27. November 2020

Soll die AfD eine multiethnische Partei werden? (2)

Martin Lichtmesz / 32 Kommentare

Vor vierzehn Jahren erschien in der Sezession ein Interview mit dem Bevölkerungswissenschaftler Josef Schmid (1937-2018).

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Schmid war damals neben Herwig Birg einer der meistbefragten Experten zum Thema Demographie, Geburtenschwund und Einwanderung. Er äußerte sich zur "Demographie des Verschwindens":

Das sogenannte „Aussterben der Deutschen" ist also keine Fiktion, kein Schreckensbild, keine Wahnvorstellung, die man beliebig belächeln und bekichern kann. Es ist das Menetekel an der Wand einer Gesellschaft oder gar eines Kontinents, der auf dem Wege ist, Aufklärung mit Nihilismus zu verwechseln. Die besagte demographische Implosion, der sich verstärkende Bevölkerungsschwund, beginnt - nach unveränderter Lage der Dinge - zwischen 2005 und 2010. Deutschland wird es nicht mehr gelingen, die sich weitende Geburtenlücke mit Zuwanderung zu füllen.

Schmid vertrat nun die Ansicht, daß Einwanderung dringend benötigt werde, um die kapitalistische Fitness Deutschlands aufrechtzuerhalten, gleichzeitig war er sich bewußt, daß man hier nicht auf beliebiges Menschenmaterial zurückgreifen kann. Der Import aus osteuropäischen Nachbarländern wäre leider keine Option, denn diese wurden allenfalls „Lückenfüller am Arbeitsmarkt schicken, die aber zum Wochenende wieder nach Hause fahren“, und sich ansonsten in der gleichen demographischen Abwärtsspirale befinden.

„So bleibt also nur in asiatischen und nordafrikanischen Räumen ein Reservoir an möglichen Einwanderern“, konstatierte Schmid, seltsamerweise die schwarzafrikanischen Räume, die besonders stark von der Bevölkerungsexplosion betroffen sind, ignorierend. Der Rückgriff auf diese Reservoirs könne jedoch unmöglich funktionieren, denn mit diesen "holen wir uns eine negative soziökonomische Kulturdynamik ins Land."

Ich versuche es etwas direkter als Schmid zu sagen: Wenn man tatsächlich meint, demographische Defizite per Einwanderung auffüllen zu müssen, während man die Nation auf demselben Wirtschafts- und Kulturniveau halten will, dann kann das allenfalls mit Menschen sehr ähnlicher ethnokultureller Herkunft gelingen.

Nähme man Schmids Bedenken ernst, müßte man Unterscheidungen nicht nur meritokratischer, sondern auch ethnokultureller und damit natürlich auch rassischer Natur treffen, etwa die Einwanderung von Muslimen oder Schwarzafrikanern stark beschränken oder überhaupt untersagen. In letzter Konsequenz jedoch auch die Einwanderung von Asiaten, die in der Regel intelligenter, fleißiger und anpassungsfähiger als die zuvor genannten sind, denn auch sie sind dazu imstande, das Gesicht und den Charakter einer Nation grundlegend zu verändern, wenn sie sich in großen Zahlen ansiedeln und ihre Loyalität und Identifikation eher ihren Heimatländern gilt (in Kanada haben Chinesen ganze Großstädte übernommen, etwa Vancouver).

Wie ist aber die ethnische Zusammensetzung der Migrationshintergründler in Deutschland beschaffen? Leute BpB haben heute 26, 2% der Wohnbevölkerung "Migrationshintergrund". Von diesen 21,2 Millionen sind 10,1 Millionen Ausländer ( 12,4%), 11,1 Millionen deutsche Staatsbürger (13,6%, wobei der Migrationshintergrund statistisch nach spätestens drei Generationen verschwindet).

Die meisten der 21,2 Millionen Personen mit Migrationshintergrund stammten im Jahr 2019 aus der Türkei (13,3 Prozent), gefolgt von Polen (10,5 Prozent), Russland (6,5 Prozent), Rumänien und Italien (4,8 bzw. 4,1 Prozent). Kasachstan und Syrien sind mit Anteilen von 5,9 bzw. 4,0 Prozent die wichtigsten nicht-europäischen Herkunftsländer (immer bezogen auf das eigene Geburtsland bzw. das Geburtsland der Eltern).

Das sind etwa 50% der Migrationshintergründler - falls jemand bestimmte Gruppen, deren Vertreter öfter in den Medien aufscheinen, vermißt hat. Auch hier gilt es, die Art und Qualität des Migrationshintergrunds zu berücksichtigen: Die Anwesenheit von z.B. einer Millionen Polen oder einer Million orthodoxer Christen wird wesentlich andere Auswirkungen auf das soziale und kulturelle Gefüge eines westlichen Landes haben als z.B. die Anwesenheit einer Million Schwarzafrikaner oder sunnitischer Muslime.

Dies könnte man sich nun genauer anschauen, und sich fragen, in welcher dieser ethnischen Gruppen über vereinzelte Stimmen hinaus "etwas zu holen" sei  (viele dieser "Russen", "Polen" und "Rumänen" sind übrigens volksdeutsche Spätaussiedler). Man kann aber auch eruieren, bei welchen Gruppen eher geringe Chancen bestehen, sie für die AfD zu gewinnen (auf die am stärksten vertretene Gruppe sollte man eher nicht zählen. Siehe etwa hier und hier).

All dies im Hinterkopf kann man erkennen, daß Klonovsky mit Beständen rechnet, die gar nicht vorhanden sind (jedenfalls nicht für die AfD), wenn er schreibt:

Einwanderer passen sich normalerweise dem Habitus der Aufnahmegesellschaft an und verändern diese dabei unmerklich. Dieser Vorgang ist allein schon im Eigeninteresse der Einwanderer mit der zweiten Generation abgeschlossen. Wenn sich solche Prozesse sozusagen tröpfchenweise vollziehen, erzeugen sie kaum Probleme, und so ist es im nachantiken Europa auch immer gewesen. Vollzieht sich dieser Prozess hingegen zu schnell, kann oder will sich die neue Gruppe nicht einfügen – integrieren muss sich immer der Einwanderer selber – und bildet ein separiertes eigenes Milieu. Ein von Zurechnungsfähigen geführtes Land wird das politisch verhindern. Und diejenigen Einwanderer, die Deutschland als Heimat angenommen haben, sind dafür weit bessere Verbündete als etwa die Grünen und deren Klientel oder die Merkel-Lemminge bzw. -Lemuren.

Das ist ein ideales Modell, das sich realiter so leider nicht abgespielt hat. Auch ein so Gott will dereinst von "Zurechnungsfähigen geführtes Land" müßte eine Politik der Remigration ins Auge fassen, um eine Gesellschaft zu ermöglichen, wie sie Klonovsky im Auge hat, müßte allmählich umkehren, was sich in Jahrzehnten akkumuliert hat an "separierten Milieus".

Entscheidend ist nicht nur die Schnelligkeit des Aufnahmeprozesses, sondern auch Wesen und Art der Einwanderer. Bei entsprechend heterogener Herkunft wird der "Habitus der Aufnahmegesellschaft" auch nach zwei oder drei Generationen nicht angenommen, und selbst eine teilweise Übernahme dieses Habitus oder eine Anpassung an bestimmte kulturelle oder ökonomische Normen bedeutet keine automatische Identifikation oder Solidarität mit der "Aufnahmegesellschaft", oder konkreter gesagt: dem angestammten Volk.

