9. April 2020

In memoriam Pentti Linkola (1932 – 2020)

Martin Lichtmesz / 31 Kommentare

Am 5. April starb der finnische Naturforscher und "Tiefenökologe" Pentti Linkola im Alter von 87 Jahren.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Seine Ansichten "kontrovers" zu nennen, wäre wohl eine starke Untertreibung. Andererseits gibt es in Zeiten von "Extinction Rebellion" (siehe Sommerfeld hier, hier und hier) eine gewisse Brücke von dem kauzigen Einzelgänger zu den Klimakatastrophen-Hypes des Mainstreams. Abgesehen davon hatte er allerdings keinerlei Ähnlichkeit mit bourgeoisen, privilegierten Teenagern wie Greta Thunberg, die von den "Davoskraten" gepusht werden.

Auch äußerlich eine knorrige, abgehärtete, wettergegerbte Erscheinung, lebte er sein Leben konsequent nach seinen harschen Prinzipien: der erbitterte Feind von Technologie, "Fortschritt", Masseneudämonie und Umweltzerstörung arbeitete jahrzehntelang als Berufsfischer, mit Ruderboot und Netz, ohne jegliche technische Hilfsmittel. Daneben war er als freier Forscher tätig und hatte vor allem auf dem Gebiet der Ornithologie große Verdienste.

Allein die Tatsache, daß er zu den ganz wenigen radikalen Umweltschützern gehörte, die ihre Überzeugungen in die Tat umsetzten, trug ihm bei Freund und Feind großen Respekt ein. Er galt in seinem Heimatland als ikonische, legendäre Figur, und war immer wieder in der Presse präsent, allerdings tat er nichts, aber auch gar nichts, um sich in der Öffentlichkeit beliebt zu machen.

Im Gegenteil: Als Heilmittel für den massiv übervölkerten, überlasteten Planeten empfahl Linkola unverhohlen die Ausrottung des Großteils der Menschheit durch biologische Waffen und pries extreme politische Bewegungen wie den Nationalsozialismus ("eine großartige Philosophie") und den Stalinismus eben aus dem Grund, weil ihnen das Individuum wenig galt und sie zu Massenmorden im großen Stil fähig waren.

In der Tat war ihm so gut wie jedes Mittel recht, die Weltbevölkerung zu reduzieren und der technologischen Zivilisation zu schaden. Er feierte die Terroranschläge vom 11. September 2001 ebenso ab wie die Baader-Meinhof-Bande, die Roten Brigaden und andere Terroristen, verachtete die Demokratie und träumte von einer genozidalen Öko-Diktatur, die strenge Geburtenkontrolle ausübt und  Eugenik betreibt. Auch Pandemien sah er als willkommenes Mittel zum Zweck und noch am Ende seines Lebens äußerte er die Hoffnung, daß „das Coronavirus die Zerstörung der Erde ein wenig verlangsamen könne“.

Charakteristisch für ihn waren Sprüche wie diese:

Daß es auf diesem Planeten Milliarden von Menschen gibt, die über 60 Kilo wiegen, ist ruchlos.

Alles, was wir in den letzten hundert Jahren entwickelt haben, muß zerstört werden.

Was soll man tun, wenn ein Schiff mit hundert Passagieren plötzlich kentert und es nur ein einziges Retttungsboot gibt? Wenn das Rettungsboot voll ist, dann werden diejenigen, die das Leben hassen, versuchen, es mit noch mehr Menschen zu beladen, bis alle versinken. Diejenigen aber, die das Leben lieben und respektieren, werden die Schiffsaxt nehmen, und die Hände derer abhacken, die sich an die Bootsränder klammern.

Während Greta Thunberg ihr Publikum in Panik versetzen will, indem sie ein gewaltiges "Massensterben" prophezeit, hat Pentti Linkola diese Aussicht begrüßt, ja als den einzigen Ausweg gesehen, um das Leben auf diesem Planeten überhaupt zu retten, frei nach Stefan George: "Was ist IHM mord von hunderttausenden / Vorm mord am leben selbst?" Der Zusammenbruch würde ohnehin eines Tages kommen, denn die aus dem Gleichgewicht von Leben und Sterben gebrachte Natur werde sich bitterlich rächen. Die kommenden Katastrophen wären dann nur brutale Regulationsmanöver des gestörten ökologischen Lebenskreislaufes.

Hierzu paßt ein weiteres Gedicht von Stefan George , in dem auch eine Seuche als Strafe für die menschliche Hybris auftritt:

Ihr baut verbrechende an maass und grenze:
›Was hoch ist kann auch höher!‹ doch kein fund
Kein stütz und flick mehr dient .. es wankt der bau.
Und an der weisheit end ruft ihr zum himmel:
›Was tun eh wir im eignen schutt ersticken
Eh eignes spukgebild das hirn uns zehrt?‹
Der lacht: zu spät für stillstand und arznei!
Zehntausend muss der heilige wahnsinn schlagen
Zehntausend muss die heilige seuche raffen
Zehntausende der heilige krieg.

Apropos George: Man kann sich gut vorstellen, daß auch ein Ludwig Klages mit Linkola sympathisiert hätte.

Linkola wurde am 7. Dezember 1932 in Helsinki geboren. Schon sein Vater Kaarlo Linkola (1888–1942) war Naturwissenschaftler und Mitbegründer und erster Vorsitzender der Finnischen Naturschutzvereinigung. Linkola ähnelte in vieler Hinsicht einem anderen extremistischen Waldschrat, dem "Una-Bomber" Ted Kaczynski, dessen Manifest "Die industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft" (u.a. abgedruckt in dem Buch zum Film "Das Netz" von Lutz Dammbeck; zum freien Herunterladen u.a. hier) ebenfalls für einen radikalstmöglichen Abbau der technologischen Zivilisation und den Krebsgang zurück in ein prä-industrielles Zeitalter plädiert.

Kaczynski hatte allerdings weniger das Überleben der Ökosphäre vor Augen (wie Linkola), sondern vor allem die Degeneration der menschlichen Freiheit durch ein System, das den Menschen neurotisiert und von seinen natürlichen Bedürfnissen entfremdet:

Die Folgen der Industriellen Revolution haben sich für die Menschheit als eine Katastrophe erwiesen. Unsere Lebenserwartung ist dadurch in den "fortgeschrittenen" Ländern bedeutend gestiegen, gleichzeitig aber trat infolgedessen eine Destabilisierung der Gesellschaft ein, das Leben wurde unerfüllt, die Menschen gerieten in eine unwürdige Abhängigkeit, diese Entwicklung hat zu weit verbreiteten psychischen Problemen geführt (in der Dritten Welt auch zu organischen Krankheiten) und der Natur wurde unermeßlicher Schaden zugefügt. Die kontinuierliche Entwicklung der Technologie wird die Lage weiter verschlimmern...

Linkola lehnte jegliche Form der "humanistischen", "humanitären"  und anthropozentrischen Ethik ab; in etwas geringerem Maße trifft dies auch auf Kaczynski zu. Unschwer kann man hier eine gewisse "Familienverwandtschaft" mit einem weiteren (buchstäblichen) Waldgänger erkennen, der ebenfalls ein naturnahes, asketisches Leben bevorzugte, nämlich Martin Heidegger, der in Gestalt der Technik (als "Gestell") eine gefährliche Form des Nihilismus und der "Seinsvergessenheit" erblickte, und auf den "Humanismus" und Anthropozentrismus ebenfalls nicht gut zu sprechen war.  

