Dugins “Das Große Erwachen gegen den Great Reset” (3/5)

In Dugins Das Große Erwachen findet sich ein Abschnitt über den "inneren Feind" der liberalen Gesellschaften:

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Eine poli­ti­sche Ideo­lo­gie kann nicht exis­tie­ren, wenn das Paar Freund/Feind aus­ge­löscht wird. Sie ver­liert ihre Iden­ti­tät und kann in Zukunft nicht mehr effek­tiv sein. Kei­nen Feind zu haben, bedeu­tet ideo­lo­gi­schen Selbst­mord zu begehen.

Von die­ser Prä­mis­se aus­ge­hend, ver­sucht Dugin zu erklä­ren, wie es dazu kam, daß der Libe­ra­lis­mus 2.0 (“Soros”) den Libe­ra­lis­mus 1.0 (“Hayek”) zum Feind erklärt hat. Er betrach­tet dies als nahe­lie­gen­den Schritt, da die “Dämo­ni­sie­rung von Putins Russ­land und Xi Jin­pings Chi­na” fehl­ge­schla­gen sei, und die Bekräf­ti­gung der “Exis­tenz eines for­ma­len, struk­tu­rier­ten ideo­lo­gi­schen Fein­des außer­halb der libe­ra­len Ein­fluss­zo­ne” dem Ein­ge­ständ­nis des Ver­sa­gens des eige­nen, uni­po­la­ren Macht- und Gel­tungs­an­spruchs gleich­ge­kom­men wäre.

“Logi­scher­wei­se”  muß­te ein inne­rer Feind erschei­nen, und die­ser zeig­te sich schließ­lich in der Gestalt von Donald Trump. Die­ser wur­de prompt einer­seits als fern­ge­steu­er­tes Putin-Ten­ta­kel dar­ge­stellt, ande­rer­seits als “Faschist”. Bei­de Unter­stel­lun­gen waren “inkon­sis­tent” und hat­ten kei­ne fak­ti­sche Basis.

Dar­aus folgt für Dugin der “wich­tigs­te Punkt” sei­ner Unter­su­chung: Fal­len die aus­län­di­schen Regime, “die sich der libe­ra­len Ideo­lo­gie in ihrer poli­ti­schen Pra­xis wider­set­zen”, als geeig­ne­tes Feind­bild aus,  bleibt nur “ein wirk­lich wah­rer Feind des Libe­ra­lis­mus übrig – der Libe­ra­lis­mus selbst. Um wei­ter vor­an­schrei­ten zu kön­nen, muss­te der Libe­ra­lis­mus eine inne­re Säu­be­rung durchführen.”

So ent­stand laut Dugin die Front­stel­lung zwi­schen Libe­ra­lis­mus 1.0 (natio­nal, kapi­ta­lis­tisch, prag­ma­tisch, indi­vi­dua­lis­tisch, “gewis­ser­ma­ßen liber­tär”) und Libe­ra­lis­mus 2.0 (poli­ti­sche Kor­rekt­keit, Can­cel Cul­tu­re, Gen­de­ris­mus & LGBT-Kult, Demo­kra­tie als Herr­schaft der “pro­gres­si­ven” Min­der­heit etc.), die ich im zwei­ten Teil die­ses Bei­trags aus­führ­li­cher dar­ge­stellt habe.

Damit wur­de auch der Libe­ra­lis­mus tota­li­tär, denn nie­mand darf sich der “Frei­heit”, wie sie die herr­schen­den Eli­ten defi­nie­ren, wider­set­zen und ent­zie­hen. Wer Frei­heit von ihrer Vor­stel­lung von Frei­heit ver­langt (wer sich bei­spiels­wei­se nicht “frei­imp­fen” oder von den Zwän­gen des “Hete­ro­nor­ma­ti­vis­mus” “befrei­en” las­sen möch­te), lan­det im Orkus der Fein­de, wo auch schon Kom­mu­nis­ten, Faschis­ten und ande­re Anti- und Nicht­li­be­ra­le wie Dugin selbst hocken.

Die­ses Bild bedarf eini­ger Kor­rek­tu­ren und Ergän­zun­gen. Dazu muß ich etwas wei­ter ausholen.

Nach dem Unter­gang der Sowjet­uni­on tauch­ten neue Fein­de des ame­ri­ka­nisch domi­nier­ten Wes­tens auf, zunächst in Form von Dik­ta­to­ren in erd­öl­rei­chen Gebie­ten im Nahen Osten, von denen eini­ge frei­lich schon vor 1989 Schur­ken­rol­len gespielt hat­ten. Samu­el Hun­ting­ton kon­sta­tier­te Mit­te der neun­zi­ger Jah­re, daß die Libe­ra­li­sie­rung bzw. Ame­ri­ka­ni­sie­rung der Welt auf erheb­li­chen Wider­stand sto­ßen wer­de, ins­be­son­de­re in isla­mi­schen Län­dern, die eine star­ke kul­tu­rel­le Iden­ti­tät besitzen.

Nach dem NATO-Ein­satz im Koso­vo­krieg 1999 und “9/11” im Jahr 2001 (das eine Fal­se-Flag-Atta­cke war) trug der Haupt­feind des USA-Wes­tens, rou­ti­ne­mä­ßig mit “Hit­ler” asso­zi­iert oder gleich­ge­setzt, nach der Rei­he das Gesicht von Osa­ma bin Laden, den Tali­ban, Sad­dam Hus­sein, Gad­da­fi, Ahma­di­ned­schad, Assad oder ISIS. Ab und zu gab es auch süd­ame­ri­ka­ni­sche, süd­ost­asia­ti­sche oder afri­ka­ni­sche Übel­tä­ter, die jedoch eine gerin­ge­re Rol­le spielten.

Russ­land wur­de erst unter Putin wie­der zum Feind­bild (der inne­re Ver­fall unter Jel­zin war den USA nur will­kom­men), wobei die­ser den Voll-Hit­ler-Sta­tus erst seit Beginn des lau­fen­den Ukrai­ne-Krie­ges ver­lie­hen bekom­men hat. Das tota­li­tä­re und mäch­ti­ge Chi­na hin­ge­gen, das zu Dis­si­den­ten und Min­der­hei­ten ziem­lich unfreund­lich ist, wur­de in der Feind­bild­pfle­ge bis­lang eher geschont. Nie­mals wur­de ver­sucht, eine “gel­be Gefahr” zu beschwö­ren oder eine anti-chi­ne­si­sche Para­noia zu erwe­cken. Seit “Coro­na” gilt die Volks­re­pu­blik gar als gro­ßes, nach­ah­mens­wer­tes Vor­bild der Pandemiebekämpfung.

Auch aus dem “Krieg gegen den Ter­ror” wur­de nie­mals ein “Krieg gegen den Islam”, den sich man­che “Kon­ter­dschi­ha­dis­ten” gewünscht hät­ten. Im Gegen­teil wur­de nach 2001 die isla­mi­sche Ein­wan­de­rung in die west­li­che Welt noch vor­an­ge­trie­ben (nach dem Mot­to “inva­de them, invi­te them”) und die dadurch ent­stan­de­ne “Isla­mo­pho­bie” im Inne­ren eif­rig bekämpft.

Nun ist es doch so, daß Dugin selbst nicht nur andau­ernd betont, son­dern auch noch enthu­si­as­tisch begrüßt, daß die­se Fein­de (Russ­land, Chi­na, Dik­ta­to­ren im Nahen Osten, Isla­mis­ten, süd­ame­ri­ka­ni­sche Popu­lis­ten etc.) auch wirk­li­che und nicht bloß ein­ge­bil­de­te Fein­de des US-Wes­tens sind. Wenn äuße­re Feind­bil­der dazu die­nen, nach innen Einig­keit zu schaf­fen, dann hat der Wes­ten die­ses Geschäft jedoch trotz aller mili­tä­ri­schen Macht und Ein­satz­freu­dig­keit ins­ge­samt eher halb­her­zig betrie­ben, und das hat auch etwas mit der Ver­faßt­heit sei­nes libe­ra­len Sys­tems zu tun.

Schon zu Zei­ten des Kal­ten Krie­ges ermög­lich­te der Libe­ra­lis­mus, wie unter ande­rem von James Burn­ham in sei­nem Buch Begeht der Wes­ten Selbst­mord? (1964) beklagt, eine mas­si­ve Infil­tra­ti­on der west­li­chen Gesell­schaf­ten, die in der illi­be­ra­len, sorg­fäl­ti­ger abge­dich­te­ten Sowjet­uni­on lan­ge Zeit kein nen­nens­wer­tes Gegen­stück hat­te. Dafür war und ist, wie auch Hun­ting­ton und Brze­ziń­ski beton­ten, die stärks­te Waf­fe des ame­ri­ka­ni­sier­ten Wes­tens die Anzie­hungs­kraft sei­ner Popu­lär­kul­tur und die mär­chen­haft wir­ken­de Fül­le sei­nes Wohl­stands und Kon­sum­an­ge­bots. Der Wes­ten erober­te die Welt vor allem durch Assi­mi­lie­rung an sei­nen Lebensstil.

Die­ses genu­in “ame­ri­ka­ni­sche” Moment kommt in Dugins Ana­ly­se des “Wes­tens” und des “Libe­ra­lis­mus” mei­ner Ansicht nach deut­lich zu kurz. Die inne­re Mobi­li­sie­rung gegen den äuße­ren Feind hat nach 1945 in den USA stets bes­ser funk­tio­niert als in Euro­pa. Typisch ame­ri­ka­nisch ist dabei die extre­me Mora­li­sie­rung und comic­s­haf­te Ver­ein­fa­chung der Poli­tik, ver­bun­den mit einem mis­sio­na­ri­schen Eifer, man den­ke etwa an Rea­gans “Empi­re of Evil”  oder Geor­ge W. Bushs “Ach­se des Bösen”.

Mit Bush II. erreich­te die­se Rhe­to­rik ihren Zenit und hat seit­her lau­fend an Glaub­wür­dig­keit ein­ge­büßt. Der “Krieg gegen den Ter­ror”, die mili­tä­ri­schen Inter­ven­tio­nen vor allem in Nahen Osten, die Poli­tik der neo­kon­ser­va­ti­ven Fal­ken, all das hat in den USA und in Euro­pa zu einem wach­sen­den Miß­trau­en gegen­über den herr­schen­den poli­ti­schen Eli­ten bei­getra­gen. Ver­tra­ten sie wirk­lich die Inter­es­sen der Völ­ker und Natio­nen, die sie augen­schein­lich reprä­sen­tier­ten? Die außer­or­dent­li­che Popu­la­ri­tät von “Ver­schwö­rungs­theo­rien” ist Sym­ptom die­ses – sehr berech­tig­ten – Mißtrauens.

Wäh­rend die Sowjet­uni­on für die meis­ten Ame­ri­ka­ner noch ein über­zeu­gen­der Feind war, dem­ge­gen­über man sich als “Guter” und “Frei­er” füh­len konn­te, so kann heu­te einem sehr gro­ßen Teil der ame­ri­ka­ni­schen Bevöl­ke­rung nicht mehr ver­mit­telt wer­den, wozu ame­ri­ka­ni­sche Sol­da­ten im Nahen Osten und anders­wo kämp­fen und ster­ben sol­len (ein ers­ter emp­find­li­cher Knacks im ame­ri­ka­ni­schen Selbst­bild “Welt­po­li­zei” war bereits durch den Viet­nam­krieg erfolgt).

Und das gilt nicht nur für jene Ame­ri­ka­ner, bei denen durch­ge­si­ckert ist, daß das off­zi­el­le “9/11”-Narrativ faul ist, daß die Lob­by des “grea­test ally” ein mäch­ti­ger Kriegs­trei­ber war und ist oder daß ISIS teil­wei­se die Rol­le einer Schach­fi­gur ame­ri­ka­ni­scher geo­po­li­ti­scher Inter­es­sen gespielt hat (wie heu­te etwa das Azov-Batail­lon und ähn­li­che Grup­pie­run­gen in der Ukraine).

Der Appeal von Trump im Jahr 2016 hat­te viel mit sei­nem dama­li­gen Ver­spre­chen zu tun, die neo­kon­ser­va­tiv-glo­ba­lis­ti­sche Inter­ven­ti­ons- und Welt­macht­po­li­tik, die unter Barack Oba­ma trotz des freund­li­che­ren links­li­be­ra­len Anstri­ches im wesent­li­chen fort­ge­führt wur­de, im Namen des “Ame­ri­ca First” zumin­dest zurück­zu­fah­ren. Vie­le sahen in ihm auch den geeig­ne­ten Mann, um ein fried­lich-koope­ra­ti­ves Ver­hält­nis zwi­schen Russ­land und den USA auf­zu­bau­en (daher kam auch der hart­nä­cki­ge und halt­lo­se Vor­wurf einer “rus­si­an col­lu­si­on”). Angeb­lich woll­te er in sei­ner zwei­ten Amts­zeit sogar aus der NATO austreten.

Er ver­mied die manichäi­sche Gut-Böse-Rhe­to­rik sei­ner Vor­gän­ger und behan­del­te sei­ne außen­po­li­ti­schen Gegen­spie­ler weni­ger als “Fein­de”, denn als Riva­len, mit denen man “Deals” abschlie­ßen kann, selbst wenn sie kom­mu­nis­ti­sche Dik­ta­to­ren wie Kim Jong-Un sind. Sei­ne ent­schie­dends­te Front rich­te­te sich gegen Chi­na, das nun ver­stärkt mit Russ­land zusammenrückt.

Auch in Euro­pa ließ das Erbe der Bush-Ära den ame­ri­ka­ni­schen Füh­rungs­an­spruch und die trans­at­lan­tisch ori­en­tier­ten Füh­rungs­eli­ten Euro­pa frag­wür­dig erschei­nen. Wenn man die Rol­le der USA im Nahen Osten kri­ti­sie­ren konn­te, dann nicht min­der im euro­päi­schen Osten, in der Ukrai­ne, wo die Ame­ri­ka­ner gezielt eine Revo­lu­ti­on anheiz­ten, um das Land aus dem rus­si­schen Ein­fluß­be­reich zu lösen.

Mit der Ukrai­ne-Kri­se des Jah­res 2014 stell­te sich des­halb (erneut) die Fra­ge nach dem Stand­ort Euro­pas zwi­schen dem trans­at­lan­ti­schen und dem rus­si­schen Block. Der “Rechts­po­pu­lis­mus”  befür­wor­te­te in der Regel eine fried­li­che Ver­stän­di­gung mit Russ­land, war NATO-skep­tisch und Putin-“verstehend”, und ver­trat einen euro­pä­isch ein­ge­bun­de­nen natio­nal­staat­li­chen Sou­ve­rä­nis­mus, der sich eben des­halb gegen Brüs­sel wand­te, weil er die EU als Instru­ment trans­at­lan­ti­scher und glo­ba­lis­ti­scher Inter­es­sen betrachtete.

Die­ser “euro­päi­sche Kon­ti­nen­ta­lis­mus” (Algis Kli­mai­tis) ist nach wie vor ein in fer­ner Zukunft lie­gen­des Wunsch­bild. Euro­pa ist ein sprach­li­cher, his­to­ri­scher und eth­no­kul­tu­rel­ler Fli­cken­tep­pich ohne eini­gen­de “Reichs­idee”, ohne “Reichs­volk” und ohne sta­bi­le poli­ti­sche Iden­ti­tät. Augen­blick­lich wird es durch eine medi­al erzeug­te, anti­rus­si­sche Kriegs­hys­te­rie unter den Fit­ti­chen der NATO zusam­men­ge­trie­ben. Der äuße­re Feind Putin (der “neue Hit­ler”) hat nun in der Tat dafür gesorgt, daß der Druck auf den bevor­zug­ten inne­ren Feind “Coro­nal­eug­ner und Impf­geg­ner” etwas nach­ge­las­sen hat.

Um nun den Bogen zu Dugins Argu­men­ta­ti­on zurück­zu­schla­gen:  Zwei­fel­los hat sich die Aggres­si­on gegen den “inne­ren” Feind in west­li­chen Län­dern seit gerau­mer Zeit ver­stärkt, par­al­lel zum wach­sen­den Zwei­fel an ihrer außen­po­li­ti­schen Agen­da. Barack Oba­ma wur­de 2008 als eine Art “Anti-Bush” auf­ge­baut, und mit ihm kam das Ver­spre­chen, daß nun end­lich die alten Ras­sen­kon­flik­te der USA durch eine “post-ras­si­sche” Ära abge­löst wer­den. Das genaue Gegen­teil ist ein­ge­tre­ten: Das The­ma “Ras­se” ist zur ver­zeh­ren­den kul­tu­rel­len und innen­po­li­ti­schen Obses­si­on der USA geworden.

Wäh­rend Oba­ma die bis­he­ri­ge Linie der US-Außen­po­li­tik mehr oder weni­ger naht­los wei­ter­führ­te, wur­de nun zuneh­mend der “Ras­sist” und der “wei­ße Supre­ma­tist” zum obers­ten, abso­lu­ten Feind­bild der libe­ra­len Eli­ten in den USA. Sei­ne letz­te Inkar­na­ti­on ist der wei­ße MAGA-Trump-Wäh­ler aus dem “Flyover”-Amerika (Dugin: aus dem repu­bli­ka­ni­schen, kon­ser­va­ti­ven, “tra­di­tio­na­lis­ti­schen Heart­land”) jen­seits der links­li­be­ra­len, ras­sisch stär­ker durch­misch­ten urba­nen Bal­lungs­ge­bie­te. Was Dugin in Bezug auf die USA unter “Libe­ra­lis­mus 1.0” ein­schach­telt, kann auch demo­gra­phisch als wei­ßer anglo­pro­tes­tan­ti­scher Kern, der sich gegen sei­ne eth­no­kul­tu­rel­le Ent­eig­nung wehrt, kon­zep­tua­li­siert werden.

Nun gibt es auch eine ande­re Erklä­rung, war­um sich die inne­ren Feinder­klä­run­gen in west­li­chen Län­dern so zuge­spitzt, aus­ge­dehnt und radi­ka­li­siert haben.