Im Gegenteil kann sich hier der Konkurrenz- und Verteilungskampf noch verschärfen, und schlimmstenfalls wird der Laden eines Tages übernommen und der "Personalwechsel" noch effizienter vollzogen werden. Deutschland "als Heimat angenommen"  bedeutet dann, daß es für die Interessen der eigenen ethnischen Gruppe besetzt, besiedelt und vereinnahmt wird. Es wird zum Beutewert, der von den ethnischen Gruppen aufgeteilt wird. Für die Multikulturalisten sind diese Gruppen willkommene Agenten der Zersetzung des traditionellen Volks- und Nationalstaatsbegriffs. "Integration" bedeutet für sie wachsende öffentliche Repräsentanz der Minderheiten im öffentlichen Raum (amerikanisch "diversity").

Und was ist heute der "Habitus der Aufnahmegesellschaft", was ihre "Leitkultur"? Doch wohl jener der "bunten" und "weltoffenen" Gesellschaft, des Amalgams aus Merkels CDU und grüner Ideologie, die heute für den Großteil der deutschen Gesellschaft charakteristisch ist, und den inzwischen auch Muslimbrüder mit Leichtigkeit annehmen, wenn es ihren Interessen dient und sie in Talkshows eine gute Figur machen müssen. Migranten aller Art, ob europäische oder nichteuropäische, fühlen sich von der bundesdeutschen "Weltoffenheit" angesprochen, umschmeichelt, begünstigt. Sie werden als wertvolle Ressource und Importartikel gehandelt, um das säkulare Projekt der "Verbuntung" voranzutreiben. Das "multikulturalistische" Gesellschaftsmodell stellt ihnen Aufstiegschancen, soziale Aufwertung und einen erklecklichen Anteil von dem Kuchen in Aussicht, den die Deutschen über Generationen hinweg gebacken haben.

Zu dieser Art von "Leitkultur" gehört auch, unablässig "Rassismus" zu bejammern und sich am Abholzen von allem zu beteiligen, was noch da ist an positivem deutschen Nationalgefühl, Selbstbewußtsein und Selbstbehauptungswillen. Die Migranten, die sich in dieses lukrative und staatlich geförderte Business eingekauft haben, etwa als Publizisten, Journalisten und Aktivisten, zählen inzwischen Legion.

Die deutsche Regierung propagiert unablässig das Heraufdämmern einer goldenen postnationalen Zukunft, in der der Begriff "Migrationshintergrund" obsolet ist, da die Menschen dann allesamt "so 'gemischt' sind, dass jeder einen Migrationshintergrund hat" (so die berüchtigte Broschüre Dialoge Zukunft: Vision 2050). Es leuchtet ein, daß das auf sehr viele Migrationshintergründler attraktiv wirken muß. Sie werden "links", vor allem weil es ihre ethnischen Interessen begünstigt.

In Mit Linken leben schrieb ich 2017 zusammen mit Caroline Sommerfeld ein Kapitel über "Linke und Rechte mit Migrationshintergrund":

Hier geht es einfach um das Durchsetzen ethnischer Interessen gegen die autochthone Noch-Mehrheitsgesellschaft mithilfe der Rhetorik der Linken und des Multikulturalismus. Das ist dann nicht mehr »links« im eigentlichen Sinne, es ist aus der Perspektive dieser Migranten »identitäre« Politik, die von der deutschen Selbstabschaffungslust zu unterscheiden ist.

Demgegenüber steht eine zahlenmäßig kleinere, aber doch ins Gewicht fallende Zahl von Migranten,

die keineswegs die linke Ideologie teilen, die die Merkelsche Flüchtlingspolitik ablehnen, die Deutschland als Deutschland (und nicht als »Einwanderungsland«) aufrichtig lieben, die wissen, daß die Integrationspolitik gescheitert ist, und die sich nicht minder Sorgen um die Schulbildung ihrer Kinder machen, die sich eher mit der einheimischen Bevölkerung als mit beliebigen Zuwanderern solidarisch fühlen, die AfD und FPÖ wählen (wo sie, entgegen der linken Propaganda, durchaus willkommen sind), die wie wir angesichts des »Großen Austauschs« Trauer und Beklemmung empfinden, die PC-Bevormundung dämlich finden, die der »Lügenpresse« nicht mehr trauen und die es verabscheuen, sich von Linken als Trophäen und »Schutzbedürftige« vereinnahmen zu lassen, insbesondere von den Bobo- und Statuslinken.

Allerdings befindet sich auch diese Art Migranten oft in einem inneren Zwiespalt, denn ihnen wird nicht selten Verrat an der eigenen Abstammungsgruppe vorgeworfen. Etliche haben erhebliche Schwierigkeiten mit ihrer Identitäts- und Positionsbestimmung, spüren instinktiv, daß sie nie "ganz" dazugehören werden. Und trotz ihres "Migrantenbonus" riskieren sie ähnliche Brandmarkungen und Verschwefelungen wie Biodeutsche, wenn sie sich zu weit aus dem Fenster lehnen.

Ein Ausweg ist für manche die Flucht in eine Art farbenblinden Zentrismus, der sich zwar von der links aufgehetzten, migrantischen "Identitätspolitik" distanziert, aber doch als Idealbild eine gemäßigt postnationale Gesellschaft vor Augen hat, in der ethnokulturelle Kollektividentitäten ein möglichst geringe Rolle spielen oder "Deutschsein" einfach ein Bekenntnis zu liberalen Werten und westlichem Lebensstil bedeutet.

Gänzlich irrt Klonovsky hier:

Davon abgesehen, dass sie auch die von interessierter Seite gestreuten Rassismus-Bezichtigungen, von deren künftigem Anschwellen wir uns noch gar keinen Begriff machen, entkräften würden; man sehe nur, wie viele Schwarze und Latinos diesmal Trump gewählt haben.

Abgesehen davon, daß amerikanische Verhältnisse nicht ohne weiteres auf Deutschland übertragbar sind: Das Thema wäre einen eigenen Artikel wert, und ich habe auf diesem Blog schon öfter darüber geschrieben (siehe hier, hier, hier, hier). Nur so viel: Die Zukunft der Republikanischen Partei wird sich auf demographischem Weg entscheiden; während nicht alle Staaten, Städte und Bezirke mit überwiegend weißer Bevölkerung republikanisch wählen, so kippen doch all jene automatisch zu den Demokraten, die eine signifikant hohe nicht-weiße Bevölkerung haben oder gar eine nicht-weiße Mehrheit stellen.

Dazu empfehle ich, diesen Artikel zu studieren: Trump hat unter Hispanics (18% der Bevölkerung), Asiaten (6%) und Schwarzen (13%) jeweils 4% mehr Stimmen bekommen als im Jahr 2016. Da die Wahlbeteiligung (so denn alles mit rechten Dingen zugegangen ist) auf beiden Seiten enorm hoch war, hat er auch in diesen Schichten in absoluten Zahlen hinzugewonnen. Aber: 88% der Schwarzen, 69% der Asiaten und 68% der Hispanics haben für Biden gestimmt. 12 republikanische Kandidaten seit 1964 haben Trump übertroffen, was den Anteil der schwarzen Stimmen angeht, und ähnliches gilt für die Stimmen der Asiaten, die seit 1992 kontinuierlich nach links wandern. Auch der prozentuale Gewinn an hispanischen Stimmen, speziell in Florida und Texas, lag im Bereich des üblichen.