Kaczynski kritisierte besonders vehement die Ideologie der modernen Linken ("leftism"). "Sozialisten, Kollektivisten, 'politically correct'-Anhänger, Aktivisten im Bereich des Feminismus, der Homosexualität und der Behinderten, Verteidiger des Tierschutzes und dergleichen" sah er von Ressentiments und Minderwertigkeitskomplexen getrieben. Linkola wiederum war ein vehementer Gegner von außereuropäischer Einwanderung und Entwicklungshilfe für die dritte Welt. In einem Interview beklagte er, Helsinki habe sich in "Afrika" verwandelt.

Allerdings sprach Kaczynski eher als Anarchist (er lebte in einer Waldhütte nach dem Vorbild seines Idols Henry David Thoreau), während Linkola, persönlich ein zäher Eigenbrötler und Nonkonformist, glühender Befürworter einer Diktatur war, die den egoistischen Appetit der Menschen an strenge Zügel legt:

Jede Diktatur wäre besser als die moderne Demokratie. Kein noch so inkompetenter Diktator kann dümmer sein als eine Mehrheit der Menschen. Die beste Diktatur wäre eine, in der viele Köpfe rollen und die Regierung jedes Wirtschaftswachstum verhindert.

Der zentralste und irrationalste Glaube unter den Menschen ist der Glaube an Technologie und Wirtschaftswachstum. Seine Priester glauben bis zu ihrem Tod, daß materieller Reichtum Freude und Glück bringt - obwohl alle Beweise der Geschichte zeigen, daß nur Mangel und Bemühen das Leben lebenswert machen, und daß materieller Wohlstand nichts als Verzweiflung bringt.

Es ist ein fundamentaler, vernichtender Fehler, ein politisches System zu errichten, das auf Begierde beruht. Die Gesellschaft und das Leben werden auf der Basis dessen organisiert, was ein Individuum will, und nicht, was für es gut ist... In demokratischen Ländern hat sich die Zerstörung der Natur und die Summierung ökologischer Desaster akkumuliert [da muß man ihm entschieden widersprechen: siehe etwa hier und hier. - M.L] ... unsere einzige Hoffnung liegt in einer starken, zentralistischen Regierung und in der kompromißlosen Kontrolle des individuellen Bürgers.

Linkola hatte offenbar nicht einen einzigen liberalen, demokratischen oder egalitären Knochen im Leib. Das menschliche Individuum war ihm angesichts des großen biologischen Ganzen völlig gleichgültig, ja er hielt das menschliche Leben schlechthin für überbewertet, und nicht bedeutender als das Leben von Tieren und Pflanzen. Er war ein Anti-Liberaler in seiner schroffsten und konzentriertesten Form.

Eine Welt nach seinen Vorstellungen hätte etwa so ausgesehen:

  • Geburten müssen lizensiert werden. Um die Qualität der Bevölkerung zu verbessern, wird den genetisch oder sozial Untauglichen der Nachwuchs verweigert, damit Qualitätsfamilien mehrere Geburtslizensen bekommen können.
  • Die Energieproduktion muß drastisch reduziert werden. Elektrizität wird nur für die allernotwendigste Beleuchtung oder Kommunikation zugelassen.
  • Nahrung: Die Jagd muß effizienter gestaltet werden. Die menschliche Diät wird Ratten und wirbellose Tiere beinhalten. Die Landwirtschaft wird in kleine, nicht-mechanisierte Sektoren aufgeteilt. Sämtliche menschlichen Exkremente werden als Dünger benutzt.
  • Der Verkehr findet hauptsächlich mit Fahrrädern und Ruderbooten statt. Privatautos werden konfisziert. Der Fernverkehr wird mit kargen Massentransportern durchgeführt. Bäume werden auf den meisten Straßen gepflanzt.
  • Außenpolitik: Jegliche Masseneinwanderung und der Großteil des Import-Export-Handels müssen gestoppt werden. Reisen außerhalb der Landesgrenzen sind nur einer kleinen Zahl von Diplomaten und Korrespondenten vorbehalten.
  • Der Handel wird großteils unterbunden werden. Industrielle Produktion wird nur bei bestimmtem, gut begründetem Bedarf gestattet. Alle größeren Produktionskapazitäten sind in Staatsbesitz. Die Produkte werden haltbar sein und über Generationen hinweg verwendet werden können.
  • Wissenschaft und Schulbildung: Der Unterricht wird sich auf praktische Fähigkeiten konzentrierten. Jeglicher Konkurrenzkampf wird eliminiert. Die technologische Forschung wird auf ein extremes Minimum reduziert. Aber jedes Kind wird lernen, einen Fisch so zu putzen, daß nur mehr die großen, glänzenden Knochen übrigbleiben.

Linkola galt auch als ein zupackend-direkter Autor, der vor makabren und zynischen Zuspitzungen, die er todernst meinte, nicht zurückschreckte. Übersetzungen aus dem Finnischen gibt es nur wenige - 2011 brachte der Arktos-Verlag eine Sammlung von Aufsätzen und Artikeln in englischer Sprache unter dem Titel Can Life Prevail? ("Wird das Leben überdauern?") heraus.

Hier eine Kostprobe aus einem seiner berüchtigsten Texte, "Humanflood" ("Menschenflut", 1990):

"Was bist Du, o Mensch?" fragten einst die Dichter der guten alten Zeit. Der Mensch kann auf beliebig viele Weisen definiert werden, aber seine fundamentalste Eigenschaft läßt sich in zwei Worten zusammenfassen: zu viel. Ich bin zu viel, du bist zu viel. Es gibt fünf Milliarden von uns [nur dreißig Jahre später sind es bereits schätzungsweise 7, 763 Millionen. M.L.] ( - eine absurde, erstaunliche Zahl. Und sie wächst immer noch?  (...) Ich habe einmal einen Sommer mit einer Fahrradtour durch Polen verbracht. Es ist ein wunderbares Land, wo man an jedem Eck auf kleine katholische Kinder trifft, süß wie Zucker, fast vollständig in Seide gekleidet. Ich habe in einer Reisebroschüre gelesen, daß die Zahl der Menschen, die in Polen während des zweiten Weltkriegs umkamen, größer war als in irgendeinem anderen Land - etwa sechs Millionen, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht. Anhand eines anderen Teiles der Broschüre konnte ich ausrechnen, daß das Bevölkerungswachstum seit Kriegsende diesen Verlust innerhalb von vierzig Jahren um das dreifache kompensiert hatte.