Die “mul­ti­po­la­re Ord­nung”, von der Dugin spricht, ist im Grun­de längst Wirk­lich­keit. Die USA sind schon seit lan­gen auf dem Rück­zug. Irak und Afgha­ni­stan waren außen­po­li­ti­sche Desas­ter, der anvi­sier­te “regime chan­ge” in Syri­en ist in einem lan­gen, qual­vol­len Krieg ver­san­det, Iran und Russ­land sind im Gro­ßen und Gan­zen sta­bi­le geo­po­li­ti­sche Blö­cke geblie­ben, die sich der ame­ri­ka­ni­schen Expan­si­on wider­set­zen. Chi­na ist nun die größ­te Wirt­schafts­macht der Welt, und hat die libe­ra­len Tür­chen des Wes­tens unge­niert aus­ge­nutzt, um sich ein­zu­kau­fen und ideo­lo­gisch-poli­ti­sche Infil­tra­ti­on zu betreiben.

Obwohl die USA immer noch die größ­te Mili­tär­macht der Welt sind, wir­ken sie heu­te außen­po­li­tisch eher wie ein unent­schlos­se­ner, des­ori­en­tier­ter, zahn­lo­ser Tiger, mit einem gebrech­li­chen Prä­si­den­ten, der offen­bar bereits von der Alters­de­menz umschat­tet ist. Das aktu­el­le Gebrüll und Säbel­ge­ras­sel gegen Russ­land ist zwar laut und infer­na­lisch, aber mili­tä­risch fol­gen kei­ne Taten. Das Hin- und Her um die pol­ni­schen Jets für die Ukrai­ne gleicht einer Slapstick-Farce.

Die NATO prä­sen­tiert sich auf ihrer Netz­sei­te mit “woker” und “diver­ser” Ästhe­tik. Die west­li­chen Arme­en, die sich in letz­ter Zeit vor allem um Trans­ves­ti­ten- und Frau­en­in­klu­si­on (inklu­si­ve Pan­zer für Schwan­ge­re) geküm­mert haben, ste­hen nun hilf­los zap­pelnd vor dem Ernstfall.

Die bei­spiel­lo­sen und über­stürz­ten wirt­schaft­li­chen und kul­tu­rel­len Boy­kot­te des Wes­tens gegen Russ­land wir­ken wie Schüs­se ins eige­ne Knie. Das mora­li­sche “vir­tue signal­ling” erreicht neue, absur­de Höhe­punk­te, etwa wenn ein wei­ner­li­ches, deut­sches Knautsch­ge­sicht namens Gauck allen Erns­tes zum Frie­ren gegen Putin aufruft.

All das sind kla­re Anzei­chen der Deka­denz, und wie in ver­gleich­ba­ren his­to­ri­schen Epo­chen mischt sich hier Schwä­che mit Grau­sam­keit. Das ist wohl auch ein Schlüs­sel zum Ver­ständ­nis der wach­sen­den Aggres­si­on gegen die innen­po­li­ti­sche Oppo­si­ti­on und Dis­si­denz. Sie wäre dem­nach eine Art Kom­pen­sa­ti­on für die Schwä­che nach außen.

Der Blog­ger Eugyp­pi­us, der sich vor­ran­gig der Demon­ta­ge des Coro­na-Nar­ra­tivs wid­met, bie­tet eine Ana­ly­se der Selbst­auf­lö­sung des libe­ra­len Sys­tems an, die mir weit­aus über­zeu­gen­der erscheint als Dugins gleich­sam begriffs­geo­me­trisch kon­stru­ier­te Thesen.

Eugyp­pi­us’ Text vom 28. 2. sei des­halb aus­führ­li­cher zitiert:

Es herrscht eine gro­ße Dis­kre­panz zwi­schen der schwäch­li­chen, hys­te­ri­schen Rhe­to­rik der Vak­zi­na­to­ren und ihren bru­ta­len Tak­ti­ken. Die kana­di­schen Tru­cker (…) haben der Glaub­wür­dig­keit der Vak­zi­na­to­ren zwar gro­ßen Scha­den zuge­fügt, viel mehr, als ich für mög­lich gehal­ten hät­te, und wenn Kana­da schließ­lich sei­ne Ein­däm­mungs­po­li­tik zurück­fährt, wird das zu einem nicht gerin­gen Teil ihr Ver­dienst sein.

Den­noch soll­ten die Vak­zi­na­to­ren nicht unter­schätzt wer­den. Sie wer­den Him­mel und Höl­le in Bewe­gung set­zen, um die finan­zi­el­len Mit­tel von ein­fa­chen Men­schen ein­zu­frie­ren, die ein paar Dol­lar für eine Arbei­ter­pro­test­be­we­gung gegen die Impf­pflicht in einem der am stärks­ten durch­impf­ten Län­der der Welt gespen­det haben.

Die­ses zen­tra­le Para­do­xon der gleich­zei­ti­gen Stär­ke und Schwä­che mag ziem­lich kon­train­tui­tiv klin­gen, aber ich den­ke, dass es auf ein Phä­no­men zurück­zu­füh­ren ist, das ich schon ein paar Mal erwähnt habe. Es han­delt sich dabei um die Dif­fu­si­on der Macht von den obe­ren Ebe­nen des poli­ti­schen Sys­tems hin­ab in die büro­kra­ti­schen Insti­tu­tio­nen, den aka­de­mi­schen Bereich und sogar in die Presse.

Die­se Dif­fu­si­on, die in allen unse­ren Län­dern in unter­schied­li­chem Maße statt­ge­fun­den hat und immer noch andau­ert, bedeu­tet, dass alle wich­ti­gen Regie­rungs­in­itia­ti­ven auf einem brei­ten Kon­sens inner­halb der neu­en poli­ti­schen Eli­ten beru­hen. Wich­ti­ge Medi­en­or­ga­ni­sa­tio­nen, gelehr­te Gesell­schaf­ten und alle Zwei­ge der Büro­kra­tie arbei­ten zusam­men, um über­all ein- und die­sel­be Kon­sens­vi­si­on zu verwirklichen.

Die­se brei­te Zusam­men­ar­beit setzt vor­aus, dass sämt­li­che poli­ti­sche Maß­nah­men des Regimes eine brei­te Basis von mäch­ti­gen Befür­wor­tern haben und dass der offi­zi­el­le Dis­kurs streng kon­trol­liert wird. Die poli­ti­schen Akteu­re wer­den dabei zuneh­mend von Kri­tik  aller Art abge­schirmt. In den Län­dern, in denen die­ser Dif­fu­si­ons­pro­zess am wei­tes­ten fort­ge­schrit­ten ist, hat das ein­fa­che Volk fast jeden poli­ti­schen Ein­fluss ver­lo­ren. Die The­men, die für das Regime am wich­tigs­ten sind, wer­den ein­fach nicht mehr debat­tiert und als poli­tisch alter­na­tiv­los hingestellt.

Die­se Dif­fu­si­on der Macht führt zur wach­sen­den Entro­pie der staat­li­chen Ord­nung. Indem sie die Macht in die Hän­de von tau­send Komi­tees gelegt haben, statt sie zu kon­zen­trie­ren, haben unse­re Regie­run­gen die Mög­lich­keit, stra­te­gisch und kohä­rent zu han­deln, gegen einen Pan­zer getauscht, der sie vor der poli­ti­schen Oppo­si­ti­on schüt­zen soll. (…)

Coro­na und Pan­de­mien im All­ge­mei­nen sind für die­se Regime idea­le Pro­jek­te, denn die Reak­ti­on dar­auf gibt allen etwas zu tun. Sie sind für unse­re glo­ba­li­sie­ren­den Regie­run­gen das, was für die gro­ßen Natio­nal­staa­ten zu Beginn des zwan­zigs­ten Jahr­hun­derts der Krieg war. (…)

Auch wenn eine poli­ti­sche Agen­da einen brei­ten Kon­sens her­vor­ruft, sind unse­re Regie­run­gen nicht mehr imstan­de, kohä­rent zu han­deln. Ihrer gan­zen Impf­ma­nie zum Trotz haben es die Vak­zi­na­to­ren nicht geschafft, ihr höchs­tes Ziel der Mas­sen­durch­imp­fung zu errei­chen.  Für jede ein­zel­ne Ent­schei­dung waren letzt­lich Tau­sen­de ver­schie­de­ner Per­so­nen ver­ant­wort­lich, die in allen mög­li­chen halb-ephe­me­ren Bera­tungs­grup­pen und büro­kra­ti­schen Unter­aus­schüs­sen tätig waren. Es han­delt sich um eine gewal­ti­ge Maschi­ne von enor­mer Träg­heit, und wie ich schon oft gesagt habe, kann sie nie­mand mehr steuern. (…)

Nur weni­ge Wochen nach der Unter­drü­ckung der Tru­cker erlitt die­se sklero­ti­sche, glo­ba­li­sie­ren­de poli­ti­sche Ord­nung ihre nach Afgha­ni­stan zwei­te gro­ße inter­na­tio­na­le Demü­ti­gung, dies­mal in der Ukrai­ne.  Hier zeigt sich ein wei­te­rer, wich­ti­ger Aspekt ihrer Schwä­che. Sie sind immer weni­ger in der Lage, ihre Macht nach außen zu pro­ji­zie­ren, und haben auch kein Inter­es­se dar­an. Sie müs­sen all ihre Ener­gie für die Unter­drü­ckung der eige­nen zivi­len Bevöl­ke­rung aufsparen.

Des­halb haben ver­meint­li­che ein­hei­mi­sche Rechts­ex­tre­mis­ten all­mäh­lich den isla­mi­schen Ter­ro­ris­mus als fixe Idee des Sicher­heits­staa­tes abge­löst. In dem Maße, in dem aus­län­di­sche Fein­de noch exis­tie­ren, müs­sen sie mit der inlän­di­schen Oppo­si­ti­on in einen Topf gewor­fen wer­den, was einen Groß­teil der “Russia-Gate”-Hysterie in Ame­ri­ka erklärt. Es gibt hier vie­le, vie­le Par­al­le­len zu alten War­schau­er-Pakt-Staa­ten wie der DDR, die fast aus­schließ­lich auf die Unter­wer­fung der eige­nen Bevöl­ke­rung aus­ge­rich­tet waren und inter­na­tio­nal kaum mehr als Papier­ti­ger waren.

Die­se Schwä­che hat auch Alex­an­der Dugin erkannt. In sei­nem eben­falls im Band Das Gro­ße Erwa­chen gegen den Gre­at Reset abge­druck­ten Arti­kel “Ame­ri­ka ist auf dem Rück­zug. Wir müs­sen angrei­fen!” , erschie­nen einen Monat nach dem Abzug der USA aus Afgha­ni­stan (27. 9. 2021), schreibt er:

Noch nie in den letz­ten Jahr­zehn­ten war die US-Poli­tik so wider­sprüch­lich, inkon­se­quent und schlicht­weg erfolg­los. Ame­ri­ka ist schwä­cher als je zuvor. Und das müs­sen wir aus­nut­zen. Trump hat die Glo­ba­li­sie­rung von der Tages­ord­nung genom­men und sich bewusst und ver­ant­wor­tungs­be­wusst auf ame­ri­ka­ni­sche The­men kon­zen­triert. Und er ver­han­del­te in jeder Fra­ge hart mit Ver­tre­tern der wach­sen­den Mul­ti­po­la­ri­tät. Para­do­xer­wei­se hat sich Biden als noch nütz­li­cher für das mul­ti­po­la­re Gemein­we­sen erwie­sen – er ist gera­de dabei, Ame­ri­ka zu zer­stö­ren, und je mehr der Glo­ba­lis­mus quält, des­to deut­li­cher sieht die Mensch­heit die Schwä­che von jeman­dem, der noch vor kur­zem behaup­tet hat, der unan­ge­foch­te­ne Füh­rer zu sein. (…)

Im Moment – solan­ge in den USA ein Idi­ot an der Macht ist – hat Russ­land eine his­to­ri­sche Chan­ce, nicht nur die Mul­ti­po­la­ri­tät unum­kehr­bar zu machen, son­dern auch sei­nen Ein­fluss­be­reich fast welt­weit dra­ma­tisch aus­zu­wei­ten. Die Hege­mo­nie schwin­det. Ja, er ist ein ver­wun­de­ter Dra­che, und er kann immer noch hart und schmerz­haft zuschla­gen. Aber es ist eine Qual. Wir müs­sen uns also vor den Phan­tom­schmer­zen des Impe­ria­lis­mus hüten, aber wir müs­sen auch einen küh­len Kopf bewah­ren. Wir müs­sen uns auf eine Gegen­of­fen­si­ve vor­be­rei­ten. Solan­ge die Din­ge so sind, wie sie sind, ist dies unse­re his­to­ri­sche Chan­ce. Es wäre ein Ver­bre­chen, sie zu ver­pas­sen. Unser Impe­ri­um ist 1991 gefal­len. Heu­te sind sie an der Rei­he. Und es ist unse­re Pflicht, als völ­lig sou­ve­rä­ne und unab­hän­gi­ge geo­po­li­ti­sche Ein­heit in die Geschich­te zurückzukehren.

Und das läßt nun wie­der treff­lich mit einem wei­te­ren Kom­men­tar von Eugyp­pi­us über den rus­sisch-ukrai­ni­schen Krieg ver­knüp­fen (8. März), der aus­spricht, was wohl die meis­ten Dis­si­den­ten im Wes­ten denken:

Die eth­nisch-ukrai­ni­sche Sei­te die­ses Kon­flikts wur­de von dem supra­na­tio­na­len, glo­ba­len, impe­ria­len Mono­li­then ver­ein­nahmt, vom Kader der west­li­chen Eli­ten, die welt­weit die poli­ti­sche, medi­zi­ni­sche und kul­tu­rel­le Ortho­do­xie bestim­men. Sie kon­trol­lie­ren nicht nur alle gro­ßen poli­ti­schen Par­tei­en in den meis­ten west­li­chen Län­dern, son­dern auch glo­ba­le inter­na­tio­na­le Ver­ei­ni­gun­gen, von den Ver­ein­ten Natio­nen über das Welt­wirt­schafts­fo­rum und die Euro­päi­sche Uni­on bis hin zur NATO. Ihr Ziel ist es, Russ­land wei­ter unter Druck zu set­zen, indem sie die Ukrai­ne – ein­schließ­lich der rus­sisch­spra­chi­gen öst­li­chen Regio­nen – zu einem wei­te­ren poli­ti­schen Bestand­teil des ame­ri­ka­ni­schen Glo­ba­lis­mus machen.

Die­sel­ben west­li­chen Glo­ba­lis­ten, die Russ­land has­sen, betrach­ten auch uns als ihre Fein­de, und ich wür­de raten, dies sehr ernst zu neh­men. Wir sind das nicht an ihren Block ange­schlos­se­ne (non-ali­gned) inne­re Ele­ment, Russ­land ist das nicht an ihren Block ange­schlos­se­ne inter­na­tio­na­le Ele­ment, und wenn ein Donald Trump zum Prä­si­den­ten gewählt wird, kön­nen sie sich dies nur mit rus­si­scher Ein­mi­schung erklären.

Ver­mut­lich wer­den die Glo­ba­lis­ten auch dies­mal tun, was sie in den letz­ten Jah­ren immer getan haben – ihre Zie­le ver­feh­len, aber eine Spur der Ver­wüs­tung hinterlassen:

So sehr den Glo­ba­lis­ten die Idee gefällt, Russ­land mit der NATO ein­zu­krei­sen, so wenig sind sie in ihren ver­nünf­ti­gen Momen­ten bereit, einen Atom­krieg zu ris­kie­ren, um den öst­lichs­ten Teil Euro­pas zu ver­tei­di­gen. Die Ukrai­ne war für sie nur ein Spiel­ball. Wenn ihr Wut­an­fall vor­bei ist, wer­den sie anders­wo einen wei­te­ren Stell­ver­tre­ter­krieg anzet­teln und ein wei­te­res Land rui­nie­ren; und sie wer­den sich auch wei­ter­hin an den nicht ange­schlos­se­nen, nicht assi­mi­lier­ten Dis­si­den­ten inner­halb ihrer eige­nen Gren­zen abarbeiten.

Zur Nach­le­se:

Teil eins.
Teil zwei.
Teil drei. 
Teil vier.
Teil fünf.

 

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Verein für Staatspolitik e.V.
DE86 5185 0079 0027 1669 62
HELADEF1FRI

Kommentare (107)

Ein Fremder aus Elea

13. März 2022 09:55

@Feind: Mangel an eigener Bestimmtheit muß durch Abgrenzung von Fremdem ausgeglichen werden. Feind des Christentums, Judentums, Islams, Platonismus, Buddhismus, Hinduismus? Wer seine Hausaufgaben gemacht hat, muß nicht schummeln.

@Macht und Geltungsanspruch: Poliker sind zu Eintreibern der Mafia geworden, nur daß sie nicht Schutzgelder eintreiben, sondern die Beachtung ihres Anspruchs.

@Liberalismus 2.0: (SP)ecial (E)xecutive for (C)ounterintelligence, (T)errorism, (R)evenge and (E)xtortion.

@"amerikanische” Moment: Nicht wirklich, Griechenland zog Rom an, Rom das Frankenreich, Frankreich Europa und nun halt Amerika.

@extreme Moralisierung: "Moral fiber" vs. Postmoderne

@China: Reicht völlig.

@Kompensation: Nur im Sinne des oben erwähnten Anspruchs.

@Eugyppius: Auf de Schwäb'sche Eisebahne... So, du kannst de Schade zahle, warum bis d' so schnell gefahre! Du alloin bis schuld dara, daß i d'Goiß verlaure ha!

@weltweit: Wenn das irgendwas heißt, dann heißt es irgendwas ökonomisches.

Franz Bettinger

13. März 2022 11:08

Hellsichtiger Essay mit klaren Aussagen & Urteilen. Hoffen wir, dass es Putin wirklich um Multi-Polarität geht. Ich bin mir dabei nicht sicher. Für mich sind die großen Drei (US, RU, China) nur Bullies auf dem Schulhof. Ich trau keinem von ihnen; vielleicht knocken sie sich ja gegenseitig k.o. und lassen den Völkern das Durchatmen. 

