26. Februar 2018

Heldenjahr (50) – Walhalla

Till-Lucas Wessels / 4 Kommentare

- ein nicht ganz ernstgemeinter Jahresrückblick

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

365 Tage sind vergangen, es ist Zeit einen Blick zurück zu werfen in die Reihen der Geehrten – bei dem einen oder anderen gibt es Neuigkeiten:

(1) Asterix, der Gallier:

Als "identitärer Gallier" debütierte Asterix aus dem namenlosen gallischen Widerstandsnest genau vor einem Jahr im ersten Sonntagsheldenartikel. Das war – jetzt kann ich es ja sagen – ein ziemlich lahmer Start und leider scheint sich der kleine Mann inzwischen auf die Seite von Frauke Petry geschlagen zu haben.

(2) Recep Tayyip Erdogan:

Sei's drum: Der nächste Lorbeerkranz ging an den Bosporus und in den Fall Yücel kam tatsächlich vor einigen Tagen Bewegung. Wahrscheinlich nicht ganz unabhängig von der Freigabe deutsche Rüstungsexporte in die Levante durfte Deutschlands bekanntester Exiltürke endlich aus seinem Heimatland in die warme Umarmung des bundesdeutschen Rübenackers zurückkehren. Nun liegt es in der Natur des Hässlichen, dass es manchmal unverhofft das Schöne gebiert; diesmal den Glanzauftritt des Abgeordneten Gottfried Curio, der nicht nur den Yücel-Wahn gekonnt abkanzelte, sondern auch als Verkörperung des ästhetischen Prinzips die Schönheit in die Politik zurückbringt – zumindest, wenn man diesem Twitteraccount Glauben schenken darf.

(3) Kyle Chapman:

Hooliganismus und Gewaltbegeisterung, das waren Vorwürfe, die mir der "Based Stickman" – Kyle Chapman einbrachte. Im Hinblick auf diesen konkreten Haudrauf mag das nicht vollends von der Hand zu weisen sein – laut einem Artikel aus dem vergangenen Dezember sitzt Chapman inwzischen im Gefängnis, weil er gegen polizeiliche Auflagen verstieß, die ihm unter anderem das Tragen von Selbstverteidigungsmitteln untersagten.

(4) Janusz Korwin-Mikke:

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir zum Schabernack des besseren Böhmermanns Korwin-Mikke keine neuen Erkenntnisse vorliegen. Das liegt vornehmlich an meinen seit Schulzeiten sehr schlechten Polnischkenntnissen, die sich auf wenige gängige Beleidigungen beschränken.

(5) Keith Palmer:

Vor kurzem ging der Polizist Keith Palmer noch einmal durch die Schlagzeilen, weil seine Frau aufgrund ausbleibender Untersuchungsberichte davon ausgeht, dass die Weste ihres ermordeten Mannes keinesfalls so stichsicher war, wie nach Vorschrift hätte sein sollen. Falls das so ist, stellt sich die Frage: Was ist das für eine Stadt, in der die Bedrohung durch einen Terroranschlag "einfach dazu gehört" (Sadiq Khan, Bürgermeister von London), die es aber nicht einmal schafft, ihre Schutzmänner adäquat zu schützen?

(6) Heiko Maas:

Inzwischen ist das Netzwerkdurchsetzungsgesetz in Kraft getreten und verbreitet in unregelmäßigen Abständen Angst und Schrecken durch Säuberungsaktionen auf Twitter und Facebook. Zu den prominentesten Opfern gehörten: Beatrix von Storch und das Satiremagazin "Titanic" (mein Mitleid hält sich in Grenzen). Während diese zwei Urteile rasch aufgehoben waren, erwischte es vor kurzem zudem den stets wortgewandten "Patriarchator", einen der umtriebigsten Kommentatoren der deutschen Netzlandschaft.