Die Republikanische Partei kämpft schon seit Jahren verbissen darum, "diverser" zu werden, indem sie direkt nicht-weiße Bevölkerungsgruppen umwirbt. Gleichzeitig vernachlässigt sie ihre eigentliche Basis, grob gesagt die weißen Wähler im Flyover America zwischen Ost- und Westküste und jenseits der multiethnischen Ballungsräume. Diesen Fehler hat auch Trump gemacht, und er hat einen hohen Preis dafür gezahlt: Ausgerechnet unter weißen Männern (schätzungsweise 30% der Bevölkerung) hat er 5% der Stimmen verloren, wodurch er auch einige Staaten knapp verloren hat (mehr zu diesem Problem hier). Aus dem nicht-weißen Stimmenpool hat er im Endeffekt nur einen kleinen Bissen abgeknipst;  57% der weißen Stimmen gingen an ihn. Die weiße Bevölkerungsgruppe aber ist diejenige, die die amerikanische Nation gegründet und mit ihren Werten geschaffen und geprägt hat. Sie entspricht auf Europa übertragen den Stammdeutschen oder Stammfranzosen.

Es ist, wie Ann Coulter seit Jahren sagt: "The way Republicans win is by driving up the white vote." Trump hat sich um diese Gruppe nicht bemüht, wahrscheinlich, weil er sie für selbstverständlich hinnahm. Stattdessen ist er vor Minderheitengruppen quasi auf den Knien gerutscht und hat ihnen allerlei Nikolauspakete angeboten.

Das Problem ist, daß es die politische Korrektheit verhindert, daß Weiße als Gruppe mit eigenen Interessen angesprochen werden können, es sei denn in einer negativen Form als Träger des "strukturellen" Rassismus. Das Äußerste, das die GOP hier tun kann, ist die Exzesse der "kritischen Rassentheorie" als "Rassismus" zu kritisieren, was ihr mit mäßigem Erfolg gelingt. Die Artikulation ethnischer Interessen wird Minderheiten vorbehalten (die ja als Rammbock gegen die noch-weiße Mehrheitsgesellschaft dienen sollen) und kann also nur indirekt und implizit erfolgen, etwa, indem man von bestimmten "Werten" spricht.

Das gleiche Muster findet sich bei allen westlichen Populisten: Sie treten als "Staatsbürgernationalisten" auf, weil es die Spielregeln nicht anders zulassen, ihr eigentlicher Appeal liegt allerdings in der Kanalisierung ethnokultureller Interessen, Identifikationen und Bedürfnisse. Wirtschaftliche Erwägungen, Sorge um "law and order" und anderes spielt hier nur eine untergeordnete Rolle, denn sie sprechen eben nicht nur sozial und ökonomisch abgehängte "deplorables" an. Wie Eric Kaufmann feststellte: "It's not the economy, stupid!"

Es spricht nichts dagegen, wenn die AfD unter bestimmten Migrantengruppen Verbündete und Sympathisanten sucht. Dabei sollte es aber weder um die bloße "Optik" gehen, um Rassismusvorwürfe abzuschmettern, was erfahrungsgemäß ein aussichtsloses Unterfangen ist, noch sollte versucht werden, aus der AfD eine weitere Multikulti- oder Vielvölkerpartei zu machen, die den Bevölkerungsaustausch als unvermeidlich hinnimmt und ihn lediglich verlangsamen und ein wenig erträglicher regulieren will.

Das liefe auf nichts anderes hinaus, als Yascha Mounk aktiv dabei zu unterstützen, daß sein berüchtigtes "Experiment" doch noch funktionieren kann. Mounk, der nach eigener Auskunft hart an einem Buch mit dem Titel The Great Experiment – How To Make Diverse Democracies Work arbeitet, ist wohlgemerkt kein Linker, der sich unter der "multiethnischen Demokratie" ein buntes, anarchisches Nebeneinander identitätspolitisch aktiver Kollektive vorstellt, sondern ein Schüler und Protegée des (freilich ziemlich nach links gerückten) neokonservativen Philosophen Francis Fukuyama. Fukuyamas Buch Identität beißt sich an genau diesem Dilemma die Zähne aus: Wie kann man einer allzu "divers" gewordenen Gesellschaft wieder "verbindliche Grundlagen des Zusammenlebens" beibringen, ohne ihre Liberalität und "die Demokratie" zu opfern? Das ist das Kunststück, das er zu vollbringen vorschlägt:

Die Herausforderung für zeitgenössische liberale Demokratien angesichts der Zuwanderung und der wachsenden Vielfalt« bestünde im Zusammenspiels aus Integration, Assimilation und formender Anpassung, "um eine inklusive nationale Identität zu erschaffen, die der vielförmigen gesellschaftlichen Realität gerecht wird und Neuankömmlinge assimiliert."

Klonovskys Argumentation läuft auf etwas ähnliches hinaus: Nun haben wir den Salat, nun sind sie halt da. Deutschland ist (immerhin: leider) ein Vielvölkerstaat geworden, und die Zukunft wird noch mehr vom selben bringen. Wir müssen uns damit abfinden, daß wir als Stammdeutsche allenfalls eine ethnische Gruppe unter anderen sein werden (wenn man es uns erlaubt). Jetzt brauchen wir nur noch eine gemeinsame Kultur, damit wir uns mit anderen ethnischen Gruppen auf verbindliche Grundlagen des Zusammenlebens einigen können. (Für eine gemeinsame Nation reicht es schon nicht mehr).

Es steht der AfD frei, diese Richtung zu verfolgen und einen entsprechenden Plan zu entwickeln, aber sie wird sich damit in die gleiche Sackgasse stellen wie alle anderen auch, die sich nicht mit utopischen Parolen über die wachsende Dysfunktionalität der multiethnischen "Gesellschaften" hinwegtäuschen können oder wollen.

In Mit Linken leben schrieb ich:

Sehen wir jedoch den Tatsachen ins Gesicht: Bis zu einem gewissen Grad ist die ethnische Heterogenisierung der deutschen Bevölkerung nicht mehr rückgängig zu machen. Ob die Deutschen dennoch wieder ein Volk werden können, wird auch davon abhängen, wie viele Migranten guten Willens sich zu patriotischen Positionen (bezogen auf das Land, in das sie eingewandert sind) bekennen werden.

So sehe ich das immer noch, aber es sollte klar bleiben, daß die AfD vorrangig dazu da ist, den Interessen einer bestimmten ethnischen Gruppe, nämlich den Deutschen eine Stimme zu geben.

Mag sein, daß Klonovsky dieses Türchen offengelassen hat, als er formulierte, die AfD solle eine "multiethnischere" (statt: multiethnische) Partei werden.