Maiordomus

13. März 2022 11:08

Bei obirger Analyse bin ich nicht auf Dugin angewiesen, was ML immerhin differenzierend erweitert, sicher etwas, das mit strategischem Grundwissen über die Weltlage zu tun hat, nicht zuletzt in der Analyse der Feindbild-Konstellationen, siehe Liberalismus I und Liberalismus II. Jenseits dieser beiden Liberalismen stand die freilich vordergründig stark antikommunistische, in Wirklichkeit aber als Analyse des "american liberalism" eine jahrzehntelange Entwicklung vor-analysierende Studie des Exkommunisten und Managerismus-Forschers James Burnham "Begeht der Westen Selbstmord". Ich las die Studie 1966 und muss im Rückblick wieder sagen, dass es sich um eine vernichtende und doch zugleich phänomenologisch präzise Analyse der westlichen sog. linksliberalen Basis-Ideologie handelte, wobei der sog., seither radikalisierte "Antirassismus" in Vordergrund stand, ebenfalls die permissive Erziehung und entsprechende Moral mit in die Untersuchung einbezogen war. Die Hauptthese war und blieb, dass die westliche Zivilisation, vom intellektuellen und wissenschaftlichen Potential überlegen, nur durch Selbstmord zerstört werden kann, wobei geistiger Selbstmord sich im ideologischen Kampf gegen die Realität konstituiere. Im Gegensatz zum dümmlichen Fukuyama hat sich diese Sicht der Dinge, schon vor 1968 wahrnehmbar, u.a. im US-Rassenkampf sich erstmals manifestierend, als eine weitestgehend zutreffende langfristige Perspektive erwiesen.

Aussenseiter

13. März 2022 11:20

VR-China wurde immer wieder ebenfalls als "Feindbild" des Westens dargestellt, ich erinnere an die westliche Pro-Hongkong-Kampagne (wo übrigens durchaus dieselben Gestalten die HongKong-Fahne im Twitter-Handle hatten, die jetzt das BlauGelb eingeschoben haben), oder das Gejammer über den "Genozid" an den Uiguren. 

Imagine

13. März 2022 11:34

1/2

Dugins Unterscheidung zwischen Liberalismus 1.0 und 2.0 ist soziologisch und ökonomisch nicht haltbar, völlig oberflächlich und daher  „dumm“. Denn schon immer haben die Kapitalisten ihr Kapital dort investiert, wo am meisten Profit zu erwartet wurde.

Schon gar nicht hat der Liberalismus 1.0 dem Liberalismus 2.0 „den Krieg erklärt“. Da spinnt Dugin, weil er die Zusammenhänge nicht begreift.

Historisch betrachtet gab es einen „Frühliberalismus“, der durch rücksichtslosen Sozialdarwinismus (vgl. z.B. Malthusianismus) gekennzeichnet war. Dies kann man als „Liberalismus 1.0“ bezeichnen.

Der Liberalismus 2.0 war der Sozialliberalismus, welcher  im nationalstaatlichen Rahmen einen Sozialstaat entwickelte und der mit der gesetzlichen Begrenzung der zuvor grenzenlosen Ausbeutung den sozialen Friedens erhalten wollte. Er betrieb eine Politik der Klassenkompromisse und „Sozialpartnerschaft“ und beteiligte die Arbeiterklasse am Wirtschaftswachstum.

Der Liberalismus 3.0 aka „Neoliberalismus“ beinhaltet die Aufkündigung der Sozialpartnerschaft im Nationalstaat bei gleichzeitiger Entwicklung einer globalisierten, transnationalen Klassenherrschaft im Empire. Ironisch auch als „Sozialismus“ der Reichen und Mächtigen bezeichnet.

Imagine

13. März 2022 11:37

2/2

Die Mächtigen im souverän herrschenden Imperialstaat, also in den USA, dominieren das US-Empire, sie bilden transnational organisierte, mafiaähnliche Netzwerke mit ihren Kollaborateuren in den Vasallenstaaten, wobei die Funktionseliten als Marionetten und Statthalter fungieren.

Dieses Phänomen habe ich als „Neo-Kolonialismus“ im Nebenthread beschrieben (https://tinyurl.com/3jc674wc).

Trump hat nicht begriffen, dass er sich mit seinem nationalistischen „America first“ zu einem Störfaktor und Bedrohung dieses Systems – also der Herrschaft einer organisierten globalisierten, transnationalen Klassen im Empire - gemacht hat und deshalb von dieser neuen, globalisierten Herrscherklasse so entschieden bekämpft wurde.

 

RMH

13. März 2022 11:39

Bisher interessantester Teil von den Dreien:

1. Das, was D. unter Lib. 2.0 alles zusammenfasst, wurde unter Rechten und Konservativen früher (oder bislang) gerne unter dem weiten Begriff des Kulturmarxismus eingeordnet. Aber ein Wort mit Marx im Bestandteil geht bei der für D.`s Leserkreis zu beachtenden Sowjetalgie (Nachbildung von Ostalgie) nicht. Die These, dass sich bei Abschwächen des äußeren Feindes der innere Feind ins Visier gerät (Kampf des Lib. 2.0 gegen Lib. 1.0), wirkt auf den ersten Blick sehr einleuchtend, nur drängt sich im Gegenzug auf, dass D. den äußeren Feind zelebriert, um so von den inneren Schwächen Russlands (Oligarchentum, Korruption etc.) abzulenken - wer sich an den großen Sandkasten der Geopolitik setzt und die Fähnchen hin und her schiebt, für den ist das Naheliegende weit weg.

RMH

13. März 2022 11:40

2.

Für mich wirkt D. wie ein Auftragsschreiber und die ewige Umlagerung Mütterchen Russlands von Feinden erinnert an die von Orwell in 1984 beschriebene Situation des ewigen Krieges, der auch dazu diente, nach außen abzulenken ("Krieg ist Frieden"). Unabhängig von D. kann man diese Orwellschen Effekte des Krieges, der Konzentration auf den äußeren Feind, aktuell auch bei uns im Land feststellen (Frieren für den Frieden etc. - Corona ist kein Thema mehr). Kurzum: Einige Analyse-Bestandteile wirken erst einmal einleuchtend. Aber worauf D. am Ende hinaus will, was er für ein konkretes politisches System will, bleibt nebulös. Neues russisches Imperium und dann ist alles gut? Das scheint erkennbar. Am Ende vergleichbar mit der These Hitlers, dass es das Wesen der Arier ist, um Lebensraum zu kämpfen und Imperien zu bilden - Friede? Fehlanzeige.

Dietrichs Bern

13. März 2022 11:51

"Die NATO präsentiert sich auf ihrer Netzseite mit “woker” und “diverser” Ästhetik. Die westlichen Armeen, die sich in letzter Zeit vor allem um Transvestiten- und Fraueninklusion (inklusive Panzer für Schwangere) gekümmert haben, stehen nun hilflos zappelnd vor dem Ernstfall"  - Ich will das gar nicht in Abrede stellen, aber man muss doch gerade jetzt auch realisieren, dass eine russische Armee, die das alles nicht tut, trotzdem zum Steinerweichen unfähig und überfordert erscheint oder anders "hilflos und zappelnd".  

ML: Die russische Armee ist "zum Steinerweichen unfähig"? Den Eindruck habe ich nicht.

Eo

13. März 2022 13:07

.

Der Westen
geht an der hier
heimisch gewordenen
Maßlosigkeit in Verbindung
mit der deklarierten, als modern
verkauften Grenzenlosigkeit in quasi
jeder Beziehung zugrunde. Denn diese
Haltung führt zu einer existenziellen Leere
sowie Ziellosigkeit, die wie geschehen
die gewissenlosen Arschlöcher
nach vorne bringt und
dazu die diesen ganz
und gar ergebenen
feigen, jobgeilen
Arschkriecher.

.

Laurenz

13. März 2022 14:45

@Ein Fremder aus Elea @Feind:

"Mangel an eigener Bestimmtheit muß durch Abgrenzung von Fremdem ausgeglichen werden. Feind des Christentums, Judentums, Islams, Platonismus, Buddhismus, Hinduismus? Wer seine Hausaufgaben gemacht hat, muß nicht schummeln."

Sie schreiben mißverständlich. Könnten Sie Sich bitte klarer ausdrücken?

@Franz Bettinger

Du hattest Dir einfach keine Zeit zur Recherche genommen. Oder hattest Du alle 3 Teile der ARTE-Opium-Doku angesehen, die JS verlinkt hatte? Wenn Du die Sendung gesehen hast, weiß Du was China antreibt & brauchst Dich das nicht mehr zu fragen. Nicht jedes Volk auf dem Planeten ist so geschichtsvergessen, wie unseres. 

@Imagine

Sie haben Recht. Nur können Sie Sich den ideologischen Unterbau sparen. Liberalismus erzeugt Kumulierung des Kapitals in der Hand weniger, was zwangsläufig zur Oligarchie, also NGO-Marxismus führt.

Laurenz

13. März 2022 14:47

@ML

Hatten Sie das beabsichtigt, geplant?

Der 1. Artikel erschien mir noch fremd, der 2. näher & der 3. ist, bis auf die hanebüchene Liberalismus-Definition, mir recht nah gekommen. 

Laurenz

13. März 2022 15:04

@Dietrichs Bern

"doch gerade jetzt auch realisieren, dass eine russische Armee, die das alles nicht tut, trotzdem zum Steinerweichen unfähig & überfordert erscheint oder anders "hilflos und zappelnd"

Sie haben vom Militär keine Ahnung, oder? (Ich übrigens auch nicht, zumindest nicht praktisch. Gemäß Kurt Halbritter: Ich wäre gerne Soldat geworden, wenn mich das Vaterland gerufen hätte. Und im nachhinein, ich hätte zur Marine gehen sollen, als es noch eine Marine gab.)

Der russische Feldzug läuft fast ideal. Die wesentlichen Streitkräften der Ukraine standen eh schon im Osten & werden dort gebunden. Gleichzeitig trägt man den Angriff von Süden & Norden entlang des Dnepr vor. Odessa wird bald genommen werden, wobei der Hafen sowieso längst blockiert ist. In einer weiteren Zangenbewegung wird die Ukraine geteilt werden, Korridore werden Frauen & Kinder (zu uns) durchlassen, & die Männer werden ohne Nachschub, Strom, Gas, Sprit kapitulieren müssen. Das ist so human, wie es möglich ist.

Ihr Gedächtnis ist kurz. Auch im letzten Irakkrieg brauchten 125k GIs 6 Wochen, um bis hinter Bagdad zu kommen.

MARCEL

13. März 2022 16:12

Imperien betreiben mit Vorliebe Bruderkriege: Der ukrainisch-russische Krieg ist so einer. Die Ukrainer glauben, nur ihre Heimat zu verteidigen. Welche Wahl haben sie auch? ("Sterben für Brüssel"?) 

Dennoch, zwei Folgerungen:

Durch die (direkte oder später indirekte) militärische Präsenz Russlands in der Ukraine ist der geopolitische Westen zurückgedrängt, egal wie hoch der Preis auch für Russland letztendlich sein wird. 

Durch das Beispiel des heroischen nationalen Widerstands (YouTube platzt gerade vor Stepan Bandera-Liedern) in der Ukraine wird das patriotische Lager auch im Westen langsam erstarken. 

Man ahnt auch hierzulande: Für das Elementare kämpft und stirbt man.

Insgesamt, unabhängig von persönlichen Sympathien, eine "win-win-Situation" für unsere Rechte? 

 

BjornMichaelis

13. März 2022 16:34

Toller Artikel !

Absatz  5 ("Daraus ...  durchführen.") ist für mich ab sofort das  'Das Lichtmesz Theorem' : Lib 2.0 bekämpft Lib 1.0, weil jede Ideologie einen Feind braucht und sonst keiner da war.

ML: Das stammt von Dugin, nicht von mir!

Da Lib 1.0 ideologiefrei ist, kann Lib2.0 ideologisch nicht sinnvoll formuliert werden. Dies ist daher nur mit dem Umfunktionieren von Sprache in dem Sinn, dass Sprache für die Akteure von Lib2.0 eine fundamental andere Funktion hat als für die Lib1.0 möglich.

Jordon Peterson scheint kürzlich auf ein ähnlichen Gedanken gekommen zu sein ( auf englisch https://www.youtube.com/watch?v=FU8gkCKOJa0  - "Darf man für das große gute ganze lügen ?").

Ich bin davon überzeugt diese Dinge sind noch nicht zu Ende analysiert und wir befinden uns in philosophisch neuem Gelände.

Sprachfunktionen

2.0: das Vernebeln der wirklichen Gedanken des Sprechers. Daraus folgen Assoziationen wie 'Satanismus', 'Clownwelt', 'Freiimpfen'. Das ist für die Vertreter von 2.0 nicht hinderlich, da das System oder der einzelne nur als Ausführender des Systems handelt, sein Sprechen ein Systembekenntnis ist.

1.0: das Anbahnen eines Deals zwischen zwei freien Individuen. Lib2.0 kann die freiwilligen Interaktionen aber unterdrücken (sich anatmen). Damit wird die Sprachfunktion überflüssig gemacht.

Der_Juergen

13. März 2022 16:36

Allen, die sich ernsthaft für Dugins Denken interessieren, sei das dreiteilige Interview mit ihm in der Augustnummer von «Compact» aufs nachdrücklichste empfohlen. Es ist, von seiner unsauberen Argumentation in der Covid-Frage abgesehen, schlechthin grossartig. Hier spricht ein Mann, der begriffen hat, was heute gespielt wird und was die Satanisten – wie Dugin die Regisseure des Great Reset zu Recht nennt – für die Menschheit planen.

Der_Juergen

13. März 2022 16:36

Wer als intelligenter deutscher Patriot (und pro-amerikanische «Patrioten», die mit Scheuklappen durch die süddeutschen Wälder wandern, brauchen wir nicht) verstanden hat, dass eine Konfrontation mit Russland selbstmörderisch und eine langfristige Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Russen vor allem für erstere eine Lebensnotwendigkeit ist, darf Dugin trotz teils berechtigter Einwände gegen ihn – in einem Kommentar zu Lichtmesz’ zweitem Artikel habe auch ich in zwei wichtigen Punkten Kritik an ihm geübt – nicht pauschal ablehnen oder ignorieren. Unter den bekannten Persönlichkeiten des russischen patriotischen Lagers ist er der einzige, der gründlich mit der deutschen Geschichte und Philosophie vertraut ist und der nationalen deutschen Rechten mit Sympathie begegnet.

RMH

13. März 2022 18:56

"eine "win-win-Situation" für unsere Rechte? "

@Marcel,

eher eine lose-lose Situation für eine Rechte, die nicht nur marginalisierte Randgruppen ansprechen will - und damit meine ich die AfD (man darf den Aufwind der Union aktuell nicht verdrängen, nur weil man den Laden verabscheut).  Von den kleinsten Randgruppen der Rechten - ich habe es schon ein paar mal geschrieben - vertritt derzeit der dritte Weg die glaubwürdigste Position, da konsequent antiimperialistisch und pro national (damit geht dann auch der Ethnopluralismus konform). Aber diese NPD- Ausgründung hat politisch nichts zu melden und ist eher praktisch für den VS, da man hier die Leute konzentriert beisammen hat, die man beobachten darf.

wbs47

13. März 2022 18:58

@ Der Jürgen

finde viele Ihrer Kommentare sehr schlüssig, die letzen zwei aber sind (militärisch gesprochen) Volltreffer!

Dietrichs Bern

13. März 2022 18:59

@Laurenz: "Sie haben vom Militär keine Ahnung, oder?" 

Ach, wissen Sie, wen wollen Sie denn hier davon ausnehmen (ok, Kubitschek, wohl nicht)?

Ich gehöre wie Sie (nehme ich an) noch zu einer Generation die "gedient" hat und so wohl wenigstens mit den zu dieser Zeit üblichen Waffen umzugehen wusste. 

Ich sehe nur eine (russische) Armee, die in lustiger Kolonnenfahrt in ein Nachbarland einfällt und auf der Gegenseite eigentlich fast nur bunt ausgerüstete Paramilitärs ohne Luftunterstützung.

Vor diesem Hintergrund komme ich mit Blick auf die derzeitige Lage zu meiner Einschätzung. Wie begründen Sie Ihre? 

Vor dieaem 

tearjerker

13. März 2022 19:17

Über die Reichsidee sollte Dugin nochmal nachdenken. Die welt- und wirtschaftspolitische Verlagerung der Gewichte nach Ostasien kann auch bedeuten, dass die Sinomongolen zwischen Gobi und Tokio in einer Generation den Osten Russlands auch formal vom Mutterland abtrennen. Dann reicht Russland vielleicht nur noch bis Nowosibirsk und man schaut mit den Resten seiner Biber- und EierVomStör-Wirtschaft ziemlich blass aus der Wäsche. Die Einladung zur Invasion durch den Verwirrten vom Potomac könnte sich in diesem Sinne als vergiftet erweisen. Die Blockade gegen Russland wird das chinesische Seidenstrassenprojekt vorerst Richtung Süden verlagern, vor Allem in den turkstämmigen Raum. Enver Pascha lässt gruessen und wer weiss, ob die Amerikaner wie die Chinesen nicht gerade entdecken, dass sie auch gemeinsam aus dieser Richtung die Substanz der RF anknabbern können. Beute gäbe es reichlich. Wie man‘s dreht, die Europäer kommen in keiner der denkbaren Varianten gut weg.

Ein Fremder aus Elea

13. März 2022 20:33

Laurenz,

@Feind war nun wirklich klar genug ausgedrückt, bei der "Schwäb'sche Eisebahne" muß man wissen, was ich sonst so denke, aber bei @Feind sage ich schlicht, daß derjenige, der weiß, was er bekennt, keinen Feind braucht, um sich zu definieren.

Und was Schwab angeht: Minimale Menschenkenntnis genügt. Er verbirgt's ja nun wirklich nicht. Gott, und was er sagt: "We have penetrated half of the world's parliaments [...] Trudeau [...] Macron...", "When you take a genetic editing for example..."

Mit Freunden wie diesen...

Gracchus

13. März 2022 20:55

@Laurenz, Bern Dietrichs

Nach Putin-Verlautbarungen verläuft alles "nach Plan". Berichte westlicher Medien sagen etwas Anderes. Man müsste ja erstmal den Plan kennen. 