Meine nächste Reise führte mich in die am schlimmste ausgebombte Stadt der Welt, nach Dresden. Sie war erschreckend in ihrer Häßlichkeit und ihrem Schmutz, überfüllt bis an den Rand der Erstickung, ein rauchverpestetes, umweltverschmutzendes Loch. Da lag der Gedanke nicht fern, daß eine weitere Impfung von oben aus dem Himmel nicht schaden könne. Wer vermißt all die Menschen, die im Zweiten Weltkrieg gestorben sind? Wir vermißt die zwanzig Millionen, die Stalin hingerichtet hat? Wer vermißt Hitlers sechs Millionen Juden? Israel ist so überfüllt, daß es aus allen Nähten platzt; in Kleinasien verursacht die Überbevölkerung Kämpfe um ein paar Quadratmeter Dreck. Die Städte der Welt wurden wieder aufgebaut und bis zum Rand mit Menschen gefüllt, ihre Kirchen und Denkmäler restauriert, damit der saure Regen etwas hat, wo er sich hineinfressen kann. Wer vermißt das ungenutzte Fortpflanzungspotenzial derer, die im Zweiten Weltkrieg getötet wurden. Braucht die Welt denn wirklich noch weitere hundert Millionen Menschen? Gibt es einen Mangel an Büchern, Liedern, Filmen, Porzellanhunden, Vasen? Sind eine Milliarde fleischgewordener Mutterliebe und eine Milliarde süßer silberhaariger Großmütter nicht genug?

Und wieder kommt einem George in den Sinn: "Schon eure zahl ist frevel!"

Wie zu erwarten, hat Linkola eine enorme Faszination auf Apokalyptiker und Misanthropen aller Art ausgeübt, darunter auch meine Wenigkeit (als Kind der achtziger Jahre hat sich die Aussicht auf ökologische Katastrophen tief in mir eingegraben.)

"Humanflood" war auch in dem einflußreichen Underground-Kompendium Apocalypse Culture II (2000), herausgegeben von Adam Parfrey, abgedruckt, wodurch Linkola erheblichen Status in gewissen subkulturellen Kreisen genoß.  Das Cover des Buches stammte wiederum von dem "apokalyptischen" Maler Joe Coleman, der in diesem Filmausschnitt einen Prediger spielt, der eine Botschaft ganz im Sinne Linkolas verkündet:

Seht euch um. Das Hantavirus wartet auf euch. Ebola. Und der Regenwald kocht Gebräu aller Art aus, um sicherzugehen, daß die Bevölkerung unter Kontrolle bleibt. Alle diese Dinge sind notwendig. Warum gibt es heute einen Anstieg an sexuellen Abweichungen? Weil das gegen den fortpflanzenden Sex geht. Mutter Natur will nicht noch mehr Kinder. Nein. Das ist keine Zeit für Geburt. Es ist keine Zeit, zu gebären. Es ist eine Zeit, zu sterben. Ihr sagt, der Junkie sei das Problem. Ihr sagt, der sexuelle Abweichler sei das Problem. Ihr sagt, der Serienkiller sei das Problem. Ihr sagt, der Rassist sei das Problem. Ihr sagt, der Mann, der seinen Nächsten haßt, sei das Problem. Aber sie sind nicht das Problem! Der sexuelle Abweichler, der Mörder, der Serienkiller, der Auslöscher menschlichen Lebens sind die Kur! IHR SEID DAS PROBLEM!

Immer wieder sehen sich labile Persönlichkeiten berufen, diesen vermeintlichen Job im Dienste der Natur zu übernehmen, und dabei auch gleich sich selbst auszulöschen. Think globally, act locally: Im Jahre 2007 erschütterte Finnland der Amoklauf eines 18jährigen Schülers namens Pekka-Erik Auvinnen, der seine nihilistisch-antihumanistische Weltanschauung zum Teil aus den Schriften Linkolas gesogen hatte: "Die Menschheit ist überschätzt" stand auf dem schwarzen T-Shirt, mit dem er, die Waffe in der Hand, vor der Kamera posierte, ehe er nach dem Vorbild der "Columbine"-Killer zur Tat schritt.

Unter den "Verschwörungstheorien", die gerade angesichts der Covid19-Pandemie grassieren (ich benutze den Begriff ausdrücklich nicht abwertend), findet sich auch die Vorstellung, Bill Gates und andere mit ihm verbündete "Eliten" hätten die Krise absichtlich in Gang gesetzt, als Teil eines größeren Plans, die Weltbevölkerung drastisch zu reduzieren. Da das Coronavirus in dieser Hinsicht nicht allzu effektiv ist (Pentti Linkola wäre enttäuscht gewesen), sollen die von Gates ankündigte Massenimpfungen offenbar diesen Zweck verfolgen.

Nun bin ich zwar der Ansicht, daß Gates und andere größenwahnsinnige Welterlöser in der Tat gerade dabei sind, ein totalitär-globalistisches Süppchen zu kochen, allerdings leuchtet mir diese spezifische Theorie nicht ein. Tatsache ist allerdings, daß Gates sich - unter anderem im Zusammenhang mit der "Klimakatastrophe" und Co2-Ausstoß - wiederholt zur Problematik der Überbevölkerung geäußert hat. Er sprach allerdings nicht davon, die Bevölkerung des Planeten zu reduzieren, sondern das Bevölkerungswachstum, auch wenn er dies manchmal mehrdeutig formuliert hat.

Gates ist in vieler Hinsicht eine Art "Anti-Linkola": hier ein reicher und mächtiger, medial ubiquitärer, amerikanischer Technokrat mit seifigem Auftreten, ein politisch korrekter "compassionate capitalist", der die gesamte Menschheit, insbesondere der Dritten Welt, "retten" und durch Impfungen beglücken möchte; dort ein menschenscheuer, politisch extrem unkorrekter Asket in einem abgelegenen Land, dessen Sprache niemand spricht, der sich vom Fischfang ernährt und lieber heute als morgen den Großteil der Menschheit durch Pandemien ausgerottet und durch Bäume ersetzt sehen möchte.

Wenn es nun aber wirklich einen Zusammenhang zwischen Erderwärmung und Überbevölkerung gibt, und eine große globale Katastrophe durch diese Erderwärmung bevorsteht, dann wäre eine präventive drastische Reduktion der Bevölkerung (und nicht bloß des Bevölkerungswachstums) ein durchaus logischer Schritt. So weit würden aber Greta Thunberg oder Bill Gates niemals gehen, zumindest nicht öffentlich.

Hin und wieder jedoch lassen "Klima"- und Umweltaktivisten durchscheinen, daß auch sie an eine "grüne" Diktatur denken, um die Welt zu retten, so etwa der "Extinction Rebellion"-Gründer Roger Hallam:

Wir werden die Regierungen zum Handeln zwingen. Und wenn sie nicht handeln, dann werden wir sie stürzen und eine Demokratie erschaffen, die tauglicher für den Zweck ist. Und ja, manche könnten in diesem Prozess sterben.

Annähernd "linkolaesk" war auch seine berüchtigte "Holocaust-Relativierung":

Genozide, so der Klimaaktivist, habe es in den vergangenen 500 Jahren immer wieder gegeben. "Um ehrlich zu sein, könnte man sagen: Das ist ein fast normales Ereignis." Auch der Holocaust sei für ihn "just another fuckery in human history", so Hallam – "nur ein weiterer Scheiß in der Menschheitsgeschichte".

Dieses Sakrileg kostete ihn seinen Buchvertrag mit dem Ullsteinverlag. Derlei Image- und Publicityprobleme hätten Linkola jedenfalls kaum gekümmert. Im Gegensatz zu Bill Gates oder Roger Hallam oder Greta Thunberg konnte er es sich leisten, konsequent und brutal ehrlich zu bleiben. Er nahm sich nie ein Blatt vor den Mund, und allein dafür gebührt ihm der Respekt jedes Nonkonformisten.

