden, das Händeschütteln eine Gepflogenheit. Diese disruptiv abzuschaffen ist in meinen Augen harscher Kritik würdig.

Lotta Vorbeck

19. April 2021 11:09

@zeitschnur - 19. April 2021 - 10:03 AM

"Wieso sind es ausgerechnet so viele der Alten, die mit einer surrealen Inbrunst all den Unfug glauben, sich selbst durch Masken und Impfungen schädigen und einen irrlichternden Hass gegen die Jugend entwickelt haben, die ihnen angeblich so gefährlich werden kann?"

---

... dieselben nun ganz Alten, die ohne ihren Wohnort zu wechseln in zwei oder drei nun drei oder vier politischen Systemen lebten, die ihre Kindheit während der 12.000 Jahre-Periode verbrachten und es aufgrund eigener Lebenserfahrung eigentlich besser wissen sollten.

zeitschnur

19. April 2021 11:11

@ CS

Sie meinen also, dass "Autorität" eine Form ist, in der man gehalten wird, bis man sich daraus ablöst und nun selbst eine Autorität darstellt bzw auf den freien Weg geschickt werden kann, eine zu werden?

Das "Empor" ist alte Metapher, zugleich aber, was Gott betrifft auch das "Ich bin da", sogar im "Ganz unten": "Stiege ich zum Himmel hinauf, so bist du da. Bettete ich mich in dem Scheol, siehe, du bist da." (Ps 139,8) Gottes Autorität ist wesentlich anders als das, was wir uns darunter vorstellen.

Ich denke mit Hannah Arendt, dass Autorität mit Wahrheit zu tun hat (sie drückt es anders aus). Als Mutter kann ich dann echte Autorität haben, wenn ich dem Wahren näher zugereift bin als mein Kind, wenn ich ihm das "Empfangen" und "Vernehmen" (Vernunft) als etwas bereits manifester Gewordenes vorlebe und, solange ich es leiten muss, auch aus diesem Gewordensein und Werden schöpfend Vorgaben mache. Alles ist fragil: Wie viele verschanzen all ihre Verkrüppelungen hinter Gott oder irgendwelcher Autorität? Genau das erleben wir ja derzeit auf eine grobschlächtigste Art. Und sie merken es nicht, Alte, von denen man Autorität erwartete aufgrund der längeren Lebenszeit kommt nichts als infantile Hörigkeit (von Ausnahmen abgesehen).

An der rechten Auslotung der Autoritätsfrage hängt mE alles, daher mein Insistieren. Danke fürs Antworten.

tearjerker

19. April 2021 11:15

Wer soll denn erziehen? Bis vor einem Jahr waren die Kinder dem elterlichen Umfeld doch in Vollzeit entzogen. In Deutschland, und ich vermute in Österreich auch, will der Staat die Kinder erziehen und er tut das gegen die Interessen der Eltern. Das Ergebnis ist dann die von @zeitschnur beschriebene Auflösung der Verbindung der Generationen. Um erziehen zu können, müssen die Kinder zurück in die Familien. Die vertrottelte Politik eröffnet dazu aktuell die Möglichkeit. Das gilt es jetzt noch durch eine Abschaffung oder wenigstens Absenkung der Schulpflichtdauer zu verfestigen um die Kinder möglichst umfassend dem staatlichen Zugriff zu entziehen. Die Entwicklung lief ohnehin auf ein Abitur für 90%  aller Schüler hinaus, so wie noch vor 60 Jahren der Grossteil die Volksschule absolvierte mit nicht unbedingt schlechteren Ergebnissen bei Lesen, Schreiben, Rechnen. Deshalb: Den ganzen Laden niederbrennen, erst dann wird etwas wie Ansprache durch die wirkliche Welt wieder möglich und man wird etwas für sich und seine Leute erreichen können.

Kommentar Sommerfeld:
Ihr metaphorisches "Niederbrennen" geschieht bereits, es schwelt von innen nach außen.

RMH

19. April 2021 12:20

@C.S 

Natürlich habe ich zugespitzt. Das Händeschütteln als Ausdruck des Dankes und der Anerkennung ist etwas anderes, als das Händeschütteln als Gruß oder Begrüßung, noch dazu unter Fremden. Man beachte, dass zwei sich gebende Hände als sozialistisches Symbol der Solidarität auch grafische Verwendung fand und sich Freimaurer beim Handschlag erkennen. Als inflationär einfach mal jedem im Zweifel die Hand geben, taugt diese Geste meiner Meinung nach nicht. Da werden noch andere Ebenen berührt, als der schlichte und redliche Versuch der Höflichkeit.

Sie haben aber vollkommen Recht mit den regionalen Unterschieden.

Laurenz

19. April 2021 14:50

@CS

Geil zusammengefaßt. Hierzu gibt es für mich weder etwas zu kritisieren, noch hinzuzufügen.