Offen ist auch, was die Sanktionen bringen und wem sie mehr schaden. 

@der_Juergen

Wie realistisch ist denn eine Zusammenarbeit mit Russland noch? Deutschland steht in einem "Bündnis" mit den USA. 

So lächerlich eine Figur wie Gauck sein mag: Laut Umfragen hat seine Position eine Mehrheit unter den Deutschen. 

Gracchus

13. März 2022 21:10

Die Einteilung von @imagine halte ich für plausibler. Zu erinnern ist daran, dass Liberalismus nicht identisch mit Demokratie ist. Einen inneren Feind braucht man, um die Transformation des politischen Systems - die Übertragung von nationalstaatlichen Herrschaftsstrukturen auf supranationale - zu bewerkstelligen. Das gehört zum neoliberalen Projekt. 

Ferner muss man die kapitalistische Wirtschaft auch ideologisch berücksichtigen, auch wenn sie als solche nicht auftritt. Nur so, meine ich, versteht man das Bündnis von Kapital mit dem, wie @RMH sagt, "linken Kulturmarxismus". Beide eint dieselben Feindbilder, nämlich Familie, Religion, traditionelle Bindungen. 

Gracchus

13. März 2022 21:37

1. Wenn sich Dugins Ideologie aus dem östlichen Christentum speist (wobei ich eine Ideoligisierung des Christentums kritisch sehe), dürfte es kaum adaptierbar sein für eine westliche Opposition. 

2. Die westliche Ideologie, wie auch immer sie inhaltlich gefüllt sein mag, ist psycologisch narzisstisch und "homoerotisch". Man erinnert sich noch an Theorien, wo der Andere eine Rolle spielt. Das ist völlig verschwunden. Der Westen kann nichts denken ausser sich selbst, ist von nichts angezogen als, was ihm gleich ist. Daraus ist ein rigoroses Sprachregime entstanden, das bereits jede Abweichung als feindlich markiert, ohne jede bzw. vor jeder Bemühung des Verstehens.

3. Eine westliche Opposition müsste eigene Alternativen entwickeln, und zwar ausgehend von den westlichen Werten bzw. der europäischen Geistesgeschichte, aber darüber hinaus. Das Problem ist, dass sie nicht nur mit staatlichen Repressalien zu rechnen hat, sondern dass der Mehrheit die Verständnismöglichkeiten fehlen.

RMH

13. März 2022 21:43

"Laut Umfragen hat seine Position eine Mehrheit unter den Deutschen." 

eben - und die politische Rechte pflegt überwiegend mal wieder trotzig das "Wir sind dagegen". Bei Corona war man auch die Mindermeinung und man wird immer die Mindermeinung sein, aber von Minderheiten, die etwas noch bewegen und sogar auf die  Straße bringen können (wie bei Corona) hin zur Marginalisierung ist eben nochmals ein Unterschied. Fände es übrigens spannend, wenn mal ein echter "Neo-Con" hier reinschnuppern würde und uns Leute wie Bolton erklärt - wäre aber vermutlich nicht ganz so flippig, wie der Imperialist Dugin. Übrigens: Ich sehe in Dugins Thesen sogar ein kleines bisschen Leo Strauss durchschimmern (bspw. bei der C. Schmitt Rezeption).

PS: Meine Haltung gegen staatliche Übergriffigkeiten, die mich zum entschiedenen Gegner der Impfpflicht machen, führt in - aus meiner Sicht - logischer Konsequenz auch gegen die noch größere staatliche Übergriffigkeit Namens Krieg. Und Dugin predigt Krieg ("Wir müssen angreifen").

Niemand

13. März 2022 23:11

1/2

Auch ich schätze Eugyppius Beiträge sehr, hadere aber mit seiner Ansicht, dass die Coronapolitik im Speziellen und der Mainstream-Diskurs im Allgemeinen nicht zentral koordiniert werden, sondern vielmehr das Ergebnis der Eigendynamik einer Vielzahl von Gremien unterer und mittlerer Ebene sei. Wir beobachten nämlich, dass viele Konzepte, Formulierungen und "Talking Points" praktisch synchron in verschiedenen Ländern auftauchen und dort "von oben herab" in den Diskurs diffundieren ("Pandemie der Ungeimpften" wäre ein Beispiel).

Noch frappierender ist für meine Begriffe, dass wiederum synchron buchstäblich von einem Tag auf den anderen die "richtige" Meinung flächendeckend in ihr Gegenteil umschlagen kann, ohne dass irgendwie der Widerspruch zur gestrigen Position problematisiert wird. Das war der Fall bei dem anfänglichen Abwiegeln der Gefahren von Corona und der Ablehnung von Grenzschließungen, worauf urplötzlich eine Kehrtwende erfolgte. Ebenso wurde bekanntlich vor der BTW eine Impfpflicht ausgeschlossen, bis sie praktisch unmittelbar nach der Wahl auf die Tagesordnung kam, und zwar ohne dass irgend jemand es für nötig hielt zu erklären, wie dieser Meinungswechsel sachlich zu begründen wäre. Schließlich wäre die Ablehnung von Waffenlieferungen in Krisen- oder gar Kriegsgebiete zu nennen, was immerhin auf einem Wahlplakat noch im September gefordert wurde und jetzt Schnee von gestern ist.

Niemand

13. März 2022 23:11

2/2

Sind solche plötzlichen Volten eines ganzen "Schwarms" spontan möglich, nur weil ein ideologischer Konsens besteht? Ich meine nicht. Wir sehen ja auch im durchaus nicht zentral koordinierten rechten Lager, das aber ebenfalls weltanschaulich eine gemeinsame Grundlage hat, dass zwar die eine oder andere Position die Mehrheit haben mag, dass es aber auch hörbare Mindermeinungen und Zwischenpositionen gibt.

Marc_Aurel

14. März 2022 00:56

Wie von Lichtmesz gewohnt, eine umfassende und interessante Analyse zum Thema, ich bin allerdings nach wie vor etwas ratlos in der Frage, ob es sich lohnt, sich in Dugin einzulesen.

@Dietrichs Bern

„…trotzdem zum Steinerweichen unfähig und überfordert erscheint oder anders "hilflos und zappelnd". 

Und Ihnen kam noch nie der Gedanke, dass das behutsame Vorgehen der Russen vielleicht darauf abzielen könnte, die Ukrainer, im Besonderen die Zivilbevölkerung, möglichst wenig in Mitleidenschaft zu ziehen, damit keine große Verbitterung entsteht? Schnell vorrücken heißt, mehr Artillerieeinsatz, mehr Bombardements, rücksichtsloseres Vorgehen, Zivilisten, die keine Zeit mehr hatten ab zu ziehen, mehr Tote, mehr Leid = schlechtere Ausgangsposition für funktionierende, stabile, nachhaltige Lösungen.

RMH

14. März 2022 10:54

"Schnell vorrücken heißt, mehr Artillerieeinsatz, mehr Bombardements, rücksichtsloseres ..." @Marc-Aurel, mehr Zerstörung geht auch bei langsamen Vorrücken, wie es sich aktuell deutlich zeigt. Es hat nicht wie auf der Krim geklappt, nicht einmal in den russisch-sprachigen Landesteilen, also wird jetzt das Handwerkszeug abgespult. Man karrt viel Artillerie heran und schießt einfach alles in Grund und Boden. Dauert jetzt länger, aber man kommt damit auch zum Ziel (ob Nachhaltig ist fraglich). Russland trägt den Angriff offenbar auch im wesentlichen mit altem Material vor, da man sein Neues noch zur Abschreckung gegen die Nato braucht. Der Einsatz von teuren Marschflugkörpern u. gelenkten Bomben ist - im Vergleich zu dem, was eine USA im Normalfall heraushaut - doch recht sparsam. Das kann man alles so machen, doch mit jedem Tag mehr steht Russland in der Weltöffentlichkeit schlechter dar. Denn eines kann man auch als Außenstehender feststellen: Im Medienkrieg führt die Ukraine 3:0 und Russland liegt dafür im realen Krieg klar vorne, durfte aber schon den einen oder anderen Gegentreffer hinnehmen. Kompletter Irrsinn, dass Ganze. Untermauert vom Märchenonkel Dugin, der den Mythos vom eurasischen, vierten Weg erzählt, damit man sich von der harten Realität von Blut, Tod und Tränen wegträumen kann.

Imagine

14. März 2022 12:02

1/3

Politische Ideologien und Aktivismus sowie Mode besitzen gewisse Ähnlichkeiten. Die Mode wechselt zwar ständig, aber das Neue ist häufig eine Wiederholung des Alten. Es kommt immer alles wieder: Plateauschuhe, Schlaghosen etc.

Die Logik hinter dem Modephänomen ist der kapitalistische Markt. Profite machen durch Verkaufen, deshalb wird produziert, auch wenn die Menge der Klamotten schon jetzt erdrückend ist und häufig kaum getragene Sachen weggeworfen werden.

Wenn wir den Liberalismus vor 1970 betrachten und mit dem heutigen vergleichen, so können wir festhalten, dass die mächtigen und superreichen Familien und Clans in den USA und West-Europa recht konstant geblieben sind und es nur wenige Aufsteiger gab. Die politischen Figuren und Marionetten haben gewechselt, auch die Manager und sonstige Funktionseliten, aber die Macht und Stellung der Familien und Clans der sog. Hochfinanz – des Geldadels – ist ziemlich konstant geblieben.

Geändert haben sich die Verteilung von Reichtum und Armut in der Gesellschaft sowie die Herrschaftsausübung.
 

Der_Juergen

14. März 2022 12:03

Korrektur:

 

Compact Nr. 3, 2002, natürlich nicht August.

Imagine

14. März 2022 12:04

2/3

Die kapitalistische Herrscherklasse wurde immer reicher und die Klasse der Arbeitenden kontinuierlich ärmer.

Zugleich wurde Bevölkerungsanteil der Reichen und Mächtigen immer kleiner und die Zahl der Verlierer immer größer. Den 0,001 Prozent der großen Gewinner, stehen die über 90% der Loser gegenüber, deren soziale Lage sich in den letzten 50 Jahren objektiv verschlechterte. Selbst bei Akademikern reicht nicht mehr ein Erwerbseinkommen aus, um eine Familie zu ernähren.

Es geht für die Majorität ständig abwärts und nur für eine kleine Minorität aufwärts.

Dies stellt die herrschende Klasse vor die Aufgabe, ihre Herrschaftstechniken sowie ihre Ideologien und Narrative zu verändern.

Das betrifft sowohl technischen Aspekt von Überwachung und Repression wie auch die Psychologie.

Die psychologische Strategie setzt zum einen auf Angstmache und eine Vielfalt von Bedrohungsszenarien, wie ökologische und Klimakatastrophen, Gesundheitsbedrohungen durch Erreger (Vogelgrippe, BSE, Schweinegrippe, Corona), auf Kriegs- und Flüchtlingsszenarien (Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein, Terrorismus, Flüchtlingsszenario 2015, Bedrohung durch Putin).

Imagine

14. März 2022 12:07

3/3

Besonders bewährte und effektive Herrschaftstechniken basieren auf dem Prinzip von „divide et impera“, also auf sozialer Spaltung:
Frauen vs. Männer, Homos vs. Heteros, Indigene vs. Ausländer, Identitäre vs. Multikultis, Volksgemeinschaft vs. Menschheitsfamilie, Wirtschaftsliberale vs. Sozialliberale, Abstammungs- vs. Willensnation, Rassisten vs. Anti-Rassisten, Weiße gegen Schwarze, jung gegen alt,  Berufstätige vs. Rentner, Fleisch- vs. Pflanzenesser, Impfbefürworter vs. Impfgegner, Geimpfte vs. Ungeimpfte, Rechtenhasser vs. Linkenhasser, Lagerdenken vs. lagerüberwindendes Denken ...
Usw. usf.

Der affektgesteuerte politische Aktivismus macht sich zu useful idiots im Rahmen dieser Spaltungsstrategien, sowohl links wie rechts.

Die Gesellschaft besteht nur noch aus selbstreferentiellen, sektenähnlichen und randgruppenförmigen Milieus und die „Hauptkampflinie“ zwischen der parasitären und verbrecherischen Minorität und der arbeitenden und sich prosozial verhaltenden Mehrheit ist durch „divide et impera“ verschwunden.

Es fehlen Intellektuelle und Führer, welche diese Spaltungen überwinden und denen es gelingt, oppositionelle Kräfte zu einer Gegenmacht auf der „Hauptkampflinie“ zu machen.

wbs47

14. März 2022 12:25

@Marc_Aurel

"Und Ihnen kam noch nie der Gedanke..." genau!

Zu dieser Perspektive ist man aber nur fähig, wenn man bereit ist, die Dinge möglichst von verschiedenen Aspekten aus zu betrachten.

Sehr schön zu erklären am Beispiel der getroffenen Wohngebäude oder Geburtsstationen. Was ist das (militärische) Ziel bei der Einkesselung einer Stadt? Richtig, die militärischen und strategischen Ziele zu treffen. Was sagen einem Artilleristen die unbestreitbaren Treffer nichtstrategischer Ziele? Richtig, daß man von dort kommendes Artilleriefeuer "beantwortet". Konnte man schon lange vor dem Ukraine-Krieg bei anderen "Grausamkeiten" der kriegsführenden Parteien erkennen. Fazit: Wer aus zivilen Bereichen heraus auf Kampfverbände feuert, benutzt seine Zivilisten quasi als menschliche Schutzschilde und hat das Recht verloren, die Opfer unter der Zivilbevölkerung NUR dem Angreifer anzulasten.

Dietrichs Bern

14. März 2022 12:57

@Marc_Aurel: Ich habe darauf hingewiesen, dass Kolonnen auf der Straße aus meiner Sicht kein Vorrücken militärischer Art in Feindesland ist. Es entspricht wohl eher der These, dass man hier gar nicht groß mit Widerstand gerechnet hat. Das hat für mich nichts mit behutsamem Vorrücken zu tun und dass die Zivilbevölkerung bisher besonders geschont würde, kann ich nicht erkennen. 

Laurenz

14. März 2022 13:14

@Ein Fremder aus Elea @L.

Ja, dann sind Ihre Feind-Beispiele selten dämlich. In abrahamitischen Religionen sind die Feinde durch Exklusivitätsanspruch als fast einzig sinnstiftend bereits definiert. "Not one of us" ist die wesentliche Basis dieser Religionen.

@Diedrichs Bern @L.

"Militärkolonne"

Die Militärkolonne der Amis im letzten Golfkrieg reichte von Kuwait bis Bagdad. Das Problem einer Militärkolonne ist grundsätzlich die Enge einer Straße oder Autobahn, störende Zivilisten, von gegnerischer Lufthoheit ganz zu schweigen. Die größte Militärkolonne aller Zeiten war wohl die der Roten Armee vor Barbarossa.

Man hat selbst in unseren Propaganda-Medien nichts von schweren Luftangriffen auf diese russische Kolonne gelesen, gehört, gesehen, was zeigt, daß die Russen die absolute Luftüberlegenheit inne haben. Es gab vorgestern auch einen schweren Luftangriff auf einen 360 Q-Km-Nato-Übungsplatz bei Lemberg unweit der polnischen Grenze, ein klares Signal.

@Gracchus @L.

Die Türkei schließ sich keinen Sanktionen an. Man sei doch nicht blöd, die eigene Wirtschaft zu schädigen, das könne sich die Türkei nicht leisten. Erdogan macht zum Entsetzen der Griechen, einen auf Vermittler. In der Ukraine werden übrigens Teile für die türkischen Drohnen hergestellt.

Laurenz

14. März 2022 13:27

@Gracchus & RMH

Aktuelle Umfragen sind wohl eher der veröffentlichten Meinung geschuldet. Biden-Medien, wie der Relotius, geben Rußland die Schuld an den hohen Energiepreisen, was natürlich eher billig gelogen ist. Die unerbittliche Haltung Lindners zu den Spritpreisen wirkt auf mich eher wie die bewußte Sabotierung der Ampel per se. Denn Lindner wird als einer von wenigen im Bundeskabinett über einen IQ von 100 kommen. An Gaucks veröffentlichten Irrsinn, Frieren für (welche Klabauterbach-) Freiheit, erkannte man gut die Blase der Politik, die innerhalb weniger Wochen platzen wird, Ukraine-Krieg hin oder her.

RMH

14. März 2022 15:12

@wbs47,

die Zeiten, wo man sich zur offenen Feldschlacht traf und erst danach die Frauen und sonstigen Zivilisten des Unterlegenen massakrierte, sind schon einige Jahrhunderten vorbei und selbst das wurde in Europa, beginnend mit dem westfälischen Frieden, vorübergehend teilwiese recht erfolgreich eingehegt (bis Ende WK 1). Man kann ihren Vorwurf daher genau umdrehen: In dem man in ein Land über die ursprünglichen Konfliktlinien hinaus einmarschiert, hat man mit dem Erscheinen von Zivilisten zwingend zu rechnen und sich entsprechend zu verhalten (wie ist das jetzt, mit den "Fluchtkorridoren"?) - ihre Schutzschild-These ist genauso lächerlich, wie die der Polizei bei der Corona-Demo, wo ein Kind gepfeffert wurde (bei Demos gegen den Ukraine Krieg sind Kinder übrigens gern gesehen). Genau wie viele Rechte es seit fast 80 Jahren versuchen schön zureden, dass A.H. anno 39 den ersten Schuss abgab (die Aktionen dazu begannen sogar bereits am 26.08.39 - Schlagwort: K-Trupp Herzner), so bemüht man sich jetzt seit dem 24.02.2022 permanent es weg zu reden oder zu entschuldigen, dass es Putin war, der hier die Ukraine über den Donbass hinaus angegriffen hat. Mann, Leute, tragt es wie Männer, der beliebte Antipode des Westens hat das Feuer gestartet, kein anderer. Es geht hier streckenweise zu, wie bei dem berühmten Sketch "don´t mention the war" (Fawlty Towers).