Und ich meine hier natürlich jene Deutsche, die Deutsche sein und bleiben wollen. Also jene, die sich nicht nationalmasochistisch-pseudoweltbürgerlich auflösen, die noch Volk statt Bevölkerung sein wollen, und die mutig genug sind, persönlich dafür einzustehen oder diese Haltung zumindest durch AfD-Wahl zu bekräftigen.

Wenn die AfD eine wirkliche Alternative sein und ernsthaft das Nationalstaatsmodell verteidigen will, dann muß sie hier einhaken und die Frage nach dem Volk stellen und den ethnischen Volksbegriff verteidigen, der von der herrschenden politischen Klasse verfemt wird, um das ethnisch deutsche Volk selbst abzuschaffen.

Gibt es denn diesbezüglich unter den "Biodeutschen" tatsächlich nichts mehr zu holen für die AfD, ist das Potenzial ausgeschöpft? Muß man nun bei anderen ethnischen Gruppen fischen, und mit welchem Köder?

Im Jahr 2016, als die Welt noch anders aussah, und man das Gefühl haben konnte, eine große "populistische Welle" sei im Anrollen, schrieb Klonovsky anläßlich des Wahlsieges von Donald Trump ein paar Sätze, die ich gerne zitiere, weil sie den Geist dieser Zeit gut einfangen und ausdrücken, was damals für viele der wesentliche Impuls des Populismus war:

Wenn Globalisierung heißt, dass die Staaten zerfallen, dass die Völker entwurzelt und aufgelöst und die Kulturen verramscht werden, dann spucken wir auf sie.Wenn Globalisierung heißt, dass der Planet in die graue Tristesse der Diversity getaucht wird, dann pfeifen wir auf sie. Let’s make the people, let’s make the nations great again!

Vier Jahre später sind wir alle ein wenig nüchterner geworden. Aber soll es denn nun wirklich nur mehr darum gehen, erträglichere Abwicklungsprogramme einzufädeln, in der Hoffnung, daß sie besser funktionieren als die utopischen Vorhaben der Bundesregierung? Den Eindruck gewinne ich, wenn ich Klonovskys Ausführungen lese, und vielleicht tue ich ihm hier Unrecht.

Ansonsten fiele mir nicht ein, welches Angebot die AfD den diversen ethnischen Gruppen als Gruppen innerhalb Deutschland machen soll, damit sie von ihnen gewählt wird. Insgesamt profitieren diese eher von dem herrschenden System, wie es ist, die Assimilierbaren ebenso wie die Problembären. Wer sich nicht ohnehin im Nachteil sieht, wird sich kaum die Mühe machen, sich den Geächteten anzuschließen.

Ich denke, daß Klonovsky, der selbst eine multiethnische Familie hat, und mehr Kosmopolit und "anywhere" als Patriot und "somewhere" ist, an einem alten Traum einer Sezession der "Zivilisierten" hängt, den ich ebenfalls in Mit Linken leben zitiert habe, weil ich ihn nicht unsympathisch finde und zumindest für bedenkenswert halte:

Klonovsky schlug gar eine »Zwei-Staaten-Lösung« für die Bundesrepublik vor: Im einen Staat sollen diejenigen leben, »die an Freiheit und an die ›konventionelle‹ Familie glauben«, Sozialismus für Humbug halten und stattdessen auf Eigenverantwortung setzen, die sich von der Diktatur des Brüsseler Zentralkomitees befreit haben, »denen der Rechtsstaat so heilig ist, daß sie ihn mit Gewalt gegen jedermann durchsetzen, der ihn angreift«, die »einen weltoffenen Patriotismus pflegen«, »religiös tolerant sind, ohne sich ihre Traditionen wegdiskutieren zu lassen«, und nur Zuwanderer willkommen heißen, »die ihre Rechnungen selbst bezahlen wollen« und können. – »In den zweiten, den fortschrittlichen, emanzipierten, sozialistischen, ›antirassistischen‹ Staat mag dann der Rest ziehen und, Gott befohlen, sehen wo er bleibt.« (Acta Diurna, 30. November 2013).

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Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (32)

Seneca

27. November 2020 21:04

Die AfD würde endgültig ihren Kompass verlieren. Sie ist jetzt schon im Trudeln. Einzig eine Partei der Deutschen, wie klein auch immer, hätte Zukunft. Gerade dann wenn es zu einem Deutsch-Südafrika auf deutschem Boden kommen sollte. 

Niedersachse

28. November 2020 00:11

Der Vorstoss von Michael Klonovsky ist unnötig, falsch und politisch unbrauchbar, denn das alles und jeder multiethnisch werden soll, ist zwar der "Grundkonsens"des bundesrepublikanischen Elends, aber der AfD stünde es gut zu Gesicht, wenn sie sich als der  parlamentarische Arm zur Vertretung deutscher Interessen sehen würde. Die deutschstämmigen Aussiedler aus den ehemaligen Sowjetrepubliken gehören nach meiner Definition sowieso zu "uns" und haben sogar in der Regel mehr Patriotismus, Traditionsbewusstsein und vor allem das, was man gemeinhin "gesunden Menschenverstand" nennt. Man kann diesen Vorstoß von als Kotau vor den Verhältnissen sehen, oder als das, was er wohl ist: Die politische Grundhaltung von M. K., der ja in gewisser Hinsich selber etwas "vorbelastet" ist. Ich meine das nicht mal böse, finde den Gedanken von ihm aber trotzdem falsch. In gewisser Weise ist natürlich Vorsicht geboten: Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Januar 2017, in dem für jedermann einsehbar behauptet wird, das die ethnische Abstammung keine Kriterium sein könne, ob jemand Deutscher ist oder nicht, lässt tief in die Grundverfasstheit und Geisteshaltung dieses Staates blicken. Dessen muss sich die AfD natürlich bewusst sein und ihre politischen Konzepte und Forderungen so ausformulieren, das den Feinden unseres Volkes keine geladene Waffe in die Hand gedrückt wird.

Laurenz

28. November 2020 04:38

Tja, wenn keine Orientalen und auch noch keine Asiaten in Frage, wer dann?

Vor 13 Jahren oder so, laß ich dieses Büchlein (dauert ca, 3 Stunden) vor einer Reise nach Rio und Búzios, eine Art brasilianisches Sylt.  (In Rio angekommen fand ich die Zustände genau so vor, wie Mattussek diese beschrieben hatte.)

https://buechereien.wien.gv.at/Mediensuche/Einfache-Suche?id=0654179

Matthias Matussek: Geliebte zwischen Strand und Dschungel

Der Autor lebte ein paar Jahre in Rio und schildert kurz für jeden Rio-Reisenden Seine dort gemachten Erfahrungen. Es ist wohl ungewollt eines der am meisten politischen Bücher überhaupt. Es beschreibt den multi-ethnischen Zustand in einer Großstadt des liberalistischen Brasilien und die sich daraus ergebenden Lebensumstände aus der Sicht eines Weißen. Der VS kennt das Buch wohl nicht, sonst hätte er es wohl verbieten lassen.

Soweit ich das beurteilen kann, ist das Buch für weiße Lebensart in den gesamten Amerikas exemplarisch und das seit Jahrhunderten. In den USA, aber vor allem in Kanada ist soviel Platz, daß man sich aus dem Weg gehen kann. Aber Deutschland ist quasi ein großes Rio. Die Weißen sterben nicht aus, leben aber hinter Mauern.