@RMH

Für mich zeigt sich bei Ihren Beiträgen eine akute Verhaltensstörung.

Wem ich keine Hand geben möchte, dem gebe ich keine Hand. Das ist rein eine Frage der Zu- oder Abneigung. Man begrüßt ja auch nur diejenigen, die man kennt oder kennenlernen will. Wer redet dauernd mit Fremden oder begrüßt diese? Wenn notwendig, reicht ein "Guten Tag". 

Selbst die Japaner, die sich zuhause, je nach sozialer Stellung, als Gruß dosiert zunicken, passen sich hier dem Händedruck an.

Der Händedruck ist etwas absolut Entscheidendes. Jeder Mensch fühlt sich anders an & riecht anders. Der Händedruck kennzeichnet & ergibt ein Bild einen/s jeweiligen Menschen. Über den Händedruck & den Geruch einer Frau, weiß ich sofort, ob die Frau als Sexualpartner für mich in Frage kommt, oder wie meist, aus der Wahl fällt. Wir, RMH, sind soziale Wesen & als Primaten, den Affen nicht unähnlich. Wie die Affen auch, leben & erkennen wir uns über die Berührung.

Paar-Menschen können blind den Partner unter vielen durch küssen finden, weil man unterbewußt den Geschmack des Lippentalgs erkennt.

Sie sollten Ihre sterile Haltung wirklich überdenken.

Laurenz

19. April 2021 14:52

@zeitschnur

Nach dem Kriege war Arbeit wichtiger als alles, auch die eigenen Kinder. Wohlstand ist den meisten wichtiger als Freiheit. Pädagogik, Vorbild und Erziehung sind reiner Luxus.

Laurenz

19. April 2021 16:00

@zeitschnur

Die Mutter-Kind-Beziehung ist, wenn artgerecht vorhanden, in der Natur die stärkste Bindung überhaupt, wenn wir mal von den Seepferdchen absehen. Wer davon absieht, wie @tearjerker trefflich beschreibt, ist im Verhalten gestört, abnorm oder gar krank.

Gott kommt dann, wie der Staat, den man auch ganz oben oder ganz unten antrifft, auch, noch lange nicht. Das können auch nur Leute nicht wissen, die weder fürsorgliche Eltern noch Kinder haben.

anatol broder

19. April 2021 16:14

(1/2)

sommerfeld behauptet:

«beheimatetsein und verwurzelung im eigenen volk sind die grund­lage von selbst­bewusst­sein und duld­sam­keit.»

der grundsatz deutet nicht nur die erkenntnis­theorie sommer­felds an, sondern auch ihre deutsche ver­wurzelung. die falsche verwendung von selbst­bewusst­sein im sinne von selbst­vertrauen ist nämlich eine hiesige besonder­heit. das studium der philo­sophie brachte an dieser stelle genauso wenig wie bei kubitschek, der etwa fragt:

«worum wird derjenige teil unserer leute gebracht, der weiss, was staats­idee, dienst­bereit­schaft, ordnung, selbst­bewusst­sein, innere frei­heit, guter befehl und echter gehor­sam sind?»

lichtmesz, der unter anderem als über­setzer arbeitet, drückt sich ähn­lich aus:

«was noch da ist an positivem deutschen national­gefühl, selbst­bewusst­sein und selbst­behauptungs­willen.»

anatol broder

19. April 2021 16:15

(2/2)

ich kläre nun den unter­schied zwischen selbst­bewusst­sein und selbst­vertrauen auf. dabei folge ich keiner besonderen denk­schule.

selbstbewusstsein ist das bewusst­sein seiner selbst. selbst­bewusst ist jeder mensch spätestens zur ein­schulung. wenn der lehrer die anwesen­heit seiner schüler aufrufend prüft, dann setzt er vorhandenes selbst­bewusst­sein voraus.

selbst­vertrauen ist das vertrauen in sich selbst. genau dieses meinen die oberen autoren, wenn sie das andere wort benutzen. es war übrigens bossel­mann, der auf sezession im netz zuletzt richtig lag:

«man suggeriert sich dort selbst­vertrauen, wo es zu schwinden beginnt.»

warum sich die verwechslung so hartnäckig hält und wie sie mit anderen deutschen eigen­arten wie etwa dem siezen zusammen­hängt, wäre eine unter­suchung wert.

Kommentar Sommerfeld:
Es ist wohl Wittgensteins "Philosophie der normalen Sprache", die uns hier allesamt leitet. Im Sprachgebrauch sagt man, jemand sei "selbstbewußt", wenn er seiner Identität sicher, ungebrochen, durchdacht usw. wirkt. Daß er "selbstbewußt" im Sinne des frühkindlich ausgeprägten Ich-Bewußtseins ist, als homo sapiens dazu prinzipiell fähig ist, oder über das verfügt, was die analytische Philosophie "die Autorität der ersten Person" nennt, setzt man dabei voraus.