Marc_Aurel

14. März 2022 15:27

@wbs47
Bei den Geschichten über getroffene Krankenhäuser, Geburtskliniken oder Babymilchfabriken – was auch immer - bin ich generell eher skeptisch:

https://www.anti-spiegel.ru/2022/russland-bombardiert-eine-geburtsklinik-marianna-und-die-neue-brutkastenluege/

Ich war nicht vor Ort und Röper ist sicherlich keine ganz neutrale Quelle, aber es gehört nicht viel Phantasie dazu sich vorzustellen, dass ein an die Macht geputschtes US-höriges Regime mit Hilfe seiner amerikanischen „PR“-Berater, alle Register der Schlammschlacht zieht, getreu dem Motto „etwas Schmutz wird schon haften bleiben“. Blick man zurück, gab es solche Inszenierungen ja bereits auf anderen Kriegsschauplätzen, etwa in Syrien durch die so genannten Weißhelme. Abgesehen davon ist Krieg natürlich immer grausam und Verluste bzw. Kollateralschäden unvermeidlich.

Mitleser2

14. März 2022 15:30

@Laurenz: Was sollte Lindner denn davon haben, die Ampel zu sabotieren? Mit Merz und Scholz regieren? Warum sollte die linksgrüne SPD da jetzt mitgehen? Es ist eher zu erwarten, dass bei den drei Landtagswahlen die CDU Ministerpräsidenten fallen. Dann ist auch der Bundesrat komplett auf Linie.

Die Blase der Politik hätte seit 2015 schon mehrmals platzen müssen. Natürlich kann es bis zum Sommer/Herbst wegen der Ukraine zu einem massiven wirschaftlichen Niedergang kommen, dann werden die Karten neu gemischt. Für eine "Revolution" des deutschen Michl müsste es aber schon extrem bergab gehen.

Ein Fremder aus Elea

14. März 2022 16:27

Laurenz,

"'Not one of us' ist die wesentliche Basis dieser Religionen."

Wenn Sie damit Recht hätten (ich möchte sagen, es ist schon a priori ausgeschlossen), müßte (a posteriori) die Abwesenheit von Anderen eine Sinnkrise in diesen Religionen auslösen, und das läßt sich bei keiner von ihnen nachweisen.

Venator

14. März 2022 17:06

@Laurenz

Wie üblich reden Sie dummes Zeug und über Dinge, von denen Sie keine Ahnung haben. Aber wenn man  von so einem hohen Ross herunter argumentiert wie Sie, muß man wohl verbale Streubomben werfen, um überhaupt mal einen Treffer zu landen.

Allein den Irak Krieg von 2003 als Referenz anzuführen unterstreicht dies. Der Krieg in der Ukraine läuft alles andere als „ideal“ für die Russen. Alleine die geringe Anzahl von Soldaten, die dort einmarschiert sind, zeigen auf, daß man ganz offensichtlich mit einem anderen Verlauf gerechnet hat. Ja, der Bodenkrieg im Irak ( woran übrigens 300.000 Soldaten beteiligt waren, es waren ja nicht nur Amis dort) hat relativ lange gedauert ( 20.3.2003 – 01.05.2003) Ganz einfach aus dem Grund, weil geringe Eigenverluste, einer der wichtigsten Punkte in der amerikanischen Militärstrategie darstellen, da hat man aus Vietnam tatsächlich was gelernt hat. Hohe eigene Verluste und die Heimatfront beginnt zu murren. Mit insgesamt 138 Toten, während des offiziellen Feldzuges, gelang das ja auch recht gut. Die offiziellen russischen Zahlen, von denen man ausgehen kann, daß sie extrem geschönt sind, liegen da jetzt bereits deutlich drüber. Offenbar kämpft man immer noch nach sowjetischen Militärdoktrin. Was sich allerdings direkt in der Moral niederschlagen dürfte, denn auch heutige Russen, sind von der Idee „Verbrauchsmaterial“ zu sein, nicht mehr sehr begeistert. Demografisch könne sie es sich auch nicht mehr leisten.

Venator

14. März 2022 17:06

Die Iraker haben außer dem einen M1 Abrahams Panzer auf der Autobahn nach Bagdad nicht sehr viel präsentieren können. Die Straßen in der Ukraine, sind jetzt bereits voll mit Wracks von T80 und T90 Panzern. Fall sie die absolute Luftüberlegenheit haben sollten, können sie das recht gut verheimlichen. Die Drohnenaufnahmen von Angriffen auf russ. Konvois zeigen jedenfalls einen eklatanten Mangel an Gefechtsfeldaufklärung und Luftnahunterstützung und einen Dilettantismus  bei dem es ja eine Sau graust! Wenn sie die ausländischen Waffenlieferungen nicht schnell effektiv verhindern können, werden die NLAW und Stinger Raketen für einen sehr teuren Sieg, der vielleicht lediglich ein Pyrrhussieg sein wird, sorgen. Eigentlich liegen die 80er noch gar nicht so lange zurück, als das man diese Lehren alle vergessen hat? Also die Behauptung es würde „ideal“ für die Russen laufen, sind mehr als offensichtlich lächerlich, auch wenn sie vermutlich am Ende siegen werden. Man sollte vielleicht doch noch die eine oder andere Quelle als Compact oder zuerst nutzen. Im übrigen hege ich für beide Seiten keine großen Sympathien, da beide für mich nur hochkriminelle und korrupte „Shitholes“ darstellen und dieser Konflikt,  von diesem Staat ganz offensichtlich wieder erfolgreich genutzt wird, noch mehr außereuropäische Besatzer ins Land zu holen. Jetzt warte ich amüsiert auf Ihr Replik, von dem ich jetzt schon weiß, wie es aussehen wird. ;-)

Marc_Aurel

14. März 2022 19:37

@Dietrichs Bern
Das konkrete Szenario, das Sie im Blick haben, kenne ich nicht, aber Militär bewegt sich auch im Krieg meist in Kolonnen auf Straßen, wenn es in einer bestimmten Situation/Lage keinen Grund dazu gibt, sich anders zu verhalten, das ist nichts Ungewöhnliches. Geländefahrt geht langsamer, ist unangenehmer und kostet mehr Treibstoff, wesentlich mehr Treibstoff.

@RHM
Etwas wirklich Konkretes über militärische Erfolge/Mißerfolge im Ganzen oder die Frage, wie zerstörerisch vorgegangen wird, weiß keiner, es gibt nur Anhaltspunkte und sehr viele Falschinformationen. Die Amerikaner zeigen in ihren Kriegen gern die Bilder vom Abwurf gelenkter Munition, weil es gut ankommt beim Zuschauer/fortschrittlich aussieht, mit all den grün leuchtenden Instrumenten am Nachthimmel über Bagdad und so weiter, aber tatsächlich geworfen wird dann häufig eben doch viel ungelenktes Material, das weg muss. Bei den Bildern, die aus Syrien bekannt sind, haben die Russen häufiger gelenkte Waffen eingesetzt, das kann aber natürlich auch nur eine nicht repräsentative Auswahl gewesen sein, weiß ich nicht. Das im Westen, die ukrainische/US-Sicht die Berichterstattung dominiert, war doch klar oder hatten Sie etwas anderes erwartet? Das dies so kommen würde, war den Russen mit Sicherheit auch bewusst und es wurde in Kauf genommen. Man kann davon ausgehen das Moskau vorab Vor- und Nachteile und die Folgen gründlich abgewogen hat, würde mich überraschen, wäre es anders.

Laurenz

14. März 2022 19:39

@Venator

Ja, der Dumme wird nur vom Dümmsten übertroffen. Im Irak geben Sie mir Recht, allerdings haben Sie schlecht recherchiert. Ich kann daher mit Ihrem & meinem Status recht gut leben. Allerdings können Sie Ihren Status nicht mehr weiter steigern. Dabei langt ein Blick ins Netz. https://de.wikipedia.org/wiki/Irakkrieg

Was den aktuellen Ukrainekrieg angeht, so kann man nur die Nachrichten für voll nehmen, die beide Seiten bestätigen. Mehr habe ich auch nicht behauptet.  https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/518082/Russland-greift-Trainings-Stuetzpunkt-der-NATO-an-zahlreiche-Tote-und-Verletzte

@Ein Fremder aus Elea

"die Abwesenheit von Anderen eine Sinnkrise in diesen Religionen"

Von was für einer Abwesenheit schreiben Sie? Die einzige Religion, die es geschafft hat, sich weltweit durchzusetzen, ist die Konzern-Bilanzierung nach IAS.

@Mitleser2 @L.

Lindner hat schneller klein beigegeben, als ich für möglich hielt. 

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2022-03/energieversorgung-christian-lindner-benzinpreis-rabatt

Valjean72

14. März 2022 20:24

@RMH:

Mann, Leute, tragt es wie Männer, der beliebte Antipode des Westens hat das Feuer gestartet, kein anderer. Es geht hier streckenweise zu, wie bei dem berühmten Sketch "don´t mention the war"

In Vorträgen bringt Gerd Schultze-Rhonhof mitunter das Zitat eines israelischen Generals, welcher im Zusammenhang mit dem 6-Tage-Krieg geäußert haben soll:

„Entscheidend ist nicht, wer den ersten Schuss abgeben hat. Entscheidend ist, was diesen Schüssen vorausgegangen ist.“

Der „Westen“ zündelt bereits seit mehreren Jahren in der Ukraine. Der Höhepunkt war schließlich der Putsch vor 8 Jahren, wobei der Konflikt um die abtrünnigen Regionen im Osten seither ununterbrochen schwelte.

Dies sollte doch bei der Betrachtung der Gemengelage berücksichtigt werden aber nein, vielmehr gibt man sich leidenschaftlich seinem transatlantischen Feindbild hin, welches von den „Leidmedien“ stramm befeuert wird.

Und nein, ich bin in diesem Konflikt nicht eindeutig auf der einen oder der anderen Seite.

Franz Bettinger

14. März 2022 20:47

@RMH schreibt in etwa, Schuld sei, wer den 1. Schuss abgebe. Geht’s noch einfältiger? Schon mal was von false flag gehört oder von agents provocateurs? Die Geschichte ist voll davon (Tonkin, 9/11...). Auch gerade hier wieder in Wellington, NZ, haben agents provocateurs (der Regierungs-Seite) mit diversen Aktionen (ein Pseudoangriff auf die Polizei mit einem PKW, der so lächerlich inszeniert und als false flag erkennbar war, dass die Medien ihn kaum zeigen, ja vergessen machen wollen ...) einen Vorwand zur Räumung der Zeltstadt und zum Niederknüppeln der Protestierer geliefert, die immerhin 3 Wochen das Parlament belagert hatten. Es gibt in der Ukraine 2 Lager. Die einen wollen Frieden seit 8 Jahren, die anderen seit 8 Tagen. 

Franz Bettinger

14. März 2022 20:53

@RMH: Idi Amin, Pol Pot… diese Menschenschlächter waren nur durch einen „Überfall“ auf deren Territorium (durch Tansania und Vietnam) zu beseitigen.

Gracchus

14. März 2022 22:25

@Laurenz: Nicht nur nicht die Türkei, auch andere Länder beteiligen sich nicht an den Sanktionen. Diese haben auch nicht den Titel als Moral-Weltmeister zu verteidigen. Man wird ja sehen. Ferner zu berücksichtigen: Die Versorgung von Flüchtlingen. Dies trifft vor allem Europa. Die USA ist kaum betroffen. Ich bezweifle, dass die Sanktionen so wirken, wie sich der Westen das vorstellt (was stellt man sich eigentlich vor?); wenn sie wirkten, könnte dies erst recht zur Eskalation zu führen. Was wäre eigentlich, wenn Putin Gas- und Öl-Lieferungen einstellen würde? 

Europa muss zusehen, Frieden herzustellen, und zwar unabhängig von den USA.

Gracchus

14. März 2022 22:33

@Laurenz: Das Umfrageergebnis zeigt dann, dass die meisten Deutschen artig der offiziellen Meinung folgen. In einer Art Moral-Berauschung; insoweit würde ich auch unzurechnungsfähig plädieren. 

Seit Winklers Zeit-Essay gilt: Putin=Hitler. Die Deutschen wähnen sich im Kampf gegen Hitler. Es ist wieder so ein Kompensationsding.

Laurenz

14. März 2022 23:58

@Gracchus @L.

Na klar, auch Brasilien & die anderen BRICS-Staaten halten sich zurück. Bolzonaro bemerkte, daß Brasilien auf Düngemittel-Importe aus Rußland und der Ukraine angewiesen sei. Ihre, in meinen Augen, korrekte Beurteilung des Sachlage wird aber im Weltmoral-Hauptamt zu Berlin wohl kein Gehör finden, was Buntland weiter destabilisieren wird. Rußland hat genug zu essen, genug Sprit und daher viel mehr Zeit als wir (in Europa). Das war schon immer so. Und man hat in Berlin Herrn Putin & anderen russischen Politikern, zB Medwedew & Nowak, immer noch nicht zugehört, oder vielleicht besser formuliert, sie immer noch nicht ernst genommen. Ich gehe davon aus, daß mit der Lösung der Ukraine-Frage weitere Operationen gegen den Westen folgen werden, vielleicht auch schon vorher. Jetzt liegt die Gunst der Stunde im Osten.

JungspundF

15. März 2022 00:47

Langsam wird es mir hier zu wild. Als stiller Mitleser ist mir dieses plumpe Russland-beschützen-wollen-Gehabe einiger Kommentatoren hier regelrecht peinlich.

Simping, würde der Jungspund von heute zu Laurenz etc. sagen. 

Und das Nachfolgende toppt dann wirklich alles:

Franz Bettinger am 14. März 2022 20:53:

@RMH: Idi Amin, Pol Pot… diese Menschenschlächter waren nur durch einen „Überfall“ auf deren Territorium (durch Tansania und Vietnam) zu beseitigen.

Ich kann nur betonen, wie wichtig ein eigener Standpunkt, insbesondere unter Einbeziehung der eigenen Interessen ist. Nun jedoch im vorauseilenden Gehorsam, völlig unkritisch und aus Reflex die Gegenseite hochleben zu lassen, weil einem selbst der monochromatischen Mainstream zu viel wird (blau-gelb bestrahlte Fassaden und Fenster, Spendenaufrufe, Demonstrationen, Berichterstattung, Anfeindungen etc. - ja das nehme ich auch wahr), ist einfach nicht souverän. Ganz egal wie sehr der Verteidiger-Reflex für manche hier naheliegt. So etwas ist einer rechtsintellektuellen Leserschaft nicht würdig. 

Gotlandfahrer

15. März 2022 03:28

Erneut eine großartige Analyse, wie nicht anders von ML zu erwarten. Besonders gefällt mir die nüchterne Distanz zu allen, ohne Zweifel am Eigenen zu lassen. Auf den vierten Teil warte ich gespannt.

Ansonsten fällt mir dazu ein: Die Narrative kommen und gehen, der Drang zur Unterwerfung bleibt. Wer mich unterwerfen will, ist mein Feind, egal wie nett er es sagt. Ob Putin mich unterwerfen will, weiss ich nicht, aktuell fürchte ich es nicht. Davos und die ganze atlantische Rotztruppe will es, mehr brauche ich also nicht erörtern. 

Unter einigen "Rechten" nehme ich antirussische Ressentiments wahr, die eigentlich antisowjetische sind, so wie ich unter Putinisten romantische Anwandlungen pro SU heraushöre. Beide dürften doch wohl falsch liegen, da die SU eine globalistische und Putin offenbar eine nicht-globalistische Idee vertraten bzw vertreten. Wenn, dann ist Putin eher ein neuer Zar als Erneuerer der Komintern mit Zentrale in Moskau. Ihn als Neu-Hitler zu bezeichnen ist ohnehin nur Ausdruck von historischem Analphabetismus.

Im Übrigen schreibe ich aus der Karibik, da interessiert sich keine Sau für Corona und Ukraine nur am Rande. Die anstehende Rückreise fühlt sich an wie das Eingeflogen werden in den Kessel des Wahnsinns. Aber das ist wohl das Schicksal Europas. Nun denn, da gehören wir hin, hier ist es eh zu sonnig und nur Pina Colada saufen ist noch schlimmer.

RMH

15. März 2022 06:38

@F.B., ist es nicht klar "einfältig", zu meinen, gerade eine Ex-Geheimdienstkader wüsste nicht sehr genau, was er tut, wer seine Opponenten sind und so ein mit allen Wassern gewaschener Profi würde sogar irgendwelchen "False-Flag" Aktionen oder billigen Provokationen auf den Leim gehen? Nein, Putin wusste, was er wollte, er hat auch alle Risiken abgewogen (ob diese ex ante Abwägung später einmal einer Nachbetrachtung stand hält, spielt dabei keine Rolle). Alleine, dass er die Aktion nicht Krieg nennt und seine eigenen Leute dafür bestrafen lässt, wenn sie die Aktion Krieg nennen, zeigt, dass er die Ukraine nie als souveränes Land angesehen hat. Er baute über Wochen den Krieg vor den Augen der ganzen Welt auf, hat alle angelogen und jetzt läuft die Sache eben nicht so, wie geplant und geht in die Verlängerung. Keine Macht der Welt hat Putin dazu gezwungen, genötigt oder sonst wie hereingelegt, diesen Angriffsbefehl zu geben. Das war sein Wille und da kann man ihn nicht mit dem Verweis auf tausend andere Schurkereien daraus entlassen. Dass die Ukraine von Dritten militärisch ausgerüstet wurde und wird, war Putin dabei genauso bewusst. Also reden Sie bitte nichts von Einfalt - Einfältig ist eher, wenn man selbst hinter Offensichtlichem immer auch noch etwas finden will, wo es nichts zu finden gibt.

Ein Fremder aus Elea

15. März 2022 08:48

Laurenz,

"Von was für einer Abwesenheit schreiben Sie?"

Von der einzig relevanten, nämlich der subjektiv empfundenen. Was spielt es für eine Rolle, wenn Sie im Jahre 1400 in Schottland leben, ob es, oder ob es nicht, Christen in Peking gibt? Und entsprechend in den übrigen Fällen.