War Pentti Linkola nun mehr als ein exzentrischer, extremistischer Spinner? Ich würde diese Frage mit Ja beantworten. Abgesehen von der literarischen Qualität seiner Schriften, die gerade durch ihre krassen Überspitzungen an Reiz gewinnen, empfand ich die Lektüre Linkolas über weite Strecken als bewegend und zuweilen erschreckend einleuchtend. Seine Analysen und Diagnosen sind oft schwer von der Hand zu weisen, auch wenn die von ihm vorgeschlagene "Therapie" grauenhaft, wahnsinnig und undurchführbar erscheint (ähnliches gilt für Ted Kaczynski).

Es ist momentan Mode im rechten Lager (insbesondere in der zum Libertären neigenden Fraktion) Umweltprobleme angesichts der Exzesse der "Klimawandel"-Hysterie und deren dubioser Verkettung mit dem Weltwirtschaftsforum und der globalistischen Agenda generell nicht ernst zu nehmen. Dem ist deutlich zu widersprechen, und man hat in dieser Frage einen unserer größten Vordenker, Rolf Peter Sieferle (siehe auch die Neuerscheinungen hier und hier) auf seiner Seite.

Die Luft- und Wasserverschmutzung, das Artensterben von Fauna und Flora, die Zersiedlung und Vernutzung von Lebensraum, die Ausbeutung von Ressourcen (ich bin immer noch unentschieden, was den Klimawandel angeht) - all dies sind tatsächliche, ernste Probleme, die gerade Sache der Rechten und Konservativen sein sollten: Denn Ökologie ist rechts. 

Was nun Linkola angeht, so hat dieser Nachruf eines finnischen Fans gut getroffen, worin das Anrührende an seiner Gestalt liegt (privat soll er "kultiviert, höflich, selbstironisch" und voller bärbeißigem Humor gewesen sein). Nicht bloß darin, daß er auch gelebt hat, was er gepredigt hat:

Linkola, der die meisten Annehmlichkeiten der modernen Gesellschaft zurückwies, war wahrscheinlich konsequenter als die meisten von uns. Er war gewiß konsequenter als der typische grüne Parlamentarier, der Helsinki niemals verläßt, außer, wenn er auf einen internationalen Klimakongreß fliegt. Aber Linkola wurde nicht wegen seiner Konsequenz bewundert, sondern weil er ein Leidender war. Für Linkola waren Umweltkatastrophen keine abstrakten administrativen Probleme, sondern persönliche Desaster. Er war leidenschaftlich biophil. Das fragile Band zwischen Mensch und Erde war für ihn eine zutiefst intime und tragische Angelegenheit. Anders als so viele andere weigerte er sich, seine reinste Quelle der Freude aufzugeben. Diese Weigerung führte ihn an die Ränder der Gesellschaft und machte aus seinem Leben eine Ein-Mann-Demonstration. Sie machte ihn auch zu einer interessanteren Gestalt als die meisten seiner Verehrer und Feinde.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (31)

Ronny Licht

9. April 2020 10:05

Es bleibt zu vermuten, dass der Unabomber (womöglich direkt) in Verbindung mit den kommunistischen Bunaplautzern stand.

Lotta Vorbeck

9. April 2020 10:35

@Martin Lichtmesz:

Die Luft- und Wasserverschmutzung, das Artensterben von Fauna und Flora, die Zersiedlung und Vernutzung von Lebensraum, die Ausbeutung von Ressourcen (ich bin immer noch unentschieden, was den Klimawandel angeht) - all dies sind tatsächliche, ernste Probleme, die gerade Sache der Rechten und Konservativen sei sollten: Denn Ökologie ist rechts.

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Ökologie ist rechts, war schon immer rechts.

Welche Antworten bekam man, sobald man sich in Sachen Klima und Ökologie besorgt gebende Leute auf deren eigene Transportmittelwahl, deren eigenes Kauf-, Konsum- und Freizeitverhalten ansprach?

Unisono begannen deren inkonsitente Antworten mit: "Ich will ooch mal ...." oder "Nä, so will ich nich' leben ...".

Nordlicht

9. April 2020 11:44

Von Menschenhassern wie von verbohrten Menschheitsbeglückern sollte man sich fernhalten.

Möglichst wenig Natur zu zerstören bzw zu verändern ist vernünftig, weil der Mensch in einem ökologisch funktionierenden Umfeld besser und effizienter lebt. Naturschutz ist angewandter Anthropozentrismus.

Technikfeindlichkeit ist mE Unsinn, Fortschrittskepsis allerdings ist ebenso angebracht wie Misstrauen gegenüber Quacksalbern und gegenüber Leuten, die einem schnelle Profite versprechen.

Ich bin mein ganzes Berufsleben im sog. Umweltschutz tätig gewesen und habe all die Phasen erlebt, in denen baldige Katastrophen durch Naturzerstörung vorausgesagt wurde. Das Beste, was man über diese Propheten sagen kann ist, dass sie eine in grossen Teilen abgewogene, in Teilen aber auch übertriebene Umweltgesetzgebung voran gebracht haben.

Ebenso sehe ich einen gewissen Nutzen der Klimaapokalyptiker darin, die Bürger und Politiker für Risiken zu sensibilisieren. An die kommende Apokalypse glauben sollte man genauso wenig wie an die vorherigen. Die Spezies Mensch wird sich anpassen und die Umwelt zu ihrem Nutzen weiter umgestalten.

Fredy

9. April 2020 11:56

Wer von der Überbevölkerung schwadroniert und Vernichtungsphantastereien pflegt und dabei sich selbst nicht zuerst umbringt, ja sogar 2 Kinder zeugt, den kann ich nicht ernst nehmen.

Der_Juergen

9. April 2020 12:13

Linkola verdient aus zwei Gründen Respekt: Er lebte so, wie er es anderen vorschreiben wollte (im Gegensatz zu den grünen Heuchlerin, die Wasser predigen und Wein trinken), und er hatte die Courage, unpopuläre Ansichten zu verfechten. In seiner Denkstruktur gibt es allerdings kardinale Fehler, die seine Ideologie entwerten. Hie ein paar davon:

- "Jeder Diktatur ist besser als jede Demokratie". Ein offensichtlicher Irrtum. Wahr ist, dass eine Diktatur nichts a priori Schlechtes ist, so wenig wie eine Demokratie a priori etwas Gutes. Es gab effiziente und ehrlich um das Volkswohl bemühte Diktaturen, die zudem mit einem Minimum an Blutvergiessen und Repression auskamen. Ein Beispiel war Mussolinis Italien; sein Sturz ging nicht auf den autoritären Charakter des Regimes, sondern auf dessen verhängnisvolle Aussenpolitik zurück. Dasselbe galt auch für einen anderen grossen europäischen Staat jener Zeit.

Dass es schreckliche Demokratien gibt, braucht man einem BRD-Deutschen zu Merkels Zeiten nicht zu erzählen. Doch wenn dieses heute schon halbtotalitäre Staatswesen erst die letzten demokratischen Hüllen abstreift und - sei es unter Merkel oder einer anderen Kreatur - die noch verbleibenden freien Stimmen zum Verstummen bringt, die totale Internetzensur einführt und nicht nur, wie heute, vereinzelte Querdenker, sondern systematisch alle Oppositionellen einsperrt, ist das dem heutigen Zustand etwa vorzuziehen? Laut Linkola offenbar ja...