Grobschlosser

19. April 2021 16:32

rot-grün wird in den kommenden Jahren den Restwohlstand abfackeln , dann werden die Karten neu verteilt ; die Durchblicker haben einen Zweitwohnsitz in UK oder F , die Kinder besuchen die Privatschule ; man hat Platin und /oder Bitcoin gebunkert ; glaubt an "mögliche" Veränderungen .Der Repressionsstaat kommt wieder - diesmal als pseudopädagogische Weltverbesserungsagentur - und tatsächlich - gestern sprach ich mit einem "Studenten" - er meinte sinngemäß:

"....nun - wenn diese Leute ( gemeint waren angeblich dumme Arbeiter ) uneinsichtig sind müssen wir ( wer ist "wir" ? ) sozialpsychologisch unterstützend wirken . Kleinhabeck eben .4. Semester Hirnmauke bei Frau Dr. Doppelnam Sprechreiz-Sülzig. Der Bürger duldet diese arbeitsscheuen freaks seit 1968 - sie werden gewählt , sie werden gut versorgt . 

Gracchus

19. April 2021 17:25

@anatol broder 

Theoretisch hast du recht, umgangsprachlich werden Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein aber nahezu synonym gebraucht. Da sich die Bedeutung eines Wortes aus seinem Gebrauch ergibt, liegst du also falsch.   

Imagine

19. April 2021 22:41

Welches Erziehungskonzept verfolgen Eltern, die erfolgreich sind, über gute Informationen verfügen und zur oberen Mittelschicht gehören?

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es einige Beispiele.

Sie bereiten ihre Kinder auf die zu erwartenden gesellschaftliche und wirtschaftliche Krisen vor. Sie investieren in ihre Kinder, schicken sie auf teure internationale Privatschulen, sie organisieren Schüleraustausch und anschließend ermöglichen sie ein Studium an einer Top-Universität.

Diese Eltern sind konservativ und liberal, keineswegs wirtschafts- und neoliberal. Sie denken realistisch und pragmatisch. Sie wählen Parteien der traditionellen Mitte, aber nicht die Grünen oder die Linkspartei und schon gar nicht die AfD.

Erzieherischer Leitsatz ist bei ihnen, ihren Kindern das zu vermitteln, was denen hilft, den Lebenskampf erfolgreich zu bestreiten.

Zum Teil haben diese Eltern selbst ein Nomadenleben hinter sich, haben an unterschiedlichen Orten und im Ausland gelebt, studiert und gearbeitet. Daher haben sie Freunde und Bekannte auf der ganzen Welt.

Imagine

20. April 2021 10:15

1/2

Fast alle meiner Klassenkameraden und auch ich sind Kinder „kleiner Leute“. Die Eltern waren Beamte im mittleren Dienst, besaßen ein kleines Geschäft oder Unternehmen oder waren Facharbeiter. Nur zwei kamen aus einer Akademikerfamilie. Fast alle Klassenkameraden sind zu Aufsteigern geworden, fast alle haben studiert bis auf einen, der LH-Jumbo-Pilot wurde, und alle waren wirtschaftlich erfolgreich.

Heute führen die Mittelschichten eine Kampf gegen den Abstieg. Die obere Mittelschicht hat Führungs- und Leitungsfunktionen inne, sie haben ein Familieneinkommen über 200 k Euro und können sich einen entsprechenden Lebensstandard einschließlich teurer Schul- und Hochschulausbildung ihrer Kinder leisten. Sie sind gut vernetzt und haben Seilschaften gebildet, die es ihren Kindern ermöglichen, in Positionen zu kommen, wo sie ihr Realeinkommensniveau und ihren Lebensstandard halten können.

Unter dieser oberen Mittelschicht existiert ein proletarisch-kleinbürgerliches Mischmilieu mit völlig anderer Kultur und anderen Lebenszielen. Finanziell befinden sie sich am Anschlag oder sind verschuldet.