(7) Aurelién Verhassel und seine Kneipe "La Citadel":

Die erwähnten Kneipen der französischen Identitären sind nach wie vor erfolgreich, allerdings gibt es mit den verschiedenen neuen Einrichtungen der Bastion Social – die Kollegen Kaiser und Stein berichteten – inzwischen auch in mehreren Städten Frankreichs veritable Konkurrenz. Selbige belebt bekanntlich das Geschäft – es bleibt spannend.

(8) Petr Bystron:

Die Beobachtung durch den Verfassungssschutz klebt immernoch wie ein zäher Kaugummi am Schuh des bayerischen AfD-Politikers. Zum Glück ist es jedoch so, dass solcherlei Schwerter im Angesicht zunehmender patriotischer Solidarität allmählich schartig und irgendwann stumpf werden – mit seinem Einzug in den Bundestag am 24.09.2017 endete auch die Beobachtung. Als mahnendes Beispiel wird er nach wie vor zitiert, wenn es darum geht, Parteikollegen von den bösen Jungs wegzuhalten, zu einer Rüge durch den Bundesvorstand lassen wir Bystron am besten selbst zu Wort kommen:

"Meine Damen und Herren, Sie wissen es wahrscheinlich. Ich hab eine Rüge bekommen, weil ich mich für Jugendliche ausgesprochen habe, denen die Heimat am Herzen liegt. Ja, lieber Bundesvorstand, du kannst mir auch genauso viele Abmahnungen geben, wie du willst, ich bleibe dabei."

(9) Rodrigo Duterte:

Puuuh...Der "Sonntagsspaziergang im Minenfeld" war damals schon ein heißes Eisen, daran hat sich bis heute nichts geändert. Monatlich produziert der gnadenlose Präsident neue Schlagzeilen, sein jüngster Vorschlag: Äußerste Brutalität und Kopfgelder im Kampf gegen Kommunisten. Ich weiß: Das hat nichts mehr mit Ritterlichkeit zu tun, aber hier lesen auch nihilistische Zyniker mit.

(10) Venedig:

Über die Durchsetzung des "Döner-Verbots" kann ich einstweilen keine Auskünfte geben. Nachdem sich bei einem Referendum im vergangenen Oktober allerdings 98,1% der Wähler für weitreichendere Autonomiebefugnisse Norditaliens aussprachen, kann davon ausgegangen werden, dass das Pflaster nach den Parlamentswahlen für klandestine Kebap-Verkäufer nicht unbedingt kälter, sondern womöglich heißer wird. Der Fokus des Spitzenkandidaten Matteo Salvini liegt schließlich weniger auf illegalen Speisen, als auf illegaler Einwanderung.

(11) Lauren Southern:

Der durchschlagende Erfolg der Mission "Defend Europe" wäre wohl so nicht möglich gewesen, wären mit der Geehrten und Brittany Pettibone nicht zwei amerikanische Journalistinnen aus dem Umfeld der Alt-Right mit von der Partie gewesen. Die Berichterstattung aus dem Mittelmeer war es auch, die Southern endgültig vom libertär-konservativen Sternchen zur investigativen Journalistin reifen ließ. Getreu diesem Motto dreht sie im Moment an einer abendfüllenden Reportage über die Morde an weißen Farmern in Südafrika, den Trailer kann man hier ansehen.

(12) Ein Verfassungsschutzbeamter names Ritter:

In den vergangenen Monaten war es erstaunlich ruhig um den Mann, der sich Ritter nannte. Einmal glauben wir ihn noch dem Haus gesehen zu haben, danach hörten wir nichts mehr von ihm. Vielleicht wurde er versetzt, vielleicht ist er jetzt mit der Betreuung der Namensverwandten in Köthen betreut. Fest steht nur: Seine Kollegen liegen weiterhin auf der Lauer, warum genau, das wissen sie selbst nicht. Zumindest, wenn man ihrem letzten Bericht glauben darf.