- "Wem fehlen schon die 20 Millionen unter Stalin Hingerichteten?" Abgesehen von der historischen Ungenauigkeit (unter Stalin wurde ca. eine Million hingerichtet, weitere rund zehn Millionen starben in Lagern oder als Folge künstlich hervorgerufener Hungersnöte) fehlen diese Millionen in der Tat. Erstens gehörte ein grosser Teil der Opfer der geistigen Elite an, so dass eine unverhältnismässig hohe Zahl der Besten umkam, und zweitens wurde die Demographie Russlands durch den Terror ungünstig beeinflusst. Die heute ca. 170 Millionen Einwohner sind für das riesige Land verzweifelt wenig, vor allem wenn man bedenkt, wen es im Osten zum Nachbarn hat. (Natürlich hat auch die Perestroika mit ihrer wirtschaftlichen Massenverelendung Millionen von Leben dahingerafft, nur eben mit anderen Mitteln al der Bolschewismus.)

- Auch die Vorstellung vom Krieg als einem reinigenden "Stahlbad der Völker" ist sehr gefährlich. Im Krieg pflegen die Mutigsten, die Idealistischsten weit öfter zu fallen als die Drückeberger, die alles tun, um in die Etappe versetzt zu werden. Ich weiss nicht, von wem der Ausspruch *Der weisse Mann starb in Stalingrad" stammt, doch trifft er den Nagel auf den Kopf. Sowohl die Russen als auch die Deutschen erlitten durch den mörderischen Bruderkrieg zwischen weissen, europäischen Völkern ungeheure Verluste und mussten eine Verschlechterung ihrer genetischen Substanz hinnehmen, von der sie sich bisher nicht erholt haben (die Russen werden sich früher oder später davon erholen; ob den Deutschen dies unter ihrem volksmordenden Regime, gegen das sich nur noch geringer Widerstand regt, noch vergönnt sein wird, wissen wir nicht).

Linkola mag aus den eingangs erwähnten Gründen eine achtenswerte Gestalt gewesen sein. Zu den grossen Denkern zählt er unter keinen Umständen.

ML: Dem kann man gewiß zustimmen, und es steckte auch viel gezielte Provokation in seinen krassesten Aussagen. Den dysgenetischen Effekt der beiden Weltkriege hat er völlig verkannt.

Laurenz

9. April 2020 13:01

@Martin Lichtmesz .... die Radikalität des Pentti Linkola ist mir etwas zu viel. Natürlich könnten wir innerhalb von 200 Jahren, die Zahl der Menschen auf 1,5 Milliarden herunter fahren, was immer noch locker genügen würde.

Aber darüber schweigt sich die Wissenschaft als am meisten naheliegende Maßnahme zum Arten- und Naturschutz aus.

Daß Sie diesen Mann hier auf der mit Christen verseuchten SiN vorstellen, ist eine doch sehr mutige Leistung und zeigt wieder mal, zu was diese Redaktion in der Lage ist.

Und natürlich hat es der schlaue @Lotta Vorbeck wieder mal erfaßt. Alle Umwelt-, Natur- und Tierschützer weltweit stehen, meist wohl unwissentlich, in der Tradition der Nationalsozialisten. Vor allem die Radikalität der meisten X-Schützer hätte die Radikalität der Nationalsozialisten noch in den Schatten gestellt.

Waldgaenger aus Schwaben

9. April 2020 14:19

Auf die Spitze getrieben hat Ulrich Horstmann die Menschenfeindlichkeit mit der Forderung das Atomwaffenarsenal dazu zu benutzen, die Menschheit und alle leidensfähigen Lebewesen zu vernichten. Die Erde sei nichts anderes als eine Folterkammer, die um die Sonne kreist.

Meiner Meinung nach ist hier die letzte Motivation radikaler Ökologisten und Sozialisten klar ausgesprochen. Das Wohl der Menschheit oder der Natur ist nur ein Vorwand." Nur noch ein Krieg, nur noch paar Jahrzehnte Arbeitslager und Massenelend, dann folgt die ewige Glückseligkeit ." - so sprechen sie, aber das sind alles nur Vorwände. Gaskammer, Gulag, absichtlich ausgelöste Naturkatastrophen und ähnliche Pläne sind nicht Mittel zum Zweck, sondern selbst der Zweck.

Ich verweise mal wieder auf
Schafarewitsch
Der Todestrieb in der Geschichte. Erscheinungsformen des Sozialismus.

Dort legt er überzeugend dar, dass der Endzweck der Erscheinungsformen des Sozialismus die Vernichtung der Menschheit ist, nicht deren Erlösung.

Wobei Todestrieb eine Verhüllung ist. Schafarewitsch meint Satan. Um auch nicht-religiöse Leser zu erreichen, verwendete er den in der Psychologie inzwischen auch umstrittenen Begriff Todestrieb.

Augustinus

9. April 2020 14:44

Für mich als Atheist und Nihilist hat die Natur, Bäume, Pflanzen, Käfer ... überhaupt keinen Wert.

Warum sollte man solche Dinge über sein eigenes Dasein stellen?

ML: Erbärmlich.

Wäre Linkola konsequent gewesen, so hätte er sich beizeiten die Kugel gegeben, anstatt eines natürlichen Todes zu sterben.

Anderen den Selbstmord zu empfehlen, ohne diesen selbst zu vollziehen, ist erbärmlich.

ML: Er hat niemandem "den Selbstmord empfohlen".

Augustinus

9. April 2020 15:08

Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt: Natürlich haben Bäume, Sträucher, Wiesen, Käfer ... einen Wert, aber nur in Bezug auf uns Menschen.

Die Menschheit auszurotten wegen der Bäume, wäre unsinnig.

Laurenz

9. April 2020 15:23

@Augustinus .... wir, mutmaßlich auch Sie, sind das Ergebnis unserer Umwelt in einer relativ natürlichen Form. Daß der Mensch versucht, seine Umwelt zu "optimieren", erscheint ebenso natürlich, nutzen doch auch Art-verwandte Säugetiere, wie Primaten und Delphine Werkzeuge.
Ihre provokanten Äußerungen, die ML dazu bewegten, emotionalen Unmut zu posten, sind eben destruktiv. Machen Sie doch mal einen Selbst-Test und ziehen 3 Monate in die Namib. Danach können Sie uns von Ihren "Umwelt-Erfahrungen" berichten und ob sich Ihre Haltung verändert hat.

t.gygax

9. April 2020 15:42

Zuviel der Ehre für den Typ. Wer "den Menschen" für so schädlich hält, sollte mit gutem Beispiel vorangehen und sich gleich umbringen.
Außerdem sind diese Apokalyptiker nichts Neues unter der Sonne, Endzeitpropheten gab es schon immer, und Leute mit einem Hass auf andere auch ( vielleicht kompensierter nach außen gewendeter Selbsthaß-aber da sollen die Tiefenpsychologen darüber meditieren).
Über den Münsteraner Philosophen Ulrich Horstmann, der hier auch erwähnt wird, schrieb der am Ende seines Lebens auch depressiv wirkende Herbert Gruhl bereits vor 33 Jahren: "es sind merkwürdige Propheten des Weltunterganges und der Verneinung, die nun auftreten" ( aus: Überleben ist alles / Gruhl 1987)
Sein Beamtengehalt hat der Horstmann trotzdem gerne eingesteckt und gut gelebt.
Kaczinsky ist allerdings lesenswert ; seine Studie handelt aber nicht von Vernichtungsträumen wie bei Linkola, sondern sehr konkret vom Verlust der Freiheit des Individuums durch den technologischen Fortschritt; eigentlich ein Mann, dessen Thoreau-ähnliche Existenz sehr konsequent war. Die Vorwürfe ihm gegenüber ( Briefbomben) halte ich für vorgeschoben, seit ich Dambecks Film "Das Netz" gesehen habe.