 

Imagine

20. April 2021 10:20

2/2

Sie selbst sehen sich als „Mitte“, ökonomisch betrachtet, bilden sie jedoch tatsächlich die neue Unterschicht, unter der sich dann noch das Prekariat der Arbeitslosen, HartzIV-Sklaven, der Niedriglöhner und der Sozialhilfealimentierten befindet.
Viele der Kinder aus dieser „Mitte“ richten sich auf einen niedrigeres Realeinkommensniveau und geringeren Konsumstandard ein. Zum Teil sind sie idealistisch ausgerichtet, z.B. hinsichtlich eines geringeren Konsumstandards aus ökologischen Gründen. Damit idealisieren und verdrängen sie ihren Abstieg. So wird z.B. das Radfahren idealisiert, aber tatsächlich ist es so wie beim Fuchs mit dem Trauben, denn für viele ist ein Auto nicht mehr finanzierbar. Vgl. https://www.nzz.ch/meinung/die-millennials-als-feigenblatt-ld.1447604

Im Gegensatz zur oberen Mittelschicht weist das proletarisch-kleinbürgerliche Mischmilieu, zu dem auch meisten der heutigen Akademiker aus den Massengymnasien und –hochschulen gehören, eine sehr große Heterogenität auf. Die Illusion, dass es ihren Kindern einmal besser geht als ihnen selbst, haben die wenigsten Eltern. Nur wenige bereiten ihre Kinder auf die voraussehbaren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Krisen vor. Bei vielen dominieren ein Think-positive-Fatalismus und ein Laissez-faire. Man nimmt alles hin, so wie jetzt die Corona-Restriktionen und das Impfen und hofft, dass man selbst nicht zu den Losern und Absteigern ins Prekariat gehört.

Laurenz

20. April 2021 10:52

@Imagine

Erziehung etc., soll in den Augen der Eltern vor allem dazu dienen, die Überlebensfähigkeit & Durchsetzungskraft der Kinder nach dem eigenen Ableben zu gewährleisten. Die Frage ist nur, urteilen die Eltern über den Weg dorthin richtig? Nicht umsonst haben wir doch so viele Pseudo-Akademiker, wie Sie.

Mein Vater drängte mich dazu, in einer Bank Karriere zu machen, weil er sich nicht vorstellen konnte, daß Banken irgendwann mal leiden werden. Darin hatte Er Sich gewaltig getäuscht. Auch berücksichtigte Er in keiner Weise meine charakterliche Eignung dafür. Für einen geborenen & ererbten Querulanten meiner Großväter ist das Leben in einer Bank nicht wirklich geeignet. Ich will zwar die Zeit in Banken nicht missen, dieses Leben führen, will ich auf keinen Fall mehr.

Ich kann mir gut vorstellen, daß Ihre Bekannten & Freunde besser dafür gesorgt hätten, daß ihre Kinder einen anständigen Handwerksberuf oder mehrere erlernt hätten.

t.gygax

20. April 2021 10:56

@imagine

"proletarisch-bürgerliches Mischmilieu"  ?? Haben Sie noch mehr Scherze dieser Art auf Lager? In wessen Auftrag schreiben Sie eigentlich?

Ganz kurz: diese Schichtentheorien sind abstrakter Quark, weil nur auf der simplen Einkommensebene definierbar; dies ist  übrigens plattester Materialismus der vulgären Art. Ich habe Raumpflegerinnen kennen gelernt,die  lasen zuhause Gottfried Benn und machten sich ihre Gedanken darüber.

Und ich kenne junge Erwachsene von vermögenden Eltern, die nichts weiter sind als ungebildeter, primitiver und geistloser Pöbel. Ein Buch lesen die nie. Wo würden Sie denn solch ein Kreatur wie "danger dan" einstufen - obere Mittelschicht, was seine Herkunft ( Professorensöhnchen) betrifft?!

Laurenz

20. April 2021 11:06

@Anatol Broder (1)

Ihre Definition von Selbstbewußtsein & Selbstvertrauen ist zwar verführerisch, aber ich erachte sie als falsch, weil Sie die Dinge, bezüglich der Deutschen Sprache, viel zu akademisch sehen, wie CS übrigens auch.

Schrift ist in der Kommunikation immer schlechter als das direkte Gespräch, Auge in Auge, von Angesicht zu Angesicht. Der Vorteil der Schrift ist, man archiviert & braucht keinen Termin. Das Gespräch entwickelt sich im Lauf der Jahrhunderte mit, das Geschriebene nicht.

Die Deutsche Sprache ist deswegen so geil, weil sie dem Gespräch relativ nahe kommt, & immer sofort den Standpunkt des Betrachters vermittelt & ausdrückt. Das ist auch bei den Termini Selbstvertrauen & Selbstbewußtsein nicht anders.

Selbstvertrauen basiert auf dem Vertrauen in die eigenen Fertigkeiten & die eigene Verläßlichkeit, denn theoretisch ist nur über die eigene Person totale Kontrolle möglich. Aber praktisch stimmt das natürlich nicht. 98% unserer Handlungen & Entscheidungen geschehen unterbewußt rein aus dem Willen heraus & nicht aus dem Hirn. & das Vertrauen in die eigenen Fertigkeiten kann auch enttäuscht werden, was zu dämlichen Scheitern führt.

Götz Kubitschek

20. April 2021 11:37

nach drei stark überdachten beiträgen und debatten: badeschluß! lest sommerfelds "wir erziehen"!

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