Laurenz

15. März 2022 09:29

@JungspundF

"Peinlich"

sind nur die Gläubigen der Propaganda-Märchen aus den Medien, die uns seit Jahrzehnten verarschen. Grundsätzlich sind nur die Nachrichten einigermaßen verläßlich, die von beiden Kriegsparteien bestätigt werden. Es geht in einer Debatte nicht darum irgendwen zu beschützen. Das wäre auch absurd. Wir können uns ja noch nicht mal selbst beschützen. Oder meinen Sie tatsächlich, daß sich für unsere Bananenrepublik noch Reservisten & Reserveoffiziere ins Zeug legen würden? Dieser Glaube ist peinlich. Was unser geschätzter Forums-Teilnehmer

@RMH

nicht versteht, ist, daß natürlich jeder Staatschef für seine Kriege verantwortlich ist. Aber die Bewertung dessen liegt im aktuellen Fall bei uns schief. Wie kann man Putin kritisieren, wenn gleichzeitig Tornados in Incirlik Luftaufklärung über Syrien fliegen, im Jemen & Syrien Kinder durch deutsche Bomben sterben und in Libyen 2011 starben. Entweder moralisiert man grundsätzlich oder man läßt es. Günstig ist es für einen Staat eine eigene funktionierende Rüstungsindustrie zu haben. Aber das funktioniert nur, wenn die auch exportieren darf, egal wohin & welche Opfer es kostet. Geo-Politik ist kein Happening, sondern immer nur die Frage des Überlebens.

Valjean72

15. März 2022 09:29

@Gracchus:

Die Versorgung von Flüchtlingen. Dies trifft vor allem Europa. Die USA ist kaum betroffen. Ich bezweifle, dass die Sanktionen so wirken, wie sich der Westen das vorstellt

Hier wäre zunächst einmal zu klären, was unter dem Obergriff der Westen zu verstehen ist.

Meiner Auffassung nach - und dies habe ich bereits an anderer Stelle hier geäussert - werden die vom Westen verhängten Sanktionen deutlich gravierender den EU-Ländern (allen voran Deutschland) Schaden zufügen als Russland.

Zu diesem absehbaren enormen wirtschaftlichen Schaden geselllen sich die Flüchtlingsströme nach Mitteleuropa mit auffallend vielen Studierenden aus Afrika, die auf der Flucht ihre Pässe verloren haben und gerade in der BRD von offizieller und zivilgesellschaftlicher Seite hochwillkommen sind.

Der Agendapunkt der Masseneinwanderung wird also unter dem Deckmantel des Ukrainekrieges fortgeführt und das scheint mir seitens der Entscheidungsträger beileibe kein unerwünschter Nebeneffekt zu sein.

 

 

 

John Jack Russell

15. März 2022 10:47

Herzlichen Dank für diese in meinen Augen mehr als gelungenen Artikel. Ich hatte überlegt, ob ich mich etwas eingehender mit Dugin beschäftigen sollte, aber das werde ich nicht tun. Der Kulturrelativismus Dugins ist meines Erachtens philosophisch nicht haltbar. Die Tatsache, daß ein Brauch wie zB Bacha Baazi in der afghanischen Kultur fest verankert ist, ändert schlichtweg nichts an der Tatsache, daß die rituelle Vergewaltigung kleiner Jungen pervers und objektiv falsch ist. Auch wenn ich von der russischen Orthodoxie nicht sonderlich viel halte, denke ich doch, daß Dugins Position an dieser Stelle den Prinzipien seiner Religion widerspricht. 

 Falls ich Dugin missverstanden habe, möge man mit bitte darauf hinweisen! 

ML: Dugins "Orthodoxie" halte ich für pures "LARPing", eine politische Pose. Ein ernsthafter Orthodoxer kann kein Kulturrelativist sein.

John Jack Russell

15. März 2022 10:59

Bzgl. des Ukraine-Krieges bin ich sehr unentschlossen. Bis zu Corona war ich wie immer noch sehr viele Rechte relativ unkritisch putinfreundlich. Durch seinen Coronakurs hat Putin bei mir sämtlichen Kredit verspielt. Die hier und da zu hörende Argumentation: ,,Die Medien haben uns über Corona belogen, wieso sollten wir ihnen bei der Ukraine glauben", finde ich daher auch nicht überzeugend, weil ja auch pro-russische Medien wie Anti-Spiegel oder RT gar nicht leugnen, dass Russland sich in der Corona-Frage dem allgemeinen Wahnsinn angeschlossen hat. Ich kann allerdings kein Russisch und wenn meine Position zu harsch formuliert ist, dann bin ich für Kritik offen. 

 Die Medien sind im Ukraine-Krieg sowieso ein Thema, das das ganze Dilemma der Unmöglichkeit sich eine fundierte Meinung zu bilden verdeutlicht. Ich habe den Eindruck, dass man nur die Wahl zwischen einseitig pro-ukrainischen und einseitig pro-russischen Medien wählen kann. Ich habe natürlich guten Grund den westlichen Medien nicht zu glauben, aber das bedeutet im Umkehrschluss ja nicht, dass die Russen nicht lügen. Falls irgendjemand Internetseiten empfehlen kann, die sich um eine wirklich objektive Berichterstattung bemühen, dann würde ich mich freuen, wenn er sie mir nennen könnte. 

Ich habe ehrlich gesagt auch keine Ahnung, was Russland nach dem militärischen Sieg mit der Ukraine veranstalten will, weil ich nicht sehe wie eine pro-russische Regierung gegen den Willen der Mehrheit (?) bestehen will. 

Marc_Aurel

15. März 2022 11:26

@ Valjean72
„…was unter dem Obergriff der Westen zu verstehen ist.“
Den USA ist es gelungen, die Zeit von 1945 bis heute, begünstigt durch den kalten Krieg, so zu nutzen, das in ihrem Einflussbereich, besonders in Europa, eine sehr große US-Hörigkeit vorherrscht, die so weit geht, dass Washington in der Lage ist, die europäischen Nationalstaaten dazu zu zwingen, sich ins eigene Fleisch zu schneiden und dabei gute Miene zum bösen Spiel zu machen, das „Wie“ lasse ich außen vor, Westen bedeute „USA & Vasallen“, in der Regel zum Schaden der Vasallen.

„…den EU-Ländern (allen voran Deutschland) Schaden zufügen…“
Genau, die USA profitieren unter Umständen sogar vor den Sanktionen, da sie jene Lücken füllen, die „Europa“ oder Russland aufgrund der Sanktionen freimachen (müssen).

„…auffallend vielen Studierenden aus Afrika“
Aus Kreisen der mit solchen Fragen beschäftigten dt. Behörden hört man, freilich nur unter der Hand, genau das.

wbs47

15. März 2022 12:06

@ RMH

"Keine Macht der Welt hat Putin dazu gezwungen, genötigt oder sonst wie hereingelegt" und "Einfältig ist eher, wenn man selbst hinter Offensichtlichem immer auch noch etwas finden will, wo es nichts zu finden gibt."

Solche Volten muss man erst mal hinbekommen. Damit bedienen Sie sich genau der westlichen Rabulistik, die Mitmenschen mit Osterfahrung so leicht durchschauen und so abstoßend an westlichen Intellektuellen finden. Aus Einschätzungen wie den Ihren speist sich wahrscheinlich auch Dugins ebenso vereinfachenden Erkenntnis über die Schwäche des Westens. 

Nun aber zum Kriegsauslöser nach meiner Beurteilung: Selenskij hat mit seinen Aussagen auf der Münchener Sicherheitskonferenz, die Verfassung der Ukraine dahingehend zu verändern, daß sie die Stationierung von Atomwaffen der NATO erlaubt, den "ersten Schuss" abgegeben. Nicht einmal das seit acht Jahren ungelöste Problem mit der Autonomie von Lugansk und Donezk hätte den Kreml zu einem derartigen Schritt bewegen können. Da hätte eine Wiederholung der "Krim" völlig ausgereicht und die Ukraine hätte das ebenso nicht verhindern können. Im Wissen darum hat Selenski - unerfahren wie er als Clown nun mal im politischen Geschäft ist - Gegenspieler wie Putin und Lawrow "gezwungen, genötigt oder sonst wie hereingelegt". Besser gesagt, dieses sträflich dumm versucht und sein Land damit aus eigener Hybris in den Krieg geführt.

RMH

15. März 2022 12:15

"Entweder moralisiert man grundsätzlich oder man läßt es."

In Punkto Krieg bin ich im 21. Jhdt. klar für grundsätzlich - das Problem ist doch seit Beginn des Ukraine Krieges, dass einem bei Kritik daran sofort im Gegenzug unterstellt wird, man hätte und würde alles bisherige, wenn es vom "Westen", der USA etc. gekommen war gebilligt haben oder billigen - und genau gegen diese billige Art der Undifferenziertheit und des Äpfel mit Birnen Vergleichens verwahre ich mich. Wenn die Russen "besser" als der Westen sein wollen, dann sollen sie sich nicht wie der Westen verhalten, dann taugen sie auch als Leitbild für die Welt. Der kontinuierliche Whataboutism und das cui bono Geraune ist wiederum etwas, woran man recht schnell erkennen, wohin die Reise der Debatte geht. Es geht in der Debatte aber KONKRET um die Ukraine, Land in Europa, und nicht um den Libanon oder Ost-Äthiopien oder Ouagadougou-Clanstreitereien. Darüber kann man sich dann getrennt streiten, wenn man meint, als Europäer hierzu ein Wort verlieren zu müssen.

RMH

15. März 2022 12:26

"„…auffallend vielen Studierenden aus Afrika“

Aus Kreisen der mit solchen Fragen beschäftigten dt. Behörden hört man, freilich nur unter der Hand, genau das."

Kann ich - habe eigene brauchbare Quellen vor Ort -  in dieser Pauschalität zumindest für meine Heimatregion (mit großem Anlaufpunkt für Asylbewerber) nicht bestätigen. Was aber nicht ausgesprochen wird ist der Umstand, dass unter "Ukrainer" auch einiges vom fahrenden Volk, früher mal "Zigeuner" genannt, subsumiert wird. Diese Kreise kommen gerne nach Deutschland, da ihnen unsere sozialen Standards offenbar besser bekannt sind als all den anderen aus der Ukraine, die zunächst erst einmal primär in einem der direkten Nachbarländer bleiben, um schneller wieder zurückkehren zu können.

Imagine

15. März 2022 12:31

1/2

“Das Große Erwachen gegen den Great Reset” – unter dem SiN-Autoren und Kommentatoren hat dies – mit ganz wenigen Ausnahmen – bislang nach meinem Eindruck noch nicht stattgefunden.

Es wird nicht begriffen, welcher Welt- und Bürgerkrieg im Gange ist, wer der Feind ist und wie die Fronten verlaufen. Der Ukraine-Krieg ist dabei nur ein Nebekriegsschauplatz.

Das Establishment macht ständig Feinderklärungen an diverse Gruppen nach dem Prinzip von „divide et impera“.

Eigentlich hätte doch die Corona-Diktatur allen Menschen mit noch funktionierendem Restverstand zum Bewusstsein führen müssen, dass das international organisierte Verbrechertum der Hauptfeind ist.

Diese GröBaZ (Größte Bande aller Zeiten) will die ganze Menschheit gentechnisch behandeln und ihr Genom so verändern, damit die Menschen so funktionieren, wie es diese Menschenfeinde wollen. Genetische Menschenzucht, Verhaltenssteuerung und genetische Geburtenkontrolle werden möglich. Ein Traum für alle Eugeniker.

Wie umständlich war es zuvor, die Menschen so zu konditionieren, dass diese als Arbeitsmaschinen möglichst optimal funktionieren. Dies war das Ziel der Verhaltenspsychologie, des Taylorismus und der Psychopharmakologie.

Imagine

15. März 2022 12:33

2/2

Menschenzucht wollten die Eugeniker schon immer. Aber Geburtenkontrolle ist bislang in nur einem Land der Welt wirklich gelungen.

Dort, wo die Armut am größten ist, betreiben die Menschen keine Kontrazeption, weil die Überlebenschancen und die Versorgung der Eltern umso besser sind, je mehr Kinder sie haben. Zudem gibt es den Vermehrungstrieb, der stärker ist als gesellschaftliche Rationalität.

Jetzt kann man die Erbkranken, die Überflüssigen und Oppositionellen im Rahmen des „Gesundheitsschutzes“ durch gentechnische Behandlung ganz elegant ohne physische Gewaltausübung eliminieren oder sterilisieren.

Mir scheint, dass man im rechten Milieu diese Zusammenhänge noch nicht begriffen hat, vermutlich gar nicht begreifen will.

Laurenz

15. März 2022 13:18

@John Jack Russell & Marc_Aurel

Die Bevölkerungen in Osteuropa sind nicht so kohärent wie wir in unseren Medien den Eindruck gewinnen. Nordmazedonien wurde gegen den Willen der Mehrheit Natomitglied, lief also so, wie bei uns. Außerdem gab es nach der Wende für alle, außer die DDR, keinen Bruder, der den Aufbau finanzierte. Jetzt gehen die meisten EU-Mittel nach Osteuropa. Das wäre aber bilateral viel kostengünstiger gewesen, als mit der teuren EU-Bürokratie. 

Und Sie, JJR, haben es doch Selbst beschrieben. Die Westukraine entvölkert sich, flüchtet zu uns und nach Polen, weil man in Polen eh schon die letzten 2 Jahrzehnte die Drecksarbeit machte. Diese Flüchtlinge werden wir an der Backe behalten. Die werden nie mehr in ihre Heimat zurückkehren. Was im Westen vollkommen fehlt, ist die Empathie zu verstehen. Deswegen hat man im Westen die Agenda bis aufs Blut weiter durchgezogen. Ich gehe davon aus, mit der Ukraine wird noch nicht Schluß sein. Putin ist angetreten, die Landkarte nach seinem Gusto zu gestalten. Wer nicht hören will, muß fühlen. Und jetzt ist der günstige Augenblick.

RMH

15. März 2022 15:33

"Solche Volten muss man erst mal hinbekommen. Damit bedienen Sie sich genau der westlichen Rabulistik, die Mitmenschen mit Osterfahrung so leicht durchschauen und so abstoßend an westlichen Intellektuellen finden."

@wbs47

Tja, jetzt kommt die Rabulistik und die alles durchschauende "Osterfahrung" - was noch? Was haben denn "östliche Intellektuelle"? Druschba-Blindheit?

Mit West-Ost brauchen Sie bei diesem historischen Ereignis nicht anzufangen, in der alten Rechten gab es gerade im Westen schon sehr lange eine Strömung, die ein Bündnis mit der UdSSR bzw. Russland forderte bzw. dies als Vorteilhaft im Gegensatz zur Hegemonie der USA sah. Um einmal Jahrzehnte zurück zugehen: Einer der bekannteren Vertreter war wohl O. E. Remer und sein Verein Deutsche Freiheitsbewegung e.V. Diesen Zerfall zwischen Pro-Russland und Contra- Russland ist mithin wahrlich nichts Neues und schon gar kein "Ost" oder "West" Thema innerhalb derer, die sich Rechts nennen. Und ohne Ukraine-Überfall wäre das ehrenwert diskutierbar gewesen, aber so ist das der falsche Anlass ... aufgeschoben und auf Wiedervorlage für spätere Zeiten gesetzt. Es gilt nach wie vor primär eine deutsche Position zwischen den Imperien sich zu erstreiten - auch wenn es mittlerweile wie eine Utopie wirkt.

Valjean72

15. März 2022 16:06

@RMH

das ist wohl regional mitunter sehr unterschiedlich. Aber Meldungen über (aus der Ukraine) geflüchtete afrikanische Studenten kann man leicht dem Internet entnehmen.

Zwei Busse mit 100 Flüchtlingen aus der Ukraine sind am Mittwoch im Garmisch-Partenkirchner Atlas-Sporthotel angekommen. Ein großer Teil davon sind wohl Studenten aus Afrika und Asien.

(Quelle: Merkur.de, 15.03.22)

 

Nach teils traumatischer Flucht aus dem Ukraine-Krieg sind afrikanische Studierende in einer Frankfurter Kirchengemeinde untergekommen. Viele von ihnen haben keinen Pass mehr und ihre Zukunft ist ungewiss.

(Quelle: hessenschau.de, 09.03.22)

 

Aber egal ob Afrika, Arabien oder "fahrendes Volk": Hauptsache exotisch, so lautet wohl die Devise.

 

 

Grobschlosser

15. März 2022 20:32

habe den Artikel und die Kommentare aufmerksam gelesen ; das Thema "Weizen" taucht nicht auf - was mich wundert . Russland und die Ukraine exportieren Weizen , wird dieser knapp hungert die 3.Welt . Hat Putin über Strohmänner Derivate gehandelt ? denkbar ; möglich .

Und : China zeigt sich beeindruckt - eben weil Putin die harte Auseinandersetzung mit nato und Co nicht fürchtet - wer braucht also wen ? die RF die VR oder umgekehrt ? China will seine Interessen "rein wirtschaftlich" durchsetzen ( inkl. Industriespionage ) Russland will seinen Status zurück -und Russland kann sich mit dem tiefen (west) Staat anlegen . Wann stellt das FSB die Namen der west stasis ins Netz ? wann fährt der Kreml die Funktionseliten der alten west brd vor die Wand ? (Frieren für den Frieden " ) 

Franz Bettinger

15. März 2022 21:41

@RMH schreibt „…ohne Ukraine-Überfall wäre das ehrenwert diskutierbar gewesen.“ Sie hätten es also bevorzugt, wenn das seit 8 Jahren stattfindende gezielte Ermorden von Russen im Donbass weitergegangen wäre? Bloß keine Einmischung in die Inneren Angelegeheiten blabla?“ Schade, dass Sie nicht dort wohnen, wo es Granaten hagelt: in Uganda unter Idi Amins; in Kambodscha unter Pol Pot; oder eben im Donbass.