Franz Bettinger

28. November 2020 07:12

@anatol broder (16:51 im Teil 1): Ich nehme an, Sie sind Stamm-Türke und seit langem in Deutschland gut integriert. Ihre Aussage zu den politischen Sympathien (gegen Merkel) ihrer Leute erstaunt mich. Wollen Sie sagen, dass ihre Familie und viele „Orientalen“ (oder die, die Sie kennen) AfD wähl(t)en? Das wäre zu schön, um wahr zu sein. 

Rheinlaender

28. November 2020 08:10

Deutschlands Probleme scheinen ihre Ursache weniger darin zu haben, dass die falschen Parteien regieren, sondern darin, dass die Kultur des Landes defekt bzw. tödlich erkrankt ist. Eine Partei kann eine kulturelle Erneuerungsbewegung aber nicht ersetzen, sondern in der gegenwärtigen Lage bestenfalls zerstörerische Entwicklungen verzögern. Wenn man dem türkischen Familienvater klarmachen kann, dass auch seine Kinder demnächst im Kindergarten ihre homosexuelle Identität unter fachkundiger Hilfestellung entdecken und erkunden dürfen wenn er weiter so wählt wie bisher, kann man damit vielleicht etwas Zeit gewinnen. Mehr kann eine Partei nicht leisten.

Was viel stärker fehlt als eine starke alternative Partei ist jedoch die erwähnte kulturelle Erneuerungsbewegung, die diesem sterbenden Land noch einmal Leben einhauchen könnte. Im Islam kann man beobachten, wie solche Bewegungen innerhalb von zwei bis drei Jahrzehnten ganze Gesellschaften erfassen können. Muslime in Deutschland schöpfen ihre Kraft aus einer äußerst vitalen (wenn auch kulturell und geistlich fragwürdigen) religiösen Subkultur, von der man z.B. auf YouTube einen Eindruck gewinnen kann. Dort wird ihnen erklärt, wie man ein guter Mann und eine gute Frau wird und geholfen, Familien zu gründen, in denen dieses Erbe weitergegeben wird. Rechtsalternative Akteure in Deutschland haben nichts dergleichen, sondern Lisa Licentia. Das ist das eigentliche Problem.

tearjerker

28. November 2020 08:39

Stürmen die Ausländer denn bereits die Rekrutierungsbüros der Alternative? Schicken sich Amadou und Mustafa an die Parteizentrale zu unterwandern, in der sie dann heimlich ihre Riten praktizieren um auch noch die letzten Deutschen aus ihrer angestammten Umgebung (Parteibüros und Ämter) zu vertreiben? War das nicht eigentlich den Deserteuren der Altparteien und den Agenten der Dienste befreundeter Nationen (zwinkerzwinker) vorbehalten? Ich lese hier vor Allem, dass die Alternative sich gegen Impulse von Aussen abzuschirmen versucht, selbst wenn diese aus dem eigenen Lager kommen. Das betrifft wohl erstrecht Fälle, in denen sich einigermassen prominente und mit Reputation ausgestattete Köpfe einzubringen versuchen. Jetzt will also Herr K. die Alternative entern, obwohl doch alle wissen sollten, dass Zivilisten und Männer mit Ambitionen unter den Demokratie-Larpern nichts zu suchen haben. So wird das nichts.

RMH

28. November 2020 10:52

Ich denke, das Thema sollte man unabhängig von Klonovsky diskutieren - und das wird es hier ja schon.

Klonovsky lebt vom gesunden Hauch des Exzentrischen und genau das hat er mit dieser Spitze gemacht. Ist für mich wie das Fingerchen beim Anheben der Teetasse zu spreizen.

Tatsache ist, das Deutsche nur mit ihrer Partnerwahl entscheiden und nicht an der Wahlurne, ob es Deutsche auch zukünftig noch gibt. Alleine der daraus verströmende Mief eines Dackelzüchter-Clubs, stößt künstlerische Typen offenbar latent ab.

Für die AfD als Partei des Grundgesetzes, die Erfolg auch in einem sicher irgendwann von der Konkurrenz angeleierten Verbotsverfahren haben will, ist daher das offen sein für Immigranten, die schon länger hier sind, eine ziemlich normale Sache.

Übrigens: Meine Heimatstadt ist eine mittlere Industriestadt, die schon früh sog. Gastarbeiter aufgenommen hat. Wenn man hier einmal etwas genaue forscht und zwischen den Zeilen liest, kamen - nach Italienern - etliche ursprüngliche Balkantürken zu uns, von denen die, welche die Mentoren und Türöffner für andere waren, viele auf deutscher Seite im WK II auf dem Balkan gekämpft haben, dann anschließend von den Serben aka Yugos in die Türkei getrieben wurden und von dort aus dann nach Deutschland kamen. Erste Deutschkenntnisse waren also vorhanden (die alten Bande - wenn man weiß, wo mancher Personaler im WK II gedient hat ...).

brueckenbauer

28. November 2020 11:05

Ich stimme zu, dass wir eine Organisation (oder besser ein Netz von Organisationen) der ethnodeutschen Minderheit brauchen. Wenn das mal erreicht ist, kann man vielleicht (!) über eine Partei der Ethnodeutschen nachdenken. In einem Land, in dem es überhaupt noch keine wahrnehmbare deutsche Volksgruppe gibt, ist der Ruf nach einer "ethnodeutschen Partei" schwachsinnig. Da wird das Pferd von hinten aufgezäumt.

Und solange man keine deutsche Volksgruppe hat, sollte man die AfD einfach Stimmen akkumulieren lassen, so gut sie es kann. Zwischen Klonovsky und Lichtmesz besteht kein so großer Unterschied, dass man da Fronten aufbauen MUSS. Es geht allenfalls um die Frage, ob man mit der einen Strategie ein paar Stimmen mehr gewinnt oder mit der anderen ein paar Stimmen weniger. (Wäre vielleicht bei einer Trump-Wahl entscheidend, aber nicht hier.)

Vielleicht sollten wir aber mal umgekehrt vom Wähler her denken: Aufgabe und Legitimationsgrund einer Oppositionspartei wie der AfD ist es, den schon jetzt Unzufriedenen (und dazu gehören eben auch Demagbo, Tassis, Hadjimohamadvali usw.) eine Möglichkeit der politischen Partizipation anzubieten! Wieso sollte man die ihnen wieder wegnehmen? Um Wählern hinterherzulaufen, die aktuell nicht so unzufrieden sind, dass sie die AfD unterstützen würden?

Niekisch

28. November 2020 11:59

Biodeutsche..."Biodeutschen"

"Ob die Deutschen dennoch wieder ein Volk werden können, wird auch davon abhängen, wie viele Migranten guten Willens sich zu patriotischen Positionen (bezogen auf das Land, in das sie eingewandert sind) bekennen werden...."

Etiam si omnes, ego non! - So etwas möchte ich jetzt und in Zukunft nicht mehr durch teilnehmen an Kommentierungen diskursfähig machen...

anatol broder

28. November 2020 12:47

@ bettinger 7:12

nein, broder ist kein türkischer nachname. ich bin aschkenasi, so wie gurevich offensichtlich auch ist.

zum wahlverhalten der türkisch-sprecher bitte diese selbst befragen. ich erlaube mir nur einen hinweis: sie sind keine homogene gruppe.