(13) Morrissey:

Er hat es wieder getan. In einem Interview, welches der Brite im vergangenen November ausgerechnet dem Spiegel gab, kritisierte er nicht nur die deutsche Einwanderungspolitik und das aufgebauschte Drama um die "metoo"-Kampagne, sondern nannte Berlin auch eine "Vergewaltigungshauptstadt". Die eindrücklichste Passage sei zudem hier zitiert:

"Okay, reden wir über den Multikulturalismus. Ich will, dass Deutschland deutsch ist. Ich will, dass Frankreich französisch ist. Wenn man versucht, alles multikulturell zu machen, hat man am Ende gar keine Kultur mehr. Alle europäischen Länder haben viele, viele Jahre für ihre Identität gekämpft. Und jetzt werfen sie sie einfach weg. Ich finde das traurig.“

(14) Takis Würger:

Wir sind Gentlemen. Deshalb hatten wir Würger vor der Veröffentlichung des Sonntagshelden eine kurze Vorwarnung geschickt, dass wir seinen Artikel nicht unbeantwortet lassen. Reagiert hat er darauf nicht, zu den Themen, die er seitdem abgearbeitet hat, gehören unter anderem deutsche Milchkühe in Khatar und der Sprengstoffanschlag auf den BVB-Vereinsbus. Veröffentlicht hat er zudem ein Buch, ich nehme an es ist ungefähr so gut wie sein Artikel.

(15) Roy Larner:

Von allen Sonntagshelden ist mir der Löwe von London einer der liebsten gewesen. Vor kurzem nun tauchte sein Name wieder in britischen Zeitungen auf, nachdem ein Video publik geworden war, welches ihn einige Monate vor seiner Heldentat bei einer Konfrontation mit linken Aktivisten zeigte. Im Verlauf dieses Videos äußerte er sich so direkt wie sich Mr. "Fuck you, I'm Millwall" eben äußert gegenüber einem farbigen Fotografen, der ein Portraitfoto von ihm machen wollte und bespuckte ihn. Im Sommer tauchte er zudem im Büro eines örtlichen Abgeordneten der Labour Party auf und machte seiner Wut über den bereits oben erwähnten Sadiq Khan Luft, den er als "pile of shit" bezeichnete. Inzwischen wurde er – kaum ironisch – unter anderem zu einer Antiaggressionstherapie und einer Geldstrafe verurteilt.

(16) Die Identitäre Bewegung:

Soweit ich das überblicken kann, sind außer der Erinnerung an eine freudige Sause im sommerlichen Berlin keine Langzeitwirkungen bei den Teilnehmern unserer Demonstration aufgetreten. Das Pfefferspray ist längst aus den Haaren gewaschen, die Antifa-Fotografien sind zu Profilbildern geworden und die nächsten Aktionen werden geplant. Dass Berlin auch 2018 eine rechtsfreie Zone ist, wenn es um die Versammlungsfreiheit von Patrioten geht, haben derweil auch die Organisatorinnen des Frauenmarsches vor einer guten Woche erfahren müssen. Der Brite Tommy Robinson war vor Ort und hat ein paar interessante Erfahrungen festgehalten, die man sich hier ansehen kann.

(17) Der weiße Mann:

Man muss es ihm lassen, seitdem Donald Trump im Weißen Haus sitzt, ist es ruhig um den dem (angry) white male geworden. Tag für Tag und unerschütterlich sorgt er dafür, dass andere genug Freizeit haben, um an seiner Abschaffung zu werkeln. Die Revolte des weißen Mannes bleibt aus, wohl auch, weil er einfach besseres zu tun hat. Dort wo andere reden schafft er, wo andere warten geht er voran und wo andere nur hinschauen, packt er zu. Was auch sonst.

(18) Abujella Abdul-Bari:

Wie Aufnahmen der Organisation Seawatch aus dem vergangenen November zeigen, tut die libysche Küstenwache um Kaptitän Abdul-Bari weiter fleißig ihren Dienst. Größere Aufmerksamkeit hatte zudem im vergangenen Sommer ein Funkspruch erregt, der von der Crew der C-Star bei ihrer Mittelmeermission aufgezeichnet worden war. Die unmissverständliche Ansage an die Flüchtlingshelfer ging um die Welt: "Go away and never come back!"