RMH

9. April 2020 16:09

Danke für den Beitrag, diesen Finnen kannte ich noch nicht.

Ich muss zugeben, aus meiner reinen zentraleuropäisch deutschen Sicht, würde ich bei den Thesen von Linkola zunächst denken, gut, ein Misanthrop, der nächste bitte.

Nachdem ich aber schon einmal Gast auf dem Hof eines finnischen Kartoffelbauers mitten in den tiefen finnischen Wäldern und Seen von Finnland war, wo man die Sauna noch mit Holz heizt und wo man in eben dieser Sauna dann schweigend mit einer Dose Bier in der Hand Freundschaft schließt, sieht man Linkolas Thesen doch aus einer etwas anderen Perspektive bzw. ordnet sie anders ein.
Mein Respekt geht an die Menschen eines Landes, wo die Sommer kurz mit endlos scheinenden Tagen sind und die Winter kalt und dunkel. Alleine das sorgt für einen ganz speziellen Menschenschlag, eben einem mit Sisu.

Maiordomus

9. April 2020 16:29

@Gygax. "Zu viel der Ehre für den Typ". Dies trifft es, es gilt leider ziemlich generell für die ganz grossen Gefährdungen "des" Intellektuellen im 19., 20. und 21. Jahrhundert, die man flächendeckend verfolgen kann, auch wenn vergleichbar Begabte dies und jenes und sogar vieles richtig gesehen haben. Die Basis der Kritik müsste bei einem vernünftigen Humanismus ansetzen, selbst wenn auch dieser niemanden vor verhängnisvollen Fehleinschätzungen zu bewahren vermag. Letztlich kommt es bei allen zu reflektierenden und reflektierten Massstäben noch auf die Verhältnisse und Proportionen an.

Monika

9. April 2020 16:32

@ Augustinus
Dann empfehle ich mal das Buch von Alan Weisman
DIE WELT OHNE UNS
https://www.amazon.de/Die-Welt-ohne-uns-unbev%C3%B6lkerte/dp/3492253059
Ansonsten mag ich so verschrobene Typen wie Linkola. Sie stellen eine Herausforderung an unsere Überheblichkeit dar. Gibt es sowas auch in weiblich, oder ist das eine typisch männliche Einstellung ? Was ich vermute.

Thomas Martini

9. April 2020 16:44

"Ich weiss nicht, von wem der Ausspruch *Der weisse Mann starb in Stalingrad" stammt, doch trifft er den Nagel auf den Kopf." - Der_Juergen

Das ist Teil eines Zitats von Louis-Ferdinand Céline, der im Vergleich zu Linkola nicht nur den "dysgenetischen Effekt der beiden Weltkriege" (Lichtmesz) besser einschätzen konnte, sondern auch als Schriftsteller eine andere Hausnummer war.

"La révolution…mais nous y assistons tous les jours…la seule, la vraie révolution, c’est le facteur nègre qui saute la bonne…dans quelques générations, la France sera métissée complètement, et nos mots ne voudront plus rien dire…que ça plaise ou pas, l’homme blanc est mort à Stalingrad."

Wenn wir heutzutage in der Öffentlichkeit Werbung sehen, sei es vom Staat oder privaten Unternehmen, bei der dunkelhäutige Männer mit weißen Frauen zu sehen sind, drückt sich aus, was Céline mit "le facteur nègre qui saute la bonne" meinte.

Gerald

9. April 2020 17:12

Wer sich mit der Beziehung Mensch - Natur beschäftigt, dem sei das Werk "Echte Bauern retten die Welt" von dem Fotografen Unterweger ans Herz gelegt. Dort wird skizzenhaft die Kulturlandschaft beschrieben, die das mitteleuropäische Bauerntum über die Jahrhunderte hinweg geschaffen hat. Die Art und Weise der damligen Bewirtschaftung, damit verbunden die Vielfalt der Landschaftsformen (Hecken(!), Tümpel, Feldwege, Streuobstwiesen und dergleichen mehr) ermöglichte und brachte überhaupt erst hervor einen Artenreichtum an Pflanzen und Tieren, den wir uns heute nicht mehr vorstellen können. Im Vergleich zur mitteleuropäischen Landschaft von, sagen wir 1800, bildet die Natur, in welcher wir uns bewegen, nur noch einen kümmerlichen Rest ab.

Nachvollziehbar erläutert Unterweger, weswegen er demnach nicht zwischen Landwirtschaft und Naturschutzzone unterscheiden möchte, bzw. wieso eine solche Unterscheidung nicht zielführend sein kann. Dieses Bauerntum, welches als ausgestorben gelten mag, macht deutlich, wie eng Mensch und Natur miteinander existieren kann, ohne dass der Mensch zerstörerisch wirkt, er handelt vielmehr gestaltend. Wahrscheinlich ist diese Art zu leben die im wahren Sinn des Wortes "natürlichste". Frei nach Dávila: "Der Mensch ist nicht als bezahlter Spezialist, oder als Fachidiot als Folge der effektiven Arbeitsteilung, sondern als wohlhabender Bauer geschaffen worden"

Laurenz

9. April 2020 17:42

@Maiordomus .... mich erinnert dieser Pentti Linkola entfernt an Platon. Was meinen Sie bitte?

bb

9. April 2020 18:50

Einige Anmerkungen zur Natur:

1. Der Mensch ist fester Bestandteil der Natur und steht mit ihr in wechselseitiger Beziehung. Wer versucht, ihn aus der Natur herauszuschneiden versündigt sich bereits an derselbigen.

2. Der Mensch ist auf die Natur angewiesen. Er hat eine natürliche Tendenz die Natur zu prägen, sodass die Rahmenbedingungen für sein Überleben begünstigt werden. Ist die Existenz des Menschen gesichert, so wird er versuchen, die Natur so zu gestalten, dass sie seinen ästhetischen Ansprüchen gerecht wird. Auf lange Sicht wird sich die Symbiose zwischen Mensch und Natur zu Gunsten des Menschen verbessern.

3. Umweltschutz ist nichts anderes als die Gestaltung der Natur, sodass sie unseren ästhetischen Ansprüchen gerecht wird. Warum pfeift man in Entwicklungsländern auf den Umweltschutz? Weil dort die Natur noch für die Existenzsicherung genutzt wird. Wer mehr Umweltschutz will, der muss sich also für mehr Wohlstand und effizientere Ressourcennutzung weltweit einsetzen, denn nur wenn das Existenzminimum gesichert ist, kümmert der Mensch sich um die schönen Dinge.