@ vorbeck 19:43 (teil 1)

das mit "Wir-und-Ihr" etikettierte Faß aufmachen.

seltsam. ich las auf dem bereits geöffneten fass eigene medizin.

Lotta Vorbeck

28. November 2020 12:54

@anatol broder - 28. November 2020 - 12:47 PM

@ vorbeck 19:43 (teil 1)

das mit "Wir-und-Ihr" etikettierte Faß aufmachen.

seltsam. ich las auf dem bereits geöffneten fass eigene medizin.

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Das dürfen Sie, @anatol gern so sehen/lesen. Es trägt zur auf Gegenseitigkeit beruhenden Klärung der Standorte bei.

sok

28. November 2020 14:30

Ehe man über Bündnisse im zukünftigen Vielvölkerstaat nachdenkt, sollte man den Kulturkampf zwischen deutschen Patrioten und Unpatrioten führen, um zu retten, was zu retten ist. Insbesondere sollte die AfD den Kulturkampf nicht verschlafen, wenn er in der Schule schon begonnen hat.

Die Desiderius Stiftung wurde schon bekämpft, ehe sie ihre Arbeit aufgenommen hat. Es wurden sogar schon Unterschriften gesammelt, um zu verhindern, dass der Geschichtsrevisionismus mit Steuergeldern unterstützt wird.

Von der AfD wurden die Angriffe als unbegründet zurückgewiesen. Wenn man sich an die Spitze des Kulturkampfs setzen will, muss man antworten, dass die AfD den Holcaust nicht leugnen will. Den Protest sollte sie begrüßen, da die AfD die Holocaust-Erziehung einer Evaluation unterziehen will.

Wenn man die Holocaust-Erziehung einer Evaluation unterziehen will, dann zeigen die Proteste der Holcaust-Industrie, dass das dringend notwendig ist.

Dass der Kulturkampf ohne aktive Beteiligung der AfD schon im Gang  ist, zeigen die Jungwähler  in Sachsen, die zum großen Teil die AfD gewählt haben, weil sie  ihre Zukunft nicht mehr durch die Vergangenheit bestimmen lassen wolten.

AndreasausE

28. November 2020 15:35

Sie "spüren instinktiv, daß sie nie "ganz" dazugehören werden."

Meine Güte, da bedarf es keiner Instinke für, das ist das kleine 1x1 des Lebens.
Würde ich, Elmshorner, nach bspw. Dithmarschen oder Eiderstedt ziehen - ich könnte das dortige Platt lernen, daß ich es akzentfreier spreche als jeder Einheimische, ich könnte Vorsitzender des Heimat- und Trachtenvereins werden und, und, und.
IMMER werde ich der Zugezogene bleiben, der "Fremdling", da beißt die Maus kein' Faden ab, das ist so und würde allenfalls in dritter Generation so allmählich mal erledigt.
Orientalen, Asiaten oder Afrikaner haben es wegen ihres Aussehens nochmals schwerer (so das überhaupt "schweres Schicksal" ist, Außenseiter kann auch Spaß machen - besser als Ausgestoßener), klar, aber das ist eben immer so.

Entscheidend ist stets die Dosis. Masse pro Zeiteinheit. Das funktioniert nie, wenn zuviel, weil erstens die Aufnahmegesellschaft mit Vielzahl überfordert ist, zweitens die Zuwanderer keinen sinnvollen Druck zu Integration haben.

An solch simpler Erkenntnis führen weder gelehrte Theorien vorbei noch gutgemeinte Integrationsbemühungen.
Darum ist oberste Priorität, ganz ungeachtet rassischer Bedenken, die Rückführung.

anatol broder

28. November 2020 17:02

@ rmh 10:52

Tatsache ist, das Deutsche nur mit ihrer Partnerwahl entscheiden und nicht an der Wahlurne, ob es Deutsche auch zukünftig noch gibt. Alleine der daraus verströmende Mief eines Dackelzüchter-Clubs, stößt künstlerische Typen offenbar latent ab.

danke für diesen vorstoss. jetzt wird die diskussion vernünftig. wir verlassen allerdings den geographischen begriff der ethnie und landen bei alexander humboldt (höhenabhängige verbreitung) und arthur schopenhauer (metaphysik der geschlechtsliebe).

will man kinder, müssen die in frage kommenden eltern möglichst anziehend wirken. höhere töchter zeigen, wie man den mief kleinhält.

heinrichbrueck

28. November 2020 18:03

Der Weg zur Macht, wird sich daran orientieren, wie lange man an der Macht bleiben möchte.

In der amerikanischen Demokratie, aus der Sicht eines Europäers, stehen sich Kandidaten gegenüber, deren Wählerklientel keine reale politische Macht besitzen. Beide Seiten hegen Mißtrauen, bleibt es gleichgültig wer gewinnt oder Präsident spielt. Es liegt im Kern der Demokratie, dem eigenen Volk nicht mehr trauen zu können. Die Präsidenten wechseln, aber die Politik bleibt gleich. Es mögen Steuerungsstrukturen besetzt werden, die Steuerungskonzeption bestimmt das Verhalten. Auch eine AfD wird nicht eigenständig bestimmen können, innerhalb dieser Lage und Konstellation, welche Politik gemacht werden müßte. Umvolkungspolitik kann aufhören, aber dann muß klar sein, was Macht ist.

Das Wort „Biodeutsche“, Begriffe wie „die schon länger hier leben“, „Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund“, sind Teil der antiweißen Propaganda; siehe globale Steuerungskonzeption; extremer von den Grünen formuliert, daß es ein Volk nicht gibt. Hier zeigt sich die politische Machtlosigkeit, wenn konservatives Verhalten feindliche Steuerungskonzeption eigennützig umsetzen möchte. Demokratie kennt nur Umvolkungsparteien, weil der Demokrat andere Perspektiven nicht sehen kann; wie der Christ in den Himmel kommen will, auch wenn er die Erde verliert. Die Demokratie muß etwas haben, was die Leute anziehend finden.

ML: Ich benutze den Begriff "Biodeutsche" nur ironisch. Irgendetwas muß man heute verwenden, um die Stamm- von den Paßdeutschen zu unterscheiden.

Waldgaenger aus Schwaben

28. November 2020 18:17

Ich bin ja gespannt wie Klonovsky antworten wird, falls überhaupt. Für eine ausführliche Antwort fehlt ihm wohl die Zeit vielleicht auch die Argumente. Doch wenn er  den Autor auch mit einer kurzen Bemerkung oder einem Zitat abfertigt, liefe das seinen Bemühungen, den Ruf der Arroganz loszuwerden zuwider. 

Als Argument pro-Klonovsky  werfe ich jetzt mal das Stichwort Ethnogenese in die Debatte. Vielleicht findet eine solchen gerade statt, und sie müsste nicht von Übel sein (vgl. das Schweizer Volk). Meine Vermutung ist aber, dass  die Eliten kein Interesse an einer Ethnogenese haben. Eine Ansammlung von Minderheiten lässt sich leichter beherrschen. 