(19) Die Plattform gab.ai:

Große Neuigkeiten gibt es hier keine. Gab.ai profitiert von der zunehmenden Willkür der Twitter-Zensoren und folgt dabei dem unumstößlichen Gesetz, dass jede Plattform auf der freie Meinungsäußerung ermöglicht wird, irgendwann dem rhetorisch-rationalen Charme der Rechten unterliegt und dementsprechend von ihren Ideen dominiert wird.

(20) Elsa Koester:

Auf Elsa indes ist Verlass. Kaum eine Woche alt ist ihr letzter Artikel für das neue deutschland. Auch diesmal hat sie wieder einen Mann beleidigt. Warum das aber nun wirklich nicht ihre Schuld ist, und weshalb sich mitten auf dem Hermannplatz in Berlin plötzlich ihr Schambereich zusammenzieht, das kann unter der ewig-charmanten Überschrift "Das "Fotze!"-Dilemma auf dem Hermannplatz" hier gelesen werden.

(21) Die ZEIT:

Geflunkert wird wie eh und je, in deutschen Gazetten zwar weniger penetrant als bei den Kollegen aus Übersee, dafür mit umso verfeinerterer Perfidie. Ärgern tut man sich über dieses Nachrichtenvakuum schon lange nicht mehr, zumal der Nährstofftmangel sich anscheinend besonders positiv auf den Erfolg dissidenter Medienangebote auswirkt, die es seit je her gewohnt sind, als Zeigerpflanzen unter schwierigsten Umständen ihr Dasein zu fristen.

(22) Die Crew der C-Star:

Inzwischen sind alle Bilanzierungen und Besprechungen abgeschlossen, alle Abenteurer sind heile zuhause angekommen und die Nachbereitung findet – Kubitschek hat es ja bereits durchgestochen – in naher Zukunft ein würdiges Ende. Ohne Frage war Defend Europe der größte aktivistische Erfolg der Neuen Rechten, der es zudem geschafft hat eine mediale Brücke von unschätzbarem Wert über den Atlantik zu schlagen. Wie belastbar und fruchtbar diese Kooperation ist, dass zeigt die Kampagne #120dB, die auch im englischsprachigen Raum positiv aufgenommen wurde.

(23) Alice und Bob:

Die Digitalisierung braucht keine Schlagzeilen, im Gegenteil. Unregelmäßigkeiten wie die durchgedrehten Chatroboter Alice und Bob, oder der durch die Trolle von 4Chan innerhalb von 16 Stunden in einen misogynen Rassefanatiker adaptive Microsoft-Bot Tay A.I. können bisweilen richtig stören. Zu den Hintergründen des kommenden Zeitalters empfehle ich derweil den Artikel von Michael Wiesberg in der aktuellen Druckausgabe und Benedikt Kaisers Analyse "Industrie 4.0" in der Druckausgabe Nr. 78.

(24) Dinko Valev:

Von dem umtriebigen Grenzschützer liegen mir leider keine Neuigkeiten vor.

(25) Sommeruniversität der Identitären Bewegung:

Das schöne an der Sommeruniversität ist, dass sie jedes Jahr stattfindet. Im Moment ist bei uns in Halle geplant, wieder hinzufahren, ob sich das realisieren lässt, kommt auf das Datum an – der Sommer ist erfahrungsgemäß immer voll mit Terminen. Sollte ich jedoch wieder mit von der Partie sein, kommt natürlich ein Bericht.

(26) Luigi Brugnaro:

Groß war die Sorge der Kommentatoren vor künftigen Spontanliquidationen in der Lagunenstadt und meiner vermeintlichen Befürwortung derselben. Doch wie es schien, war der ganze Ärger umsonst. Bis gab es ebensowenig erschossene Islamisten wie unschuldig ins Fadenkreuz geratene Islamisten. Es scheint: Die Drohung reicht. Vielleicht liegt es aber auch an der unter (10) aufgewärmten kulinarisch-identitären Kommunalpolitik...