4. Das beste bekannte Verfahren, um den Nutzen von knappen Ressourcen zu maximieren, sind informationseffiziente und unbeschränkte Märkte. Wer den Wohlstand weltweit steigern möchte, setzt sich für den Abbau von Handelshemmnissen ein, gegen Eingriffe in den Markt und für eine möglichst gute Vernetzung der Marktteilnehmer untereinander.

5. Durch das symbiotische Verhältnis zwischen Mensch und Natur wird Fehlverhalten des Menschen in der Natur ästhetisch und existenziell bestraft. Überfischung wäre eine existenzielle, Braunkohleabbau vermutlich eine eher ästhetische Sünde. Eine Pflege der Natur findet dieser Logik folgend eher dort statt, wo der Mensch unmittelbar von den Folgen seines Einflusses betroffen ist. Dazu ist es wichtig Eigentumsrechte durchzusetzen. Salopp gesagt: Es scheißt niemand dort wo er isst. Pflege der Umwelt wird eher bei den Somewheres stattfinden, als bei den Anywheres. Demzufolge ist die Sesshaftigkeit der Freizügigkeit und dem Berufsnomadentum vorzuziehen. Nicht nur im Sinne des Umweltschutzes, aber eben auch ;)

6. Spinner, die glauben, man erreiche Naturschutz durch eine brutale Amputation des Menschen aus der Natur, haben nicht verstanden, was Naturschutz ist und bewegen sich geistig auf dem Niveau eines Rathjens.

Maiordomus

9. April 2020 18:59

@Laurenz. Entfernt schon, aber Lichtjahre entfernt. Noch empfehlenswert wäre es vielleicht, sich von der unklerikalen Weisheit grosser Naturwissenschaftler anregen zu lassen, etwa Isaac Newton und Johannes Kepler, ferner Pascals "Schweigen der unendlichen Räume". Im Allerletzten, siehe unsere Verlegenheit in der Corona-Krise, geht es wohl um unser Verhältnis zum Tod. Letzteres macht ja den epochalen Unterschied Ernst Jüngers zu den Zeitgeist-Autoren aus. Dass dieser Pentti Linkola zwar in vielem noch richtig denkt, aber nicht merkt, dass menschliche Weltrettungsideen schon fast notwendig Wahnideen sind, macht das Wesentliche an seiner Beschränktheit aus, seiner objektiv mangelnden Grösse.

Ihre Frage nach Platon finde ich @Laurenz indes keineswegs so, dass man sie, Lichtjahre zum Finnen hin oder her, einfach so mit einer abwehrenden Handbewegung abtun könnte. Verrannte sich zwar Sloterdijk, nach Marc Jonen ein unglaubliches Genie, über weite Strecken in "Geschwätzwissenschaft", so hat doch seine vor 20 Jahren gehaltene "Rede über den Menschenpark" wichtige Fragen aufgeworfen- Glücklicherweise im Gegensatz aber zum Gretamässigen Pentti Likola auf einem für einen Philosophen angemessenen Abstraktionsgrad.

PS. Ich ärgere mich über Sie, @Laurenz, nicht mehr so stark wie früher, weil sehr vieles, worauf Sie hier zu sprechen kommen, auf einen jeweiligen "Hauptkriegsschauplatz" verweist, ob es einem nun mal passt oder nicht. Bei @Lichmesz wäre es mir noch lieber, wenn er sich etwa bemühen würde, so weit dies möglich ist, demografische Fragestellungen etwa bei Sieferle von den Thesen des Finnen abzudifferenzieren. Ein grosser finnischer Naturphilosoph war für mich Suolahti, auch Verfasser eines Standardwerkes über Vogelnamen. Wenn schon einen naturnahen Finnen vorstellen, dann diesen.

@Lichtmesz. Dass sich da einer, den Sie, als "erbärmlich" titulieren, was Sie sonst noch nie gemacht haben, "Augustinus" nennt, gibt in seinem extremistischen schöpfungsfeindlichen Manichäismus natürlich wirklich zu denken. Ist doch die gesamte Theologie von Augustinus ganz genau eine Abgrenzung gegen diese Art Manichäismus, allerdings manchmal so verbohrt, dass in der Kritik noch ein Rest Manichäismus hängenbleibt. Eric Voegelin sähe in diesem sektiererischen und extremistischen Bekenntnis des vulgären Pseudo-Augustin aber eine Selbstentlarvung der Gnosis in Richtung Gottesmord = Schöpfungsmord, vgl. dessen Buch "Wissenschaft, Politik und Gnosis". Der Vulgäratheismus führt, wie es Heidegger und Nietzsche auffallen sollte, zu überproportionaler unschlagbarer Verdummung, weil man seinen primitiven Fundamentalismus überdies noch für eine Blüte der Aufklärung hält. Am stärksten hätte sich aber der für Gottfried Keller wegweisende Klassiker des Atheismus, Ludwig Feuerbach, über dieses pathologische Sophisma geschämt. So hatte er Atheismus und Religionskritik nun mal wirklich nicht gemeint. Noch kolossaler ist freilich die Differenz zu Schopenhauer, den tierfreundlichsten aller Atheisten.

Den Ernst-Jünger-Preis für den dümmsten SiN-Teilnehmer würde ich für die folgende Aussage eines Ideologen aussetzen: "Ich bin Atheist und Nihilist! Darum zertrete ich auf meinem Waldgang einen jeden Käfer, der mir über den Weg läuft. Dies ist nun mal meine Philosophie!" Immerhin wurde das oben so genau nicht gesagt.

Lotta Vorbeck

9. April 2020 19:13

@Augustinus - 9. April 2020 - 02:44 PM
@Augustinus - 9. April 2020 - 03:08 PM

Für mich als Atheist und Nihilist hat die Natur, Bäume, Pflanzen, Käfer ... überhaupt keinen Wert.

Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt

~~~~~~~~~~~~

Nö, finde ich überhaupt nicht, Sie haben sich schon in bestechender Klarheit ausgedrückt.

Ob ich dies als Indikator dafür interpretiere, Sie werter @Augustinus unter derselben Flagge an meiner Seite zu wissen, steht auf einem anderen Blatt Papier geschrieben.

Lotta Vorbeck

9. April 2020 19:14

@Waldgaenger aus Schwaben - 9. April 2020 - 14:19 PM

Meiner Meinung nach ist hier die letzte Motivation radikaler Ökologisten und Sozialisten klar ausgesprochen. Das Wohl der Menschheit oder der Natur ist nur ein Vorwand." Nur noch ein Krieg, nur noch paar Jahrzehnte Arbeitslager und Massenelend, dann folgt die ewige Glückseligkeit ." - so sprechen sie, aber das sind alles nur Vorwände. Gaskammer, Gulag, absichtlich ausgelöste Naturkatastrophen und ähnliche Pläne sind nicht Mittel zum Zweck, sondern selbst der Zweck.

~~~~~~~~~~~~

Frage an den @Waldgaenger:

Was fällt Ihnen bei der Wortkombination "HARP + Karibik" ein?