 

Gelddrucker

28. November 2020 19:09

Es spricht überhaupt nichts dagegen, dass die AfD in begrenzter Menge pro-deutsch denkende Einwanderer bzw. deren Nachkommen aus anderen Ethnien aufnimmt, oder sich von diesen vertreten lässt, wie Feroz Khan, der Youtuber Hyperion etc. Allerdings sollte klar sein, dass letztenendes eine biodeutsche Mehrheit im Land gewünscht ist, und nicht lediglich wie jetzt bei ca 74%, sondern deutlich mehr.

Die russisches Spätaussiedler, die ja eigentlich Deutsche sind, sind übrigens soweit ich weiß ca. gleichauf mit den Türken die größte Gruppe mit Migrationshintergrund. Auch viele ethnische verwandte bzw. gleiche europäische Einwanderer halte ich für leicht assimilierbar. Eine einfache Änderung des Nachnamens (wie auch in früheren Zeiten und heute noch bei Russlanddeutschen oft gemacht) reich dafür meiner Meinung nach.

Die Migrationsstatistik und die Zahlen zeichnen ein negativeres Bild als die Realität und sollten nicht entmutigen.

Christian

28. November 2020 19:11

@ML

>>Ich benutze den Begriff "Biodeutsche" nur ironisch. Irgendetwas muß man heute verwenden, um die Stamm- von den Paßdeutschen zu unterscheiden.<<

Der Brockhaus von 1968 definiert Volksdeutsche als
"Bewohner deutscher Herkunft ... außerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches von 1937 und Österreichs"
und da es das angesprochene Deutsche Reich ebensowenig gibt wie das austrofaschistische Österreich, kann man den entwürdigend klingenden Begriff Biodeutsche (man sagt ja auch nicht Biotürken) durch
Volksdeutsche
ersetzen. Und da die "Volksvertreter" (weiß der Himmel welches Volk die vertreten) dafür sorgen, daß die Erfahrung als "Bewohner deutscher Herkunft" zu einer Minderheit zu gehören, systematisch weiter ausgeweitet wird, kennzeichnet der Begriff zunehmend die Verhältnisse, die für die früheren Volksdeutschen außerhalb der Reichsgrenzen galten.

Cf. "wir stellen eine Parallelgesellschaft dar".

Jan

28. November 2020 20:03

Die Bücher vom Fukuyama und Mounk:

Ein hilfloses Unterfangen, weil alle im Grunde wissen, dass es nicht funktioniert. Es traut sich nur niemand zu sagen, weil es nicht wahr sein darf. Man kann nicht gegen die Natur des Menschen anregieren, egal wie ausgetüftelt gesellschaftliche Konzepte sein mögen und wie stark man den Propaganda-Lautsprecher aufdreht. Im Prinzip ist der Westen in einen heillosen "Rassen- und Ethnosozialismus" abgedriftet, welcher genauso zum Scheitern verdammt ist, wie die Überwindung der Klassengesellschaft im Kommunismus. Akademiker und Arbeiter verkehrten privat in unterschiedlichen Milieus, sobald zwangsgemeinschaftliche Veranstaltungen der Partei zu Ende waren. Sowenig es die klassenlose Gesellschaft gab, wird es eine Gesellschaft geben, in der die ethnische oder rassische Abstammung keine Rolle mehr spielt oder gar unsichtbar wird.  Sie wird immer die Basis von Gruppenzugehörigkeit und -loyalität bilden, aus welcher heraus Nationen entstehen. Der Mensch ist im Grunde seiner Natur ein Stammes- und Herdentier. Die hereinströmenden Migranten wissen das. Der westliche Liberalismus und Individualismus hingegen konnte nur auf Basis von Geburtenüberschuss (Nordamerika, Australien), Wissenschaft, Technik, Produktivität und militärischer Unangreifbarkeit (Atomwaffen) gedeihen. Und mit ihm auch jener Selbstüberdruss, in dessen Folge all die links-grünen Bewegungen entstanden.

Gelddrucker

29. November 2020 00:35

@Jan:

 

Das ist ja eine grandiose Zusammenfassung. Das würde ich einfach kopieren und auf allen Kanälen verbreiten.

 

Einen Zusatz hätte ich, und zwar: Die hereinströmenden Migranten wissen das, bewusst oder unbewusst. Die meisten Migranten haben keine Absicht, Europa zu übernehmen, sie kommen aus nachvollziehbaren Gründen. Ganz unbewusst gründen sie dann hier ihre eigenen Gesellschaften, da ihnen ihre innewohnende Ethnozentrik nicht abtrainiert wurde. Sogar Weiße, trotz der jahrzehntelangen Beschallung, handeln so, darum auch "white flight" aus Städten wie London bzw. aus Stadtteilen mit weniger Weißen in Stadtteile mit mehr Weißen.

zephyros

29. November 2020 01:47

Unvermeidlich scheint mir, dass in Zukunft die Metropolen wenn nicht schon islamisiert, so zumindest noch weiter ethnisch tribalisiert sein werden, was 3 Ausgänge haben kann: in ökonomischer Schönwetterlage ein desinteressiertes Nebeneinander; unter Druck ein Bürgerkrieg entlang ethnishcer Bruchlinien, oder eine eigene regionale, von der nationalen völlig abgekoppelte Identität.

So oder so, fast jede westeuropäische Großstadt ist jetzt schon mental, kulturell und demographisch von ihrem jeweiligen Nationalstaat massiv entfremdet. Der Trend läuft ungebrochen weiter, daher wird wohl irgendwann die politische Frage sein: ist die demographische Situation schon so weit fortgeschritten, dass ein traditioneller Nationalstaat überhaupt mit diesen Städten noch gelingen kann? sollen daher die Metropolen nicht besser unabhängige Stadtstaaten werden?

Kann ein (deutscher, französischer etc.) Nationalstaat ohne Sezession überhaupt langfristig gedacht werden?

Gelddrucker

29. November 2020 09:51

@zephyros:

 

Sie können die Städte nicht dem Zerfall überlassen. Sie wissen, dass dort die Flughäfen sind?

Wer hindert die Städte, endlos Migranten einzufliegen und den Multikulturalismus problemlos aufs Land überschwappen zu lassen?

harastos

29. November 2020 11:28

@Franz Bettinger 28.11.2020 7 Uhr 12

Ich - kein "Stamm-Türke" - kenne auch etliche Türken, die 2017 AfD gewählt haben. Darunter sind viele Kleinunternehmer, Mittelständler usw. Das wird völlig unterschätzt. Ich sehe da, ähnlich wie Klonovsky, eine Menge Potenzial für die AfD. 

tearjerker

29. November 2020 13:03

@Geldd: „Wer hindert die Städte, endlos Migranten einzufliegen und den Multikulturalismus problemlos aufs Land überschwappen zu lassen?“

Schon jetzt niemand. Vielleicht das witzigste Detail der diesjährigen Pseudo-Seuche: Während die Freizügigkeit zwischen Staaten und Bundesländern beschränkt wird, trudeln jeden Monat abertausende Fachkräfte und Kulturexporteure ein, für die ganz andere Regeln gelten. Vorwärts und vergessen!