(27) Viktor Orban:

Orban war, wie manch anderer bei dem ich es nicht zugebe, ein Joker-Sonntagsheld. Einer nämlich, den ich immer in der Hinterhand behielt, weil bekannt war, dass er in ausreichend regelmäßigen Abständen irgendetwas macht, oder sagt, was als Anlass genommen werden kann um ihm seinen verdienten Platz in der Reihe der Heroen zuzuweisen. Damals wies ich auch auf die neue IB-Gruppe in Ungarn hin. Wer in diesem Zusammenhang tagesaktuell auf dem Laufenden bleiben möchte, sei wärmstens an meinen Kameraden Bódi Ábel verwiesen, der maßgeblichen für deren Aktivismus verantwortlich zeichnet.

(28) Issam Zahreddine I:

s. (34)

(29) Eine unbekannte Südafrikanerin:

Gute Nachrichten: Alle Verfahren gegen die Löwenmutter wurden inzwischen eingestellt.

(30) Stanislaw Petrow:

Von allen hier aufgeführten Helden ist Stanislaw Petrow vermutlich der, dem wir am meisten zu verdanken haben. Normalerweise gibt es in der Walhalla ja nur Met und Bier, ihm allerdings sei seine halbe Flasche Wodka gegönnt, verdient hat er sich sie allemal.

(31) Die AfD-Bundestagsfraktion:

Eine Jagd haben sie uns versprochen und eine Jagd bekommen wir derzeit. Der feine Falkner Curio, Gauland herrisch mit dem Drilling ansitzend, oder André Poggenburg, der jede Woche eine gute Ladung Schrot ins Dickicht knallt – so ganz haben sich die Altparteien noch nicht wieder in ihr Revier gefunden. Das zeigen nicht nur die nach Angst stinkenden Koalitionsverhandlungen, das zeigen auch die Sonntagsumfragen, welche die AfD als zweitstärkste Kraft sehen und das zeigt vor Allem die ängstliche Hysterie, die jeden Schritt der Partei begleitet.

(32) Zwei ungenannte Hallenser Langfinger:

Man glaubt es kaum, aber darf man einer parlamentarischen Anfrage der Abgeordneten Henriette Quade (Die Linke, sieht so aus, wie der Name klingt) glauben, so wird uns der feiste Müllbeutelraub bis in alle Ewigkeit ins Stammbüchlein geschrieben stehen. Jedenfalls entblödete sich das Innenministerium nicht selbiges in der schriftlichen Antwort separat aufzuführen. Wie sagt man in öffentlichkeitsbeflissenen Kreisen? Wir sehen dem Verfahren gelassen entgegen.

(33) Der Verein „Dresdner Bürger helfen Dresdner Obdachlosen und Bedürftigen e.V.“:

Während der mediale Fokus sich einstweilen zur Tafel nach Essen verlagert hat und auch die örtliche Eingreiftruppe bereits gezeigt hat, was sie von sozialer Arbeit hält, ist es um die Dresdner Obdachlosenhilfe erwartungsgemäß ruhig geworden. Gute Arbeit macht wenig Schlagzeilen, so war das schon immer. Die aktuelleste Meldung stammt vom 23. Februar: Ab sofort ist das Haus Montags bis Freitags jeweils von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Das ist kein Tropfen auf den heißen Stein mehr, das ist echte Hilfe.

(34) Issam Zahreddine II:

Es sieht aus, als wäre das Opfer der "drusischen Bestie" nicht umsonst gewesen. Dank der russischen Unterstützung befindet sich Bashar al Assad auf dem besten Weg, den Frieden in Syrien wiederherzustellen, inzwischen rufen ihn sogar die separatistischen Kurden um Hilfe an, nachdem sie durch Erdogans "Olivenzweig"-Offensive in arge Bedrängnis geraten sind.