Laurenz

15. März 2022 23:09

@Grobschlosser

Daß die Ukraine & Rußland die größten Weizen- & Düngemittelexporteure weltweit sind, hatten wir schon in den Artikeln zuvor in die Debatte geworfen. Brasilien & Indien importieren nachwievor. Das Problem hierbei ist, daß man für beide Produkte, vor allem Düngemittel, fossile Energieträger braucht, etwas, das Pseudo-Grüne & viele Linke nicht verstehen. Wenn Sie Sich eingehender mit der Materie beschäftigen würden, stellten Sie fest, daß die deutschen Energiekonzerne bei steigenden Gaspreisen ihre Vorräte monetarisierten. Die Russen haben bisher alle Lieferverträge eingehalten. Man hat hier einfach nur falsch disponiert. Und natürlich reagieren die Rohstoff-Börsen auf politische Aussagen. Die politischen Aussagen verantwortet aber der Westen. Übrigens liegen die 1-Jahres-Futures etwa um 100 US$ unter dem aktuellen Preisniveau, ein Indiz dafür, was die Märkte erwarten. Also eher ein Nachgeben des Westens. Es gibt einfach viel zu viele Sanktionsprofiteure. Im Prinzip kann sich das kein Staat erlauben. Auch die potentiellen Ersatzlieferanten wollen doch ein Geschäft machen, auf Kosten der Käufer natürlich.

RMH

16. März 2022 07:07

@F.B.,

Ok, ihre Sicht auf die Ostukraine ist die von Moskau. In Kiew vertritt man eine andere, wer bin ich, wer sind Sie, zu entscheiden, wer von beiden hier Recht bei diesem Regionalkonflikt hat?

Es fällt in den Diskussionen regelmäßig auf, dass man einerseits den Schutz des sog. Donbass als berechtigenden Grund für einen Angriff sogar auf die gesamte Ukraine (statt regional begrenzt) billigt und andererseits es auch als quasi gottgegeben und klare Sache predigt, dass die Ukraine durch Putin heim ins Reich geholt wird. Was jetzt? Schutz der Minderheit im Donbass, die man fast 8 Jahre lang bereits mit ausreichenden Mitteln (und Personal) zur Selbstverteidigung ausstattete einschließlich Flugabwehr, die dann auch mal daneben schießt (MH117), oder gerechtfertigter Imperialismus aus Schutz vor dem "Westen"? Hätte man den Donbass nicht auch mit anderen, milderen Mitteln schützen können? Ist ja egal, die Amis sind sowie so alleine an allem schuld, auch an den toten Zivilisten. Statt für Deutschland hat man offenbar immer Partei für eines der beiden großen Länder in West oder Ost zu ergreifen, die keine Parteigänger nötig haben. Kritisiert man das eine für ein konkretes Handeln, wird man automatisch zum anderen einsortiert.

Laurenz

16. März 2022 07:07

@Imagine

"GröBaZ"

Abgesehen davon, daß den meisten Punkten in Ihren letzten beiden Beiträgen zuzustimmen ist, debattieren wir die Inhalte doch schon länger. Vermutlich, empfinden alle, die "begriffen" haben, denselben Ekel gegenüber globaler Kriminalität. Es wäre aber günstiger, weniger die dicke Keule auszupacken, als gezielt zum jeweiligen Thema zu argumentieren. Das gäbe unserem Forum mehr Ernsthaftigkeit, auch gegenüber politisch Fremden. Streiten ist gut, aber Ihren Beiträgen ist zu entnehmen, daß Sie andere Teilnehmer schlecht wahrnehmen & sich vor allem nicht daran erinnern können, was diese mal geschrieben hatten.

MARCEL

16. März 2022 09:16

Diese unsägliche, kaum noch mit anzusehende russische Kriegsführung zwingt zur Revision.

Statt Russland könnte auch der westliche woke, NATO-gestützte Imperialismus letzlich gestärkt werden. Sic transit gloria mundi

Ich vermute schlicht, die Ukrainer sind 8 Jahre lang nicht untätig geblieben, der Westen auch nicht. Die waren sehr gut vorbereitet und ausgerüstet. 2014 wäre der "Blitzkrieg" geglückt, russische Hardliner verlangten das schon damals.

Historische Parallele zu einem anderen "Grenz (kraj)-Land": 1995 verstrieben die hochgerüsteten, von US-Offizieren ausgebildeten Kroaten die Serben aus der Krajina.

Franz Bettinger

16. März 2022 09:43

@RMH: MH17 wurde von einem Jagdflugzeug der Ukrainer abgeschossen. False flag! Schon das cui bono hätte einen wie bei den getürkten Giftgas-Anschlägen in Syrien drauf bringen können. Das konnte sogar ein Laie anhand der Einschuss-Löcher erkennen. Ein Skandal, der von den Holländern bis heute gedeckt wird. Was da ablief, hat der geniale Peter Haisenko detailliert untersucht. Bei ihm können Sie’s nachlesen.

Nebenbei und zur Klärung: Wie viele WTC-Türme sind an 9/11 Ihrer Meinung nach eingestürzt? Und wer war daran schuld? Ich würde allmählich gern wissen, mit wem ich es bei Ihnen zu tun habe, RMH. 

Laurenz

16. März 2022 11:29

@Marcel

Worauf begründen Sie Ihren Beitrag? Welche Quellen nutzen Sie?

Imagine

16. März 2022 11:31

1/2

@Laurenz   16. März 2022 07:07
„ … debattieren wir die Inhalte doch schon länger. Vermutlich, empfinden alle, die "begriffen" haben, denselben Ekel gegenüber globaler Kriminalität.“

Entscheidend ist die neue Qualität.

Globale Kriminalität betreffend Drogen-, Pharma-, Waffenhandel,den militärisch-industriellen Komplex etc. sowie die Bildung mafiöser Netzwerke ist schon lange Thema. Dass hinter der Ermordung J.F. Kennedys superreiche Interessengruppen stehen, die mit dem organisierten Verbrechen verschmolzen sind, das war damals uns schon als Jugendliche klar. Auch dass in den USA historisch bei der Entwicklung der Herrschaft des organisierten Verbrechens die Prohibition eine entscheidende Rolle gespielt hat.

Dass Elitenkreise das Ziel der Bildung einer neuen Weltordnung besitzen, dies thematisieren gesellschaftskritische Kreise und Gruppen schon seit einem halben Jahrhundert.

Und dass die Massenimmigration Teil der Realisierung der NWO ist, wird von Seiten des Establishments gar nicht verschwiegen. Man muss nur lesen (Manfred Pohl et al.).

Das Wissen, dass bei der Realisierung der NWO aka Great Reset die Gentechnik eine zentrale Rolle spielt, war nur in kleinen eingeweihten Kreisen des Establishments vorhanden. Das war ein „hidden plan“, auf den man erst im Rahmen der Zwangsimpfungen stieß.

Imagine

16. März 2022 11:32

2/2

Kritische Wissenschaftler haben erkannt, dass die Zwangsimpfungen mit Gen-Technik keineswegs dem Gesundheitsschutz dienen und dass das Corona-Szenario weitgehend ein Fake ist.

Entscheidende Rolle bei der Aufklärung besitzen dabei kritische Wissenschaftler und Whistleblower, die vom Corona-Ausschuss als Experten eingeladen wurden.

Es inzwischen klar, dass das Ziel der Herrschenden ist, alle Menschen zu impfen und zwar ausschließlich mit dem Gen-Zeugs. Klassische Grippeimpfstoffe mit deaktivierten Viruspartikeln, wie z.B. von Sinopharm, hat man nicht zugelassen, sondern nur Gen-Vakzine.

Eben weil das Ziel der Herrschenden ist, die Menschen gentechnisch zu modifizieren.

Dies hat bislang jedoch nur eine kleine Minderheit begriffen.

Inwieweit darüber ein Wissen und Bewusstsein bei Politikern, Journalisten, regierungskonformen Wissenschaftlern etc. vorhanden ist, lässt sich nur spekulieren. Vermutlich sind die meisten von denen nur hirnlose Marionetten und Opportunisten, useful idiots und Psychopathen, welche die Narrative glauben:

Die politischen Parteien schweigen allesamt dazu. Auch die Oppositionspolitiker.

heinrichbrueck

16. März 2022 13:35

@ RMH
Die Informationsgrundlage gibt keine richtige Diskussion her. Sowohl Putin als auch die NATO-Führung, die vermutlich auch die ukrainische Führung informiert (und möglicherweise auch gezielt desinformiert?) handeln auf einer uns nicht zugänglichen Grundlage. 
Für Deutschland bin ich auch, aber für die BRD eher nicht. Eine multikulturelle Müllhalde kann mir gestohlen bleiben. Die Transatlantiker haben kein eigenes Vaterland, noch haben sie ein eigenes Volk. Bei den Transatlantikern spielt es keine Rolle, ob irgendein Minister Deutscher ist, Hauptsache die wertewestlichen Verbindungen stimmen. Solche Gemeinschaften werden vom großen Geld gekauft, und ideologisch gegen das eigene Volk gesteuert. Wie konnte sich ein Schauspieler, ein Clown, erdreisten, Präsident zu werden? Wissen die Ukrainer, wer ihr Land regiert? 
In Moskau wird "Der Ring des Nibelungen" aufgeführt (Valery Gergiev). Es mag auch propagandistische Absicht dahinterstecken, aber genau das ist ein wunderbares Beispiel dafür, daß die russische Propaganda intelligenter und weniger kindisch ist als die westliche. Und was ich vergessen habe, ist, daß sie um ein Vielfaches sympathischer ist. Für die BRD und "unsere" Bundesregierung, die multikulturelle Parlamentsarmee als transatlantische Natohure, bleibt ein historischer Kotzeimer. Den Medienabschaum lassen wir jetzt mal weg. 

Laurenz

16. März 2022 13:59

@Imagine

Auch ich, als Nicht-Akademiker, meinte politische Kriminelle. 

https://www.achgut.com/artikel/die_wissenschaft_ist_an_covid_19_verstorben

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/518130/RKI-Zahl-der-Geboosterten-auf-Intensivstationen-nimmt-rasant-zu

 

RMH

16. März 2022 14:13

@heinrichbrueck,

ich hätte es auch lieber gesehen, wenn Nordstream 2 ans Netz gegangen wäre, man weiter Handel und damit verbundene Annäherung an Russland hätte betreiben können. Jetzt gab es das Ukraine-Ereignis, worüber es hier in der Debatte keine Einigkeit bzgl. der Verursachung (und einiges mehr) gibt, aber ich denke in einem besteht weitest gehende Einigkeit: Das das aktuelle Deutschland sich wegen des Krieges jetzt wieder schön brav in der Nato einsortiert, war und ist so sicher, wie das Amen in der Kirche (Übrigens auch einer der Gründe, warum ich mit Putin hadere - er hat der Spaltung Europas Vorschub geleistet). Damit muss man jetzt leben, auch wenn man gerne in Deutschland etwas andere Verhältnisse hätte. Ich blicke daher mit Sorgen auf Deutschland, denn ich sehe über diese Weltthemen die letzte parlamentarische Oppositionspartei, die AfD, auch noch richtig abschmieren. Mit den ganzen anderen "Wahrheiten", wie sie bspw. @F.B. vertritt, würde es nochmals deutlich schwerer, eine 5% Hürde zu nehmen. @F.B, ich bin ein ganz normaler Mensch, der noch arbeitet und seine Steuern brav in Deutschland zahlt und seine Kinder hier groß zieht. Ihre Meinungen zum Thema MH117 sowie zu 9/11 teile ich ausdrücklich nicht und mache kein weiteres Diskussionsfass an dieser Stelle auf. So ist das eben - mit einem Dissens kann man auch leben. Ohne Dissens, kein Konsens an anderer Stelle.

 

MARCEL

16. März 2022 14:43

Zugegeben: Bin ratlos.

Die Russen sind auch irgendwo noch Meister der "Maskirovka".

Putin ist durchaus noch für Überraschungen gut. 

Laurenz

16. März 2022 15:37

@RMH @Heinrich Brück

"Das das aktuelle Deutschland sich wegen des Krieges jetzt wieder schön brav in der Nato einsortiert"

Sie wissen doch gar nicht, wie lange es das aktuelle Deutschland noch gibt. Vor der ökonomischen Krise kann uns keine NATO retten. Die Gasrechnung steigt für Haushalte dieses Jahr um 2k Euro. Beim Öl sieht es nicht besser aus. Die meisten Rentner haben keine 20k Euro Rente im Jahr.

"- er hat der Spaltung Europas Vorschub geleistet"

Genau das Gegenteil behaupten die Ukraine-Propagandisten.

"die AfD, auch noch richtig abschmieren."

Wenn Sie die Corona- & die damit verbundene Freiheits-Debatte verfolgen, hat die AfD eher gute Karten. Und wenn Sie die Energie- & Logistik-Krise betrachten, sieht die Perspektive für die AfD eher gut aus. Denn, werter @RMH, nur Gauck will für die Freiheit frieren.

"MH117"

Man versucht Haisenko im Netz zu diskreditieren. Das wiederum zeugt von einem schlechten Gewissen der offiziellen Version.

"9/11"

An die offizielle Version glaubt noch nicht mal der Verband der Bauingenieure in den USA. Man darf natürlich auch an den Klapperstorch & die Mondlandung glauben.

wbs47

16. März 2022 16:09

@RMH

"die alles durchschauende "Osterfahrung" beansprucht ein Ost-Erfahrener gerade nicht. Die West-Intellektuellen ihres Schlages aber merken gar nicht, wie sie, nicht nur mit Worten, sagen, seht her, wir wissen wie der Hase läuft.

Übrigens bin ich, so gesehen, ein Zwitter. Halbes Leben Ost, halbes Leben West. In genau der Reihenfolge und das noch vor der Wende.

Am interessantesten ist jedoch - wie meistens - was nicht gesagt wurde! Und da haben Sie zu meiner Kriegsgrund-Erklärung überhaupt nichts gesagt. Allerdings hat das ein etwas bekannterer Herr getan. Der israelische Ministerpräsident hat nämlich dem Selenskij geraten, zum Schutze der Bevölkerung zu kapitulieren. Denke mal, ein israelischer Ministerpräsident weiß wohl, warum er das sagt.

Valjean72

16. März 2022 17:37

@heinrichbrueck:

Das haben sie trefflich dargelegt, dem kann ich mich nur anschließen. Vielen Dank auch für den Hinweis, dass in Moskau "Der Ring" aufgeführt wird. Da kommt einem die Bundesregierung samt angehängter oder vorgelagerter Journaille noch verkommener vor als sie es ohnehin schon sind.

@RMH

Ich stimme Ihnen dahingehend zu, dass sich als Folge dieses Krieges die BRD erstmal wieder schön brav ins NATO-Nest legen und damit wieder fester an die USA binden wird. Bleibt abzuwarten, wie es sich weiter entwickelt.

Dass Sie aber nach wie vor an die offizielle Version von 9/11 glauben, das wundert mich dann schon. Und ich bin ebenfalls ein normaler Mensch, der arbeitet, Steuern zahlt und zusammen mit der Ehefrau die Kinder großzieht.

 

 

RMH

16. März 2022 18:39

"Der israelische Ministerpräsident hat nämlich dem Selenskij geraten, zum Schutze der Bevölkerung zu kapitulieren. Denke mal, ein israelischer Ministerpräsident weiß wohl, warum er das sagt."

@wbs47,

sehen Sie, diese Meldung war eine Spekulation israelischer Medien, die von der israelischen Regierung schon offiziell dementiert wurde (ich verlinke nicht, findet man aber leicht im Netz). Es ist das übliche Spiel, dass nach der großen Schlagzeile (in den russischen Medien wie bei uns), das Dementi dann später zumeist im Kleingedruckten zu finden ist. Im Übrigen habe ich nie behauptet zu wissen, wie der Hase läuft (wann er gestartet ist, konnte man aber im Fall des Überfalles auf die Ukraine recht klar erkennen) - es kann auch keiner alles bis ins letzte Wissen, andere hingegen scheinen ja ziemlich exakt zu wissen, was mit MH117 oder an 9/11 genau passiert ist oder wissen auch ganz exakt, dass es genau 14 tausend Zivilisten waren, die in der Ostukraine von Ukrainern seit 2014 "ermordet" wurden. Sie sehen, ich bin von absoluten Gewissheiten weit entfernt.

RMH

16. März 2022 22:01

@Valjean72,

"Dass Sie aber nach wie vor an die offizielle Version von 9/11 glauben,"

Da es so direkt angesprochen wird, sei mir diese Off-Topic Antwort gestattet:

Ich halte hier allenfalls ein sog. "let it happen" für plausibel und damit diskussionswürdig - u.a. auch deshalb, weil ich einen Augenzeugen, dem ich traue, persönlich kenne, der die Flugzeuge reinfliegen gesehen hat. Mehr führt zu weit und vom Thema weg. Bitte um Verständnis.

ML: Reinfliegende Flugzeuge erteilen keine Auskunft, wer sie reingeflogen bzw. reingesteuert oder wer dann die Türme gesprengt hat, auch den, in den kein Flugzeug hineingeflogen ist.

Franz Bettinger

16. März 2022 22:28

Werter @RMH: Neues Diskussionsfass hin oder her, 9/11 ist die Gretchenfrage. Wer nicht kapiert hat, was an 9/11 passiert ist, der KANN kein realistisches Geschichtsbild haben. Einem Regime (wie dem der USA), das 9/11 auf dem Gewissen hat, kann man einfach gar kein Vertrauen mehr entgegen bringen. Und Medien und mit den USA befreundeten Regimen wie der BRiD, die das decken, auch nicht mehr. So einfach! Ich hoffe die @Redaktion lässt das durchgehen (trotz neues Fass), weil es wichtiger ist als jedes andere Thema. 

wbs47

16. März 2022 22:29

@ ML

Genau das, was Ihnen wohl auch wichtig war, RMH´s Ausführungen hintenan zu stellen, meinte ich in meinen Kommentaren mit der Rabulistik, die er einfach nicht lassen kann.

Auch am Beispiel mit dem israelischen Ministerpräsidenten gut zu belegen. OK, nun hat die Regierung dementiert, daß Herr Bennett eine solche Aussage getätigt habe. Aber allein schon, daß israelische Medien diese Nachricht in die Welt gesetzt haben, unterstreicht das, was ich eigentlich ausdrücken wollte. Man kann seinem Land auch dienen, indem man die durch seine eigene Unvorsichtigkeit heraufbeschworenen Umstände nicht noch bis zum Exzess weitertreibt. Denn leiden muss überall das Volk für die "Gesichtswahrung" ihrer Vortänzer.