Benno

29. November 2020 13:09

Als Argument pro-Klonovsky  werfe ich jetzt mal das Stichwort Ethnogenese in die Debatte. Vielleicht findet eine solchen gerade statt, und sie müsste nicht von Übel sein (vgl. das Schweizer Volk). Meine Vermutung ist aber, dass  die Eliten kein Interesse an einer Ethnogenese haben. Eine Ansammlung von Minderheiten lässt sich leichter beherrschen. 

DAS Schweizervolk gibt es nur als Staatsvolk, aber nicht als Ethnie. Weshalb es verfehlt ist, im Falle der Schweiz von einer gelungenen Ethnogenese zu sprechen. Corona zeigt einmal mehr, dass es in der Schweiz ein friedliches Nebeneinander der verschiedenen Volksgruppen gibt. Es ist kein Miteinander. Selbst in den zweisprachigen Kantonen gibt es viel mehr positiv getestete französischesprachige als deutschsprachige, woraus man ablesen kann, wieviel Austausch es effektiv zwischen den Gruppen gibt.

Von Ethnogenese kann man meinetwegen bei germanischen Stämmen während der Völkerwanderung sprechen, wenn aus drei gemeinsam ziehenden Stämmen einer wurde. Oder im Fall de Afrikaaner in Südafrika, wo aus Holländern, Deutschen und Franzosen/Hugenotten ein neues Volk entstand.

zephyros

29. November 2020 14:07

@gelddrucker

Es würde sich ja in diesem Szenario um zwei unterschiedliche politische Entitäten handeln. NIcht nur die Städte wären unabhängig, auch der dann um die Metropolen subtrahierte Nationalstaat könnte dann ebenso autonom entscheiden, wer aus den Städten zuwandern kann. Man kann das sanft (Niederlassungsfreiheit etc) oder hart (Grenzen, Einreisebestimmungen etc) regeln. Es entstünden gewissermaßen multikulturelle Kaliningrade.

In den USA gibt es die klare ethnische Trennung zwischen Stadt/Land übrigens schon lange. Die weißen Stamm-Amerikaner dominieren die ruralen und kleinstädtischen Gebiete, die Afroamerikaner bspw. sind nahezu alle in den Metropolen zu finden. Selbst die weißen "Anywheres" separieren sich noch in eigenen Stadtteilen - und werden wohl auch aus diesen flüchten, wenn der demographische Druck weiter erhöht wird (white flight)

Betrachtet man die deutsche Demographie und das kulturelle und ökonomische Potential außerhalb der Metropolen, sieht das Ganze gar nicht mehr so hoffnungslos aus. Die meisten Städte (in ganz Westeuropa) stehen ohnehin irreversibel vor einem schleichenden byzantinischen Schicksal. Warum also nicht gleich das politisch trennen, was schon demographisch und kulturell getrennt ist ?

zephyros

29. November 2020 14:22

@tearjerker

Genau das ist der Punkt. Erklären wir die Metropolen zu autonomen melting pots und den Rest zum ethnisch-deutschen Stammland. Trennen wir das politisch und physisch, um ein Überschwappen zu verhindern und alle wären glücklich. Die Linken haben ihr Utopia, die Rechten ihre Nation. Mehr wäre für die Deutschen ohnehin nicht zu holen angesichts der realen demographischen Dynamik.

Freiburger Stimme

29. November 2020 16:37

(1. Teil)

"Wer sich nicht ohnehin im Nachteil sieht, wird sich kaum die Mühe machen, sich den Geächteten anzuschließen."

Ich bin ein Kind der europäischen Diaspora. Meine Vorfahren (Österreich, Deutsches Reich, Norditalien) sind vor 120 Jahren ausgewandert. Nach meinen Wissen bin ich der einzige Nachfahre von jenen Emigranten, der vor 30 Jahren den Schritt zurück nach Hause, zurück nach Europa gewagt hat. In einer "multiethnischen" (konkreter: multirassischen) Gesellschaft zu leben ist nie ein Teil meiner Lebensplanung gewesen - ganz einfach weil ich aus eigener Erfahrung weiß, daß es auf Dauer nicht gut gehen kann.

Es gibt sie also doch, die Nicht-Hier-Geborenen, die Nicht-Von-Hier-Abstammenden, die "Menschen mit Migrationshintergrund", die sich den Geächteten, sich "der Sache der Deutschen, ohne Wenn und Aber" (Kubitschek) anschließen! Europäer aus anderen Ländern Europas, Diaspora-Europäer und sicherlich den einen oder anderen Nicht-Europäer: Menschen, die Deutschland und das deutsche Volk lieben, es beschützen wollen und sich dafür engagieren, ihr gesellschaftliches Ansehen, ihren Freundeskreis und - in einigen Fällen - ihre Existenz dafür riskierend. Viele von ihnen sind AfD-Mitglieder, einige von ihnen sitzen in den Parlamenten.

Freiburger Stimme

29. November 2020 16:43

(2.Teil meines Kommentars)

Selbstverständlich muß die AfD weiterhin für die Interessen des deutschen Volkes eintreten; ich habe keine Ahnung, was Herr Klonovsky mit seiner "Multiethnisierung" sagen wollte. Meinte er damit, daß die AfD auch die integrierten und (teilweise bereits) assimilierten Griechen, Kroaten, Italiener, Russen, Polen u.dgl. ansprechen sollte? Würde eine solche gesonderte Ansprache ihre vollständige Assimilierung fördern oder - wie ich befürchte - eher verzögern?

Auch aus dem Grund bin ich nie ein großer Freund von Gruppen wie "Rußlanddeutsche in der AfD", "Juden in der AfD" u.dgl. gewesen!

 

Laurenz

29. November 2020 17:57

@Freiburger Stimme

Glaube kaum, daß hier einer Deutsche oder Europäer so eng sieht. Nicht nur Martin Luther wanderte nach Rom, auch viele moralisch weniger gefestigte Kaufleute taten dies regelmäßig. Unsere russischen Freunde streiten sich heute noch, ob sie Waräger oder erfundene Slawen sind. Abgesehen vom tartarischen Einschlag, sind sie mehr oder weniger unseresgleichen. Die Polen sind einer von über 20 ost-germanischen Stämmen, die sich um die Region Warschau kloppten. Und? Fast der gesamte europäische Hochadel ist deutsch. Hat es den Deutschen was gebracht? Nein.

Deutsche sind, und da macht der Hochadel keine Ausnahme, sehr föderal im Charakter. Es geschah in unserer Historie nur selten, daß ein Gefühl des gemeinsamen Deutsch-Seins entstand. Aber, man sollte diesen föderalen, und damit auch egozentrischen Charakter der Deutschen respektieren. Warum sollte solch ein Volk keine Daseinsberechtigung haben.

In der Argumentation sehe ich Reservate als angemessen an. Reservate finden auch die meisten Linken gut.

Gelddrucker

29. November 2020 18:23

@zephyros:

Das Wort "irreversibel" existiert nicht und sollte absolut tabu sein. Ich weiß nicht was ein byzantinisches Schicksal ist, aber statt sich in intellektuellen Vergleichen zu ergehen, sollte man sich überlegen wie man diese Entwicklung wieder umkehrt, auch in den Städten. Dazu muss man sicher langfristig denken. Isolierte Städte können nicht lange existieren. Das Land kann ohne Stadt, aber nicht umgekehrt.

Götz Kubitschek

30. November 2020 07:58

finis. gratias.

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