(35) Die ungenannten Unterstützer:

Ganz ehrlich: Diesen Sonntagshelden könnte ich so alle paar Wochen neu schreiben, an Aktualität verliert er nicht. Wir in Halle kriegen die Solidarität sicher besonders konzentriert zu spüren, weil wir durch unsere Fronstellung mehr Aufmerksamkeit generieren, als andere Regionalgruppen. Dennoch ist es immer wieder rührend, wenn man mitbekommt, dass irgendwo wieder ein unerwarteter Brief eingeflogen ist, plötzlich ein unverhofftes Angebot im E-Mail-Postfach auftaucht, oder irgendwo am Rande einer Konferenz jemand auf einen Aktivisten zukommt und ihm mit verschwiegenem Lächeln einen Umschlag in die Hand drückt.

(36) Demonstration burischer Farmer:

s. (11)

(37) Patrick Pearse:

Zugegeben, solche historischen Figuren sind eigentlich eine Notlösung für die gelegentlich wiederkehrende Heldenflaute. In diesem Fall aber ein Angebot, das von Herzen kam und das ich deshalb gern angenommen habe, weil mich Pearse schon zu Schulzeiten begeisterte.

(38) Prof. Andreas Rauscher:

Nachdem eine von Studenten initiierte Petition, die die Entlassung von Professor Rauscher forderte, nicht erfolgreich war, kam die Rache durch die Hintertür: Nach 23 Jahren Engagement verlor Rauscher seinen Posten als ERASMUS-Beauftragter für den Studentenaustausch mit anderen Universitäten. Normalerweise würde ich nun umso dramatischer zur Unterstützung aufrufen, aber Rauscher hat sich bisher als äußerst feuerfest erwiesen und als Jurist ist er bestens gerüstet für die kommenden Auseinandersetzungen. Halten wir ihm also den Rücken frei, während er die nächste Schneise schlägt.

Zu den folgenden Nummer (39) – (42) ist alles gesagt.

(43) Einige ungenannte Politiker:

Ich gestehe: Manche Sonntagshelden lese ich selbst ab und an. Diesen insbesondere und zwar gerade weil ich dabei an zwei ganz bestimmte Männer gedacht habe und es zum genügsamen Selbstverständnis der beiden gehört, dass sie da nie drauf kommen würden. Ohne irgendjemanden zu verraten kann ich daher sagen: Sie machen ihre Arbeit immernoch und sie machen sie gut.

(44) Lenny Belardo ("The Young Pope"):

Inzwischen habe ich mich ein paar Zuschriften von Lesern erreicht, die sich die Series zu Gemüte geführt haben und offensichtlich Gefallen daran fanden. Daher an dieser Stelle die Empfehlung: Wer "The Young Pope" mochte, wird mit den anderen Filmen Sorretinos sicher auch etwas anfangen können. Am ehesten an die Stimmung der Serie heran kommt wahrscheinlich "La Grande Bellezza" – "Die große Schönheit".

(45) Winfried Stöcker:

Fast hätten sie es geschafft: Mit akademischem Bedauern musste sich die Universität Lübeck der Bürokratie des Beamtengesetzes geschlagen geben. Zu gern hätte man ihm die Ehrendoktorwürde aufgrund seiner Äußerungen aberkannt, aber:

"Der Widerruf des Titels ist nach dem Hochschulgesetz nur dann möglich, wenn Gründe vorliegen, die bei einer Beamtin oder bei einem Beamten zur Entfernung aus dem Beamtenverhältnis führen würden. Angesichts der sehr hohen beamtenrechtlichen Maßstäbe und auch in Abwägung mit der grundgesetzlich verbürgten Meinungsfreiheit hat die juristische Prüfung ergeben, dass keine Gründe vorliegen, die einen Titelentzug ermöglichen."

Nichtsdestotrotz hat man sich nicht entblödet trotzdem ein "persönliches Gespräch" zu führen, um zu verdeutlichen, wie wenig Stöckers Auslassungen mit dem Leitbild der Universität vereinbar seien. Grund zur Aufregung herrscht also keiner.