Der_Juergen

9. April 2020 21:23

@Thomas Martini

Danke für den Hinweis auf Celine. Ich kenne nur seinen "Voyage au bout de la nuit", ein Meisterwerk. Drei seiner Werke sind bis heute verboten und schwer erhältlich. Seine Witwe starb übrigens unlängst im Alter von 107 Jahren.

Waldgaenger aus Schwaben

9. April 2020 21:39

@Lotta
Der große Gockel spuckt nichts dazu was etwas mit meinem Beitrag oder dem Artikel zu tun hätte. Ausser man denkt über viele Ecken, wobei eine der Ecken wohl die Unnennbaren wären.

Sollte dies gemeint sein, kann ich Ihnen nur nochmals Schafarewitsch empfehlen. Er sieht Erscheinungsformen des Sozialismus auch dort, wo die Unnennbaren unbekannt waren, im Alten China oder im Inkareich in Südamerika vor Kolumbus.

Wenn wir schon vom Thema abweichen, weise ich auf
www.euromomo.eu hin. Die Übersterblichkeit der COVID-19 Pandemie ist inzwischen, mit den Zahlen von heute, überdeutlich. In Italien, Spanien, Frankreich und der Schweiz übertrifft sie die Grippe-Wellen früher Jahre deutlich, in Gesamteuropa reicht sie an diese heran.

Nordlicht

9. April 2020 22:03

Wer romantische Vorstellungen über "natürliche" Landschaften hat, die es in Deutschland angeblich vor 200 Jahren gegeben habe, der sollte zB das Buch "Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa: Von der Eiszeit bis zur Gegenwart" des Pflanzenökologen (Uni Hannover) Hansjörg Küster lesen.

Das 2000 verschiedene Buch gibt es aktualisiert und auch in einer preiswerten Ausgabe bei Beck. Mitteleuropa (- betrachtet wird im wesentlichen Deutschland) ist wurde so intensiv und häufig überformt, dass von "natürlichen"(- im Sinne von Menschen unangetasteten) Landschaften NIRGENDS die Rede sein kann. Der Mensch hat seine Lebensräume gestaltet.

Am Ende der Jungsteinzeit (um 500 v. Chr.) begann der Mensch, die Mischwälder zu roden, um Acker- und Weideland sowie Bau- und Brennholz zu gewinnen.Als Norddeutscher weiss man, dass die „Grote Mandränke“ 1362 ihre massiven Schäden anrichten konnte, weil im 13. Jh. küstennahe Moore trockengelegt wurden, welche vorher Wassermengen aufnehmen konnten.

Intensiv wurden Moore ab dem 17. Jh. trocken gelegt, unter Friedrich dem Grossen wurde die Oderlandschaft völlig verändert, Erste Rheinbegradigungen begannen im 17. Jh., massiv dann unter Napoleon 1806 begonnen.

Wer meint, dass vor der erst im 19. Jh. eine schöne "Naturlandschaft" von den Menschen zerstört wurde, irrt. Wer von der romantischen Lüneburger Heide schwärmt, sieht einen Kahlschlag, der wesentlich vom enormen Holzbedarf der Saline in Lüneburg ab dem Mittelalter verursacht wurden.

Mein Fazit: Wer "anthropozentrisch" in Bezug auf Ökologie und Umwelt als Schimpfwort benutzt und von einer romantischen "Natur" schwärmt, verkennt den Umstand, dass Natur auch immer der Feind des Menschen war, der niedergerungen werden musste - zum Nutzen des Menschen. Das gilt im Prinzip auch heute noch. Wir sind - besonders in den wohlhabenden Ländern - klüger geworden und wissen mehr, welche Belastungen man gegenüber dem Ökosystem vermeiden soll, um die Umwelt nutzen zu können. Das geht mit 1 Mrd. und auch - allerdings komplizierter - mit 10 Mrd. Menschen.

Lotta Vorbeck

9. April 2020 23:18

@Waldgaenger aus Schwaben - 9. April 2020 - 09:39 PM

Der große Gockel spuckt nichts dazu was etwas mit meinem Beitrag oder dem Artikel zu tun hätte. Ausser man denkt über viele Ecken, wobei eine der Ecken wohl die Unnennbaren wären.

~~~~~~~~~~~~

Wenn Sie dem Großen Gockel zusätzlich oder unter Weglassung von Karibik "earthquake" oder "Erdbeben" anbieten, sollte er fündig werden.

Um weitere Treffer zu erhalten, wechseln Sie vor der ersten Anfrage doch vielleicht noch das Landeskürzel beim Gockel.

HomoFaber

10. April 2020 00:46

Bei den einen wie den anderen handelt es sich um Ideologen, die der Natur des Menschen und damit der Natur an sich nicht gerecht werden.

Lotta Vorbeck

10. April 2020 00:48

@Waldgaenger aus Schwaben - 9. April 2020 - 09:39 PM

Zum zweiten Teil Ihres vorhergehenden Eintrages:

Möchte hier keine Off-Topic-Diskussion in den Kommentarsstrang hineintragen.

Falls Herr Lichtmesz nichts dagegen hat, klicken Sie werter @Waldgaenger doch mal den nachfolgenden Link an, um zu erfahren, was Dr. Markus Krall just auffiel:

https://twitter.com/Markus_Krall/status/1247889915154558982

Laurenz

10. April 2020 01:20

@Maiordomus .... Danke für die nicht zu lange Erklärung.

@Maiordomus @ML

Den Streit-Beitrag von Augustinus empfand ich nicht als authentisch, will sagen, wie eine künstliche Provokation. Das kann passieren, wenn Motivationen zu schreiben, gar nichts mit der Sache, dem Thema zu tun haben.

HomoFaber

10. April 2020 01:40

Der Tod ist groß
Auch Flora und Fauna leben nicht ewig

Laurenz

10. April 2020 01:49

@Waldgaenger aus Schwaben @Lotta Vorbeck

Jetzt, wenn die Zahlen von von euromomo ins Konzept passen, nimmt man bei Der Relotius endlich Bezug darauf.
https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-erhoeht-todesraten-in-mindestens-sieben-europaeischen-staaten-a-06dce7ce-a10c-4b2b-a4f2-9b92048698c4

Wenn man allerdings den Text aufmerksam liest, stellt man fest, daß hier seiten des Instituts reine Mutmaßungen zugrunde gelegt werden. Wer sagt uns, daß die ca. 10.000 Toten mehr nicht wegen der Corona-Maßnahmen, Isolation, schlechtere Betreuung etc., verursacht wurden....

Asenpriester

10. April 2020 03:42

Ökologie geht nur von rechts ! -war schon immer meine Meinung. Das ist auch der Grundfehler der 'falschen Grünen', wo Ökologie nur noch in homöopathischen Dosen zu finden ist. Auch die ÖDP scheiterte daran, v.a. an den christlichen Ayatollahs.
Herbert Gruhl meint einmal, daß eine Ökodiktatur nicht möglich sei, weil es ein technizistischer Gedanke sei. Da wir Menschen sind, müssen die Bürger-/Freiheitsrechte garantiert sein, mit starken Einschränkungen beim Naturverbrauch.
Pentti Linkola misanthropische Weltsicht ist wohl schwerlich unter Tiefenökologie einzuordnen. Dagegen weist Kaczynski's (Unabomber) Manifest die fatale Technikgläubigkeit auf, die letztendlich die menschlichen Zivilisation auslöschen könnte.

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