Laurenz

16. März 2022 22:54

@RMH

Es war ein ukrainischer Offizieller, der den Bennent-Ratschlag geäußert hat.

https://www.timesofisrael.com/ukraine-official-said-to-claim-bennett-pushed-zelensky-to-surrender-to-putin-deal/

RafaelBoban

17. März 2022 00:59

@Marcel

„1995 verstrieben die hochgerüsteten, von US-Offizieren ausgebildeten Kroaten die Serben aus der Krajina.“

Weder waren die Amerikaner das Mastermind hinter der Operation Oluja, noch wurde irgendjemand vertrieben.

Die Amerikaner, haben uns „netterweise“ die Genehmigung für eine Rückeroberung gegeben nachdem die Terroristen den Z4-Plan abgelehnt haben. Erst Waffenembargo „netterweise“, „Friedenstruppen“ die Linien der Serben abgesichert haben, dann ein Plan der einen serbischen Staat im Staat gründen sollte, als diese Turko,Vlachen Serven dieses ablehnen, noch auf eine „Erlaubnis“ des Westens warten um endlich den Aggressor endgültig zu vernichten. Wahrlich, von Westen bevorzugt besonders in Bosnien wo die kroatische Seite unbesiegt war und vor Banja Luka stand-und trotzdem leer ausging…

Übrigens, es gab einen koordinierte Evakuierung, der Serven Führung. Die Dokumente sind alle da und die Bilder der heldenhaften Traktor Kolonnen auch. Ich wünsche nachträglich Gute Reise!

RMH

17. März 2022 07:34

@wbs47, wenn bei ihnen jegliches Argument, was nicht in ihre Sicht passt, "Rabulistik" ist, dann sollten Sie Debatten besser fern bleiben. Jeder bekommt hier die natürlich Hitze der Küche ab - und wer Hitze nicht verträgt, sollte nicht in die Küche gehen. Mit der Wertung "Rabulistik" spielen Sie lediglich eine Emotionskarte aber keine echtes Argument aus.

@Laurenz, Ändert nichts an der Sache, dass Israel es ganz offen dementiert hat (und man das Dementi nicht so schnell findet, wie die Ausgangsthese - typisches Phänomen) und was in der ukrainischen Verhandlungsdelegation los ist, weiß keiner so recht (da gibt es ja in der Tat Ungereimtheiten). Mit der Behauptung der Aufforderung zur Kapitulation kann auch der Versuch gegen Selenskyj unternommen worden sein, Israel als Verhandlungsleiter/Verhandlungsland auszuschließen. Es gibt vieles bei der Ukraine, was man genauso wenig erklären kann, wie beim aktuellen Verhalten Russlands. Wurde eigentlich seitens Russlands schon dementiert, dass Syrer angeworben werden? Wenn Nein, stelle ich mir das im Ergebnis so vor, dass die Syrer in die Ukraine gehen, dort desertieren und dank der FDP bei uns umgehend Asyl erhalten.

Imagine

17. März 2022 08:20

@Franz Bettinger   16. März 2022 22:28
„Neues Diskussionsfass hin oder her, 9/11 ist die Gretchenfrage. Wer nicht kapiert hat, was an 9/11 passiert ist, der KANN kein realistisches Geschichtsbild haben.“

So ist es.

Dafür gibt es 2 Gründe:

1. Für jeden, der noch über Restverstand verfügt, ist klar, dass das offizielle Narrativ nicht der Wahrheit entspricht. Denn es kann so nicht abgelaufen sein.

2. Mit 9/11 wurden die Maßnahmen des „Global War on Terrorism“ begründet, die das Gegenteil von dem waren, was sie suggerierten, nämlich angeblichen Schutz vor Terror.

Denn tatsächlich wurde ein totalitäres System mit Entzug von Freiheitsrechten, mit von totaler Überwachung, Ausbau der Repression sowie des Rechtsstaatsabbaus installiert. Der „War on Terror“ begründete die Legalisierung eines System des Staatsterrorismus.

„Never forget that everything Hitler did in Germany was legal.” (Martin Luther King)

 

RMH

17. März 2022 10:29

„Never forget that everything Hitler did in Germany was legal.” (Martin Luther King)

Tja, da irrte sich der gute M. L. King. Und als Deutscher sei daher gefragt: Auf welcher Rechtsgrundlage wurden denn wohl die Urteile in den sog. Ausschwitz-Prozessen gefällt?

Nicht auf nachträglichem Recht (was gegen den Grundsatz nulla poena sine lege verstoßen hätte), sondern auf dem guten alten Strafgesetzbuch, welches im deutschen Kaiserreich eingeführt wurde und selbstredend auch während des gesamten III. Reiches galt. OK, das war jetzt vermutlich wieder "rabulistisch" - aber Unrecht wurde nicht durch braune Hemden und entsprechenden Befehlen urplötzlich zur Recht.

wbs47

17. März 2022 10:31

@RMH

"und wer Hitze nicht verträgt..."

Jemand, der die "Hitze" einer vierjährigen Haft wegen missglückter Republikflucht ausgehalten hat, der hat schon gar keine Probleme mit "hitzigen" Diskussionen. 

Nur sollten eben Argumente kommen und nicht Rabulistik, die übrigens gar keine "Emotionskarte" sein kann, weil Rabulistik zu deutsch nichts anderes heißt, als rhetorische „Spitzfindigkeiten“ oder „Wortklauberei“.

Man könnte es auch argumentationsfreie Dummschwätzerei nennen. Denn Sie bringen keine Argumente dafür, warum Ihrer Meinung nach Selenskij frei von Mitschuld an der Eskalation und nun auch an dem "Verheizen" seiner Bevölkerung ist. Lieber behaupten Sie, besser als "Dummies" wie ich und andere zu wissen, ob ein israelischer Ministerpräsident etwas gesagt hat, oder nicht.

Mir ist es völlig schnuppe, ob das Bennett, ein Mitarbeiter, ein Journalist oder sogar ein ukrainischer Offizieller gesagt hat, für mich zählt: halte ich diese Forderung für vertretbar oder nicht. Und da habe ich eine klare Haltung. Wer für den Schlamassel mitverantwortlich ist, ist in der verdammten Pflicht, auch an die Folgen seines weiteren Handelns zu denken. Nun könnten Sie sagen, Sie wären dagegen, dann käme wenigstens etwas, worüber wir Pro- und Kontra-Argumente austauschen könnten. 

Imagine

17. März 2022 11:58

Der „War on Terror“ mit Legalisierung eines System des Staatsterrorismus ist Teil einer Gesamtstrategie zur Weltbeherrschung und Versklavung der Arbeits- und Nutzmenschen. Ziel ist die NWO aka „Great Rest“.

Dazu muss man den freiheitlichen und demokratischen Nationalstaat zerstören und die Ruinen der ehemaligen Nationalstaaten mit Marionettenregierungen besetzen. Das ist im Empire überall gelungen, auch in der ehemals demokratisch-souveränen Schweiz.

Dieser Transformationsprozess zeigt sich in der Gleichschaltung der Corona- Maßnahmen im gesamten Empire. Und jetzt, wo alle zur Kriegspartei gegen Russland werden.

 

RMH

17. März 2022 12:47

@wbs47,

machen Sie sich bitte von der Vorstellung frei, dass ich Freisprüche für Selenskyj, Nato oder USA fordere. Ich wende mich lediglich entschieden gegen die Auffassung, das Russland, geführt von Putin, hätte ja gar keine andere Wahl gehabt, als diese irrsinnige Invasion am 24.02. zu starten. Das ist aus meiner Sicht getrennt von allen anderen Sachverhalten unentschuldbar - und die Kriege der anderen entschuldigen keinen eigene Invasion. Um einen juristischen Vergleich zu bemühen: Wenn es um ein Strafverfahren ginge, gibt es für den Angriff weder Rechtfertigungs- noch Entschuldigungsgründe für Putin, aber Strafmilderungsgründe. Es ist offensichtlich, dass die Ukraine in ihrer militärischen Lage versucht, den Krieg zu erweitern. Es war ein kompletter Fehler, der Ukraine Hoffnungen auf einen Nato-Beitritt zu machen (der aber am 24.02.2022 weder konkret unmittelbar drohte, noch entschieden war - da hatte der BuKa Scholz ausnahmsweise wieder Recht). Trotz allem ist der Weg des Krieges der falsche Weg, um dieses Problem zu lösen. Daher meine vielen Beiträge, daher mein entschiedenes Nein zum russischen Vorgehen. Einen großen Krieg mitten in Europa anzuzetteln, bei dem jeden klar sein musste, dass er, wenn die Ukrainer kämpfen wollen, zum Stellvertreterkrieg aufgeblasen wird, ist etwas, was ich nicht mit Verweis auf die Perfidie der anderes Seite lässlich durchrutschen lassen kann. Nicht bei einem Geheimdienstler, der mit allen Wassern gewaschen ist.

Laurenz

17. März 2022 12:51

@Imagine

Es gibt im Grunde nur Staatsterrorismus, auch schon vor 2001. Um als Privatmann Terror zu betreiben, muß man mindestens 2stellige Mio.-Beträge zu Verfügung haben, um nicht aufzufallen. Bekanntes Beispiel Gansers sind die NATO-Geheimarmeen.

@RMH

Rußland liefert nachwievor Gas durch und an die Ukraine. Ein paar hunderttausend Menschen sind durch Kriegsschäden vom Gas abgeschnitten. Wäre ich Putin, würde ich das sofort stoppen und Scholz sagen, wenn er das vertragliche Gas haben will, gerne durch Nordstream II. Die Russen sind viel zu freundlich.

https://www.reuters.com/business/energy/is-war-ukraine-impacting-russian-gas-supplies-europe-2022-03-07/

joama

17. März 2022 13:30

Zum ersten Mal lese ich in diesem Artikel die Begriffe „Libralismus 1.0“ und „Liberalismus 2.0“. Das klärt einiges. Ich habe nie begreifen können, dass man gemeinhin die rot-grün-woke Diktatur, unter deren Knute wir stehen, als „liberal“ betitelt. Alles, was diese Richtung ausmacht (Sprachregulierung, Sprech- und Denkverbote, Gesinnungskontrolle, Zensur, Cancel Culture, Gehirnwäsche, Diffamierung und Ächtung Andersdenkender, kulturelle Säuberungen usw.), ist für mich das diametrale Gegenteil von liberal.

Möglicherweise kommt diese Begriffsverwirrung daher, dass man auch hierbei, wie so oft, Begriffe aus dem US-amerikanischen gesellschaftlichen Diskurs gedankenlos auf Deutschland überträgt. In den USA steht der Begriff „liberal“ wohl synonym für „links“. Wir sollten aber dem falschen Begriff nicht auf den Leim gehen und immer wieder betonen: „woke“ ist nicht liberal, sondern das Gegenteil. Es ist Unfreiheit im Namen der Freiheit, Intoleranz im Namen der Toleranz, Unvernunft im Namen der Vernunft.

Ich selbst würde mich wohl eher als „Liberaler 1.0“ statt als Konservativer bezeichnen, auch wenn es da viele Überschneidungen gibt. Das im einzelnen zu erläutern, würde hier zu weit führen. Sicher ist aber, dass wir einen gemeinsamen Feind haben: die Diktatur der „Erweckten“ mit ihrem totalitären Wahrheits- und Herrschaftsanspruch.

wbs47

17. März 2022 14:41

@RMH

"Ich wende mich lediglich entschieden gegen die Auffassung, das Russland, geführt von Putin, hätte ja gar keine andere Wahl gehabt, als diese irrsinnige Invasion am 24.02. zu starten."

Diese Argumentationsweise meinte ich ganz am Anfang unseres Disputes. Nachdem Sie nun nicht umhin kamen, die Mitwirkung anderer an dieser Situation nicht mehr in Abrede zu stellen, kommt ein "Argument", das Ihre bisherige Einseitigkeit begründen soll.

Unlauter nur die darin enthaltene Unterstellung, daß diejenigen, die auf die Mitschuld von Nato, EU, oder Selenskij hinweisen, die oben zitierte Auffassung verträten!

In Ihrem Juristen-Sprech: Wer erklären kann, weshalb der Täter die Tat begangen hat, ist ein Mittäter. Sollten Sie wirklich Jurist sein, weiß ich nun noch besser, warum man "Vor Gott, auf hoher See und vor Gericht..."

RMH

17. März 2022 14:45

"Rußland liefert nachwievor Gas durch und an die Ukraine."

@Laurenz,

ich hatte schon vor einigen Tagen hier geschrieben, dass Putin statt in die Ukraine einzumarschieren, uns den Gashahn hätte abdrehen sollen und den Amis kein Öl mehr liefern sollen. Läuft aber nicht so - da scheint eine globale Tiefentektonik vorhanden zu sein, bei der die meisten normalen Menschen (mich selbstredend eingeschlossen) eben nur wie die Hühner am Boden scharren können, in der Hoffnung, ein Körnchen Wahrheit zu finden.

Apropos Tiefentektonik: Schade, dass G.G. sich noch nicht zu dem Thema in einer der Debatten geäußert hat.

Ein Fremder aus Elea

17. März 2022 15:06

RMH,

"Einen großen Krieg mitten in Europa anzuzetteln, bei dem jeden klar sein musste, dass er, wenn die Ukrainer kämpfen wollen, zum Stellvertreterkrieg aufgeblasen wird, ist etwas, was ich nicht mit Verweis auf die Perfidie der anderes Seite lässlich durchrutschen lassen kann. Nicht bei einem Geheimdienstler, der mit allen Wassern gewaschen ist."

Ja, seltsam, nicht? Ich meine, die ganzen Kriege der USA seit dem 2. Weltkrieg sind ja alle gegen Staaten geführt worden, welche eben keine großen Kriege führen konnten. Und jetzt besteht sozusagen die Option, in einen großen Krieg einzusteigen.

Das Handelsinteresse besteht stets darin, die Verhandlungspartner möglichst abhängig zu halten, und sie mit kleinen Kriegen zu plagen, erhöht ihre Abhängigkeit. Ein kluger Händler wird seine Kunden stets möglichst viel Ungemach ausliefern, wenn er darauf irgend Einfluß hat. Nur wenn er es übertreibt, dann machen sich seine Kunden vielleicht ganz von ihm unabhängig. Wie zum Beispiel, wenn jemand süchtig wird, dann entsagt er den Drogen entweder und macht einen Entzug, oder er verfällt am Ende in Beschaffungskriminalität.

Was Putin sich wohl dabei denkt?

Laurenz

17. März 2022 15:58

@Ein Fremder aus Elea @RMH

Vor vielen Jahren hatte ich mal eine Debatte mit den abgefahrenen Typen von Veterans Today, für die us amerikanische Außen- & Kriegspolitik frühestens mit dem I. Weltkrieg begann, bis ich diesen Redakteuren zahllose Konflikte seit der Gründung der USA aufzählte. Da war das historische Erstaunen groß. Das Geschäftsmodell der USA ist Krieg.

@RMH @L.

"Rußland liefert nachwievor Gas durch und an die Ukraine."

Gaslieferungen sind eine Frage der Verantwortung dem einzelnen Menschen gegenüber. Krieg ist nur die Fortsetzung von Politik mit andern Mitteln. Bei von Clausewitz können Sie genau nachlesen, daß die Größe des politischen Zwecks zum Truppenaufmarsch führt, um gemäß dem Alten Fritz die Diplomatie zu unterstützen, oder der politische Zweck so groß wird, daß man zu den andern Mitteln greift. Die einzige für die das nicht gilt, sind die US Amerikaner. Die USA waren, bis auf die Kuba-Krise noch nie ernsthaft bedroht. Daher ist in den USA die Hürde Krieg zu führen viel niedriger. Die USA sind das Imperium. Joschka Fischer hat eher begriffen als das aktuelle Berlin  https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/518160/Joschka-Fischer-Putin-will-die-ganze-Ukraine

Imagine

17. März 2022 19:29

@RMH  17. März 2022 10:29
„‘Never forget that everything Hitler did in Germany was legal.‘(Martin Luther King)
Tja, da irrte sich der gute M. L. King. Und als Deutscher sei daher gefragt: Auf welcher Rechtsgrundlage wurden denn wohl die Urteile in den sog. Ausschwitz-Prozessen gefällt?“

Das herrschende Recht ist immer das Recht der Herrschenden, also derjenigen, die über die Macht in der Gesellschaft verfügen.

Die sog. Ausschwitz-Prozesse wurden auf Basis der Militärmacht der Sieger geführt. Das war „Siegerrecht“.

Es bestimmen die herrschenden Gesetze, was Legalität ist. Legalität kann Recht oder Unrecht sein.

Legalität erfasst die Rechtskategorie. So habe ich es im 1. Semester Jura von einem renommierten Staatsrechtler gelernt.

Imagine

18. März 2022 12:45

Bei einer „Siegerjustiz“ legt eine Siegermacht Rechtsnormen zugrunde, denen sie sich selbst aber nicht unterwirft.

Typisch dafür ist, dass bei einer „Siegerjustiz“ Verbrechen der Besiegten verurteilt und bestraft werden, die eigenen Kriegsverbrechen jedoch nicht vor Gericht gebracht werden (können) und die Täter straffrei bleiben.

„123 Staaten sind dem Rom-Statut zum Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) beigetreten. … Von den 5 ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates ratifizierten die USA, Russland und die Volksrepublik China das Statut nicht. ….
2002 erklärte die US-Regierung die völkerrechtlich unübliche, aber zulässige Rücknahme der Unterzeichnung und setzte zudem am 2. August 2002 den American Service-Members’ Protection Act zum Schutz von US-Bürgern vor dem IStGH in Kraft. Israel schloss sich dem Verhalten der USA an und nahm seine Unterzeichnung ebenfalls nachträglich zurück.“
(Wikipedia)

 

Laurenz

18. März 2022 23:29

Ich kann den Foristen nur diesen doch recht ausgewogenen Artikel empfehlen, der Mitglieder unserer ehemaligen Streitkräfte zu Wort kommen läßt.

https://www.heise.de/tp/features/Ukrainekrieg-Unerhoerte-Stimmen-aus-der-Bundeswehr-6547358.html