(46) Daniel Vávra:

Das Spiel ist raus, und die Verkaufszahlen sprechen für sich: Mehr als eine Million mal wurde "Kingdom Come: Deliverance" bereits verkauft. Die aufgebauschte Kontroverse hat dem Spiel nicht geschadet; im Gegenteil: Innerhalb der fruchtbaren rechten Netzwelt hat es schon jetzt Kultstatus erlangt.

(47) Identitäre Aktivisten, Abteilung "Staatssicherheit":

Wer sich noch nicht sattgesehen hat, kann hier gemeinsam mit dem Aktivisten Alexander Malenki hinter die Kulissen der Aktionsplanung schauen.

(48) Roman Filipov:

Was es sich bei diesem Sonntagshelden um einen der am meisten kommentierten handelt, möchte ich einmal grundsätzlich festhalten: Ich lese die Kommentare fast alle. Wenn ich darauf nicht antworte, dann liegt es daran, dass ich genau weiß, dass ich, einmal begonnen, nicht mehr damit aufhören könnte.

(49) Togbui Ngoryifia Céphas Kosi Bansah:

Als hätte ich mich vor der Veröffentlichung mit meinen Kollegen abgesprochen: Lichtmesz hat geliefert. Seiner profunden Analyse habe ich nichts hinzuzufügen.

 

 


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.


Kommentare (4)

Franz Bettinger
26. Februar 2018 21:41

Wunderbar informativ und unterhaltend zu lesen. Danke, Herr Wessels, für die Nachbearbeitung der Sonntaghelden!

Alveradis
27. Februar 2018 07:12

"(17) Der weiße Mann:

Man muss es ihm lassen, seitdem Donald Trump im Weißen Haus sitzt, ist es ruhig um den dem (angry) white male geworden. Tag für Tag und unerschütterlich sorgt er dafür, dass andere genug Freizeit haben, um an seiner Abschaffung zu werkeln. Die Revolte des weißen Mannes bleibt aus, wohl auch, weil er einfach besseres zu tun hat. Dort wo andere reden schafft er, wo andere warten geht er voran und wo andere nur hinschauen, packt er zu. Was auch sonst."

Sklavenmentalität. Aber selbst in den USA gibt es winzige Widerstandsnester, kleine geistige Sammelpunkte die sich nie vom Trump Zug mitreißen ließen.
Wir hier in Deutschland können aus der beschämenden Lage in den USA, die durch die Einbindung der langsam aufwachenden weißen Männer in einen halluzinierenden Wahlverein entstanden ist lernen und müssen es. Was auch sonst.

Benno
27. Februar 2018 10:14

"diesmal den Glanzauftritt des Abgeordneten Gottfried Curio, der nicht nur den Yücel-Wahn gekonnt abkanzelte, sondern auch als Verkörperung des ästhetischen Prinzips die Schönheit in die Politik zurückbringt – zumindest, wenn man diesem Twitteraccount Glauben schenken darf."

Herrlich auch die Reaktionen auf Curios Ansprache: Die inkriminierten Texte Yücels seien Satire gewesen und somit aus dem Zusammenhang gerissen. So so, wenn man den Müll kritisiert den der Herr von sich gibt, dann war es Satire und der Kritiker steht als Dummkopf da, der nichts begreift. Wenn man es einfach stehen lässt, ja dann steht der Müll halt im Raum. Man fragt sich dann auch, was bei "Völkersterben von seiner schönsten Seite" genau die satirische Übertreibung ist. Das Völkersterben? Das ist eine mathematische Tatsache. Das es etwas schönes sei, wenn die Deutschen aussterben? Was ist denn hier die satirische Übertreibung? Ist der Prozess in Wirklichkeit nur "angenehm" und nicht "schön" wie es in der satirischen Überspitzung heisst? Das sind doch alles sophistische Taschenspielertricks!

Hartwig aus LG8
27. Februar 2018 13:45

Nicht ganz "Held", aber ohne Netz und doppelten Boden. H. Danisch wagt sich in vermientes Gelände.
https://www.danisch.de/blog/2018/02/24/das-verbotene-buch/#more-22434